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Beschreibung
vor 1 Monat
Ein kleiner, feiner Text. Wie mit frisch gespitztem Bleistift zu
Papier gebracht. Nur Notwendiges wird notiert. Auch der Erzähler
bleibt außen vor, wir erfahren fast nichts über ihn. Ein
Beobachter eines Paars ist er, eine Art liebevoller Voyeur, also
einer im außererotischen Sinne.
Der Autor Herman Bang malt oder schmückt in seiner Geschichte
nichts aus, er deutet nur an, überlässt alles Weitere den
Imaginationen der Lesenden und Hörenden. Und gestaltet seine
Erzähl-Miniatur so fein wie ein Zeichner seine Skizze. Darin ist
von zwei Menschen die Rede, einer Frau und einem Mann, die
zunächst als einander Liebende auftreten – oder so wirken. Er
sieht sie in einem Garten, seit antiken Zeiten in der Literatur
ein locus amoenus, ein lieblicher, idealer Ort. Im Frühjahr, der
Zeit des Aufblühens, des Wandels, des Sich-Entwickelns. Später,
nach dem Frühling, sieht er nur noch sie, die Frau. Was war
geschehen? Warum ist sie nun allein unterwegs? Und: „Welchen Weg
nimmt er jetzt wohl zu seinem Tagwerk?“ So der letzte Satz. Alles
bleibt offen.
Herman Bangs Text „Durch den Garten von Schloss Rosenborg“,
wunderbar sorgfältig in Szene gesetzt und schön in seiner
eigentümlichen ästhetischen Art, erschien zuerst im Jahr 1899.
Die aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg übersetzte Version
liest Volker Drüke.
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