derpodcaster.com Bandi Koeck Archiv
100 Episoden
32 Minuten
Ivan Lefkovits ist fast 90 Jahre alt. Ein Mann mit ruhiger Stimme, klarem Blick und einer Geschichte, die kaum auszuhalten ist – und gerade deshalb erzählt werden muss. Er gehört zu jener immer kleiner werdenden Gruppe von Menschen, die das Unvorstellbare überlebt haben. Nicht als Symbol, sondern als Mensch. Als Kind.
Geboren 1937 in der damaligen Tschechoslowakei, wurde seine Kindheit jäh beendet, als er 1944 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder deportiert wurde. Ravensbrück, ein Lager primär für Frauen, ein Ort des Schreckens, folgte. Dort verlor er seinen Bruder und erzählt auf die Frage von Bandi Koeck - und nicht vor Schülern - wie genau sein sechs Jahre älterer Bruder qualvoll aus dem Leben schied. Später folgte der Todesmarsch bis zum Konzentraionslager Bergen-Belsen. Er überlebte diesen nur, weil ihn eine andere Frau auf dem Rücken trug. Hunger, Kälte, Entmenschlichung – und ein Durst, den er bis heute als schlimmer als alles andere beschreibt. Elf Tage lang kein Wasser nach der Befreiung, denn die SS-Wachen ließen alle Wasserleitungen explodieren, als sie vor den heranrückenden Alliierten flohen. Wer das hört, begreift, wie nah Leben und Tod beieinanderlagen.
Und doch überlebten er und seine Mutter wie durch ein Wunder – als Einzige der gesamten Familie.
„Meine Mutter hat mich in Ravensbrück sehr geschützt.
Sie machte Extrakommandos für eine zusätzliche Portion Suppe, die sie mir dann gab. Ich habe Lesen und Schreiben, das ganze Einmaleins unter schlimmsten Umständen gelernt. Meine Mutter hat gesagt:
‹Das wirst du in deinem Leben noch brauchen.›
Das war magisch. Das hiess, du wirst überleben.“
— Ivan Lefkovits
Was Ivan Lefkovits von vielen unterscheidet, ist nicht nur seine Geschichte, sondern seine Haltung. Hass und Rache sind für ihn kein Thema. Nicht aus Vergessen, sondern aus bewusster Entscheidung. Er spricht nicht anklagend, sondern mahnend. Nicht laut, sondern eindringlich. Seine Mutter lenkte ihn im Lager mit Mathematikaufgaben ab – vielleicht der erste Keim für jenen Weg, den er später einschlagen sollte.
Nach dem Krieg widmete er sein Leben ganz der Wissenschaft. Er wurde ein international anerkannter Immunologe, gründete in Bern ein weltbekanntes Institut, sprach bei der UNO und forschte an den Grundlagen des Lebens. Er wollte nicht auf seine Opferrolle reduziert werden. Erst spät begann er, über den Holocaust zu sprechen – bewusst getrennt von seiner wissenschaftlichen Arbeit. Heute weiss er: Das Erzählen ist notwendig.
Wenn er vor Jugendlichen spricht, geschieht etwas Besonderes. Geschichte wird greifbar. Zahlen bekommen Gesichter. Leid bekommt eine Stimme. Und Hoffnung eine Form. Lefkovits appelliert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er fordert Achtsamkeit, Gespräch, Menschlichkeit. Er weiß, wie zerbrechlich Zivilisation ist.
Sein Leben ist ein Beweis dafür, dass Überleben mehr sein kann als Weiterexistieren. Es kann Verantwortung bedeuten.
Factbox: Prof. Ivan Lefkovits
Geboren: 1937 in Presov, Tschechoslowakei (heutige Slowakei)
Holocaust-Überlebender von Ravensbrück, Todesmarsch und Bergen-Belsen
Verlust fast der gesamten Familie, Überleben gemeinsam mit der Mutter
Renommierter Immunologe, Promotion in Molekularbiologie (arbeitete mit drei späteren Nobelpreisträgern zusammen)
Herausgeber des "Immunology Methods Manual", dem Standardwerk für Immunologie
Gründer eines international anerkannten Forschungsinstituts in Basel (Basler Institute)
Referent bei internationalen Organisationen, unter anderem bei der UNO
Setzt sich heute fuer Holocaust-Education und Dialog mit Jugendlichen ein
Geboren 1937 in der damaligen Tschechoslowakei, wurde seine Kindheit jäh beendet, als er 1944 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder deportiert wurde. Ravensbrück, ein Lager primär für Frauen, ein Ort des Schreckens, folgte. Dort verlor er seinen Bruder und erzählt auf die Frage von Bandi Koeck - und nicht vor Schülern - wie genau sein sechs Jahre älterer Bruder qualvoll aus dem Leben schied. Später folgte der Todesmarsch bis zum Konzentraionslager Bergen-Belsen. Er überlebte diesen nur, weil ihn eine andere Frau auf dem Rücken trug. Hunger, Kälte, Entmenschlichung – und ein Durst, den er bis heute als schlimmer als alles andere beschreibt. Elf Tage lang kein Wasser nach der Befreiung, denn die SS-Wachen ließen alle Wasserleitungen explodieren, als sie vor den heranrückenden Alliierten flohen. Wer das hört, begreift, wie nah Leben und Tod beieinanderlagen.
Und doch überlebten er und seine Mutter wie durch ein Wunder – als Einzige der gesamten Familie.
„Meine Mutter hat mich in Ravensbrück sehr geschützt.
Sie machte Extrakommandos für eine zusätzliche Portion Suppe, die sie mir dann gab. Ich habe Lesen und Schreiben, das ganze Einmaleins unter schlimmsten Umständen gelernt. Meine Mutter hat gesagt:
‹Das wirst du in deinem Leben noch brauchen.›
Das war magisch. Das hiess, du wirst überleben.“
— Ivan Lefkovits
Was Ivan Lefkovits von vielen unterscheidet, ist nicht nur seine Geschichte, sondern seine Haltung. Hass und Rache sind für ihn kein Thema. Nicht aus Vergessen, sondern aus bewusster Entscheidung. Er spricht nicht anklagend, sondern mahnend. Nicht laut, sondern eindringlich. Seine Mutter lenkte ihn im Lager mit Mathematikaufgaben ab – vielleicht der erste Keim für jenen Weg, den er später einschlagen sollte.
Nach dem Krieg widmete er sein Leben ganz der Wissenschaft. Er wurde ein international anerkannter Immunologe, gründete in Bern ein weltbekanntes Institut, sprach bei der UNO und forschte an den Grundlagen des Lebens. Er wollte nicht auf seine Opferrolle reduziert werden. Erst spät begann er, über den Holocaust zu sprechen – bewusst getrennt von seiner wissenschaftlichen Arbeit. Heute weiss er: Das Erzählen ist notwendig.
Wenn er vor Jugendlichen spricht, geschieht etwas Besonderes. Geschichte wird greifbar. Zahlen bekommen Gesichter. Leid bekommt eine Stimme. Und Hoffnung eine Form. Lefkovits appelliert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er fordert Achtsamkeit, Gespräch, Menschlichkeit. Er weiß, wie zerbrechlich Zivilisation ist.
Sein Leben ist ein Beweis dafür, dass Überleben mehr sein kann als Weiterexistieren. Es kann Verantwortung bedeuten.
Factbox: Prof. Ivan Lefkovits
Geboren: 1937 in Presov, Tschechoslowakei (heutige Slowakei)
Holocaust-Überlebender von Ravensbrück, Todesmarsch und Bergen-Belsen
Verlust fast der gesamten Familie, Überleben gemeinsam mit der Mutter
Renommierter Immunologe, Promotion in Molekularbiologie (arbeitete mit drei späteren Nobelpreisträgern zusammen)
Herausgeber des "Immunology Methods Manual", dem Standardwerk für Immunologie
Gründer eines international anerkannten Forschungsinstituts in Basel (Basler Institute)
Referent bei internationalen Organisationen, unter anderem bei der UNO
Setzt sich heute fuer Holocaust-Education und Dialog mit Jugendlichen ein
35 Minuten
Wenn Kristl Moosbrugger über den Weißen Ring spricht, dann nicht mit Nostalgie, sondern mit wacher Freude. Mit 83 Jahren stand sie kürzlich auch beim 20-jährigen Jubiläum des legendären Rennens wieder am Start – eines Rennens über 22 Pistenkilometer, das wie kaum ein anderes für Lech am Arlberg steht. Für sie ist es selbstverständlich: Solange es geht, wird gefahren. Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Begeisterung für Bewegung, Berge und Gemeinschaft.
Geboren in St. Anton am Arlberg, ist sie mit den Skiern aufgewachsen. Präparierte Pisten, Skischulen oder Sicherheitsnetze gab es damals nicht. Man fuhr einfach los, wild, frei, mit Respekt vor dem Berg. Diese frühe Prägung – Eigenverantwortung, Mut und Bodenhaftung – zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Seit den 1960er-Jahren ist Kristl Moosbrugger untrennbar mit dem Hotel Gasthof Post in Lech verbunden. Die Gastronomie war für sie nie bloß ein Beruf, sondern Ausdruck von Persönlichkeit. Auf die Frage, ob sie diesen Weg noch einmal gehen würde, kommt die Antwort ohne Zögern: Ja. Weil es ihr Leben ist. Weil sie ein Mensch der Berge ist. Und weil echte Gastfreundschaft nur dort entsteht, wo jemand mit ganzem Herzen dahintersteht.
Was sie von Anfang an ausgezeichnet hat, war Haltung. Diskretion gegenüber prominenten Gästen – ob europäische Königshäuser, Staatsmänner oder internationale Persönlichkeiten – war für sie selbstverständlich. Sie begegnete allen Menschen gleich: Mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Unterwürfigkeit. Legendär ist die Episode aus dem Jahr 1966, als sie hochschwanger bewusst keinen Hofknicks vor dem Schah von Persien machte. Nicht aus Provokation, sondern aus Selbstachtung.
Gerade diese Natürlichkeit machte das Haus Post zu einem Ort, an dem sich auch royale Gäste als Menschen bewegen konnten. Skifahren, Jagen, Kegeln, gemeinsame Zeit – fern von Öffentlichkeit. Dass Lech durch die regelmäßige Präsenz des niederländischen Königshauses international bekannt wurde, war kein Marketingkonzept, sondern ein glücklicher Zufall, getragen von Vertrauen und Charakter.
Kristl Moosbrugger blickt ohne Verklärung auf die Veränderungen der Branche und benennt diese im ausführlichen Gespräch mit Bandi Koeck konkret: "Früher blieben Gäste zwei Wochen, heute wenige Tage. Früher kam man mit 50 ins Grandhotel, heute reist ein junges, internationales Publikum an. Früher war formelle Kleidung am Abend selbstverständlich, heute ist sie die Ausnahme." Sie urteilt nicht hart, aber klar: Kultur zeigt sich auch im Umgang miteinander – und im Respekt vor dem Ort, den Menschen und der Arbeit, die dahintersteht. Auch dass ihr Sohn den "Krawattenzwang" in der Gaststube beendet hat, ist für sie etwas, dem sie mit einer anderen Haltung gegenübersteht.
Sorgen bereiten ihr weniger modische Fragen als strukturelle: Fehlende Nachfolge in Familienbetrieben, steigende Immobilienpreise, der Verlust gewachsener Dorfstrukturen. Sie fürchtet eine Zukunft, in der Hotels nur noch von Konzernen geführt werden – funktional, aber seelenlos.
Vielleicht am eindrücklichsten ist ihr soziales Engagement. Nicht als Beiwerk, sondern als zweites Lebenswerk. Ihr größtes Projekt führte sie nach Nepal. Aus einer zufälligen Begegnung entstand die Mitarbeit am Verein „Nepalimed“, der den Bau eines Krankenhauses ermöglichte – inklusive Krankenschwesternschule, Personalhäusern und einer der ersten biologischen Kläranlagen des Landes.
Später folgten ein Waisenhaus, das sie bis heute unterstützt, und zahlreiche weitere Initiativen. Besonders stolz ist sie auf das neue Wirtschaftsgebäude des Wildparks Feldkirch (Kosten 2,2 Mio Euro), das ohne Kredit, allein durch Spenden von Land, Stadt und regionalen Betrieben realisiert wurde. Hinzu kommen regelmäßige Unterstützungen für Organisationen wie "CliniClowns", "Tischlein deck dich", "Stunde des Herzens" oder Einzelinitiativen.
Auch mit 83 Jahren denkt Kristl Moosbrugger weiter. Sie wünscht sich Orte der Begegnung in Lech und die Bereitschaft, füreinander Zeit zu haben.
Geboren in St. Anton am Arlberg, ist sie mit den Skiern aufgewachsen. Präparierte Pisten, Skischulen oder Sicherheitsnetze gab es damals nicht. Man fuhr einfach los, wild, frei, mit Respekt vor dem Berg. Diese frühe Prägung – Eigenverantwortung, Mut und Bodenhaftung – zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.
Seit den 1960er-Jahren ist Kristl Moosbrugger untrennbar mit dem Hotel Gasthof Post in Lech verbunden. Die Gastronomie war für sie nie bloß ein Beruf, sondern Ausdruck von Persönlichkeit. Auf die Frage, ob sie diesen Weg noch einmal gehen würde, kommt die Antwort ohne Zögern: Ja. Weil es ihr Leben ist. Weil sie ein Mensch der Berge ist. Und weil echte Gastfreundschaft nur dort entsteht, wo jemand mit ganzem Herzen dahintersteht.
Was sie von Anfang an ausgezeichnet hat, war Haltung. Diskretion gegenüber prominenten Gästen – ob europäische Königshäuser, Staatsmänner oder internationale Persönlichkeiten – war für sie selbstverständlich. Sie begegnete allen Menschen gleich: Mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Unterwürfigkeit. Legendär ist die Episode aus dem Jahr 1966, als sie hochschwanger bewusst keinen Hofknicks vor dem Schah von Persien machte. Nicht aus Provokation, sondern aus Selbstachtung.
Gerade diese Natürlichkeit machte das Haus Post zu einem Ort, an dem sich auch royale Gäste als Menschen bewegen konnten. Skifahren, Jagen, Kegeln, gemeinsame Zeit – fern von Öffentlichkeit. Dass Lech durch die regelmäßige Präsenz des niederländischen Königshauses international bekannt wurde, war kein Marketingkonzept, sondern ein glücklicher Zufall, getragen von Vertrauen und Charakter.
Kristl Moosbrugger blickt ohne Verklärung auf die Veränderungen der Branche und benennt diese im ausführlichen Gespräch mit Bandi Koeck konkret: "Früher blieben Gäste zwei Wochen, heute wenige Tage. Früher kam man mit 50 ins Grandhotel, heute reist ein junges, internationales Publikum an. Früher war formelle Kleidung am Abend selbstverständlich, heute ist sie die Ausnahme." Sie urteilt nicht hart, aber klar: Kultur zeigt sich auch im Umgang miteinander – und im Respekt vor dem Ort, den Menschen und der Arbeit, die dahintersteht. Auch dass ihr Sohn den "Krawattenzwang" in der Gaststube beendet hat, ist für sie etwas, dem sie mit einer anderen Haltung gegenübersteht.
Sorgen bereiten ihr weniger modische Fragen als strukturelle: Fehlende Nachfolge in Familienbetrieben, steigende Immobilienpreise, der Verlust gewachsener Dorfstrukturen. Sie fürchtet eine Zukunft, in der Hotels nur noch von Konzernen geführt werden – funktional, aber seelenlos.
Vielleicht am eindrücklichsten ist ihr soziales Engagement. Nicht als Beiwerk, sondern als zweites Lebenswerk. Ihr größtes Projekt führte sie nach Nepal. Aus einer zufälligen Begegnung entstand die Mitarbeit am Verein „Nepalimed“, der den Bau eines Krankenhauses ermöglichte – inklusive Krankenschwesternschule, Personalhäusern und einer der ersten biologischen Kläranlagen des Landes.
Später folgten ein Waisenhaus, das sie bis heute unterstützt, und zahlreiche weitere Initiativen. Besonders stolz ist sie auf das neue Wirtschaftsgebäude des Wildparks Feldkirch (Kosten 2,2 Mio Euro), das ohne Kredit, allein durch Spenden von Land, Stadt und regionalen Betrieben realisiert wurde. Hinzu kommen regelmäßige Unterstützungen für Organisationen wie "CliniClowns", "Tischlein deck dich", "Stunde des Herzens" oder Einzelinitiativen.
Auch mit 83 Jahren denkt Kristl Moosbrugger weiter. Sie wünscht sich Orte der Begegnung in Lech und die Bereitschaft, füreinander Zeit zu haben.
17 Minuten
Zehn Monate Auslandseinsatz. So nennt Alexander Wieser heute eine Zeit, die ihn fast alles gekostet hätte: Freiheit, Familie, Selbstachtung – und beinahe auch die Zukunft. Was nach einem Business-Trip klingt, war in Wahrheit ein Interpol-Haftbefehl, vier Länder, eine Spezialeinheit und die harte Realität der Einzelhaft. Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein – gesucht, gefunden, eingesperrt.
Er nennt es „Gitterbox“. Ein Wort, das klingt wie ein Parkplatz für Menschen, wie eine Endstation ohne Rückfahrkarte. Für Wieser war sie genau das – und zugleich der brutalste Wendepunkt seines Lebens.
Geboren 1977 in Hard am Bodensee, aufgewachsen zwischen Autos, Motorengeräuschen und PS-Träumen, hatte Alex früh gelernt, wie man schraubt, repariert, schneller ist als andere. Doch irgendwann war Geschwindigkeit nicht mehr nur ein Hobby – sondern ein Lebensstil. Drei, vier Jobs reichten nicht mehr aus, um die selbstgebauten Probleme zu regulieren. Der „einfachste Weg“ wurde der falsche.
Kleindelikte, Einbrüche, Raub, Juwelierüberfälle – „die komplette Palette“, wie er heute sagt. Und das auch noch schlecht organisiert. Einmal stand er im falschen Gebäude, im falschen Raum, während der Plan längst anders lautete. Verbrechen mit Slapstick-Charakter – bis es nicht mehr lustig war.
Irgendwann redete jemand. In der Schweiz holte ihn die Spezialeinheit. Einzelhaft. Big Brother – live, ohne Bezahlung. „Es ist eine andere Welt“, sagt er. Eine Welt, in die er nie wieder zurück will - für kein Geld dieser Welt.
Zehn Monate saß er – mit einem kurzen, bitteren Zwischenstopp draußen, ausgelöst durch einen Verfahrensfehler. Freiheit auf Zeit, nur um dann freiwillig zurückzugehen und die restlichen vier Monate abzusitzen. Für ihn schlimmer als die erste Inhaftierung.
Seine Kinder sah er nicht. Aus Scham. Einmal durfte er seinen Sohn auf dem Parkplatz beobachten, während seine damalige Frau mit ihm spielte. Mehr Nähe erlaubte er sich nicht. Und als er zurückkam, war da plötzlich etwas, das vorher nie da war: Verlustangst. „Papa, du kommst heute Abend wieder heim, oder?“ – ein Satz, der tiefer schneidet als jede Gefängnistür.
Wieser schrieb darüber ein Buch: „Zweite Chance verpasst“. Keine Heldenstory, sondern Aufarbeitung. Für ihn selbst. Zwei, drei Exemplare liegen bis heute in seiner Wohnung. Mahnmale. Koordinaten, damit er nie wieder die falsche Ausfahrt nimmt.
99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Aber es gab auch Abwendung, Freundschaftsbrüche, Unverständnis – sogar aus der eigenen Familie. Trotzdem: Das Buch war notwendig. Nicht als Imagepolitur, sondern als seelischer Frühjahrsputz. Ein neues Buch liegt bereits in der Schublade und muss nur noch veröffentlicht werden.
20, 25 Bewerbungen. Ehrlich geschrieben: „Ich komme aus dem Gefängnis, brauche eine zweite Chance.“ Die Antworten? Meist keine. Der krumme Weg wäre leichter gewesen – alte Kontakte, alte Muster. Doch Wieser brach radikal mit seiner Vergangenheit.
Heute ist er Familienmensch, Unternehmer, Autofanatiker mit Herz und Speaker mit Haltung. Der gelernte KFZ-Mechaniker führt Mastercars Lackzentrum im Aargau: Lackiererei, Spenglerei, Verkauf und Vermietung – vom Polo bis zum Lamborghini, vom Smart bis zum G63. Sein Lieblingsauto? Ausgerechnet der Smart. Wegen des Wendekreises. Und weil Statussymbole für ihn längst ihren Glanz verloren haben.
Als Mentaltrainer steht Wieser heute auf Bühnen, vor Jugendlichen, mehreren Schulklassen oder einer ganzen Schule, vor sogenannten „schwierigen Zielgruppen“. Er zieht die Hosen runter – im übertragenen Sinn – und erzählt von Unterführungen, von Nächten im Auto, von Momenten, in denen selbst das Auto weg war. Perspektivenwechsel statt Phrasen.
Seine Botschaft ist unbequem ehrlich:
Fehler darf man machen – aber manche lassen sich nicht mehr reparieren. Respekt ist keine Floskel, sondern Überlebensstrategie. Und Positivität bedeutet nicht, dass alles rosarot ist – sondern dass man selbst an grauen Tagen das Beste daraus macht.
Er nennt es „Gitterbox“. Ein Wort, das klingt wie ein Parkplatz für Menschen, wie eine Endstation ohne Rückfahrkarte. Für Wieser war sie genau das – und zugleich der brutalste Wendepunkt seines Lebens.
Geboren 1977 in Hard am Bodensee, aufgewachsen zwischen Autos, Motorengeräuschen und PS-Träumen, hatte Alex früh gelernt, wie man schraubt, repariert, schneller ist als andere. Doch irgendwann war Geschwindigkeit nicht mehr nur ein Hobby – sondern ein Lebensstil. Drei, vier Jobs reichten nicht mehr aus, um die selbstgebauten Probleme zu regulieren. Der „einfachste Weg“ wurde der falsche.
Kleindelikte, Einbrüche, Raub, Juwelierüberfälle – „die komplette Palette“, wie er heute sagt. Und das auch noch schlecht organisiert. Einmal stand er im falschen Gebäude, im falschen Raum, während der Plan längst anders lautete. Verbrechen mit Slapstick-Charakter – bis es nicht mehr lustig war.
Irgendwann redete jemand. In der Schweiz holte ihn die Spezialeinheit. Einzelhaft. Big Brother – live, ohne Bezahlung. „Es ist eine andere Welt“, sagt er. Eine Welt, in die er nie wieder zurück will - für kein Geld dieser Welt.
Zehn Monate saß er – mit einem kurzen, bitteren Zwischenstopp draußen, ausgelöst durch einen Verfahrensfehler. Freiheit auf Zeit, nur um dann freiwillig zurückzugehen und die restlichen vier Monate abzusitzen. Für ihn schlimmer als die erste Inhaftierung.
Seine Kinder sah er nicht. Aus Scham. Einmal durfte er seinen Sohn auf dem Parkplatz beobachten, während seine damalige Frau mit ihm spielte. Mehr Nähe erlaubte er sich nicht. Und als er zurückkam, war da plötzlich etwas, das vorher nie da war: Verlustangst. „Papa, du kommst heute Abend wieder heim, oder?“ – ein Satz, der tiefer schneidet als jede Gefängnistür.
Wieser schrieb darüber ein Buch: „Zweite Chance verpasst“. Keine Heldenstory, sondern Aufarbeitung. Für ihn selbst. Zwei, drei Exemplare liegen bis heute in seiner Wohnung. Mahnmale. Koordinaten, damit er nie wieder die falsche Ausfahrt nimmt.
99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Aber es gab auch Abwendung, Freundschaftsbrüche, Unverständnis – sogar aus der eigenen Familie. Trotzdem: Das Buch war notwendig. Nicht als Imagepolitur, sondern als seelischer Frühjahrsputz. Ein neues Buch liegt bereits in der Schublade und muss nur noch veröffentlicht werden.
20, 25 Bewerbungen. Ehrlich geschrieben: „Ich komme aus dem Gefängnis, brauche eine zweite Chance.“ Die Antworten? Meist keine. Der krumme Weg wäre leichter gewesen – alte Kontakte, alte Muster. Doch Wieser brach radikal mit seiner Vergangenheit.
Heute ist er Familienmensch, Unternehmer, Autofanatiker mit Herz und Speaker mit Haltung. Der gelernte KFZ-Mechaniker führt Mastercars Lackzentrum im Aargau: Lackiererei, Spenglerei, Verkauf und Vermietung – vom Polo bis zum Lamborghini, vom Smart bis zum G63. Sein Lieblingsauto? Ausgerechnet der Smart. Wegen des Wendekreises. Und weil Statussymbole für ihn längst ihren Glanz verloren haben.
Als Mentaltrainer steht Wieser heute auf Bühnen, vor Jugendlichen, mehreren Schulklassen oder einer ganzen Schule, vor sogenannten „schwierigen Zielgruppen“. Er zieht die Hosen runter – im übertragenen Sinn – und erzählt von Unterführungen, von Nächten im Auto, von Momenten, in denen selbst das Auto weg war. Perspektivenwechsel statt Phrasen.
Seine Botschaft ist unbequem ehrlich:
Fehler darf man machen – aber manche lassen sich nicht mehr reparieren. Respekt ist keine Floskel, sondern Überlebensstrategie. Und Positivität bedeutet nicht, dass alles rosarot ist – sondern dass man selbst an grauen Tagen das Beste daraus macht.
27 Minuten
Wer das Atelier von Thomas Anton Rauch in Feldkirch betritt, überschreitet keine Schwelle, sondern eine Welt. Man muss sich ducken, vorbei an Stromkastentüren, hinein in ein Labyrinth aus Besteckskulpturen, Tierpräparaten, Schweißnähten, Farbschlieren, ironischen Zitaten und bitterernstem Humor. Hier arbeitet ein Mann, der nie in eine Schublade gepasst hat – und der genau daraus seine künstlerische Kraft schöpft.
Rauch, 61 Jahre alt und ursprünglich aus Frastanz, hat nicht an einer Kunstakademie begonnen, sondern auf hoher See. Nach seiner Lehre zum Maschinenmechaniker fuhr er zwei Jahre zur See – ein Leben zwischen Urlaubszwang und Ozean, zwischen Freiheit und Exzess. Was aus dieser Zeit blieb? „Alkohol“, sagt er trocken – und eine tiefe Kenntnis menschlicher Abgründe.
1999 eröffnete er mit seinem Bruder die legendäre „Sonderbar“ in Feldkirch – eine Institution der Vorarlberger Szene. Zwanzig Jahre lang war sie Treffpunkt für Anwälte und Sandler, Banker und Punks, Musiker, Literaten und Nachtgestalten aller Art. Türsteher? Brauchte es nie. Zu divers war das Publikum, zu offen der Geist. Rauch war sein eigener bester Kunde – der erste an der Bar, der letzte, der ging.
Mit fünfzig zog Rauch die Reißleine. Die Gastronomie ließ er hinter sich, nicht aber das Leben. „Wenn ich es jetzt nicht versuche, mache ich es nie mehr.“ Seit elf Jahren ist er freischaffender Künstler, Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler in Bregenz, Paletton- und Taxis-Mitglied.
Seine Kunst nennt er am ehesten Objektkunst: Alltagsgegenstände verlieren ihren Zweck, Tierpräparate werden zu Leoparden, Besteck zu Skulpturen, Herrgottsbilder zu bitteren Kommentaren über Religion und Macht. Sozialkritisch, politisch unkorrekt, oft schmerzhaft – etwa wenn er Frauenporträts mit Sicherheitsnadeln durch die Stirn versieht, um auf Altersarmut, Lohnungleichheit oder Kinderehen hinzuweisen.
Rauchs Werke sind keine Dekoration. Sie sind Zumutungen. Ein geschweißtes Kreuz mit daran hängender Suppenkelle trägt den Titel „Mein Schöpfer.“ Donald Trump erscheint als Bühnenstück zwischen zerrissenen Fahnen, Hillary Clinton springt mit Freiheitsfackel hervor, während Martin Luther King übermalt wird. Aus einer Fischdose windet sich eine Schlange an einem zum Leoparden mutierten Reh empor – Titel: „Es ist nicht immer drin, was draufsteht.“ Eine Metapher auf Politik, Beziehungen und das Leben selbst.
Besonders eindrücklich: sein Bild „Der ewige Kreislauf“. Wildschweinkopf, Menschenhand, Karotte. Pflanze frisst Tier, Tier frisst Mensch, Mensch stirbt. Ende? Vielleicht Reinkarnation als Karotte. Rauch glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod, wohl aber an Verantwortung im Jetzt: gegen Gewalt, gegen Populismus, gegen den europaweiten Rechtsruck.
Neben der Kunst war Rauch auch Autor – zwei Kriminalromane liegen hinter ihm, ein dritter fertig in der Schublade. Keine Lust mehr, sagt er. Vielleicht auch, weil seine Kunst längst laut genug spricht.
Er arbeitete für Erwin Wurm an „Fat Cars“, gestaltete mit dem Fotografen Alexander S. eine preisgekrönte Gondel am Flumserberg, ist aktuell in der Galerie Koukou Phi und im internationalen Ausstellungsformat heimspiel.tv in der Kunsthalle St. Gallen vertreten.
Thomas Anton Rauch ist kein Wohlfühlkünstler. Er ist ein Störenfried mit Schweißgerät, ein Chronist der Brüche, ein ehemaliger Barkeeper, der die Nacht kennt – und das Leben. Er malt, schweißt, sammelt, montiert fast täglich, wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur dass seine Produkte Fragen stellen, wo andere Antworten verkaufen.
Ein Mann wie Rauch passt in keine Vitrine. Er gehört ins Atelier, in den Schweißrauch, ins pralle Leben – und genau dort entfaltet seine Kunst ihre ganze, unbequeme Schönheit.
Rauch, 61 Jahre alt und ursprünglich aus Frastanz, hat nicht an einer Kunstakademie begonnen, sondern auf hoher See. Nach seiner Lehre zum Maschinenmechaniker fuhr er zwei Jahre zur See – ein Leben zwischen Urlaubszwang und Ozean, zwischen Freiheit und Exzess. Was aus dieser Zeit blieb? „Alkohol“, sagt er trocken – und eine tiefe Kenntnis menschlicher Abgründe.
1999 eröffnete er mit seinem Bruder die legendäre „Sonderbar“ in Feldkirch – eine Institution der Vorarlberger Szene. Zwanzig Jahre lang war sie Treffpunkt für Anwälte und Sandler, Banker und Punks, Musiker, Literaten und Nachtgestalten aller Art. Türsteher? Brauchte es nie. Zu divers war das Publikum, zu offen der Geist. Rauch war sein eigener bester Kunde – der erste an der Bar, der letzte, der ging.
Mit fünfzig zog Rauch die Reißleine. Die Gastronomie ließ er hinter sich, nicht aber das Leben. „Wenn ich es jetzt nicht versuche, mache ich es nie mehr.“ Seit elf Jahren ist er freischaffender Künstler, Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler in Bregenz, Paletton- und Taxis-Mitglied.
Seine Kunst nennt er am ehesten Objektkunst: Alltagsgegenstände verlieren ihren Zweck, Tierpräparate werden zu Leoparden, Besteck zu Skulpturen, Herrgottsbilder zu bitteren Kommentaren über Religion und Macht. Sozialkritisch, politisch unkorrekt, oft schmerzhaft – etwa wenn er Frauenporträts mit Sicherheitsnadeln durch die Stirn versieht, um auf Altersarmut, Lohnungleichheit oder Kinderehen hinzuweisen.
Rauchs Werke sind keine Dekoration. Sie sind Zumutungen. Ein geschweißtes Kreuz mit daran hängender Suppenkelle trägt den Titel „Mein Schöpfer.“ Donald Trump erscheint als Bühnenstück zwischen zerrissenen Fahnen, Hillary Clinton springt mit Freiheitsfackel hervor, während Martin Luther King übermalt wird. Aus einer Fischdose windet sich eine Schlange an einem zum Leoparden mutierten Reh empor – Titel: „Es ist nicht immer drin, was draufsteht.“ Eine Metapher auf Politik, Beziehungen und das Leben selbst.
Besonders eindrücklich: sein Bild „Der ewige Kreislauf“. Wildschweinkopf, Menschenhand, Karotte. Pflanze frisst Tier, Tier frisst Mensch, Mensch stirbt. Ende? Vielleicht Reinkarnation als Karotte. Rauch glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod, wohl aber an Verantwortung im Jetzt: gegen Gewalt, gegen Populismus, gegen den europaweiten Rechtsruck.
Neben der Kunst war Rauch auch Autor – zwei Kriminalromane liegen hinter ihm, ein dritter fertig in der Schublade. Keine Lust mehr, sagt er. Vielleicht auch, weil seine Kunst längst laut genug spricht.
Er arbeitete für Erwin Wurm an „Fat Cars“, gestaltete mit dem Fotografen Alexander S. eine preisgekrönte Gondel am Flumserberg, ist aktuell in der Galerie Koukou Phi und im internationalen Ausstellungsformat heimspiel.tv in der Kunsthalle St. Gallen vertreten.
Thomas Anton Rauch ist kein Wohlfühlkünstler. Er ist ein Störenfried mit Schweißgerät, ein Chronist der Brüche, ein ehemaliger Barkeeper, der die Nacht kennt – und das Leben. Er malt, schweißt, sammelt, montiert fast täglich, wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur dass seine Produkte Fragen stellen, wo andere Antworten verkaufen.
Ein Mann wie Rauch passt in keine Vitrine. Er gehört ins Atelier, in den Schweißrauch, ins pralle Leben – und genau dort entfaltet seine Kunst ihre ganze, unbequeme Schönheit.
32 Minuten
Wenn andere Weihnachten im Kreis ihrer Familien feiern, geht Dr. Juliana Troy durch Krankenhausflure. Leise, aufmerksam, präsent. Dort, wo Worte oft fehlen und das Leben an seinen Rändern tastet, ist sie da – als Spitalsseelsorgerin, als Hörende, als Mensch.
Juliana Troy arbeitet im Landeskrankenhaus Rankweil und in Feldkirch. Sie begleitet Menschen in der Psychiatrie, der Neurologie und der Onkologie – in Momenten tiefer Verzweiflung ebenso wie in Augenblicken leiser Hoffnung. Dass sie ausgerechnet an Weihnachten Dienst macht, ist für sie keine Pflichtübung, sondern eine bewusste Entscheidung. „Gerade dann“, sagt sie, „brauchen viele Menschen jemanden, der da ist.“
Geboren und aufgewachsen zwischen Innsbruck, Wien und dem Bregenzerwald, trägt Juliana Troy verschiedene Welten in sich. Mütterlicherseits hat sie indische Wurzeln, ein Jahr ihres Lebens verbrachte sie in Pune, wo sie katholische Theologie studierte – als eine von wenigen Frauen unter hunderten angehenden Priestern. Diese Erfahrung hat sie geprägt: das Leben in der Minderheit, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Religionen und Denkweisen.
Ursprünglich wollte sie Medizin studieren. Heute wirkt sie an der Schnittstelle von Körper, Seele und Geist – vielleicht näher an den Menschen, als es ein klassischer Arztberuf je erlaubt hätte. Nach einem Theologie- und Philosophiestudium, einer Ausbildung in der Krankenhausseelsorge und einem abgeschlossenen Doktorat fand sie ihre Berufung dort, wo Menschen mit Krankheit, Sterben und existenziellen Fragen konfrontiert sind.
Juliana Troy ist verheiratet, Mutter von drei Kindern – und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist. Diese Bodenhaftung spürt man in Gesprächen mit ihr. Sie missioniert nicht. Sie hört zu. Ihre Seelsorge gilt allen Menschen, unabhängig von Religion oder Weltanschauung. „In erster Linie geht es um Begleitung“, sagt sie. „Nicht um Antworten.“
Besonders eindrücklich sind ihre Erfahrungen mit Sterbenden. Sie erlebt, wie unterschiedlich Menschen Abschied nehmen: manche im Kreis ihrer Liebsten, andere still, wenn niemand mehr im Raum ist. Für sie ist klar: Auch das Sterben ist so individuell wie das Leben. Und es braucht Würde, Zeit und oft einfach jemanden, der aushält.
Weihnachten versteht Juliana Troy nicht als idyllisches Fest, sondern als radikale Botschaft der Nähe: Gott wird Mensch – mitten im Unfertigen, im Leid, im Chaos. Diese Botschaft übersetzt sie in eine Sprache, die niemanden erschreckt, sondern trägt. Besonders in der Psychiatrie ist das eine sensible Gratwanderung. Hoffnung darf nicht zur Drohung werden.
Wenn sie von Weihnachten spricht, dann nicht pathetisch. Sondern leise. Als Einladung, menschlich zu werden – immer wieder neu. Für die Patientinnen und Patienten. Für ihre Angehörigen. Und auch für sich selbst.
Name: Dr. Juliana Troy
Alter: 48
Beruf: Spitalsseelsorgerin
Arbeitsorte: LKH Rankweil und Feldkirch
Ausbildung:
Studium der Theologie und Philosophie (Innsbruck)
Krankenhausseelsorge-Ausbildung
Doktorat
Studienjahr in Pune (Indien)
Familiäres: Verheiratet, Mutter von drei Kindern
Wurzeln: Österreichisch-indisch (mütterlicherseits)
Besonderheit: 24/7-Seelsorgeeinsätze, auch an Feiertagen
Leitgedanke: Begleiten statt belehren – Hoffnung ohne Angst
Juliana Troy arbeitet im Landeskrankenhaus Rankweil und in Feldkirch. Sie begleitet Menschen in der Psychiatrie, der Neurologie und der Onkologie – in Momenten tiefer Verzweiflung ebenso wie in Augenblicken leiser Hoffnung. Dass sie ausgerechnet an Weihnachten Dienst macht, ist für sie keine Pflichtübung, sondern eine bewusste Entscheidung. „Gerade dann“, sagt sie, „brauchen viele Menschen jemanden, der da ist.“
Geboren und aufgewachsen zwischen Innsbruck, Wien und dem Bregenzerwald, trägt Juliana Troy verschiedene Welten in sich. Mütterlicherseits hat sie indische Wurzeln, ein Jahr ihres Lebens verbrachte sie in Pune, wo sie katholische Theologie studierte – als eine von wenigen Frauen unter hunderten angehenden Priestern. Diese Erfahrung hat sie geprägt: das Leben in der Minderheit, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Religionen und Denkweisen.
Ursprünglich wollte sie Medizin studieren. Heute wirkt sie an der Schnittstelle von Körper, Seele und Geist – vielleicht näher an den Menschen, als es ein klassischer Arztberuf je erlaubt hätte. Nach einem Theologie- und Philosophiestudium, einer Ausbildung in der Krankenhausseelsorge und einem abgeschlossenen Doktorat fand sie ihre Berufung dort, wo Menschen mit Krankheit, Sterben und existenziellen Fragen konfrontiert sind.
Juliana Troy ist verheiratet, Mutter von drei Kindern – und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist. Diese Bodenhaftung spürt man in Gesprächen mit ihr. Sie missioniert nicht. Sie hört zu. Ihre Seelsorge gilt allen Menschen, unabhängig von Religion oder Weltanschauung. „In erster Linie geht es um Begleitung“, sagt sie. „Nicht um Antworten.“
Besonders eindrücklich sind ihre Erfahrungen mit Sterbenden. Sie erlebt, wie unterschiedlich Menschen Abschied nehmen: manche im Kreis ihrer Liebsten, andere still, wenn niemand mehr im Raum ist. Für sie ist klar: Auch das Sterben ist so individuell wie das Leben. Und es braucht Würde, Zeit und oft einfach jemanden, der aushält.
Weihnachten versteht Juliana Troy nicht als idyllisches Fest, sondern als radikale Botschaft der Nähe: Gott wird Mensch – mitten im Unfertigen, im Leid, im Chaos. Diese Botschaft übersetzt sie in eine Sprache, die niemanden erschreckt, sondern trägt. Besonders in der Psychiatrie ist das eine sensible Gratwanderung. Hoffnung darf nicht zur Drohung werden.
Wenn sie von Weihnachten spricht, dann nicht pathetisch. Sondern leise. Als Einladung, menschlich zu werden – immer wieder neu. Für die Patientinnen und Patienten. Für ihre Angehörigen. Und auch für sich selbst.
Name: Dr. Juliana Troy
Alter: 48
Beruf: Spitalsseelsorgerin
Arbeitsorte: LKH Rankweil und Feldkirch
Ausbildung:
Studium der Theologie und Philosophie (Innsbruck)
Krankenhausseelsorge-Ausbildung
Doktorat
Studienjahr in Pune (Indien)
Familiäres: Verheiratet, Mutter von drei Kindern
Wurzeln: Österreichisch-indisch (mütterlicherseits)
Besonderheit: 24/7-Seelsorgeeinsätze, auch an Feiertagen
Leitgedanke: Begleiten statt belehren – Hoffnung ohne Angst
18 Minuten
Wenn man Gerhard Montibeller begegnet, den alle nur „Monti“ nennen, spürt man sofort: Hier spricht nicht nur ein Maler, hier spricht ein Mensch, der Kunst lebt – gesellig, neugierig, humorvoll und zutiefst verbunden mit den Menschen um ihn herum. Der bekannte Vorarlberger Kunstmaler ist nicht nur für seine Bilder, sondern vor allem für seine Fähigkeit bekannt, andere für Kunst zu begeistern. Seit einem Vierteljahrhundert prägt er mit dem Malgrund Satteins einen Ort, an dem Kreativität, Austausch und Gemeinschaft selbstverständlich zusammengehören.
Montibellers Weg zur Malerei begann früh – fast zwangsläufig. Er wuchs in einer Malerfamilie auf, sein Vater Angelo arbeitete im Atelier im Feldkircher Kanalareal. Der Geruch von Terpentin, Ölfarben und Leinwand wurde für den jungen Gerhard zu einer Art Heimat. Schon als Kind war das Atelier Spielplatz und Schule zugleich. Farben, Papiere, Staffeleien – alles war da, alles durfte ausprobiert werden.
Zunächst führte ihn sein beruflicher Weg allerdings zur Fotografie. Dort lernte er Bildaufbau, Komposition und das bewusste Sehen – Fähigkeiten, die später seine Malerei entscheidend prägen sollten. Intensiv zu malen begann er vergleichsweise spät, erst mit rund 50 Jahren. Doch was spät begann, entwickelte eine umso größere Kraft. Heute, mit fast 80 Jahren, blickt Montibeller auf ein beeindruckendes künstlerisches und kulturelles Lebenswerk zurück.
Die Initialzündung für den Malgrund kam nicht im Atelier, sondern durch die Begegnung mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Lernen – diese Erfahrung wollte Montibeller nach Vorarlberg holen. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er eine Malgruppe, aus der schließlich der Malgrund entstand.
Nach mehreren provisorischen Ateliers fand der Verein 2005 seine dauerhafte Heimat im ehemaligen Konsumgebäude am Kirchplatz in Satteins. Dort entwickelte sich der Malgrund rasch zu einem kulturellen Fixpunkt: freies Malen, Kurse in unterschiedlichsten Techniken, Workshops, Ausstellungen und Gemeinschaftsprojekte. Unter dem Dach des Malgrunds entstand zudem die Frastanzer Kunstakademie, die heute ein umfangreiches Kursprogramm mit renommierten Dozentinnen und Dozenten anbietet.
Was den Malgrund besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern die Atmosphäre. Jeden Montag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen und anschließendem freien Malen. Menschen aus ganz Vorarlberg – und weit darüber hinaus – kommen nach Satteins, um hier zu arbeiten, zu lernen und sich auszutauschen. Besucherinnen und Besucher reisen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und sogar aus entfernteren Ländern an.
Auch Kinder und Jugendliche finden im Malgrund ihren Platz: Aktionen wie das beliebte Sonnenmalen oder die Gauki-Wochen verbinden Kunst spielerisch mit Gemeinschaft und hinterlassen sichtbare Spuren – bunte Sonnen in Gärten weit über Satteins hinaus.
Neben seiner organisatorischen Arbeit ist Montibeller vor allem eines: Maler. Seine Werke reichen von Aquarell über Acryl bis Öl. Besonders bekannt sind seine Bergbilder. Mit augenzwinkerndem Humor kommentiert er Fragen nach der „Besteigung“ seiner Motive: Man müsse einen Berg nicht erklimmen, um ihn malen zu können. Entscheidend sei der Blick, nicht die Höhe.
Seine Ausstellungen – von „Monte Mountains“ über thematische Gemeinschaftsprojekte bis hin zu großformatigen Arbeiten – zeugen von Experimentierfreude und Lust am gemeinsamen Gestalten. Immer wieder gelingt es ihm, andere mitzunehmen, einzubinden und zu ermutigen, neue Wege zu gehen.
2025 feiert der Malgrund Satteins sein 25-jähriges Bestehen. In diesen Jahren wurden tausende Menschen erreicht: durch Kurse, Workshops, Ausstellungen, Kunstaktionen im öffentlichen Raum und internationale Begegnungen. Fahnen mit Originalkunstwerken im Ortsbild, großformatige Gemeinschaftsbilder und immer neue Projekte zeigen, wie lebendig dieser Ort geblieben ist.
Montibellers Weg zur Malerei begann früh – fast zwangsläufig. Er wuchs in einer Malerfamilie auf, sein Vater Angelo arbeitete im Atelier im Feldkircher Kanalareal. Der Geruch von Terpentin, Ölfarben und Leinwand wurde für den jungen Gerhard zu einer Art Heimat. Schon als Kind war das Atelier Spielplatz und Schule zugleich. Farben, Papiere, Staffeleien – alles war da, alles durfte ausprobiert werden.
Zunächst führte ihn sein beruflicher Weg allerdings zur Fotografie. Dort lernte er Bildaufbau, Komposition und das bewusste Sehen – Fähigkeiten, die später seine Malerei entscheidend prägen sollten. Intensiv zu malen begann er vergleichsweise spät, erst mit rund 50 Jahren. Doch was spät begann, entwickelte eine umso größere Kraft. Heute, mit fast 80 Jahren, blickt Montibeller auf ein beeindruckendes künstlerisches und kulturelles Lebenswerk zurück.
Die Initialzündung für den Malgrund kam nicht im Atelier, sondern durch die Begegnung mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Lernen – diese Erfahrung wollte Montibeller nach Vorarlberg holen. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er eine Malgruppe, aus der schließlich der Malgrund entstand.
Nach mehreren provisorischen Ateliers fand der Verein 2005 seine dauerhafte Heimat im ehemaligen Konsumgebäude am Kirchplatz in Satteins. Dort entwickelte sich der Malgrund rasch zu einem kulturellen Fixpunkt: freies Malen, Kurse in unterschiedlichsten Techniken, Workshops, Ausstellungen und Gemeinschaftsprojekte. Unter dem Dach des Malgrunds entstand zudem die Frastanzer Kunstakademie, die heute ein umfangreiches Kursprogramm mit renommierten Dozentinnen und Dozenten anbietet.
Was den Malgrund besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern die Atmosphäre. Jeden Montag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen und anschließendem freien Malen. Menschen aus ganz Vorarlberg – und weit darüber hinaus – kommen nach Satteins, um hier zu arbeiten, zu lernen und sich auszutauschen. Besucherinnen und Besucher reisen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und sogar aus entfernteren Ländern an.
Auch Kinder und Jugendliche finden im Malgrund ihren Platz: Aktionen wie das beliebte Sonnenmalen oder die Gauki-Wochen verbinden Kunst spielerisch mit Gemeinschaft und hinterlassen sichtbare Spuren – bunte Sonnen in Gärten weit über Satteins hinaus.
Neben seiner organisatorischen Arbeit ist Montibeller vor allem eines: Maler. Seine Werke reichen von Aquarell über Acryl bis Öl. Besonders bekannt sind seine Bergbilder. Mit augenzwinkerndem Humor kommentiert er Fragen nach der „Besteigung“ seiner Motive: Man müsse einen Berg nicht erklimmen, um ihn malen zu können. Entscheidend sei der Blick, nicht die Höhe.
Seine Ausstellungen – von „Monte Mountains“ über thematische Gemeinschaftsprojekte bis hin zu großformatigen Arbeiten – zeugen von Experimentierfreude und Lust am gemeinsamen Gestalten. Immer wieder gelingt es ihm, andere mitzunehmen, einzubinden und zu ermutigen, neue Wege zu gehen.
2025 feiert der Malgrund Satteins sein 25-jähriges Bestehen. In diesen Jahren wurden tausende Menschen erreicht: durch Kurse, Workshops, Ausstellungen, Kunstaktionen im öffentlichen Raum und internationale Begegnungen. Fahnen mit Originalkunstwerken im Ortsbild, großformatige Gemeinschaftsbilder und immer neue Projekte zeigen, wie lebendig dieser Ort geblieben ist.
25 Minuten
Wer Fredi Gilgen – vielen besser bekannt als DJ Fred Dee – in seinem Reich im liechtensteinischen Ruggell besucht, betritt eine Welt, die nach Groove, Vinyl und gelebter Leidenschaft duftet. Zwischen aufgetürmten Plattenkoffern, einem einzigartigen DJ-Pult und einer Musiksammlung, die mit rund 50.000 Tonträgern zu den eindrucksvollsten weit über die Region hinaus zählt, strahlt dieser Mann eine Ruhe aus, die nur Menschen besitzen, die ihr Element gefunden haben.
Text, Bilder und Podcast: Bandi Koeck
Dabei begann alles unscheinbar: ein Handrekorder zu Weihnachten, ein Tape von Reinhard Mey, die erste gekaufte Platte – Neil Diamond, mit elf Jahren. Wer ihn heute erlebt, kann sich das Schlüsselmoment fast bildlich vorstellen: Der junge Fredi, der mit großen Augen den Plattencover in Händen hält und nicht ahnt, dass gerade ein Funke zündet, der Jahrzehnte später Tanzflächen füllen und eine ganze DJ–Karriere prägen wird.
Doch bevor die Plattenspieler zu seinem Leben wurden, machte er Karriere in der Banken- und Marketingwelt, studierte Marketing, arbeitete als Texter, Lektor und gründete seine eigene Agentur „The Point“. Präzise Sprache, kreative Konzepte, klare Linien – Elemente, die man auch in seinen DJ-Sets spürt. Musik besteht für ihn nicht aus Dateien, sondern aus Handwerk, Charakter und dem Funk, der sich im Inneren breitmacht. Vielleicht ist es genau dieser Anspruch, der seine Forever Young Partys zu einem Publikumsphänomen machte. Zwischen 19 und 78 tanzen dort jene zusammen, die jung sind – und jene, die sich jung fühlen. Perfekter kann ein Konzept kaum aufgehen.
Wenn Fred Dee an seinem DJ-Pult steht – einem Unikat, das mit hunderten winziger Lämpchen flackert – entsteht ein Zauber, der sich kaum kopieren lässt. Er ist kein Jukebox-DJ, keiner, der blind Wünsche erfüllt. Er ist ein Kurator, einer, der mit feinfühligem Gespür Menschen und Generationen musikalisch zusammenbringt. Vom Funk, der ihn prägte, über Disco-Klassiker bis zu aktuellen Tracks, die echten Groove haben. Alles muss leben. Alles muss Seele haben. KI-Musik? Skepsis. Denn da fehlt etwas, sagt er – dieses organische, unperfekte, das Musik erst menschlich macht.
Wer ihn erlebt, merkt schnell: Für Fredi ist Musik keine Tätigkeit. Sie ist sein Atemrhythmus. Ob auf der Bühne, in seinem Studio, im Fitnessraum oder bei einem Konzertbesuch – Musik begleitet ihn und treibt ihn an. Sie ist der Motor hinter 31 Jahren DJ-Erfahrung, unzähligen Nächten bis frühmorgens, hinter 1,1 Millionen Songs im Kopf und Herzen.
Und doch bleibt er bodenständig: Familienmensch, Vater zweier Töchter, leidenschaftlicher Musikliebhaber, Sammler, der selbst heute noch staunt, was ein guter Beat auslösen kann.
Fredi Gilgen ist weit mehr als ein DJ.
Er ist ein musikalischer Brückenbauer.
Einer, der Menschen bewegt – im besten Sinne des Wortes.
Name: Fredi Gilgen
DJ-Name: Fred Dee
Wohnort: Ruggell, Liechtenstein
Geburtsjahr: 1965
Beruf: DJ, Inhaber der Marketing- und Textagentur „The Point“
Musiksammlung: ca. 50.000 Platten, riesige Beatles-Sammlung, zahlreiche Raritäten
DJ seit: 29 Jahren (Start mit 29)
Bekannt für: Forever Young Partys, genreübergreifende Sets, charaktervoller Musikgeschmack
Lieblingsmusik: Funk, Indie, The Beatles, Prince, KISS, Disco-Klassiker
Technik: einzigartiges, maßgefertigtes DJ-Pult
Privat: verheiratet mit Rita, Vater zweier Töchter, tägliches Fitnessprogramm
Unvergessliches Konzert: Prince – „Sign of the Times“-Tour 1987 im Hallenstadion Zürich
Text, Bilder und Podcast: Bandi Koeck
Dabei begann alles unscheinbar: ein Handrekorder zu Weihnachten, ein Tape von Reinhard Mey, die erste gekaufte Platte – Neil Diamond, mit elf Jahren. Wer ihn heute erlebt, kann sich das Schlüsselmoment fast bildlich vorstellen: Der junge Fredi, der mit großen Augen den Plattencover in Händen hält und nicht ahnt, dass gerade ein Funke zündet, der Jahrzehnte später Tanzflächen füllen und eine ganze DJ–Karriere prägen wird.
Doch bevor die Plattenspieler zu seinem Leben wurden, machte er Karriere in der Banken- und Marketingwelt, studierte Marketing, arbeitete als Texter, Lektor und gründete seine eigene Agentur „The Point“. Präzise Sprache, kreative Konzepte, klare Linien – Elemente, die man auch in seinen DJ-Sets spürt. Musik besteht für ihn nicht aus Dateien, sondern aus Handwerk, Charakter und dem Funk, der sich im Inneren breitmacht. Vielleicht ist es genau dieser Anspruch, der seine Forever Young Partys zu einem Publikumsphänomen machte. Zwischen 19 und 78 tanzen dort jene zusammen, die jung sind – und jene, die sich jung fühlen. Perfekter kann ein Konzept kaum aufgehen.
Wenn Fred Dee an seinem DJ-Pult steht – einem Unikat, das mit hunderten winziger Lämpchen flackert – entsteht ein Zauber, der sich kaum kopieren lässt. Er ist kein Jukebox-DJ, keiner, der blind Wünsche erfüllt. Er ist ein Kurator, einer, der mit feinfühligem Gespür Menschen und Generationen musikalisch zusammenbringt. Vom Funk, der ihn prägte, über Disco-Klassiker bis zu aktuellen Tracks, die echten Groove haben. Alles muss leben. Alles muss Seele haben. KI-Musik? Skepsis. Denn da fehlt etwas, sagt er – dieses organische, unperfekte, das Musik erst menschlich macht.
Wer ihn erlebt, merkt schnell: Für Fredi ist Musik keine Tätigkeit. Sie ist sein Atemrhythmus. Ob auf der Bühne, in seinem Studio, im Fitnessraum oder bei einem Konzertbesuch – Musik begleitet ihn und treibt ihn an. Sie ist der Motor hinter 31 Jahren DJ-Erfahrung, unzähligen Nächten bis frühmorgens, hinter 1,1 Millionen Songs im Kopf und Herzen.
Und doch bleibt er bodenständig: Familienmensch, Vater zweier Töchter, leidenschaftlicher Musikliebhaber, Sammler, der selbst heute noch staunt, was ein guter Beat auslösen kann.
Fredi Gilgen ist weit mehr als ein DJ.
Er ist ein musikalischer Brückenbauer.
Einer, der Menschen bewegt – im besten Sinne des Wortes.
Name: Fredi Gilgen
DJ-Name: Fred Dee
Wohnort: Ruggell, Liechtenstein
Geburtsjahr: 1965
Beruf: DJ, Inhaber der Marketing- und Textagentur „The Point“
Musiksammlung: ca. 50.000 Platten, riesige Beatles-Sammlung, zahlreiche Raritäten
DJ seit: 29 Jahren (Start mit 29)
Bekannt für: Forever Young Partys, genreübergreifende Sets, charaktervoller Musikgeschmack
Lieblingsmusik: Funk, Indie, The Beatles, Prince, KISS, Disco-Klassiker
Technik: einzigartiges, maßgefertigtes DJ-Pult
Privat: verheiratet mit Rita, Vater zweier Töchter, tägliches Fitnessprogramm
Unvergessliches Konzert: Prince – „Sign of the Times“-Tour 1987 im Hallenstadion Zürich
26 Minuten
Wenn man heute in Dornbirn-Watzenegg den Namen Wilfried Kohler erwähnt, beginnen die Leute zu schmunzeln, zu staunen – oder beides. Denn dieser Mann, Jahrgang 1952, ist etwas wie eine lebende Sage: der Telefonbuchzerreißer, der am 5. Dezember 1995 im fernen Rostock auf der Bühne von Wetten, dass..??? bei Thomas Gottschalk die Alpenrepublik und die Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten in Staunen versetzte. Und das mit einem Objekt, das in den 90ern noch zu den härtesten Dingen im Haushalt gehörte – dem Telefonbuch.
Dabei fing alles ganz unspektakulär an: In Dornbirn organisierte Wilfried jahrelang einen eigenwilligen Fünfkampf mit Disziplinen, die heute vermutlich in jedem Arbeitsschutzhandbuch unter „bitte niemals nachmachen“ aufscheinen würden. Da wurde mit Mittelfingern gezogen, am Boden mit dem Hals gestoßen und die Fäuste quer über Tische geschoben. Kraft war Wilfried also nicht fremd – aber Telefonbücher? Die hatte er bis dahin nicht einmal zerrissen gesehen.
Dann kam der legendäre Trainingsnachmittag in Tirol: Dort wurden Teilnehmer für eine Kraftsportveranstaltung getestet, und der Test bestand aus – natürlich – Telefonbüchern. Wilfried bekam ein Innsbrucker Exemplar in die Hand, schaute kurz, lachte ein bisschen… und riss es einfach entzwei. Auf Anhieb. Ohne zu wissen, dass das irgendjemanden beeindrucken würde.
Ab da nahm die Geschichte ihren eigenen Lauf: Wettbewerbe, Vorarlberger-Ausscheidungen, Proben mit Holzsägen und Schwedensägen – und schließlich der Anruf vom ZDF. Ein Kamerateam reiste an, Wilfried zeigte seine Kräfte, und kurze Zeit später hieß es: „Herr Kohler, wir hätten da eine Show in Rostock…“
Die Proben in Rostock verliefen chaotisch, aber erfolgreich. Eine Generalprobe? Brauchte Wilfried nicht. Ein 600-Gramm-Steak am Abend davor? Ja, bitte. Ein paar Schnäpse? Gehören für das Dornbirner Urgestein und den leidenschaftlichen Schnapsbrenner selbstverständlich dazu. Im Podcast betonte er, dass er ein paar Flaschen Schnaps mit im Gepäck hatte und einen nervösen Dortmunder Wettkandidaten, der mit Gummibändern Kerzen ausmachen wollte und bei der Generalprobe gescheitert war, zum Schnapstrinken animierte: "An Schluck Schnaps schadat nia!"
Beim Sektfrühstück mit Thomas Gottschalk am Wett-Tag selbst gönnte er sich am Abend noch ein 400 g Steak.
Als er dann auf die Bühne trat, war alles wie weg: Lampenfieber, Kameras, Publikum – nur Wilfried und das Papier. Und dann riss er los. Achtelte sogar. Die Halle tobte. Gottschalk grinste. Und der Wettkönig des Abends hieß:
Wilfried Kohler aus Watzenegg!
Die nächsten Jahre wurden nicht ruhiger:
Wilfried zerriss 500 Telefonbücher in der Dornbirner Messehalle.
Ein Verlag schickte ihm völlig kommentarlos acht Paletten voller Wiener Telefonbücher – ein Albtraum für jeden Postboten, ein Fest für Kohlers Oberarme.
Ungefragt erhielt er acht Paletten mit Telefonbüchern - nicht irgendwelche - sondern jene aus der Bundeshauptstadt Wien die doppelt so dick waren wie jene aus dem Westen. Am Fußballplatz in der Haselstauden stellte er sich einem Rekordversuch und zerriss kurz darauf weitere 3400 Wiener Telefonbücher, schön aufgelegt von der oberen bis zur unteren Linie eines Fußballfelds.
Dafür landete er im Guinness Buch der Weltrekorde – als Mann, der offiziell mehr Telefonbücher zerreißt als irgendein anderer Mensch auf dem Planeten.
Und während andere ihren Ruhm ausschlachten, blieb Wilfried der bodenständige Dornbirner, der lieber für ein soziales Projekt reißt – und dafür maximal eine Wurst und ein Bier verlangt.
Außerhalb des Telefonbuchuniversums ist Wilfried ein kreativer Tausendsassa:
Gelernter Bodenleger, lange Zeit Leiter der Postabteilung der Stadt, leidenschaftlicher Schnapsbrenner, Hersteller des berühmten „Pumuckl“-Himbeergeists für die Weltgymnaestrada, Lieferant für besondere Anlässe, Enzian-Ausgräber und Produzent hochprozentiger Spezialitäten.
Und wenn man ihn heute trifft, 30 Jahre später?
Er wird immer noch darauf angesprochen – fast täglich.
Dabei fing alles ganz unspektakulär an: In Dornbirn organisierte Wilfried jahrelang einen eigenwilligen Fünfkampf mit Disziplinen, die heute vermutlich in jedem Arbeitsschutzhandbuch unter „bitte niemals nachmachen“ aufscheinen würden. Da wurde mit Mittelfingern gezogen, am Boden mit dem Hals gestoßen und die Fäuste quer über Tische geschoben. Kraft war Wilfried also nicht fremd – aber Telefonbücher? Die hatte er bis dahin nicht einmal zerrissen gesehen.
Dann kam der legendäre Trainingsnachmittag in Tirol: Dort wurden Teilnehmer für eine Kraftsportveranstaltung getestet, und der Test bestand aus – natürlich – Telefonbüchern. Wilfried bekam ein Innsbrucker Exemplar in die Hand, schaute kurz, lachte ein bisschen… und riss es einfach entzwei. Auf Anhieb. Ohne zu wissen, dass das irgendjemanden beeindrucken würde.
Ab da nahm die Geschichte ihren eigenen Lauf: Wettbewerbe, Vorarlberger-Ausscheidungen, Proben mit Holzsägen und Schwedensägen – und schließlich der Anruf vom ZDF. Ein Kamerateam reiste an, Wilfried zeigte seine Kräfte, und kurze Zeit später hieß es: „Herr Kohler, wir hätten da eine Show in Rostock…“
Die Proben in Rostock verliefen chaotisch, aber erfolgreich. Eine Generalprobe? Brauchte Wilfried nicht. Ein 600-Gramm-Steak am Abend davor? Ja, bitte. Ein paar Schnäpse? Gehören für das Dornbirner Urgestein und den leidenschaftlichen Schnapsbrenner selbstverständlich dazu. Im Podcast betonte er, dass er ein paar Flaschen Schnaps mit im Gepäck hatte und einen nervösen Dortmunder Wettkandidaten, der mit Gummibändern Kerzen ausmachen wollte und bei der Generalprobe gescheitert war, zum Schnapstrinken animierte: "An Schluck Schnaps schadat nia!"
Beim Sektfrühstück mit Thomas Gottschalk am Wett-Tag selbst gönnte er sich am Abend noch ein 400 g Steak.
Als er dann auf die Bühne trat, war alles wie weg: Lampenfieber, Kameras, Publikum – nur Wilfried und das Papier. Und dann riss er los. Achtelte sogar. Die Halle tobte. Gottschalk grinste. Und der Wettkönig des Abends hieß:
Wilfried Kohler aus Watzenegg!
Die nächsten Jahre wurden nicht ruhiger:
Wilfried zerriss 500 Telefonbücher in der Dornbirner Messehalle.
Ein Verlag schickte ihm völlig kommentarlos acht Paletten voller Wiener Telefonbücher – ein Albtraum für jeden Postboten, ein Fest für Kohlers Oberarme.
Ungefragt erhielt er acht Paletten mit Telefonbüchern - nicht irgendwelche - sondern jene aus der Bundeshauptstadt Wien die doppelt so dick waren wie jene aus dem Westen. Am Fußballplatz in der Haselstauden stellte er sich einem Rekordversuch und zerriss kurz darauf weitere 3400 Wiener Telefonbücher, schön aufgelegt von der oberen bis zur unteren Linie eines Fußballfelds.
Dafür landete er im Guinness Buch der Weltrekorde – als Mann, der offiziell mehr Telefonbücher zerreißt als irgendein anderer Mensch auf dem Planeten.
Und während andere ihren Ruhm ausschlachten, blieb Wilfried der bodenständige Dornbirner, der lieber für ein soziales Projekt reißt – und dafür maximal eine Wurst und ein Bier verlangt.
Außerhalb des Telefonbuchuniversums ist Wilfried ein kreativer Tausendsassa:
Gelernter Bodenleger, lange Zeit Leiter der Postabteilung der Stadt, leidenschaftlicher Schnapsbrenner, Hersteller des berühmten „Pumuckl“-Himbeergeists für die Weltgymnaestrada, Lieferant für besondere Anlässe, Enzian-Ausgräber und Produzent hochprozentiger Spezialitäten.
Und wenn man ihn heute trifft, 30 Jahre später?
Er wird immer noch darauf angesprochen – fast täglich.
7 Minuten
Sie wirkt zuerst wie die freundliche junge Frau von nebenan – bis sie zu singen beginnt. Dann wird klar: Annelie Pilz ist eine, die man nicht übersieht, sondern hört. Und das am besten zweimal. Die 2005 geborene Singer-Songwriterin aus Hohenweiler verbindet eine warme, klare Stimme mit beeindruckender emotionaler Präzision. Genau diese Mischung macht sie zu einer der spannendsten jungen Musikerinnen aus der Region.
Dabei hat Annelie eigentlich schon einen anderen Berufsweg eingeschlagen: Sie hat Sozialpädagogik studiert und arbeitet beim MOHI als persönliche Assistentin für Menschen mit Behinderung. Ein Job, der viel Einfühlungsvermögen verlangt – und den sie mit derselben Ruhe, Empathie und Hingabe ausfüllt, die auch ihre Musik prägt.
Ihre Debüt-Single „Everything She Is“ zeigt genau das: radiotauglich, gefühlvoll, eigenständig. Kein Zufallsprodukt, sondern der Auftakt zu etwas Größerem. Wer Annelie im Gespräch erlebt, spürt ihren Enthusiasmus sofort. Im Podcast erzählt sie offen darüber, wie sehr sie Musik begleitet, wie sie sich entwickelt hat und warum sie diese Momente im Studio so liebt – besonders, wenn der vielzitierte „Weihnachtszauber“ ins Spiel kommt .
Wenn sie nicht singt, findet man sie in der Natur, mit einem Zeichenblock oder beim Spaziergang mit ihrem Hund. Ihre Lieblingskünstler – Aurora und Michael Patrick Kelly – hört man subtil zwischen den Zeilen, ohne dass sie jemals ihren eigenen Klang verliert.
Annelie Pilz ist kein Social-Media-Phänomen, kein Zufallsfund, keine künstlich gepushte Stimme. Sie ist eine echte Entdeckung. Eine junge Künstlerin, die weiß, wo sie herkommt – und gerade erst beginnt, zu zeigen, wohin sie kann.
Dabei hat Annelie eigentlich schon einen anderen Berufsweg eingeschlagen: Sie hat Sozialpädagogik studiert und arbeitet beim MOHI als persönliche Assistentin für Menschen mit Behinderung. Ein Job, der viel Einfühlungsvermögen verlangt – und den sie mit derselben Ruhe, Empathie und Hingabe ausfüllt, die auch ihre Musik prägt.
Ihre Debüt-Single „Everything She Is“ zeigt genau das: radiotauglich, gefühlvoll, eigenständig. Kein Zufallsprodukt, sondern der Auftakt zu etwas Größerem. Wer Annelie im Gespräch erlebt, spürt ihren Enthusiasmus sofort. Im Podcast erzählt sie offen darüber, wie sehr sie Musik begleitet, wie sie sich entwickelt hat und warum sie diese Momente im Studio so liebt – besonders, wenn der vielzitierte „Weihnachtszauber“ ins Spiel kommt .
Wenn sie nicht singt, findet man sie in der Natur, mit einem Zeichenblock oder beim Spaziergang mit ihrem Hund. Ihre Lieblingskünstler – Aurora und Michael Patrick Kelly – hört man subtil zwischen den Zeilen, ohne dass sie jemals ihren eigenen Klang verliert.
Annelie Pilz ist kein Social-Media-Phänomen, kein Zufallsfund, keine künstlich gepushte Stimme. Sie ist eine echte Entdeckung. Eine junge Künstlerin, die weiß, wo sie herkommt – und gerade erst beginnt, zu zeigen, wohin sie kann.
19 Minuten
Es gibt Menschen, die stolpern zufällig in ihren Beruf – und dann gibt es David Tiefenthaler. Einer, der früh erkannt hat, dass seine Zukunft nicht zwischen Schulbänken, sondern zwischen dampfenden Sudkesseln, duftendem Malz und gärender Würze liegt. Geboren 2001 und aufgewachsen in Beschling, stand für ihn mit 15 zwar noch nicht fest, dass er einmal Braumeister werden würde – aber die erste Schnupperstunde in der Brauerei Frastanzer ließ eine Tür aufgehen, die er nie wieder schließen wollte.Ein Jahr später – nach einem kurzen Ausflug an die HTL, der ihm eindeutig bewies, dass er eher etwas für dampfende Kessel als für trockene Formeln ist – kehrte er nach Frastanz zurück. Und begann mit 16 seine Lehre in der Brauerei Frastanzer. Ja, richtig: Während andere Teenager über Mathetests klagten, stand David zwischen offenen Gärbottichen, wo sich Bier noch verhält wie ein lebendiges Wesen.Vom Lehrling zum Braumeister – im SchnellverfahrenWährend viele Brauereien längst vollautomatische Hightech-Tempel geworden sind, durfte David noch das „alte Handwerk“ kennenlernen: Bier, das wie früher entsteht – mit Muskelkraft, Erfahrung und ganz viel Bauchgefühl. Und genau diese Mischung führte ihn schließlich berufsbegleitend nach Berlin, wo er nach absolvierter Lehre und schon einigen Jahren praktischer Erfahrung seinen Braumeistertitel erwarb.Heute zählt er zu den jüngsten Braumeistern von ganz Österreich. Er ist damit seinem Arbeitskollegen Laurin, der vor ihm den Titel "Jüngster Bierbraumeister des Landes" inne hatte, gefolgt - und das mit Erfolg.125 Hektoliter Leidenschaft pro SudSpricht man mit David über Bier, bekommt man nicht nur eine Erklärung – man bekommt ein Universum.Wenn David den Brauprozess erklärt (er kann das Stunden lange machen), tut er das mit einer Mischung aus Präzision und Begeisterung. Von der vermälzten Gerste über die Enzyme in der Maische bis hin zu den Polyphenolen des Hopfens – er beherrscht die Wissenschaft, aber er liebt die Magie. „Bier ist ein absolutes Naturprodukt“, sagt er und klingt dabei wie ein junger Traditionalist in einer digitalisierten Welt.Wer glaubt, dass man in einer kleinen Vorarlberger Genossenschaftsbrauerei in gemütlichem Tempo arbeitet, irrt gewaltig. Ein Sud: 12.500 Liter. Dauer: sechs Stunden. Im Dreischichtbetrieb. Von Sonntagabend bis Freitagmittag. Und das alles, während die Hefe praktisch rund um die Uhr arbeitet – 365 Tage im Jahr.Doch trotz der Menge bleibt der Respekt vor dem Produkt. In Frastanz wird noch kalt filtriert, kalt abgefüllt und komplett auf pasteurisierte „Schönheitsbehandlungen“ verzichtet. Ein Bier wie ein ehrlicher Handschlag.Experimentierfreudig wie ein AlchemistDavid hat Lieblingsbiere – klar mischt hier "s'Klenne" ganz vorne mit. Aber richtig spannend wird er, wenn er von seinen Experimenten erzählt: Pale Ales, IPAs, hopfengestopfte Sommereditionen, Schokoladenbiere.Seine Augen leuchten dann wie bei jemandem, der weiß, dass im nächsten Sud ein kleines Abenteuer lauert.Zwar sei es schwierig, Experimente im großen Maßstab umzusetzen – bei 12.500 Litern ist ein Fehlversuch teuer –, aber dafür gibt es seine kleine Nebenbrauerei: Ein Labor für Ideen, die mal völlig verrückt und mal völlig genial sind. Meistens beides.Der Braumeister, der nicht jeden Tag trinktEin Funfact, den niemand glauben will: David trinkt nicht jeden Tag Bier.Er lacht über das Klischee, dass Braumeister ständig probieren müssten. Und erklärt, dass verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol eben genauso zum Handwerk gehört wie Hopfen und Malz.
23 Minuten
Ein langhaariger Mann mit Bart, fünf Kinder, ein Sofa auf einem E-Scooter und ein Leben, das man einfach lieben muss
Wer im Raum Feldkirch unterwegs ist, weiß:
Es gibt normale Verkehrsteilnehmer – und es gibt Mario Roggenhofer, alias Tiroler Roggy.
Wenn dir also eines Tages ein ausgewachsener Couchsessel auf einem E-Scooter entgegenkommt, keine Sorge: Du halluzinierst nicht. Das ist Roggy, der wohl gemütlichste Verkehrsteilnehmer der Alpen.
Geboren in Innsbruck, aufgewachsen in Imst, danach über Umwege, Projekte und Neustarts in Vorarlberg gelandet – nicht unbedingt geplant, aber definitiv schicksalhaft.
Mit einem One-Way-Ticket kam er damals ins Ländle, um neu anzufangen. Und irgendwie hat das Universum entschieden:
„Ja, den brauchen wir hier.“
Beruflich hat er gefühlt schon halb Österreich repariert, fotografiert oder hochgezogen:
Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker in den schönsten Skiorten des Landes – und jetzt frisch gebackener Linienbusfahrer.
Roggys Lebenslauf ist so vielseitig wie seine TikTok-Ideen:
Nichts davon normal. Alles davon großartig.
Seine Frau lernte er auf eine Art kennen, die nur zu ihm passen kann:
Er klatschte ihr im Vorbeigehen frech auf den Hintern –
sie klatschte ihm dafür eine ins Gesicht.
So entstand eine Liebesgeschichte, die Disney heute noch nicht genehmigen würde, die aber seit über 20 Jahren funktioniert.
Heute teilen die beiden fünf Kinder, ein wildes Familienleben und die Fähigkeit, über vieles zu lachen – vor allem über ihn.
Von Longboards mit Wäschetrögen über Beiwagen aus Autoreifen bis zum Sofa mit Beleuchtung auf einem E-Scooter hat Roggy so ziemlich alles gebaut, was irgendein Gesetzgeber niemals vorgesehen hat.
Der Moment, als er damit zur Polizei fuhr, um zu fragen, ob das erlaubt sei, ist legendär.
Die Beamten sollen ihn angesehen haben wie jemand, der gerade ein Nilpferd an der Leine ausführt – und dann doch gesagt haben:
„Jo… naja… passt schon, solange’s unter 25 km/h bleibt.“
Das reicht Roggy.
Damit ist das Sofa offiziell ein Verkehrsmittel.
Wenn er Videos macht, dann entweder spontan – oder ungewollt spontan.
Zum Beispiel, wenn ein Pfandautomat nicht funktioniert und er mit drei großen Säcken dasteht, alle Emotionen durchlebt und schließlich gegen die Maschine scheppert.
Zack: virales Video.
Oder wenn Nachbarn irritiert sind, weil er im Sommerregen mit den Kindern in einer Riesenpfütze badet wie eine Robbe auf Urlaub.
Für Roggy ist das Alltag.
Für TikTok ist es Comedy-Gold.
Die Grundidee hinter seinen Videos ist überraschend tief:
In einer Zeit, in der Menschen Sorgen im Gesicht spazieren tragen, möchte er sie zum Lachen bringen.
Und er möchte seinen Kindern eine Kindheit schenken, die nicht aus Regeln, Angst und Helikoptereltern besteht – sondern aus Erinnerungsschätzen, Freiheit, Dreck an den Händen, verrückten Ideen und der Gewissheit:
„Mit Papa ist immer irgendwas los.“
Seine Videos sind eine Mischung aus:
– Slapstick
– Gesellschaftskritik
– Familienchaos
– Tiroler Schmäh
– und dieser „Was macht er JETZT wieder?“-Energie
Ob als tanzendes Leuchtmännchen, als Ski-befahrender Stuntman oder als liebevoller Papa, der für seine Kinder die Angriffsfläche gleich mitliefert – Roggy bleibt immer er selbst:
authentisch, schräg, furchtlos und unfassbar unterhaltsam.
Name: Mario Roggenhofer
Alias: Tiroler Roggy
Geburtsjahr: 1983
Wohnort: Feldkirch
Familie: Frau + 5 Kinder (7–19 Jahre)
Berufe: Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker, Busfahrer
Hobby: Chaos erzeugen, das andere glücklich macht
Markenzeichen:
Couchsessel-E-Scooter
unzensierte Reaktionen auf Alltagsschmarrn
Videos mit Herz, Schmäh & Wahnsinn
Kindheitserinnerungen schaffen, die bleiben
Mission: Die Welt ein bisschen lustiger machen.
Wer im Raum Feldkirch unterwegs ist, weiß:
Es gibt normale Verkehrsteilnehmer – und es gibt Mario Roggenhofer, alias Tiroler Roggy.
Wenn dir also eines Tages ein ausgewachsener Couchsessel auf einem E-Scooter entgegenkommt, keine Sorge: Du halluzinierst nicht. Das ist Roggy, der wohl gemütlichste Verkehrsteilnehmer der Alpen.
Geboren in Innsbruck, aufgewachsen in Imst, danach über Umwege, Projekte und Neustarts in Vorarlberg gelandet – nicht unbedingt geplant, aber definitiv schicksalhaft.
Mit einem One-Way-Ticket kam er damals ins Ländle, um neu anzufangen. Und irgendwie hat das Universum entschieden:
„Ja, den brauchen wir hier.“
Beruflich hat er gefühlt schon halb Österreich repariert, fotografiert oder hochgezogen:
Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker in den schönsten Skiorten des Landes – und jetzt frisch gebackener Linienbusfahrer.
Roggys Lebenslauf ist so vielseitig wie seine TikTok-Ideen:
Nichts davon normal. Alles davon großartig.
Seine Frau lernte er auf eine Art kennen, die nur zu ihm passen kann:
Er klatschte ihr im Vorbeigehen frech auf den Hintern –
sie klatschte ihm dafür eine ins Gesicht.
So entstand eine Liebesgeschichte, die Disney heute noch nicht genehmigen würde, die aber seit über 20 Jahren funktioniert.
Heute teilen die beiden fünf Kinder, ein wildes Familienleben und die Fähigkeit, über vieles zu lachen – vor allem über ihn.
Von Longboards mit Wäschetrögen über Beiwagen aus Autoreifen bis zum Sofa mit Beleuchtung auf einem E-Scooter hat Roggy so ziemlich alles gebaut, was irgendein Gesetzgeber niemals vorgesehen hat.
Der Moment, als er damit zur Polizei fuhr, um zu fragen, ob das erlaubt sei, ist legendär.
Die Beamten sollen ihn angesehen haben wie jemand, der gerade ein Nilpferd an der Leine ausführt – und dann doch gesagt haben:
„Jo… naja… passt schon, solange’s unter 25 km/h bleibt.“
Das reicht Roggy.
Damit ist das Sofa offiziell ein Verkehrsmittel.
Wenn er Videos macht, dann entweder spontan – oder ungewollt spontan.
Zum Beispiel, wenn ein Pfandautomat nicht funktioniert und er mit drei großen Säcken dasteht, alle Emotionen durchlebt und schließlich gegen die Maschine scheppert.
Zack: virales Video.
Oder wenn Nachbarn irritiert sind, weil er im Sommerregen mit den Kindern in einer Riesenpfütze badet wie eine Robbe auf Urlaub.
Für Roggy ist das Alltag.
Für TikTok ist es Comedy-Gold.
Die Grundidee hinter seinen Videos ist überraschend tief:
In einer Zeit, in der Menschen Sorgen im Gesicht spazieren tragen, möchte er sie zum Lachen bringen.
Und er möchte seinen Kindern eine Kindheit schenken, die nicht aus Regeln, Angst und Helikoptereltern besteht – sondern aus Erinnerungsschätzen, Freiheit, Dreck an den Händen, verrückten Ideen und der Gewissheit:
„Mit Papa ist immer irgendwas los.“
Seine Videos sind eine Mischung aus:
– Slapstick
– Gesellschaftskritik
– Familienchaos
– Tiroler Schmäh
– und dieser „Was macht er JETZT wieder?“-Energie
Ob als tanzendes Leuchtmännchen, als Ski-befahrender Stuntman oder als liebevoller Papa, der für seine Kinder die Angriffsfläche gleich mitliefert – Roggy bleibt immer er selbst:
authentisch, schräg, furchtlos und unfassbar unterhaltsam.
Name: Mario Roggenhofer
Alias: Tiroler Roggy
Geburtsjahr: 1983
Wohnort: Feldkirch
Familie: Frau + 5 Kinder (7–19 Jahre)
Berufe: Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker, Busfahrer
Hobby: Chaos erzeugen, das andere glücklich macht
Markenzeichen:
Couchsessel-E-Scooter
unzensierte Reaktionen auf Alltagsschmarrn
Videos mit Herz, Schmäh & Wahnsinn
Kindheitserinnerungen schaffen, die bleiben
Mission: Die Welt ein bisschen lustiger machen.
21 Minuten
Wenn man im deutschsprachigen Theaterbetrieb über moderne Volkstheater-Komödien spricht, fällt ein Name zuverlässig: Stefan Vögel. Der aus Frastanz-Bazora stammende Autor, Kabarettist und Schauspieler zählt heute zu den produktivsten und erfolgreichsten Stückeschreibern der Region – und doch wissen viele im Ländle kaum, wie umfangreich sein Werk tatsächlich ist.
Aufgewachsen im rund 300-Seelen-Dorf Gurtis, oberhalb von Frastanz, wurde Vögels Blick für Menschen und Geschichten schon früh geschärft. Das Dorf als sozialer Mikrokosmos und das elterliche Gasthaus als permanente Begegnungszone prägten ihn nachhaltig. Hier sammelte er Figuren, Typen und Szenen, die später in seinen Stücken ihren Platz fanden.
Seine Schwester Maria Neuschmid, später klassisch ausgebildete Schauspielerin, wuchs mit ihm in dieser Welt auf – eine enge familiäre Verbindung, die bis heute ihre gemeinsamen Theaterarbeiten begleitet.
Nach der Schulzeit in Feldkirch versuchte sich Vögel kurz an einem Lehramtsstudium in Wien, wechselte dann nach Zürich und schloss dort ein Wirtschaftsstudium ab. Doch bereits während der Studienzeit lebte er zunehmend vom Kabarett – der entscheidende Schritt in seine künstlerische Laufbahn.
1991 entstand sein erstes eigenes Stück „Grüß Gott in Voradelberg 1“. Rasch folgten weitere Produktionen, zunehmend erfolgreicher und publikumswirksamer. Nach einigen Jahren beschloss Vögel, ein eigenes Theater zu gründen – das VOVO – Vorarlberger Volkstheater, das später in eine bis heute aktive Produktionsfirma überging.
Vögels besondere Stärke liegt im präzisen Beobachten und pointierten Übersetzen dessen, was die Vorarlberger Mentalität ausmacht. Nicht ein Typ, sondern viele – echt, humorvoll, bodenständig und manchmal herrlich schräg. Seine Figuren wirken so lebensnah, dass das Publikum sich selbst auf der Bühne erkennt.
Seine Lieder und Szenen haben Kultstatus: vom Bofrostmann-Lied bis zu den 96 Gemeinden, die von Schulklassen auswendig gesungen werden. Mundart, Milieu und Charaktere – bei Vögel wird nichts künstlich aufgesetzt, alles lebt aus Erfahrung.
Trotz des oft leichten Tons seiner Stücke arbeitet Vögel mit großer Disziplin. Er schreibt wie ein Beamter: täglich frühmorgens ab sechs Uhr, mehrere Stunden, an mindestens fünf Tagen in der Woche. Über 55 Theaterstücke und rund 25 Kabarettprogramme sind so entstanden.
Die Reihe „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua“ gehört zu seinen größten Erfolgen. Sie hat das Publikum über Jahre hinweg begeistert und emotionale Spuren hinterlassen – vom herzhaften Lachen bis zu jenen berührenden Momenten, in denen Zuschauer ihren letzten Abend vor einer schweren Operation im Theater verbringen wollten. Seit Herbst 2025 kommt nun „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“ auf die Bühne – wieder mit seiner Schwester Maria Neuschmid. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange, perfekt eingespielte Zusammenarbeit. Auch die Figur des Schwarzarbeiters kehrt zurück, inklusive seines legendären Satzes:
„I han mir au scho a Werkzeugkischt g’putzt.“
Neben der Zusammenarbeit mit seiner Schwester steht inzwischen auch seine Nichte Anna regelmäßig mit ihm auf der Bühne – die nächste Generation, die das familiäre Talent weiterträgt. Gleichzeitig wagt sich Vögel an ganz neue Formate: etwa an einen über 1000 Seiten starken historischen Roman, an dem er seit zehn Jahren arbeitet.
Seit über zwei Jahrzehnten lebt er in Mauren (Liechtenstein), verbringt aber regelmäßig längere Aufenthalte in Barcelona, einer Stadt, die ihn inspiriert und die er wegen ihres Meeres, ihrer Wärme und ihres Großstadt-Flairs liebt.
Wohnort: Mauren (Liechtenstein)
Weitere Lebensorte: Barcelona
Ausbildung: Wirtschaftsstudium in Zürich
Karrierebeginn: Kabarett während des Studiums
Erstes Stück: „Grüß Gott in Voradelberg“ (1991)
Werke: ca. 55 Theaterstücke, ca. 25 Kabarettprogramme
Bekannteste Reihe: „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“
Aktuelles Projekt: „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“
Weitere Arbeiten: Großroman (über 1000 Seiten, in Fertigstellung)
Aufgewachsen im rund 300-Seelen-Dorf Gurtis, oberhalb von Frastanz, wurde Vögels Blick für Menschen und Geschichten schon früh geschärft. Das Dorf als sozialer Mikrokosmos und das elterliche Gasthaus als permanente Begegnungszone prägten ihn nachhaltig. Hier sammelte er Figuren, Typen und Szenen, die später in seinen Stücken ihren Platz fanden.
Seine Schwester Maria Neuschmid, später klassisch ausgebildete Schauspielerin, wuchs mit ihm in dieser Welt auf – eine enge familiäre Verbindung, die bis heute ihre gemeinsamen Theaterarbeiten begleitet.
Nach der Schulzeit in Feldkirch versuchte sich Vögel kurz an einem Lehramtsstudium in Wien, wechselte dann nach Zürich und schloss dort ein Wirtschaftsstudium ab. Doch bereits während der Studienzeit lebte er zunehmend vom Kabarett – der entscheidende Schritt in seine künstlerische Laufbahn.
1991 entstand sein erstes eigenes Stück „Grüß Gott in Voradelberg 1“. Rasch folgten weitere Produktionen, zunehmend erfolgreicher und publikumswirksamer. Nach einigen Jahren beschloss Vögel, ein eigenes Theater zu gründen – das VOVO – Vorarlberger Volkstheater, das später in eine bis heute aktive Produktionsfirma überging.
Vögels besondere Stärke liegt im präzisen Beobachten und pointierten Übersetzen dessen, was die Vorarlberger Mentalität ausmacht. Nicht ein Typ, sondern viele – echt, humorvoll, bodenständig und manchmal herrlich schräg. Seine Figuren wirken so lebensnah, dass das Publikum sich selbst auf der Bühne erkennt.
Seine Lieder und Szenen haben Kultstatus: vom Bofrostmann-Lied bis zu den 96 Gemeinden, die von Schulklassen auswendig gesungen werden. Mundart, Milieu und Charaktere – bei Vögel wird nichts künstlich aufgesetzt, alles lebt aus Erfahrung.
Trotz des oft leichten Tons seiner Stücke arbeitet Vögel mit großer Disziplin. Er schreibt wie ein Beamter: täglich frühmorgens ab sechs Uhr, mehrere Stunden, an mindestens fünf Tagen in der Woche. Über 55 Theaterstücke und rund 25 Kabarettprogramme sind so entstanden.
Die Reihe „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua“ gehört zu seinen größten Erfolgen. Sie hat das Publikum über Jahre hinweg begeistert und emotionale Spuren hinterlassen – vom herzhaften Lachen bis zu jenen berührenden Momenten, in denen Zuschauer ihren letzten Abend vor einer schweren Operation im Theater verbringen wollten. Seit Herbst 2025 kommt nun „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“ auf die Bühne – wieder mit seiner Schwester Maria Neuschmid. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange, perfekt eingespielte Zusammenarbeit. Auch die Figur des Schwarzarbeiters kehrt zurück, inklusive seines legendären Satzes:
„I han mir au scho a Werkzeugkischt g’putzt.“
Neben der Zusammenarbeit mit seiner Schwester steht inzwischen auch seine Nichte Anna regelmäßig mit ihm auf der Bühne – die nächste Generation, die das familiäre Talent weiterträgt. Gleichzeitig wagt sich Vögel an ganz neue Formate: etwa an einen über 1000 Seiten starken historischen Roman, an dem er seit zehn Jahren arbeitet.
Seit über zwei Jahrzehnten lebt er in Mauren (Liechtenstein), verbringt aber regelmäßig längere Aufenthalte in Barcelona, einer Stadt, die ihn inspiriert und die er wegen ihres Meeres, ihrer Wärme und ihres Großstadt-Flairs liebt.
Wohnort: Mauren (Liechtenstein)
Weitere Lebensorte: Barcelona
Ausbildung: Wirtschaftsstudium in Zürich
Karrierebeginn: Kabarett während des Studiums
Erstes Stück: „Grüß Gott in Voradelberg“ (1991)
Werke: ca. 55 Theaterstücke, ca. 25 Kabarettprogramme
Bekannteste Reihe: „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“
Aktuelles Projekt: „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“
Weitere Arbeiten: Großroman (über 1000 Seiten, in Fertigstellung)
34 Minuten
Wenn Nikolaus Netzer über seine Arbeit spricht, leuchten seine Augen. Es ist dieselbe Mischung aus Leidenschaft, Hingabe und feinem Humor, die ihn seit Jahrzehnten antreibt – ob am Dirigentenpult, im Orchestergraben oder als Direktor einer der traditionsreichsten Musikschulen Vorarlbergs. Wer ihn erlebt, merkt rasch: Dieser Mann lebt Musik nicht nur, er vermittelt sie mit ganzem Herzen.
Seit 2009 steht Netzer an der Spitze der Musikschule Feldkirch, der ältesten Musikschule Vorarlbergs, gegründet 1888. Eine Aufgabe, die ihm gewissermaßen zufiel – und die er heute als „Geschenk“ bezeichnet. Damals rief der Stadtamtsdirektor an und fragte, ob seine Jahre zurückliegende Bewerbung noch gelte; Netzer selbst konnte sich kaum mehr daran erinnern. Doch er spürte: Jetzt ist die Zeit reif.
Dabei war seine Karriere auf einem ganz anderen Weg unterwegs. Netzer, in der Blasmusik groß geworden, studierte Posaune, Klavier und später Dirigieren. Er unterrichtete in Innsbruck, arbeitete am Theater Ulm – wo schon Herbert von Karajan begann – und dirigierte später am Tiroler Landestheater unter Brigitte Fassbender. Sein Weg führte ihn durch Orchestergräben, Opernhäuser und Konzertstätten, bis er sich entschied, den Kompass neu auszurichten: zurück zur pädagogischen Arbeit, zurück zu den Kindern, zurück zur gesellschaftlichen Wirkung von Musik.
Heute führt er ein Haus, das jährlich rund 1700 Schüler erreicht – und dessen Klang weit über Feldkirch hinausstrahlt. Im Reichenfeld hört man in jedem Stockwerk andere Instrumente; die Schule ist ein lebendiges Biotop für musikalische Entwicklung. Besonders bekannt ist das große Klangfest, das aus dem „Tag der offenen Tür“ hervorging – ein bewusst lautes, fröhliches Zeichen nach der Corona-Stille, bei dem hunderte Menschen musizierend, grillend und miteinander feiernd das Gelände beleben.
Netzer betrachtet die Musikschule nicht nur als Bildungsanstalt, sondern als sozialen Raum, in dem kulturelle Teilhabe Realität wird. Kooperationen mit Volksschulen sorgen dafür, dass jedes Kind in Feldkirch zwei Jahre lang verpflichtend Kontakt mit Musik hat – unabhängig von Herkunft oder sozialen Voraussetzungen. Ein muslimischer Vater mit vier Töchtern brachte es laut Netzer einmal auf den Punkt: Musik habe seinen Kindern Türen geöffnet, von denen er nie zu träumen wagte.
Doch Netzer wäre nicht Netzer, wenn er nur auf einem Gleis fahren würde. Noch immer schlägt sein Herz für die Bühne. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter und Intendant des Musiktheaters Vorarlberg. Dort hat er ein Ensemble geschaffen, das wie eine große Familie funktioniert – ein Wiedersehen im Herbst, wie andere es in Berghütten erleben, nur eben mit Partituren und Bühnenstaub. Junge Sänger finden hier ein Sprungbrett, etablierte Stimmen kehren als „Mikey kommt wieder heim“-Momente zurück.
Für viele stellte sich die Frage: Wie passt das alles zusammen – Schule und Theater, Kinder und Oper, Verwaltung und Kunst? Bei Netzer verschmelzen diese Welten. Er sucht die Verbindung, nicht die Trennung. Er fördert Nachwuchs, modernisiert Strukturen, öffnet Türen zur Oper für Kinder wie Erwachsene und denkt gleichzeitig darüber nach, das Image der Oper neu zu erfinden – weg vom steifen Sitzen, hin zum geselligen Erleben, wie es einst im Barock üblich war.
Vielleicht ist es genau das, was seine Arbeit auszeichnet: Netzer will nicht nur musikalische Bildung vermitteln, sondern Begeisterung, Lebensfreude und Teilhabe. Unter seiner Leitung ist die Musikschule Feldkirch bunter, offener und vielfältiger geworden. Und er selbst – ein Dirigent mit Herz, Visionen und einem untrüglichen Gefühl für Menschen – sorgt dafür, dass Musik in Feldkirch nicht nur gehört, sondern erlebt wird.
Geburtsort & musikalische Wurzeln:
– Musikalisch sozialisiert in der Harmoniemusik Schruns
Studium:
– Posaune und Klavier (Lehramt)
– Diplomstudium Dirigieren
Seit 2009 steht Netzer an der Spitze der Musikschule Feldkirch, der ältesten Musikschule Vorarlbergs, gegründet 1888. Eine Aufgabe, die ihm gewissermaßen zufiel – und die er heute als „Geschenk“ bezeichnet. Damals rief der Stadtamtsdirektor an und fragte, ob seine Jahre zurückliegende Bewerbung noch gelte; Netzer selbst konnte sich kaum mehr daran erinnern. Doch er spürte: Jetzt ist die Zeit reif.
Dabei war seine Karriere auf einem ganz anderen Weg unterwegs. Netzer, in der Blasmusik groß geworden, studierte Posaune, Klavier und später Dirigieren. Er unterrichtete in Innsbruck, arbeitete am Theater Ulm – wo schon Herbert von Karajan begann – und dirigierte später am Tiroler Landestheater unter Brigitte Fassbender. Sein Weg führte ihn durch Orchestergräben, Opernhäuser und Konzertstätten, bis er sich entschied, den Kompass neu auszurichten: zurück zur pädagogischen Arbeit, zurück zu den Kindern, zurück zur gesellschaftlichen Wirkung von Musik.
Heute führt er ein Haus, das jährlich rund 1700 Schüler erreicht – und dessen Klang weit über Feldkirch hinausstrahlt. Im Reichenfeld hört man in jedem Stockwerk andere Instrumente; die Schule ist ein lebendiges Biotop für musikalische Entwicklung. Besonders bekannt ist das große Klangfest, das aus dem „Tag der offenen Tür“ hervorging – ein bewusst lautes, fröhliches Zeichen nach der Corona-Stille, bei dem hunderte Menschen musizierend, grillend und miteinander feiernd das Gelände beleben.
Netzer betrachtet die Musikschule nicht nur als Bildungsanstalt, sondern als sozialen Raum, in dem kulturelle Teilhabe Realität wird. Kooperationen mit Volksschulen sorgen dafür, dass jedes Kind in Feldkirch zwei Jahre lang verpflichtend Kontakt mit Musik hat – unabhängig von Herkunft oder sozialen Voraussetzungen. Ein muslimischer Vater mit vier Töchtern brachte es laut Netzer einmal auf den Punkt: Musik habe seinen Kindern Türen geöffnet, von denen er nie zu träumen wagte.
Doch Netzer wäre nicht Netzer, wenn er nur auf einem Gleis fahren würde. Noch immer schlägt sein Herz für die Bühne. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter und Intendant des Musiktheaters Vorarlberg. Dort hat er ein Ensemble geschaffen, das wie eine große Familie funktioniert – ein Wiedersehen im Herbst, wie andere es in Berghütten erleben, nur eben mit Partituren und Bühnenstaub. Junge Sänger finden hier ein Sprungbrett, etablierte Stimmen kehren als „Mikey kommt wieder heim“-Momente zurück.
Für viele stellte sich die Frage: Wie passt das alles zusammen – Schule und Theater, Kinder und Oper, Verwaltung und Kunst? Bei Netzer verschmelzen diese Welten. Er sucht die Verbindung, nicht die Trennung. Er fördert Nachwuchs, modernisiert Strukturen, öffnet Türen zur Oper für Kinder wie Erwachsene und denkt gleichzeitig darüber nach, das Image der Oper neu zu erfinden – weg vom steifen Sitzen, hin zum geselligen Erleben, wie es einst im Barock üblich war.
Vielleicht ist es genau das, was seine Arbeit auszeichnet: Netzer will nicht nur musikalische Bildung vermitteln, sondern Begeisterung, Lebensfreude und Teilhabe. Unter seiner Leitung ist die Musikschule Feldkirch bunter, offener und vielfältiger geworden. Und er selbst – ein Dirigent mit Herz, Visionen und einem untrüglichen Gefühl für Menschen – sorgt dafür, dass Musik in Feldkirch nicht nur gehört, sondern erlebt wird.
Geburtsort & musikalische Wurzeln:
– Musikalisch sozialisiert in der Harmoniemusik Schruns
Studium:
– Posaune und Klavier (Lehramt)
– Diplomstudium Dirigieren
19 Minuten
aphael Rothmund ist einer jener seltenen Menschen, bei denen Leidenschaft und Beruf zu einer einzigen Antriebskraft verschmelzen. Was mit einem Sprung ins Unbekannte begann – einem Fallschirmsprung in Hohenems – entwickelte sich zu einer Lebensmission zwischen Himmel, Handwerk und Herzblut: das Fliegen.
Der gebürtige Vorarlberger, Jahrgang 1996, hat bereits in jungen Jahren einen beruflichen Weg beschritten, der von Mut, Kreativität und Tatendrang geprägt ist. Nach der Handelsschule absolvierte er im Familienunternehmen eine Lehre als Immobilienkaufmann, ehe er in die Versicherungsbranche wechselte und schließlich 2020 den Sprung in die Medienwelt wagte. Als Medienberater und kreativer Netzwerker platzierte er für Regionalzeitungen Kampagnen, entwickelte PR-Texte und verknüpfte seine Kommunikationsstärke mit einer wachsenden Leidenschaft: der Fliegerei.
Mit 21 Jahren begann Raphael seine Ausbildung zum Privatpiloten – ein Wendepunkt. Der Himmel wurde zu seinem zweiten Zuhause. Die Begeisterung für die Fliegerei inspirierte ihn zu einer ungewöhnlichen, aber konsequenten Entscheidung: Er wollte seine Leidenschaft mit anderen teilen und gründete 2022 das Hochglanzmagazin „Der Flugschreiber“.
Das Magazin versteht sich als Plattform von Piloten für Piloten und erscheint seither vierteljährlich. Gedruckt auf edlem Papier, mit großformatigen Bildern, Reportagen, Technikberichten und Porträts von Flugbegeisterten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Rothmunds Anspruch: Qualität, Authentizität und echte Geschichten.
„Ich sehe in Print wieder Glaubwürdigkeit“, sagt er. „Gerade in Zeiten von KI und Deepfakes sehnen sich Menschen nach handgemachten, redaktionellen Inhalten.“
Neben seiner Tätigkeit als Medienmacher bleibt Raphael Rothmund seiner wahren Leidenschaft treu und machte die Berufspiloten Theorie-Ausbildung, welche als Basis gilt um mit der Ausbildung zum Fluglehrer fortzufahren.
Er möchte die Faszination des Fliegens weitergeben: „Ich bin Verkäufer und Kommunikator – aber nichts erfüllt mich mehr, als über das zu sprechen, was ich liebe. Wenn ich in Zukunft als Lehrer andere in die Luft bringe, ist das die schönste Form von Erfolg."
Stillstand kennt Rothmund nicht: 2023 gründete er zusätzlich eine Werbeagentur, 2024 folgte die Personalplattform workenda.at. Seine Projekte entstehen oft aus spontanen Ideen und Gesprächen mit seinem Umfeld – er selbst beschreibt sich als „kreativen Ja-Sager“.
Er verkörpert eine neue Generation von Unternehmern, die Tradition und Fortschritt verbinden: Handwerkliche Präzision, Offenheit für Technologie, Sinn für Gemeinschaft und Freude am Lernen.
„Fliegen ist ein Lebensgefühl“, sagt er. „Man lernt nie aus, kann sich immer weiterbilden – und genau das gilt für jedes Projekt, das ich starte.“
Name: Raphael Rothmund
Geburtsjahr: 1996
Wohnort: Vorarlberg (Österreich)
Ausbildung: Handelsschule, Lehre zum Immobilienkaufmann
Karriere: Immobilien- und Versicherungsbranche, seit 2020 Medienberater, Gründer und Herausgeber des Magazins Der Flugschreiber, seit 2023 Inhaber einer Werbeagentur, 2024 Gründer der Personalplattform workenda.at
Fliegerische Laufbahn: Privatpilotenlizenz (2019), Abschluss CPL-Theorie (Berufspilotentheorie) 2025
Magazin Der Flugschreiber: Hochglanzmagazin „von Piloten für Piloten“, gegründet 2022, erscheint vierteljährlich in Österreich, Deutschland und der Schweiz, www.derflugschreiber.at
Motivation: Die Leidenschaft fürs Fliegen, die Freude am Lehren, der Wunsch, echte Geschichten in einer schnelllebigen Medienwelt zu erzählen
Der gebürtige Vorarlberger, Jahrgang 1996, hat bereits in jungen Jahren einen beruflichen Weg beschritten, der von Mut, Kreativität und Tatendrang geprägt ist. Nach der Handelsschule absolvierte er im Familienunternehmen eine Lehre als Immobilienkaufmann, ehe er in die Versicherungsbranche wechselte und schließlich 2020 den Sprung in die Medienwelt wagte. Als Medienberater und kreativer Netzwerker platzierte er für Regionalzeitungen Kampagnen, entwickelte PR-Texte und verknüpfte seine Kommunikationsstärke mit einer wachsenden Leidenschaft: der Fliegerei.
Mit 21 Jahren begann Raphael seine Ausbildung zum Privatpiloten – ein Wendepunkt. Der Himmel wurde zu seinem zweiten Zuhause. Die Begeisterung für die Fliegerei inspirierte ihn zu einer ungewöhnlichen, aber konsequenten Entscheidung: Er wollte seine Leidenschaft mit anderen teilen und gründete 2022 das Hochglanzmagazin „Der Flugschreiber“.
Das Magazin versteht sich als Plattform von Piloten für Piloten und erscheint seither vierteljährlich. Gedruckt auf edlem Papier, mit großformatigen Bildern, Reportagen, Technikberichten und Porträts von Flugbegeisterten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Rothmunds Anspruch: Qualität, Authentizität und echte Geschichten.
„Ich sehe in Print wieder Glaubwürdigkeit“, sagt er. „Gerade in Zeiten von KI und Deepfakes sehnen sich Menschen nach handgemachten, redaktionellen Inhalten.“
Neben seiner Tätigkeit als Medienmacher bleibt Raphael Rothmund seiner wahren Leidenschaft treu und machte die Berufspiloten Theorie-Ausbildung, welche als Basis gilt um mit der Ausbildung zum Fluglehrer fortzufahren.
Er möchte die Faszination des Fliegens weitergeben: „Ich bin Verkäufer und Kommunikator – aber nichts erfüllt mich mehr, als über das zu sprechen, was ich liebe. Wenn ich in Zukunft als Lehrer andere in die Luft bringe, ist das die schönste Form von Erfolg."
Stillstand kennt Rothmund nicht: 2023 gründete er zusätzlich eine Werbeagentur, 2024 folgte die Personalplattform workenda.at. Seine Projekte entstehen oft aus spontanen Ideen und Gesprächen mit seinem Umfeld – er selbst beschreibt sich als „kreativen Ja-Sager“.
Er verkörpert eine neue Generation von Unternehmern, die Tradition und Fortschritt verbinden: Handwerkliche Präzision, Offenheit für Technologie, Sinn für Gemeinschaft und Freude am Lernen.
„Fliegen ist ein Lebensgefühl“, sagt er. „Man lernt nie aus, kann sich immer weiterbilden – und genau das gilt für jedes Projekt, das ich starte.“
Name: Raphael Rothmund
Geburtsjahr: 1996
Wohnort: Vorarlberg (Österreich)
Ausbildung: Handelsschule, Lehre zum Immobilienkaufmann
Karriere: Immobilien- und Versicherungsbranche, seit 2020 Medienberater, Gründer und Herausgeber des Magazins Der Flugschreiber, seit 2023 Inhaber einer Werbeagentur, 2024 Gründer der Personalplattform workenda.at
Fliegerische Laufbahn: Privatpilotenlizenz (2019), Abschluss CPL-Theorie (Berufspilotentheorie) 2025
Magazin Der Flugschreiber: Hochglanzmagazin „von Piloten für Piloten“, gegründet 2022, erscheint vierteljährlich in Österreich, Deutschland und der Schweiz, www.derflugschreiber.at
Motivation: Die Leidenschaft fürs Fliegen, die Freude am Lehren, der Wunsch, echte Geschichten in einer schnelllebigen Medienwelt zu erzählen
28 Minuten
Wenn man Wolfgang Türtscher begegnet, begegnet man einem Mann, der Bildung nicht nur als Beruf, sondern als Berufung versteht. 69 Jahre jung, verheiratet, Vater zweier Kinder und stolzer Großvater – und vor allem: ein Götzner mit Leib und Seele. Fast vier Jahrzehnte prägte er als Lehrer, Direktor, Organisator und Idealist die Bildungslandschaft Vorarlbergs.
„Ich war zu Beginn meines Studiums überzeugt, dass ich nie Lehrer werde“, sagt Türtscher mit einem Schmunzeln. Doch das Probejahr am Gymnasium Blumenstraße in Bregenz änderte alles. 37 Jahre lang unterrichtete er dort Deutsch, Geschichte und später auch Ethik – und fand in der Arbeit mit jungen Menschen seine Erfüllung. Für ihn ist der Lehrerberuf „der freieste Beruf der Welt“, geprägt von Eigenverantwortung, Gestaltungsspielraum und der Freude, Jugendlichen Wissen und Werte zu vermitteln.
Als überzeugter Katholik – „religiös, aber nicht fromm“, wie er betont – sah er im Ethikunterricht keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zum Religionsunterricht. Sein Zugang war stets von Neugier und Toleranz geprägt: „Ich habe bei meinen Ethikschülern viel religiöses Interesse bemerkt – sie wollten wirklich wissen, was in den verschiedenen Religionen los ist.“
Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war Türtscher jahrzehntelang das Gesicht der Volkshochschulen in Vorarlberg. Ab 1986 leitete er die Volkshochschule Bregenz, baute sie zu einer modernen, professionell geführten Bildungsinstitution aus und gründete 1990 auch die Volkshochschule in seiner Heimatgemeinde Götzis.
Sein Konzept war klar: Bildung für alle, lebensnah, praxisorientiert und finanzierbar. Unter seiner Leitung entstanden Programme für den zweiten Bildungsweg, Deutsch-Integrationskurse und die Berufsreifeprüfung. „Man muss immer gewappnet sein, neue Aufgaben zu übernehmen – wer knapp kalkulieren muss, wird innovativer“, sagt er über den ständigen Balanceakt zwischen Bildungsauftrag und finanzieller Realität.
Heute ist Götzis die größte Volkshochschule des Landes – ein Erfolg, der ohne Türtschers Weitblick und organisatorisches Talent kaum denkbar wäre.
Auch nach seiner Pensionierung bleibt Türtscher aktiv und engagiert. Als Obmann der Bruderschaft St. Arbogast und St. Anna in Götzis hat er 2012 gemeinsam mit Gleichgesinnten eine jahrhundertealte religiöse Gemeinschaft zu neuem Leben erweckt.
Die Bruderschaft ist für ihn mehr als kirchliche Folklore – sie steht für Werte, Zusammenhalt und soziale Verantwortung: „Wenn jemand in Not gekommen ist, hat die Bruderschaft eingegriffen.“ Heute zählt sie über 260 Mitglieder, von Alt bis Jung, aus ganz Europa.
Ein weiterer zentraler Teil seines Engagements ist die katholische Mittelschulverbindung Clunia in Feldkirch, der er seit 1980 angehört und deren Obmann er lange war. Für Türtscher sind Verbindungen Orte der Wertebildung – getragen von den Prinzipien Religio, Scientia, Patria und Amicitia: Religion, Wissenschaft, Vaterland und Freundschaft.
Er war maßgeblich daran beteiligt, die Verbindung für Frauen zu öffnen – ein Schritt, den der konservative Bildungsdenker mit Weitblick und Pragmatismus unterstützte: „Die Mädchen übernehmen genauso Führungsverantwortung – und im Ergebnis hat sich nichts geändert.“
Wolfgang Türtscher ist ein Mann, der konservativ denkt, ohne rückwärtsgewandt zu sein. Einer, der den Wert von Bildung, Familie und Glaube nicht predigt, sondern lebt. Sein Lebenswerk zeigt, dass konservativ nicht Stillstand bedeutet, sondern Beständigkeit in Haltung und Verantwortung.
Ob als Lehrer, Volkshochschul-Direktor, Bruderschafts-Obmann oder Verbindungsmitglied – Türtscher hat in allen Rollen eines gemeinsam: Er baut Brücken. Zwischen Generationen, zwischen Bildung und Gesellschaft, zwischen Tradition und Gegenwart.
„Wichtig war immer, dass die Familie nicht zu kurz kommt“, sagt er zum Schluss. „Meine Frau ist auch Mitglied bei der Clunia – das hilft.“
„Ich war zu Beginn meines Studiums überzeugt, dass ich nie Lehrer werde“, sagt Türtscher mit einem Schmunzeln. Doch das Probejahr am Gymnasium Blumenstraße in Bregenz änderte alles. 37 Jahre lang unterrichtete er dort Deutsch, Geschichte und später auch Ethik – und fand in der Arbeit mit jungen Menschen seine Erfüllung. Für ihn ist der Lehrerberuf „der freieste Beruf der Welt“, geprägt von Eigenverantwortung, Gestaltungsspielraum und der Freude, Jugendlichen Wissen und Werte zu vermitteln.
Als überzeugter Katholik – „religiös, aber nicht fromm“, wie er betont – sah er im Ethikunterricht keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zum Religionsunterricht. Sein Zugang war stets von Neugier und Toleranz geprägt: „Ich habe bei meinen Ethikschülern viel religiöses Interesse bemerkt – sie wollten wirklich wissen, was in den verschiedenen Religionen los ist.“
Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war Türtscher jahrzehntelang das Gesicht der Volkshochschulen in Vorarlberg. Ab 1986 leitete er die Volkshochschule Bregenz, baute sie zu einer modernen, professionell geführten Bildungsinstitution aus und gründete 1990 auch die Volkshochschule in seiner Heimatgemeinde Götzis.
Sein Konzept war klar: Bildung für alle, lebensnah, praxisorientiert und finanzierbar. Unter seiner Leitung entstanden Programme für den zweiten Bildungsweg, Deutsch-Integrationskurse und die Berufsreifeprüfung. „Man muss immer gewappnet sein, neue Aufgaben zu übernehmen – wer knapp kalkulieren muss, wird innovativer“, sagt er über den ständigen Balanceakt zwischen Bildungsauftrag und finanzieller Realität.
Heute ist Götzis die größte Volkshochschule des Landes – ein Erfolg, der ohne Türtschers Weitblick und organisatorisches Talent kaum denkbar wäre.
Auch nach seiner Pensionierung bleibt Türtscher aktiv und engagiert. Als Obmann der Bruderschaft St. Arbogast und St. Anna in Götzis hat er 2012 gemeinsam mit Gleichgesinnten eine jahrhundertealte religiöse Gemeinschaft zu neuem Leben erweckt.
Die Bruderschaft ist für ihn mehr als kirchliche Folklore – sie steht für Werte, Zusammenhalt und soziale Verantwortung: „Wenn jemand in Not gekommen ist, hat die Bruderschaft eingegriffen.“ Heute zählt sie über 260 Mitglieder, von Alt bis Jung, aus ganz Europa.
Ein weiterer zentraler Teil seines Engagements ist die katholische Mittelschulverbindung Clunia in Feldkirch, der er seit 1980 angehört und deren Obmann er lange war. Für Türtscher sind Verbindungen Orte der Wertebildung – getragen von den Prinzipien Religio, Scientia, Patria und Amicitia: Religion, Wissenschaft, Vaterland und Freundschaft.
Er war maßgeblich daran beteiligt, die Verbindung für Frauen zu öffnen – ein Schritt, den der konservative Bildungsdenker mit Weitblick und Pragmatismus unterstützte: „Die Mädchen übernehmen genauso Führungsverantwortung – und im Ergebnis hat sich nichts geändert.“
Wolfgang Türtscher ist ein Mann, der konservativ denkt, ohne rückwärtsgewandt zu sein. Einer, der den Wert von Bildung, Familie und Glaube nicht predigt, sondern lebt. Sein Lebenswerk zeigt, dass konservativ nicht Stillstand bedeutet, sondern Beständigkeit in Haltung und Verantwortung.
Ob als Lehrer, Volkshochschul-Direktor, Bruderschafts-Obmann oder Verbindungsmitglied – Türtscher hat in allen Rollen eines gemeinsam: Er baut Brücken. Zwischen Generationen, zwischen Bildung und Gesellschaft, zwischen Tradition und Gegenwart.
„Wichtig war immer, dass die Familie nicht zu kurz kommt“, sagt er zum Schluss. „Meine Frau ist auch Mitglied bei der Clunia – das hilft.“