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Episoden
01.03.2026
4 Minuten
Heute ist der meteorologische Beginn des Frühlings. Was für ein
schöner Tag hoffentlich! Frühling, das ist eine Zeit, in der das
Leben erwacht. Etwas theologisch gesprochen könnte man sagen, der
Frühling ist die Zeit der Hoffnung. Ostern ist ja auch nicht mehr
ganz so weit weg, das große Fest der Hoffnung.Aber manchmal fragt
man sich: Warum hat Gott eigentlich seine Hoffnung auf uns Menschen
gesetzt? Und dann verlieren wir vielleicht sogar selbst irgendwie
die Hoffnung, gerade in Zeiten des Krieges, des Unfriedens, der
Gewalt. Es ist leicht, verzweifelt zu sein, unzufrieden,
hoffnungslos. Zum Glück sind wir damit nicht ganz allein.Die
Heilige Schrift ist voller Geschichten, in denen die Menschen die
Hoffnungen verlieren, aber vor allem sie auch wiederfinden. Der
Prophet Ezechiel etwa erlebt das Exil. Israel ist nach Babylon
verschleppt, in Sklavenarbeit gezwungen. Er sagt: Ausgetrocknet
sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind
verloren. Furcht lähmt. Hoffnung ist mehr als ein Gefühl in einer
einzelnen Situation. Hoffnung ist eine Haltung, eine innere
Ausrichtung auf Gott. Sie bringt uns in Bewegung, sie lässt uns
auftauchen, sie lässt uns uns selber finden und vor allem eins,
etwas Neues wagen.Hoffnung kommt vom mittelhochdeutschen Wort
„hopen“, unruhig sein, zappeln. Hoffnung bewegt uns, Hoffnung ist
eine positive Erwartungshaltung, eine handlungsleitende Ausrichtung
für die Zukunft. Das wünsche ich uns allen für diesen heutigen Tag,
zu entdecken, was unsere Hoffnung wachsen lässt.Der meteorologische
Frühling erinnert uns daran: Es wird wieder mehr Licht werden. Und
Jesus selbst sagt: Ich bin das Licht der Welt. Licht am Ende des
Tunnels, Licht, das alles Wachstum des Frühlings ermöglicht. Neues
Leben kann entstehen. Und das wissen wir: Alles Wachtstum lässt uns
hoffen.
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28.02.2026
4 Minuten
Die Olympischen Spiele sind jetzt gerade frisch vorbei. Die
Winter-Olympiade hat viele Menschen begeistert. Manch einer hat
sich vielleicht gefragt: Wie kommt man eigentlich ins
Eishockey-Team? Wie wird man Teil einer Mannschaft? Und wir alle,
fürchte ich, kennen die Situation, wie das so ist in der Schule. Da
wird einer vom Lehrer, von der Lehrerin ausgewählt und muss dann
ein Team zusammenstellen. Wer bringt eigentlich Stärke, Können oder
Ehrgeiz mit? Solche Fragen kennen wir alle. Und nicht nur im Sport,
sondern auch im Beruf, im Alltag. Oft neigen wir dann dazu,
Perfektion zu erwarten und Schwächen zu vermeiden.Wie hat
eigentlich Jesus sein Team zusammengestellt? Er wählte zwölf
Menschen aus, keine Helden ohne Fehler, sondern ganz normale
Menschen mit Stärken und Schwächen. Einer wird ihn verraten, einer
verleugnen, zwei waren ehrgeizig, andere eher still. Thomas war der
große Zweifler, unzulängliche Menschen, genau wie du und wie ich,
wie wir. Und doch waren sie Jünger, weil sie Zusammenhalt,
Vertrauen und Bereitschaft machten, und das war wichtiger als
Perfektion.Der Kabarettist Hans-Dieter Hüsch hat es einmal so auf
den Punkt gebracht: Zur menschlichen Würde gehört das
Unvollkommene. Ich bitte die Menschen, sich dies zu erhalten. Diese
weltliche Perspektive trifft ins Herz jeder Gemeinschaft und sollte
auch in das Herz von uns Christen treffen. Paulus erinnert uns
daran: Einer trage des Anderen Last.Verantwortung teilen, einander
stützen, Fehler eingestehen, neu beginnen, das macht Gemeinschaft
lebendig. Und das ist unser Team. Am Ende zählt nicht unsere
Perfektion, sondern unser Zusammenhalt. Unzulängliche Menschen
können gemeinsam unglaublich stark sein. Das ist die Kraft der
Gemeinschaft, die wir in unseren Gemeinden, in unseren Kirchen und
überall erleben können, getragen von Vertrauen, Respekt und der
Bereitschaft, füreinander da zu sein.Dass auch ihr diese Erfahrung
heute macht, wenn ihr im großen Team des Lebens mitspielt, das
wünscht euch euer Stefan Wißkirchen, Hochschulpfarrer in
Düsseldorf.
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27.02.2026
4 Minuten
Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Emsland, nach dem Abitur
Eintritt in den Orden der Herz-Jesu-Priester, Studium der Theologie
in Freiburg und Romanistik in Paris, 1987 Priesterweihe, weiteres
Studium der Französischen Philosophie in Rom, Promotion mit einer
Arbeit zur Mystik. Dann Lehramtsstudium für Geschichte und
anschließend Staatsexamen, einige Monate Seelsorger in einer
Einrichtung für behinderte Menschen in Toronto, zwei Jahre
Schulseelsorger und Lehrer an einem Gymnasium, dann ein Jahr lang
in den USA Lehrer an einer Highschol in der Bronx in New York und
dann Schulleiter am ordenseigenen Gymnasium in Landrup im Emsland,
2007 Provinzial der deutschen Ordensprovinz seiner Gemeinschaft und
2015 zum Generaloberen der weltweiten Gemeinschaft gewählt, seit
2018 Bischof von Hildesheim, seit 24. Februar neugewählter
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Er spricht mehrere
Sprachen fließend und ist als Ordensmann weltweit vernetzt.Wenn ich
das so kurz erzähle, dann merke ich, wieviel Leben in diesem Leben
ist und wie viele unterschiedliche Lebens- und Erfahrungsräume
dieser neue Vorsitzende Dr. Heiner Wilmer gelebt und durchschritten
hat. Und dann sagt er in einem ersten kurzen Statement, die
Katholiken in Deutschland wollten ihre Kirche selbstbewusst und
demütig in eine neue Zeit führen. Es gebe dabei unterschiedliche
Wege, um aus dem Evangelium zu leben, aber man folge Jesus Christus
gemeinsam nach.Die Katholiken im Land bezeichnete er als "das
lebendige Gesicht der Kirche". Gemeinden, Verbände, Caritas,
Schulen und Familien trügen den Glauben. Dieser sei eine Quelle von
Kraft und Weite, verbinde Generationen und öffne Räume der
Hoffnung, so Heiner Wilmer. Er wird in diesen neuen Räumen
moderieren und Brücken bauen, Themen bearbeiten und Konferenzen
leiten, Kompromisse suchen und auch anecken. Und am Ende wird er
daran gemessen, ob er verbindend war und klar und dabei katholisch
– also alles umfassend. Und da steht er nicht allein, das ist
Aufgabe und Auftrag für jeden von uns.
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26.02.2026
4 Minuten
Zurzeit gibt es bei uns in Olpe im Mutterhaus einen Exerzitienkurs
mit Ordensfrauen und anderen Frauen. Im sehr spannenden Thema geht
es um Begegnungen, durch die Neues beginnt. Zum einen geht es um
viele Geschichten und Überlieferungen rund um Franziskus von
Assisi. Dieser Heilige ist auch heute noch so populär, dass selbst
Hunderttausende in diesen Wochen nach Assisi pilgern, um sich
selbst klar zu machen, dass es nicht um alte Knochen geht, sondern
um ein unglaubliches Leben, dass Jahrhunderte geprägt hat.In seinem
Testament hat Franziskus von seinen vielen Begegnungen nur eine
erwähnt und zwar die mit einem Aussätzigen. Früher hat er einen
großen Bogen um diese Kranken gemacht und sich vor Ekel die Augen
und die Nase zugehalten. Und dann einmal haut er nicht ab, sondern
hält an, steigt runter von seinem hohen Ross, schaut dem Mann in
die Augen und umarmt ihn. Und alles, was mir bis dahin bitter war,
wurde mir plötzlich in Süßigkeit verwandelt, wird er später
erklären. Wie das denn? Er hat plötzlich gespürt, dass dieser
kranke, eklig aussehende und stinkende Mensch, ein Geschöpf Gottes
ist, genauso wie er und noch mehr. Er hat plötzlich verstanden,
dass das eine Begegnung mit Gott war. Anders als jemals gedacht.Er
ist nicht in seine sicheren Bubble, nicht in seinem verschlossenen
Weltbild und nicht in seiner sicheren heilen und reinen Umgebung
geblieben. Das Ganze geschah nicht in einem frommen Rahmen, nicht
beim Gebet oder in einer Kirche, nicht bei einem selbst
ausgesuchten Fastenopfer, nicht beim Lesen eines frommen Buches,
bei einem Besinnungswochenende oder beim Studium der Heiligen
Schriften. Nein, diese Begegnung war mitten am Tag, mitten auf der
Straße, mitten in einem verruchten Viertel voller Krankheit und
Not. "Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt", wird
Franziskus später schreiben und wird sein ganzes neues Leben mit
den Armen, den Kranken, den Ausgestoßenen und am Rande lebenden
verbringen und sich um sie kümmern. Begegnungen verändern
manchmal kolossal und für ein ganzes neues Leben. Du und ich haben
so etwas auch schon erlebt. Wahrscheinlich nicht so krass, wie bei
Franziskus. Vielleicht erinnerst Du Dich heute an solche eigenen
Begegnungsgeschichten, oder sie passieren genau heute.
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25.02.2026
4 Minuten
In diesen Tagen der ersten Fastenwoche, gibt es ganz viele Ideen,
worauf man fasten könnte. Da geht es, wie früher, schon mal ums
Autofasten und mit den Öffis zu fahren, um der Umwelt Gutes zu tun.
Da geht es ums Medienfasten, um die Seele und das Hirn wieder frei
zu kriegen vom überbordenden Medienkonsum. Da geht es ums
Jammerfasten, ein Ausdruck, der mir sehr gut gefällt und bedeutet,
die ganzen sieben Wochen mal nicht zu jammern, worüber auch
immer.Sieben Wochen ohne oder sieben Wochen mit waren auch schon
mal dran, um einfach mal anders zu leben und den inneren Focus auf
etwas neues zu legen. Vom verstorbenen Papst Franziskus gibt es ein
paar Vorschläge, worauf ich fasten könnte und dann auch gleich
jeweils einen Tipp, was ich stattdessen tun könnte. Er
schrieb:„Faste auf verletzende Worte und gebe gute Worte
weiter.Faste auf Wut und fülle dich an mit Sanftmut und
Geduld.Faste auf den Egoismus und fülle dich stattdessen mit
Mitleid für den anderen.Faste auf den Mangel an Vergebung und fülle
dich stattdessen mit Versöhnung.Faste auf Unzufriedenheit und werde
voller Dankbarkeit.Faste auf Pessimismus und fülle dich mit
Hoffnung.Faste auf Jammern und fülle dich mit den einfachen Dingen
des Lebens.Faste auf Traurigkeit und Bitterkeit. Fülle dich
stattdessen mit HerzensfreudeFaste auf Sorgen und fülle dich mit
Gottvertrauen.Faste auf Stress und fülle dich mit Gebet.Faste auf
Worte und fülle dich mit Stille und Hören auf Gott.“Soweit Papst
Franziskus. Denn am Ende geht es in unseren Versuchen, etwas in der
Fastenzeit zu tun, immer um die Umkehr: zu mir selbst, zu den
Mitmenschen und zu Gott.
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Über diesen Podcast
Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag
erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren
Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im
Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan
Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.
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