Herzlich willkommen zum Gebet am Montag. Ich habe im Urlaub
ein dickes Buch zum größten Teil, und hier zu Hause dann zu Ende
gelesen. Es geht in diesem historischen Roman um den
Dreikönigsschrein im Kölner Dom und seinen Erschaffer, einen
Goldschmied aus Frankreich. Diese Geschichte hat mich entführt
in die Zeit des 12. Jahrhunderts und das Leben in Köln und in
Mitteleuropa damals, um viele echte handelnde und natürlich viele
erdachte Personen dazu. Und die Zeitläufe damals waren
verwirrend und zum Teil verstörend, geprägt von Kriegen und
Feldzügen, von Machtspielen zwischen Erzbischöfen, Kaisern, Königen
und Päpsten, zwischen Getreuen und Willkürlichen, zwischen Leben
und Überleben, zwischen äußerer Frömmigkeit und wirklichem Glauben,
zwischen Mord und Totschlag, zwischen Krankheiten und Katastrophen
und Festen und Feierlichkeiten. Unglaublich vielfältig und
atemlos scheinend. Und dazwischen dieser Goldschmied, der
seinen Auftrag, diesen Dreikönigsschrein zu erschaffen, immer treu
bleibt und mit vielen Stellen aus der Bibel seine Wahl der Personen
belegt und immer wieder verteidigt, die auf den verschiedenen
Seiten des Schreins erstehen sollen. Und an seinem Auftrag
entlang erlebt er seinen Glauben und sein Zweifeln, wenn seine
Frauen und Kinder ihn und seinen Glauben immer wieder auf die Probe
stellen und er manchmal nicht mehr weiß, was wirklich gut und
richtig ist. Und immer zwischendurch ist es mir
leichtgefallen, Vergleiche zu ziehen zu heute und unserem Leben
hier. In vielem, was wir tun und woran wir engagiert arbeiten,
gibt es immer wieder Anfragen und Gegenwind und Unterstützung und
Hilfe und immer wieder frage ich mich selbst an, wo und wie da
meine Position ist. So ist Leben eben.Paulus schreibt in
seinem Brief an die Gemeinde in Korinth:"Als ich zu euch kam, kam
ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen,
sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte
mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus,
und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in
Furcht, zitternd und bebend zu euch." In Schwäche und Furcht,
schreibt er, also nicht als Besserwisser und Alleskönner will er
sein Zeugnis für Gott verbreiten und Christus verkünden. Das
kommt dem Hauptdarsteller in meinem Buch und auch meinem und Deinem
Verständnis von Leben aus dem Glauben wahrscheinlich ziemlich nahe.
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