Podcaster
Episoden
10.02.2026
44 Minuten
"In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert
im Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber
nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum
Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich
egal, aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich
faszinierend". Peukert beschloss, sich an einer Flugschule
für die Ausbildung zur Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in
Mathe und Physik sein, eine schnelle Auffassungsgabe haben und sehr
stressresistent sein", erzählt sie. Nach einem komplizierten
Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten Anlauf genommen. Heute ist
sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf als "absoluten
Traumjob". Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den
Globus. Von ihrer Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für
die Lufthansa-Tochter Discover Airlines mit großen
Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas oder Mombasa an. Sie mag
vor allem Flughäfen, die unter Piloten als anspruchsvoll gelten,
weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben oder in
Bergregionen liegen. "In Innsbruck erreichst du die Landebahn
erst nach einer Art geführtem Sturzflug", erzählt sie. Für solche
Herausforderungen brauchen die Pilotinnen und Piloten eine
Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert. Zuerst sei Fliegen aber
eine Teamleistung, sagt sie. Die Flugbegleiterinnen, das
Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im Tower und die Besatzung
im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man muss schon ein
besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das vereint uns
alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr
Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die
meisten nicht drin. Peukert ist manchmal mehrere Tage
hintereinander unterwegs, dafür aber auch mal eine ganze Woche bei
ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für sie
funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es schade, dass sich nur
so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt sie. Im Podcast
erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit dummen
Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und
wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und
-partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen
Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Mehr
27.01.2026
46 Minuten
"Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen",
sagt die Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die
Arbeit. Mit der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5
Millionen Bücher weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit
verbringe sie jetzt mit Fanbetreuung, verrät sie. Katja Brandis ist
ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia Englert. Sie
wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten deutschen
Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane
veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere
Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in
die Kinos. Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für
Jugendliche ab zwölf, den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann
hat sich die Lektorin ein Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser
Katzenjunge, der geht mir nicht aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich
das vielleicht für Kinder ab zehn Jahren machen könnte", erzählt
sie. Daraufhin habe sie den Roman umgeschrieben. "Ich hatte
schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte", sagt
Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir
wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile
Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika
bekommt. "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten.
Es ist wirklich grandios!" Damit die Kinder immer weiter lesen
wollen, optimierte Brandis ihre Art zu schreiben. "Früher habe ich
Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen und das ist eigentlich
blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein Kapitel genau dann
abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können die Kinder die
ganze Nacht unter der Bettdecke lesen." Angefangen zu Schreiben hat
Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14 habe ich drei, vier
Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch nicht
sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen
habe sie sich weiterentwickelt. "Beim Schreiben kann man sich
wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt sie. "Erste Fassungen
dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur denkbaren Fehler schon
mal gemacht, wirklich jeden". Im Podcast erzählt Brandis außerdem,
warum sie Recherchen in der namibischen Wüste und im Regenwald für
unverzichtbar hält, welche Fehler in ihren Büchern sie fuchsig
machen und was für eine Tierwandlerin sie selbst wäre. "Frisch an
die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise
Landschek. Das Team erreichen Sie
unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die
Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden
Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser
Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Mehr
13.01.2026
54 Minuten
"Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man
wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach
außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit.
Als Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er
Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor
Fehlkäufen. Freytag, 41, hat Architektur an der Universität
der Künste studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den
ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise
2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als
Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie
vertrauten auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte
ich so schnell Aufträge bekommen", sagt Freytag. Seinen
Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen
Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und
eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine
Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle
haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen
herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich
gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder
Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen
Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen, die einem
gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen von
Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und
warum. Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche
Intelligenz seine Arbeit verändert, warum er offene Regale in
seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn kreativ machen.
"Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht.
Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise
Landschek. Das Team erreichen Sie
unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über
die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden
Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser
Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Mehr
30.12.2025
45 Minuten
"Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles
zusammen – die Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die
Schlaflosigkeit", sagt Elke Schilling, Gründerin und Vorsitzende
des Senioren-Telefons Silbernetz, im Podcast Frisch an die Arbeit.
"Das kann einem gerade über die Feiertage unglaublich auf die Seele
fallen." Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR
Mathematik studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin
gearbeitet, wurde mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann
eine Karriere in Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für
Frauenfragen in Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und
schließlich Gründerin einer Telefonseelsorge. Der entscheidende
Impuls für das sogenannte Silbernetz kam Schilling durch ein
persönliches Erlebnis: Ein älterer Nachbar verschwand plötzlich aus
ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht in seiner Wohnung, dann
tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter schließlich die Tür öffnen
ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit Wochen tot. Im
Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein".
Und doch sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In
jeder deutschen Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf
diese Weise." 2015 gründete sie deshalb einen Verein und
orientierte sich dabei an einer Idee aus Großbritannien.
Ursprünglich wollte sie eine Hotline für einsame, ältere Menschen
in Berlin erschaffen. Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit
fast 350 Ehrenamtlichen ein Sozialunternehmen mit mehr als 30
Mitarbeitenden. Das Angebot von Silbernetz richtet sich an Menschen
ab 60 Jahren, aber "meine älteste Anruferin war 109 Jahre alt",
erzählt Elke Schilling. Über das Jahr ist das Telefon täglich
zwischen 8 und 22 Uhr zu erreichen, an Weihnachten aber, erzählt
Schilling, sitzen die Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an
den Apparaten. "Die Weihnachtszeit ist unglaublich emotional
aufgeladen", sagt Schilling. "Eigentlich klingelt das Telefon dann
die ganze Zeit. "Eine der Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich
Menschen über 85, die körperlich oft nicht mehr mobil seien und
deren Gesprächskreis dadurch verkleinere: "Je älter man wird und je
mobiler man eingeschränkt ist, desto weniger Kontakte hat man ich –
und desto weniger neue kann man knüpfen." Aber auch pflegende
Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam. "Ihr sozialer
Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person", sagt
Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das
Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre
größte Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor
dem Anruf bei der Großtante drücken. [ANZEIGE] Mehr über die
Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden
Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser
Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Mehr
16.12.2025
44 Minuten
"Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt
die Agrarexpertin Sarah M. Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit.
"Aber wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen
Sorten." Schmidt studierte Biologie und promovierte über
Pflanzenkrankheiten der Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin
der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mit dem
Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung.
"Wir müssen unsere Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt,
Felder wie sie heute existieren, seien für ein Klima gebaut worden,
das es so nicht mehr gibt. "Wenn sich alle so ernähren wie wir in
der westlichen Welt, kann das die Menschheit nicht lange
durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht genug Wasser und zu
viele Böden seien bereits kaputt. "Insgesamt sind es eigentlich nur
20 Nutzpflanzen, die intensiv gezüchtet werden", sagt sie. Ein
Großteil der globalen Ernährung beruhe auf Weizen, Mais und Reis.
Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu 4.000 essbare Pflanzen.
Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in
Monokulturen wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die
Ernährung. Dazu kämen Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe
die Probleme. In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und
ihren Krankheiten forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern
Mangrovenwälder abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze
Felder vom Meer überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt. Insgesamt
überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die
Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme
haben die planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen
überschritten", sagt Schmidt. Im Podcast erzählt Schmidt außerdem,
weshalb Bananen besonders von Pflanzenkrankheiten bedroht sind,
warum Unkraut wie Amaranth und Brennnesseln dringend ein wichtiger
Teil der Ernährung werden sollten und warum schleimig oder bitter
schmeckende Pflanzen in vielen Weltregionen besonders beliebt sind.
[ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und
-partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen
Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Mehr
Tipp der Redaktion
'Frisch an die Arbeit' von Zeit Online ist ein interessanter Podcast, weil er Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen zu Wort kommen lässt. Tätowierer, Bombenentschärfer und Beziehungsretter kommen da zu Wort. Offen sprechen sie über ihre Motivation, Zweifel und Erfahrungen. Statt Karrieren nur zu feiern, zeigt der Podcast, wie Arbeit das Leben prägt – manchmal erfüllt, manchmal erschöpft.
Über diesen Podcast
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel
Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft
und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer
Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten,
testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT:
www.zeit.de/podcast-abo
Kommentare (0)