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Herzlich willkommen zum Gebet am Freitag. Ich weiß ja nicht,
wie es Dir geht, wenn Du Lebensbeschreibungen von bedeutenden
Menschen liest oder Podcasts darüber hörst. Ich bin oft völlig
erschlagen von all dem Vielen, was Menschen in ihrem Leben
geleistet, geschrieben, erkannt und gelehrt haben, und frage mich
immer, wie das in ein einzelnes Leben passt. So geht mir das auch
mit dem Heiligen Augustinus, an den wir heute
denken. Überliefert sind von ihm fast 1000 seiner Predigten,
113 Bücher und 218 Briefe. Aber es gibt einen Ausschnitt aus einem
Vortrag und eine Geschichte über ihn, die Dir und mir vielleicht
helfen, einen guten Start in diesen Tag zu schaffen. Und was
bei mir manchmal hängenbleibt von einer Predigt, einem Vortrag,
einem Artikel oder einem Buch, sind oftmals eher diese kurzen,
bedeutenden Geschichten oder Begebenheiten. Und die vielleicht
bekannteste kleine Story über den großen Augustinus geht
so: Eine der zahlreichen Legenden erzählt, wie Augustinus am
Strand des Meeres spazieren geht und in tiefes Nachdenken versunken
einen kleinen Jungen sah, der mit einer Muschel Wasser schöpfte und
in eine Sandgrube goss. Auf die Frage, was er denn da tue,
antwortete das Kind: "Dasselbe, was du tust! Du willst die
Unergründlichkeit Gottes mit deinen Gedanken ausschöpfen – ich
versuche, das Meer auszuschöpfen!" Da wurde ihm klar, dass das
unmöglich ist. Und dann spricht Augustinus von sich und seinen
alltäglichen Aufgaben im Sermon 340, 3: "Unruhestifter
zurechtweisen, Kleinmütige trösten, sich der Schwachen annehmen,
Gegner widerlegen, sich vor Nachstellungen hüten, Träge
wachrütteln, Händesuchende zurückhalten, Eingebildeten den rechten
Platz anweisen, Streitende besänftigen, Unwissende belehren, Armen
helfen, Unterdrückte befreien, Gute ermutigen, Böse ertragen, und –
ach – alle lieben!" Das ist Programm für mehr als einen Tag,
eine Woche, ein Jahr, für jeden Christen.
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„"Alle lieben"“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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