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12 Minuten
Biopsychosozial ist eines der meistgesagten Wörter der Schmerzmedizin. Gemeint ist, dass an einem anhaltenden Schmerz Körper, Erleben und Lebensumstände zugleich beteiligt sind. Diese Folge fragt, was daran belegt ist und was in der Praxis daraus geworden ist.

Der Kern des Modells trägt: Schmerz lässt sich nicht am Gewebe ablesen, und wie jemand seinen Schmerz einordnet, ist einer von mehreren Faktoren, die den weiteren Verlauf beeinflussen. Auf diesem Rahmen bauen konkrete Behandlungen auf, die zu den am besten untersuchten des Fachs gehören. Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, psychologische Verfahren mit eigenständiger Wirkung, und eine Behandlung, die sich am vorab eingeschätzten Risiko orientiert.

Offen bleibt die Gewichtung. Das Modell benennt drei Ebenen, es sagt aber nicht, wann welche führt. Diese Lücke wird in der Praxis häufig mit dem gefüllt, was ohnehin getan wird, die soziale Ebene fällt dabei zuerst aus, und im ungünstigsten Fall wird aus einem fehlenden körperlichen Befund eine psychische Erklärung. Die Folge endet deshalb mit drei Fragen, mit denen Sie im Gespräch prüfen können, ob aus dem Etikett eine Entscheidung geworden ist.

Für alle, die den Begriff schon oft gehört haben, ohne dass er ihnen etwas gesagt hätte.

Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung angezeigt ist: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/

Kapitel dieser Folge: Was das Modell behauptet. Was daraus geworden ist. Wo es offen bleibt. Zusammenfassung und Ausblick.

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Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/grundlagen/schmerzmodelle/

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Mehr Inhalte, Downloads & Hintergründe: https://www.deschge.de/

Bücher zum Thema: Die Patientenleitfäden zur Schmerzkompass-Reihe stehen unter https://www.deschge.de/buecher/

Musik: Piano Sonata No. 2 in F major Op. 1b, I bis III. Allegro con Moto Steven O'Brien – https://www.steven-obrien.net/

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RECHTLICHER HINWEIS

Werbung in eigener Sache Diese Folge enthält Verweise auf meine Website und eigene Inhalte.

Medizinische Grundlage Die Inhalte basieren auf aktueller Fachliteratur und klinischer Erfahrung. Keine Aufforderung zur Selbstmedikation.

️ Haftungsausschluss Dieses Video dient der allgemeinen Gesundheitsinformation. Es ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Trotz größter Sorgfalt sind Irrtümer oder Änderungen des Forschungsstands nicht ausgeschlossen.

Datenschutz Weitere Hinweise (z. B. Datenschutz, Impressum): siehe Kanalprofil.
13 Minuten
Wer nach einer schmerzhaften Bewegung vorsichtiger wird, macht nichts falsch. Das ist eine eingebaute Schutzreaktion und kein persönliches Versagen. Diese Folge ordnet ein, was daraus über Monate und Jahre werden kann, und warum das für chronisch Betroffene ein Thema ist, obwohl es den Verlauf nicht vorhersagt.

Wir schauen darauf, wie der Kreislauf funktioniert: Schmerz löst Sorge und Aufmerksamkeit aus, das Nervensystem kann empfindlicher eingestellt bleiben, und daraus folgt mehr Schmerz. Im Fokus steht dabei eine genaue Einordnung der Forschungslage. Die Angst vor Bewegung sagt im Fenster von etwa der vierten Woche bis zum dritten Monat voraus, ob jemand an seinen Arbeitsplatz zurückfindet; bei bereits chronischem Schmerz sagen solche Überzeugungen den weiteren Verlauf überwiegend nicht mehr voraus. Der Satz, die Schmerzen kämen von der Angst, ist ausdrücklich nicht die Aussage dieser Folge. Der Schmerz ist real, unabhängig davon, was jemand darüber denkt.

Außerdem geht es darum, wie der Handlungsraum schrumpft, vom Bücken über das Heben und den Einkauf bis zur abgesagten Verabredung, und warum der Weg zur Beeinträchtigung im Alltag mindestens so viel über das kleiner gewordene Leben laufen dürfte wie über die verlorene Kraft; um die Frage, warum sich eine Befürchtung nicht von selbst korrigiert, wenn die Bewegung gar nicht mehr stattfindet; und um die Einschränkung, ohne die das alles gefährlich wäre: Daraus folgt kein Schonungsverbot. An schlechten Tagen bleibt Zurücknehmen richtig, und bei ausstrahlenden Schmerzen mit Kraftverlust, bei Warnzeichen oder während einer laufenden Abklärung ist Vorsicht sachgerecht.

Die Folge gehört zum Mechanik-Block der dritten Staffel und richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen.

Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/warnzeichen/

Wege zurück in den Beruf, von der stufenweisen Wiedereingliederung bis zur Teilhabe: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/sozialmedizin-beruf/

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Mehr Inhalte, Downloads & Hintergründe: https://www.deschge.de/

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14 Minuten
Verschleiß der Bandscheiben im MRT, ein schmaler gewordener Gelenkspalt im Röntgenbild: Da ist etwas zu sehen, und damit scheint die Ursache gefunden. So eindeutig ist der Zusammenhang aber oft nicht. Der Befund stimmt fast immer. Als Erklärung für den Schmerz stimmt er oft nicht. Diese Folge zeigt, warum beides gleichzeitig wahr sein kann.

Im ersten Teil, welche Frage ein Bild am besten beantwortet, nämlich die nach Bruch, Entzündung, Tumor oder Druck auf das Rückenmark, und welche es nicht beantwortet. Daraus abgeleitet, wann ein Bild sinnvoll ist, welches Verfahren zu welcher Frage gehört und wann eine Wiederholung nichts Neues bringt. Und die Richtung, die im Alltag oft verkehrt herum läuft: Ein Befund bekommt seine Bedeutung erst dadurch, dass er zum Beschwerdebild passt.

Im zweiten Teil, was man findet, wenn man Menschen ohne Beschwerden untersucht: Verschleiß, vorstehende Bandscheiben, Knorpelschäden und Sehnenveränderungen, mit deutlicher Alterslogik. Bewusst ohne Prozentzahlen, weil die je nach Studie erheblich schwanken. Und die Zweiteilung, ohne die die Botschaft kippt: die häufigen Befunde, die wenig erklären, und die selteneren, die sehr wohl erklären.

Im dritten Teil die Sprache der Befunde. Warum diese Wörter fachlich richtig sind und trotzdem wie ein Schadensbericht klingen, und was die Forschung dazu wirklich hergibt: Belegt ist die Wirkung auf Überzeugungen und Behandlungswünsche, nicht die Wirkung auf den Schmerz selbst.

Zum Schluss zwei Fragen, die Sie im nächsten Gespräch stellen können.

Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist, und für Angehörige.

Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/

Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.

Kapitel dieser Folge: Einleitung. Welche Frage ein Bild beantwortet. Was man bei Menschen ohne Schmerzen findet. Die Sprache der Befunde. Zusammenfassung und Ausblick.

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Zum Weiterlesen: Das Thema dieser Folge ist ausführlich behandelt in „Schmerzen im unteren Rücken“. Übersicht aller Bände: https://www.deschge.de/buecher/

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16 Minuten
Wer chronische Schmerzen hat, kennt das: Etwas Kleines passiert und der Schmerz, der danach kommt, steht in keinem Verhältnis zum Auslöser. Ein Vorgang, der dahinterstecken kann, heißt zentrale Sensibilisierung, und er gehört zu den Mechanismen, an denen sich die moderne Schmerzmedizin neu ausgerichtet hat.

Diese Folge erklärt ihn so, dass die Erklärung trägt: was sich im Rückenmark und im Gehirn verschiebt, und wie sich das im Alltag anfühlt, von der schmerzhaften Berührung über diffuse Schmerzbereiche bis zur Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm.

Drei Punkte stehen im Vordergrund. Erstens ist der Vorgang gut belegt, es gibt aber keinen Test, der ihn beim einzelnen Menschen misst. Zweitens heißt eine erhöhte Empfindlichkeit nicht, dass im Gewebe nichts ist: Häufig besteht eine Ursache fort und die Verstärkung kommt dazu. Und drittens ist das Nervensystem veränderbar, ohne dass sich seriös sagen ließe, wie weit und wie schnell.

Die Folge ist der dritte Baustein des Fundament-Blocks der Staffel und die Referenz für alle späteren Folgen, die auf Sensibilisierung verweisen.

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15 Minuten
Drei Monate ist die Zahl, die in der Schmerzmedizin am häufigsten genannt wird. Schmerzen gelten als chronisch, wenn sie länger als drei Monate anhalten oder in diesem Zeitraum wiederkehren. Diese Folge ordnet ein, was dahinter steckt, und warum die Wochen davor besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Wir schauen darauf, was die Drei-Monate-Schwelle bedeutet und was sie nicht bedeutet. Chronischer Schmerz gilt zunehmend als eigenständiges Krankheitsbild und nicht mehr nur als Begleiterscheinung von etwas anderem. Im Fokus stehen die Unterschiede zwischen akutem und chronischem Schmerz: Der feste Zusammenhang zwischen Schaden und Schmerzstärke lockert sich, die Verarbeitung kann empfindlicher werden, und Schlaf, Bewegung und Anspannung wirken auf die Beschwerden zurück. Dass der Schmerz bleibt, kann daran liegen, dass eine Ursache fortbesteht, oder daran, dass sich die Verarbeitung verändert hat, und häufig kommt beides zusammen.

Außerdem geht es um Umstände, die einen chronischen Verlauf wahrscheinlicher machen, auch um solche, die nicht in der Person liegen, sondern im Auslöser und in der Behandlung selbst; um die Trennung zwischen chronisch primärem und chronisch sekundärem Schmerz, und um die Verschiebung des Behandlungsziels: von Schmerzfreiheit hin zu Belastbarkeit und Lebensqualität.

Die Folge ist Teil des Fundament-Blocks der dritten Staffel und richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen.

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Über diesen Podcast

„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
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