Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?

Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?

vor 1 Tag
Stepfanie Pfalzer leitet ein Gefängnis in München. Im Podcast erzählt sie, wie sie die Straftäter betreut – und warum einige um Hilfe für ihre Katzen zu Hause bitten.
41 Minuten
0
0 0

Beschreibung

vor 1 Tag
»Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt
Stephanie Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist
stellvertretende Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und
verantwortet unter anderem eine Therapieabteilung für
Sexualstraftäter. Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und
Rechtsphilosophie in Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie
zum Leitungsteam der JVA München. In ihrer Einrichtung sind vor
allem Menschen in Untersuchungshaft untergebracht. Anders als in
einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich,
Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die
meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt
Pfalzer. Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit
einem milderen Urteil davonzukommen. Wenn neue Inhaftierte
ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen. »Manchmal ist
das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand kümmern
muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus
verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn
ein Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden
erklären will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er
arbeite auf einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach
Hause kommen«, sagt Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer
Mitarbeiter das bestätigt. »Aber an Lügen beteiligen wir uns
natürlich nicht«, sagt Pfalzer. Der Alltag in einer
Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys sind nicht
zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss.
Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe
nur bis zu einem bestimmten Wert. »Ich habe aber nie das Gefühl,
dass ich nur Regeln umsetze – ich kann auch viel von meinen
Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit den Jahren habe
sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden Menschen
außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände seien
oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede Tat
eine eigene Entscheidung bleibe. Im Podcast erzählt Stephanie
Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche Gefangene auch eine
Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind und wie
Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten. [ANZEIGE]
Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner
finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser
Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser
Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns
nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4
Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 
15
15
Close