Podcaster
Episoden
09.07.2026
18 Minuten
Auf einem kleinen Hügel in Eschen bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Alte Container, ein Holzboot mit Aussicht auf die Drei Schwestern, dazwischen Baucontainer und Maschinen. Was hier bis vor kurzem entstand, verschwindet bereits wieder. Es ist das Ende eines Projekts, das sein Schöpfer schlicht das «Gelobte Land» nennt.
Carl Batliner nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schlechte Laune habe er grundsätzlich nie, sagt der 46-Jährige. «Ausser wenn ich mit dem Staat interagiere.» Der Satz fällt mit einem Lächeln – und beschreibt doch ziemlich genau, weshalb sein jüngstes Vorhaben nun Geschichte ist.
Batliner ist kein gewöhnlicher Tüftler. Der Eschner ist Erfinder, Unternehmer, Weltreisender und Ideensammler. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Bei ihm entsteht kaum eine Idee am Schreibtisch. Inspiration findet er unterwegs – auf Reisen, in Gesprächen oder beim zufälligen Fund eines ausrangierten Containers.
Die Vision des «Gelobten Landes» wuchs über mehrere Jahre. Aus gebrauchten Wohncontainern, Tiny Houses und einfachen Bauten sollte eine kleine Gemeinschaft entstehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Reisende oder Freiwillige hätten hier wohnen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können – ohne grossen finanziellen Aufwand, dafür mit Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn.
Die Idee entstand nicht zufällig. Nach einem Hausbrand im Jahr 2017 restaurierte Batliner sein eigenes Haus während fünf Jahren. Immer wieder halfen ihm Freunde oder Menschen, die selbst eine Auszeit brauchten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört.
Den Namen fand das Projekt nach Reisen durch Israel und Palästina. Zwar sollte kein religiöser Ort entstehen, wohl aber ein Platz, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Überzeugung gemeinsam leben und arbeiten können. Moderne Elemente wie ein Blockchain-basiertes Beitragssystem sollten dabei sichtbar machen, wer sich wie stark in die Gemeinschaft einbringt.
Doch bevor das Projekt überhaupt richtig starten konnte, griffen die Behörden ein. Nach baupolizeilichen Verfahren und einem langwierigen Rechtsstreit wurde der Abbruch verfügt. Die Container verschwinden, das Gelände wird wieder eingeebnet. Für Batliner endet damit ein Projekt, in das er Monate intensiver Arbeit investiert hatte, noch bevor der erste Gast dort übernachten konnte.
Aufgeben gehört allerdings nicht zu seinem Wesen. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt Batliner Produkte, Geschäftsmodelle und technische Lösungen. Er bezeichnet sich selbst als «Inventerpreneur» – eine Mischung aus Inventor und Entrepreneur.
Zu seinen bekanntesten Entwicklungen zählt Joint Magic, ein patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen vorgedrehter Cannabis-Hülsen. Die internationale Patentanmeldung lief parallel zum Aufbau des «Gelobten Landes». Durch den juristischen Streit um das Bauprojekt fehlte schliesslich die Zeit, das Patent rechtzeitig auf weitere Länder auszuweiten – ein weiterer Rückschlag.
Daneben entwickelte Batliner unter anderem ein Schaukelbett namens Sweetspot, mit dem er sogar bei der Schweizer Ausgabe der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» auftrat. Hinzu kommen Brettspiele, verschiedene Alltagsprodukte und zahlreiche weitere Ideen, von denen viele nie den Sprung in die Serienproduktion schafften.
Für Batliner gehört das zum kreativen Prozess. Nicht jede Erfindung müsse wirtschaftlich erfolgreich sein. Entscheidend sei, Neues auszuprobieren und dabei ständig dazuzulernen.
Sein eigentliches Zuhause ist für Batliner jedoch weniger eine Werkstatt als die Welt.
Er studierte unter anderem in Melbourne, Puebla in Mexiko und Kapstadt, baute eine Firma in Taiwan auf und bereiste bereits weit über hundert Länder. Noch immer verfolgt er das Ziel, eines Tages jedes Land der Erde zu besuchen.
Nach dem Ende des «Gelobten Landes» zieht es ihn erneut hinaus. Wohin genau, weiss er noch nicht. Indien reizt ihn ebenso wie Südamerika oder unbekannte Regionen Asiens.
Carl Batliner nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schlechte Laune habe er grundsätzlich nie, sagt der 46-Jährige. «Ausser wenn ich mit dem Staat interagiere.» Der Satz fällt mit einem Lächeln – und beschreibt doch ziemlich genau, weshalb sein jüngstes Vorhaben nun Geschichte ist.
Batliner ist kein gewöhnlicher Tüftler. Der Eschner ist Erfinder, Unternehmer, Weltreisender und Ideensammler. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Bei ihm entsteht kaum eine Idee am Schreibtisch. Inspiration findet er unterwegs – auf Reisen, in Gesprächen oder beim zufälligen Fund eines ausrangierten Containers.
Die Vision des «Gelobten Landes» wuchs über mehrere Jahre. Aus gebrauchten Wohncontainern, Tiny Houses und einfachen Bauten sollte eine kleine Gemeinschaft entstehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Reisende oder Freiwillige hätten hier wohnen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können – ohne grossen finanziellen Aufwand, dafür mit Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn.
Die Idee entstand nicht zufällig. Nach einem Hausbrand im Jahr 2017 restaurierte Batliner sein eigenes Haus während fünf Jahren. Immer wieder halfen ihm Freunde oder Menschen, die selbst eine Auszeit brauchten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört.
Den Namen fand das Projekt nach Reisen durch Israel und Palästina. Zwar sollte kein religiöser Ort entstehen, wohl aber ein Platz, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Überzeugung gemeinsam leben und arbeiten können. Moderne Elemente wie ein Blockchain-basiertes Beitragssystem sollten dabei sichtbar machen, wer sich wie stark in die Gemeinschaft einbringt.
Doch bevor das Projekt überhaupt richtig starten konnte, griffen die Behörden ein. Nach baupolizeilichen Verfahren und einem langwierigen Rechtsstreit wurde der Abbruch verfügt. Die Container verschwinden, das Gelände wird wieder eingeebnet. Für Batliner endet damit ein Projekt, in das er Monate intensiver Arbeit investiert hatte, noch bevor der erste Gast dort übernachten konnte.
Aufgeben gehört allerdings nicht zu seinem Wesen. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt Batliner Produkte, Geschäftsmodelle und technische Lösungen. Er bezeichnet sich selbst als «Inventerpreneur» – eine Mischung aus Inventor und Entrepreneur.
Zu seinen bekanntesten Entwicklungen zählt Joint Magic, ein patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen vorgedrehter Cannabis-Hülsen. Die internationale Patentanmeldung lief parallel zum Aufbau des «Gelobten Landes». Durch den juristischen Streit um das Bauprojekt fehlte schliesslich die Zeit, das Patent rechtzeitig auf weitere Länder auszuweiten – ein weiterer Rückschlag.
Daneben entwickelte Batliner unter anderem ein Schaukelbett namens Sweetspot, mit dem er sogar bei der Schweizer Ausgabe der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» auftrat. Hinzu kommen Brettspiele, verschiedene Alltagsprodukte und zahlreiche weitere Ideen, von denen viele nie den Sprung in die Serienproduktion schafften.
Für Batliner gehört das zum kreativen Prozess. Nicht jede Erfindung müsse wirtschaftlich erfolgreich sein. Entscheidend sei, Neues auszuprobieren und dabei ständig dazuzulernen.
Sein eigentliches Zuhause ist für Batliner jedoch weniger eine Werkstatt als die Welt.
Er studierte unter anderem in Melbourne, Puebla in Mexiko und Kapstadt, baute eine Firma in Taiwan auf und bereiste bereits weit über hundert Länder. Noch immer verfolgt er das Ziel, eines Tages jedes Land der Erde zu besuchen.
Nach dem Ende des «Gelobten Landes» zieht es ihn erneut hinaus. Wohin genau, weiss er noch nicht. Indien reizt ihn ebenso wie Südamerika oder unbekannte Regionen Asiens.
Mehr
07.07.2026
32 Minuten
Chrisi Kindle prägte über vier Jahrzehnte den Sportjournalismus in Liechtenstein
Wer in Liechtenstein Fussball liebte, kannte seine Stimme. Ob packende Cup-Nächte des FC Vaduz, Länderspiele der Nationalmannschaft oder grosse Ski-Erfolge – Chrisi Kindle war über Jahrzehnte der Mann hinter dem Mikrofon. Mit rund 600 kommentierten Spielen, davon etwa 500 Begegnungen des FC Vaduz und rund 100 Länderspielen, gehört er zu den prägendsten Sportjournalisten des Landes. Seine Karriere führte ihn von der Schreibmaschine über Telex und Telefax bis ins digitale Zeitalter – und immer stand eines im Mittelpunkt: die Leidenschaft für den Sport.
Nach dem Ende von Radio Liechtenstein Anfang 2025 ist es ruhiger um den langjährigen Sportreporter geworden. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Die Begeisterung für den Fussball ist ungebrochen. Ebenso wie die Erinnerungen an eine Zeit, in der Sportjournalismus oft Improvisation, Abenteuer und Herzblut bedeutete.
Schon als kleiner Junge wusste Chrisi Kindle, wohin sein Weg führen sollte. Während andere Kinder einfach Fussball schauten, kommentierte er die Spiele zu Hause gleich selbst.
Dass daraus tatsächlich ein Beruf werden könnte, glaubte allerdings kaum jemand.
«Diesen Beruf gibt es gar nicht», bekam er damals von Berufsberatern immer wieder zu hören. Man riet ihm zu einer «richtigen» Ausbildung.
Kindle liess sich davon nicht beirren.
Beim Liechtensteiner Volksblatt absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Parallel durfte er erste Erfahrungen in der Sportredaktion sammeln. Dort wurde sein Talent rasch erkannt. Sein damaliger Lehrmeister übertrug ihm immer mehr Verantwortung – und warf den 19-Jährigen bereits 1978 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ins kalte Wasser.
«Mach einfach», hiess es damals.
Für Kindle wurde diese erste Weltmeisterschaft zum Start einer aussergewöhnlichen Laufbahn.
Zwanzig Jahre arbeitete Chrisi Kindle beim Liechtensteiner Volksblatt. Ende der 1990er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung.
Sie hiess Radio.
1998 wechselte er zu Radio Liechtenstein und fand dort seine eigentliche Bühne. Seine markante Stimme wurde für Generationen von Sportfans zum festen Begleiter an den Wochenenden.
Bis zum Sendeschluss des Radios im Jahr 2025 berichtete er praktisch ohne Unterbruch über das Sportgeschehen im Land.
Wer heute einen Bericht schreibt, braucht Laptop, Smartphone und Internet.
Damals war alles anders.
Bei seiner ersten Ski-WM schrieb Kindle seine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Anschliessend mussten sie auf einer Telex-Station übertragen werden. Jede Zeile bedeutete zusätzliche Arbeit, jede Übermittlung kostete Zeit.
Noch schwieriger hatten es die Fotografen.
Mit seinem langjährigen Kollegen Eddi Risch war Kindle bei unzähligen Grossanlässen unterwegs. Während Kindle schrieb, verwandelte Risch Hotelbadezimmer in improvisierte Dunkelkammern.
Anschliessend begann der eigentliche Kraftakt.
Ein einziges Foto benötigte rund sechs Minuten, bis es über eine Telefonleitung in der Redaktion ankam.
Heute dauert derselbe Vorgang wenige Sekunden.
Eine seiner liebsten Erinnerungen stammt vom berühmten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.
Im Hotel gab es lediglich eine Telefonkabine.
Während Fotograf Edi Rich den Telefonhörer auseinanderbaute und sein Übertragungsgerät anschloss, musste Kindle den Hotelangestellten beschäftigen.
«Er braucht einfach noch etwas», erklärte er immer wieder.
Während draussen Gäste ungeduldig auf die Telefonleitung warteten, wurden drinnen Bild für Bild Richtung Liechtenstein geschickt.
Improvisation gehörte damals zum Berufsalltag.
Nicht weniger filmreif verlief eine Reise nach Nordirland.
1994 bestritt Liechtenstein in Belfast sein erstes Pflichtspiel überhaupt in einer EM-Qualifikation.
Den Spielbericht schrieb Kindle auf dem Rückflug – mit der Schreibmaschine auf den Knien.
Neben ihm sass Nationaltorhüter Martin Öhri.
Wer in Liechtenstein Fussball liebte, kannte seine Stimme. Ob packende Cup-Nächte des FC Vaduz, Länderspiele der Nationalmannschaft oder grosse Ski-Erfolge – Chrisi Kindle war über Jahrzehnte der Mann hinter dem Mikrofon. Mit rund 600 kommentierten Spielen, davon etwa 500 Begegnungen des FC Vaduz und rund 100 Länderspielen, gehört er zu den prägendsten Sportjournalisten des Landes. Seine Karriere führte ihn von der Schreibmaschine über Telex und Telefax bis ins digitale Zeitalter – und immer stand eines im Mittelpunkt: die Leidenschaft für den Sport.
Nach dem Ende von Radio Liechtenstein Anfang 2025 ist es ruhiger um den langjährigen Sportreporter geworden. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Die Begeisterung für den Fussball ist ungebrochen. Ebenso wie die Erinnerungen an eine Zeit, in der Sportjournalismus oft Improvisation, Abenteuer und Herzblut bedeutete.
Schon als kleiner Junge wusste Chrisi Kindle, wohin sein Weg führen sollte. Während andere Kinder einfach Fussball schauten, kommentierte er die Spiele zu Hause gleich selbst.
Dass daraus tatsächlich ein Beruf werden könnte, glaubte allerdings kaum jemand.
«Diesen Beruf gibt es gar nicht», bekam er damals von Berufsberatern immer wieder zu hören. Man riet ihm zu einer «richtigen» Ausbildung.
Kindle liess sich davon nicht beirren.
Beim Liechtensteiner Volksblatt absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Parallel durfte er erste Erfahrungen in der Sportredaktion sammeln. Dort wurde sein Talent rasch erkannt. Sein damaliger Lehrmeister übertrug ihm immer mehr Verantwortung – und warf den 19-Jährigen bereits 1978 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ins kalte Wasser.
«Mach einfach», hiess es damals.
Für Kindle wurde diese erste Weltmeisterschaft zum Start einer aussergewöhnlichen Laufbahn.
Zwanzig Jahre arbeitete Chrisi Kindle beim Liechtensteiner Volksblatt. Ende der 1990er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung.
Sie hiess Radio.
1998 wechselte er zu Radio Liechtenstein und fand dort seine eigentliche Bühne. Seine markante Stimme wurde für Generationen von Sportfans zum festen Begleiter an den Wochenenden.
Bis zum Sendeschluss des Radios im Jahr 2025 berichtete er praktisch ohne Unterbruch über das Sportgeschehen im Land.
Wer heute einen Bericht schreibt, braucht Laptop, Smartphone und Internet.
Damals war alles anders.
Bei seiner ersten Ski-WM schrieb Kindle seine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Anschliessend mussten sie auf einer Telex-Station übertragen werden. Jede Zeile bedeutete zusätzliche Arbeit, jede Übermittlung kostete Zeit.
Noch schwieriger hatten es die Fotografen.
Mit seinem langjährigen Kollegen Eddi Risch war Kindle bei unzähligen Grossanlässen unterwegs. Während Kindle schrieb, verwandelte Risch Hotelbadezimmer in improvisierte Dunkelkammern.
Anschliessend begann der eigentliche Kraftakt.
Ein einziges Foto benötigte rund sechs Minuten, bis es über eine Telefonleitung in der Redaktion ankam.
Heute dauert derselbe Vorgang wenige Sekunden.
Eine seiner liebsten Erinnerungen stammt vom berühmten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.
Im Hotel gab es lediglich eine Telefonkabine.
Während Fotograf Edi Rich den Telefonhörer auseinanderbaute und sein Übertragungsgerät anschloss, musste Kindle den Hotelangestellten beschäftigen.
«Er braucht einfach noch etwas», erklärte er immer wieder.
Während draussen Gäste ungeduldig auf die Telefonleitung warteten, wurden drinnen Bild für Bild Richtung Liechtenstein geschickt.
Improvisation gehörte damals zum Berufsalltag.
Nicht weniger filmreif verlief eine Reise nach Nordirland.
1994 bestritt Liechtenstein in Belfast sein erstes Pflichtspiel überhaupt in einer EM-Qualifikation.
Den Spielbericht schrieb Kindle auf dem Rückflug – mit der Schreibmaschine auf den Knien.
Neben ihm sass Nationaltorhüter Martin Öhri.
Mehr
03.07.2026
22 Minuten
Oliver Sprenger: Ein Mann, der zuhört – und Räume für Gespräche schafft
Manchmal braucht es keinen Therapeuten, keine komplizierten Konzepte und keine langen Wartezeiten. Manchmal genügt ein offenes Ohr, eine Tasse Kaffee und einen Ort, an dem man ohne Vorurteile reden kann. Genau dafür engagiert sich Oliver Sprenger mit grosser Leidenschaft. Als Vizepräsident des Vereins für Männerfragen Liechtenstein und Ansprechpartner im Männercafé in Schaan setzt er sich dafür ein, dass Männer ihre Sorgen nicht länger für sich behalten müssen.
Das Männercafé an der Liechtensteinerstrasse 50 in Schaan ist weit mehr als ein Treffpunkt. Es ist ein niederschwelliges Angebot für Männer – aber auch für Familien und Interessierte –, die einfach einmal reden möchten. Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtungen und ohne Berührungsängste.
Die Inspiration kam aus Vorarlberg. Dort existierten bereits Männercafés, deren unkompliziertes Konzept Oliver Sprenger und seine Mitstreiter überzeugte. Gemeinsam entschloss sich der Verein für Männerfragen, ein ähnliches Pilotprojekt auch in Liechtenstein zu starten.
Seit der Eröffnung im vergangenen Herbst hat sich das Angebot etabliert. Zwar sei der Anfang nicht einfach gewesen, erzählt Sprenger, inzwischen habe sich jedoch ein fester Kreis von Besuchern entwickelt. Wöchentlich nutzen mehrere Männer das Angebot, um sich auszutauschen, Rat zu suchen oder einfach einen Kaffee in angenehmer Atmosphäre zu trinken. Besonders wichtig sei ihm dabei, dass niemand eine Hemmschwelle verspüren müsse.
"Viele laufen zunächst zweimal am Café vorbei, bevor sie sich trauen hereinzukommen", beobachtet Sprenger. Ist das Eis jedoch einmal gebrochen, entstünden oft intensive und ehrliche Gespräche.
Im Mittelpunkt steht der Austausch unter Männern. Nicht als Therapie, sondern als gegenseitige Unterstützung. Erfahrungen teilen, voneinander lernen und Probleme ansprechen, bevor sie eskalieren – das ist das Grundprinzip.
Gerade Männer würden häufig versuchen, Belastungen mit sich selbst auszumachen. Gefühle offen anzusprechen falle vielen schwer. Genau hier setzt das Männercafé an.
Sprenger ist überzeugt, dass viele Konflikte entschärft werden könnten, wenn Männer früher über ihre Sorgen sprechen würden. Oft gehe es um Beziehungsprobleme, Trennungen, beruflichen Druck oder die Frage, wie sich die Rolle des Mannes in einer sich wandelnden Gesellschaft verändert habe.
Dabei betont er immer wieder, dass das Männercafé kein Ersatz für professionelle Hilfe sein wolle, sondern eine erste Anlaufstelle, bevor aus kleinen Problemen grosse Krisen werden.
Hinter dem Männercafé steht der Verein für Männerfragen Liechtenstein, der seit vielen Jahren Beratungsangebote für Männer, Familien und Paare anbietet. Das Spektrum reicht von Trennungs- und Scheidungsberatung bis hin zu rechtlichen Erstinformationen.
Besonders wenig bekannt ist, dass der Verein auch ein Männerhaus betreibt – eine geschützte Unterkunft für Männer, die aufgrund familiärer Konflikte kurzfristig nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren können. Mehrere Betroffene nehmen dieses Angebot jedes Jahr in Anspruch.
Mit rund 320 Mitgliedern gehört der Verein zu den grösseren sozialen Organisationen des Landes. Dank eines Leistungsauftrags des Landes kann zudem eine erste juristische Beratung kostenlos angeboten werden – ein Angebot, das insbesondere in Trennungssituationen häufig genutzt wird.
Oliver Sprenger weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend räumliche Trennungen und familiäre Herausforderungen sein können. Während seiner langjährigen Zeit in Berlin lebte er zeitweise in einer Fernbeziehung und sah seine Töchter oft nur während der Ferien.
Heute lebt der verheiratete Vater zweier Töchter wieder in Liechtenstein. Seine Motivation beschreibt er schlicht: Ihm selbst sei im Leben oft geholfen worden. Nun wolle er etwas zurückgeben.
Diese Haltung prägt auch seine Arbeit im Männercafé. Nicht belehren, sondern zuhören. Nicht urteilen, sondern begleiten.
Manchmal braucht es keinen Therapeuten, keine komplizierten Konzepte und keine langen Wartezeiten. Manchmal genügt ein offenes Ohr, eine Tasse Kaffee und einen Ort, an dem man ohne Vorurteile reden kann. Genau dafür engagiert sich Oliver Sprenger mit grosser Leidenschaft. Als Vizepräsident des Vereins für Männerfragen Liechtenstein und Ansprechpartner im Männercafé in Schaan setzt er sich dafür ein, dass Männer ihre Sorgen nicht länger für sich behalten müssen.
Das Männercafé an der Liechtensteinerstrasse 50 in Schaan ist weit mehr als ein Treffpunkt. Es ist ein niederschwelliges Angebot für Männer – aber auch für Familien und Interessierte –, die einfach einmal reden möchten. Ohne Anmeldung, ohne Verpflichtungen und ohne Berührungsängste.
Die Inspiration kam aus Vorarlberg. Dort existierten bereits Männercafés, deren unkompliziertes Konzept Oliver Sprenger und seine Mitstreiter überzeugte. Gemeinsam entschloss sich der Verein für Männerfragen, ein ähnliches Pilotprojekt auch in Liechtenstein zu starten.
Seit der Eröffnung im vergangenen Herbst hat sich das Angebot etabliert. Zwar sei der Anfang nicht einfach gewesen, erzählt Sprenger, inzwischen habe sich jedoch ein fester Kreis von Besuchern entwickelt. Wöchentlich nutzen mehrere Männer das Angebot, um sich auszutauschen, Rat zu suchen oder einfach einen Kaffee in angenehmer Atmosphäre zu trinken. Besonders wichtig sei ihm dabei, dass niemand eine Hemmschwelle verspüren müsse.
"Viele laufen zunächst zweimal am Café vorbei, bevor sie sich trauen hereinzukommen", beobachtet Sprenger. Ist das Eis jedoch einmal gebrochen, entstünden oft intensive und ehrliche Gespräche.
Im Mittelpunkt steht der Austausch unter Männern. Nicht als Therapie, sondern als gegenseitige Unterstützung. Erfahrungen teilen, voneinander lernen und Probleme ansprechen, bevor sie eskalieren – das ist das Grundprinzip.
Gerade Männer würden häufig versuchen, Belastungen mit sich selbst auszumachen. Gefühle offen anzusprechen falle vielen schwer. Genau hier setzt das Männercafé an.
Sprenger ist überzeugt, dass viele Konflikte entschärft werden könnten, wenn Männer früher über ihre Sorgen sprechen würden. Oft gehe es um Beziehungsprobleme, Trennungen, beruflichen Druck oder die Frage, wie sich die Rolle des Mannes in einer sich wandelnden Gesellschaft verändert habe.
Dabei betont er immer wieder, dass das Männercafé kein Ersatz für professionelle Hilfe sein wolle, sondern eine erste Anlaufstelle, bevor aus kleinen Problemen grosse Krisen werden.
Hinter dem Männercafé steht der Verein für Männerfragen Liechtenstein, der seit vielen Jahren Beratungsangebote für Männer, Familien und Paare anbietet. Das Spektrum reicht von Trennungs- und Scheidungsberatung bis hin zu rechtlichen Erstinformationen.
Besonders wenig bekannt ist, dass der Verein auch ein Männerhaus betreibt – eine geschützte Unterkunft für Männer, die aufgrund familiärer Konflikte kurzfristig nicht mehr in ihre Wohnung zurückkehren können. Mehrere Betroffene nehmen dieses Angebot jedes Jahr in Anspruch.
Mit rund 320 Mitgliedern gehört der Verein zu den grösseren sozialen Organisationen des Landes. Dank eines Leistungsauftrags des Landes kann zudem eine erste juristische Beratung kostenlos angeboten werden – ein Angebot, das insbesondere in Trennungssituationen häufig genutzt wird.
Oliver Sprenger weiss aus eigener Erfahrung, wie belastend räumliche Trennungen und familiäre Herausforderungen sein können. Während seiner langjährigen Zeit in Berlin lebte er zeitweise in einer Fernbeziehung und sah seine Töchter oft nur während der Ferien.
Heute lebt der verheiratete Vater zweier Töchter wieder in Liechtenstein. Seine Motivation beschreibt er schlicht: Ihm selbst sei im Leben oft geholfen worden. Nun wolle er etwas zurückgeben.
Diese Haltung prägt auch seine Arbeit im Männercafé. Nicht belehren, sondern zuhören. Nicht urteilen, sondern begleiten.
Mehr
21.06.2026
38 Minuten
Wie „Sporty Paz“ Unternehmern, Führungskräften und vielbeschäftigten Menschen zu mehr Energie, Klarheit und Lebensqualität verhilft
Wenn Paz Lavie einen Raum betritt, spürt man sofort ihre Energie. Nicht die hektische Energie unserer Zeit, sondern eine ruhige, fokussierte Kraft. Eine Ausstrahlung, die aus Überzeugung entsteht. Aus Disziplin. Aus Lebensfreude. Und aus dem Wissen, dass Erfolg und Gesundheit keine Gegensätze sein müssen.
Im Bodenseeraum kennt man sie mittlerweile als „Sporty Paz“ – Positive Mental Fitness Coach, Motivatorin, Unternehmerin und Vorbild für einen aktiven Lebensstil. Ihre Botschaft ist klar: Wer dauerhaft Leistung bringen will, muss zuerst in sich selbst investieren.
„No time is a lie“, sagt sie gerne. Keine Zeit zu haben, sei oft nur eine Ausrede. Denn Fitness beginnt nicht erst im Fitnessstudio. Sie beginnt bei den täglichen Entscheidungen.
Geboren und aufgewachsen in Israel, zwischen Rehovot und Ness Ziona nahe Tel Aviv, entdeckte Paz schon früh ihre Leidenschaft für Kreativität und Bewegung. Als Kind liebte sie Kunst, Tanz und Gymnastik. Nach ihrem Militärdienst absolvierte sie ein Studium im Produktdesign und schlug zunächst eine klassische internationale Karriere ein.
2011 kam sie nach Deutschland – ursprünglich für ein befristetes Projekt in der Automobilindustrie. Doch aus einem Jahr wurden viele. Ihre berufliche Reise führte sie schließlich an den Bodensee, wo sie heute mit ihrer Familie lebt.
Der Bodensee wurde für sie schnell mehr als nur ein Wohnort. Die Region wurde zu ihrer Bühne für ein neues Kapitel: Menschen dabei zu unterstützen, gesünder, leistungsfähiger und ausgeglichener zu leben.
Paz kennt die Herausforderungen moderner Arbeitswelten aus eigener Erfahrung. Meetings, Verantwortung, Termindruck und ständige Erreichbarkeit gehören für viele Führungskräfte zum Alltag.
Genau hier setzt ihre Arbeit an.
Als Positive Mental Fitness Coach begleitet sie Unternehmer, Selbständige und Führungskräfte dabei, ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Ihr Ansatz basiert auf drei zentralen Säulen:
Aktiver Lebensstil Funktionale Ernährung Starkes Mindset
Dabei geht es ihr nicht um radikale Programme oder unrealistische Fitnessziele.
„Wir brauchen keine drei Stunden Fitnessstudio am Tag“, sagt sie. „Wir brauchen bessere Gewohnheiten.“
Für Paz bedeutet Fitness weit mehr als Muskeln oder Kalorienverbrauch.
Wenn Paz Lavie einen Raum betritt, spürt man sofort ihre Energie. Nicht die hektische Energie unserer Zeit, sondern eine ruhige, fokussierte Kraft. Eine Ausstrahlung, die aus Überzeugung entsteht. Aus Disziplin. Aus Lebensfreude. Und aus dem Wissen, dass Erfolg und Gesundheit keine Gegensätze sein müssen.
Im Bodenseeraum kennt man sie mittlerweile als „Sporty Paz“ – Positive Mental Fitness Coach, Motivatorin, Unternehmerin und Vorbild für einen aktiven Lebensstil. Ihre Botschaft ist klar: Wer dauerhaft Leistung bringen will, muss zuerst in sich selbst investieren.
„No time is a lie“, sagt sie gerne. Keine Zeit zu haben, sei oft nur eine Ausrede. Denn Fitness beginnt nicht erst im Fitnessstudio. Sie beginnt bei den täglichen Entscheidungen.
Geboren und aufgewachsen in Israel, zwischen Rehovot und Ness Ziona nahe Tel Aviv, entdeckte Paz schon früh ihre Leidenschaft für Kreativität und Bewegung. Als Kind liebte sie Kunst, Tanz und Gymnastik. Nach ihrem Militärdienst absolvierte sie ein Studium im Produktdesign und schlug zunächst eine klassische internationale Karriere ein.
2011 kam sie nach Deutschland – ursprünglich für ein befristetes Projekt in der Automobilindustrie. Doch aus einem Jahr wurden viele. Ihre berufliche Reise führte sie schließlich an den Bodensee, wo sie heute mit ihrer Familie lebt.
Der Bodensee wurde für sie schnell mehr als nur ein Wohnort. Die Region wurde zu ihrer Bühne für ein neues Kapitel: Menschen dabei zu unterstützen, gesünder, leistungsfähiger und ausgeglichener zu leben.
Paz kennt die Herausforderungen moderner Arbeitswelten aus eigener Erfahrung. Meetings, Verantwortung, Termindruck und ständige Erreichbarkeit gehören für viele Führungskräfte zum Alltag.
Genau hier setzt ihre Arbeit an.
Als Positive Mental Fitness Coach begleitet sie Unternehmer, Selbständige und Führungskräfte dabei, ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Ihr Ansatz basiert auf drei zentralen Säulen:
Aktiver Lebensstil Funktionale Ernährung Starkes Mindset
Dabei geht es ihr nicht um radikale Programme oder unrealistische Fitnessziele.
„Wir brauchen keine drei Stunden Fitnessstudio am Tag“, sagt sie. „Wir brauchen bessere Gewohnheiten.“
Für Paz bedeutet Fitness weit mehr als Muskeln oder Kalorienverbrauch.
Mehr
14.06.2026
32 Minuten
Wer Armin Rainer begegnet, spürt rasch seine ruhige, reflektierte Art. Der gebürtige Kärntner-Steirer spricht über Musik, Bildung und Vereinsleben mit derselben Begeisterung, mit der er seit Jahren junge Menschen begleitet. Als Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil ist er weit mehr als Organisator von Proben und Lagern. Er ist Motivator, Netzwerker und Brückenbauer zwischen den Generationen.
Dabei führte sein Weg alles andere als geradlinig nach Vorarlberg.
Geboren wurde Armin Rainer am 4. April 1988 in St. Veit an der Glan in Kärnten. Seine Kindheit verbrachte er im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark. Bis heute beschreibt er sich augenzwinkernd als jemanden, der nie ganz eindeutig einer Region zugeordnet werden konnte. In der Steiermark galt er als Kärntner, in Kärnten als Steirer. Vielleicht ist gerade diese Erfahrung mit unterschiedlichen Identitäten eine jener Eigenschaften, die ihn heute so offen und verbindend auftreten lassen.
Nach der Matura und dem Bundesheer zog es Rainer zunächst nach Wien. Dort arbeitete er viereinhalb Jahre lang in der internationalen Transportlogistik und koordinierte Lkw-Transporte zwischen Deutschland und Großbritannien. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihm wertvolle Erfahrungen vermittelte, aber langfristig nicht die Erfüllung brachte, die er suchte.
Der Wunsch zu studieren war immer vorhanden. So begann er ein Studium der Volkswirtschaft, wechselte später jedoch ins Lehramt und kombinierte Deutsch mit Spanisch. Während dieser Zeit entdeckte er seine eigentliche Berufung: das Unterrichten.
Heute arbeitet Armin Rainer als Lehrer in Eschen im Fürstentum Liechtenstein. Besonders wichtig ist ihm dabei nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern die soziale Entwicklung junger Menschen. Schule versteht er als Ort, an dem Kinder lernen, Konflikte zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen.
„Das gesellschaftliche Zusammenleben zu lernen, ist mindestens so wichtig wie der fachliche Unterricht“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen.
Die Liebe zur Blasmusik begann früh. Als Achtjähriger hörte Armin Rainer bei einer Veranstaltung ein Tenorhorn-Duo spielen. Der Klang faszinierte ihn sofort. Noch am selben Tag stand für ihn fest: Dieses Instrument wollte er lernen.
Aus dem ersten Tenorhornunterricht entwickelte sich eine lebenslange Leidenschaft. Später kamen Zugposaune und Tuba hinzu. Heute gehört die Tuba zu seinen Hauptinstrumenten in der Bürgermusik Rankweil.
Die Musik begleitet ihn seit Jahrzehnten – und sie prägt auch sein ehrenamtliches Engagement.
Seit 2022 ist Armin Rainer Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil. Als er die Aufgabe übernahm, befand sich die Nachwuchsarbeit nach den schwierigen Corona-Jahren in einer herausfordernden Phase. Die Zahl der Jugendlichen war deutlich zurückgegangen.
Rainer sah darin jedoch keine Belastung, sondern eine Chance.
Mit Beharrlichkeit, vielen Gesprächen und großem persönlichem Einsatz gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Jugendarbeit neu zu beleben. Innerhalb weniger Jahre konnte die Zahl der aktiven Nachwuchsmusiker mehr als verdoppelt werden.
Besonders stolz ist er auf den Sieg beim Jugendblasorchester-Wettbewerb in Götzis. Für ihn war dieser Erfolg der Beweis, dass Ausdauer und konsequente Arbeit Früchte tragen.
„Wenn du hartnäckig bleibst und dich nicht unterkriegen lässt, dann schaut am Ende wirklich etwas heraus“, sagt er rückblickend.
Dabei führte sein Weg alles andere als geradlinig nach Vorarlberg.
Geboren wurde Armin Rainer am 4. April 1988 in St. Veit an der Glan in Kärnten. Seine Kindheit verbrachte er im Grenzgebiet zwischen Kärnten und der Steiermark. Bis heute beschreibt er sich augenzwinkernd als jemanden, der nie ganz eindeutig einer Region zugeordnet werden konnte. In der Steiermark galt er als Kärntner, in Kärnten als Steirer. Vielleicht ist gerade diese Erfahrung mit unterschiedlichen Identitäten eine jener Eigenschaften, die ihn heute so offen und verbindend auftreten lassen.
Nach der Matura und dem Bundesheer zog es Rainer zunächst nach Wien. Dort arbeitete er viereinhalb Jahre lang in der internationalen Transportlogistik und koordinierte Lkw-Transporte zwischen Deutschland und Großbritannien. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die ihm wertvolle Erfahrungen vermittelte, aber langfristig nicht die Erfüllung brachte, die er suchte.
Der Wunsch zu studieren war immer vorhanden. So begann er ein Studium der Volkswirtschaft, wechselte später jedoch ins Lehramt und kombinierte Deutsch mit Spanisch. Während dieser Zeit entdeckte er seine eigentliche Berufung: das Unterrichten.
Heute arbeitet Armin Rainer als Lehrer in Eschen im Fürstentum Liechtenstein. Besonders wichtig ist ihm dabei nicht nur die Vermittlung von Fachwissen, sondern die soziale Entwicklung junger Menschen. Schule versteht er als Ort, an dem Kinder lernen, Konflikte zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen.
„Das gesellschaftliche Zusammenleben zu lernen, ist mindestens so wichtig wie der fachliche Unterricht“, lautet eine seiner zentralen Überzeugungen.
Die Liebe zur Blasmusik begann früh. Als Achtjähriger hörte Armin Rainer bei einer Veranstaltung ein Tenorhorn-Duo spielen. Der Klang faszinierte ihn sofort. Noch am selben Tag stand für ihn fest: Dieses Instrument wollte er lernen.
Aus dem ersten Tenorhornunterricht entwickelte sich eine lebenslange Leidenschaft. Später kamen Zugposaune und Tuba hinzu. Heute gehört die Tuba zu seinen Hauptinstrumenten in der Bürgermusik Rankweil.
Die Musik begleitet ihn seit Jahrzehnten – und sie prägt auch sein ehrenamtliches Engagement.
Seit 2022 ist Armin Rainer Jugendreferent der Bürgermusik Rankweil. Als er die Aufgabe übernahm, befand sich die Nachwuchsarbeit nach den schwierigen Corona-Jahren in einer herausfordernden Phase. Die Zahl der Jugendlichen war deutlich zurückgegangen.
Rainer sah darin jedoch keine Belastung, sondern eine Chance.
Mit Beharrlichkeit, vielen Gesprächen und großem persönlichem Einsatz gelang es ihm gemeinsam mit seinem Team, die Jugendarbeit neu zu beleben. Innerhalb weniger Jahre konnte die Zahl der aktiven Nachwuchsmusiker mehr als verdoppelt werden.
Besonders stolz ist er auf den Sieg beim Jugendblasorchester-Wettbewerb in Götzis. Für ihn war dieser Erfolg der Beweis, dass Ausdauer und konsequente Arbeit Früchte tragen.
„Wenn du hartnäckig bleibst und dich nicht unterkriegen lässt, dann schaut am Ende wirklich etwas heraus“, sagt er rückblickend.
Mehr
Über diesen Podcast
Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als
Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik,
Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten
Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er
Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene
Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie
es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt
er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast
über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen,
die bewegen....
Kommentare (0)
Melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.