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  4. "Die Tote" (Guy de Maupassant)
Schmerzensspiegel, brennende Spiegel, Kränze aus Glasperlen und
verwelkten Blumen, ein nächtliches Kriechen auf dem
Friedhofsboden ... Ja, es wirkt durchaus extrem, was wir in Guy
de Maupassants Geschichte „Die Tote“ lesen und hören. Der
Erzähler hatte die Verstorbene außerordentlich stark geliebt,
seine Worte legen Zeugnis davon ab. Die Liebe ging und geht noch
immer so weit, dass er sich schwerlich lösen, trennen kann. Er
besucht ihr Grab. Und was jetzt geschieht, was für Gestalten nun
so auftreten, sprengt im Grunde den Rahmen der ästhetisch
hochwertigen Literatur, doch Maupassant gelingt es, auch sehr
merkwürdig anmutende Situationen, ja sogar Zombies als
vorstellbar darzustellen. Das wirkt in dieser Novelle
unterhaltsam, etwas gruselig und auch komisch im besten Sinne –
bis zu dem Moment, in dem wir die neue, von der auferstandenen
Verstorbenen selbst eingeritzte Marmorkreuz-Inschrift lesen:
„Eines Tages ging sie aus, um ihren Geliebten zu hintergehen,
erkältete sich bei Regenwetter und starb.“ Nun ist es vorbei mit
der Komik. Der Hinterbliebene/Erzähler fällt jedenfalls in
Ohnmacht. Bei Tagesgrauen fand man ihn ohnmächtig neben einem
Grab.

Dass er uns all dies erzählen kann, spricht für sein Überleben
und zeigt eine gewisse Distanz zum Geschehenen an. Denn nur so
kann über eigenes Leiden geschrieben werden. Doch was aus dem
Erzähler wurde, kann nur eine Vermutung bleiben. Wir wissen es
nicht. Starke Literatur bleibt nun einmal ambivalent. – „Die
Tote“ von Guy de Maupassant stammt aus den 80er-Jahren des 19.
Jahrhunderts und wird vorgelesen von Volker Drüke.
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„"Die Tote" (Guy de Maupassant)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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