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Episoden

46 Minuten
Patrick Fitzgerald kennt das Leben aus unterschiedlichen Perspektiven: als ehrgeiziger Nachwuchsspieler in North Carolina, als College-Footballer, als Spieler in Deutschland, als Mitglied der US-Nationalmannschaft, als Trainer und schließlich als Familienvater in Vorarlberg. Sein Lebensweg ist dabei alles andere als geradlinig. Er erzählt von Erfolgen und Rückschlägen, von Verletzungen, beruflichen Umwegen und Entscheidungen, die seine Zukunft verändert haben.

Im Mittelpunkt steht ein Mann, für den American Football zunächst Sport war, später Familie bedeutete und schließlich zum Beruf wurde.

Patrick Fitzgerald wächst in North Carolina auf. Sein Vater stammt aus New York und hat selbst American Football in High School und College gespielt. Auch sein älterer Bruder spielt Football. Die Voraussetzungen sind damit früh geschaffen.

Doch Football ist nicht seine erste Sportart. Bereits mit fünf Jahren beginnt Patrick mit Fußball und spielt bis zu seinem zwölften Lebensjahr. Dazu kommen Baseball, Leichtathletik und Ringen. Erst in der Middle School erhält er die Möglichkeit, American Football zu spielen.

Zunächst ist Fitzgerald keineswegs ein Naturtalent. In der siebten Klasse beginnt er als Tight End. Seine ersten Erfahrungen sind schmerzhaft: Er erinnert sich an blaue Flecken und schmerzende Arme nach den Trainingseinheiten. Er selbst beschreibt seine ersten Jahre als Spieler als ziemlich schlecht.

Doch genau darin liegt eine der wichtigsten Konstanten seines Lebens: Fitzgerald entwickelt sich nicht deshalb weiter, weil ihm alles zufällt, sondern weil er bereit ist, zu arbeiten.

Aus dem Tight End wird ein Fullback – ein Spieler, dessen Aufgabe vor allem darin besteht, Räume zu schaffen, zu blocken und körperlich hart zu arbeiten.

In der High School nimmt seine Karriere Fahrt auf. Fitzgerald spielt vier Jahre und wird in seinem dritten und vierten Jahr zum All-Conference-Spieler gewählt. Damit gehört er zu den herausragenden Spielern seiner Conference.

Ein besonderer Höhepunkt folgt im Dezember 2005: Fitzgerald wird für den Shrine Bowl nominiert, bei dem die besten Spieler aus North Carolina gegen die besten Spieler aus South Carolina antreten.

Für diese Entwicklung hat er hart gearbeitet. Besonders wichtig ist für ihn das Training mit seinem Quarterback und Freund. Fitzgerald beschreibt, wie er ganze Sommer damit verbringt, auf dem Footballplatz zu trainieren, Bälle zu fangen und Routen zu laufen.

Der Aufwand zahlt sich aus. Im Übergang vom zweiten zum dritten High-School-Jahr ist die Veränderung so deutlich, dass Colleges auf ihn aufmerksam werden. Einladungen zu Camps und Besuchen folgen.

Sein Weg zeigt bereits hier ein Muster, das ihn später begleiten wird: Talent eröffnet Möglichkeiten – Disziplin entscheidet darüber, ob man sie tatsächlich nutzt.

Mit 14 Jahren verliert Patrick seinen Vater an Darmkrebs.

Dieser Verlust verändert sein Leben grundlegend. Football bekommt für ihn eine neue Bedeutung. Die Mannschaft wird zu einer Art Ersatzfamilie. Fitzgerald spricht von seinen Mitspielern als seinen „35 Brüdern“.

Diese Erfahrung prägt auch seinen späteren Wunsch nach einer eigenen Familie. Der frühe Verlust des Vaters bleibt ein wichtiger Hintergrund für viele Entscheidungen, die Fitzgerald später trifft.

Nach der High School erhält Fitzgerald ein Full Scholarship für die Western Carolina University. Doch auch dort verläuft nicht alles nach Plan.

Nach rund eineinhalb Jahren beendet er zunächst seine College-Zeit und nimmt Abstand vom Football. Zwei Jahre lang ist er nicht an der Universität und spielt auch nicht. Er zieht nach New York, wo seine Mutter lebt, arbeitet und versucht, seinen Kopf wieder zu ordnen.

Football scheint zunächst beendet.
26 Minuten
Was als Traum eines elfjährigen Schülers begann, wurde zu einer der ungewöhnlichsten Pionierleistungen der modernen Elektromobilität: Louis Palmer wollte schon als Kind einmal mit einem Auto um die Welt fahren – allerdings nicht auf Kosten der Schönheit unseres Planeten. 2007 setzte er diesen Traum in die Tat um. Mit seinem selbst entwickelten Solartaxi umrundete er als erster Mensch die Erde mit einem solarbetriebenen Fahrzeug. 54.000 Kilometer in 18 Monaten wurden dabei zu einem eindrucksvollen Beweis dafür, dass Mobilität auch ohne fossile Brennstoffe möglich ist.

Palmer war Lehrer. Seine eigentliche Stärke sollte sich später genau dort zeigen, wo Technik allein nicht genügt – beim Erklären, Vermitteln und Begeistern.

1982, Palmer war elf Jahre alt, stellte sein Lehrer der Klasse eine scheinbar einfache Frage: Was wollt ihr später einmal machen?

Palmer wusste es sofort: eine Weltreise. Mit einem Auto wollte er die Erde umrunden.

Doch im gleichen Unterricht wurde über Umweltverschmutzung und den beginnenden Klimawandel gesprochen. Benzin verursachte Abgase, Abgase schädigten das Klima – und Palmer wollte die Schönheit der Welt sehen, nicht zerstören.

Damit war die entscheidende Idee geboren: Wenn er einmal um die Welt fahren würde, dann mit einem Solarauto.

Jahrzehnte später sollte aus dieser kindlichen Vorstellung Realität werden.

Als Palmer Anfang der 2000er Jahre ernsthaft begann, sein Projekt umzusetzen, hatte er weder das technische Studium noch das notwendige Kapital. Er selbst beschreibt die Ausgangslage mit einer fast absurden Rechnung: Für sein Projekt wären rund vier Millionen Franken notwendig gewesen. Auf seinem Konto lagen damals gerade einmal 4.000 Franken.

Aufgeben kam trotzdem nicht infrage.

Palmer begann, Unterstützer zu suchen. Er schrieb 431 Briefe an mögliche Sponsoren. Zunächst ohne Erfolg. Kurz vor dem geplanten Start schickte er noch elf Briefe nach Deutschland. Einer davon führte schließlich zum entscheidenden Durchbruch: Ein Sponsor stellte das benötigte Geld zur Verfügung.

Das Solartaxi konnte gebaut werden.

Die technische Umsetzung entstand mit Unterstützung von Partnern aus der Schweizer Hochschul- und Technikwelt. Entscheidend war dabei jedoch nicht nur Technik, sondern ein Prinzip, das Palmer bis heute begleitet: nicht aufgeben, um Hilfe bitten und kreativ bleiben.

2007 begann die Weltreise. 18 Monate lang fuhr Palmer mit dem Solartaxi rund um die Erde. Insgesamt legte er rund 54.000 Kilometer zurück. Damit gelang ihm die erste Weltumrundung mit einem solarbetriebenen Fahrzeug.

Das Solartaxi war dabei weit mehr als ein Fahrzeug. Es war ein fahrendes Argument.

Palmer wollte zeigen, dass Solarenergie und Elektromobilität keine abstrakten Zukunftsvisionen sein mussten. Man konnte tatsächlich einsteigen, losfahren und mit elektrischer Energie große Entfernungen zurücklegen.

Das Projekt wurde international wahrgenommen. Die Reise erreichte Menschen in zahlreichen Ländern; Schweizer Botschaften unterstützten Veranstaltungen, Medien berichteten, und Palmer wurde in vielen Ländern zu Interviews und Präsentationen eingeladen. Nach Angaben von SolarButterfly erreichte seine Botschaft während der damaligen Weltreise rund 770 Millionen Menschen.

Auch die Vereinten Nationen dokumentierten das Solartaxi bereits während der Reise. Bei der UN-Klimakonferenz 2007 auf Bali wurde das Fahrzeug als solarbetriebenes Taxi eingesetzt.

Bemerkenswert ist dabei eine kleine Episode: Palmer wollte tatsächlich ausschließlich mit Sonnenenergie fahren. Doch eine Weltreise lässt sich schlecht nach dem Wetterbericht eines Fernsehsenders planen. Für rund 150 Pressekonferenzen musste er pünktlich erscheinen. Deshalb entwickelte er ein System, bei dem anderswo eingespeister Solarstrom seine Stromentnahme unterwegs ausglich. So konnte er seine Termine einhalten, ohne das Grundprinzip des Projekts aufzugeben.
39 Minuten
Vom Krankenpfleger und Banker zum Spezialisten für Neurofeedback, Selbstwirksamkeit und die Kunst, das eigene Leben bewusst zu gestalten

Wer Anton Schimmler begegnet, begegnet einem Menschen, der sich nur schwer in eine klassische Berufsbezeichnung einordnen lässt. Der gebürtige Innsbrucker, Jahrgang 1972, lebt heute in Frastanz und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit einer Frage, die ihn offenbar nie losgelassen hat: Wie funktioniert der Mensch – als Körper, als Gehirn und als handelndes Wesen?

Seine Antwort darauf trägt inzwischen einen eigenen Namen: Dopamin-Work.

Der Begriff klingt zunächst nach einem weiteren Modewort aus der Welt von Biohacking, Longevity und Selbstoptimierung. Schimmler selbst versteht darunter allerdings weit mehr. Dopamin-Work ist für ihn die Essenz aus 37 Jahren Aus- und Weiterbildung, aus beruflichen Erfahrungen und aus der intensiven Beschäftigung mit dem Menschen. Es geht um Motivation, Gewohnheiten, Gedanken, Verhalten, Leistungsfähigkeit und letztlich um die Frage, wie ein Mensch sein Leben selbst gestalten kann.

„Dopamin“ steht dabei für die innere Motivation, für Erwartung und Antrieb. „Work“ für das, was notwendig ist, damit aus einem Impuls tatsächlich Veränderung wird. Denn eines ist Schimmler wichtig: Niemand kann das eigene Leben an eine Fabrik auslagern und am Ende ein fertiges Produkt abholen. Veränderung bleibt Arbeit.

Schimmlers Weg begann nicht in einem Seminarraum für Selbstoptimierung, sondern in der Krankenpflege. In Innsbruck absolvierte er die Krankenpflegeschule und arbeitete unter anderem auf Intensivstationen und verschiedenen Stationen im klinischen Bereich. Später war er auch als Banker tätig und absolvierte über die Jahre zahlreiche weitere Ausbildungen und Fortbildungen.

Diese unterschiedlichen Stationen sind für das Verständnis seiner heutigen Arbeit entscheidend. Schimmler betrachtet den Menschen nicht isoliert. Gedanken, Schlaf, Ernährung, Bewegung, Atmung, Gewohnheiten und Umwelt gehören für ihn zu einem einzigen System.

Sein Zugang ist deshalb ausdrücklich ganzheitlich – oder, wie er es selbst beschreibt, der eines „Systemmenschen“.

Seit rund acht Jahren arbeitet er in Frastanz mit Menschen, die häufig bereits einen langen Weg hinter sich haben. Zu seinen Klienten gehören Menschen, die von Neurologen, Psychiatern oder Psychologen zugewiesen werden. Andere kommen mit Problemen, bei denen sie das Gefühl haben, trotz bisheriger Bemühungen nicht so im Leben zu stehen, wie sie es gerne möchten.

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Woher kommt jemand? Was sind die Beschwerden? Was sind die Ziele? Und wie funktioniert das individuelle System?

Ein wichtiges Instrument in Schimmlers Arbeit ist das Neurofeedback. Mithilfe eines FunktionseEG kann die elektrische Aktivität des Gehirns in Echtzeit erfasst werden.

Für Schimmler ist das mehr als eine technische Spielerei. Die Hirnaktivität liefert ihm Hinweise darauf, wie es um Konzentrationsfähigkeit, Schlaf, Stressverarbeitung und bestimmte kognitive Funktionen steht. Entscheidend ist für ihn dabei nicht nur die Diagnose eines Problems, sondern die Frage: Was lässt sich konkret verändern?

Seine Arbeit setzt deshalb an den alltäglichen Strukturen an. Wie sieht der Tagesrhythmus aus? Was denkt ein Mensch den ganzen Tag? Wie ernährt er sich? Welche Gewohnheiten bestimmen seinen Alltag? Welche Nahrungsergänzungsmittel nimmt er? Wie geht er mit Stress um?

Die technischen Anwendungen des Recovery-Bereichs versteht Schimmler dabei als Unterstützung. Seine eigene Arbeit beginnt für ihn davor und endet danach.

Ein Aufenthalt in einer Kältekammer könne beispielsweise einen starken körperlichen Reiz setzen. Doch wenn ein Mensch anschließend wieder in dieselben destruktiven Gedanken- und Verhaltensmuster zurückfällt, bleibt ein Teil des Potenzials ungenutzt.

Sein zentraler Begriff lautet deshalb: Selbstwirksamkeit.
18 Minuten
Auf einem kleinen Hügel in Eschen bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Alte Container, ein Holzboot mit Aussicht auf die Drei Schwestern, dazwischen Baucontainer und Maschinen. Was hier bis vor kurzem entstand, verschwindet bereits wieder. Es ist das Ende eines Projekts, das sein Schöpfer schlicht das «Gelobte Land» nennt.

Carl Batliner nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schlechte Laune habe er grundsätzlich nie, sagt der 46-Jährige. «Ausser wenn ich mit dem Staat interagiere.» Der Satz fällt mit einem Lächeln – und beschreibt doch ziemlich genau, weshalb sein jüngstes Vorhaben nun Geschichte ist.

Batliner ist kein gewöhnlicher Tüftler. Der Eschner ist Erfinder, Unternehmer, Weltreisender und Ideensammler. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Bei ihm entsteht kaum eine Idee am Schreibtisch. Inspiration findet er unterwegs – auf Reisen, in Gesprächen oder beim zufälligen Fund eines ausrangierten Containers.

Die Vision des «Gelobten Landes» wuchs über mehrere Jahre. Aus gebrauchten Wohncontainern, Tiny Houses und einfachen Bauten sollte eine kleine Gemeinschaft entstehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Reisende oder Freiwillige hätten hier wohnen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können – ohne grossen finanziellen Aufwand, dafür mit Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn.

Die Idee entstand nicht zufällig. Nach einem Hausbrand im Jahr 2017 restaurierte Batliner sein eigenes Haus während fünf Jahren. Immer wieder halfen ihm Freunde oder Menschen, die selbst eine Auszeit brauchten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört.

Den Namen fand das Projekt nach Reisen durch Israel und Palästina. Zwar sollte kein religiöser Ort entstehen, wohl aber ein Platz, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Überzeugung gemeinsam leben und arbeiten können. Moderne Elemente wie ein Blockchain-basiertes Beitragssystem sollten dabei sichtbar machen, wer sich wie stark in die Gemeinschaft einbringt.

Doch bevor das Projekt überhaupt richtig starten konnte, griffen die Behörden ein. Nach baupolizeilichen Verfahren und einem langwierigen Rechtsstreit wurde der Abbruch verfügt. Die Container verschwinden, das Gelände wird wieder eingeebnet. Für Batliner endet damit ein Projekt, in das er Monate intensiver Arbeit investiert hatte, noch bevor der erste Gast dort übernachten konnte.

Aufgeben gehört allerdings nicht zu seinem Wesen. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt Batliner Produkte, Geschäftsmodelle und technische Lösungen. Er bezeichnet sich selbst als «Inventerpreneur» – eine Mischung aus Inventor und Entrepreneur.

Zu seinen bekanntesten Entwicklungen zählt Joint Magic, ein patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen vorgedrehter Cannabis-Hülsen. Die internationale Patentanmeldung lief parallel zum Aufbau des «Gelobten Landes». Durch den juristischen Streit um das Bauprojekt fehlte schliesslich die Zeit, das Patent rechtzeitig auf weitere Länder auszuweiten – ein weiterer Rückschlag.

Daneben entwickelte Batliner unter anderem ein Schaukelbett namens Sweetspot, mit dem er sogar bei der Schweizer Ausgabe der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» auftrat. Hinzu kommen Brettspiele, verschiedene Alltagsprodukte und zahlreiche weitere Ideen, von denen viele nie den Sprung in die Serienproduktion schafften.

Für Batliner gehört das zum kreativen Prozess. Nicht jede Erfindung müsse wirtschaftlich erfolgreich sein. Entscheidend sei, Neues auszuprobieren und dabei ständig dazuzulernen.

Sein eigentliches Zuhause ist für Batliner jedoch weniger eine Werkstatt als die Welt.

Er studierte unter anderem in Melbourne, Puebla in Mexiko und Kapstadt, baute eine Firma in Taiwan auf und bereiste bereits weit über hundert Länder. Noch immer verfolgt er das Ziel, eines Tages jedes Land der Erde zu besuchen.

Nach dem Ende des «Gelobten Landes» zieht es ihn erneut hinaus. Wohin genau, weiss er noch nicht. Indien reizt ihn ebenso wie Südamerika oder unbekannte Regionen Asiens.
32 Minuten
Chrisi Kindle prägte über vier Jahrzehnte den Sportjournalismus in Liechtenstein

Wer in Liechtenstein Fussball liebte, kannte seine Stimme. Ob packende Cup-Nächte des FC Vaduz, Länderspiele der Nationalmannschaft oder grosse Ski-Erfolge – Chrisi Kindle war über Jahrzehnte der Mann hinter dem Mikrofon. Mit rund 600 kommentierten Spielen, davon etwa 500 Begegnungen des FC Vaduz und rund 100 Länderspielen, gehört er zu den prägendsten Sportjournalisten des Landes. Seine Karriere führte ihn von der Schreibmaschine über Telex und Telefax bis ins digitale Zeitalter – und immer stand eines im Mittelpunkt: die Leidenschaft für den Sport.

Nach dem Ende von Radio Liechtenstein Anfang 2025 ist es ruhiger um den langjährigen Sportreporter geworden. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Die Begeisterung für den Fussball ist ungebrochen. Ebenso wie die Erinnerungen an eine Zeit, in der Sportjournalismus oft Improvisation, Abenteuer und Herzblut bedeutete.

Schon als kleiner Junge wusste Chrisi Kindle, wohin sein Weg führen sollte. Während andere Kinder einfach Fussball schauten, kommentierte er die Spiele zu Hause gleich selbst.

Dass daraus tatsächlich ein Beruf werden könnte, glaubte allerdings kaum jemand.

«Diesen Beruf gibt es gar nicht», bekam er damals von Berufsberatern immer wieder zu hören. Man riet ihm zu einer «richtigen» Ausbildung.

Kindle liess sich davon nicht beirren.

Beim Liechtensteiner Volksblatt absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Parallel durfte er erste Erfahrungen in der Sportredaktion sammeln. Dort wurde sein Talent rasch erkannt. Sein damaliger Lehrmeister übertrug ihm immer mehr Verantwortung – und warf den 19-Jährigen bereits 1978 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ins kalte Wasser.

«Mach einfach», hiess es damals.

Für Kindle wurde diese erste Weltmeisterschaft zum Start einer aussergewöhnlichen Laufbahn.

Zwanzig Jahre arbeitete Chrisi Kindle beim Liechtensteiner Volksblatt. Ende der 1990er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung.

Sie hiess Radio.

1998 wechselte er zu Radio Liechtenstein und fand dort seine eigentliche Bühne. Seine markante Stimme wurde für Generationen von Sportfans zum festen Begleiter an den Wochenenden.

Bis zum Sendeschluss des Radios im Jahr 2025 berichtete er praktisch ohne Unterbruch über das Sportgeschehen im Land.

Wer heute einen Bericht schreibt, braucht Laptop, Smartphone und Internet.

Damals war alles anders.

Bei seiner ersten Ski-WM schrieb Kindle seine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Anschliessend mussten sie auf einer Telex-Station übertragen werden. Jede Zeile bedeutete zusätzliche Arbeit, jede Übermittlung kostete Zeit.

Noch schwieriger hatten es die Fotografen.

Mit seinem langjährigen Kollegen Eddi Risch war Kindle bei unzähligen Grossanlässen unterwegs. Während Kindle schrieb, verwandelte Risch Hotelbadezimmer in improvisierte Dunkelkammern.

Anschliessend begann der eigentliche Kraftakt.

Ein einziges Foto benötigte rund sechs Minuten, bis es über eine Telefonleitung in der Redaktion ankam.

Heute dauert derselbe Vorgang wenige Sekunden.

Eine seiner liebsten Erinnerungen stammt vom berühmten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.

Im Hotel gab es lediglich eine Telefonkabine.

Während Fotograf Edi Rich den Telefonhörer auseinanderbaute und sein Übertragungsgerät anschloss, musste Kindle den Hotelangestellten beschäftigen.

«Er braucht einfach noch etwas», erklärte er immer wieder.

Während draussen Gäste ungeduldig auf die Telefonleitung warteten, wurden drinnen Bild für Bild Richtung Liechtenstein geschickt.

Improvisation gehörte damals zum Berufsalltag.

Nicht weniger filmreif verlief eine Reise nach Nordirland.

1994 bestritt Liechtenstein in Belfast sein erstes Pflichtspiel überhaupt in einer EM-Qualifikation.

Den Spielbericht schrieb Kindle auf dem Rückflug – mit der Schreibmaschine auf den Knien.

Neben ihm sass Nationaltorhüter Martin Öhri.
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Über diesen Podcast

Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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