Morgenimpuls Archiv
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Heute ist hier in Olpe der Schützenfestmontag mit allem Drum und Dran. Ziemlich früh am Morgen der Gottesdienst für die Schützen, dann die Totenehrung, dann das Vogelschießen auf dem Schützenplatz und, und, und. Für uns Olper Franziskanerinnen hat dieser Tag noch eine andere Bedeutung. Vor 163 Jahren, am 20. Juli 1863, ist ein Brief vom Paderborner Bischof Konrad Martin angekommen der das Kloster in Olpe für selbständig erklärt und Schwester Maria Theresia Bonzel als Oberin bestätigt. Seither gilt dieses Datum als Gründungstag. Seitdem fallen das Olper Schützenfest am dritten Wochenende im Juli und unser Gründungstag meist zusammen. Ich habe hier in Olpe gelernt, dass die Aufgabe der Schützen über viele Jahrhunderte war, die Stadt und seine Menschen gegen Überfälle und in kriegerischen Handlungen zu schützen. Bevor es Polizei und Armee gab, waren die wehrfähigen Männer in den Städten für den Schutz verantwortlich. Und auch heute kümmern sich Schützen übers Jahr in einigen sozialen Angelegenheiten. Und die Gründung der Olper Franziskanerinnen ist ähnlich. Sie hat sich von Anfang an für die Hilfe und den Schutz von Waisenkindern engagiert und immer mehr Hilfesysteme aufgebaut, dass die damals ziemlich schutzlosen Kinder leben konnten, zur Schule gehen und einen Beruf lernen. Später kamen immer neue Aufgaben hinzu. Schulen für Mädchen, die vorher kein Abitur machen konnten, Frauenfachschulen, Kindergärten, Krankenhäuser, ambulante Pflege, Altenheime, Kinder- und Jugendhospiz und so weiter. Sie hat klugerweise in ihre Ordensstatuten nicht festgelegt, dass die Schwestern immer nur das eine tun sollten. Sondern sie hat geschrieben, dass sich die Schwestern immer denen zuwenden sollten, die besondere Hilfe und Schutz benötigten. Engagement für die Mitmenschen in der Stadt und den Schutz für die Schwachen verbinden also die Schützen und die Schwestern hier. Das ist echt ein Grund zum Feiern und Zusammensein.
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Heute Abend endet mit dem Sommerfest für die Studierenden der Katholischen Hochschulgemeinde in Düsseldorf das Sommersemester. Nach dem Gottesdienst sprechen wir offen über unseren Glauben, wir diskutieren und wir feiern, wir müssen keine Angst haben, wenn wir eine Bibel mit uns tragen oder ein Kreuz um den Hals. Doch diese Freiheit ist nicht überall auf unserer Welt Realität. in Nord-Nigeria berichten Studierende, dass sie an Universitäten bedroht werden. Manche werden im Hörsaal nach hinten gesetzt, nur weil sie Christen sind, andere werden von Prüfungen ausgeschlossen. In Pakistan müssen Studierende ihre Bibeln verstecken. Christliche Hochschulgruppen sind an vielen Orten verboten und im Iran werden junge Menschen vom Studium ausgeschlossen und verhaftet, weil sie Christen sind. Diese Beispiele stehen für viele andere, für Situationen, in denen junge Menschen ihren Glauben nur im Verborgenen leben können, ausgerechnet dort, wo Bildung und Freiheit eigentlich zusammengehören sollten. Die Bibel kennt dieses Zerstreut-sein. Im zweiten Samuelbuch sagen die Stämme Israels zu David: “Wir sind dein Fleisch und dein Bein.” Sie suchen einen König, der sammelt und der verbindet. Auch heute ist die Kirche vielerorts zerstreut. Besonders dort, wo Christinnen und Christen keine Gemeinde bilden können, keinen Gottesdienst feiern dürfen, ihren Glauben verstecken müssen. Und doch gehören gerade diese Christinnen und Christen zu uns. Christus sammelt die Zerstreuten über Länder Sprachen und politische Grenzen hinweg. Wir sind ein Leib, eine Kirche, auch, wenn manche Glieder im Dunkeln leben müssen. Vielleicht erinnert uns das daran, wie kostbar die Freiheit des Glaubens ist, in der wir leben dürfen und wie sehr wir verbunden sind mit denen die sie nicht haben.
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Herausforderungen begegnen jedem Menschen. Das Leben selbst ist eine Herausforderung! Wie wir darauf reagieren, das ist sehr individuell. Viele Menschen denken nach dem Muster, wenn etwas passiert, dann handle ich auf jeden Fall so oder so. Wenn ich eine Prüfung bestehe, dann werde ich feiern; wenn ich einen Sportwagen habe, dann werde ich die Liebe finden und wenn ich im Lotto gewinne, dann wird sowieso alles gut. Wer so denkt, kann leicht in Zaudern, Angst und Passivität geraten. Entscheidungen werden verschoben, Möglichkeiten ungenutzt. Man versteckt die eigene Furcht oft hinter solchen "Wenn-dann"-Formeln. Das Evangelium lädt uns ein, anders zu handeln. Jesus sagt: "Geht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche keine Schuhe. Grüßt niemanden auf dem Weg und wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt: "Friede diesem Haus". Jesus ruft dazu auf, sich auf sich selbst und auf Gott zu verlassen, nicht auf Netze, Pläne oder doppelte Sicherheiten. Die Angst, etwas unzulänglich zu tun, soll uns nicht lähmen. Fehler oder Ablehnung sind Teil des Weges, wir werden gesendet mit dem, was wir sind, mitten in die Welt, in die Städte, in die Dörfer, in die Lebensräume, zu den Menschen, zu denen Gott selbst gehen will. Natürlich werden manche Anstrengungen erfolglos bleiben. Manche Botschaft pralllt ab wie Wasser an einem imprägnierten Schuh. Das liegt nicht nur an uns, sondern auch daran, dass nicht jeder bereit ist, auf Gottes Wort zu hören. Manchmal stößt das Evangelium auf Lebensräume, auf Zeiten und Orte, die verschlossen sind.Das Kreuz zeigt uns: Gott handelt auf seine eigene Weise, auch wenn sie Schwäche, Unzulänglichkeit und Widerstand beinhaltet. Das Kreuz, so könnte man das sagen, das ist das "Wie Gottes"; ein Zeichen für unser eigenes Handeln und die Herausforderung des Lebens. Gott geht voran, wagt das Unmögliche, vertraut auf uns und lädt uns ein, mitzuwirken, mutig, trotz Angst, trotz Unzulänglichkeit. Gott war nicht sicher, dass sein Plan vom Kreuz aufgeht, aber er hat es gewagt, für dich und für mich.
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Es gibt so Abende, da braucht man nicht rausgehen und trotzdem bekommt man mit, dass irgendetwas anders ist als sonst. Gestern Abend spürte man so eine Aufregung in der Stadt und andere Stimmen, Klänge und Düfte. Der Donnerstag vor dem Schützenfest ist hier in Olpe FAHNE HISSEN. Jedes Grundstück hat einen Fahnenmast und da wird am Abend die grünweiße Schützenfahne gehisst. Das dauert ja nur eine Minute, aber gefeiert wird das den ganzen Abend mit Grillparty im Garten mit den Nachbarschaften, mit Musik und fröhlichem Geplauder. Die Stadt ist erfüllt davon und an jeder Ecke hört und sieht man vergnügte Leute, die sich vorfreuen auf das Fest und alle begrüßen, die aus nah und fern zu diesem Fest nachhause kommen. Bei uns zuhause im Eichsfeld in Thüringen gibt es die Kirmes, die eine ebensolche Bedeutung hat. Das Dorf wird auf Vordermann gebracht und geschmückt und der Prozessionsweg für den Sonntag besonders schön zurecht gemacht. Feste zu feiern sind die wunderbaren Gelegenheiten, zusammen zu kommen, Gemeinschaft zu erleben, sich des Miteinanders zu versichern. Schon Demokrit, ein griechischer Philosoph aus dem dritten Jahrhundert vor Christus hat den sehr treffenden Satz geprägt:"Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr!"Ob nun also Schützenfest oder Kirchweih, ob die Großkonzerte von Taylor Swift oder kleine Geburtstagspartys, ob Sommerfest oder Kindergartenabschluss, ob Bundesligastart oder Strandparty, ob Sonntagsgottesdienst oder Tauffeier am Nachmittag: Feiert die Feste, die vor euch liegen und genießt das Miteinander, den Austausch und die Unbeschwertheit. Unser Leben sei ein Fest, heißt nicht umsonst eins der Lieder im Gotteslob. Feiern wir den Geist Gottes in unsere Mitte, das Wort Jesu, dass uns beschwingt und befreit, die Worte der Wahrheit, die uns Jesus auf den Weg mitgibt. Feiern wir und genießen wir den Sommer.
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Wir sind mitten im Sommer und in vielen Bundesländern sind schon Ferien. Und auch wenn wir uns bereits über mindestens eine Hitzewelle beklagt haben, und ich irgendwie mit der Hitze schlechter klarkomme als noch vor Jahren: Ich mag den Sommer mit so viel Licht und Wärme. Wenn ich abends vergessen habe, die Jalousien runter zu ziehen und mich dann morgens nicht der Wecker, sondern schon die Helligkeit weckt, ist das einfach schön.Und trotz Heuschnupfen und Allergie: der Sommer riecht auch besonders. Wenn man morgens das Fenster weit öffnet und die Kühle des Morgens spürt und vielleicht ein bisschen die Wiese oder die blühenden Pflanzen, bei uns im Vorgarten den Flox, riechen kann: Für mich sind das die tollen Momente des Sommers. Und ich denke mir: So könnte das Paradies sein. Natürlich wissen wir nicht, wie das Ewige Leben sein wird, auf das wir als Christinnen und Christen ja hoffen. Und so ein kühler Sommermorgen, der wie ein Versprechen auf einen schönen Tag erscheint und in dem Moment fast perfekt wirkt: So ähnlich könnte es doch dann bei Gott sein, oder?Jesus Christus wird in vielen Bildern beschrieben, eins davon ist das Licht. Oder vielleicht kennt ihr auch das alte Kirchenlied von Paul Gerhardt:"Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht. Der Morgen sich zeiget, die Röte aufsteiget, die Finsternis weicht.“ Auch wenn der Text uns heute etwas sperrig daherkommt, beschreibt das Lied sehr treffend die Schönheit der Natur, wie gut die Sonne uns gerade am Morgen tut und wie sehr sie ein Bild für Gott ist. Unser Leben ist oft genug laut, stressig, voller Sorgen – da ist so ein Moment, an dem alles perfekt scheint, sehr wertvoll. Gott ist nicht nur bei uns, wenn es uns schlecht geht. Auf ihn können wir uns auch verlassen, wenn wir zufrieden sind, wenn wir spüren, wie schön das Leben trotz allem ist. Vielleicht schaffen wir es ja, wenn es früh am Tag so herrlich nach Sommer riecht, einmal kurz "Danke" zu sagen. Nicht nur für die Schönheit der Natur, sondern auch, dass ER immer da ist.
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Alle franziskanischen Gemeinschaften, also die Franziskaner, die Minoriten und Kapuziner, die Franziskanerinnen und Klarissen und alle franziskanischen Familien weltweit, feiern heute das Fest des heiligen Bonaventura. Giovanni di Fidanza wurde als Sohn eines Arztes geboren. Die Überlieferung erzählt, dass das schwer kranke Kind geheilt wurde, nachdem seine Mutter ihn zu Franziskus von Assisi gebracht und der ihn gesegnet hatte. Als Franziskus 1226 im Sterben lag, besuchte ihn die Mutter mit dem gesunden Kind abermals; Franziskus rief über dem Kind aus: "Oh buona ventura", "Oh gute Fügung", was später zum Ordensnamen von Johannes wurde. Diese Geschichten aus dem 13. Jahrhundert sind einfach schön und zeigen, welches Vertrauen die Menschen in Gott hatten. Aber von Bonaventura sind unglaublich viele Bücher, Texte und Vorträge überliefert. Er galt als einer der großen Theologen seiner Zeit und in den Anfängen der Bettelorden, die noch einmal eine ganz andere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Evangelium für unsere Kirche begonnen hat. Später wurde er Generaloberer der Franziskaner und vorher Professor an der Sorbonne in Paris. Vorher in Pisa, - habe ihn Thomas von Aquin besucht und gefragt, wo seine Bibliothek sei, aus der er sich so große Kenntnisse und Beredsamkeit erworben habe. Bonaventura zog einen Vorhang zurück und deutete auf den gekreuzigten Christus. Zwei Zitate von Bonaventura sind glaube ich auch für uns heute ziemlich gut zu bedenken. Das erste: "Wer durch den Glanz und die Herrlichkeit alles Geschaffenen nicht erleuchtet wird, ist blind. Wer durch die lauten Rufe der Schöpfung nicht aufwacht, ist taub. Wer ob aller Geschöpfe und ob aller seiner Werke Gott nicht lobt, ist stumm, und wer aus all diesen Zeugnissen den Urgrund, den Schöpfer, nicht erkennt, ist töricht und dumm." Und noch ein zweites Zitat finde ich sehr bemerkenswert: "Wegen dieser drei Dinge hat Gott die vernünftige Seele geschaffen: Dass sie Ihn lobe, dass sie Ihm diene, dass sie an Ihm sich erfreue und in Ihm ruhe; und das geschieht durch die Liebe, denn wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm."
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In diesen Tagen jährt sich zum fünften Mal die Flut an Lenne, Erft und Ahr.Und es kommen wieder die schrecklichen Bilder hoch von unglaublichen Wassermassen, die durch stärksten Dauerregen die kleinen Flüsse rasend schnell steigen ließen. Es gab vorher immer wieder Warnungen durch die Wetterdienste, aber viele Menschen haben später gesagt, dass sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass es noch viel schlimmer werden würde als bei den letzten Hochwassern ein paar Jahre vorher. Und dann kam sehr schnell die Frage nach den Verantwortlichen, oder damals nach den Schuldigen für die vielen Toten, wegen der ausgebliebenen Warnungen. Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte man meinen, wir Menschen lernen einfach nichts aus den Fehlern unserer Geschichte. Die Beispielerzählung aus der Bibel, wo Adam die Schuld auf Eva schiebt und Eva die Schlange verantwortlich macht, zeigt unser Dilemma. Sehr schnell suchen wir einen Schuldigen für unser Problem, damit wir von unserem eigenen Versagen ablenken. Verantwortung für unser eigenen Tun zu übernehmen ist auch wirklich nicht leicht. Und da neigen wir schnell dazu. in einer ersten Reaktion anderen die Schuld zu geben. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Dumme Menschen suchen nach Schuldigen und kluge Menschen nach Lösungen“ Beispiele dafür kennst Du selbst bei Dir und Deinem Umfeld garantiert auch. In einer Laudeslesung geht es genau darum. Es heißt darin: „Ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“. Nicht im Dunkeln unserer Schuld, unserer Fehler, unseres Versagens hängen zu bleiben, sondern daran zu denken, dass wir von Gott als Kinder des Lichtes geschaffen worden sind und im Licht leben sollen, ist Zusage Gottes und gleichzeitig Auftrag an uns selbst.Eine Schuld, einen Fehler, ein Versagen zuzugeben ist der erste Schritt, um wieder ins Licht zu kommen. Um Vergebung zu bitten, ist der nächste Schritt. Und geschehenes Unrecht wieder gut zu machen, ist ein weiterer. Meist erkennen wir das Problem bei Politikern, bei anderen Größen in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ziemlich schnell und eindeutig. Aber ändern können wir es zunächst leichter bei uns selbst. Und das ist die Schwierigkeit und die Chance. Der Volksmund nennt es: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Da ist etwas dran.
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Herzlich willkommen zum Gebet am Montag.Hier in Olpe gibt es einen neuen Gedenkort. Mitten in der Stadt, am Kurkölner Platz, ist eine Gedenkstele enthüllt worden. In vielen Monaten Planung und Auseinandersetzung mit dem Thema jüdisches Leben in Olpe haben Schüler aller drei weiterführenden Schulen zusammen mit einer Künstlerin überlegt, geplant, verworfen, neugestaltet und dann angefangen. Schülerinnen haben erzählt, wie das Projekt entstanden ist und wie viel Spaß sie zwischendurch damit hatten, beim Bemühen, Beton zu mischen und aufzutragen, sich dabei gegenseitig zu bekleckern und bei Fehlern von vorn anzufangen.Erinnert wird an das einst so normale Zusammenleben der jüdischen Familien in der Stadt mit allen Stadtbewohnern. Sie waren in Vereinen engagiert, waren Arbeitgeber und Nachbarn, Mitschülerinnen, Kollegen und Freunde. Bis nach 1933 nach und nach aus diesem normalen Zusammenleben Ausgrenzung, vergiftetes Stadtklima, Enteignung und Vertreibung wurden.Und wenn wir denken, dass das heute nicht mehr passieren könnte, sollten wir uns nicht zu sicher sein. Immer wieder gibt es verbale Angriffe, Hass und Hetze gegen jüdische Mitbürger, und es ist notwendiger denn je, wachsam, aufmerksam und couragiert zu sein. Menschen nach ihrer Religion, Weltanschauung oder Herkunft zu diffamieren, ist ein echtes Übel, das immer wieder aufbricht und immer neu Anhänger findet. Aber bitte nicht unter Christen.Im Jakobusbrief steht für heute ein bemerkenswertes Wort:"Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden!"Dieses Gesetz der Freiheit meint die Freiheit der Kinder Gottes im Umgang miteinander, mit der Schöpfung und mit Gott. Wir sind als freie Menschen geschaffen und alle anderen Mitmenschen auch. Und das gibt uns die unendliche Würde und die Aufgabe, uns einzusetzen für die Würde und Freiheit jedes Einzelnen.Und dass das nicht nur eine freundliche Nebenbemerkung, sondern ein deutliches Wort ist, wird im zweiten Satz dieses Abschnittes aus dem Jakobusbrief noch deutlicher. Da heißt es:"Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht."Barmherzigkeit ist DAS Wort in der Bibel und die dauerhafte Mahnung an uns, sie auch zu geben und jedem Menschen zu geben.
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"Lichtblicke" – so heißt bei uns dieses Jahr der vorletzte Schultag. Ein schönes Wort. Gerade vor den Ferien. Denn Ferien sind nicht für alle einfach nur schön. Ich erlebe das immer wieder – auch in meiner Arbeit als Beratungslehrerin. Dass Ferien für manche eher Stress bedeuten. Freunde sind plötzlich nicht mehr jeden Tag da. Bezugspersonen fallen weg. Der Rhythmus der Schule fehlt. Und dann entsteht da etwas, das schwer auszuhalten ist: Ein Loch. Ein Loch, in dem plötzlich Zeit ist. Aber keiner da. Ein Loch, das sich schnell füllen lässt – mit Ablenkung, mit Scrollen, mit allem, was irgendwie hilft, nicht hinzuschauen. Und für manche ist es noch schwerer. Weil zuhause kein Ort ist, an dem man wirklich zur Ruhe kommen kann. Und dann stehe ich am letzten Schultag da und wünsche allen „schöne Ferien“. Und ich meine das auch. Ich freue mich selbst auf diese Zeit. Auf Ruhe. Auf Menschen, die mir guttun. Auf Momente, die leicht sind. Und gleichzeitig wünsche ich mir etwas anderes: Dass es Lichtblicke gibt. Gerade für die, für die diese Wochen nicht leicht sind. Kleine Momente, in denen es nicht ganz so dunkel ist. In denen etwas aufleuchtet. Und ich glaube: Dieses Licht ist da. Auch dann, wenn man es kaum sieht.
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Die letzte Schulwoche vor den Ferien steht vor der Tür. Endlich.Und irgendwie machen wir jedes Jahr das Gleiche: Filme schauen. Frühstücken gehen. Eis essen. Alles – nur keinen richtigen Unterricht mehr. Früher haben wir das "Gummiwoche" genannt. Und ja, so ist das oft.Aber gleichzeitig passiert in dieser Woche etwas ganz anderes. Es ist die Zeit, in der Dinge zu Ende gehen dürfen. Letzte Gespräche. Letzte Rückmeldungen. Ein letztes gemeinsames Lachen. Und vor allem: Zeit füreinander.Ich sehe meine Lernenden manchmal öfter als meinen Mann. Und in dieser letzten Woche merke ich besonders: Da ist Beziehung gewachsen. Ich habe mir einmal den Satz aufgeschrieben: „Beziehung vor Erziehung.“ Und genau dafür ist diese Woche da. Nicht mehr leisten. Nicht mehr bewerten. Sondern einfach zusammen sein.Und dann kommen die Ferien. Und so sehr ich mich darauf freue – es ist auch komisch, sich plötzlich sechs Wochen nicht zu sehen. Nichts mehr miteinander zu teilen. Aber vielleicht trägt genau das, was gewachsen ist. Vielleicht sind da Verbindungen entstanden, die nicht einfach verschwinden, nur weil Ferien sind.Ich glaube: Diese Fäden zwischen uns – die gehören alle zu etwas Größerem. Zu einem Netz, das trägt. Zu einer Verbindung, die hält. Und für mich hat dieses Netz einen Namen: Gott.
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Herzlich willkommen zum Gebet am Freitag.Ein junger Mann wird von seiner Familie, die ihm Großes zutraut, zum Studium nach Rom geschickt. Zunächst fühlt er sich dort gut, beginnt sein Studium und kommt gut voran. Aber dann merkt er immer mehr, dass das völlig sittenlose Leben in der Stadt ihn anwidert und er kaum noch Menschen findet, die mit ihm ein einfaches christliches Leben führen wollen.Zunächst geht er dann, sehr zum Leidwesen seiner Familie, für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco. Sein damals erstaunlich konsequent christliches Leben zieht viele junge Leute an, und er gründet zwölf kleine Klöster für sie. 529 siedelt er nach Monte Cassino um, das schon bald zum Zentrum des Mönchtums und der religiösen Kultur wird.Dort schreibt er seine Klosterregel, in der er die beste monastische Überlieferung des Ostens und des Westens zusammenfasst. Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und eine reiche geistliche Erfahrung verliehen ihm die Güte und Weisheit, die auch seine Regel auszeichnen.Da heißt es zum Beispiel: „Wenn wir Psalmen singen, dann soll unser Herz mit dem gesungenen Wort zusammenklingen.“ Also nicht der schöne Klang ist wichtig, wenn unser Herz weit davon weg ist, was wir singen oder beten. Oder: „Keiner soll nach dem eigenen Nutzen streben, vielmehr soll jeder auf das bedacht sein, was für den andern gut ist.“Das klingt also seit eineinhalb Jahrtausenden wie die Mahnung John F. Kennedys aus dem Anfang der 1960er Jahre: „Frag nicht, was der Staat für Dich tun kann, sondern was Du für den Staat tun kannst. Diese uralte Klosterregel ist so klug und weise, dass sie seit 1500 Jahren Bestand hat und Zehntausende von Mönchen und Nonnen nach ihr leben. Klugheit und Maß sind auch heute Wertmaßstäbe, die das Leben der Einzelnen, aber auch der Gemeinschaften bestimmen können. Und es hat nichts von seiner Aktualität verloren.Und weil dieser junge Mann, den man später Benedikt von Nursia nennen wird, in der Nachfolge Jesu zunächst aus der verheißungsvollen Stadt und der Universitätskarriere flieht und in für ihn richtiger christlicher Weise leben will, zieht er so viele Menschen in seinen Bann, dass er und seine Brüder den christlichen Glauben, Kunst und Kultur Europas prägen und beeinflussen werden und er so von Pius XII. zum „Vater Europas“, von Paul VI. zum „Schutzpatron Europas“ erklärt wird. Das ist doch mal eine Karriere.
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Die Einladung einer Akademie zu zwei neuen Veranstaltungen beginnt mit einer interessanten Frage: Was macht ein gutes Leben aus? Stil, Haltung, Orientierung – und die Fähigkeit, sich immer wieder neu auszurichten? Das kann wahrscheinlich jede von uns von Herzen bejahen.Und in einem der Seminare geht es um das Verhältnis von Gutem und Schönem. Sind Stil, Etikette und Eleganz bloße Äußerlichkeiten – oder Ausdruck von Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung?Das ist tatsächlich sehr bedenkenswert und lässt nachdenken über die Art und Weise unseres Lebens im Hier und Jetzt. Im täglichen Social Media-Wahnsinn merken viele Menschen, dass genau das vielen Leuten fehlt. Da gibt es unendlich viel Respektlosigkeiten, Hass, Häme und Hetze und man fragt besorgt, was diesen Menschen fehlt, dass sie so geworden sind und so häufig aggressiv und feindlich auf Kleinigkeiten reagieren. Respekt, Aufmerksamkeit und Haltung gegenüber jedermann zeigt nämlich auch heute Wirkung und bremst nicht selten eine bösartige Welle und der berühmte Shistorm bricht ein.Aber die Frage nach dem, was Haltung und Orientierung für ein Leben bedeuten, sind nicht neu. Im Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom heißt es:„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Und wer Christus so dient, wird von Gott anerkannt und ist bei den Menschen geachtet. Lasst uns also nach dem streben, was zum Frieden und zum Aufbau (der Gemeinde) beiträgt.“Essen und Trinken sind notwendig zum Leben, aber es geht um viel mehr. Es geht um die Art und Weise des Zusammenlebens im persönlichen familiären Umfeld und im sozialen Raum, der uns umgibt. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist sind hier die Orientierungspunkte, die Paulus der Gemeinde geben möchte. Und die Aufforderung danach zu streben, was zum Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt, bleibt Auftrag und Aufgabe für jeden von uns.
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Heute hat ein Bruder von mir Namenstag, vier Tage später Geburtstag, meine Nichte im August, meine Schwägerin im Oktober, meine Ex-Schwägerin im September, mein Neffe im Dezember und so weiter und so fort. In der Herkunftsfamilie an Geburts- und Namenstage denken und die anderen erinnern, war früher immer der Job meiner Mutter. Wir haben es immer ein bisschen belächelt und uns am Ende doch gefreut, wenn von allen Seiten und von allen weiter verstreut lebenden Familienmitgliedern Glückwünsche eingetrudelt sind. jetzt bin ich die Älteste in der Sippe und ich habe es gerne übernommen, zu erinnern und zu gratulieren. Klar, es gibt eine Familien-Whatsapp-Gruppe und da kann man schnell etwas reinsetzen, ein paar passende Emojis dazu, absenden und fertig. Aber man kann auch, ein bisschen Old Fashion, einen Brief schreiben oder Anrufen, irgendwann am Abend. Ich persönlich finde zugeschriebene Worte auf Postkarten oder Briefen wirklich schön und ich kann sie auf den Schreibtisch stellen, immer mal wieder lesen und mich freuen. So ähnlich sagt es in einer Tageslesung der Prophet Jeremia: "Kamen Worte von Dir, Gott, so verschlang ich sie; Dein Wort war mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir ausgerufen, Herr, Gott der Heere."Manchmal ist es so, dass mir ein Wort aus den vielen biblischen Worten, die wir jeden Tag lesen oder hören, tatsächlich hängenbleibt und ich es in mir bewegen und immer wieder von den verschiedenen Seiten anschauen kann. Und dann wird es handfest und ich kann es im Tag nutzen oder es fordert mich heraus oder es erfreut mir einfach einen nicht so tollen Tag. Aber dafür muss ich mich wirklich mühen und jeden Tag dranbleiben. Es ist nicht das Dessert oder die Erdbeersauce über den Tag ausgeschüttet, sondern schon energische Arbeit für Verstand, Geist und Seele. Aber dann ist es auch nahrhaftes Schwarzbrot, das man kauen muss und das dann auch sättigt. Schreiben wir also weiterhin Gratulationen, die den Empfänger erfreuen, und lesen wir in der Heiligen Schrift die Worte, die uns zum Leben helfen wollen.
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Luca, Levi, Noelle, Tim, Jannis, Manuel, Philipp, Florian, Alexander, Lukas, Jihan, Joleen, Anton. Diese 13 Kinder und Jugendlichen sind in den vergangenen 12 Monaten im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe gestorben. Am Sonntag war, wie jedes Jahr am ersten Julisonntag, der Gedenktag an diese verstorbenen Kinder und Jugendlichen. "Dein Licht, das bleibt" war die wunderschöne Überschrift über diesem Nachmittag im Garten des Hospizes in Olpe. Vorbereitet waren im Garten Bänke und Sessel mit hellen Hussen, die dem Ganzen einen sehr festlichen Rahmen gegeben haben. Und auf jeder Bank standen kleine Boxen mit Taschentüchern, bereit für die vielen Tränen, die zu einem solchen Erinnern selbstverständlich gehören. Ich fand das so liebevoll und hilfreich und es schuf eine sanfte Geborgenheit bei allem Schmerz um den Tod der geliebten Kinder.Eltern und Geschwister, Mitarbeitende und Ordensschwestern haben zusammen Lieder gehört und gesungen, schöne Texte gelesen und die Namen derer genannt, die als Gäste im Hospiz gewesen waren, manche über viele Jahre immer wieder, manche erst kurz und nur selten. Das Leben der Kinder und Jugendlichen war kürzer, als es normalerweise gehofft war. Aber die Liebe, die sie geschenkt haben, endet nicht mit dem Tod. Sie bleibt, wie eine Kerze, die eine andere entzündet hat. Wie ein Lichtstrahl, der Wärme hinterlässt, so tragen die zurückgebliebenen Eltern, Geschwister und verwandten diese Spuren des Lichtes in sich.Manchmal treten sie hinter dem Schmerz zurück, manchmal zeigen sie sich mitten in der Sehnsucht nach dem, was fehlt. Die Namen der Kinder werden dann auf die Flügel von Windrädern geschrieben und am Ende der Feier zu den anderen in den Garten gestellt. Die Namen der Jugendlichen kommen auf Steine, die dann in einer neu gestalteten Spirale in einem anderen Teil des Gartens ausgelegt werden – von den Eltern oder Geschwistern. Bei der Gedenkfeier gibt es viele Tränen bei allen Beteiligten und tröstende Umarmungen und Küsse und Streicheln. Und danach gibt es, wie immer, eine wunderschöne Kaffeetafel mit allen, einem köstlichen Kuchenbuffet und viele Gespräche und Erinnerungen und viel Lachen und köstliche kleine Geschichten, mit Lachtränen in den Augen, wo vorher noch Tränen der Trauer waren.
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Es ist herrlich sommerlich und warm, aber nicht zu heiß. Aber es ist auch ein bisschen die Luft raus, bei mir und vielen anderen. Irgendwie denken wir mit vielen Menschen in Schuljahren und Ferienzeiten und hoffen auf den Urlaub und sind vorfreudig. Aber es ist noch eine Weile hin und da kommt die Frage auf, was ist denn jetzt noch Schönes, worauf ich mich freuen kann. Und der Blick in den Kalender zeigt da erstaunlich viel: die Wallfahrt nach Werl, das Sommerkonzert unserer Franziskusschule, Wochenendbesuch meines frischverheirateten Neffen mit seiner Frau, eine Einladung zu einem Festabend einer anderen Ordensgemeinschaft im Nachbarstädtchen, das geliebte Schützenfest, das die ganze Stadt in Freudentaumel versetzt, das Finale der Fußball-WM, dass man ohne Herzklopfen schauen und genießen kann, weil die eigene Mannschaft schon raus ist, der 90. Geburtstag einer Bekannten, der Besuch eines guten Freundes nach überstandener Krankheit, das Liborifest in Paderborn und und und.Vorfreude ist etwas Tolles und belebt und macht munter und vital, aber die Gegenwart darüber nicht zu versäumen, ist auch gut. Denn es heißt nicht für umsonst: "Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt – wenn ER kommt."Er, der Herr, wird kommen und es wird Alltag sein oder Sonntag, Festtag oder Ferientag, in Urlaubsvorfreude, schon in den Bergen oder an der See, zu Hause auf Balkonien oder im langweiligem Arbeitsalltag, in der Hitze der Großstadt oder der kühlen Brise über den Feldern. Ist da auch Vorfreude, wenn der Herr kommt? Das ist für viele Menschen ein fremder Gedanke aber für manche ein sehr sehnsuchtsvoller. Bei unseren alten Schwestern höre ich nicht selten: "Es ist jetzt gut. Ich bin bereit. Er kann kommen." – Und dabei sind sie meist sehr zufrieden und in wirklicher Erwartung. Das Jetzt ist gefragt und die Vorfreude. Auf alles.