Didaktik:Dialog

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14. Wie können Lehrende und Lernende Fragen zu Sprache klären? Mit Sandra Reitbrecht
08.04.2026
40 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit der Didaktikerin und Linguistin Sandra Reitbrecht (Universität Bamberg) über den Einsatz von Korpora im Deutschunterricht und darüber, wie Lehrende und Lernende Fragen zur Sprache datenbasiert klären können. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Korpora als Werkzeuge genutzt werden können, um Sprachbewusstsein, Sprachkompetenz und Sensibilität für Sprachwandel zu fördern.


Wir diskutieren, was Data-Driven-Learning konkret bedeutet und wie Korpora sowohl für Lernende als auch für Lehrende didaktisch nutzbar sind. Sandra zeigt, wie digitale Korpora nicht nur Normfragen beantworten, sondern auch Einblicke in Sprachgebrauch, Variation und gesellschaftliche Veränderungen geben können.


Anhand konkreter Beispiele – von Wort-Kombinationen über morphologische Bewusstheit bis hin zu historischen Veränderungen von Wortfrequenzen – wird deutlich, wie Korpora im Unterricht und in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden können. Dabei wird auch sichtbar, dass der Nutzen von Korpora stark von der Begleitung durch Lehrende und der Fähigkeit zur gezielten Recherche abhängt.


Weitere Themen sind:


Wie Lernende durch Citizen-Science-Ansätze im Sprachunterricht selbst zu Forschenden werden können. Der Einsatz von Korpora zur Analyse von Sprachwandel und zur Förderung der Bildungssprach.e. Unterschiedliche Arten von Korpora: geschriebene, gesprochene, lernenden- und fehlerannotierte Korpora. Corpus Literacy: welche Kompetenzen Lehrende brauchen, um Korpora effektiv zu nutzen Digitale Tools und Spiele, die den Zugang zu Sprachdaten vereinfachen und motivierend gestalten


Eine Folge über neue Wege, Sprache datenbasiert zu erforschen, und darüber, wie Lehrende und Lernende dabei gemeinsam Sprachbewusstsein entwickeln können.


Ressourcen und Links:


Profil von Sandra Reitbrecht auf der Webseite der Universität Bamberg KorDaF: Korpora Deutsch als Fremdsprache DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Leibniz-Institut für deutsche Sprache Vyatkina, N. (2024). Corpus applications in language teaching and research: The case of data-driven learning of German. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003223627
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13. Wie zeigt sich Diskriminierung im Unterricht und was kann man dagegen tun? Mit Peter Riegler
25.03.2026
43 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit dem Bildungswissenschaftler Peter Riegler (Pädagogische Hochschule Wien) über diskriminierungskritische Ansätze in Bezug auf Unterricht und Lehrer*innenbildung. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Unterricht nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Vorstellungen von „Normalität“ mitprägt und damit oft unbewusst Diskriminierung (re)produzieren kann.





Wir diskutieren, was ein diskriminierungskritischer Ansatz konkret bedeutet und warum er immer mit Selbstpositionierung beginnt: Welche Perspektiven bringe ich als Lehrperson mit? Welche Normen erscheinen mir selbstverständlich? Und wie schreiben sich diese in Unterrichtssituationen ein?





Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – von Personenbeschreibungen bis zu Gruppenarbeiten – zeigt sich, wie Differenz, Zuschreibungen und Machtverhältnisse im Klassenzimmer verhandelt werden. Dabei wird deutlich, dass Diskriminierung nicht nur in offensichtlichen Situationen entsteht, sondern auch in alltäglichen Routinen und scheinbar neutralen Aufgaben.





Weitere Themen sind:


Warum „offene Lernformen“ nicht automatisch gerecht sind und welche Rolle die aktive Intervention von Lehrpersonen dabei spielt. Wie sich gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Unterrichtsgesprächen und Gruppenarbeiten reproduzieren. Die Bedeutung von Fallarbeit in der Lehrer*innenbildung, um diskriminierungskritische Perspektiven zu entwickeln. Herausforderungen für Studierende, Theorie in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten (in der Wahrnehmung) von Diversität in städtischen und ländlichen Kontexten.


Eine Folge über Unterricht als Ort der Weltdeutung und darüber, wie Lehrpersonen sensibler mit Differenz, Macht und eigenen Annahmen umgehen können.





Ressourcen und Links


Toni Morrison (2023): Rezitativ - Hamburg: Rowohlt Tupoka Ogette (2021): Exit racism: rassismuskritisch denken lernen - Münster: Unrast Olaolu Fajembola & Tebogo Nimindé-Dundadengar (2021): "Gib mir mal die Hautfarbe". Mit Kindern über Rassismus sprechen - Weinheim: Beltz. Lupita Nyong’o (2019): Sulwe Daldry, S. (Regisseur). (2000). Billy Elliot [Film]. Universal Pictures. Kinderbuchserie Little People, Big Dreams vom Insel Verlag. Roland Reichenbach (2025): Die Krise der Imagination - Gießen: Psychosozial-Verlag
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12. Wie lernt man Englisch, im Unterricht und darüber hinaus? Mit Alexandra Schurz-Vogelsang
11.03.2026
42 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog unterhalte ich mich mit der Englischdidaktikerin Alexandra Schurz-Vogelsang (Universität Wien) über Ziele, Konzepte und Umsetzung von Englischunterricht, von kommunikativer Kompetenz bis zu innovativen Lehrformaten.


Wir sprechen darüber, wie Englischunterricht heute über Grammatik und Vokabeln hinausgeht und Lernende befähigen kann, die Sprache als Lingua Franca zu nutzen, um mit Menschen aus anderen Regionen der Welt in Kontakt zu treten. Dabei geht es auch um die Balance zwischen Fluency und Accuracy, implizitem und explizitem Lernen sowie die Integration von Englisch aus der Freizeit in den Unterricht.


Weitere Themen sind:


Wie eTwinning-Projekte authentische Kommunikation ermöglichen und Schüler*innen motivieren Praxisbeispiele zu Extensive Reading und Viewing Projects in der Volksschule und Unterstufe Strategien, um Angst vor dem Sprechen zu reduzieren und Lerngelegenheiten zu erweitern Wie theoretische Konzepte aus Fachdidaktik und Spracherwerbsforschung im Unterricht konkretumgesetzt werden können.


Eine Folge über Englischunterricht als Ort für kommunikative Kompetenz, handlungsorientierten Unterricht und motivierende Lernsettings.


Ressourcen und Links


Profil von Alexandra Schurz-Vogelsang auf der Website der Universität Wien eTwinning-Plattform Friedrich Verlag – Materialien für Englischunterricht (Unter- und Oberstufe)
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11. Kunstdidaktik zwischen Alltag, Macht und Teilhabe – wie funktioniert das im Unterricht? Mit Birke Sturm
25.02.2026
44 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit der Kunstpädagogin und Kulturwissenschaftlerin Birke Sturm (Universität Mozarteum) über Ziele, Herausforderungen und gesellschaftliche Dimensionen von Kunstunterricht.


Wir sprechen darüber, warum Kunst nicht nur im Museum stattfindet, sondern in alltäglichen ästhetischen Praktiken wie Mode, Social Media oder Memes. Dabei geht es auch um Fragen von Macht im Hinblick aufRepräsentation und Teilhabe: Wer kommt ins Museum? Wer wird sichtbar? Und wie kann Kunstunterricht Schüler*innen zu einem bewussteren Umgang mit visueller Kultur befähigen?


Weitere Themen sind


Chancen und Grenzen der Kompetenzorientierung im Kunstunterricht die Spannung zwischen technischem Können und kreativer Freiheit warum Prozesse im Kunstunterricht oft wichtiger sind als Produkte wie Beispiele aus Kunstgeschichte und Gegenwart helfen können, Bildpraktiken zu verstehen


Eine Folge über Kunstunterricht als Ort der Reflexion, Selbstermächtigung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung.


Ressourcen und Links


Profil von Birke Sturm auf der Website der Universität Mozarteum Schoppe, A. (2011). Bildzugänge: methodische Impulse für den Unterricht (1. Aufl.). Klett. Gaztambide-Fernández, R. (2013). Why the Arts Don’t Do Anything: Toward a New Vision for Cultural Production in Education. Harvard Educational Review, 83(1), 211–237. https://doi.org/10.17763/haer.83.1.a78q39699078ju20  myow.org – Workbook Arts Eduation diskrit-kubi.net - Diskriminierungskritische Perspektiven an der Schnittstelle Bildung/Kunst
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10. Wie kann man (literarisches) Lernen unterstützen? Mit Jochen Heins
11.02.2026
49 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit Jochen Heins (Professor für Didaktik der deutschen Literatur an der Universität Hildesheim) über Formen derUnterstützung in Lernprozessen, insbesondere aus literaturdidaktischer Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schüler:innen zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit literarischen Gegenständen befähigt werden können und welche Rolle Aufgabenstellungen dabei spielen.


Jochen Heins reflektiert seinen eigenen Werdegang – vom Lehramtsstudium in Hamburg bis zur Professur in Hildesheim – und erläutert, wie er durch empirische Forschung und theoretische Ansätze (u. a. kognitive Problemlösepsychologie) zu einem differenzierten Verständnis von Unterstützungsformen gelangt ist. Ein zentrales Thema ist das Scaffolding: Wie können Lehrpersonen Lernprozesse durch gezielte Lenkung und schrittweise Reduktion von Unterstützung so gestalten, dass Schüler:innen zunehmend eigenständig literarische Texte erschließen?


Dabei geht es auch um die Balance zwischen Offenheit und Lenkung: Zu starke Steuerung kann bei leistungsstarken Schüler:innen zu Irritationen führen, während zu wenig Unterstützung bei Lernenden mit schwierigeren Voraussetzungen zu einer Reduktion der Verstehenspotenziale führen kann. Heins betont, dass die Qualität von Aufgabenstellungen immer im Verhältnis zum literarischen Gegenstand und den Lernvoraussetzungen der Schüler:innen zu sehen ist.


Ein weiterer Fokus liegt auf der literarischen Kultur als ganzheitlichem Ansatz: Wie können Lehrpersonen durch gemeinsame Leserunden, Autor:innenbegegnungen oder kreative Formate wie Poetry Slams ein Umfeld schaffen, in dem Literatur als persönlichbereichernd erlebt wird? Heins plädiert dafür, Studierende in der Lehrer:innenbildung darin zu stärken, eigene Verstehensprozesse zu reflektieren und daraus Aufgabenstellungen abzuleiten.





Ressourcen und Links


Webseite von Jochen Heins Deutsch – Unterrichtspraxis für die Klassen 5 bis 10 (2023). Lernaufgaben im Literaturunterricht (Ausgabe Nr. 75). Friedrich Verlag. Heins, J. (2018). Lernaufgaben im Literaturunterricht – Zwischen normativer Diskussion, empirischer Wirkungsforschung und (unterrichts)praktischen Konsequenzen. Leseforum.ch, 3. Steinmetz, M. (2020). Verstehenssupport im Literaturunterricht : Theoretische und empirische Fundierung einer literaturdidaktischen Aufgabenorientierung. Springer Fachmedien Wiesbaden. Heins, J. (2017).  Lenkungsgrade im Literaturunterricht : Zum Einfluss stark und gering lenkender Aufgabensets auf das Textverstehen. Springer Fachmedien Wiesbaden. Winkler, I. (2011). Aufgabenpräferenzen für den Literaturunterricht : Eine Erhebung unter Deutschlehrkräften. VS Verlag für Sozialwissenschaften / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.





Keywords


literaturdidaktik, scaffolding, unterstützungsformen, aufgabenstellung, literaturunterricht, verstehensprozesse, lenkungsgrade, kognitive psychologie, literarische kultur, lehrerbildung, differenzierung, bildungsgerechtigkeit, leseförderung,schulische praxis, empirische forschung, didaktische konzepte
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Über diesen Podcast

Willkommen bei Didaktik:Dialog – dem Podcast über guten Unterricht und innovative Didaktik. Ich bin Denis Weger, war früher Lehrer und bin heute Wissenschaftler an der Universität Wien. In jeder Folge spreche ich mit Expert*innen aus verschiedenen Fachdidaktiken über Theorie, Praxis und persönliche Erfahrungen. Für alle, die sich für guten Unterricht und professionelle Lehrer*innenbildung interessieren. 🎧 Hör rein und lass dich inspirieren!
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