Bei ICT-Berufsbildung Schweiz ist KI an Prüfungen zum Teil
ausdrücklich erlaubt. Ob jemand eine schriftliche Arbeit selbst
verfasst hat, lässt sich heute kaum mehr feststellen. Deshalb
verändert sich, wie geprüft wird.
Tobias Habegger leitet die KI-Fachstelle von ICT-Berufsbildung
Schweiz. Im Gespräch erklärt er, warum KI-Kompetenz für ihn beim
Beurteilen des Outputs beginnt und nicht bei der neusten
Prompttechnik. Er spricht darüber, ab wann Kinder KI lernen
sollten, und wie KI an den Lernorten der Berufsbildung ankommt.
Oft hängt das heute von der einzelnen Lehrperson ab.
Im Zentrum steht das Prüfen. Wo KI erlaubt ist, lösen die
Kandidierenden Fälle aus dem Berufsalltag, etwa einen
Hackerangriff, bei dem mitten im Fall der CEO einen Bericht
verlangt. Danach verteidigen sie ihr Resultat mündlich. Bei der
Bewertung kann KI unterstützen, das letzte Wort hat der Mensch.
Am Tag der Aufnahme fanden die ersten Prüfungen zum neuen
eidgenössischen Fachausweis AI Business Specialist statt.
ICT-Berufsbildung Schweiz hat ihn in zwei Jahren entwickelt.
Ein weiteres Thema ist das Tempo. Berufsbilder werden alle fünf
Jahre revidiert. Für Tobias ist das zu langsam. Er plädiert für
einen permanenten Revisionsmodus und für Handlungskompetenzen,
die unabhängig von einzelnen Tools beschrieben sind. Zum Schluss
geht es darum, was Firmen anders machen, die mit KI nicht im
Pilot stecken bleiben, und wie die Berufsschule in fünf Jahren
aussieht.
Zum Gast: Tobias Habegger leitet seit Juli 2025 die KI-Fachstelle
von ICT-Berufsbildung Schweiz. Die Fachstelle entwickelt
KI-Assistenten für die eigenen Berufsprüfungen, berät Verbände
und Bildungsinstitutionen und begleitet Firmen bei der Einführung
von KI. Zuvor war er lange im Journalismus und in der
Kommunikation tätig.https://www.linkedin.com/in/tobiashabegger/
Gastgeber: Andy Huber.
https://www.linkedin.com/in/andy-huber-ai-consulting/
Takeaways
KI-Kompetenz beginnt beim Beurteilen des Outputs.
Halluzinationen und Biases zu erkennen ist wichtiger, als jedes
neue Tool zu kennen.
Kinder sollen früh für KI sensibilisiert werden. Tobias
findet aber, dass sie zuerst die Welt ohne KI erleben sollten.
Wie KI an Berufsschulen eingesetzt wird, hängt heute stark
von der einzelnen Lehrperson ab. Verbote bringen wenig, weil die
Lernenden KI trotzdem nutzen.
Berufsbilder werden alle fünf Jahre revidiert. Das ist zu
langsam. Es braucht laufendes Monitoring und toolunabhängige
Handlungskompetenzen.
Wo KI an der Prüfung erlaubt ist, braucht es realitätsnahe
Fälle und ein mündliches Gespräch. Dort zeigt sich, was die
Person gedacht hat und ob sie die Verantwortung für das Resultat
übernimmt.
Es braucht weiterhin Prüfungen ohne KI. Wer kein eigenes
Fachwissen hat, kann KI-Resultate nicht beurteilen.
Die spannendsten Anwendungen entstehen aus alltäglichen
Reibungsverlusten, selten aus einer grossen KI-Strategie.
Erfolgreiche Firmen starten mit einem konkreten Prozess und
einem messbaren Problem. Sie klären Daten, Zugriffe und die
menschliche Verantwortung.
Kapitel
00:00 Intro
01:03 KI in Tobis Alltag
03:10 Was die KI-Fachstelle macht
05:29 Wie Tobi am Ball bleibt
06:40 Wissen teilen unter Unternehmen
08:21 KI als Grundkompetenz
09:39 Ab wann Kinder KI lernen sollen
12:31 Was KI mit unserem Denken macht
14:44 KI-Kompetenz in verschiedenen Berufen
16:38 Robotik
20:34 KI an den Lernorten der Berufsbildung
21:43 Wie Berufsschulen mit KI umgehen
23:03 Wenn ChatGPT über die Punktzahl entscheidet
24:45 Orientierung statt Toolfrage
26:47 Warum fünf Jahre zu lang sind
29:18 Politisches Tempo und der neue Fachausweis
31:01 Stabilität oder Tempo
32:32 Prüfen, wenn KI erlaubt ist
33:53 Störungen im Fall und mündliche Verteidigung
34:57 KI bei der Bewertung
37:57 Was Noten über den Unterricht sagen
39:30 Was Tobi zuletzt überrascht hat
40:23 Was erfolgreiche Firmen anders machen
43:18 Die Berufsschule in fünf Jahren
46:07 Verabschiedung
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