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Beschreibung
vor 2 Wochen
Jetzt sei „der Zauber gebrochen“, heißt es einmal in dieser
Geschichte, „die letzte Spur der Geliebten war verschwunden“.
Bitter. Auch, weil all das Erzählte in Strindbergs „Herbst“
paarpsychologisch vollkommen nachvollziehbar ist. Hier wird nicht
gewertet, geurteilt, es wird dargestellt, schonungslos. Zum Ende
hin wird es immer härter, unbarmherzig, aber: nicht ganz ohne
Hoffnung. Und ja! Die gab es zuvor auch schon: Als der Mann aus
beruflichen Gründen einige Wochen von zu Hause weg ist, beginnt
er, seiner Frau Briefe zu schreiben, in Worten, die sie lange
nicht oder noch nie von ihm gehört, gelesen hatte. Die Eheleute
begegnen sich nun auf einer neuen Ebene, etliche Liebesbriefe
fliegen hin und her. Doch die Annäherung verharrt im
Schriftlichen. Als sie sich wiedersehen, ohne die Kinder und in
großer Hoffnung auf eine Erneuerung der Liebe, schaffen sie es
nicht, herauszukommen aus dem Gewohnten, hinzukommen zu dem
anderen, wegzukommen von den eigenen Hemmungen. Kein
Aufeinander-Zugehen, keine verständnisvolle, empathische
Kommunikation – alles nicht mehr möglich. Nur im Streit wirken
sie hemmungslos, da geht es ordentlich zur Sache. Eine Beziehung
im Herbst. (Die Jahreszeiten symbolisieren in der
Beziehungsbeschreibung durchweg die Lage der beiden.)
Diese in ihrer desillusionierenden Darstellung ungewöhnliche
Paar-Geschichte ist in weiten Teilen vom männlichen Blick
geprägt. Doch es gibt auch die weibliche Perspektive. Wenige
Worte und nonverbale Zeichen reichen aus, um das Unwohlsein und
die Weitsicht der Frau auszudrücken. Als der Mann sich selbst
einmal einen „alten Narr“ nennt, schweigt sie dazu. Doch ihre
Augen nehmen einen „zerschmetternden Ausdruck von Würde an“.
Puuh!
„Herbst“ von August Strindberg stammt aus dem Jahr 1884 und wird
hier vorgetragen von Georg Lippert.
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