Der Macher des Landesspiegels - Gregor Meier

Der Macher des Landesspiegels - Gregor Meier

14 Minuten

Beschreibung

vor 1 Woche

Gregor Meier – Der Antreiber hinter dem Landesspiegel


Gregor Meier gehört zu jenen Persönlichkeiten, die sich in der
kleinen Medienlandschaft Liechtensteins schnell einen Namen
gemacht haben. Der politisch interessierte Jurist betreibt seit
knapp drei Jahren mit landesspiegel.li eine eigenständige
Online-Zeitung, die sich als journalistische Alternative und
Ergänzung zu den etablierten Medien versteht.


Sein Einstieg in die Branche war ungewöhnlich: Ohne klassische
journalistische Ausbildung nutzte Meier das Ende der
traditionsreichen ältesten Tageszeitung des kleinen Fürstentums,
dem renommierten „Volksblatt“, als Gelegenheit, eine
publizistische Lücke zu schließen. Der Landesspiegel ging genau
an jenem Tag online, an dem die letzte Ausgabe erschien – ein
symbolischer Moment, der den Anspruch unterstrich, weiterhin
kritische Berichterstattung zu bieten.


Meiers Zugang zum Journalismus ist stark von seinem politischen
Interesse geprägt. Inhaltlich dominieren daher innenpolitische
Themen, ergänzt durch internationale Beobachtungen, etwa von
Konferenzen oder diplomatischen Veranstaltungen. Sein
Selbstverständnis zielt auf Hintergrundarbeit, Gespräche mit
Entscheidungsträgern und eigene Recherche statt reiner Wiedergabe
von Presseaussendungen und Medienmitteilungen.


Diese Herangehensweise verschafft ihm Sichtbarkeit, aber auch
Kritik – insbesondere von klassischen Medien, die seine fehlende
formale Journalistenausbildung gelegentlich infrage stellen.
Meier selbst betont dagegen die Bedeutung von Fachwissen, etwa
juristischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge, für fundierte
Berichterstattung.


Ein zentraler Konflikt in seiner bisherigen Laufbahn betrifft die
staatliche Medienförderung. Der Landesspiegel erhielt zunächst
Unterstützung, fiel nach einer Gesetzesänderung jedoch aus dem
Förderregime. Meier kritisiert die Kriterien als unausgewogen und
sieht darin ein strukturelles Problem für Medienvielfalt.


Für ihn steht weniger der persönliche Nachteil im Vordergrund als
die grundsätzliche Frage nach fairen Rahmenbedingungen. Seine
Position: Entweder gleiche Unterstützung für vergleichbare
Angebote oder ein System, das ganz ohne Subventionen auskommt.


Wer die politische und gesellschaftliche Szene Liechtensteins
beobachtet, begegnet Meier häufig. Er gilt als ausgesprochen
präsent, besucht Veranstaltungen quer durch Politik, Kultur und
Wirtschaft und versucht, überall Informationen aus erster Hand zu
sammeln.


Diese Omnipräsenz spiegelt auch seine Arbeitsweise wider: Der
Landesspiegel ist weitgehend ein Ein-Mann-Projekt, das durch
effiziente Organisation, digitale Tools wie Künstlicher
Intelligenz und persönliche Netzwerke funktioniert. Parallel
engagiert sich Meier auch beim einzigen Fernsehsender
Liechtensteins, 1FLTV und steht teilweise vor sowie hinter der
Kamera.


Sein Interesse an medienpolitischen Fragen zeigt sich auch
institutionell. Vor Kurzem wurde Meier in den Vorstand des
Internationaler Liechtensteiner Presseclub (kurz LPC) gewählt,
nachdem er bereits zuvor aktives Mitglied war. Dort möchte er
nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit innerhalb der Branche
stärken und den Austausch zwischen Journalisten fördern.


Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten verfolgt Meier das Ziel,
den Landesspiegel langfristig zu etablieren. Eine Teilanstellung
bei 1FLTV sorgt für finanzielle Stabilität, während er
gleichzeitig am Ausbau seines Online-Mediums arbeitet.


Sein Profil vereint Idealismus – den Anspruch auf unabhängige
Berichterstattung – mit pragmatischen Lösungen, um ein kleines
Medienprojekt am Leben zu halten. Damit verkörpert er einen neuen
Typus von Medienmacher im Kleinstaat: flexibel, vernetzt und
stark persönlich geprägt.

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