17. Inklusive Pädagogik in Theorie und Praxis. Mit Cathrin Reisenauer

17. Inklusive Pädagogik in Theorie und Praxis. Mit Cathrin Reisenauer

vor 4 Tagen
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Beschreibung

vor 4 Tagen

In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Cathrin
Reisenauer vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung
der Universität Innsbruck, die zusätzlich als Beratungslehrerin
in Tirol tätig ist, über inklusive Pädagogik, gemeinsames Lernen
in heterogenen Klassen und die Frage, wie Schule zu einem Ort
werden kann, an dem wirklich alle Kinder ihren Platz haben.


Ausgangspunkt ist die Frage, was inklusive Pädagogik im Kern will
und warum Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Ressource
verstanden werden sollte. Cathrin macht deutlich, dass Inklusion
mehr ist als das Nebeneinander von Kindern mit und ohne
sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Aufgabe einiger
weniger spezialisierter Lehrpersonen, sondern eine gemeinsame
Verantwortung aller in der Schule tätigen Personen.


Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit diskutieren wir, wie
inklusiver Unterricht praktisch aussehen kann, warum das
verbreitete Modell, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
aus der Klasse herauszunehmen, kritisch zu betrachten ist und
warum die Orientierung an einem fiktiven Durchschnittsschüler
nicht nur langsam, sondern auch schnell lernende Kinder
zurücklässt.


Ein zentrales Konzept ist die Entwicklungslogische Didaktik nach
Georg Feuser mit ihren Prämissen Kooperation am gemeinsamen
Gegenstand und innere Differenzierung. Cathrin erläutert, wie
diese Theorie über Differenzierungsmatrizen in konkretes Material
übersetzt wird, und spricht über das Lehr-Lern-Labor der
Universität Innsbruck, in dem Lernkisten für Schulen entwickelt
werden.


Ein zweiter Strang ist die verstehende Diagnostik als Zugang zu
herausforderndem Verhalten. An einem eindrücklichen Beispiel
zeigt Cathrin, wie der Wechsel von der Frage „Warum?" zur Frage
„Wozu?" Lehrpersonen neue Handlungsoptionen eröffnet, die
Beziehung stärkt und das eigene Stresserleben reduziert.


Weitere Themen:


Inklusion zwischen Segregation, Integration und Inklusion:
Warum die Umsetzung stark vom Inklusionsverständnis der Schule
abhängt.

Theorie-Praxis-Transfer: Wie die Doppeltätigkeit als
Wissenschaftlerin und Beratungslehrerin beide Bereiche
befruchtet.

Lernen am gemeinsamen Gegenstand: Wie ein Thema wie die
Wärmelehre auf sensomotorischer, handelnder und symbolischer
Ebene zugleich bearbeitet werden kann.

Beziehung als Kern pädagogischer Arbeit: Warum Verstehen auch
die Lehrperson selbst entlastet.

Hospitieren als Lernform: Warum Bilder im Kopf von
gelingendem inklusiven Unterricht oft fehlen und wie
Hospitationen diese Lücke schließen.



Eine Folge über inklusive Pädagogik als gemeinsame Verantwortung,
über didaktische Modelle, die Vielfalt im Klassenzimmer produktiv
machen, und darüber, warum Verstehen oft der wirksamste
pädagogische Zugang ist.


Ressourcen und Links:


Cathrin Reisenauer / Institut für LehrerInnenbildung und
Schulforschung

Lehr-Lern-Labor für Inklusive Bildung an der Universität
Innsbruck – Lernkisten und Materialien für inklusiven Unterricht

Index für Inklusion – Selbstevaluation für inklusive
Kulturen, Strukturen und Praktiken

Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser –
Grundlagentexte zur inneren Differenzierung

Deutscher Schulpreis – ausgezeichnete Schulen für
Hospitationen

Österreichischer Staatspreis Innovative Schulen –
ausgezeichnete Schulen in Österreich

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