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  4. Im Kleinen zum Segen werden
Ich versuche regelmäßig Blut spenden zu gehen. Das ist mir
irgendwie wichtig. Und ehrlich gesagt fühle ich mich danach immer
ziemlich gut. Klar, ich habe ja auch etwas Gutes getan. Bei
einer meiner ersten Blutspenden bekam ich eine kleine Blechdose mit
Minzbonbons geschenkt. Die Bonbons fand ich toll. Und die Dose
auch. Die passte perfekt vorne ins kleine Ablagefach im Auto unter
dem Radio. Da lag sie dann erstmal ziemlich lange herum.
Irgendwann fiel mir auf, dass auf der Dose ein Bild eingeprägt war.
Erst wirkte das einfach nur rot-orange auf mich. Das fand ich
logisch. Blutspende, DRK – da passten die Farben für mich erstmal
einfach zum Design. Aber als ich genauer hinschaute, erkannte
ich die Szene sofort. Religionslehrerin eben. Es war der
barmherzige Samariter. Ein fremder Mann hilft einem Verletzten, an
dem andere längst vorbeigegangen waren. Er versorgt seine Wunden,
bringt ihn in ein Gasthaus und bezahlt dafür, dass man sich weiter
um ihn kümmert. Dann zieht er weiter. Und irgendwie fand ich den
Vergleich zwischen mir und dem Samariter erstmal fast ein bisschen
drüber. Ich habe doch nur Blut dagelassen. Mehr nicht. Ich
habe noch nicht mal eine besonders seltene Blutgruppe. Ich habe
einfach kurz die Augen zugemacht, als die Nadel kam, und danach
eine Cola getrunken. Ich habe doch eigentlich gar nichts
Besonderes getan. Und trotzdem blieb mir diese Dose lange im Kopf.
Vielleicht, weil sie mich an etwas erinnert hat, das ich selbst oft
vergesse. Wie oft denken wir eigentlich, wir hätten gar nichts
verändert?Dabei wissen wir manchmal überhaupt nicht, was unser
kleines Handeln bei anderen bewirken kann.Dabei reicht manchmal
schon erstaunlich wenig: Ein bisschen Zeit. Ein offenes Ohr. Eine
kleine Geste. Ein paar Worte. Für mich fühlt sich das oft klein an.
Fast unbedeutend. Und vielleicht war es für jemand anderen genau
das, was gefehlt hat. Der barmherzige Samariter macht ja
eigentlich auch nichts Spektakuläres. Er zaubert nicht. Er nimmt
dem Verletzten nicht plötzlich allen Schmerz. Er hilft einfach. So
gut er eben kann. Und dann geht er weiter. Vielleicht liegt genau
darin etwas Segen.Dass Hilfe nicht immer groß sein muss, um etwas
zu verändern. Und dass wir oft gar nicht merken, wo wir anderen
längst zum Segen geworden sind. 
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„Im Kleinen zum Segen werden“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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