Hast Du eine Monika in Deinem Bekanntenkreis, oder heißt Du selbst
so? Die Frau mit diesem Namen ist eine der außergewöhnlichen Frauen
in der Kirchengeschichte. Es kommt nämlich nicht sehr häufig vor,
dass im Heiligenkalender an Frauen gedacht, sie geehrt und gefeiert
werden. Und wenn, dann sind es meistens Kaiserinnen und Königinnen,
Ordensgründerinnen oder ähnliches.Heute aber wird an eine Frau
gedacht, die bekannt geworden ist als Mutter des heiligen
Augustinus. Und genau durch ihn und sein Buch der "Confessiones",
der "Bekenntnisse", wissen wir ziemlich viel von ihr. Sie stammt
aus einer christlichen Familie, heiratet und hat drei Kinder. Aber
sie leidet sehr an ihrem Mann, der als jähzornig, unbeherrscht und
regelmäßig Ehebruch begehend geschildert wird. Aber sie gibt ihn
nicht auf und davon ist er so beeindruckt, dass er sich kurz vor
seinem Tod bekehrt.Bei ihrem Sohn Augustinus war es so ähnlich. Ihm
war in seinen wilden Jahren, als er sich vom katholischen Glauben
abgewandt, eine Konkubine und mit ihr ein Kind hatte und nichts
mehr von seiner Mutter wissen wollte, schon klar, dass sie ihn
nicht verloren geben würde. Er wird später schreiben: "Sie weinte
um mich mehr, als andere Mütter um ihre toten Kinder weinen."Er
spürt, dass es ihr um seine unsterbliche Seele ging und sie mit
Gott um ihn rang mit Glauben, Vertrauen und vielen Gebeten. Er sagt
später, dass seine Mutter das geistige Rückgrat seiner Entwicklung
war. Sie wusste, dass nicht Zwang und Belehrung, sondern Liebe,
Gebet, Ausdauer und Geduld die wirksameren Mittel waren. Inständig
und ausdauernd bestürmte Monika Gott in Gebeten, ihr Sohn möge zum
Glauben finden. Und sie erlebt es noch. Ein halbes Jahr vor ihrem
Tod wird Augustinus in der Osternacht 387 im Dom von Mailand von
Bischof Ambrosius getauft, jener Ambrosius, der ihr einmal gesagt
hatte: "Ein Kind so vieler Tränen kann nicht verloren gehen." Und
so wurde es. Aus diesem Sohn, um dessen Leben und Glauben sie so
beharrlich gerungen hatte, wurde einer der größten Theologen der
Kirchengeschichte.Ich kenne viele Mütter, die über die Wege ihrer
Kinder nicht begeistert sind und auch darunter leiden. Und den
meisten geht es wie Monika: Sie werden diese Kinder nicht aus ihrem
Herzen reißen, sondern bleiben ihnen immer nahe, oft viele
schwierige Jahre lang in Geduld und Ausdauer. Und manche beten
genau für diese Kinder mehr als für alles andere. Das beeindruckt
mich immer wieder sehr.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.