Warum machen Berge glücklich, Anna Kuisle?

Warum machen Berge glücklich, Anna Kuisle?

vor 3 Tagen
70 Gäste pro Nacht, Lebensmittel per Helikopter, dazu Dauerstress: Von Juni bis September arbeitet Anna Kuisle als Hüttenwirtin in den Alpen auf fast 3.000 Metern Höhe.
34 Minuten
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Beschreibung

vor 3 Tagen
»Wenn ich morgens aufwache und den Berg sehe, sind diese 30
Sekunden alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast
»Frisch an die Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren
jeden Sommer als Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier
Alpen und versorgt dort mit ihrem Team bis zu 70 Gäste. Die
Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und
befindet sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und
dem Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher
macht die Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen.
Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team
rekrutieren, zusammenstellen und Dienstpläne schreiben,
Lebensmittelbestellungen planen und Helikopterflüge organisieren.
»Über die Saison müssen ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln
bewegt werden. Mit dem Helikopter kann man pro Flug rund 700 Kilo
hochbringen«, erzählt sie. Kuisle ist eigentlich studierte
Bauingenieurin und arbeitet im Winter auch als Verkehrsplanerin im
österreichischen Innsbruck. Nach einigen Jahren im Büro aber fragte
sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es vielleicht noch was
anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer Berghütte zu
arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt sie. Zu
Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch
Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der
Gäste zu Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als
junge deutsche Frau habe sie sich ihren Platz unter den
Einheimischen und in den Alpen erarbeiten müssen. »Da wird man
schon erst mal schief angeschaut«, erzählt sie. Gerade im
hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird schon
anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf
schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig
erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen
werden jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder
vegan«, sagt Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab. Die Arbeit
auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber auch
erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast
ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so
richtig, dass das einfach mein Platz ist.« Im Podcast erzählt Anna
Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der Hütte besser wird, wenn
der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie selbst einmal einen
»Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter regelmäßig zu
ihrer Hütte wandert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer
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