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HUBER Business AI Podcast Archiv

43 Episoden
47 Minuten
Bei ICT-Berufsbildung Schweiz ist KI an Prüfungen zum Teil ausdrücklich erlaubt. Ob jemand eine schriftliche Arbeit selbst verfasst hat, lässt sich heute kaum mehr feststellen. Deshalb verändert sich, wie geprüft wird.

Tobias Habegger leitet die KI-Fachstelle von ICT-Berufsbildung Schweiz. Im Gespräch erklärt er, warum KI-Kompetenz für ihn beim Beurteilen des Outputs beginnt und nicht bei der neusten Prompttechnik. Er spricht darüber, ab wann Kinder KI lernen sollten, und wie KI an den Lernorten der Berufsbildung ankommt. Oft hängt das heute von der einzelnen Lehrperson ab.

Im Zentrum steht das Prüfen. Wo KI erlaubt ist, lösen die Kandidierenden Fälle aus dem Berufsalltag, etwa einen Hackerangriff, bei dem mitten im Fall der CEO einen Bericht verlangt. Danach verteidigen sie ihr Resultat mündlich. Bei der Bewertung kann KI unterstützen, das letzte Wort hat der Mensch. Am Tag der Aufnahme fanden die ersten Prüfungen zum neuen eidgenössischen Fachausweis AI Business Specialist statt. ICT-Berufsbildung Schweiz hat ihn in zwei Jahren entwickelt.

Ein weiteres Thema ist das Tempo. Berufsbilder werden alle fünf Jahre revidiert. Für Tobias ist das zu langsam. Er plädiert für einen permanenten Revisionsmodus und für Handlungskompetenzen, die unabhängig von einzelnen Tools beschrieben sind. Zum Schluss geht es darum, was Firmen anders machen, die mit KI nicht im Pilot stecken bleiben, und wie die Berufsschule in fünf Jahren aussieht.

Zum Gast: Tobias Habegger leitet seit Juli 2025 die KI-Fachstelle von ICT-Berufsbildung Schweiz. Die Fachstelle entwickelt KI-Assistenten für die eigenen Berufsprüfungen, berät Verbände und Bildungsinstitutionen und begleitet Firmen bei der Einführung von KI. Zuvor war er lange im Journalismus und in der Kommunikation tätig.https://www.linkedin.com/in/tobiashabegger/

Gastgeber: Andy Huber. https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

KI-Kompetenz beginnt beim Beurteilen des Outputs. Halluzinationen und Biases zu erkennen ist wichtiger, als jedes neue Tool zu kennen.

Kinder sollen früh für KI sensibilisiert werden. Tobias findet aber, dass sie zuerst die Welt ohne KI erleben sollten.

Wie KI an Berufsschulen eingesetzt wird, hängt heute stark von der einzelnen Lehrperson ab. Verbote bringen wenig, weil die Lernenden KI trotzdem nutzen.

Berufsbilder werden alle fünf Jahre revidiert. Das ist zu langsam. Es braucht laufendes Monitoring und toolunabhängige Handlungskompetenzen.

Wo KI an der Prüfung erlaubt ist, braucht es realitätsnahe Fälle und ein mündliches Gespräch. Dort zeigt sich, was die Person gedacht hat und ob sie die Verantwortung für das Resultat übernimmt.

Es braucht weiterhin Prüfungen ohne KI. Wer kein eigenes Fachwissen hat, kann KI-Resultate nicht beurteilen.

Die spannendsten Anwendungen entstehen aus alltäglichen Reibungsverlusten, selten aus einer grossen KI-Strategie.

Erfolgreiche Firmen starten mit einem konkreten Prozess und einem messbaren Problem. Sie klären Daten, Zugriffe und die menschliche Verantwortung.

Kapitel

00:00 Intro

01:03 KI in Tobis Alltag

03:10 Was die KI-Fachstelle macht

05:29 Wie Tobi am Ball bleibt

06:40 Wissen teilen unter Unternehmen

08:21 KI als Grundkompetenz

09:39 Ab wann Kinder KI lernen sollen

12:31 Was KI mit unserem Denken macht

14:44 KI-Kompetenz in verschiedenen Berufen

16:38 Robotik

20:34 KI an den Lernorten der Berufsbildung

21:43 Wie Berufsschulen mit KI umgehen

23:03 Wenn ChatGPT über die Punktzahl entscheidet

24:45 Orientierung statt Toolfrage

26:47 Warum fünf Jahre zu lang sind

29:18 Politisches Tempo und der neue Fachausweis

31:01 Stabilität oder Tempo

32:32 Prüfen, wenn KI erlaubt ist

33:53 Störungen im Fall und mündliche Verteidigung

34:57 KI bei der Bewertung

37:57 Was Noten über den Unterricht sagen

39:30 Was Tobi zuletzt überrascht hat

40:23 Was erfolgreiche Firmen anders machen

43:18 Die Berufsschule in fünf Jahren

46:07 Verabschiedung
44 Minuten
Bei Victorinox gab es keinen Tag, an dem die Geschäftsleitung KI eingeführt hat. Die Mitarbeitenden haben die Tools zuerst genutzt. Danach brauchte es klare Regeln und eine gemeinsame Plattform.

Benjamin Abbenseth ist einer von 12 bis 14 Transformation Leads, die das Thema aus allen Bereichen ins Unternehmen tragen. Im Gespräch erklärt er, wie dieses cross-funktionale Netzwerk arbeitet und warum sich Victorinox für Copilot als strategische Plattform entschieden hat. Er spricht über AI-Guidelines, über die Ergebnisse einer internen Umfrage und darüber, wie Use Cases zentral gesammelt und nach Machbarkeit, Effizienzgewinn und Skalierbarkeit bewertet werden.

Dazu kommen konkrete Anwendungen. Mit einem Visit Agent spricht der Aussendienst den Besuchsbericht nach dem Kundentermin ein, der Bericht landet danach in Salesforce. Auf den Marktplätzen meldet ein KI-Tool Abweichungen bei den Produktdaten und schlägt Korrekturen vor. Im Marketing übernimmt KI einen Teil der Übersetzungen. Zum Schluss geht es um die Frage, wann ein Agent selbst entscheiden darf und wie Victorinox in zwei Jahren arbeitet.

Zum Gast: Benjamin Abbenseth ist seit acht Jahren bei Victorinox und verantwortet den Third-Party-Online-Bereich mit Marktplätzen wie Galaxus und Amazon sowie reinen Onlinehändlern. https://www.linkedin.com/in/benjamin-abbenseth-b9913710b/

Gastgeber: Andy Huber. Seit über 25 Jahren im B2B. https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting

Takeaways

KI kam bei Victorinox nicht per Beschluss. Die Mitarbeitenden nutzten die Tools zuerst, die Geschäftsleitung setzte danach den Rahmen.

Ein Netzwerk aus 12 bis 14 Transformation Leads trägt die Einführung in alle Bereiche. Sie treffen sich alle sechs Wochen.

Copilot ist die strategische Plattform. Den Ausschlag gaben die bestehende Microsoft-Umgebung und die Sicherheit der Daten.

Hinter jedem Use Case steht ein Business Case. Ein Tool bewertet die Vorschläge und zeigt Doppelspurigkeiten.

Die meisten Use Cases optimieren bestehende Prozesse. Das grössere Potenzial sieht Ben darin, Prozesse neu zu denken.

Ein neuer Prozess muss Zeit sparen und einfach sein. Beim Visit Agent reicht das Smartphone im Auto.

Agenten schlagen heute vor, der Mensch quittiert. Einfache Korrekturen sollen künftig automatisch laufen.

Viele Lösungen entstehen intern. Die Herausforderung ist, die eigenen KI-Expertinnen und -Experten sichtbar zu machen.

Kapitel

00:00 Intro

01:01 KI in Bens Alltag

03:25 Third-Party-Online bei Victorinox

04:33 Social Commerce in Asien

06:42 Wie KI zu Victorinox kam

08:04 Die Einheit Technology and Transformation

09:19 Transformation Leads in allen Bereichen

12:06 Warum Copilot

15:54 Adoption und Weiterbildung

17:04 Was die interne Umfrage zeigt

18:16 Guidelines, AI-Komitee und Fokus der Geschäftsleitung

20:33 Wettbewerbsdruck und Business Case

22:24 Wie Use Cases bewertet werden

23:57 Optimieren oder neu denken

25:05 Übersetzungen und Bilder im Marketing

27:06 Der Visit Agent für den Aussendienst

30:49 Die nächsten Use Cases im Vertrieb

32:27 Marktplatz-Monitoring auf Amazon

34:01 Wann der Agent selbst entscheidet

36:53 Wer die Agenten baut

38:57 Wie Ben am Ball bleibt

40:44 Victorinox in zwei Jahren

43:23 Verabschiedung
54 Minuten
Pascal Willi ist dieses Jahr zum zweiten Mal bei mir. Im Januar war bei Elektro-Material noch offen, was 2026 mit KI passiert. Jetzt zieht er Bilanz.

EM erwirtschaftet über 500 Millionen Franken über die digitalen Kanäle. Copilot bekommt trotzdem nur, wer davon profitiert. Der EM Buddy verarbeitet über 15'000 Kundenfotos pro Jahr, die Nutzung bleibt auf hohem Niveau stabil. Für den Aussendienst wird gerade eine Lösung ausgerollt, mit der Besuchsberichte direkt ins CRM gesprochen werden. Im E-Commerce läuft ein Pilot mit einem KI-Testing-Tool eines Zürcher Anbieters, der aus der Gaming-Industrie kommt. Wer den Namen wissen will, schreibt mir.

Am Schluss geht es um Einkaufsagenten im B2B-Handel und darum, was einen Händler dann noch von anderen unterscheidet.

Zum Gast

Pascal Willi, Leiter Digital und Marketing, Elektro-Material AG.

https://www.linkedin.com/in/pascal-willi/

Gastgeber

Ich bin Andy Huber: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

KI-Lizenzen nach Bedarf vergeben, bei hoher Nutzung wird KI schnell teuer

Eine stabile Nutzung auf hohem Niveau mit wiederkehrenden Kunden ist ein gutes Zeichen

KI kann nur auswerten, was dokumentiert ist, das Wissen des Aussendienstes muss ins System

Ein Besuchsbericht per Sprache dauert zwei, drei Minuten statt einer halben Stunde am Abend

Ohne CRM geht es auch mit Diktierfunktion, Copilot-Agent und Planner

Der Anstoss muss aus dem Business kommen, nicht vom Tool

Je grösser der Druck im Markt, desto eher suchen Unternehmen aktiv nach Lösungen

Kapitel

00:00 Intro

01:29 KI im privaten Alltag

03:04 Was seit Januar passiert ist

05:04 Copilot nur für die, die es brauchen

08:55 EM Buddy und Bilderkennung

15:53 Entlastung für den Aussendienst

17:45 CRM, Trigger und Wissen in Köpfen

23:28 Besuchsbericht per Sprache ins CRM

26:01 Wie das Projekt entstanden ist

28:58 Lösung ohne CRM mit Copilot und Planner

30:54 Prompten per Sprache

34:08 KI-Testing im E-Commerce

39:39 Wie EM den Testing-Partner gefunden hat

41:22 Wie weit ist der B2B-Handel

47:52 Einkaufsagenten und Marktplätze

50:56 GEO und Bots auf dem Webshop

53:14 Abschluss

#KI #B2B #Handel #ElektroMaterial #EMBuddy #Copilot #CRM #Aussendienst #ECommerce #KIAgenten #GEO #Podcast
45 Minuten
Viele Unternehmen setzen KI heute ein, um bestehende Prozesse schneller zu machen. Oliver Engelbrecht sieht darin einen ersten Schritt. Das volle Potenzial liegt für ihn dort, wo Unternehmen ihre Abläufe und ihr Betriebsmodell neu denken. Wer das nicht tut, ist in ein bis zwei Jahren nicht mehr Follower, sondern im Nachteil.

Im Gespräch geht es darum, was dafür vorausgesetzt ist. Oliver spricht über Infrastruktur, Daten und Schnittstellen, über die Rolle der Geschäftsleitung und über den Druck, den Procurement-Outsourcer mit Spar-Garantien auf Einkaufsorganisationen ausüben. Er erklärt, warum er KI als Top-down-Entscheid sieht und weshalb die Investitionsbereitschaft gerade steigt.

Dazu kommt ein konkreter Use Case. Ein Voice-Agent beantwortet Anfragen von Bedarfsträgern und Lieferanten an den Einkauf, angebunden an ERP und Ticket-System. Oliver rechnet vor, was das bei einem Team von 15 Mitarbeitenden ausmacht. Zum Schluss geht es um die Frage, wann Einkaufs- und Verkaufsagenten miteinander verhandeln und wo der Mensch weiterhin entscheidet.

Zum Gast: Oliver Engelbrecht https://www.linkedin.com/in/oliengelbrecht/

Gastgeber: Andy Huber https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting

Takeaways

Das Grundwissen zu KI ist bei vielen angekommen. Der Unterschied entsteht in der Umsetzung im Unternehmen.

Prozessoptimierung bringt erste Effekte. Den grösseren Hebel hat, wer Abläufe und Betriebsmodell neu denkt.

Ohne Infrastruktur bleibt KI ein Werkzeug für Einzelne. Cloud, Schnittstellen und saubere Daten sind die Voraussetzung.

KI ist ein Entscheid der Führung. Es braucht Kapazität, Budget und die Bereitschaft, die eigene Organisation zu hinterfragen.

Der Druck kommt auch von aussen. Procurement-Outsourcer garantieren Einsparungen und zahlen zurück, wenn sie diese nicht erreichen.

Voice AI ist im Einkauf einsetzbar. Anfragen zu Ausschreibungen oder zum Lieferantenprozess lassen sich mit Anbindung an ERP und Ticket-System beantworten.

Agenten verhandeln heute vor allem bei einfachen Kategorien. Bei komplexen Beschaffungen unterstützen sie, ersetzen aber nicht.

Bei Neueinstellungen zählt das Mindset. Gefragt sind Leute, die ihre Kategorie weiterentwickeln wollen und nicht nur abwickeln.

Kapitel

00:00 Intro

01:10 KI in Olivers Alltag

03:22 Von der IT über UBS und SIX zur Big Four

12:20 Der Lehrgang Procurement AI Expert

15:08 Was sich in Schulungen verändert hat

15:52 Optimieren oder neu denken

18:41 Skills, Mindset und junge Talente

19:47 Ist die Infrastruktur bereit?

21:05 KI als Entscheid der Führung

25:21 KI auf Ebene Geschäftsleitung

29:09 Prozesse neu denken statt digitalisieren

29:52 Prozess-Engines und Voice AI im Einkauf

33:32 Schnelle Antworten als Mehrwert

34:18 Mit einem Bot reden?

37:20 Verhandelt bald Agent mit Agent?

40:06 C-Teile und Katalogbestellungen

42:24 Was neue Mitarbeitende im Einkauf mitbringen

44:24 Verabschiedung
44 Minuten
Viele Unternehmen haben Microsoft Copilot getestet und sind zum Schluss gekommen, ChatGPT sei besser. Pascal Brunner-Nikolla kennt diesen Ruf aus über 400 Copilot-Projekten. Er erklärt, wie er entstanden ist und wo Copilot heute im Vergleich steht.

Im Gespräch geht es um die Lücke zwischen gefühlter und belegbarer Produktivität. Viele Mitarbeitende fühlen sich mit KI produktiver, nur ein Teil der Unternehmen kann das auch nachweisen. Pascal erklärt, warum gewonnene Zeit im Arbeitsalltag sofort wieder verschwindet und weshalb der Einstieg über den konkreten Arbeitstag einer Rolle besser funktioniert als ein allgemeiner Überblick.

Dazu kommen Use Cases aus seinen Projekten. Ein Agent durchsucht rund 4'000 Vertragselemente zu Garantieleistungen von Produktionslinien, ein weiterer unterstützt die Unternehmenskommunikation. Pascal spricht auch über Datenhaltung in der Schweiz, über Schatten-AI und darüber, warum die Einstellungen vor dem Start geprüft werden sollten.

Zum Gast: Pascal Brunner-Nikolla, Head of Modern Work bei Campana & Schott Schweiz und Microsoft MVP. Jeden Montag erscheint sein Newsletter «Copilot Your Day».

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Zugang zu den Cheatsheets

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Gastgeber: Andy Huber. https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

Eine Lizenz ist noch keine Nutzung. Wie beim Fitness-Abo im Januar braucht es neue Routinen, damit Copilot im Alltag ankommt.

Persönliche Produktivität ist noch kein Business Impact. Messbaren Nutzen zeigen vor allem Unternehmen, die ihre Prozesse neu denken.

Gewonnene Zeit wird sofort wieder absorbiert. Wer sie für wertschöpfende Aufgaben nutzen will, muss das bewusst planen.

Beim Arbeitstag ansetzen. Wer den Alltag einer Rolle durchgeht und an einzelnen Schritten zeigt, wo Copilot hilft, erreicht die Mitarbeitenden eher.

Die meisten haben kein Modellproblem. Entscheidend ist, wie KI in den Arbeitsalltag integriert wird.

Verbote verschieben das Problem. Ohne gutes internes Angebot laden Mitarbeitende Firmendaten in private Tools hoch.

Vor dem Go-live die Einstellungen prüfen. Ein bis zwei Wochen später starten ist besser, als nachträglich Freigaben korrigieren zu müssen.

Kapitel

00:00 Intro

01:11 KI in Pascals Alltag

02:57 Pascal Brunner-Nikolla und Campana & Schott

03:59 Der Weg zum Copilot-Experten

06:08 Am Ball bleiben bei diesem Tempo

10:04 Was Unternehmen von KI erwarten

14:04 Wenn gewonnene Zeit verpufft

16:53 Daten und Organisation als Fundament

18:26 Ist Copilot schlechter als ChatGPT

21:37 Warum das Modell selten das Problem ist

23:25 Fitness-Abo und AI-Fitness

24:05 Use Cases mit Wirkung

27:16 On-prem, Cloud und Migration

29:46 Datenschutz und Datenhaltung in der Schweiz

31:46 Schatten-AI und KI-Richtlinien

34:33 Überforderte IT und Technical Readiness

36:28 Change und Technik im gleichen Team

38:01 Selber machen oder Unterstützung holen

41:00 Wie wir in zwei Jahren arbeiten

42:43 Verabschiedung
46 Minuten
Faserplast führt mit rund 30 Leuten sechs Geschäftsbereiche, von der Regenwassernutzung über die Wasserschadensanierung bis zur Teichtechnik. CEO Marc Beck erklärt, warum die Digitalisierung dort mit Aufräumen begann. Fast zehn Jahre lang wurden Sortiment, ERP und Stammdaten bereinigt.

Auf dieser Basis entstand die KI-gestützte Artikeleröffnung. Pro Produkt sind fast 300 Felder zu füllen. Irgendwann hatte das Team keine Lust mehr darauf. Heute füllt die KI vieles vorab aus und erstellt einen Marktbericht, bevor ein Artikel aufgenommen wird. Ein Mensch prüft weiterhin.

Marc erzählt, wie aus einer Schnittstellenfrage der eigene Datenhub FAPA Connect wurde und wie Faserplast Restplatten mit KI-Unterstützung in den Online-Shop bringt. Er spricht auch über eine Wissensdatenbank, die nur mit Quellennachweis antworten darf, und über das Risiko, wenn nur noch wenige wissen, wie die selbst gebauten Lösungen funktionieren.

Gast: Marc Beck https://www.linkedin.com/in/marcbeck-faserplast

Host: Andy Huber https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting

Takeaways

Digitalisierung beginnt mit Aufräumen. Sortiment, ERP und Stammdaten zuerst bereinigen. Erst dann bringt KI einen Nutzen.

Datenpflege hört nie auf. Faserplast macht bei jeder physischen Inventur auch eine Dateninventur. Löschen gehört dazu.

Ein hoher Anspruch braucht Unterstützung. Die 300 Felder pro Artikel sind erst wieder machbar, seit die KI vorbefüllt und Regeln direkt bei der Eingabe anzeigt.

Eigene Schnittstellen bringen Tempo. Mit dem eigenen Datenhub ist Faserplast nicht mehr von externen Partnern abhängig.

Die Belegschaft mitnehmen. Eine interne KI-Plattform mit Umfragen und verschiedenen Schulungsformaten verhindert, dass sich das Projektteam von den Mitarbeitenden entfernt.

Gute Ideen kommen vom Kunden. Das Restplatten-Tool entstand aus wiederholten Kundenanfragen nach Reststücken.

Wer selbst baut, muss auch selbst betreiben. Das Wissen über eigene Lösungen darf nicht an einzelnen Personen hängen.

Kapitel

00:00 Intro

00:45 Marc Beck und Faserplast

02:01 Sechs Geschäftsbereiche mit 30 Leuten

04:09 Der Auslöser, aufräumen statt Bazar

06:06 Saubere Stammdaten und die Leute mitnehmen

08:08 Artikeleröffnung mit 300 Feldern

12:57 FAPA Connect, der eigene Datenhub

14:40 Interne Kompetenz statt externer Partner

16:29 KI-Plattform und Hackathon

19:37 Wer das Thema treibt

21:11 Prozesse kennen und dokumentieren

23:43 Wie man Prozesse aufnimmt

25:07 Warum Dokumentation so wichtig ist

27:39 Restplatten im Online-Shop

31:23 Neue Angebote aus Kundenbedürfnissen

32:23 Die Wissensdatenbank mit Quellennachweis

38:14 Empfehlung für Einsteiger, Daten aufräumen

40:25 Faserplast in drei Jahren und Agentic Commerce

42:22 Die Kehrseite, Abhängigkeiten und Betrieb

43:34 Verabschiedung

Wenn du in deinem Unternehmen wissen willst, welcher KI-Anwendungsfall sich bei dir wirklich rechnet und ob deine Daten dafür bereit sind, dann lass uns reden. Ich begleite Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte genau bei dieser Frage. Und wenn du für deinen Führungsanlass einen Referenten zum Thema suchst, melde dich ebenfalls per Linkedin
41 Minuten
Reto Gamper hat bei Unilever, Ciba Vision, Steinfels Swiss, Bogar und Avosano Veränderungen verantwortet. Vom Turnaround bis zum Zusammenschluss zweier gleich grosser Pharma-Grosshändler.

Er erklärt, warum ein Change nur mit dem Team gelingt und weshalb der Chef danach zurückstehen muss. Am Beispiel einer geschlossenen Verteilzentrale mit 300 Kunden zeigt er, wie Kundenfeedback einen fertigen Plan verändert hat.

Im zweiten Teil geht es um datengestützte Vertriebssteuerung. Und um eine Kundenbefragung mit sechs Fragen, die abwanderungsgefährdete Kunden zu Fans gemacht hat.

Zum Gast: Reto Gamper, Verkaufs- und Change-Profi, zuletzt verantwortlich für Verkauf und Einkauf bei Avosano.

https://www.linkedin.com/in/r-gamper/

Gastgeber: Andy Huber. https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

Ohne Team kein Change. Ist das Ziel gesetzt, muss der Chef zurückstehen und machen lassen.

Den Plan mit Kunden testen. Beim Transfer von 300 Kunden hat erst das Kundenfeedback gezeigt, dass eine zweite Variante nötig war.

Transaktionsdaten sind Gold. Sie zeigen, welcher Aussendienst welche Segmente verkauft und wo Cross- und Upselling-Potenzial liegt.

Kurz fragen, schnell reagieren. Sechs Fragen mehrmals im Jahr, wöchentlich ausgewertet, haben die Abgangsrate gesenkt.

KI bereitet vor, der Mensch baut Vertrauen auf. Briefings und Auswertungen werden schneller, der persönliche Kontakt bleibt.

Kapitel

00:01 KI im Alltag

00:38 Retos Stationen von Unilever bis Avosano

02:57 Das Muster hinter jedem Change

05:36 Wenn der Plan auf die Kunden trifft

08:05 Umgang mit Widerstand im Team

09:13 Change im Konzern und im KMU

11:25 Leitplanken und Firmenwissen schützen

12:12 Wie fit ist der Vertrieb bei Daten

15:25 Datengesteuert statt nach Routine

18:13 Mehrwert im Kundengespräch

21:22 Die richtigen KPI im Vertrieb

23:57 Trigger statt Excel-Listen

27:41 Kundenbefragung als Frühwarnsystem

33:22 Besuchsrapporte und Transkription

39:34 Verabschiedung
43 Minuten
Oswald entwickelt, produziert und vermarktet seine Produkte selbst. Die Traditionsmarke treibt heute 14 KI-Projekte parallel voran.

Franco Kölliker ist Co-CEO sowie Chief Digital und Marketing Officer bei Oswald.

Er erzählt, wie eine KI das Werbebudget auf die Kanäle verteilt und das gleiche Budget damit 300 Prozent mehr Wirkung bringt.

Die Suche auf der Website hat sein Team in fünf Arbeitstagen durch eine KI-gestützte Suche ersetzt. Die Conversion der Suchenden stieg von 4,5 auf fast 40 Prozent.

Nicht alles lief nach Plan. Beim Chatbot hat das Team unterschätzt, wie viel Prozesswissen und wie viele Leitplanken es braucht. Es ging sechs Monate, bis er für alle Kunden gut genug war.

Im Gespräch geht es auch um Copilot im Backoffice, um die Frage, wie man die Leute mitnimmt, und darum, wo bei einer Traditionsmarke der Mensch bleiben muss.

Gast: https://www.linkedin.com/in/franco-kölliker-74a1ab86/

Host: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

Klein anfangen. Oswald hat nicht mit einem grossen KI-Projekt gestartet, sondern mit vielen kleinen Projekten, die schnell Wirkung zeigen. Heute laufen 14 parallel.

Die KI schlägt vor, der Mensch entscheidet. Die Budgetsteuerung im Performance Marketing war nach drei Monaten Testphase besser als die manuelle Steuerung. Die Freigabe bleibt beim Menschen.

Produktdaten allein reichen nicht. Ein Chatbot braucht Prozesswissen und klare Leitplanken. Sonst empfiehlt er Produkte, die gar nicht im Sortiment sind.

Eine feste Frist bündelt die Kräfte. Für die neue Suche hatten Agentur und Projektleitung fünf Arbeitstage. KI hat dabei auch bei der Programmierung geholfen.

Nicht auf perfekte Daten warten. Der Einstieg gelingt über repetitive Tätigkeiten. Die Daten werden parallel verbessert.

Die Menschen sind der wichtigste Faktor. Gute Daten und dokumentierte Prozesse nützen wenig ohne Leute, die das Thema aus eigenem Antrieb vorantreiben.

Jede Lizenz braucht einen Business Case. Copilot ist im Backoffice breit im Einsatz. Ob eine Person eine Lizenz braucht, wird trotzdem jedes Mal geprüft.

Kapitel

00:00 Intro

01:32 KI im privaten Alltag, Kochen und Smart Home

02:44 ChatGPT, Claude und Gemini statt Google

03:54 Franco und Oswald

05:49 Zielgruppen, von B2C bis Export

06:38 Die ersten Use Cases, Performance Marketing und Chatbot

10:22 Agentur oder in-house

10:49 KI in der Geschäftsleitung, Business Case und Testphase

13:03 Daten, Prozesse und die Menschen

14:06 Die zweite Führungsstufe mitnehmen

16:42 Kreativität und A/B-Tests mit Visuals

18:43 Copilot im Backoffice

19:02 Wie das Team Copilot gelernt hat

20:49 KI als Change-Projekt

22:12 Was KI für das Kundenerlebnis bedeutet

24:16 Schnellere Antworten, höhere Erwartungen

26:08 Wo der Mensch bleiben muss

27:56 KI-generierte Inhalte und menschliche Kontrolle

29:18 KI-Agenten am Telefon

31:54 Nicht auf perfekte Daten warten

34:30 Neue Suche in fünf Tagen

35:51 Wie weit die Branche ist

37:15 Rückstand aufholen

38:00 KI-Kompetenz bei der Rekrutierung

39:05 Oswald in drei Jahren

41:44 Was KI nicht kann, der Geschmack

42:30 Verabschiedung
43 Minuten
Siemens ist über 175 Jahre alt und im Projektgeschäft gross geworden. Seit 2022 bietet der Konzern auf seiner eigenen Plattform auch Lösungen von Partnern an.

Mario Fürst verantwortet Siemens Xcelerator in der Schweiz. Auslöser für die Plattform war Feedback aus dem Markt. Viele Kunden finden die passenden Lösungen und Partner für ihre Digitalisierungsprojekte nicht. Intern stellte sich eine andere Frage. Wieso etwas ändern, wenn das Geschäft gut läuft?

Wir sprechen über Industrial AI und Simulationen, die heute in wenigen Stunden laufen. Über einen KI-Agenten, der Ingenieure beim Programmieren von Steuerungen unterstützt. Und darüber, wann der KI-Agent eines Kunden selbst auf der Plattform einkauft.

Gast: https://www.linkedin.com/in/mario-fürst-35291b12a/

Host: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways 

Die Qualität entscheidet über den Nutzen. Viele Projekte sind früher gescheitert, weil die Qualität nicht dort war, wo sie sein musste. Erst wenn die digitale Simulation der Realität entspricht, entsteht ein echter Nutzen.

Simulationen laufen heute in wenigen Stunden. Lösungen, die vor 20 Jahren drei bis vier Tage gerechnet haben, schaffen das mit Physical AI in einem Bruchteil der Zeit.

KMU sind oft schneller. Grosskonzerne haben die stärkeren Strategien und planen langfristiger. Eine allgemeine Aussage zur Industrie lässt sich nicht machen.

Kein Anbieter kann alles allein. Deshalb stellt Siemens Partnerlösungen neben die eigenen. Geprüft wird, welche Lösungen sich ergänzen.

Je grösser das Angebot, desto wichtiger die Suche. KI im Backend und die richtigen Keywords führen Besucher je nach Zielgruppe zur passenden Lösung.

KI kann grosse Investitionen ersetzen. Mit Kameradaten und KI-gestützter visueller Qualitätskontrolle lässt sich zum Beispiel ein Röntgenscanner für rund 1 Million einsparen.

Private Nutzung erleichtert den Einstieg im Beruf. Wer den Nutzen von KI privat erlebt hat, setzt sie auch im Vertrieb schneller ein.

Kapitel 

00:00 Intro

00:07 KI im Alltag, Reiseplanung mit der Familie

03:16 Von IoT zu Industrial AI, was sich verändert hat

05:34 Warum Skalierung heute im Fokus steht

06:54 Wie weit die Industrie ist, KMU und Grosskonzerne

08:11 Techstandort Schweiz und Robotik

08:37 Was Siemens Xcelerator ist

10:38 Der Marktplatz auch für Nicht-Kunden

12:04 Für welche Branchen die Plattform gedacht ist

12:27 Warum Siemens auf Offenheit setzt

14:57 Widerstände intern und wie man sie überwindet

17:54 Globale Plattform, lokale Partner

19:34 Wie Unternehmen Marketplace Seller werden

20:31 Was die Zertifizierung bedeutet

21:02 Die richtige Lösung finden, KI im Backend

23:37 Wie die Plattform bekannter werden soll

25:28 Der Eigen Engineering Agent im TIA Portal

26:57 KI-Use-Cases von der Entwicklung bis zur Produktion

31:38 AI Lab und Guardrails im Grosskonzern

34:03 Wie Mario KI im Arbeitsalltag nutzt

34:46 KI im Vertrieb

36:51 Menschen mitnehmen, vom privaten Nutzen ins Geschäft

40:38 Wann der KI-Agent des Kunden einkauft
46 Minuten
Eine Bestellung kommt als PDF herein und muss ins ERP. Klingt nach einer Aufgabe für jedes Tool. Genau daran scheitern die meisten KI-Projekte im Handel.

Marcel Rassinger war CIO von BRACK.Alltron. Heute baut er mit aikyma für den Handel KI-Lösungen. Sein Befund ist nüchtern. Die Anbindung an SAP oder Business Central ist der einfache Teil. Schwierig wird es Sonderwünschen in Notizfeldern und bei Wissen, das nur in den Köpfen der Mitarbeitenden steckt.

Warum aus einem KI-Projekt schnell ein Prozess- und Datenprojekt wird und wo sich der ROI wirklich rechnet.

Zum Gast: Marcel Rassinger, studierter Physiker, früher CIO der Competec-Gruppe, heute Co-Founder und CTO von aikyma in Basel.

Gast: https://www.linkedin.com/in/marcel-rassinger-0b1b74/

Website:https://aikyma.ai/

Host: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways 

Die technische Anbindung ist heute der einfache Teil. Mit KI-Tools bekommt man die Verbindung zu SAP oder Business Central schnell hin. Der Aufwand steckt in den Prozessen dahinter.

Die Prozesse laufen anders, als sie dokumentiert sind. Was im Kopf des Managements und in der Prozessbeschreibung steht, ist selten das, was im Tagesgeschäft tatsächlich passiert.

Agenten wie neue Mitarbeitende behandeln. Jemand erklärt ihnen, wie das Unternehmen funktioniert. Marcel nennt das selbst edge und teilweise bleeding edge.

Ein Mitarbeitender allein reicht als Quelle nicht. Erst die Spiegelung im Kreis von Teamleitern und Entscheidungsbefugten bringt ein belastbares Bild.

Aus dem KI-Projekt wird ein Prozess- und Datenprojekt. In den Feedback-Runden zeigt sich, was ein Bug ist, wo der Prozess uneinheitlich ist und wo schlicht die Daten nicht stimmen.

100 Prozent sind nicht das Ziel. Die Fleissarbeit soll wegfallen, entscheiden soll der Mensch dort, wo entschieden werden muss.

Human in the Loop ist eine zweite Integrationsschicht. Nicht nur ins System, sondern in die Organisation. Die Feedback-Schlaufe läuft über Zuständigkeiten, Mails und Menschen.

Ohne Management-Unterstützung geht es in komplexen Fällen nicht. Wer ein Tool kauft und es wie ein Excel behandelt, wird damit nicht weit kommen.

Kapitel 

00:00 Intro

00:17 Marcels Lieblings-KI-Tool

02:32 Vom Physikstudium ins Internetbanking

05:24 Was vom Physikstudium geblieben ist

06:19 Wohin sich KI entwickelt

11:05 Die CIO-Rolle vor zehn Jahren und heute

13:51 KI deckt die alten Baustellen auf

17:01 Was aikyma genau macht

18:23 Wenn der Teufel im Detail steckt

19:14 Die Kunden, bei denen es tatsächlich schnell geht

19:35 Gewachsene Systeme und die Adresse aus Shanghai

25:33 Wenn jeder den Prozess anders auslegt

26:40 Feedback-Runden mit Teamleitern und Entscheidern

28:40 Aus dem KI-Projekt wird ein Prozess- und Datenprojekt

29:42 Der ROI und die einfache Rechnung

33:02 Human in the Loop und die Integration in die Organisation

34:57 Kultur, Fehler und der Umgang damit

35:41 Change-Management-Projekte

36:37 Wie Mitarbeitende auf die Automatisierung reagieren

39:47 Was Unternehmen an KI-Projekten falsch verstehen

41:18 Ausblick, 80 Prozent der Bürokratie sind automatisierbar

45:56 Wenn Software fast gratis wird
48 Minuten
Google, Nvidia, Meta, OpenAI, Anthropic. Warum sitzen diese Firmen ausgerechnet in Zürich?

Christian Lüscher arbeitet seit vier Jahren daran, dass diese Frage im Ausland überhaupt gestellt wird. Als PR-Manager der Greater Zurich Area macht er einen Wirtschaftsraum von neun Kantonen sichtbar – ab 2027 sind es zehn. Sein Befund ist nüchtern: Niemand in San Francisco, Schanghai oder Tel Aviv weiss automatisch, was Zürich zu bieten hat. Rund 100 Ansiedlungen pro Jahr entstehen nicht durch Inserate, sondern durch Netzwerkarbeit – 80 Prozent davon werden aktiv angebahnt.

Wir sprechen über Google als Leuchtturm: seit 20 Jahren hier, rund 5'000 Mitarbeitende, grösster Entwicklungsstandort ausserhalb der USA und über 200 Firmengründungen, die aus diesem Umfeld entstanden sind. Über die Zürcher AI-Karte mit rund 200 Firmen, die tatsächlich Forschung und Entwicklung betreiben. Und über den nächsten Schub, den Christian nicht bei KI sieht, sondern in der Robotik: Das Hirn der Roboter wird hier entwickelt, in Labs, die man von der Strasse aus gar nicht sieht.

Dazu die Kehrseite: Wohnungspreise, Verdrängung, Wachstumsmüdigkeit. Christian ordnet ein, welchen Anteil die Ansiedlungspolitik daran wirklich hat – und warum er trotzdem für eine Annäherungs- statt eine Vermeidungsstrategie plädiert.

Zurich AI Festival, Ende September bis Anfang Oktober: https://www.zurichaifestival.ch/

Christian Lüscher: https://www.linkedin.com/in/luschair/

Andy Huber: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

TAKEAWAYS

Google war der Leuchtturm. 20 Jahre, 5'000 Mitarbeitende, über 200 Firmengründungen aus diesem Umfeld.

Cluster ziehen Cluster an. Die Erfolgreichen suchen die Nähe zueinander.

Der nächste Hype ist Robotik, nicht KI. Das Hirn der Roboter entsteht in Zürich.

Talent kommt vor Firma. Die Formel lautet Technology, Tax, Talent.

Lebensqualität ist ein harter Standortfaktor, kein weicher.

Die Ansiedlungen machen unter zwei Prozent der Zuwanderung aus.

Vermeidung ist keine Strategie. Annäherung statt Rückzug ins Reduit.

Standortfaktor Nummer eins ist Zusammenarbeit – auf allen Ebenen.

KAPITEL

00:00 Intro

01:49 Vom Journalismus zur Standortförderung

05:12 Was die Greater Zurich Area genau macht

07:00 Neun Kantone, ab 2027 zehn

07:45 Büros in den USA und China: Netzwerkarbeit statt Werbung

09:34 Warum das nichts mit Tourismuswerbung zu tun hat

11:22 Was die Organisation leistet – und was nicht

14:14 Wer dahintersteckt: Public-Private-Partnership

15:13 Google in Zürich: grösster Standort ausserhalb der USA

17:59 Die AI-Karte: 200 Firmen mit Forschung und Entwicklung

19:55 Robotik: «Grossmacht Zürich» und die versteckten Labs

23:43 Warum jetzt? Die Dynamik der letzten 36 Monate

24:35 Talent, Hochschulen und die Formel der 3 T

26:36 Zürisee, Techno, Lebensqualität als harter Faktor

28:26 Die Karten – und was sie sonst noch zeigen

30:45 Die Kehrseite: Wohnungspreise und Verdrängung

33:00 Zuwanderung: der reale Anteil der Ansiedlungen

36:25 Zürich in den 90ern – wie weit der Standort gekommen ist

37:48 Ökosystem: Hochschulen, Konzerne, Startups

38:50 Über 200 Firmengründungen aus dem Google-Umfeld

40:36 Was es braucht, damit der Standort vorne bleibt

44:09 Standortfaktor Nummer eins: Zusammenarbeit
49 Minuten
Baut die Schweiz künstliche Intelligenz selber oder kaufen wir sie künftig einfach ein? Marcel Salathé hat die Frage durchgerechnet: Der Co-Direktor des AI Center der EPFL kommt auf rund eine Milliarde Franken pro Jahr, ein Bruchteil dessen, was in den USA in diese Technologie fliesst. Passiert nichts, sagt er, werden wir vollständig abhängig von Amerikanern und Chinesen und wer die Technologie besitzt, bestimmt Preis und Zugang. Ein Gespräch über das Schweizer Modell Apertus, über ein Departement für Technologie, das es in Bern nicht gibt, darüber warum KI privat längst funktioniert und in Unternehmen harzt – und was das für unsere Kinder in der Schule heisst.

Gast: Marcel Salathé https://www.linkedin.com/in/salathe/

Host: Andy Huber https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

Eine eigene Schweizer KI kostet rund eine Milliarde pro Jahr. Für Modelle und Ökosystem, nicht für den weltweiten Betrieb – ein kleiner Prozentsatz dessen, was die grossen Anbieter investieren. Die Schweiz wäre damit durchaus kompetitiv.

Ohne Entscheid wird die Abhängigkeit zum Fakt. «Dann werden wir vollständig abhängig sein von Chinesen und Amerikanern.» Für Unternehmen heisst das: Die Technologie, auf der die eigenen Prozesse laufen, gehört jemand anderem.

Apertus ist Vorarbeit, Als Forschungsprojekt wertvoll, insgesamt aber «massiv unter seinem Potenzial». Für ein konkurrenzfähiges Modell braucht es Ressourcen im Faktor hundert.

Individuell klappt KI, institutionell harzt es. Der Grund ist nicht fehlender Wille: Die Technologie arbeitet nicht deterministisch, sondern probabilistisch – und fein austarierte Unternehmensprozesse kommen damit schlecht zurecht.

Die Schule muss den Prozess bewerten, nicht das Resultat. Wer im Fitnessstudio die Maschine für sich arbeiten lässt, hat am Schluss keine Muskeln. Genau das passiert, wenn nur das abgegebene Dokument zählt.

Kapitel

00:00  – Intro und Einordnung

00:11  – Wie Marcel Salathé KI im Alltag nutzt – und wo bewusst nicht

02:18  – Sein Setup: 80 Prozent Codex, 20 Prozent Claude

03:27  – Modell auf dem eigenen Laptop: 27 Sekunden gegen 37 Minuten

05:13  – Das AI Center der EPFL und die Rolle als Co-Direktor

06:54  – Warum er «Kompass Künstliche Intelligenz» geschrieben hat

09:35  – Wer das Buch liest – und was zurückkommt

11:12  – Vom Biologen zur KI: warum das Tempo nie neu ist

14:47  – Der Sprung in die Wirtschaft – und wo er stockt

15:10  – Warum Institutionen härter kämpfen als jeder Einzelne

18:10  – Drei Typen von Unternehmen: bereit, willig, überholt

20:26  – Die Schweiz im KI-Ranking ganz unten – und warum das richtig war

23:25  – Braucht Bern ein Departement für Technologie?

24:41  – USA und China: Milliarden für Rechenzentren

25:55  – Die Rechnung: eine Milliarde Franken pro Jahr

27:05  – Apertus: «massiv unter seinem Potenzial»

31:20  – Schule, Kinder und der Vergleich mit dem Fitnessstudio

34:48  – KI an der EPFL: wie Prüfungen heute funktionieren

38:52  – Die Fähigkeiten der Zukunft: das T-shaped Skillset

46:31  – In fünf Jahren: hat die Schweiz ihre Chance genutzt?
32 Minuten
Wie führt man ein Unternehmen im technischen Handel als Geschwisterpaar und bringt gleichzeitig über 40 KI-Anwendungen in den produktiven Betrieb? Diese Folge ist live auf der Bühne der SCORE 2026 in Zürich entstanden. Elisabeth und Max Meister führen in dritter Generation die Ludwig Meister GmbH in Dachau, rund 300 Mitarbeitende und 125 Millionen Euro Umsatz und standen zum ersten Mal gemeinsam auf einer Konferenzbühne. Ein Gespräch über den eigentlichen Hebel hinter dem Wachstum (saubere Daten, nicht KI), über OKR als Betriebssystem der Firma, über Pickroboter und KI-Kontrolle im Wareneingang, darüber warum sie ihre Software lieber selber bauen und was sie einem anderen Geschwisterpaar auf keinen Fall empfehlen würden.

Elisabeth Meister: https://www.linkedin.com/in/elisabeth-meister/

Max Meister: https://www.linkedin.com/in/maxmeister82/

Andy Huber https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/:

Key Takeaways

Saubere Daten sind der strategische Hebel, nicht KI: Wer eine Datenquelle wirklich versteht, entwickelt schnell und schlank – wer sie nicht versteht, jagt Fehler wie den Liefertermin «31.12.2999» durch seine Modelle.

OKR wirkt nur konsequent: Auch der Geschäftsführer darf nicht mit 18 neuen Ideen zurückkommen und das Team umsteuern. Depriorisieren ja aber immer mit Begründung.

Über 40 KI-Anwendungen im Einsatz, entstanden dezentral in den Abteilungen statt als Grossprojekt von oben.

Digitalisieren möglichst weit weg vom Kunden: Pickroboter im AutoStore und KI-Kontrolle im Wareneingang lernen intern, bevor Fehler beim Kunden landen. Der Pickroboter war in drei Monaten in Betrieb.

Selber bauen statt kaufen: Was der Wettbewerb ebenfalls einkaufen kann, ist keine Differenzierung. Die eigene Never-Out-of-Stock-Software erkennt automatisch, welcher Artikel in neun Monaten ausgeht – bei zehn Monaten Wiederbeschaffungszeit.

Fast 30 Prozent der Belegschaft gehen in den kommenden Jahren in Pension. Die grösste Herausforderung ist nicht die Technik, sondern 20 bis 30 Jahre Produkt-, Prozess- und Marktwissen im Unternehmen zu halten.

Kapitel

00:00 – Intro & Einordnung

01:35 – SCORE 2026: Ludwig Meister in Zahlen

03:10 – Wie Elisabeth und Max in die Firma gekommen sind

05:34 – Die Aufteilung der Verantwortung unter Geschwistern

07:53 – Der eigentliche Hebel: eine saubere Datenbasis

09:29 – Datenpflege als Führungsaufgabe

10:36 – OKR als Betriebssystem: konsequent priorisieren

11:57 – Wie lange es dauerte, bis OKR wirklich funktionierte

13:45 – Über 40 KI-Anwendungen, dezentral entstanden

14:37 – Der Pickroboter im AutoStore

15:43 – Lens: KI-Kontrolle im Wareneingang

16:38 – Warum sie ihre Software selber bauen

18:00 – Never Out of Stock als echte Differenzierung

18:49 – Warum der Wettbewerb durch KI nicht schneller aufholt

19:31 – 30 Prozent gehen in Pension: Wissen sichern

21:37 – Kultur: Verantwortung abgeben und vorleben

23:03 – Technischen Handel attraktiv machen

25:24 – Wenn Mitarbeitende beim Wandel nicht mitkommen

27:29 – Was sie keinem anderen Geschwisterpaar empfehlen würden

29:30 – Fun Fact: die erste eigene Firma mit 13 und 10
42 Minuten
Wie bringt ein Händler mit über 1'400 Mitarbeitenden KI vom einzelnen Use Case auf die Ebene des ganzen Unternehmens? Tobias Quelle, CIO von BRACK.ALLTRON und zuvor bei Digitec Galaxus und Otto.de im digitalen Handel unterwegs, nimmt uns mit hinter die Kulissen: von der AI-Engine im Einkauf über Produktdatenanreicherung mit LLMs und Agentic Coding bis zur Shopping-App, die in drei Monaten live ging. Ein Gespräch darüber, warum die Motivation der Mitarbeitenden nie das Problem war, wie ein AI Circle aus 20 Leuten Ordnung in fragmentierte Aktivitäten bringt und weshalb KI aus schlechten Daten keine guten macht.

Gast: https://www.linkedin.com/in/tobiasquelle/

Host: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Takeaways

Die Motivation war nie das Problem. 92 Prozent der Mitarbeitenden stehen KI positiv gegenüber, gut 50 Prozent nutzen sie bereits. Gefehlt haben Transparenz, Koordination und Leitplanken – nicht Überzeugungsarbeit.

Der AI Circle als Nucleus. Rund 20 Personen aus allen Unternehmensbereichen, je 20 Prozent ihrer Arbeitszeit, eigene Sprintlogik und vier Workstreams über 15 Monate: Tools und Datenschutz, Befähigung, Operating Model, Use Cases.

Geschwindigkeit ist wichtiger als Perfektion. Grosse Vorhaben in kleine Meilensteine brechen, so schnell wie möglich am Kunden testen, Zielwerte vorher definieren – auch wenn der Business Case noch nicht sauber rechenbar ist.

Ein Formel-1-Motor macht aus einem Traktor keinen Rennwagen. KI löst keine Datenprobleme. BRACK.ALLTRON hat deshalb im Rahmen der IT-Reorganisation einen eigenen Data-Bereich aufgebaut.

Make if it's core, buy if it's non-core. Tobias' Rat an mittelgrosse Händler: Nur die geschäftskritischen Fähigkeiten selbst aufbauen, für den Rest bewusst externe Katalysatoren holen.

Der Blick nach vorn: LLMs werden zum ganz normalen Traffic-Kanal, wie es SEO, Newsletter und Direct Traffic sind. Wer seine Produktdaten nicht strukturiert lesbar macht, wird nicht gefunden.

Kapitel

00:00 – Intro & Einordnung

01:35 – Wie Tobias KI privat und geschäftlich nutzt

03:29 – Warum er sich bewusst nicht auf ein Modell festlegt

04:32 – Der Auftrag als CIO: 36 neue Jobprofile statt Systemmodernisierung

07:12 – Kleine cross-funktionale Teams & die Brücke zum Business

09:34 – Fünf Stossrichtungen: wo der grösste KI-Hebel liegt

11:56 – Den Überblick behalten: Power to the people

14:31 – Lernkultur: Schulterblick statt Schulungskatalog

16:11 – Von bottom-up zur Strategie: die konkreten Use Cases

20:24 – Der AI Circle: 20 Leute, 20 Prozent Zeit, vier Workstreams

23:55 – Die Mitarbeiterumfrage & was daraus folgte

25:27 – Wie misst man den Nutzen von KI?

29:03 – Business Case ohne belastbare Zahlen

31:47 – Datenqualität: der Formel-1-Motor im Traktor

35:57 – Was mittelgrosse Händler tun können

38:41 – Ausblick: LLMs als neuer Traffic-Kanal

41:44 – Fazit & Verabschiedung
45 Minuten
Wie schafft ein Büro- und Lagerausrüster mit 650 Mitarbeitenden in neun Ländern den Spagat zwischen Digitalisierungsanspruch und operativer Realität? Michael Gilgen, Geschäftsführer von Schäfer Shop Schweiz und zusätzlich verantwortlich für die Benelux-Länder, nimmt uns mit hinter die Kulissen: von dem eigenen Data Team über KI-gestützte Aussendienstler bis zu Bots, die Ausschreibungen prüfen. Ein Gespräch darüber, was heute schon funktioniert, wo konkrete Zahlen noch fehlen und warum auch ein KMU mit unperfekten Daten einfach anfangen sollte.

Gast: https://www.linkedin.com/in/michael-gilgen/

Host: https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/

Key Takeaways

Data zuerst: Schäfer Shop baut seit rund 2,5 Jahren eine eigene «Data Foundation» auf, die Basis, um KI überhaupt sinnvoll einzusetzen.

KI entlastet den Aussendienst spürbar: automatische Terminerfassung per Spracheingabe, strukturierte Kundendaten vor jedem Besuch und Look-Alike-Kunden als neue Leads.

Bots übernehmen die Fleissarbeit bei Ausschreibungen – sie prüfen Compliance und passende Produkte, wo früher enormer manueller Aufwand nötig war.

Selbstkritischer Blick: KI wird bisher eher für Kostensparungen genutzt als für neues Umsatzwachstum – eine Erkenntnis, die vielen Unternehmen bekannt vorkommen dürfte.

«Quick and dirty» schlägt «perfekt»: Michael investiert lieber in eine schnelle Lösung als in eine, die lange auf sich warten lässt – Time-to-Market zählt.

Der Blick nach vorn: individuelle Preise und agentische Verhandlungen zwischen Einkaufs- und Verkaufsagenten – die persönliche Beratung vor Ort bleibt trotzdem.

Kapitel

00:00 – Begrüssung & wie Michael KI privat nutzt

01:52 – Lieblingstools im Vergleich: Copilot, ChatGPT & Claude

03:28 – Schäfer Shop: vom Katalog zu PBS, Planung & Aussendienst

05:51 – Die Chance für den Mittelstand gegen die grossen Player

07:57 – Der Ursprung: die Data Foundation vor 2,5 Jahren

11:26 – KI im Aussendienst: Kundendaten, Termine, Diktat

14:49 – Akzeptanz im Team & Look-Alike-Kunden für Leads

18:43 – Noch keine harten KPIs – aber eine klare Tendenz

21:21 – Zwei Wege zu Use Cases: Effizienz & neue Value Proposition

23:16 – Konkreter Kundennutzen: schnellere Offerten & 360-Grad-Blick

26:54 – Governance: PMO, Ticketsystem & Priorisierung

28:14 – Selbstkritisch: mehr Kostensparen als Umsatzwachstum

32:41 – Make-or-Buy & «Quick and dirty» statt perfekt

33:56 – Change Management: Trainings & Widerstand im Team

37:49 – Ausblick: Webshop, persönliche Beratung & Agentic Commerce

41:53 – Rat an Mittelständler ohne saubere Datenbasis