derpodcaster.com Bandi Koeck

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Der Schauspieler und Kindertheatermacher - Andy Konrad
20.05.2026
42 Minuten
Wer Andy Konrad begegnet, trifft auf einen Menschen, der Energie, Leidenschaft und Kreativität beinahe mühelos miteinander verbindet. In Liechtenstein kennt man ihn als Schauspieler, Theatermacher, Organisator und Gastgeber. Doch hinter der öffentlichen Figur steckt vor allem ein Mensch, der seine Begeisterung für Bühne und Film früh entdeckt hat – und der bis heute nicht aufgehört hat, neue Ideen zu entwickeln.


Im Malbun hat Andy Konrad mit dem „Ka-Bum“ einen Ort geschaffen, der weit mehr ist als nur eine Veranstaltungslocation. Das Ka-Bum ist Treffpunkt, Bühne, Kulturraum und Begegnungsort zugleich. Dort entstehen Abende voller Musik, Theater, Humor und Gespräche – oftmals spontan, immer persönlich und mit jener unverwechselbaren Atmosphäre, die Konrad so wichtig ist.


Schon früh war für Andy Konrad klar, dass ihn das kreative Arbeiten magisch anzieht. Besonders das Theater faszinierte ihn. Die Möglichkeit, in andere Rollen zu schlüpfen, Geschichten zu erzählen und Menschen emotional zu berühren, wurde für ihn schnell zu einer Leidenschaft.


Dabei begann vieles aus reiner Neugier. Wie er selbst erzählt, habe er bereits in jungen Jahren gemerkt, dass ihm das Auftreten liegt. Auch Musik spielte in seinem Leben eine wichtige Rolle. Zeitweise wollte er sogar Sänger und Musiker werden. Die Bühne war für ihn nie bloss ein Ort der Darstellung, sondern immer auch ein Raum der Begegnung.


Konrad beschreibt sich selbst als ausgesprochen extrovertiert. Gerade diese Offenheit half ihm dabei, auf Menschen zuzugehen, Rollen glaubwürdig auszufüllen und kreative Projekte anzustossen. Mit den Jahren entwickelte sich daraus ein vielseitiges künstlerisches Profil zwischen Theater, Film und Eventkultur.


Eine seiner ersten grossen Leidenschaften war allerdings nicht die Schauspielerei, sondern der Fussball. Bereits als Kind spielte Andy Konrad mit Begeisterung. Wie er erzählt, habe ihn der Sport geprägt – nicht nur körperlich, sondern auch charakterlich.


Der Teamgeist, die Disziplin und die Freude an gemeinschaftlichen Erlebnissen begleiten ihn bis heute. Auch wenn die Bühne später den Fussballplatz ablöste, blieb die Begeisterung für den Sport erhalten.


Andy Konrad interessiert vor allem die Kraft guter Geschichten. Ob auf der Bühne oder vor der Kamera – entscheidend sei für ihn, Menschen mitzunehmen und Emotionen auszulösen. Gerade deshalb bewegt er sich so selbstverständlich zwischen Theaterproduktionen, Filmprojekten und Live-Events.


Sein Zugang wirkt dabei nie künstlich oder distanziert. Vielmehr lebt Konrad von Authentizität, Spontaneität und einem feinen Gespür für Publikum und Atmosphäre. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb seine Projekte in Liechtenstein und darüber hinaus auf Interesse stossen.


Mit dem Ka-Bum im Malbun hat Andy Konrad einen Ort geschaffen, der seine Persönlichkeit widerspiegelt: kreativ, offen und überraschend.


Hier treffen Kultur, Unterhaltung und Gastfreundschaft aufeinander. Das Ka-Bum lebt von seiner Nähe zu den Menschen – und von der Idee, Kultur erlebbar und unkompliziert zu machen.


Gerade in einer Zeit, in der vieles digital und anonym geworden ist, setzt Konrad bewusst auf echte Begegnungen. Besucher sollen sich wohlfühlen, lachen, diskutieren und gemeinsam besondere Momente erleben.Blick nach vorne: Die Pläne für 2026


Auch für die kommenden Jahre hat Andy Konrad zahlreiche Ideen. Für 2026 plant er neue kulturelle Formate, weitere Film- und Theaterprojekte sowie einen Ausbau des kreativen Angebots rund um das Ka-Bum.


Besonders wichtig bleibt ihm dabei die Verbindung unterschiedlicher Kunstformen. Theater, Musik, Film und Eventkultur sollen nicht getrennt voneinander existieren, sondern sich gegenseitig inspirieren.


Konrad möchte weiterhin Räume schaffen, in denen Menschen zusammenkommen und Kultur unmittelbar erleben können. Seine Vision ist klar: kreative Projekte mit Persönlichkeit statt austauschbarer Unterhaltung.


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Der unermüdliche Möglichmacher - Ali Mahlodji
07.05.2026
21 Minuten
Es gibt Menschen, die Räume betreten – und plötzlich wird es still. Nicht, weil sie laut sind. Sondern weil ihre Geschichte Gewicht hat. Ali Mahlodji ist so ein Mensch. Wenn er spricht, hört man nicht nur einem erfolgreichen Unternehmer, Bestsellerautor und Gründer von whatchado zu. Man hört einem Mann zu, der das Leben von seiner härtesten und zugleich schönsten Seite kennengelernt hat.


Geboren in Teheran, flüchtete er als Kind mit seiner Familie vor Krieg und Unsicherheit nach Austria. Die ersten Jahre waren geprägt von Enge, Angst und Entwurzelung. Ein Flüchtlingsheim wurde zum Zuhause auf Zeit. Kleidung von der Caritas ersetzte Selbstverständlichkeit. Perspektiven waren rar. Hoffnung ebenso.


In der Schule galt er als Problemfall. Schlechte Noten, ein Zeugnis voller Nichtgenügend, dazu ein Vermerk, der fast sinnbildlich für seine damalige Situation stand: „nicht zufriedenstellendes Verhalten“. Viele hatten ihn abgeschrieben. Doch dann passierte etwas, das sein Leben veränderte: Ein Lehrer glaubte an ihn, als andere längst aufgegeben hatten.


Es war jener eine Mensch, der nicht auf Defizite blickte, sondern auf Möglichkeiten.


Vielleicht liegt genau darin der Kern von Ali Mahlodjis Lebensgeschichte: Er wurde gesehen – und beschloss später, selbst Millionen andere Menschen zu sehen.


Heute hat er mit mehr als einer Million jungen Menschen weltweit gearbeitet. Ob in Hyderabad, Zürich, Rome oder in Liechtenstein: Überall begegnet ihm dieselbe Sehnsucht. Junge Menschen wollen nicht perfekt sein. Sie wollen gesehen werden.


„Was alle Jugendlichen wollen, ist, dass sie irgendwann das Gefühl haben, sie dürfen so sein, wie sie sind.“


Dieser Satz ist keine pädagogische Floskel. Er ist die Quintessenz seines Lebenswerks. Mit whatchado schuf er eine Plattform, die jungen Menschen Orientierung gibt – jenseits starrer Lebensläufe und gesellschaftlicher Erwartungen. Statt zu fragen: Was willst du einmal werden? fragt er: Wer bist du wirklich?


Seine Kritik am Bildungssystem ist dabei präzise und mutig. Lehrer müssten entlastet, Bildung neu gedacht und Beziehungen wichtiger genommen werden als reine Wissensvermittlung. Jugendliche, sagt er, lernen früh zu funktionieren – viel zu früh. Ihre Neugier werde systematisch abtrainiert. Das berühmte kindliche „Warum?“ verschwinde unter Leistungsdruck, Prüfungen und Erwartungen.


Ali Mahlodji spricht darüber nicht als Theoretiker. Er spricht als ehemaliger Schulabbrecher, als jemand, der über 40 Jobs hatte, als Manager, der Karriere machte – und dennoch alles hinterfragte.


Der Tod seines Vaters wurde zu einem Wendepunkt. Er erkannte, wie streng er mit sich selbst war. Er verließ einen sicheren Managerjob und folgte seinem Herzen. Ein Schritt, der riskant wirkte – und sich als Befreiung erwies.


Trotz seiner internationalen Reisen und vollen Hallen definiert er Erfolg überraschend still. Nicht über Umsatz. Nicht über Reichweite. Sondern über Beziehungen.


Wenn er nach Hause kommt, küsst er zuerst seine Frau – noch bevor er seine Kinder begrüßt. Nicht aus Distanz zu seinen Töchtern, sondern aus Überzeugung. Für ihn ist Partnerschaft das Fundament der Familie.


„Wenn der Baum nicht gesund ist, gibt es keine Früchte.“


Ali Mahlodji wirkt charismatisch, weil er Gegensätze vereint: Härte und Wärme. Tiefgang und Humor. Erfolg und Demut. Weltbühne und Familienleben. Er spricht über künstliche Intelligenz und gleichzeitig über verletzte Kinderseelen. Über Leadership und gleichzeitig über Liebe.


Und am Ende landet er immer wieder bei einer radikalen, fast poetischen Erkenntnis: Vielleicht leben wir bereits im Paradies.


Während viele Menschen auf ein besseres Morgen warten, fordert er dazu auf, das Wunder des Jetzt zu erkennen. Das Leben sei bereits das Geschenk.


Seine zentrale Frage lautet deshalb: „Bin ich der Erwachsene geworden, auf den mein 14-jähriges Ich stolz wäre?“


Eine Frage, die hängen bleibt. Ali Mahlodji ist kein Motivationsredner im klassischen Sinn. Dafür ist er zu ehrlich, zu reflektiert, zu unbequem.
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Die LIEWO-Chefredaktorin - Melanie Steiger
03.05.2026
15 Minuten
Im Liechtensteiner Medienhaus in Vaduz schlägt das Herz der regionalen Berichterstattung, und mittendrin sorgt Melanie Steiger dafür, dass die Sonntage im Fürstentum und der angrenzenden Region mit Tiefe und Menschlichkeit gefüllt werden. Seit 2021 leitet sie als Chefredaktorin die LIEWO – eine Aufgabe, die sie nach dem Redesign der Wochenzeitung übernahm und mit viel Herzblut ausfüllt.





Melanie Steigers Weg in den Journalismus war kein starrer Plan, sondern eher ein organisches Hineinrutschen. Während ihres Studiums der Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern – ein damals neuer Studiengang – verdiente sie sich ihr Taschengeld als freie Mitarbeiterin in der Ostschweiz. Ihr erster Bericht? Eine Schafschau. Was simpel klingt, war der Anfang einer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Sie entdeckte das Handwerk für sich und Bandi Koeck ergänzte dazu passend sein Motto: „Wer schreibt, der bleibt“.





Nach Stationen im Online-Marketing in St. Gallen und Praktika beim „Volksblatt“ sowie dem „Werdenberger & Obertoggenburger“ (W&O) führte ihr Weg 2015 schließlich ins Medienhaus Liechtenstein. Begonnen hat sie dort in der Wirtschaftsredaktion, bevor sie 2018 zur LIEWO wechselte. Diese Vielseitigkeit – von Sport bis Wirtschaft – macht sie heute zu einer äusserst flexiblen Redaktionsleiterin.





Für Steiger ist die LIEWO mehr als nur eine Sonntagszeitung. Es ist ein Medium, das im Gegensatz zur tagesaktuellen Hektik die Zeit hat, vertieft in Themen einzutauchen. Ihr „Steckenpferd“ ist dabei das Porträt auf der Frontseite. Hier geht es um Menschen und ihre Geschichten – oft um Schicksale, die bewegen, wie etwa Menschen, die eine schwere Krankheit besiegt haben.





Ihre grösste Herausforderung sieht sie darin, diesen Personen gerecht zu werden, ohne in reine „Tränendrüsen-Rhetorik“ zu verfallen. Es geht um Authentizität und darum, Mut zu machen.





Wenn Melanie Steiger nicht gerade Editorials schreibt oder Redaktionssitzungen leitet, findet man sie wahrscheinlich im Freien. Ihr grösstes Hobby ist ihr Pferd, bei dem sie ideal vom journalistischen Alltag abschalten kann. Zudem ist sie eine leidenschaftliche Köchin und Leserin. Besonders regionale Krimis haben es ihr angetan – dort, wo man beim Lesen die Orte und Alpen der Umgebung direkt vor Augen hat.





Ihre Zukunft lässt sie gerne auf sich zukommen. Die Leitung der LIEWO war für sie ein solcher „Türöffner“, den das Leben bot. Man darf gespannt sein, welche Geschichten sie uns in den kommenden Jahren noch präsentieren wird.
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Der Erfinder der Panart - Matthias Masu Baumgartner
26.04.2026
41 Minuten
Man begegnet ihm nicht einfach – man gerät in seinen Strom. Matthias „Masu“ Baumgartner ist kein Künstler im herkömmlichen Sinn, sondern ein Suchender, ein Findender, einer, der das Sichtbare durchdringt, bis es zu sprechen beginnt. Seine Kunst ist kein Produkt, sondern ein Prozess. Ein Geschehen. Ein leises, manchmal wildes Atmen zwischen Farbe, Form und Seele.


Schon früh zeigte sich diese eigenwillige Verbindung zur Welt der Bilder. Ein Kind, das eine Pietà nachzeichnet – unbeholfen vielleicht, doch getragen von einer inneren Notwendigkeit. Lob war der erste Funke. Doch das Feuer, das daraus entstand, nährte sich aus etwas Tieferem: dem unbedingten Drang, zu gestalten, zu erfahren, zu „tun“.


Der Begriff „PanArt“ ist mehr als eine Wortschöpfung. Er ist ein Weltbild. „Pan“ – das griechische Wort für alles. „Art“ – die Kunst. Zusammen ein Bekenntnis: Alles ist Kunst. Und jeder Mensch trägt sie in sich.


Baumgartners Ansatz ist radikal demokratisch. Kunst ist kein Privileg der Begabten, sondern ein Grundzustand des Menschseins. Sie verschwindet nur manchmal – verschüttet durch Zweifel, Kritik oder das Vergessen der eigenen Wahrnehmung. PanArt will nichts lehren im klassischen Sinn. Sie will freilegen.


Die Technik folgt dabei keiner starren Regel. Im Gegenteil: Das Bild übernimmt. „Nicht du malst das Bild, das Bild malt dich“ – dieser Gedanke zieht sich wie ein leiser Leitfaden durch sein Werk. Strukturen werden gelesen, Formen entdeckt, Figuren entstehen aus dem Untergrund wie Erinnerungen, die sich plötzlich zeigen.


Im stillen Wald von Frastanz-Bodenwald steht ein Haus, das mehr ist als ein Gebäude. Das „Bilderhaus“ ist ein lebendiger Organismus aus Farbe, Material und Atmosphäre.


Hier riecht Kunst. Im wörtlichen Sinn. Baumgartner mischt seine Farben selbst – organisch, lebendig, vergänglich. Sie gären, verändern sich, reagieren. Wie das Leben selbst. Kein steriles Atelier, sondern ein Raum, in dem Prozesse stattfinden.


Wer diesen Ort betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht um Perfektion. Hier geht es um Begegnung. Mit sich selbst, mit dem Unbewussten, mit dem, was zwischen den Linien liegt.


Sein Künstlername ist kein Zufall. „Masu“ – ein Wort, das in verschiedenen Sprachen und Bedeutungen auftaucht. „Es tun“. „Es heiligen“. „Es verehren“.


Vielleicht beschreibt es genau das, was sein Leben ausmacht: ein unermüdliches Tun, getragen von einer stillen Ehrfurcht vor dem Prozess selbst. Seine Signatur versteckt sich oft im Bild, beinahe scheu, als wolle sie nicht stören. Denn im Zentrum steht nicht der Künstler – sondern das Werk, das sich selbst entfaltet.


Mit zunehmendem Alter wird der Blick weiter – und zugleich klarer. Baumgartner spricht offen über das Ende, ohne Pathos, ohne Angst. Der Tod ist für ihn kein Gegenpol zum Leben, sondern Teil derselben Bewegung.


„Ich war von allem die Ursache“, sagt er. Ein Satz, der nicht belastet, sondern befreit. Verantwortung wird hier nicht zur Last, sondern zur Erkenntnis. Das Leben – ein dichtes Geflecht aus Entscheidungen, Begegnungen, Farben.


Und vielleicht ist genau das der Kern seiner Kunst: eine tiefe Zustimmung zum Dasein.


Das Bilderhaus ist kein Museum. Es ist ein Erlebnisraum. Wer sich darauf einlässt, verlässt ihn selten unverändert. Es ist ein Ort, an dem man nicht nur Kunst betrachtet, sondern sich selbst ein Stück näherkommt.


Für Kunstinteressierte, Suchende oder einfach Neugierige ist dieser Ort eine stille Entdeckung – fern von großen Bühnen, aber reich an innerer Weite.


Name: Matthias „Masu“ Baumgartner Geburtsjahr: 1946 Begriff: Begründer der PanArt („Alles ist Kunst“) Wirkungsorte: Vorarlberg, Wien, international (u. a. Belgien) Besonderheit: Entwicklung eigener Farbtechniken und intuitiver Malprozesse Bilderhaus: Frastanz-Bodenwald – Atelier, Ausstellungs- und Erfahrungsraum Künstlername „Masu“: Bedeutungen u. a. „es tun“, „es verehren“ Werkumfang: Tausende Bilder, über 100 Ausstellungen, internationale Kurstätigkeit


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Der fussballbegeisterte Anwalt - Serkan Akman
17.04.2026
26 Minuten
Wer Serkan Akman begegnet, trifft keinen kühlen Paragraphenreiter, sondern einen wachen, zugewandten Geist mit Sinn für Präzision – und Humor. In seiner Kanzlei in Feldkirch, ergänzt durch eine Dependance in Wien, verbindet der 42-jährige Jurist wirtschaftsrechtliche Expertise mit einer klaren Haltung: konsequent, zielgerichtet, menschlich. Und manchmal auch überraschend komisch.


Der Weg in die Juristerei war bei Akman kein geradliniger Kindheitstraum. Nach der Matura schwankte er zwischen Medizin und Jus – bis ein eher drastisches Erlebnis im Seziersaal die Entscheidung beschleunigte:


„Das Erste, was ich gemacht habe, war den Nerv zu durchtrennen, den ich nicht durchtrennen durfte. Da wusste ich: Medizin wird schwierig.“


Was zunächst wie ein Umweg wirkte, entpuppte sich als glücklicher Volltreffer. Das Interesse wuchs mit jedem Semester, die Inhalte lagen ihm – und bald wurde klar: Hier passt alles zusammen. Sprache, Struktur, Strategie.


Akman gehört nicht zu jenen Juristen, die ihre Motivation mit pathetischen Gerechtigkeitsfloskeln erklären. Sein Zugang ist nüchterner – und gerade deshalb überzeugend.


Er arbeitet dort, wo wirtschaftliche Interessen, Verantwortung und rechtliche Präzision zusammenkommen. Emotionale Konfliktfelder wie Familien- oder Erbrecht meidet er bewusst. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was er „sein Terrain“ nennt: Zivil- und Wirtschaftsrecht.


Diese Klarheit zeigt sich auch im Umgang mit Mandanten. Wer zu ihm kommt, bekommt keine juristischen Worthülsen, sondern strukturierte Lösungen – und eine ehrliche Einschätzung.


Seine Kanzlei in der Feldkircher Altstadt spiegelt genau das wider: Individualität statt Standard. Alte Möbel, neu gedacht, zusammengestellt von einem Künstler mit Blick fürs Ganze.


Akman wollte bewusst keinen austauschbaren Designraum, sondern eine Umgebung mit Geschichte. Das Ergebnis: ein Ort, der nicht geschniegelt wirkt, sondern lebendig – genau wie seine Arbeit.


Neben Feldkirch ist Wien ein zweiter wichtiger Standort. Die Stadt hat ihn geprägt, und sie lässt ihn nicht los.


Dazu kommt ein internationaler Blick: Istanbul spielt sowohl privat als auch beruflich eine Rolle. Dort ist Akman unter anderem im Verwaltungsrat einer Versicherung tätig. Die Verbindung zwischen West und Ost, zwischen Okzident und Orient ist für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Er ist ein Brückenbauer und kennt beide Kulturen und Sprachen gut.


So ernst der Beruf oft ist – gerade die außergewöhnlichen Momente bleiben hängen. Zwei Fälle zeigen, wie nah Recht und Komik manchmal beieinander liegen.


Fall 1: Der ehrliche Angeklagte Ein junger Mann gesteht zahlreiche Einbrüche und soll mit einer milden Lösung davonkommen – alles läuft perfekt. Reue, Einsicht, Tränen.


Bis aus dem Zuschauerraum plötzlich die Mutter aufsteht und ruft: „Dejan, warum lügst du?“


Der Moment? Unbezahlbar. Die Stimmung kippt – ins Heitere. Am Ende gibt es trotzdem eine milde Lösung.


Akman kommentiert trocken: „Manchmal entscheidet nicht nur das Gesetz, sondern auch das Timing der Familie.“


Fall 2: Ausführlich im Podcast anzuhören


Akman dazu: „Ich bin danach ins Auto gestiegen und habe einfach gelacht. Solche Tage retten dir manchmal den ganzen Beruf.“


Hinter all dem Humor steht jedoch ein klarer Blick auf das Rechtssystem. Akman betont die hohe Qualität der österreichischen Justiz und widerspricht populären Schnellurteilen aus Medien und Öffentlichkeit.


Neben der Arbeit bleibt Raum für Leidenschaft: Fußball – insbesondere für Fenerbahçe – gehört dazu. Früher war Serkan Akman aktiv, heute als Fan.


Und vielleicht beschreibt genau das seine Haltung am besten: engagiert, loyal, mit Ausdauer – und immer mit einem gewissen Augenzwinkern.


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Über diesen Podcast

Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....
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