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  4. Ein Gott, der berührt
In den Sommerferien mache ich oft Dinge, zu denen ich sonst nie
komme. Zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt. Ich bin da
wirklich schlecht drin. Ich vergesse es. Ich ignoriere es. Und
manchmal will ich vielleicht auch einfach gar nicht wissen, ob da
irgendwas in mir schlummert. Und ehrlich gesagt sitze ich auch
einfach unfassbar ungern in Wartezimmern. Vielleicht kennst du das
ja? Es ist gar nicht die Langeweile. Die kriegt man heute mit dem
Smartphone sowieso besser rum als früher mit den abgegriffenen
Zeitschriften auf dem Tisch. Es ist eher dieses Gefühl von:
Hoffentlich steckt man sich hier nicht mit irgendwas an. Genau aus
dem Grund fällt es mir manchmal auch schwer, in Krankenhäuser zu
gehen. Für mich sind das oft Orte potenzieller Ansteckung. Wie
widersprüchlich eigentlich. Ich gehe ungern zur Vorsorge und habe
gleichzeitig Angst, mich anzustecken. Und vielleicht steckt
darin etwas Größeres. Denn Krankheit macht oft einsam. Krankheit
grenzt aus. Das merke ich auch in der Schule. Wenn Lernende länger
krank waren und zurückkommen, dann sind sie oft erstmal "die, die
lange weg waren". Man ist rausgefallen. Man muss wieder Anschluss
finden.  Und ich merke diese Berührungsängste auch bei mir
selbst. Wenn ich im Wartezimmer unruhig auf meinem Stuhl hin und
her rutsche. Oder wenn ich manchmal gar nicht möchte, dass andere
merken, dass es mir vielleicht selbst nicht gut
geht. Krankheit schafft Distanz. Zwischen Menschen. Zwischen
dem, was man zeigen will, und dem, was wirklich ist. Und genau
deshalb berührt mich Jesus an dieser Stelle so sehr. Denn Jesus
hatte diese Berührungsängste nicht. Er hat Menschen berührt, die
längst ausgeschlossen waren. Menschen, denen andere lieber aus dem
Weg gegangen sind. Kranke Menschen. Einsame Menschen. Menschen, die
niemand mehr anfassen wollte. Und genau dort beginnt plötzlich
wieder Beziehung. Ich glaube, das ist eines der größten
Wunder: Dass Gott keine Angst vor Nähe hat. Keine Angst vor dem,
was verletzt, krank oder zerbrochen ist. Gott hält Abstand nicht
aus, sondern überwindet ihn.
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„Ein Gott, der berührt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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