Didaktik:Dialog Archiv
22 Episoden
30 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Katharina Anzengruber vom Mozarteum in Salzburg. Katharina ist Assistenzprofessorin für Musikpädagogik am Department für Musikpädagogik. Sie hat außerdem viele Jahre an einem BORG und einer Mittelschule in Strasswalchen Musik unterrichtet. Wir sprechen über das Potenzial von Musik und künstlerischen Fächern für den Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen wie der Klimakrise.
Katharina erklärt zu Beginn, warum künstlerische Zugänge wie Musik ein transformatives Potenzial haben. Die Fakten zur Klimakrise sind bekannt. Trotzdem erreichen sie oft nicht die emotionale Ebene. Musik und künstlerische Praxen können hier ansetzen. Sie machen Themen anders erfahrbar und schaffen Erfahrungsräume, in denen sich Schüler:innen auch selbst ausdrücken können.
Ein zentraler Aspekt ist die Selbstwirksamkeit. Jugendliche fühlen sich in Bezug auf große Themen wie die Klimakrise oft machtlos. Katharina erzählt, wie Songwriting und experimentelles Komponieren Jugendlichen helfen können, eine Stimme zu bekommen und ihre Sorgen und Ängste auszudrücken. Musik ist für Kinder und Jugendliche ein ganz zentrales Ausdrucksmedium.
An konkreten Beispielen diskutieren wir, wie transformative Lernräume in der Praxis aussehen können. Katharina erzählt von einem Projekt zum Thema Boden, in dem Physik, Biologie, Songwriting und Fotografie zusammengebracht wurden. Und von einem Projekt zu Mobilität, in dem Schüler:innen Field Recordings gemacht und daraus eine Art Zukunftsmusik komponiert haben. Beide Projekte zeigen, wie fächerverbindendes Arbeiten die Komplexität gesellschaftlicher Themen erfahrbar macht.
Außerdem geht es um die Frage, warum fächerverbindendes und projektorientiertes Arbeiten so wichtig ist. Katharina macht deutlich: Die Herausforderungen unserer Zeit sind komplex. Es gibt keine einfachen Lösungen. Umso wichtiger, dass Schule Räume eröffnet, in denen Dinge zusammengedacht und ausprobiert werden können, in denen Prozesse wichtiger sind als Ergebnisse.
Weitere Themen:
Transformatives Lernen und warum es tiefgreifende Veränderungen von Bedeutungsperspektiven braucht.
Experimentelles Komponieren und Field Recording als Zugänge im Musikunterricht.
Projektbasiertes Arbeiten im Schulalltag und wie man trotz Lehrplandruck Räume dafür schafft.
Fördertöpfe wie der OeAD und wie man als Lehrperson Mittel für künstlerische Projekte akquiriert.
Warum Musikunterricht auch unabhängig von konkreten Themen Potenziale birgt, out of the box zu denken.
Eine Folge über das transformative Potenzial künstlerischer Fächer. Über Musik als Ausdrucksmedium. Und darüber, warum Jugendliche Erfahrungsräume brauchen, in denen sie sich als selbstwirksam erleben können.
Ressourcen und Links:
Katharina Anzengruber / Mozarteum Salzburg
Elke Zobel, Katharina Anzengruber & Projektteam: Zukunft mit Zukunft. Praxishandbuch zum Projekt “Räume kultureller Demokratie” (Open Access)
Projekt “Co-CreART. Co-Creating Change” mit dem mobilen Lernort Cre-Art-Lab
musik-klima.de – Plattform zu Musik, Klima und Nachhaltigkeit
OeAD Kulturvermittlung – Fördermöglichkeiten für künstlerische Projekte in der Schule
Katharina erklärt zu Beginn, warum künstlerische Zugänge wie Musik ein transformatives Potenzial haben. Die Fakten zur Klimakrise sind bekannt. Trotzdem erreichen sie oft nicht die emotionale Ebene. Musik und künstlerische Praxen können hier ansetzen. Sie machen Themen anders erfahrbar und schaffen Erfahrungsräume, in denen sich Schüler:innen auch selbst ausdrücken können.
Ein zentraler Aspekt ist die Selbstwirksamkeit. Jugendliche fühlen sich in Bezug auf große Themen wie die Klimakrise oft machtlos. Katharina erzählt, wie Songwriting und experimentelles Komponieren Jugendlichen helfen können, eine Stimme zu bekommen und ihre Sorgen und Ängste auszudrücken. Musik ist für Kinder und Jugendliche ein ganz zentrales Ausdrucksmedium.
An konkreten Beispielen diskutieren wir, wie transformative Lernräume in der Praxis aussehen können. Katharina erzählt von einem Projekt zum Thema Boden, in dem Physik, Biologie, Songwriting und Fotografie zusammengebracht wurden. Und von einem Projekt zu Mobilität, in dem Schüler:innen Field Recordings gemacht und daraus eine Art Zukunftsmusik komponiert haben. Beide Projekte zeigen, wie fächerverbindendes Arbeiten die Komplexität gesellschaftlicher Themen erfahrbar macht.
Außerdem geht es um die Frage, warum fächerverbindendes und projektorientiertes Arbeiten so wichtig ist. Katharina macht deutlich: Die Herausforderungen unserer Zeit sind komplex. Es gibt keine einfachen Lösungen. Umso wichtiger, dass Schule Räume eröffnet, in denen Dinge zusammengedacht und ausprobiert werden können, in denen Prozesse wichtiger sind als Ergebnisse.
Weitere Themen:
Transformatives Lernen und warum es tiefgreifende Veränderungen von Bedeutungsperspektiven braucht.
Experimentelles Komponieren und Field Recording als Zugänge im Musikunterricht.
Projektbasiertes Arbeiten im Schulalltag und wie man trotz Lehrplandruck Räume dafür schafft.
Fördertöpfe wie der OeAD und wie man als Lehrperson Mittel für künstlerische Projekte akquiriert.
Warum Musikunterricht auch unabhängig von konkreten Themen Potenziale birgt, out of the box zu denken.
Eine Folge über das transformative Potenzial künstlerischer Fächer. Über Musik als Ausdrucksmedium. Und darüber, warum Jugendliche Erfahrungsräume brauchen, in denen sie sich als selbstwirksam erleben können.
Ressourcen und Links:
Katharina Anzengruber / Mozarteum Salzburg
Elke Zobel, Katharina Anzengruber & Projektteam: Zukunft mit Zukunft. Praxishandbuch zum Projekt “Räume kultureller Demokratie” (Open Access)
Projekt “Co-CreART. Co-Creating Change” mit dem mobilen Lernort Cre-Art-Lab
musik-klima.de – Plattform zu Musik, Klima und Nachhaltigkeit
OeAD Kulturvermittlung – Fördermöglichkeiten für künstlerische Projekte in der Schule
33 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Georg Marschnig von der Universität Graz. Georg ist Professor für Geschichtsdidaktik und politische Bildung. Er hat außerdem fast zehn Jahre an einem Grazer Gymnasium Deutsch und Geschichte unterrichtet. Wir sprechen über Agency und Handlungsmacht bei Jugendlichen und darüber, wie Schule nicht nur zum Nachdenken, sondern wirklich zum politischen Handeln anregen kann.
Georg erklärt zu Beginn, worin der Unterschied zwischen Handlungsfähigkeit und Handlungsmacht liegt. Agency meint für ihn nicht nur das Wissen über eigene Möglichkeiten. Es geht darum, die eigenen Anliegen auch wirklich umzusetzen. Jugendlichen in der Theorie zu zeigen, wie politische Beteiligung funktioniert, reicht nicht. Sie müssen die Erfahrung machen, sich tatsächlich einzubringen.
An konkreten Beispielen diskutieren wir, warum politisches Lernen in der Schule oft im Theoretischen stecken bleibt. Georg beschreibt die Schule als machtdurchzogenen Ort, der politisches Lernen manchmal sogar erschwert. Er erzählt von einem Projekt zu zivilem Ungehorsam. Jugendliche haben sich beim BILLA auf den Boden gesetzt, Flashmobs und Sitzaktionen gemacht. So haben sie körperlich erfahren, was es heißt, sich im öffentlichen Raum zu positionieren.
Ein zentrales Beispiel ist das Projekt rund um einen vergessenen Gedenkstein in Graz-Straßgang, der an ein NS-Endverbrechen erinnert. Über zweieinhalb Jahre haben Georgs Schüleri*nnen gemeinsam mit Historiker*innen und städtischen Akteur*innen versucht, den Gedenkstein neu zu verhandeln. Dabei haben sie gelernt, mit politischem Widerstand und Kompromissen umzugehen.
Außerdem geht es um die Verbindung von historischem und politischem Lernen. Georg macht deutlich: Historisches Lernen kann nie politikfrei sein. Umgekehrt braucht politisches Verstehen immer auch historisches Denken. Besonders in Österreich mit dem Fach Geschichte und politische Bildung ergibt sich daraus die Chance, beides enger zusammenzudenken.
Weitere Themen:
Schule als ambivalenter Ort politischen Lernens und warum Machtstrukturen Diskussionen im Klassenzimmer erschweren.
Reflexion als zweiter Schritt. Warum Erleben allein nicht reicht und Nachbesprechungen Handlungsmacht sichtbar machen.
Projekte in der Geschichtskultur. Wie Denkmaldiskussionen und Straßennamendebatten als Lernanlässe funktionieren.
Lehrpläne aus der Gegenwart heraus denken. Warum aktuelle politische Debatten wie Lueger, die steirische Landeshymne oder Black Lives Matter gute Anknüpfungspunkte sind.
Eine Folge über Agency und Handlungsmacht als Ziele politischer Bildung. Über das Verlassen des Klassenzimmers. Und darüber, warum echte politische Erfahrungen Jugendliche nachhaltiger prägen als jede Diskussion in der Schule.
Ressourcen und Links:
Georg Marschnig / Universität Graz
Christian Heuer: Straßenkämpfe. Zu den Zeitpraktiken zivilen Ungehorsams. In: Didactica Historica 11 (2025)
Lale Yildirim: Historische Agency auf dem Markt der Erinnerungen der pluralen Gesellschaft: historische Diskursfähigkeit als Handlungsmächtigkeit
Georg Marschnig & Kolleg*innen: Enacting Agency in Digital Realms. Mapping Colonial Heritage as Civic Engagement. In: Barsch, Sebastian & Rein, Franziska (Hrsg.): Digital Civic Engagement and Youth Empowerment towards Achieving Inclusive Society. Oxford University Press (erscheint 2027)
Herman Melville: Bartleby, der Schreiber
Georg erklärt zu Beginn, worin der Unterschied zwischen Handlungsfähigkeit und Handlungsmacht liegt. Agency meint für ihn nicht nur das Wissen über eigene Möglichkeiten. Es geht darum, die eigenen Anliegen auch wirklich umzusetzen. Jugendlichen in der Theorie zu zeigen, wie politische Beteiligung funktioniert, reicht nicht. Sie müssen die Erfahrung machen, sich tatsächlich einzubringen.
An konkreten Beispielen diskutieren wir, warum politisches Lernen in der Schule oft im Theoretischen stecken bleibt. Georg beschreibt die Schule als machtdurchzogenen Ort, der politisches Lernen manchmal sogar erschwert. Er erzählt von einem Projekt zu zivilem Ungehorsam. Jugendliche haben sich beim BILLA auf den Boden gesetzt, Flashmobs und Sitzaktionen gemacht. So haben sie körperlich erfahren, was es heißt, sich im öffentlichen Raum zu positionieren.
Ein zentrales Beispiel ist das Projekt rund um einen vergessenen Gedenkstein in Graz-Straßgang, der an ein NS-Endverbrechen erinnert. Über zweieinhalb Jahre haben Georgs Schüleri*nnen gemeinsam mit Historiker*innen und städtischen Akteur*innen versucht, den Gedenkstein neu zu verhandeln. Dabei haben sie gelernt, mit politischem Widerstand und Kompromissen umzugehen.
Außerdem geht es um die Verbindung von historischem und politischem Lernen. Georg macht deutlich: Historisches Lernen kann nie politikfrei sein. Umgekehrt braucht politisches Verstehen immer auch historisches Denken. Besonders in Österreich mit dem Fach Geschichte und politische Bildung ergibt sich daraus die Chance, beides enger zusammenzudenken.
Weitere Themen:
Schule als ambivalenter Ort politischen Lernens und warum Machtstrukturen Diskussionen im Klassenzimmer erschweren.
Reflexion als zweiter Schritt. Warum Erleben allein nicht reicht und Nachbesprechungen Handlungsmacht sichtbar machen.
Projekte in der Geschichtskultur. Wie Denkmaldiskussionen und Straßennamendebatten als Lernanlässe funktionieren.
Lehrpläne aus der Gegenwart heraus denken. Warum aktuelle politische Debatten wie Lueger, die steirische Landeshymne oder Black Lives Matter gute Anknüpfungspunkte sind.
Eine Folge über Agency und Handlungsmacht als Ziele politischer Bildung. Über das Verlassen des Klassenzimmers. Und darüber, warum echte politische Erfahrungen Jugendliche nachhaltiger prägen als jede Diskussion in der Schule.
Ressourcen und Links:
Georg Marschnig / Universität Graz
Christian Heuer: Straßenkämpfe. Zu den Zeitpraktiken zivilen Ungehorsams. In: Didactica Historica 11 (2025)
Lale Yildirim: Historische Agency auf dem Markt der Erinnerungen der pluralen Gesellschaft: historische Diskursfähigkeit als Handlungsmächtigkeit
Georg Marschnig & Kolleg*innen: Enacting Agency in Digital Realms. Mapping Colonial Heritage as Civic Engagement. In: Barsch, Sebastian & Rein, Franziska (Hrsg.): Digital Civic Engagement and Youth Empowerment towards Achieving Inclusive Society. Oxford University Press (erscheint 2027)
Herman Melville: Bartleby, der Schreiber
3 Minuten
Staffel 3 von Didaktik:Dialog startet am 8. Oktober! In dieser kurzen Ankündigungsfolge erzähle ich dir, was dich in den nächsten Monaten erwartet — und warum Staffel 3 ein bisschen anders wird als die ersten beiden.
Acht Gäste, acht Themen: politische Bildung und Agency, Musikunterricht und Klimakrise, sprachliche Bildung, Wissenschaftsverständnis, wirtschaftliche Bildung, Lernen mit dem ganzen Körper, KI im Informatikunterricht und literarische Mehrsprachigkeit. Und am Ende der Staffel eine Sonderfolge, in der alle Gäste auf die Frage antworten: Was läuft im Bildungssystem besonders gut — und was müsste dringend verbessert werden?
Alle zwei Wochen donnerstags, überall wo es Podcasts gibt.
Acht Gäste, acht Themen: politische Bildung und Agency, Musikunterricht und Klimakrise, sprachliche Bildung, Wissenschaftsverständnis, wirtschaftliche Bildung, Lernen mit dem ganzen Körper, KI im Informatikunterricht und literarische Mehrsprachigkeit. Und am Ende der Staffel eine Sonderfolge, in der alle Gäste auf die Frage antworten: Was läuft im Bildungssystem besonders gut — und was müsste dringend verbessert werden?
Alle zwei Wochen donnerstags, überall wo es Podcasts gibt.
36 Minuten
In dieser Sonderfolge zum Staffelfinale von Didaktik:Dialog stellt Denis Weger allen Gästen der zweiten Staffel dieselbe Frage: Was macht guten Unterricht aus? Die Antworten kommen aus acht verschiedenen Fächern und Perspektiven – von Literaturdidaktik über Kunstpädagogik und Sachunterricht bis hin zu inklusiver Pädagogik und evidenzbasierter Lehrer*innenbildung. Und trotzdem klingt vieles erstaunlich ähnlich.
Die Gäste teilen ihre persönlichen Vorstellungen von gelungenem Unterricht:
Wann ist ein Inhalt wirklich bedeutsam – und warum reicht es nicht, einfach ein „aktuelles" Thema auszuwählen?
Was hat handlungsorientiertes Lernen mit Eigenverantwortung und Motivation zu tun?
Warum gibt es kein Patentrezept für guten Unterricht – und was Ted Lasso damit zu tun hat?
Besonders spannend: Obwohl alle Gäste aus völlig unterschiedlichen Fächern und Kontexten kommen, beschreiben sie am Ende denselben Moment. Den, den Cathrin Reisenauer Flow nennt – wenn die Kinder so im Tun sind, dass die Stunde vorbei ist, bevor irgendjemand auf die Uhr geschaut hat.
Eine Folge für alle, die sich fragen: Was will ich eigentlich erreichen, wenn ich vor einer Klasse stehe?
Ressourcen & Links:
Jill Hadfield: Classroom Dynamics (Oxford University Press)
Zoltán Dörnyei: Group Dynamics in the Language Classroom (Cambridge University Press)
Newsletter & alle Folgen: didaktik-dialog.com
Keywords:
Guter Unterricht, Unterrichtsqualität, Lehrkräftebildung, Handlungsorientierung, Lernmotivation, Flow im Unterricht, Didaktik, Didaktik Dialog
Die Gäste teilen ihre persönlichen Vorstellungen von gelungenem Unterricht:
Wann ist ein Inhalt wirklich bedeutsam – und warum reicht es nicht, einfach ein „aktuelles" Thema auszuwählen?
Was hat handlungsorientiertes Lernen mit Eigenverantwortung und Motivation zu tun?
Warum gibt es kein Patentrezept für guten Unterricht – und was Ted Lasso damit zu tun hat?
Besonders spannend: Obwohl alle Gäste aus völlig unterschiedlichen Fächern und Kontexten kommen, beschreiben sie am Ende denselben Moment. Den, den Cathrin Reisenauer Flow nennt – wenn die Kinder so im Tun sind, dass die Stunde vorbei ist, bevor irgendjemand auf die Uhr geschaut hat.
Eine Folge für alle, die sich fragen: Was will ich eigentlich erreichen, wenn ich vor einer Klasse stehe?
Ressourcen & Links:
Jill Hadfield: Classroom Dynamics (Oxford University Press)
Zoltán Dörnyei: Group Dynamics in the Language Classroom (Cambridge University Press)
Newsletter & alle Folgen: didaktik-dialog.com
Keywords:
Guter Unterricht, Unterrichtsqualität, Lehrkräftebildung, Handlungsorientierung, Lernmotivation, Flow im Unterricht, Didaktik, Didaktik Dialog
44 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Cathrin Reisenauer vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck, die zusätzlich als Beratungslehrerin in Tirol tätig ist, über inklusive Pädagogik, gemeinsames Lernen in heterogenen Klassen und die Frage, wie Schule zu einem Ort werden kann, an dem wirklich alle Kinder ihren Platz haben.
Ausgangspunkt ist die Frage, was inklusive Pädagogik im Kern will und warum Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Ressource verstanden werden sollte. Cathrin macht deutlich, dass Inklusion mehr ist als das Nebeneinander von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Aufgabe einiger weniger spezialisierter Lehrpersonen, sondern eine gemeinsame Verantwortung aller in der Schule tätigen Personen.
Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit diskutieren wir, wie inklusiver Unterricht praktisch aussehen kann, warum das verbreitete Modell, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus der Klasse herauszunehmen, kritisch zu betrachten ist und warum die Orientierung an einem fiktiven Durchschnittsschüler nicht nur langsam, sondern auch schnell lernende Kinder zurücklässt.
Ein zentrales Konzept ist die Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser mit ihren Prämissen Kooperation am gemeinsamen Gegenstand und innere Differenzierung. Cathrin erläutert, wie diese Theorie über Differenzierungsmatrizen in konkretes Material übersetzt wird, und spricht über das Lehr-Lern-Labor der Universität Innsbruck, in dem Lernkisten für Schulen entwickelt werden.
Ein zweiter Strang ist die verstehende Diagnostik als Zugang zu herausforderndem Verhalten. An einem eindrücklichen Beispiel zeigt Cathrin, wie der Wechsel von der Frage „Warum?" zur Frage „Wozu?" Lehrpersonen neue Handlungsoptionen eröffnet, die Beziehung stärkt und das eigene Stresserleben reduziert.
Weitere Themen:
Inklusion zwischen Segregation, Integration und Inklusion: Warum die Umsetzung stark vom Inklusionsverständnis der Schule abhängt.
Theorie-Praxis-Transfer: Wie die Doppeltätigkeit als Wissenschaftlerin und Beratungslehrerin beide Bereiche befruchtet.
Lernen am gemeinsamen Gegenstand: Wie ein Thema wie die Wärmelehre auf sensomotorischer, handelnder und symbolischer Ebene zugleich bearbeitet werden kann.
Beziehung als Kern pädagogischer Arbeit: Warum Verstehen auch die Lehrperson selbst entlastet.
Hospitieren als Lernform: Warum Bilder im Kopf von gelingendem inklusiven Unterricht oft fehlen und wie Hospitationen diese Lücke schließen.
Eine Folge über inklusive Pädagogik als gemeinsame Verantwortung, über didaktische Modelle, die Vielfalt im Klassenzimmer produktiv machen, und darüber, warum Verstehen oft der wirksamste pädagogische Zugang ist.
Ressourcen und Links:
Cathrin Reisenauer / Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung
Lehr-Lern-Labor für Inklusive Bildung an der Universität Innsbruck – Lernkisten und Materialien für inklusiven Unterricht
Index für Inklusion – Selbstevaluation für inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken
Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser – Grundlagentexte zur inneren Differenzierung
Deutscher Schulpreis – ausgezeichnete Schulen für Hospitationen
Österreichischer Staatspreis Innovative Schulen – ausgezeichnete Schulen in Österreich
Ausgangspunkt ist die Frage, was inklusive Pädagogik im Kern will und warum Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Ressource verstanden werden sollte. Cathrin macht deutlich, dass Inklusion mehr ist als das Nebeneinander von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf und keine Aufgabe einiger weniger spezialisierter Lehrpersonen, sondern eine gemeinsame Verantwortung aller in der Schule tätigen Personen.
Anhand konkreter Beispiele aus ihrer Arbeit diskutieren wir, wie inklusiver Unterricht praktisch aussehen kann, warum das verbreitete Modell, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aus der Klasse herauszunehmen, kritisch zu betrachten ist und warum die Orientierung an einem fiktiven Durchschnittsschüler nicht nur langsam, sondern auch schnell lernende Kinder zurücklässt.
Ein zentrales Konzept ist die Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser mit ihren Prämissen Kooperation am gemeinsamen Gegenstand und innere Differenzierung. Cathrin erläutert, wie diese Theorie über Differenzierungsmatrizen in konkretes Material übersetzt wird, und spricht über das Lehr-Lern-Labor der Universität Innsbruck, in dem Lernkisten für Schulen entwickelt werden.
Ein zweiter Strang ist die verstehende Diagnostik als Zugang zu herausforderndem Verhalten. An einem eindrücklichen Beispiel zeigt Cathrin, wie der Wechsel von der Frage „Warum?" zur Frage „Wozu?" Lehrpersonen neue Handlungsoptionen eröffnet, die Beziehung stärkt und das eigene Stresserleben reduziert.
Weitere Themen:
Inklusion zwischen Segregation, Integration und Inklusion: Warum die Umsetzung stark vom Inklusionsverständnis der Schule abhängt.
Theorie-Praxis-Transfer: Wie die Doppeltätigkeit als Wissenschaftlerin und Beratungslehrerin beide Bereiche befruchtet.
Lernen am gemeinsamen Gegenstand: Wie ein Thema wie die Wärmelehre auf sensomotorischer, handelnder und symbolischer Ebene zugleich bearbeitet werden kann.
Beziehung als Kern pädagogischer Arbeit: Warum Verstehen auch die Lehrperson selbst entlastet.
Hospitieren als Lernform: Warum Bilder im Kopf von gelingendem inklusiven Unterricht oft fehlen und wie Hospitationen diese Lücke schließen.
Eine Folge über inklusive Pädagogik als gemeinsame Verantwortung, über didaktische Modelle, die Vielfalt im Klassenzimmer produktiv machen, und darüber, warum Verstehen oft der wirksamste pädagogische Zugang ist.
Ressourcen und Links:
Cathrin Reisenauer / Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung
Lehr-Lern-Labor für Inklusive Bildung an der Universität Innsbruck – Lernkisten und Materialien für inklusiven Unterricht
Index für Inklusion – Selbstevaluation für inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken
Entwicklungslogische Didaktik nach Georg Feuser – Grundlagentexte zur inneren Differenzierung
Deutscher Schulpreis – ausgezeichnete Schulen für Hospitationen
Österreichischer Staatspreis Innovative Schulen – ausgezeichnete Schulen in Österreich
49 Minuten
Indieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit Lisa-Maria Müller, Associate Director of Research and Policy am Chartered College of Teaching in Großbritannien, über evidenzbasierte Pädagogik, Teacher Agency und die Frage, wie Lehrpersonen nicht nur Empfänger*innen von Forschungsergebnissen sein können, sondern aktiv zum Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Unterrichtspraxis beitragen.
Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein produktiver Dialog zwischen Forschung und Praxisaussehen kann und warum dieser Dialog zwingend in beide Richtungen gehen muss. Lisa macht deutlich, dass Lehrpersonen keine bloßen Anwender*innen von Forschung sind, sondern Expert*innen für ihren Kontext, die Forschungsergebnisse kritisch einordnen, auf ihre Klassen anpassen und derWissenschaft wichtige Fragen zurückspielen können, die aus der Praxis heraus entstehen.
Anhand konkreter Beispiele aus England und Österreich diskutieren wir, warum Forschungsergebnisse nie einfach blind übernommen werden können, welche Rolle der Handlungsspielraum von Lehrpersonen dabei spielt und was das Konzept der Teacher Agency über den Lehrberuf als Profession aussagt. Dabei zeigt sich auch, wie unterschiedlich Bildungssysteme diesen Spielraum gestalten, vom stark regulierten englischen System bis zum vergleichsweise autonomen deutschsprachigen Raum.
Ein zentrales Praxisbeispiel für wirksame Fortbildung ist der Journal Club Approach, den das Chartered College in zwei Forschungsprojekten erprobt hat: Lehrpersonen lesen gemeinsam Forschungsartikel, analysieren sie kritisch auf Qualität und Relevanz für ihren Unterricht, erproben Interventionen und reflektieren die Ergebnisse im Team. Dieses aus der Medizin stammende Format hat sich als wirksame Alternative zur klassischen Frontal-Fortbildung erwiesen: niederschwellig, flexibel und auf aktive Auseinandersetzung statt passivem Zuhören ausgerichtet.
Weitere Themen sind:
Teacher Agency als Kernmerkmal professionellen Lehrens und warum Handlungsspielraum kein Freibrief für Beliebigkeit ist, sondern Voraussetzung für kontextsensibles Unterrichten.
Evidenzbasierte Pädagogik kritisch gelesen: Was Lehrer*innen bei der Einschätzung von Qualität und Relevanz von Forschung beachten müssen.
Retrieval Practice und Interleaving: Was diese kognitiv fundierten Unterrichtsstrategien leisten und wo die Forschung noch offene Fragen hinterlässt.
Novice vs. Expert: Warum Fortbildungsformate je nach Karrierephase unterschiedlich aussehen sollten und was das Chartered College dazu herausgefunden hat.
Der Journal Club in der Praxis: Wie monatliche Peer-Diskussionen über Fachartikel Lehrpersonen dazu bringen, Forschung aktiv anzuwenden und kritisch zu hinterfragen.
Schulweite Fortbildungsstrategien: Warum individuelle Teilnahme an Fortbildungen oft zu wenig bewirkt und wie gemeinsame Fokussierung auf Schulebene den Unterschied machen kann.
Lehrpersonen als Forschungspartner*innen: Wie das Chartered College 15 Forschungsfragen formuliert hat, die direkt aus der Unterrichtspraxis an die Wissenschaft zurückgespielt wurden.
Eine Folge über den Lehrberuf als Profession, über die Grenzen und Potenziale evidenzbasierter Pädagogik und darüber, warum gute Fortbildung nicht am Ende einer Veranstaltung aufhört, sondern erst in der Klasse beginnt.
Ressourcen und Links:
Lisa-Maria Müller auf LinkedIn
Chartered College of Teaching
Cognitive Science Research Priority Setting - Bericht in dem Fragen von Lehrer*innen an die Wissenschaft zusammengefasst wurden
Teacher Professionalism - Definition des Chartered College
Mid-career teachers - Artikel zum Fortbildungsbedarf bei Mid-career Teachers
Evaluationsbericht zum Journal Clubs Projekt
Special Issue von Impact zu AI
Online-Kurs zu AI in Education
Webseite der Zeitschrift Impact - Leaky Paywall (ein Artikel kann man ohne Mitgliedschaft lesen) und ein paar Ausgaben sind ohnehin frei zugänglich
Ausgangspunkt ist die Frage, wie ein produktiver Dialog zwischen Forschung und Praxisaussehen kann und warum dieser Dialog zwingend in beide Richtungen gehen muss. Lisa macht deutlich, dass Lehrpersonen keine bloßen Anwender*innen von Forschung sind, sondern Expert*innen für ihren Kontext, die Forschungsergebnisse kritisch einordnen, auf ihre Klassen anpassen und derWissenschaft wichtige Fragen zurückspielen können, die aus der Praxis heraus entstehen.
Anhand konkreter Beispiele aus England und Österreich diskutieren wir, warum Forschungsergebnisse nie einfach blind übernommen werden können, welche Rolle der Handlungsspielraum von Lehrpersonen dabei spielt und was das Konzept der Teacher Agency über den Lehrberuf als Profession aussagt. Dabei zeigt sich auch, wie unterschiedlich Bildungssysteme diesen Spielraum gestalten, vom stark regulierten englischen System bis zum vergleichsweise autonomen deutschsprachigen Raum.
Ein zentrales Praxisbeispiel für wirksame Fortbildung ist der Journal Club Approach, den das Chartered College in zwei Forschungsprojekten erprobt hat: Lehrpersonen lesen gemeinsam Forschungsartikel, analysieren sie kritisch auf Qualität und Relevanz für ihren Unterricht, erproben Interventionen und reflektieren die Ergebnisse im Team. Dieses aus der Medizin stammende Format hat sich als wirksame Alternative zur klassischen Frontal-Fortbildung erwiesen: niederschwellig, flexibel und auf aktive Auseinandersetzung statt passivem Zuhören ausgerichtet.
Weitere Themen sind:
Teacher Agency als Kernmerkmal professionellen Lehrens und warum Handlungsspielraum kein Freibrief für Beliebigkeit ist, sondern Voraussetzung für kontextsensibles Unterrichten.
Evidenzbasierte Pädagogik kritisch gelesen: Was Lehrer*innen bei der Einschätzung von Qualität und Relevanz von Forschung beachten müssen.
Retrieval Practice und Interleaving: Was diese kognitiv fundierten Unterrichtsstrategien leisten und wo die Forschung noch offene Fragen hinterlässt.
Novice vs. Expert: Warum Fortbildungsformate je nach Karrierephase unterschiedlich aussehen sollten und was das Chartered College dazu herausgefunden hat.
Der Journal Club in der Praxis: Wie monatliche Peer-Diskussionen über Fachartikel Lehrpersonen dazu bringen, Forschung aktiv anzuwenden und kritisch zu hinterfragen.
Schulweite Fortbildungsstrategien: Warum individuelle Teilnahme an Fortbildungen oft zu wenig bewirkt und wie gemeinsame Fokussierung auf Schulebene den Unterschied machen kann.
Lehrpersonen als Forschungspartner*innen: Wie das Chartered College 15 Forschungsfragen formuliert hat, die direkt aus der Unterrichtspraxis an die Wissenschaft zurückgespielt wurden.
Eine Folge über den Lehrberuf als Profession, über die Grenzen und Potenziale evidenzbasierter Pädagogik und darüber, warum gute Fortbildung nicht am Ende einer Veranstaltung aufhört, sondern erst in der Klasse beginnt.
Ressourcen und Links:
Lisa-Maria Müller auf LinkedIn
Chartered College of Teaching
Cognitive Science Research Priority Setting - Bericht in dem Fragen von Lehrer*innen an die Wissenschaft zusammengefasst wurden
Teacher Professionalism - Definition des Chartered College
Mid-career teachers - Artikel zum Fortbildungsbedarf bei Mid-career Teachers
Evaluationsbericht zum Journal Clubs Projekt
Special Issue von Impact zu AI
Online-Kurs zu AI in Education
Webseite der Zeitschrift Impact - Leaky Paywall (ein Artikel kann man ohne Mitgliedschaft lesen) und ein paar Ausgaben sind ohnehin frei zugänglich
50 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit dem Sachunterrichtsdidaktiker Stefan Meller (Private Pädagogische Hochschule Burgenland) über die Ziele, Konzepte und Praxis des Sachunterrichts in der Volksschule. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich Kinder die Welt, die sie umgibt, erschließen und welche Rolle der Sachunterricht als allgemeinbildendes Kernfach dabei spielt.
Wir diskutieren, warum Sachunterricht weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Einzelthemen und wie Kinder über Vielperspektivität und Vernetzung lernen, ihre Lebenswelt zu verstehen und in ihr aktiv zu handeln. Stefan macht deutlich, dass Sachunterricht kein „verkleinerter Geschichts- oder Physikunterricht" ist, sondern eine eigene Didaktik mit eigenen Prinzipien hat, getragen vom Anspruch, grundlegende Allgemeinbildung zu legen.
Anhand konkreter Beispiele – vom Thema Müll, das sich historisch, ökologisch, wirtschaftlich und naturwissenschaftlich aufschlüsseln lässt, über den Perspektivrahmen der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts bis hin zu Klafkis epochaltypischen Schlüsselproblemen – wird sichtbar, wie Themen exemplarisch und vielperspektivisch bearbeitet werden können. Dabei wird auch klar, dass Sachunterrichtsdidaktik ein ständiges Pendeln zwischen wissenschaftlicher Komplexität und kindgerechter Vermittlung ist – „zu viel Welt und zu wenig Zeit", wie es der Sachunterrichtsdidaktiker Walter Köhnlein treffend formuliert hat.
Weitere Themen sind:
Die Ziele des Sachunterrichts als Fach der Welterschließung und grundlegenden Allgemeinbildung.
Vielperspektivität und Vernetzung: Wie große Themen aus mehreren Blickwinkeln exemplarisch bearbeitet werden.
Klafkis epochaltypische Schlüsselprobleme als didaktischer Kompass für die Themenwahl.
Der Spagat zwischen Sach- und Kindorientierung – das Pendel als Bild für professionelles Unterrichten.
Die zentralen fachlichen Konzepte im neuen österreichischen Lehrplan der Primarstufe.
Der Stellenwert der politischen Bildung in der Volksschule und der Einsatz von Erklärvideos als kindgerechter Zugang zu komplexen Themen – ausgezeichnet mit dem Staatspreis für exzellente Hochschullehre.
Die Bedeutung schwieriger Themen im Sachunterricht: von sexueller Bildung bis zu Gerechtigkeit und Demokratie.
Eine Folge über die Besonderheiten eines Fachs mit „zu viel Welt und zu wenig Zeit" und darüber, wie Lehrer*innen Kinder dabei begleiten können, sich ihre Welt aktiv, vielperspektivisch und reflektiert zu erschließen.
Ressourcen und Links:
Profil von Stefan Meller auf LinkedIn
Meller, S. (2024). Erklärvideos im Sachunterricht : eine explorative Studie zum Umgang von Lehrkräften mit dem audiovisuellen Medium. Springer VS.
Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU): Perspektivrahmen Sachunterricht.
Kahlert, J. (5. Aufl.). Der Sachunterricht und seine Didaktik. Klinkhardt/UTB.
Zeitschrift Grundschule Sachunterricht (Friedrich Verlag):
Klafki, W. (1996). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik – Epochaltypische Schlüsselprobleme. Beltz.
Weitere Informationen zum Ars Docendi - Staatspreis für exzellente Hochschullehre für Stefan Meller
Wir diskutieren, warum Sachunterricht weit mehr ist als eine Aneinanderreihung von Einzelthemen und wie Kinder über Vielperspektivität und Vernetzung lernen, ihre Lebenswelt zu verstehen und in ihr aktiv zu handeln. Stefan macht deutlich, dass Sachunterricht kein „verkleinerter Geschichts- oder Physikunterricht" ist, sondern eine eigene Didaktik mit eigenen Prinzipien hat, getragen vom Anspruch, grundlegende Allgemeinbildung zu legen.
Anhand konkreter Beispiele – vom Thema Müll, das sich historisch, ökologisch, wirtschaftlich und naturwissenschaftlich aufschlüsseln lässt, über den Perspektivrahmen der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts bis hin zu Klafkis epochaltypischen Schlüsselproblemen – wird sichtbar, wie Themen exemplarisch und vielperspektivisch bearbeitet werden können. Dabei wird auch klar, dass Sachunterrichtsdidaktik ein ständiges Pendeln zwischen wissenschaftlicher Komplexität und kindgerechter Vermittlung ist – „zu viel Welt und zu wenig Zeit", wie es der Sachunterrichtsdidaktiker Walter Köhnlein treffend formuliert hat.
Weitere Themen sind:
Die Ziele des Sachunterrichts als Fach der Welterschließung und grundlegenden Allgemeinbildung.
Vielperspektivität und Vernetzung: Wie große Themen aus mehreren Blickwinkeln exemplarisch bearbeitet werden.
Klafkis epochaltypische Schlüsselprobleme als didaktischer Kompass für die Themenwahl.
Der Spagat zwischen Sach- und Kindorientierung – das Pendel als Bild für professionelles Unterrichten.
Die zentralen fachlichen Konzepte im neuen österreichischen Lehrplan der Primarstufe.
Der Stellenwert der politischen Bildung in der Volksschule und der Einsatz von Erklärvideos als kindgerechter Zugang zu komplexen Themen – ausgezeichnet mit dem Staatspreis für exzellente Hochschullehre.
Die Bedeutung schwieriger Themen im Sachunterricht: von sexueller Bildung bis zu Gerechtigkeit und Demokratie.
Eine Folge über die Besonderheiten eines Fachs mit „zu viel Welt und zu wenig Zeit" und darüber, wie Lehrer*innen Kinder dabei begleiten können, sich ihre Welt aktiv, vielperspektivisch und reflektiert zu erschließen.
Ressourcen und Links:
Profil von Stefan Meller auf LinkedIn
Meller, S. (2024). Erklärvideos im Sachunterricht : eine explorative Studie zum Umgang von Lehrkräften mit dem audiovisuellen Medium. Springer VS.
Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (GDSU): Perspektivrahmen Sachunterricht.
Kahlert, J. (5. Aufl.). Der Sachunterricht und seine Didaktik. Klinkhardt/UTB.
Zeitschrift Grundschule Sachunterricht (Friedrich Verlag):
Klafki, W. (1996). Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik – Epochaltypische Schlüsselprobleme. Beltz.
Weitere Informationen zum Ars Docendi - Staatspreis für exzellente Hochschullehre für Stefan Meller
40 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit der Didaktikerin und Linguistin Sandra Reitbrecht (Universität Bamberg) über den Einsatz von Korpora im Deutschunterricht und darüber, wie Lehrende und Lernende Fragen zur Sprache datenbasiert klären können. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Korpora als Werkzeuge genutzt werden können, um Sprachbewusstsein, Sprachkompetenz und Sensibilität für Sprachwandel zu fördern.
Wir diskutieren, was Data-Driven-Learning konkret bedeutet und wie Korpora sowohl für Lernende als auch für Lehrende didaktisch nutzbar sind. Sandra zeigt, wie digitale Korpora nicht nur Normfragen beantworten, sondern auch Einblicke in Sprachgebrauch, Variation und gesellschaftliche Veränderungen geben können.
Anhand konkreter Beispiele – von Wort-Kombinationen über morphologische Bewusstheit bis hin zu historischen Veränderungen von Wortfrequenzen – wird deutlich, wie Korpora im Unterricht und in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden können. Dabei wird auch sichtbar, dass der Nutzen von Korpora stark von der Begleitung durch Lehrende und der Fähigkeit zur gezielten Recherche abhängt.
Weitere Themen sind:
Wie Lernende durch Citizen-Science-Ansätze im Sprachunterricht selbst zu Forschenden werden können.
Der Einsatz von Korpora zur Analyse von Sprachwandel und zur Förderung der Bildungssprach.e.
Unterschiedliche Arten von Korpora: geschriebene, gesprochene, lernenden- und fehlerannotierte Korpora.
Corpus Literacy: welche Kompetenzen Lehrende brauchen, um Korpora effektiv zu nutzen
Digitale Tools und Spiele, die den Zugang zu Sprachdaten vereinfachen und motivierend gestalten
Eine Folge über neue Wege, Sprache datenbasiert zu erforschen, und darüber, wie Lehrende und Lernende dabei gemeinsam Sprachbewusstsein entwickeln können.
Ressourcen und Links:
Profil von Sandra Reitbrecht auf der Webseite der Universität Bamberg
KorDaF: Korpora Deutsch als Fremdsprache
DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
Leibniz-Institut für deutsche Sprache
Vyatkina, N. (2024). Corpus applications in language teaching and research: The case of data-driven learning of German. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003223627
Wir diskutieren, was Data-Driven-Learning konkret bedeutet und wie Korpora sowohl für Lernende als auch für Lehrende didaktisch nutzbar sind. Sandra zeigt, wie digitale Korpora nicht nur Normfragen beantworten, sondern auch Einblicke in Sprachgebrauch, Variation und gesellschaftliche Veränderungen geben können.
Anhand konkreter Beispiele – von Wort-Kombinationen über morphologische Bewusstheit bis hin zu historischen Veränderungen von Wortfrequenzen – wird deutlich, wie Korpora im Unterricht und in der Lehrer*innenbildung eingesetzt werden können. Dabei wird auch sichtbar, dass der Nutzen von Korpora stark von der Begleitung durch Lehrende und der Fähigkeit zur gezielten Recherche abhängt.
Weitere Themen sind:
Wie Lernende durch Citizen-Science-Ansätze im Sprachunterricht selbst zu Forschenden werden können.
Der Einsatz von Korpora zur Analyse von Sprachwandel und zur Förderung der Bildungssprach.e.
Unterschiedliche Arten von Korpora: geschriebene, gesprochene, lernenden- und fehlerannotierte Korpora.
Corpus Literacy: welche Kompetenzen Lehrende brauchen, um Korpora effektiv zu nutzen
Digitale Tools und Spiele, die den Zugang zu Sprachdaten vereinfachen und motivierend gestalten
Eine Folge über neue Wege, Sprache datenbasiert zu erforschen, und darüber, wie Lehrende und Lernende dabei gemeinsam Sprachbewusstsein entwickeln können.
Ressourcen und Links:
Profil von Sandra Reitbrecht auf der Webseite der Universität Bamberg
KorDaF: Korpora Deutsch als Fremdsprache
DWDS: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
Leibniz-Institut für deutsche Sprache
Vyatkina, N. (2024). Corpus applications in language teaching and research: The case of data-driven learning of German. Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003223627
43 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spreche ich mit dem Bildungswissenschaftler Peter Riegler (Pädagogische Hochschule Wien) über diskriminierungskritische Ansätze in Bezug auf Unterricht und Lehrer*innenbildung. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Unterricht nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Vorstellungen von „Normalität“ mitprägt und damit oft unbewusst Diskriminierung (re)produzieren kann.
Wir diskutieren, was ein diskriminierungskritischer Ansatz konkret bedeutet und warum er immer mit Selbstpositionierung beginnt: Welche Perspektiven bringe ich als Lehrperson mit? Welche Normen erscheinen mir selbstverständlich? Und wie schreiben sich diese in Unterrichtssituationen ein?
Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – von Personenbeschreibungen bis zu Gruppenarbeiten – zeigt sich, wie Differenz, Zuschreibungen und Machtverhältnisse im Klassenzimmer verhandelt werden. Dabei wird deutlich, dass Diskriminierung nicht nur in offensichtlichen Situationen entsteht, sondern auch in alltäglichen Routinen und scheinbar neutralen Aufgaben.
Weitere Themen sind:
Warum „offene Lernformen“ nicht automatisch gerecht sind und welche Rolle die aktive Intervention von Lehrpersonen dabei spielt.
Wie sich gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Unterrichtsgesprächen und Gruppenarbeiten reproduzieren.
Die Bedeutung von Fallarbeit in der Lehrer*innenbildung, um diskriminierungskritische Perspektiven zu entwickeln.
Herausforderungen für Studierende, Theorie in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten (in der Wahrnehmung) von Diversität in städtischen und ländlichen Kontexten.
Eine Folge über Unterricht als Ort der Weltdeutung und darüber, wie Lehrpersonen sensibler mit Differenz, Macht und eigenen Annahmen umgehen können.
Ressourcen und Links
Toni Morrison (2023): Rezitativ - Hamburg: Rowohlt
Tupoka Ogette (2021): Exit racism: rassismuskritisch denken lernen - Münster: Unrast
Olaolu Fajembola & Tebogo Nimindé-Dundadengar (2021): "Gib mir mal die Hautfarbe". Mit Kindern über Rassismus sprechen - Weinheim: Beltz.
Lupita Nyong’o (2019): Sulwe
Daldry, S. (Regisseur). (2000). Billy Elliot [Film]. Universal Pictures.
Kinderbuchserie Little People, Big Dreams vom Insel Verlag.
Roland Reichenbach (2025): Die Krise der Imagination - Gießen: Psychosozial-Verlag
Wir diskutieren, was ein diskriminierungskritischer Ansatz konkret bedeutet und warum er immer mit Selbstpositionierung beginnt: Welche Perspektiven bringe ich als Lehrperson mit? Welche Normen erscheinen mir selbstverständlich? Und wie schreiben sich diese in Unterrichtssituationen ein?
Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele – von Personenbeschreibungen bis zu Gruppenarbeiten – zeigt sich, wie Differenz, Zuschreibungen und Machtverhältnisse im Klassenzimmer verhandelt werden. Dabei wird deutlich, dass Diskriminierung nicht nur in offensichtlichen Situationen entsteht, sondern auch in alltäglichen Routinen und scheinbar neutralen Aufgaben.
Weitere Themen sind:
Warum „offene Lernformen“ nicht automatisch gerecht sind und welche Rolle die aktive Intervention von Lehrpersonen dabei spielt.
Wie sich gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen in Unterrichtsgesprächen und Gruppenarbeiten reproduzieren.
Die Bedeutung von Fallarbeit in der Lehrer*innenbildung, um diskriminierungskritische Perspektiven zu entwickeln.
Herausforderungen für Studierende, Theorie in konkrete Handlungsmöglichkeiten zu übersetzen.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten (in der Wahrnehmung) von Diversität in städtischen und ländlichen Kontexten.
Eine Folge über Unterricht als Ort der Weltdeutung und darüber, wie Lehrpersonen sensibler mit Differenz, Macht und eigenen Annahmen umgehen können.
Ressourcen und Links
Toni Morrison (2023): Rezitativ - Hamburg: Rowohlt
Tupoka Ogette (2021): Exit racism: rassismuskritisch denken lernen - Münster: Unrast
Olaolu Fajembola & Tebogo Nimindé-Dundadengar (2021): "Gib mir mal die Hautfarbe". Mit Kindern über Rassismus sprechen - Weinheim: Beltz.
Lupita Nyong’o (2019): Sulwe
Daldry, S. (Regisseur). (2000). Billy Elliot [Film]. Universal Pictures.
Kinderbuchserie Little People, Big Dreams vom Insel Verlag.
Roland Reichenbach (2025): Die Krise der Imagination - Gießen: Psychosozial-Verlag
42 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog unterhalte ich mich mit der Englischdidaktikerin Alexandra Schurz-Vogelsang (Universität Wien) über Ziele, Konzepte und Umsetzung von Englischunterricht, von kommunikativer Kompetenz bis zu innovativen Lehrformaten.
Wir sprechen darüber, wie Englischunterricht heute über Grammatik und Vokabeln hinausgeht und Lernende befähigen kann, die Sprache als Lingua Franca zu nutzen, um mit Menschen aus anderen Regionen der Welt in Kontakt zu treten. Dabei geht es auch um die Balance zwischen Fluency und Accuracy, implizitem und explizitem Lernen sowie die Integration von Englisch aus der Freizeit in den Unterricht.
Weitere Themen sind:
Wie eTwinning-Projekte authentische Kommunikation ermöglichen und Schüler*innen motivieren
Praxisbeispiele zu Extensive Reading und Viewing Projects in der Volksschule und Unterstufe
Strategien, um Angst vor dem Sprechen zu reduzieren und Lerngelegenheiten zu erweitern
Wie theoretische Konzepte aus Fachdidaktik und Spracherwerbsforschung im Unterricht konkretumgesetzt werden können.
Eine Folge über Englischunterricht als Ort für kommunikative Kompetenz, handlungsorientierten Unterricht und motivierende Lernsettings.
Ressourcen und Links
Profil von Alexandra Schurz-Vogelsang auf der Website der Universität Wien
eTwinning-Plattform
Friedrich Verlag – Materialien für Englischunterricht (Unter- und Oberstufe)
Wir sprechen darüber, wie Englischunterricht heute über Grammatik und Vokabeln hinausgeht und Lernende befähigen kann, die Sprache als Lingua Franca zu nutzen, um mit Menschen aus anderen Regionen der Welt in Kontakt zu treten. Dabei geht es auch um die Balance zwischen Fluency und Accuracy, implizitem und explizitem Lernen sowie die Integration von Englisch aus der Freizeit in den Unterricht.
Weitere Themen sind:
Wie eTwinning-Projekte authentische Kommunikation ermöglichen und Schüler*innen motivieren
Praxisbeispiele zu Extensive Reading und Viewing Projects in der Volksschule und Unterstufe
Strategien, um Angst vor dem Sprechen zu reduzieren und Lerngelegenheiten zu erweitern
Wie theoretische Konzepte aus Fachdidaktik und Spracherwerbsforschung im Unterricht konkretumgesetzt werden können.
Eine Folge über Englischunterricht als Ort für kommunikative Kompetenz, handlungsorientierten Unterricht und motivierende Lernsettings.
Ressourcen und Links
Profil von Alexandra Schurz-Vogelsang auf der Website der Universität Wien
eTwinning-Plattform
Friedrich Verlag – Materialien für Englischunterricht (Unter- und Oberstufe)
44 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit der Kunstpädagogin und Kulturwissenschaftlerin Birke Sturm (Universität Mozarteum) über Ziele, Herausforderungen und gesellschaftliche Dimensionen von Kunstunterricht.
Wir sprechen darüber, warum Kunst nicht nur im Museum stattfindet, sondern in alltäglichen ästhetischen Praktiken wie Mode, Social Media oder Memes. Dabei geht es auch um Fragen von Macht im Hinblick aufRepräsentation und Teilhabe: Wer kommt ins Museum? Wer wird sichtbar? Und wie kann Kunstunterricht Schüler*innen zu einem bewussteren Umgang mit visueller Kultur befähigen?
Weitere Themen sind
Chancen und Grenzen der Kompetenzorientierung im Kunstunterricht
die Spannung zwischen technischem Können und kreativer Freiheit
warum Prozesse im Kunstunterricht oft wichtiger sind als Produkte
wie Beispiele aus Kunstgeschichte und Gegenwart helfen können, Bildpraktiken zu verstehen
Eine Folge über Kunstunterricht als Ort der Reflexion, Selbstermächtigung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung.
Ressourcen und Links
Profil von Birke Sturm auf der Website der Universität Mozarteum
Schoppe, A. (2011). Bildzugänge: methodische Impulse für den Unterricht (1. Aufl.). Klett.
Gaztambide-Fernández, R. (2013). Why the Arts Don’t Do Anything: Toward a New Vision for Cultural Production in Education. Harvard Educational Review, 83(1), 211–237. https://doi.org/10.17763/haer.83.1.a78q39699078ju20
myow.org – Workbook Arts Eduation
diskrit-kubi.net - Diskriminierungskritische Perspektiven an der Schnittstelle Bildung/Kunst
Wir sprechen darüber, warum Kunst nicht nur im Museum stattfindet, sondern in alltäglichen ästhetischen Praktiken wie Mode, Social Media oder Memes. Dabei geht es auch um Fragen von Macht im Hinblick aufRepräsentation und Teilhabe: Wer kommt ins Museum? Wer wird sichtbar? Und wie kann Kunstunterricht Schüler*innen zu einem bewussteren Umgang mit visueller Kultur befähigen?
Weitere Themen sind
Chancen und Grenzen der Kompetenzorientierung im Kunstunterricht
die Spannung zwischen technischem Können und kreativer Freiheit
warum Prozesse im Kunstunterricht oft wichtiger sind als Produkte
wie Beispiele aus Kunstgeschichte und Gegenwart helfen können, Bildpraktiken zu verstehen
Eine Folge über Kunstunterricht als Ort der Reflexion, Selbstermächtigung und gesellschaftlichen Auseinandersetzung.
Ressourcen und Links
Profil von Birke Sturm auf der Website der Universität Mozarteum
Schoppe, A. (2011). Bildzugänge: methodische Impulse für den Unterricht (1. Aufl.). Klett.
Gaztambide-Fernández, R. (2013). Why the Arts Don’t Do Anything: Toward a New Vision for Cultural Production in Education. Harvard Educational Review, 83(1), 211–237. https://doi.org/10.17763/haer.83.1.a78q39699078ju20
myow.org – Workbook Arts Eduation
diskrit-kubi.net - Diskriminierungskritische Perspektiven an der Schnittstelle Bildung/Kunst
49 Minuten
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit Jochen Heins (Professor für Didaktik der deutschen Literatur an der Universität Hildesheim) über Formen derUnterstützung in Lernprozessen, insbesondere aus literaturdidaktischer Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schüler:innen zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit literarischen Gegenständen befähigt werden können und welche Rolle Aufgabenstellungen dabei spielen.
Jochen Heins reflektiert seinen eigenen Werdegang – vom Lehramtsstudium in Hamburg bis zur Professur in Hildesheim – und erläutert, wie er durch empirische Forschung und theoretische Ansätze (u. a. kognitive Problemlösepsychologie) zu einem differenzierten Verständnis von Unterstützungsformen gelangt ist. Ein zentrales Thema ist das Scaffolding: Wie können Lehrpersonen Lernprozesse durch gezielte Lenkung und schrittweise Reduktion von Unterstützung so gestalten, dass Schüler:innen zunehmend eigenständig literarische Texte erschließen?
Dabei geht es auch um die Balance zwischen Offenheit und Lenkung: Zu starke Steuerung kann bei leistungsstarken Schüler:innen zu Irritationen führen, während zu wenig Unterstützung bei Lernenden mit schwierigeren Voraussetzungen zu einer Reduktion der Verstehenspotenziale führen kann. Heins betont, dass die Qualität von Aufgabenstellungen immer im Verhältnis zum literarischen Gegenstand und den Lernvoraussetzungen der Schüler:innen zu sehen ist.
Ein weiterer Fokus liegt auf der literarischen Kultur als ganzheitlichem Ansatz: Wie können Lehrpersonen durch gemeinsame Leserunden, Autor:innenbegegnungen oder kreative Formate wie Poetry Slams ein Umfeld schaffen, in dem Literatur als persönlichbereichernd erlebt wird? Heins plädiert dafür, Studierende in der Lehrer:innenbildung darin zu stärken, eigene Verstehensprozesse zu reflektieren und daraus Aufgabenstellungen abzuleiten.
Ressourcen und Links
Webseite von Jochen Heins
Deutsch – Unterrichtspraxis für die Klassen 5 bis 10 (2023). Lernaufgaben im Literaturunterricht (Ausgabe Nr. 75). Friedrich Verlag.
Heins, J. (2018). Lernaufgaben im Literaturunterricht – Zwischen normativer Diskussion, empirischer Wirkungsforschung und (unterrichts)praktischen Konsequenzen. Leseforum.ch, 3.
Steinmetz, M. (2020). Verstehenssupport im Literaturunterricht : Theoretische und empirische Fundierung einer literaturdidaktischen Aufgabenorientierung. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Heins, J. (2017). Lenkungsgrade im Literaturunterricht : Zum Einfluss stark und gering lenkender Aufgabensets auf das Textverstehen. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Winkler, I. (2011). Aufgabenpräferenzen für den Literaturunterricht : Eine Erhebung unter Deutschlehrkräften. VS Verlag für Sozialwissenschaften / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.
Keywords
literaturdidaktik, scaffolding, unterstützungsformen, aufgabenstellung, literaturunterricht, verstehensprozesse, lenkungsgrade, kognitive psychologie, literarische kultur, lehrerbildung, differenzierung, bildungsgerechtigkeit, leseförderung,schulische praxis, empirische forschung, didaktische konzepte
Jochen Heins reflektiert seinen eigenen Werdegang – vom Lehramtsstudium in Hamburg bis zur Professur in Hildesheim – und erläutert, wie er durch empirische Forschung und theoretische Ansätze (u. a. kognitive Problemlösepsychologie) zu einem differenzierten Verständnis von Unterstützungsformen gelangt ist. Ein zentrales Thema ist das Scaffolding: Wie können Lehrpersonen Lernprozesse durch gezielte Lenkung und schrittweise Reduktion von Unterstützung so gestalten, dass Schüler:innen zunehmend eigenständig literarische Texte erschließen?
Dabei geht es auch um die Balance zwischen Offenheit und Lenkung: Zu starke Steuerung kann bei leistungsstarken Schüler:innen zu Irritationen führen, während zu wenig Unterstützung bei Lernenden mit schwierigeren Voraussetzungen zu einer Reduktion der Verstehenspotenziale führen kann. Heins betont, dass die Qualität von Aufgabenstellungen immer im Verhältnis zum literarischen Gegenstand und den Lernvoraussetzungen der Schüler:innen zu sehen ist.
Ein weiterer Fokus liegt auf der literarischen Kultur als ganzheitlichem Ansatz: Wie können Lehrpersonen durch gemeinsame Leserunden, Autor:innenbegegnungen oder kreative Formate wie Poetry Slams ein Umfeld schaffen, in dem Literatur als persönlichbereichernd erlebt wird? Heins plädiert dafür, Studierende in der Lehrer:innenbildung darin zu stärken, eigene Verstehensprozesse zu reflektieren und daraus Aufgabenstellungen abzuleiten.
Ressourcen und Links
Webseite von Jochen Heins
Deutsch – Unterrichtspraxis für die Klassen 5 bis 10 (2023). Lernaufgaben im Literaturunterricht (Ausgabe Nr. 75). Friedrich Verlag.
Heins, J. (2018). Lernaufgaben im Literaturunterricht – Zwischen normativer Diskussion, empirischer Wirkungsforschung und (unterrichts)praktischen Konsequenzen. Leseforum.ch, 3.
Steinmetz, M. (2020). Verstehenssupport im Literaturunterricht : Theoretische und empirische Fundierung einer literaturdidaktischen Aufgabenorientierung. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Heins, J. (2017). Lenkungsgrade im Literaturunterricht : Zum Einfluss stark und gering lenkender Aufgabensets auf das Textverstehen. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Winkler, I. (2011). Aufgabenpräferenzen für den Literaturunterricht : Eine Erhebung unter Deutschlehrkräften. VS Verlag für Sozialwissenschaften / Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.
Keywords
literaturdidaktik, scaffolding, unterstützungsformen, aufgabenstellung, literaturunterricht, verstehensprozesse, lenkungsgrade, kognitive psychologie, literarische kultur, lehrerbildung, differenzierung, bildungsgerechtigkeit, leseförderung,schulische praxis, empirische forschung, didaktische konzepte
47 Sekunden
Staffel 2 von Didaktik:Dialog startet am 12. Februar.
Alle zwei Wochen neue Gespräche aus Didaktik und Lehr-/Lernforschung über guten Unterricht, Theorie-Praxis-Verbindungen und persönliche Zugänge zum Lehren und Lernen.
Jetzt folgen und keine Folge verpassen.
Alle zwei Wochen neue Gespräche aus Didaktik und Lehr-/Lernforschung über guten Unterricht, Theorie-Praxis-Verbindungen und persönliche Zugänge zum Lehren und Lernen.
Jetzt folgen und keine Folge verpassen.
34 Minuten
Beschreibung:
In dieser Sonderfolge zum Staffelfinale von Didaktik:Dialog blickt Denis Weger gemeinsam mit allen Gästen der Staffel auf den Berufseinstieg als Lehrer:in zurück. Was hat ihnen geholfen? Welche Stolpersteine gab es und was würden sie heute anders machen? Die Folge versammelt persönliche Erfahrungen, ehrliche Tipps und vielfältige Perspektiven aus der Praxis: von der ersten eigenen Klasse über den Umgang mit Unsicherheiten bis hin zur Frage, wie man langfristig Freude am Beruf behält.
Die Gäste teilen konkrete Strategien für den Start:
Wie findet man den eigenen Stil zwischen Idealismus und Schulrealität?
Welche Netzwerke und Ressourcen sind wirklich hilfreich?
Wie geht man mit Überforderung um und wo liegt der Unterschied zwischen Perfektionismus und professioneller Entwicklung?
Besonders spannend: Die Gespräche zeigen, dass viele Herausforderungen unabhängig von Schulform oder Fach sind – ob in der AHS, BHS oder im sprachlichen, künstlerischen oder naturwissenschaftlichen Unterricht.
Eine Folge für alle, die kurz vor dem Studienabschluss stehen, gerade angefangen haben oder sich einfach fragen: „Wie würde ich heute meinen Start gestalten?“
Keywords:
Berufseinstieg Lehrer:in, Lehrer werden, Referendariat Tipps, Schulstart Erfahrungen, Unterrichtspraxis, Lehreralltag, Lehrerbildung Österreich, erste Klasse, Überforderung Lehramt, Netzwerke Lehrkräfte, Schulentwicklung, Lehrerperspektiven, Didaktik Dialog, Denis Weger, Lehramtsstudium, Schulrealität, Lehrercoaching, Lehrercommunity
In dieser Sonderfolge zum Staffelfinale von Didaktik:Dialog blickt Denis Weger gemeinsam mit allen Gästen der Staffel auf den Berufseinstieg als Lehrer:in zurück. Was hat ihnen geholfen? Welche Stolpersteine gab es und was würden sie heute anders machen? Die Folge versammelt persönliche Erfahrungen, ehrliche Tipps und vielfältige Perspektiven aus der Praxis: von der ersten eigenen Klasse über den Umgang mit Unsicherheiten bis hin zur Frage, wie man langfristig Freude am Beruf behält.
Die Gäste teilen konkrete Strategien für den Start:
Wie findet man den eigenen Stil zwischen Idealismus und Schulrealität?
Welche Netzwerke und Ressourcen sind wirklich hilfreich?
Wie geht man mit Überforderung um und wo liegt der Unterschied zwischen Perfektionismus und professioneller Entwicklung?
Besonders spannend: Die Gespräche zeigen, dass viele Herausforderungen unabhängig von Schulform oder Fach sind – ob in der AHS, BHS oder im sprachlichen, künstlerischen oder naturwissenschaftlichen Unterricht.
Eine Folge für alle, die kurz vor dem Studienabschluss stehen, gerade angefangen haben oder sich einfach fragen: „Wie würde ich heute meinen Start gestalten?“
Keywords:
Berufseinstieg Lehrer:in, Lehrer werden, Referendariat Tipps, Schulstart Erfahrungen, Unterrichtspraxis, Lehreralltag, Lehrerbildung Österreich, erste Klasse, Überforderung Lehramt, Netzwerke Lehrkräfte, Schulentwicklung, Lehrerperspektiven, Didaktik Dialog, Denis Weger, Lehramtsstudium, Schulrealität, Lehrercoaching, Lehrercommunity
54 Minuten
Beschreibung:
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit Magdalena Reicht-Steinmayr (Kunstuniversität Graz) über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Musikdidaktik. Ausgehend von ihrem künstlerisch-wissenschaftlichen Doktorat reflektiert Magdalena, welche Rolle kreative Prozesse und künstlerische Forschung im Musikunterricht spielen – und wie sie dazu beitragen können, Unterricht prozessorientiert und vielfältig zu gestalten.
Ein zentrales Thema ist die Frage, wie didaktische Konzepte in der Lehrerbildung und im Schulalltag verankert werden können – gerade in einem Fach wie Musik, das stark von persönlichen Zugängen, schulischen Rahmenbedingungen und inhaltlicher Vielfalt geprägt ist. Magdalena betont, dass es Mut braucht, offene Lernprozesse zuzulassen, Schüler*innen in ihrer Kreativität ernst zu nehmen und den Prozess über das Produkt zu stellen.
Dabei geht es auch um theoretische und strukturelle Fragen: Welche Konzepte von Musikpädagogik sind in Österreich wirksam? Wie lange dauert es, bis neue Ideen in der Unterrichtspraxis ankommen? Und wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in der Lehrer*innenbildung nachhaltig umgesetzt werden? Magdalena gibt Einblick in ihre Forschung und teilt konkrete Impulse für eine prozessorientierte und kreative Unterrichtsgestaltung.
Ressourcen und Links:
Magdalena Reicht-Steinmayr auf der Webseite der Kunstuniversität Graz
Julia Wienke: Musikdidaktische Konzeptionen (iMooX-Kurs)
Jank, Werner (2021) (Hg.): Musikdidaktik. Praxishandbuch - Berlin: Cornelsen
Keywords:
musikpädagogik, musikdidaktik, künstlerische forschung, unterricht, prozesslernen, kreative prozesse, österreich, lehrerausbildung, didaktische konzepte, ressourcen, vielfalt, kreativität, schule, musikunterricht, bildung, lehrerbildung, prozessorientierung, herausforderungen
In dieser Folge von Didaktik:Dialog spricht Denis Weger mit Magdalena Reicht-Steinmayr (Kunstuniversität Graz) über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Musikdidaktik. Ausgehend von ihrem künstlerisch-wissenschaftlichen Doktorat reflektiert Magdalena, welche Rolle kreative Prozesse und künstlerische Forschung im Musikunterricht spielen – und wie sie dazu beitragen können, Unterricht prozessorientiert und vielfältig zu gestalten.
Ein zentrales Thema ist die Frage, wie didaktische Konzepte in der Lehrerbildung und im Schulalltag verankert werden können – gerade in einem Fach wie Musik, das stark von persönlichen Zugängen, schulischen Rahmenbedingungen und inhaltlicher Vielfalt geprägt ist. Magdalena betont, dass es Mut braucht, offene Lernprozesse zuzulassen, Schüler*innen in ihrer Kreativität ernst zu nehmen und den Prozess über das Produkt zu stellen.
Dabei geht es auch um theoretische und strukturelle Fragen: Welche Konzepte von Musikpädagogik sind in Österreich wirksam? Wie lange dauert es, bis neue Ideen in der Unterrichtspraxis ankommen? Und wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in der Lehrer*innenbildung nachhaltig umgesetzt werden? Magdalena gibt Einblick in ihre Forschung und teilt konkrete Impulse für eine prozessorientierte und kreative Unterrichtsgestaltung.
Ressourcen und Links:
Magdalena Reicht-Steinmayr auf der Webseite der Kunstuniversität Graz
Julia Wienke: Musikdidaktische Konzeptionen (iMooX-Kurs)
Jank, Werner (2021) (Hg.): Musikdidaktik. Praxishandbuch - Berlin: Cornelsen
Keywords:
musikpädagogik, musikdidaktik, künstlerische forschung, unterricht, prozesslernen, kreative prozesse, österreich, lehrerausbildung, didaktische konzepte, ressourcen, vielfalt, kreativität, schule, musikunterricht, bildung, lehrerbildung, prozessorientierung, herausforderungen