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Episoden

11 Minuten
Katharina Sichla wollte nicht schon immer Journalistin werden. Nach einem begonnenen Jurastudium und dem Wechsel zur Germanistik führten sie Praktika und erste Erfahrungen schließlich zum Radio – und dort war sie sofort begeistert. „Das ist immer noch mein liebstes Medium. Da hängt mein Herz dran.“ Bis heute fasziniert sie am Journalismus, dass man immer wieder neuen Menschen und Themen begegnet und dadurch selbst neue Perspektiven gewinnt. Zwei besonders bewegende Begegnungen haben sie dabei geprägt: mit einer jungen Palliativpatientin und mit einer Mutter, die nach dem Unfalltod ihrer Tochter dem Unfallverursacher vergeben hat.Im Bibeltext von heute geht es schließlich um Jesu Wort mit Vollmacht. Für Katharina bedeutet diese Vollmacht vor allem Überzeugungskraft: Worte können etwas in Menschen bewegen und sogar befreiend wirken – etwa wenn Leistungsdruck und die Angst, nicht gut genug zu sein, einen Menschen belasten. Entscheidend ist für sie dabei, dass Wort und Tat übereinstimmen.Neugierig geworden? Dann Reinhören in „Blick in die Bibel“!Aus dem Lukasevangelium:Jesus ging hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte die Menschen am Sabbat. Sie waren sehr betroffen von seiner Lehre, denn er redete mit göttlicher Vollmacht. In der Synagoge saß ein Mann, der von einem Dämon, einem unreinen Geist, besessen war. Der begann laut zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der Dämon warf den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen. Da waren alle erstaunt und erschrocken, und einer fragte den andern: Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern, und sie fliegen. Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend. (Lk 4,31-37)( Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebie
5 Minuten
Heute ist der erste September. Eigentlich ein normales Datum. Eigentlich.  Aber ehrlicherweise verbinde ich und viele Menschen hierzulande dieses Datum eher mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939. Das Datum ist eingebrannt in unsere Geschichte und in unser einzelnes und kollektives Gedächtnis. Seit den 50er Jahren ist er Antikriegstag und in den 2000ern hatte man das Gefühl, eine breite Friedenspolitik in Europa wird den Frieden auf lange Zeit sichern. Leider wissen wir seit den russischen Überfällen auf die Krim und die Ukraine, dass der Krieg wieder da ist und die Bedrohung wieder näher rückt. Eine wirkliche Friedenspolitik scheint nicht mehr möglich, wenn ein Aggressor nur durch militärische Gegenmacht aufzuhalten ist. Das ist echt entmutigend. Die Botschaft des Papstes zum kommenden Weltfriedenstag lädt die Menschheit dazu ein, die Logik von Gewalt und Krieg abzulehnen und sich für einen echten Frieden einzusetzen, der auf Liebe und Gerechtigkeit basiert. Jeden Tag werden Menschen in Kriegen und Bürgerkriegen verletzt oder getötet. Jeden Tag sterben Menschen an Hunger und Not oder auf der Flucht, verursacht durch Kriege und bewaffnete Gewalt.Viele mühen sich, wenigstens eine Waffenruhe herbeizuführen, eine Basis zu finden, auf der eine friedlichere Zukunft vor Ort aufgebaut werden kann. Oft, viel zu oft, scheint dies völlig nutzlos zu sein. Unsicherheit macht sich breit, Angst. „Was ist zu tun? Ist auch der Friede bei uns bedroht?“, fragen sich viele Menschen.Mitten hinein in diese Situation ruft Papst Leo uns die Friedensbotschaft 2026 zu: „Friede sei mit euch“. So lautet der erste Teil der Botschaft. Zunächst denkt man dann: Diese Botschaft klingt so weit, so wenig spektakulär. Aber die Botschaft geht weiter: „... auf dem Weg zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“.Mit dem Geschenk des göttlichen Friedens, der auf Gerechtigkeit und Liebe aufbaut, ausgestattet, bin ich aufgefordert, mich auf den Weg zu machen – unbewaffnet, aber nicht hilflos und mit einem klaren Auftrag: für den entwaffnenden Frieden einzutreten und das meinige dafür zu tun, dass er Wirklichkeit werden kann: in Worten und Umgangsformen und in Taten, die friedlich und entgegenkommend sind, ohne Hass und Hetze. 
4 Minuten
Herzlich willkommen zum Gebet am Montag. Ich habe im Urlaub ein dickes Buch zum größten Teil, und hier zu Hause dann zu Ende gelesen. Es geht in diesem historischen Roman um den Dreikönigsschrein im Kölner Dom und seinen Erschaffer, einen Goldschmied aus Frankreich. Diese Geschichte hat mich entführt in die Zeit des 12. Jahrhunderts und das Leben in Köln und in Mitteleuropa damals, um viele echte handelnde und natürlich viele erdachte Personen dazu. Und die Zeitläufe damals waren verwirrend und zum Teil verstörend, geprägt von Kriegen und Feldzügen, von Machtspielen zwischen Erzbischöfen, Kaisern, Königen und Päpsten, zwischen Getreuen und Willkürlichen, zwischen Leben und Überleben, zwischen äußerer Frömmigkeit und wirklichem Glauben, zwischen Mord und Totschlag, zwischen Krankheiten und Katastrophen und Festen und Feierlichkeiten. Unglaublich vielfältig und atemlos scheinend. Und dazwischen dieser Goldschmied, der seinen Auftrag, diesen Dreikönigsschrein zu erschaffen, immer treu bleibt und mit vielen Stellen aus der Bibel seine Wahl der Personen belegt und immer wieder verteidigt, die auf den verschiedenen Seiten des Schreins erstehen sollen. Und an seinem Auftrag entlang erlebt er seinen Glauben und sein Zweifeln, wenn seine Frauen und Kinder ihn und seinen Glauben immer wieder auf die Probe stellen und er manchmal nicht mehr weiß, was wirklich gut und richtig ist. Und immer zwischendurch ist es mir leichtgefallen, Vergleiche zu ziehen zu heute und unserem Leben hier. In vielem, was wir tun und woran wir engagiert arbeiten, gibt es immer wieder Anfragen und Gegenwind und Unterstützung und Hilfe und immer wieder frage ich mich selbst an, wo und wie da meine Position ist. So ist Leben eben.Paulus schreibt in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth:"Als ich zu euch kam, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch." In Schwäche und Furcht, schreibt er, also nicht als Besserwisser und Alleskönner will er sein Zeugnis für Gott verbreiten und Christus verkünden. Das kommt dem Hauptdarsteller in meinem Buch und auch meinem und Deinem Verständnis von Leben aus dem Glauben wahrscheinlich ziemlich nahe.
4 Minuten
Aus dem Zusammenhang gerissen, das ist eine der häufigsten Floskeln in hitzigen Diskussionen. Ein Satz, ein Zitat, ein Bild wird rein isoliert betrachtet und verliert dann seine eigentliche Bedeutung. Ähnlich geht es oft mit biblischen Texten. Nehmen wir die Geschichte von Martha und Maria: Schnell liest man sie als Gegenüberstellung: aktiv sein oder zuhören, helfen oder einfach da sitzen. Und sofort scheint Maria die Bessere zu sein. Martha bekommt nur noch eine Belehrung ab. Doch, das greift etwas kurz. Die Erzählung gehört in einen größeren Zusammenhang. Lukas schreibt direkt davor: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst." Zwei Geschichten folgen darauf: der barmherzige Samariter, ein Bild für gelebte Nächstenliebe, und Maria, die Jesus zuhört, ein Bild für gelebte Gottesliebe. Erst im Zusammenspiel wird deutlich: Wahre Liebe zu Gott lebt beides. Wahre Liebe zu den Menschen lebt beides. Martha steht für uns alle, die wir engagiert, pflichtbewusst und hilfsbereit sind, aber innerlich zerrissen, überfordert, hin- und hergerissen von Sorgen. Ihre Liebe ist echt, aber sie verliert das Wesentliche aus den Augen. Jesus ruft sie nicht zur Untätigkeit auf, sondern zur Neuordnung: Sorge nicht zuerst um das Viele, sondern nimm dir Zeit für das Eine.  Maria dagegen zeigt uns: Hören ist der Ursprung der Liebe. Sie setzt sich zu Jesus. Damals ein Platz für männliche Schüler. Und wählt den guten Teil nicht, weil sie besser ist, sondern weil ihre Haltung zeigt, wo alles beginnt: in der Beziehung zu Gott. Wer die Geschichte von Martha und Maria nur isoliert liest, übersieht leicht ihren Sinn. Es geht nicht um ein Gegeneinander von Maria und Martha. Es geht darum, die rechte Ordnung zu finden. Aus der Gottesliebe erwächst die Nächstenliebe. Aus dem Hören wächst das Handeln. Wenn wir das im Blick behalten, dann gerät unsere Liebe nicht in Vergessenheit, dann wird sie ganz, ganz wie das Bild, das Jesus uns vorlebt: Gottesliebe, die uns Nächstenliebe möglich macht, und Nächstenliebe, die uns an die Liebe zu Gott erinnert.
4 Minuten
Heute denkt die Kirche an die Enthauptung Johannes des Täufers, etwas platt gesagt könnte man sagen, er ist Opfer einer öffentlichen Bloßstellung geworden, eines Shitstorms, vielleicht nicht mit Social Media, aber dennoch in der Öffentlichkeit bloßgestellt.Manchmal werden Menschen bloßgestellt, öffentlich und vermittelt heute eben in Shitstorms, vor allem in Social Media. Und ich erlebe es als Hochschullehrer auch manchmal an der Uni. Da stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit den scheinbaren Fehlern anderer um? Im Evangelium sehen wir Jesus in genau so einem Moment. Die Pharisäer bringen eine Frau zu ihm. Sie soll bloßgestellt werden. Gesetz oder Gnade, Prinzip oder Mitgefühl, sie wollen ihn in eine Falle locken. Doch Jesus reagiert mal wieder anders. Er schreibt auf den Boden. Er schaut nicht direkt in die Gesichter der Ankläger, sondern er wendet sich dem Boden zu. Manchmal ist es klüger, nicht sofort auf Provokationen zu reagieren. Distanz kann helfen, klar zu bleiben. Wie bei einer beleidigenden Nachricht in einer WhatsApp-Gruppe: sofort antworten oder erst einmal durchatmen? Dann spricht er den berühmten Satz: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Dieser Satz enthüllt die Heuchelei, ruft zur Selbstreflexion auf, nicht zur schnellen Verurteilung. Wer ist schon perfekt? Fehler in Prüfungen, kleine Schwächen, Missverständnisse. Jeder kennt das. Und dann die befreiende Gnade: Die Ankläger gehen, aber Jesus bleibt. Er vergibt. Er gibt eine Chance. Nicht die Sünde zu ignorieren, sondern: Du bist nicht nur definiert durch deine Fehler. „Geh und sündige nicht mehr“, sagt er. Gnade und Verantwortung gehen bei ihm Hand in Hand. Was bedeutet das für uns heute? In Freundschaften, in der Familie, im Studium, auf der Arbeit: Urteilen wir zu schnell oder erlauben wir Neuanfänge für andere und vielleicht sogar für uns selbst? Es ist eine Anleitung zu unserem Lebensstil der Gnade: nicht wegsehen, nicht alles entschuldigen, aber Zeit nehmen, zu verstehen, zu helfen, Mut zu machen – mit Barmherzigkeit und Gerechtigkeit.
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Über diesen Podcast

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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