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  4. "Der Sandmann" (E.T.A. Hoffmann) (Teil 2)
Es bleibt schaurig und wirkt bedrohlich! Wir hören von Bränden,
einem gerade noch abgewendeten Duell, von „kindischer
Gespensterfurcht“, einer Szene vor dem Traualtar, die in einer
Katastrophe mündet. Wieder alles nur Einbildung des Nathanael?

Er liebt nun Clara innig, wirkt eine Zeit lang wie erlöst von
seinem Leiden, doch so bleibt es nicht. Es geht auf und ab mit
ihm und seinen offenbar krankhaften Vorstellungen. Immer wieder
das Feuer und die „Feuerkreise“, Holzpüppchen, ein Automat und
natürlich Augen: Claras Augen, schön wie ein See, „in dem sich
des wolkenlosen Himmels reines Azur“ spiegelt, Olimpias Augen,
starr und unbeweglich. Von Olimpia kann er sich kaum lösen, so
fasziniert ist er. Sie wirkt wie ein Symbol für Nathanaels
Bindung an sein Kindheitstrauma, als der Vater vor den Augen des
Sohnes starb. Seine letzten Worte („Ha! Sköne Oke – Sköne Oke“)
zeigen, dass er weiterhin dirigiert wird vom Geschehen in seinen
Kindertagen. Er sieht den wiederaufgetauchten Coppelius, der dann
– nach Nathanaels Sturz auf das Steinpflaster – natürlich wieder,
wie einst, spurlos verschwindet. War Coppola also wirklich
Coppelius? Und Coppelius der Sandmann? Alle einer?

In Hoffmanns Erzählung wirkt das gesamte dargestellte Geschehen
direkt auf uns Leser und Hörerinnen ein, nirgends findet sich
etwa eine Objektivierung des Phantastischen durch den Erzähler.
Nein, hier geht das eine in das andere über, die Phantasie des
Nathanael vermengt sich schließlich untrennbar mit der erzählten
Realität. Diese konsequente Erzählhaltung sorgt für eine immense
Textdichte, die typisch für E.T.A. Hoffmann und sicher auch dafür
verantwortlich ist, dass dieser Autor im 19. Jahrhundert einer
der einflussreichsten und meistgelesenen in ganz Europa war. „Der
Sandmann“ ist seine unheimlichste Geschichte.
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„"Der Sandmann" (E.T.A. Hoffmann) (Teil 2)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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