"Stuck ... stuck ... stuck! ..." (Iwan S. Turgenjew)

"Stuck ... stuck ... stuck! ..." (Iwan S. Turgenjew)

vor 4 Tagen
Eine Erzählung aus dem Jahr 1871
1 Stunde 5 Minuten
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Hochwertige Literatur, vorgelesen von professionellen Sprecherinnen und Sprechern

Beschreibung

vor 4 Tagen

In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in Russland eine
breite intellektuelle Strömung, die das individuelle Leben als
komplett determiniert ansah. Da war einfach nichts zu machen,
wenn die Sterne für einen schlecht standen, das Schicksal es
nicht gut mit einem meinte. Iwan Turgenjews Geschichte „Stuck ...
stuck ... stuck! ...“ spielt gewissermaßen mit diesem
Gedankengut, das höchstwahrscheinlich vielen Menschen das Leben
unnötig vergraulte, vielleicht auch versaute. So auch dem
Protagonisten in Turgenjews Erzählung. Tegljows Fatalismus
versperrt ihm vollkommen den Blick auf die Wirklichkeit des
Geschehens. Zahlenmystik, Astrologie, das übliche Programm des
Determinismus bestimmt seine emotionale Verfasstheit, dies dann
auch im psychopathologischen Sinne: So ist Tegjlows Braut sicher
an Cholera gestorben – für ihn steht aber fest, dass sie
Selbstmord beging, aus Frustration darüber, dass er sein
Heiratsversprechen ihr gegenüber nicht einlösen konnte. Und nun
rufe sie ihn zu sich. Die Konsequenz heißt: Suizid. Wie erwähnt:
Da ist nichts zu machen, wenn man die Welt als von fremden
Kräften und Mächten gestaltet ansieht.


Eine „Studie eines russischen Selbstmords“ sei diese 1871
erschienene Erzählung, schrieb Turgenjew. Eins ist aber auch
wahr: Trotz der eigentlichen Tragik enthält sie sehr komische
Szenen. Wir veröffentlichen Christian Brückners unnachahmliche
Vorleseversion des Werks dank der Genehmigung der Westdeutschen
Blindenhörbücherei (WBH) in Münster.
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