Podcaster
Episoden
20.05.2026
44 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Cathrin Reisenauer vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck, die zusätzlich als Beratungslehrerin in Tirol tätig ist, über inklusive Pädagogik, gemeinsames Lernen in heterogenen Klassen und die Frage, wie Schule zu einem Ort werden kann, an dem wirklich alle Kinder ihren Platz haben.
Ausgangspunkt ist die Frage, was inklusive Pädagogik im Kern will und warum Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Ressource verstanden werden sollte. Cathrin macht deutlich, dass Inklusion mehr ist als das Nebeneinander von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Aufgabe einiger weniger spezialisierter Lehrpersonen, sondern eine gemeinsame Verantwortung aller in der Schule tätigen Personen.
Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit diskutieren wir, wie inklusiver Unterricht praktisch aussehen kann, warum das verbreitete Modell, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus der Klasse herauszunehmen, kritisch zu betrachten ist und warum die Orientierung an einem fiktiven Durchschnittsschüler nicht nur langsam, sondern auch schnell lernende Kinder zurücklässt.
Ein zentrales Konzept ist die Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser mit ihren Prämissen Kooperation am gemeinsamen Gegenstand und innere Differenzierung. Cathrin erläutert, wie diese Theorie über Differenzierungsmatrizen in konkretes Material übersetzt wird, und spricht über das Lehr-Lern-Labor der Universität Innsbruck, in dem Lernkisten für Schulen entwickelt werden.
Ein zweiter Strang ist die verstehende Diagnostik als Zugang zu herausforderndem Verhalten. An einem eindrücklichen Beispiel zeigt Cathrin, wie der Wechsel von der Frage „Warum?" zur Frage „Wozu?" Lehrpersonen neue Handlungsoptionen eröffnet, die Beziehung stärkt und das eigene Stresserleben reduziert.
Weitere Themen:
Inklusion zwischen Segregation, Integration und Inklusion: Warum die Umsetzung stark vom Inklusionsverständnis der Schule abhängt. Theorie-Praxis-Transfer: Wie die Doppeltätigkeit als Wissenschaftlerin und Beratungslehrerin beide Bereiche befruchtet. Lernen am gemeinsamen Gegenstand: Wie ein Thema wie die Wärmelehre auf sensomotorischer, handelnder und symbolischer Ebene zugleich bearbeitet werden kann. Beziehung als Kern pädagogischer Arbeit: Warum Verstehen auch die Lehrperson selbst entlastet. Hospitieren als Lernform: Warum Bilder im Kopf von gelingendem inklusiven Unterricht oft fehlen und wie Hospitationen diese Lücke schließen.
Eine Folge über inklusive Pädagogik als gemeinsame Verantwortung, über didaktische Modelle, die Vielfalt im Klassenzimmer produktiv machen, und darüber, warum Verstehen oft der wirksamste pädagogische Zugang ist.
Ressourcen und Links:
Cathrin Reisenauer / Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung Lehr-Lern-Labor für Inklusive Bildung an der Universität Innsbruck – Lernkisten und Materialien für inklusiven Unterricht Index für Inklusion – Selbstevaluation für inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser – Grundlagentexte zur inneren Differenzierung Deutscher Schulpreis – ausgezeichnete Schulen für Hospitationen Österreichischer Staatspreis Innovative Schulen – ausgezeichnete Schulen in Österreich
Ausgangspunkt ist die Frage, was inklusive Pädagogik im Kern will und warum Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Ressource verstanden werden sollte. Cathrin macht deutlich, dass Inklusion mehr ist als das Nebeneinander von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Aufgabe einiger weniger spezialisierter Lehrpersonen, sondern eine gemeinsame Verantwortung aller in der Schule tätigen Personen.
Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit diskutieren wir, wie inklusiver Unterricht praktisch aussehen kann, warum das verbreitete Modell, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus der Klasse herauszunehmen, kritisch zu betrachten ist und warum die Orientierung an einem fiktiven Durchschnittsschüler nicht nur langsam, sondern auch schnell lernende Kinder zurücklässt.
Ein zentrales Konzept ist die Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser mit ihren Prämissen Kooperation am gemeinsamen Gegenstand und innere Differenzierung. Cathrin erläutert, wie diese Theorie über Differenzierungsmatrizen in konkretes Material übersetzt wird, und spricht über das Lehr-Lern-Labor der Universität Innsbruck, in dem Lernkisten für Schulen entwickelt werden.
Ein zweiter Strang ist die verstehende Diagnostik als Zugang zu herausforderndem Verhalten. An einem eindrücklichen Beispiel zeigt Cathrin, wie der Wechsel von der Frage „Warum?" zur Frage „Wozu?" Lehrpersonen neue Handlungsoptionen eröffnet, die Beziehung stärkt und das eigene Stresserleben reduziert.
Weitere Themen:
Inklusion zwischen Segregation, Integration und Inklusion: Warum die Umsetzung stark vom Inklusionsverständnis der Schule abhängt. Theorie-Praxis-Transfer: Wie die Doppeltätigkeit als Wissenschaftlerin und Beratungslehrerin beide Bereiche befruchtet. Lernen am gemeinsamen Gegenstand: Wie ein Thema wie die Wärmelehre auf sensomotorischer, handelnder und symbolischer Ebene zugleich bearbeitet werden kann. Beziehung als Kern pädagogischer Arbeit: Warum Verstehen auch die Lehrperson selbst entlastet. Hospitieren als Lernform: Warum Bilder im Kopf von gelingendem inklusiven Unterricht oft fehlen und wie Hospitationen diese Lücke schließen.
Eine Folge über inklusive Pädagogik als gemeinsame Verantwortung, über didaktische Modelle, die Vielfalt im Klassenzimmer produktiv machen, und darüber, warum Verstehen oft der wirksamste pädagogische Zugang ist.
Ressourcen und Links:
Cathrin Reisenauer / Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung Lehr-Lern-Labor für Inklusive Bildung an der Universität Innsbruck – Lernkisten und Materialien für inklusiven Unterricht Index für Inklusion – Selbstevaluation für inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser – Grundlagentexte zur inneren Differenzierung Deutscher Schulpreis – ausgezeichnete Schulen für Hospitationen Österreichischer Staatspreis Innovative Schulen – ausgezeichnete Schulen in Österreich
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07.05.2026
49 Minuten
Indieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Lisa-Maria Müller, Associate Director of Research and Policy am Chartered College of Teaching in Großbritannien, über evidenzbasierte Pädagogik, Teacher Agency und die Frage, wie Lehrpersonen nicht nur Empfänger*innen von Forschungsergebnissen sein können, sondern aktiv zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Unterrichtspraxis beitragen.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein produktiver Dialog zwischen Forschung und Praxisaussehen kann und warum dieser Dialog zwingend in beide Richtungen gehen muss. Lisa macht deutlich, dass Lehrpersonen keine bloßen Anwender*innen von Forschung sind, sondern Expert*innen für ihren Kontext, die Forschungsergebnisse kritisch einordnen, auf ihre Klassen anpassen und derWissenschaft wichtige Fragen zurückspielen können, die aus der Praxis heraus entstehen.
Anhand konkreter Beispiele aus England und Österreich diskutieren wir, warum Forschungsergebnisse nie einfach blind übernommen werden können, welche Rolle der Handlungsspielraum von Lehrpersonen dabei spielt und was das Konzept der Teacher Agency über den Lehrberuf als Profession aussagt. Dabei zeigt sich auch, wie unterschiedlich Bildungssysteme diesen Spielraum gestalten, vom stark regulierten englischen System bis zum vergleichsweise autonomen deutschsprachigen Raum.
Ein zentrales Praxisbeispiel für wirksame Fortbildung ist der Journal Club Approach, den das Chartered College in zwei Forschungsprojekten erprobt hat: Lehrpersonen lesen gemeinsam Forschungsartikel, analysieren sie kritisch auf Qualität und Relevanz für ihren Unterricht, erproben Interventionen und reflektieren die Ergebnisse im Team. Dieses aus der Medizin stammende Format hat sich als wirksame Alternative zur klassischen Frontal-Fortbildung erwiesen: niederschwellig, flexibel und auf aktive Auseinandersetzung statt passivem Zuhören ausgerichtet.
Weitere Themen sind:
Teacher Agency als Kernmerkmal professionellen Lehrens und warum Handlungsspielraum kein Freibrief für Beliebigkeit ist, sondern Voraussetzung für kontextsensibles Unterrichten. Evidenzbasierte Pädagogik kritisch gelesen: Was Lehrer*innen bei der Einschätzung von Qualität und Relevanz von Forschung beachten müssen. Retrieval Practice und Interleaving: Was diese kognitiv fundierten Unterrichtsstrategien leisten und wo die Forschung noch offene Fragen hinterlässt. Novice vs. Expert: Warum Fortbildungsformate je nach Karrierephase unterschiedlich aussehen sollten und was das Chartered College dazu herausgefunden hat. Der Journal Club in der Praxis: Wie monatliche Peer-Diskussionen über Fachartikel Lehrpersonen dazu bringen, Forschung aktiv anzuwenden und kritisch zu hinterfragen. Schulweite Fortbildungsstrategien: Warum individuelle Teilnahme an Fortbildungen oft zu wenig bewirkt und wie gemeinsame Fokussierung auf Schulebene den Unterschied machen kann. Lehrpersonen als Forschungspartner*innen: Wie das Chartered College 15 Forschungsfragen formuliert hat, die direkt aus der Unterrichtspraxis an die Wissenschaft zurückgespielt wurden.
Eine Folge über den Lehrberuf als Profession, über die Grenzen und Potenziale evidenzbasierter Pädagogik und darüber, warum gute Fortbildung nicht am Ende einer Veranstaltung aufhört, sondern erst in der Klasse beginnt.
Ressourcen und Links:
Lisa-Maria Müller auf LinkedIn Chartered College of Teaching Cognitive Science Research Priority Setting - Bericht in dem Fragen von Lehrer*innen an die Wissenschaft zusammengefasst wurden Teacher Professionalism - Definition des Chartered College Mid-career teachers - Artikel zum Fortbildungsbedarf bei Mid-career Teachers Evaluationsbericht zum Journal Clubs Projekt Special Issue von Impact zu AI Online-Kurs zu AI in Education Webseite der Zeitschrift Impact - Leaky Paywall (ein Artikel kann man ohne Mitgliedschaft lesen) und ein paar Ausgaben sind ohnehin frei zugänglich
Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein produktiver Dialog zwischen Forschung und Praxisaussehen kann und warum dieser Dialog zwingend in beide Richtungen gehen muss. Lisa macht deutlich, dass Lehrpersonen keine bloßen Anwender*innen von Forschung sind, sondern Expert*innen für ihren Kontext, die Forschungsergebnisse kritisch einordnen, auf ihre Klassen anpassen und derWissenschaft wichtige Fragen zurückspielen können, die aus der Praxis heraus entstehen.
Anhand konkreter Beispiele aus England und Österreich diskutieren wir, warum Forschungsergebnisse nie einfach blind übernommen werden können, welche Rolle der Handlungsspielraum von Lehrpersonen dabei spielt und was das Konzept der Teacher Agency über den Lehrberuf als Profession aussagt. Dabei zeigt sich auch, wie unterschiedlich Bildungssysteme diesen Spielraum gestalten, vom stark regulierten englischen System bis zum vergleichsweise autonomen deutschsprachigen Raum.
Ein zentrales Praxisbeispiel für wirksame Fortbildung ist der Journal Club Approach, den das Chartered College in zwei Forschungsprojekten erprobt hat: Lehrpersonen lesen gemeinsam Forschungsartikel, analysieren sie kritisch auf Qualität und Relevanz für ihren Unterricht, erproben Interventionen und reflektieren die Ergebnisse im Team. Dieses aus der Medizin stammende Format hat sich als wirksame Alternative zur klassischen Frontal-Fortbildung erwiesen: niederschwellig, flexibel und auf aktive Auseinandersetzung statt passivem Zuhören ausgerichtet.
Weitere Themen sind:
Teacher Agency als Kernmerkmal professionellen Lehrens und warum Handlungsspielraum kein Freibrief für Beliebigkeit ist, sondern Voraussetzung für kontextsensibles Unterrichten. Evidenzbasierte Pädagogik kritisch gelesen: Was Lehrer*innen bei der Einschätzung von Qualität und Relevanz von Forschung beachten müssen. Retrieval Practice und Interleaving: Was diese kognitiv fundierten Unterrichtsstrategien leisten und wo die Forschung noch offene Fragen hinterlässt. Novice vs. Expert: Warum Fortbildungsformate je nach Karrierephase unterschiedlich aussehen sollten und was das Chartered College dazu herausgefunden hat. Der Journal Club in der Praxis: Wie monatliche Peer-Diskussionen über Fachartikel Lehrpersonen dazu bringen, Forschung aktiv anzuwenden und kritisch zu hinterfragen. Schulweite Fortbildungsstrategien: Warum individuelle Teilnahme an Fortbildungen oft zu wenig bewirkt und wie gemeinsame Fokussierung auf Schulebene den Unterschied machen kann. Lehrpersonen als Forschungspartner*innen: Wie das Chartered College 15 Forschungsfragen formuliert hat, die direkt aus der Unterrichtspraxis an die Wissenschaft zurückgespielt wurden.
Eine Folge über den Lehrberuf als Profession, über die Grenzen und Potenziale evidenzbasierter Pädagogik und darüber, warum gute Fortbildung nicht am Ende einer Veranstaltung aufhört, sondern erst in der Klasse beginnt.
Ressourcen und Links:
Lisa-Maria Müller auf LinkedIn Chartered College of Teaching Cognitive Science Research Priority Setting - Bericht in dem Fragen von Lehrer*innen an die Wissenschaft zusammengefasst wurden Teacher Professionalism - Definition des Chartered College Mid-career teachers - Artikel zum Fortbildungsbedarf bei Mid-career Teachers Evaluationsbericht zum Journal Clubs Projekt Special Issue von Impact zu AI Online-Kurs zu AI in Education Webseite der Zeitschrift Impact - Leaky Paywall (ein Artikel kann man ohne Mitgliedschaft lesen) und ein paar Ausgaben sind ohnehin frei zugänglich
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22.04.2026
50 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit dem Sachunterrichtsdidaktiker Stefan Meller (Private Pädagogische Hochschule Burgenland) über die Ziele, Konzepte und Praxis des Sachunterrichts in der Volksschule. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich Kinder die Welt, die sie umgibt, erschließen und welche Rolle der Sachunterricht als allgemeinbildendes Kernfach dabei spielt.
Wir diskutieren, warum Sachunterricht weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Einzelthemen und wie Kinder über Vielperspektivität und Vernetzung lernen, ihre Lebenswelt zu verstehen und in ihr aktiv zu handeln. Stefan macht deutlich, dass Sachunterricht kein „verkleinerter Geschichts- oder Physikunterricht" ist, sondern eine eigene Didaktik mit eigenen Prinzipien hat, getragen vom Anspruch, grundlegende Allgemeinbildung zu legen.
Anhand konkreter Beispiele – vom Thema Müll, das sich historisch, ökologisch, wirtschaftlich und naturwissenschaftlich aufschlüsseln lässt, über den Perspektivrahmen der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts bis hin zu Klafkis epochaltypischen Schlüsselproblemen – wird sichtbar, wie Themen exemplarisch und vielperspektivisch bearbeitet werden können. Dabei wird auch klar, dass Sachunterrichtsdidaktik ein ständiges Pendeln zwischen wissenschaftlicher Komplexität und kindgerechter Vermittlung ist – „zu viel Welt und zu wenig Zeit", wie es der Sachunterrichtsdidaktiker Walter Köhnlein treffend formuliert hat.
Weitere Themen sind:
Die Ziele des Sachunterrichts als Fach der Welterschließung und grundlegenden Allgemeinbildung. Vielperspektivität und Vernetzung: Wie große Themen aus mehreren Blickwinkeln exemplarisch bearbeitet werden. Klafkis epochaltypische Schlüsselprobleme als didaktischer Kompass für die Themenwahl. Der Spagat zwischen Sach- und Kindorientierung – das Pendel als Bild für professionelles Unterrichten. Die zentralen fachlichen Konzepte im neuen österreichischen Lehrplan der Primarstufe. Der Stellenwert der politischen Bildung in der Volksschule und der Einsatz von Erklärvideos als kindgerechter Zugang zu komplexen Themen – ausgezeichnet mit dem Staatspreis für exzellente Hochschullehre. Die Bedeutung schwieriger Themen im Sachunterricht: von sexueller Bildung bis zu Gerechtigkeit und Demokratie.
Eine Folge über die Besonderheiten eines Fachs mit „zu viel Welt und zu wenig Zeit" und darüber, wie Lehrer*innen Kinder dabei begleiten können, sich ihre Welt aktiv, vielperspektivisch und reflektiert zu erschließen.
Ressourcen und Links:
Profil von Stefan Meller auf LinkedIn Meller, S. (2024). Erklärvideos im Sachunterricht : eine explorative Studie zum Umgang von Lehrkräften mit dem audiovisuellen Medium. Springer VS. Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU): Perspektivrahmen Sachunterricht. Kahlert, J. (5. Aufl.). Der Sachunterricht und seine Didaktik. Klinkhardt/UTB. Zeitschrift Grundschule Sachunterricht (Friedrich Verlag): Klafki, W. (1996). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik – Epochaltypische Schlüsselprobleme. Beltz. Weitere Informationen zum Ars Docendi - Staatspreis für exzellente Hochschullehre für Stefan Meller
Wir diskutieren, warum Sachunterricht weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Einzelthemen und wie Kinder über Vielperspektivität und Vernetzung lernen, ihre Lebenswelt zu verstehen und in ihr aktiv zu handeln. Stefan macht deutlich, dass Sachunterricht kein „verkleinerter Geschichts- oder Physikunterricht" ist, sondern eine eigene Didaktik mit eigenen Prinzipien hat, getragen vom Anspruch, grundlegende Allgemeinbildung zu legen.
Anhand konkreter Beispiele – vom Thema Müll, das sich historisch, ökologisch, wirtschaftlich und naturwissenschaftlich aufschlüsseln lässt, über den Perspektivrahmen der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts bis hin zu Klafkis epochaltypischen Schlüsselproblemen – wird sichtbar, wie Themen exemplarisch und vielperspektivisch bearbeitet werden können. Dabei wird auch klar, dass Sachunterrichtsdidaktik ein ständiges Pendeln zwischen wissenschaftlicher Komplexität und kindgerechter Vermittlung ist – „zu viel Welt und zu wenig Zeit", wie es der Sachunterrichtsdidaktiker Walter Köhnlein treffend formuliert hat.
Weitere Themen sind:
Die Ziele des Sachunterrichts als Fach der Welterschließung und grundlegenden Allgemeinbildung. Vielperspektivität und Vernetzung: Wie große Themen aus mehreren Blickwinkeln exemplarisch bearbeitet werden. Klafkis epochaltypische Schlüsselprobleme als didaktischer Kompass für die Themenwahl. Der Spagat zwischen Sach- und Kindorientierung – das Pendel als Bild für professionelles Unterrichten. Die zentralen fachlichen Konzepte im neuen österreichischen Lehrplan der Primarstufe. Der Stellenwert der politischen Bildung in der Volksschule und der Einsatz von Erklärvideos als kindgerechter Zugang zu komplexen Themen – ausgezeichnet mit dem Staatspreis für exzellente Hochschullehre. Die Bedeutung schwieriger Themen im Sachunterricht: von sexueller Bildung bis zu Gerechtigkeit und Demokratie.
Eine Folge über die Besonderheiten eines Fachs mit „zu viel Welt und zu wenig Zeit" und darüber, wie Lehrer*innen Kinder dabei begleiten können, sich ihre Welt aktiv, vielperspektivisch und reflektiert zu erschließen.
Ressourcen und Links:
Profil von Stefan Meller auf LinkedIn Meller, S. (2024). Erklärvideos im Sachunterricht : eine explorative Studie zum Umgang von Lehrkräften mit dem audiovisuellen Medium. Springer VS. Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU): Perspektivrahmen Sachunterricht. Kahlert, J. (5. Aufl.). Der Sachunterricht und seine Didaktik. Klinkhardt/UTB. Zeitschrift Grundschule Sachunterricht (Friedrich Verlag): Klafki, W. (1996). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik – Epochaltypische Schlüsselprobleme. Beltz. Weitere Informationen zum Ars Docendi - Staatspreis für exzellente Hochschullehre für Stefan Meller
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08.04.2026
40 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit der Didaktikerin und Linguistin Sandra Reitbrecht (Universität Bamberg) über den Einsatz von Korpora im Deutschunterricht und darüber, wie Lehrende und Lernende Fragen zur Sprache datenbasiert klären können. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Korpora als Werkzeuge genutzt werden können, um Sprachbewusstsein, Sprachkompetenz und Sensibilität für Sprachwandel zu fördern.
Wir diskutieren, was Data-Driven-Learning konkret bedeutet und wie Korpora sowohl für Lernende als auch für Lehrende didaktisch nutzbar sind. Sandra zeigt, wie digitale Korpora nicht nur Normfragen beantworten, sondern auch Einblicke in Sprachgebrauch, Variation und gesellschaftliche Veränderungen geben können.
Anhand konkreter Beispiele – von Wort-Kombinationen über morphologische Bewusstheit bis hin zu historischen Veränderungen von Wortfrequenzen – wird deutlich, wie Korpora im Unterricht und in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden können. Dabei wird auch sichtbar, dass der Nutzen von Korpora stark von der Begleitung durch Lehrende und der Fähigkeit zur gezielten Recherche abhängt.
Weitere Themen sind:
Wie Lernende durch Citizen-Science-Ansätze im Sprachunterricht selbst zu Forschenden werden können. Der Einsatz von Korpora zur Analyse von Sprachwandel und zur Förderung der Bildungssprach.e. Unterschiedliche Arten von Korpora: geschriebene, gesprochene, lernenden- und fehlerannotierte Korpora. Corpus Literacy: welche Kompetenzen Lehrende brauchen, um Korpora effektiv zu nutzen Digitale Tools und Spiele, die den Zugang zu Sprachdaten vereinfachen und motivierend gestalten
Eine Folge über neue Wege, Sprache datenbasiert zu erforschen, und darüber, wie Lehrende und Lernende dabei gemeinsam Sprachbewusstsein entwickeln können.
Ressourcen und Links:
Profil von Sandra Reitbrecht auf der Webseite der Universität Bamberg KorDaF: Korpora Deutsch als Fremdsprache DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Leibniz-Institut für deutsche Sprache Vyatkina, N. (2024). Corpus applications in language teaching and research: The case of data-driven learning of German. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003223627
Wir diskutieren, was Data-Driven-Learning konkret bedeutet und wie Korpora sowohl für Lernende als auch für Lehrende didaktisch nutzbar sind. Sandra zeigt, wie digitale Korpora nicht nur Normfragen beantworten, sondern auch Einblicke in Sprachgebrauch, Variation und gesellschaftliche Veränderungen geben können.
Anhand konkreter Beispiele – von Wort-Kombinationen über morphologische Bewusstheit bis hin zu historischen Veränderungen von Wortfrequenzen – wird deutlich, wie Korpora im Unterricht und in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden können. Dabei wird auch sichtbar, dass der Nutzen von Korpora stark von der Begleitung durch Lehrende und der Fähigkeit zur gezielten Recherche abhängt.
Weitere Themen sind:
Wie Lernende durch Citizen-Science-Ansätze im Sprachunterricht selbst zu Forschenden werden können. Der Einsatz von Korpora zur Analyse von Sprachwandel und zur Förderung der Bildungssprach.e. Unterschiedliche Arten von Korpora: geschriebene, gesprochene, lernenden- und fehlerannotierte Korpora. Corpus Literacy: welche Kompetenzen Lehrende brauchen, um Korpora effektiv zu nutzen Digitale Tools und Spiele, die den Zugang zu Sprachdaten vereinfachen und motivierend gestalten
Eine Folge über neue Wege, Sprache datenbasiert zu erforschen, und darüber, wie Lehrende und Lernende dabei gemeinsam Sprachbewusstsein entwickeln können.
Ressourcen und Links:
Profil von Sandra Reitbrecht auf der Webseite der Universität Bamberg KorDaF: Korpora Deutsch als Fremdsprache DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Leibniz-Institut für deutsche Sprache Vyatkina, N. (2024). Corpus applications in language teaching and research: The case of data-driven learning of German. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003223627
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25.03.2026
43 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit dem Bildungswissenschaftler Peter Riegler (Pädagogische Hochschule Wien) über diskriminierungskritische Ansätze in Bezug auf Unterricht und Lehrer*innenbildung. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Unterricht nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Vorstellungen von „Normalität“ mitprägt und damit oft unbewusst Diskriminierung (re)produzieren kann.
Wir diskutieren, was ein diskriminierungskritischer Ansatz konkret bedeutet und warum er immer mit Selbstpositionierung beginnt: Welche Perspektiven bringe ich als Lehrperson mit? Welche Normen erscheinen mir selbstverständlich? Und wie schreiben sich diese in Unterrichtssituationen ein?
Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – von Personenbeschreibungen bis zu Gruppenarbeiten – zeigt sich, wie Differenz, Zuschreibungen und Machtverhältnisse im Klassenzimmer verhandelt werden. Dabei wird deutlich, dass Diskriminierung nicht nur in offensichtlichen Situationen entsteht, sondern auch in alltäglichen Routinen und scheinbar neutralen Aufgaben.
Weitere Themen sind:
Warum „offene Lernformen“ nicht automatisch gerecht sind und welche Rolle die aktive Intervention von Lehrpersonen dabei spielt. Wie sich gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Unterrichtsgesprächen und Gruppenarbeiten reproduzieren. Die Bedeutung von Fallarbeit in der Lehrer*innenbildung, um diskriminierungskritische Perspektiven zu entwickeln. Herausforderungen für Studierende, Theorie in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten (in der Wahrnehmung) von Diversität in städtischen und ländlichen Kontexten.
Eine Folge über Unterricht als Ort der Weltdeutung und darüber, wie Lehrpersonen sensibler mit Differenz, Macht und eigenen Annahmen umgehen können.
Ressourcen und Links
Toni Morrison (2023): Rezitativ - Hamburg: Rowohlt Tupoka Ogette (2021): Exit racism: rassismuskritisch denken lernen - Münster: Unrast Olaolu Fajembola & Tebogo Nimindé-Dundadengar (2021): "Gib mir mal die Hautfarbe". Mit Kindern über Rassismus sprechen - Weinheim: Beltz. Lupita Nyong’o (2019): Sulwe Daldry, S. (Regisseur). (2000). Billy Elliot [Film]. Universal Pictures. Kinderbuchserie Little People, Big Dreams vom Insel Verlag. Roland Reichenbach (2025): Die Krise der Imagination - Gießen: Psychosozial-Verlag
Wir diskutieren, was ein diskriminierungskritischer Ansatz konkret bedeutet und warum er immer mit Selbstpositionierung beginnt: Welche Perspektiven bringe ich als Lehrperson mit? Welche Normen erscheinen mir selbstverständlich? Und wie schreiben sich diese in Unterrichtssituationen ein?
Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – von Personenbeschreibungen bis zu Gruppenarbeiten – zeigt sich, wie Differenz, Zuschreibungen und Machtverhältnisse im Klassenzimmer verhandelt werden. Dabei wird deutlich, dass Diskriminierung nicht nur in offensichtlichen Situationen entsteht, sondern auch in alltäglichen Routinen und scheinbar neutralen Aufgaben.
Weitere Themen sind:
Warum „offene Lernformen“ nicht automatisch gerecht sind und welche Rolle die aktive Intervention von Lehrpersonen dabei spielt. Wie sich gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Unterrichtsgesprächen und Gruppenarbeiten reproduzieren. Die Bedeutung von Fallarbeit in der Lehrer*innenbildung, um diskriminierungskritische Perspektiven zu entwickeln. Herausforderungen für Studierende, Theorie in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten (in der Wahrnehmung) von Diversität in städtischen und ländlichen Kontexten.
Eine Folge über Unterricht als Ort der Weltdeutung und darüber, wie Lehrpersonen sensibler mit Differenz, Macht und eigenen Annahmen umgehen können.
Ressourcen und Links
Toni Morrison (2023): Rezitativ - Hamburg: Rowohlt Tupoka Ogette (2021): Exit racism: rassismuskritisch denken lernen - Münster: Unrast Olaolu Fajembola & Tebogo Nimindé-Dundadengar (2021): "Gib mir mal die Hautfarbe". Mit Kindern über Rassismus sprechen - Weinheim: Beltz. Lupita Nyong’o (2019): Sulwe Daldry, S. (Regisseur). (2000). Billy Elliot [Film]. Universal Pictures. Kinderbuchserie Little People, Big Dreams vom Insel Verlag. Roland Reichenbach (2025): Die Krise der Imagination - Gießen: Psychosozial-Verlag
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Über diesen Podcast
Willkommen bei Didaktik:Dialog – dem Podcast über guten Unterricht
und innovative Didaktik. Ich bin Denis Weger, war früher Lehrer und
bin heute Wissenschaftler an der Universität Wien. In jeder Folge
spreche ich mit Expert*innen aus verschiedenen Fachdidaktiken über
Theorie, Praxis und persönliche Erfahrungen. Für alle, die sich für
guten Unterricht und professionelle Lehrer*innenbildung
interessieren. 🎧 Hör rein und lass dich inspirieren!
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