Der tauchende Sportmittelschullehrer - Dieter Losert

Der tauchende Sportmittelschullehrer - Dieter Losert

18 Minuten

Beschreibung

vor 1 Tag

Wer mit Dieter Losert spricht, merkt rasch: Hier steht keiner,
der Schule bloß verwaltet. Hier arbeitet ein Mensch, der Bildung
gestalten will – mit Klarheit, Erfahrung und einem ausgeprägten
Gespür für Menschen. Losert, Direktor der Sportmittelschule
Wolfurt in Vorarlberg, verbindet in seiner Person vieles, was
heute selten geworden ist: Pädagogische Bodenhaftung,
Führungsstärke, sportliche Leidenschaft und die Bereitschaft,
immer wieder Neuland zu betreten.


Geboren 1969, verheiratet und Vater von vier Kindern, ist Dieter
Losert fest im Leben verankert. Vielleicht ist es gerade diese
Verbindung aus familiärer Verantwortung und beruflicher
Leidenschaft, die seinen Blick auf Schule so glaubwürdig macht.
Für ihn ist Schule kein abstraktes System, sondern ein lebendiger
Ort, an dem junge Menschen gefördert, gefordert und begleitet
werden müssen.


Sein Weg in den Lehrerberuf war kein Zufall. Die Freude am Sport
und der Umgang mit Kindern und Jugendlichen gaben früh die
Richtung vor. Nach seiner Ausbildung begann Losert seine Laufbahn
in Hard, später führten ihn weitere Stationen an sehr
unterschiedliche Schulen – von der sozialpädagogischen Arbeit bis
zum Landeszentrum für Hörgeschädigte. Gerade diese Jahre haben
ihn geprägt. Sie schärften seinen Blick für jene, die im
Schulalltag oft mehr Anstrengung leisten müssen als andere, um
überhaupt ähnliche Chancen zu bekommen. Diese Erfahrung wirkt bis
heute nach.


Als Schulleiter kam der nächste große Schritt bewusst. Mit 49, so
sagt er selbst, wollte er noch einmal „einen Sprung ins kalte
Wasser“ wagen. Aus dem erfahrenen Lehrer wurde ein Direktor, der
nicht nur organisiert, sondern entwickelt, hinterfragt und
vorangeht. Nach ersten Jahren in der Leitung in
Klaus-Weiler-Fraxern führte ihn sein Weg schließlich nach Wolfurt
– an die Sportmittelschule, und damit auch in eine Schule, die
bestens zu ihm passt. Denn hier treffen Bewegung, Leistung,
Gemeinschaft und pädagogischer Anspruch unmittelbar aufeinander.


Die Sportmittelschule Wolfurt ist für Losert weit mehr als ein
Schulstandort. Sie ist ein Ort mit Profil. Sportliche
Spitzenleistungen, vielfältige Veranstaltungen, digitale
Ausstattung und ein lebendiger Schulalltag prägen das Bild.
Losert denkt Schule dabei nicht nostalgisch, sondern entschieden
gegenwartsbezogen: Digitalisierung, Medienkompetenz, Künstliche
Intelligenz und die veränderten Anforderungen an Schüler gehören
für ihn längst zu den zentralen Zukunftsfragen. Gleichzeitig
bleibt sein Anspruch ein klassisch pädagogischer: Guter
Unterricht muss das Beste aus jedem Schüler herausholen.


Charakteristisch für Dieter Losert ist, dass er Führung nicht als
Distanz, sondern als Verantwortung versteht. Er spricht offen
über Lehrermangel, über die Belastungen für Schulen und
Gemeinden, über Integration, über Kinder mit besonderen
Bedürfnissen und über die Notwendigkeit, rasch und klar zu
handeln, wenn Probleme auftreten. Dahinter steht kein
Funktionärston, sondern praktische Erfahrung.


Und doch endet sein Horizont nicht am Schultor. Dieter Losert ist
auch Tauchlehrer – und dieses Detail wirkt fast symbolisch. Denn
wer taucht, braucht Ruhe, Konzentration, Vertrauen in die eigene
Vorbereitung und Respekt vor Kräften, die stärker sind als man
selbst. Reisen bedeutet für ihn, den Kopf freizubekommen, neue
Perspektiven zu gewinnen und das Eigene besser schätzen zu
lernen.


So entsteht das Bild eines Mannes, der fest in Vorarlberg
verwurzelt ist und zugleich offen in die Welt blickt. Eines
Schulleiters, der Leistung schätzt, aber den Menschen nie aus dem
Blick verliert. Eines Familienvaters, Sportlers und Pädagogen,
der Verantwortung nicht scheut, sondern annimmt. Dieter Losert
ist damit nicht nur Direktor der Sportmittelschule Wolfurt – er
ist auch ein Beispiel dafür, wie Schule heute mit Haltung,
Erfahrung und innerer Beweglichkeit geführt werden kann. Und wer
in der glücklichen Lage ist, Dieter Losert persönlich zu kennen,
der weiß zudem seine Handschlagqualität zu schätzen.



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