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Schwarz hören - Petra Schwarz im Gespräch mit Prominenten über Leben und Tod Archiv

168 Episoden
26 Minuten
Sie wird als „die Erika Berger des Ostens“ oder „d i e Frau mit Sex“ oder „die Femme fatale der Midlife-Crises“ beschrieben. „Das ist vorbei. Lange schon.“ sagt sie dazu in dieser Podcast-Episode und betont: „Jetzt geht’s quasi erst los.“ Auch „Schmutzige Lieder“, das aktuelle Programm zusammen mit André Kunze, hat irgendwie mit Sex zu tun. „Zwei Stunden Musikcomedy. Ein bisschen zu ehrlich. Ein bisschen zu nah dran. Und genau deshalb so gut…“ beschreibt es Tatjana Meissner auf ihrer website. Tatjana Meissner, die studierte Diplom-Ökonomin, hat zu DDR-Zeiten nebenbei in einer Tanzgruppe getanzt, später ihre „Einstufung“ zum „Berufsausweis“ gemacht und war dann ab 1987 freiberufliche Tänzerin im Show-Tanz-Trio „Kora“. Nach dem Mauerfall 1989 wurden die „Muggen“ spärlich und sie bekam eine „ABM“ in der Besucherbetreuung bei den Schlössern und Gärten Sanssouci. Später war Tatjana Meissner als Pressesprecherin beim Kabarett Obelisk und agierte ab 1993 dort auch auf der Bühne. Danach folgten die beruflichen Stationen: Potsdamer Stadtfernsehen, TV Berlin und der Mitteldeutsche Rundfunk (mdr). Seit 2009 nun macht die 1961 in Tangermünde geborene und (wie Host Petra Schwarz) in Erfurt aufgewachsene Tatjana „Tati“ Meissner Solo-Kabarett. Und wird es „solange Zuschauer kommen und mit mir lachen wollen“ weitermachen. Sie hat 9 Bücher geschrieben und im Frühjahr 2027 wird ihre Biografie „Lieber laut lachen, als leise stöhnen“ erscheinen. Darin beschäftigt sie sich auch intensiv mit dem Tod und sagt hier im Podcast dazu: „Es gibt nicht so viele lustige Betrachtungsweisen des Todes.“ Und auch in ihrer Familie wurde und wird nicht viel über den Tod gesprochen. Meist gibt es nur Formulierungen, wie: „Das Einzige, was wir müssen, ist sterben.“ oder die Empfangsfloskel „Weißt du, wer gestorben ist?“. Nach wie vor ist der Tod ein Tabu-Thema, das Tatjana Meissner – auch humoristisch – aber sehr interessiert; auch ganz praktisch: „Weil ich mit meinem Geliebten nicht verheiratet bin, müssen wir uns gegenseitig absichern: Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.“ Und darüber hinaus befürwortet sie selbstbestimmtes Sterben, obwohl sie sich vorstellen kann, „… in jeder Lebenssituation noch etwas Lebenswertes zu finden.“ Ganz klar ist, dass sie nach ihrem Tod auf der grünen Wiese – ohne Schild – verstreut werden will und die Trauernden dazu nicht in Schwarz sondern gern in roten Klamotten kommen sollen. Warum rot? Nun, Tatjana Meissner trägt auf der Bühne immer diese Signalfarbe. „Rot macht dich jünger.“ hat ihre Mutter mal gesagt und sie selbst ergänzt: „Rot macht auch gute Laune – das ist das Wichtige.“ Viel Spaß mit der 169. Episode von „Schwarz hören“ mit Tatjana Meissner.
24 Minuten
„Ewig jung“, das mittlerweile kultige Songdrama „voller bissigem Witz und mitreißenden Songs“, ist ein „Dauerbrenner“ am Renaissance-Theater in Berlin, wo der 1959 geborene Warns seit 2020 Intendant ist. „Das ist meine Art von Alterskarriere.“ sagt der 27 Jahre lang freiberuflich als Schauspieler agierende Guntbert Warns mit Augenzwinkern in dieser Podcast-Episode. Neben diversen Kino- und Fernsehrollen spielte Guntbert Warns häufig an Theatern in Deutschland und Europa, unter anderem am GRIPS Teater, Schillertheater und an der Komischen Oper in Berlin und an Theatern in Hamburg, Wien, Paris und Basel, nachdem der Pastorensohn seine Ausbildung als Schauspieler an der Hochschule für Musik und Theater Hannover erhalten hatte. 1990 gründete er zusammen mit Heinz Werner Kraehkamp das Berliner Kabarett „Die Bastarde“, das bis 1994 existierte. Als wir uns im Frühsommer 2026 im Renaissance-Theater treffen, reden wir übers Leben, das „zu kurz ist, um Kompromisse zu machen“, über Zufälle – wie er sagt – „so etwas wie Bestimmung“ und darüber, dass es „ein Leben vor dem Tod“ gibt. Auf die Frage: „Gibt es auch ein Leben nach dem Tod?“ antwortet Warns: „Ich weiß es nicht, lege mich da nicht fest. Aber: Ich finde jede Form von spiritueller oder mystischer Idee in Ordnung.“ Eine der Großmütter von Guntbert Warns hat ihr Leben selbstbestimmt beendet. „Das fand ich sehr beeindruckend.“ sagt er und erzählt dann von seinem Vater, der dement war. Das zu erleben, war für den dreifachen Familienvater schwierig und zuletzt „war es gut, mit meinem Vater als Toten noch etwas Zeit zu verbringen.“ Guntbert Warns selbst kann sich vorstellen, nach seinem Tod „… in einen Baum gehängt zu werden“, wie es indigene Völker machen. Aber ganz realistisch ergänzt er: „Bei meiner Beerdigung soll gefeiert werden. Mir gefällt, wenn Klaus Hoffmann singt: Ich will Gesang, will Spiel und Tanz. Will, dass man sich wie toll vergnügt … wenn man mich untern Rasen pflügt.“ In der aktuell anstehenden Premiere am Renaissance-Theater – am 9. Oktober 2026 – wird der Intendant Guntbert Warns im Stück „Von Fischen und Frauen“, für das er Regie führt, auch wieder im „eigenen“ Haus auf der Bühne stehen … Viel Spaß mit der 168. Episode von „Schwarz hören“ mit Guntbert Warns.
27 Minuten
„Lieber Fischkopp als Holzkopp.“ sagt der 1961 in Warnemünde geborene Text-Autor, Sänger, Schauspieler und Radio-Kollege Michael Niekammer. Er ist ein „wandelndes Lexikon“ in Sachen Schlager und so haben wir uns auch vor mehr als 20 Jahren kennengelernt. „Klatsch und Tratsch und goldene Hits“ hieß die Sendung auf Antenne Brandenburg beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). „Der Chef liebte so markante Stimmen, wie deine.“ betont Michael Niekammer in dieser Podcast-Episode und erzählt die Geschichte, wie schmerzlich es war, dass eine gewisse Petra Schwarz nun seine Sendung moderierte ... Auf Anraten seines Lebenspartners und Schlagersängers Ekkehard „Ekki“ Göpelt schmiss Micha aber doch nicht hin, woraus dann viel Neues entstanden ist: die Moderation von Veranstaltungen im Schlagerbereich z.B. – bis heute übrigens. Überhaupt hat der gelernte Fernmeldetechniker Michael Niekammer seinem Ekki („… kein Star, mit „Einstufung B“, was 168 DDR-Mark netto pro Auftritt bedeutete …“) viel zu verdanken. Als sich die Beiden kennenlernten, war Micha 17 und „… kurz davor, auf die schiefe Bahn zu geraten.“ Er zog zu Ekki nach Berlin und der war dann „… 37 Jahre lang der Mensch an meiner Seite. Mehr als 10 Jahre waren wir auch ein Liebespaar – bis ich merkte, dass ich nicht schwul bin.“ Also: erst Liebespaar, später Lebenspaar. So beschreibt Michael Niekammer auch sehr eindrücklich, wie Ekki darauf einwirkte, dass Micha seinen Sohn – der erst mit 18 erfahren hatte, wer sein Vater ist – „akzeptierte“ und heute zu ihm und seinen zwei Enkeln ein wunderbares Verhältnis hat. Als Ekki – der „Spiegeltrinker“ war und einen Entzug hinter sich hatte, bei dem Michael mitlitt – schwer erkrankte, pflegte Micha seinen Lebenspartner und begleitete ihn zuletzt auch in den Tod. Was er nicht wollte, war eine vorgefertigte, mit Fehlern behaftete, Trauerrede, wie er es als 13Jähriger bei seinem Vater erlebt hatte. An dem Tag vor nunmehr 10 Jahren, als er die Rede für Ekki hielt, hat Michael gemerkt, „… dass es etwas ganz Besonderes ist, durch eine Trauerrede die Menschen noch einmal mitzunehmen.“ Auch deshalb ist Michael Niekammer länger schon Trauerredner. Wir haben in dieser Episode, die wir im „Kaufmuseum Weißensee“ aufgezeichnet haben, wo am Wochenende 26. und 27. September 2026 zwei Schlagerveranstaltungen im Rahmen des „6. Weißenseer Kultursommer“ mit Michael Niekammer als Präsentator und Petra Schwarz als Gast stattfinden werden, über das Leben gesprochen. Aber natürlich auch – wie sich das für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod. Soviel vorab: Seine eigene Trauerrede ist schon fertig und musikalisch wird sich Michael Niekammer mit „Junge, komm bald wieder“ verabschieden … Viel Spaß mit der 167. Episode von „Schwarz hören“ mit Michael Niekammer.
27 Minuten
Der bekannte und hochdekorierte Fotograf wollte eigentlich Koch werden. Da sein Vater aber Fotografenmeister mit eigenem Laden war, wurde ihm das Fotografieren quasi „in die Wiege gelegt“. Nachdem es dann doch – trotz Fotografenlehre mit Gesellenbrief in der Tasche – nicht wie vom Vater geplant gelaufen war, kam der 1954 in Radebeul (Sachsen) geborene Harald Hauswald 1978 nach Ostberlin. Dort arbeitete er u.a. im Prenzlauer Berg als Telegrammbote und hatte stets eine Kamera dabei. Ab Anfang der 80er arbeitete Hauswald als Fotograf in der Stephanus-Stiftung Berlin, der größten diakonische Einrichtung in der DDR. „Zuerst hatte ich große Manschetten, Menschen mit Behinderung zu fotografieren; die aber gar kein Problem damit hatte, dass ihnen Jemand diesen ‚Kasten‘ vor die Nase hält. Sie ließen Nähe zu, was mir für meine Straßen-Knipserei sehr geholfen hat.“ In dem Zusammenhang nennt er sich selbst übrigens „Straßenköter“ . „Heute braucht man nur ein Handy und kann sich als Fotograf bezeichnen.“ beklagt der bedeutende kritische Chronist der DDR, der aufgrund seiner zu realitätsnahen Fotos von der DDR-Staatssicherheit unter dem Namen Radfahrer observiert wurde. Als einer der wenigen DDR-Fotografen veröffentlichte er anfangs anonym und ab Mitte der 80er Jahre unter seinem richtigen Namen auch Fotoreportagen in westlichen Magazinen wie GEO, ZEITmagazin oder der „taz“. 1989 wurde Harald Hauswald in den Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) aufgenommen und gründete 1990 mit sechs weiteren DDR-Fotografen die Agentur OSTKREUZ. Und mittlerweile kann er auf eine große Ausstellung beim renommierten Ausstellungshaus „C/O Berlin“ 2020/2022 mit 75.000 Besuchern verweisen. Gerade zurück von der „61. Internationalen Kunstbiennale in Venedig“ wird Harald Hauswald beim „6. Weißenseer Kultursommer“ vom 25. bis 27.9.2026 im Studio Weißensee „CulturLawine“ ausstellen und vorher – am 9. September 2026 – zeigt er bei der Veranstaltung „Der Osten lebt – immer noch!?“ – auch während des „6. Weißenseer Kultursommers“ im C*Space – seine Bilder, die er aus dem Fotografen-Graben Ende der 80er Jahre auf der Rennbahn in Weißensee „geknipst“ hat: Bruce Springsteen, Brian Adams und weitere Weltstars – ganz nah. Wie es sich für „Schwarz hören“ gehört, haben wir in dieser Podcast-Episode auch über den Tod gesprochen. „Die meisten Leute, die ich lange kenne, sind bis auf einen alten Freund, alle schon tot.“ Er selbst denkt schon über den Tod nach, aber … Hören Sie selbst … in dieser 166. Episode von „Schwarz hören“ mit Harald Hauswald.
28 Minuten
Seine Leidenschaft ist das „Theater am Rand“ im Oderbruch, das er als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Einem Millionenpublikum deutschlandweit bekannt aber ist er als Dr. Roland Heilmann, den er seit der ersten Folge der populären ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ im Jahr 1998 spielt. Auch deshalb, so sagt Thomas Rühmann, lebt er heute – abgesehen von seiner Theater-Arbeit – zurückgezogen. „Ich bin zufrieden, wenn nach einem harten Drehtag das Tor zuklappt.“ Es gilt aber eben auch: „Zufrieden erschöpft sein. Das ist das Schönste.“ Der 1955 in der Altmark (Sachsen-Anhalt) geborene und in Magdeburg aufgewachsene Schauspieler und Musiker, der nicht mit Heinz Rühmann verwandt ist, kommt aus einer Großfamilie. Er hat fünf Schwestern und einen Bruder. Die Kinder verloren ihre Mutter, als sie 36 war. So ist es kaum verwunderlich, dass wir im Gespräch sehr schnell auf das Thema Tod gekommen sind. Die Geschichte seines Vaters thematisiert Rühmann in seinem Solo-Abend: „Lebenslieder“, nicht ohne auch das Leben mit den „beiden Müttern“ zu reflektieren. Auf Anraten des Jugendamtes hatte sein Vater nämlich schnell wieder geheiratet, um die Familie zusammenzuhalten. „Da war nicht wirklich Zeit zum Trauern.“ Aus heutiger Sicht begann aber schon damals „so etwas wie Trauerarbeit“, die Thomas Rühmann immer wieder auch in seinen Inszenierungen leistet, wie er betont. Darüber – über sein Leben, aber eben auch sehr ausführlich über den Tod – hat Thomas Rühmann eindrücklich gesprochen, als ich ihn im Sommer 2026 im „Theater am Rand“ in Zollbrücke direkt an der Oder besucht habe. Was seinen eigenen Tod betrifft, sagt er: „Ich erwische mich manchmal dabei, dass ich in Situationen, die besonders glücklich sind, denke: Jetzt könnte es sein.“ Und er bekräftigt: „Die höchste Zufriedenheit in der Seele des Menschen besteht dann, wenn er sich die Ankunft des Todes einfach frei vorstellen kann.“ In seinem "Theater am Rand" spielt dieser aktuell am 23. August 2026 übrigens auch eine Rolle beim "Thementag Trauer und Tod". Dass nach dem Tod etwa kommt, glaubt er nicht. Deshalb wird er in seinem Leben bis zuletzt Theater machen. Derzeit arbeitet Thomas Rühmann intensiv an der Idee, im kommenden Jahr den Roman „Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner in seiner „Heimatstadt“ Magdeburg in Szene zu setzen. Viel Spaß mit dieser Episode von „Schwarz hören“ mit Thomas Rühmann.
26 Minuten
„Täter – Opfer – Polizei“ heißt „Der rbb Kriminalreport“, den der „Ehrenkommissar“ und „Krimifuchs“ Uwe Madel allsonntäglich präsentiert. Nach einer kurzen Zeit als Nachrichten-Mann – noch im DDR-Fernsehen – gings für den studierten Journalisten im Jahr 1992 als Moderator der beliebten TV-Sendung (damals im Ostdeutschen Rundfunk ORB) los. „Das ist keine True Crime-Unterhaltung“ betont er. „Wir wollen aufklären und nehmen das sehr ernst.“ Denn – so Madel – „… nach dem Mauerfall ist im Osten eine neue Verbrechensfurcht entstanden.“ Geplant war diese Karriere nicht wirklich, sagt der 1965 in Frankfurt/Oder geborene und aufgewachsene Uwe Madel, der aber früher schon gern Krimis gelesen und „Polizeiruf 110“ geschaut hat. Zeitgemäß stellt er heute – neben der Fernsehsendung – übrigens auch im Podcast „Im Visier“ Kriminalfälle aus den Ländern Berlin und Brandenburg vor. Das heißt: Das Thema Tod – neben dem Leben d a s Thema im Podcast „Schwarz hören“ – ist also auch beruflich sein Leben? Irgendwie schon, wenn auch nur 0,025 Prozent der Straftaten in der Region der „Kategorie“ Mord und Totschlag zuzurechnen sind. Hier in dieser Episode erzählt Uwe Madel sehr eindrücklich von einem verschwundenen Mädchen in Berlin, zu dessen Familie er noch lange Kontakt gehalten hat. Zwar wurde ein Mann als Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt, aber der Moderator unterstreicht: „Das wirkliche lebenslang, das haben die Angehörigen der Opfer.“ Für diese Podcast-Episode haben wir uns im Sommer 2026 in der Wohnung von Uwe Madel in Berlin-Weißensee getroffen und über sein Leben gesprochen; aber natürlich auch – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod. Mit Anfang 20 schon hat Uwe seine Mutter verloren, die damals gerademal Anfang 50 war. „Ich habe bis heute damit zu tun und bin mit meiner Mutter quasi im Dialog. Sehr gern hätte ich gehabt, dass sie meine Entwicklung miterlebt und ihre Enkelinnen kennenlernt.“ Sein Vater – zuletzt ein Pflegefall – ist vor drei Jahren gestorben. Uwe hat ihn begleitet und musste am Ende hart kämpfen, den letzten Willen seines Vaters durchzusetzen, sterben zu dürfen. „Er wollte nicht mehr leben, was aber die Patientenverfügung nicht abgedeckt hat.“ erklärt Uwe Madel und appelliert: „Überlegt genau, was ihr wo und wie festlegt.“ Eine Möglichkeit hierzulande ist das selbstbestimmte Sterben mit Hilfe der „Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben“. Dort hatte Uwe seinen Vater auch angemeldet hatte, aber …? Dazu mehr in dieser „Schwarz hören“-Episode. „Die Chance zu haben, selbst zu entscheiden, gehen zu wollen, ist ein Traum.“ resümiert Uwe. Aber vielleicht ist dann doch der Lebensmut noch größer? „Das wahrnehmen zu können, ist die große Kunst.“ Für sich will er eine Seebestattung, woraufhin Uwe Madel dann – wie er sich vorstellt – mit der Host Petra Schwarz „… unter Wasser tanzt“ … . Viel Spaß mit der 164. Episode von „Schwarz hören“ mit Uwe Madel.
23 Minuten
Sie ist – umgangssprachlich – „Knigge-Expertin“ und ganz offiziell „zertifizierte Trainerin für Business-Etikette“. Die studierte Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin kommt aus der Personal- und Führungskräfteentwicklung und räumt gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem verbreiteten Irrtum auf, dass der „Knigge“ ein „Benimm-Ratgeber“ ist. Vielmehr hat der deutsche Schriftsteller und Aufklärer Adolph Knigge 1788 eine eher soziologisch ausgerichtete Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ geschrieben. „Knigge ging es um die soziale Interaktion.“ betont Julia Rath und ergänzt, dass es auch heutzutage darum geht, wertschätzend(er) und rücksichtsvoll(er) miteinander umzugehen. „Die angeblich verstaubten Themen Manieren und Etikette sind wieder im Kommen.“ Und dafür sollte man seine Wirkung (besser) kennen – immer auch ein Schwerpunkt der Host Petra Schwarz, wenn sie Unternehmer und Führungskräfte in Sachen „Charisma“ coacht. Julia Rath hat zeitweise in Südkorea und Spanien gelebt und als Expertin also auch Erfahrungen im Ausland gesammelt. Hierzulande, so gibt sie es als Coach weiter, sollten wir lernen, mit anderen Kulturen und Mentalitäten angemessen (nicht: richtig oder falsch!) umzugehen. Am besten „situationselastisch“ - geht es im Miteinander doch immer um die vier Aspekte: Adressat, Anlass, Kontext und die eigene Rolle. Julia Rath, die mit ihrer Familie in Stuttgart lebt, ist Mitte 40 und hat tatsächlich bereits jetzt mit dem Tod zu tun. Inwiefern? Das erklärt sie in dieser Podcast-Episode und kann sich die „Rede meines Lebens“ – mit einem gewissen Fokus – vorstellen. Hier nur soviel: „Ich finde das eine ganz tolle Übung, um sich darüber Klarheit zu verschaffen, was man will, solange man lebt.“ Smalltalk, Jugendsprache und Duzen oder Siezen sind weitere „heiße Eisen“, die die beiden Kommunikationsexpertinnen in dieser Episode von „Schwarz hören“ besprechen. Viel Spaß beim Hören.
26 Minuten
Tatsächlich wird sein Name so außergewöhnlich geschrieben, was mit Alexander g. Schäfers Verehrung für Bertolt Brecht und seiner Affinität zum Theater zu tun hat. Und diese wiederum ist auch von seinem Vater, dem Schauspieler Gerd E. Schäfer, und seinem „Lehrer“, dem genialen Opernregisseur Prof. Erhard Fischer (Staatsoper Unter den Linden) geprägt. Alexander g. Schäfer wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und wuchs dort auch auf. Erste Theaterengagements als Bühnendarsteller hatte Schäfer am Hebbel-Theater Berlin, an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und an der Comödie Dresden. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands ist Schäfer als freischaffender Künstler tätig. Als Schauspieler agiert er in Filmen, Fernsehserien, in Kabarett-Theatern und als Regisseur inszeniert er Theaterstücke, Musicals, Varieté-Shows sowie Kabarett-Programme. Darüber hinaus ist er als Drehbuchautor tätig. Persönlich kennengelernt habe ich Alexander g. Schäfer im Sommer 2025 als „Maxe Baumann“ (Hauptrolle und Regisseur) in der Bühnen-Version des „Kult-Schwanks des DDR-Fernsehens“ in der Spargelstadt Beelitz. Auf Teil 1 „Ferien ohne Ende“ u.a. mit Dagmar Gelbke und Bürger Lars Dietrich folgt im Sommer 2026 Teil 2 „Keine Ferien für Max“ (Premiere: 23.7.2026). Die Kostüme für beide Teile hat übrigens sein 6 Jahre jüngerer Bruder, der Kult-Friseur Frank Schäfer, kreiert – über den wir in dieser Podcast-Episode auch sprechen. Ich habe Alexander g. Schäfer in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg besucht und wir haben über sein Leben gesprochen; u.a. darüber, wie es war, als Schäfer als Kabarettist für die Bundeswehr in Afghanistan auftrat. Und – wie es ich für „Schwarz hören“ gehört – geht es auch um den Tod. „Wir leben alle nicht ewig. Plötzlich und unerwartet kommt der Tod ab einem gewissen Alter nicht.“ betont Alexander und erzählt von seinem Vater, Gerd E. Schäfer, der Alzheimer hatte und 2001 verstarb. Seine Mutter ist im März 2025 mit 91 Jahren gestorben und bei beiden gab es keine Trauerfeier. Warum nicht? Das erklärt er im Gespräch und auch, dass die „Rede meines Lebens“ für ihn nicht relevant ist. Ganz klar ist ihm: „Wenn es los geht, ist Sense.“ Viel Spaß mit der 162. Episode von „Schwarz hören“ mit Alexander g. Schäfer.
39 Minuten
Zwei Radio-Journalisten sitzen zusammen, kommen sofort ins Fachsimpeln und wenn der eine der Beiden der Medien-Journalist Jörg Wagner (radioeins-Medienmagazin bis Ende 2025 - Foto: Abschied in der Dach-Lounge des rbb) ist, dann gibt es gleich mal einen kurzweiligen Abriss der Rundfunkgeschichte nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Berlin … Erstmals begegnet sind wir uns im DDR-Rundfunk: Ich war ab September 1981 festangestellt beim „Berliner Rundfunk“, einer der damaligen Wellen des DDR-Rundfunks, und später bei Jugendradio DT64 und Jörg Wagner fing im selben Jahr in der „Musikpolitik“ der Redaktion von DT64 als freier Mitarbeiter an. Dort war er dann – mit einer Unterbrechung für die Zeit seines Studiums der Theaterwissenschaften – bis zum Ende des Jugendradios tätig. Als Mit-Herausgeber von: „Power von der Eastside! Jugendradio DT64: Massenmedium und Massenbewegung“ (Ventil Verlag 2024) zeichnet er diese faszinierende Radio-Geschichte, die er im Buch auch als “Phänomen“ bezeichnet, nach. Jörg Wagner bekam das „Radio-Gen“ quasi in die Wiege gelegt und betont: „Meine Eltern waren schon Radioten, als ich zur Welt kam. Und ich glaube, ich wurde von der ersten Sekunde meines Lebens an infiziert.“ Außerdem hat er schon als 6jähriges Kind mit Foto-Equipment hantiert, was er heute fachmännisch für seine professionellen Youtube-Videos „Die Medienhölle“ einsetzt. Was ihn außerdem in Vielem – bis heute – geprägt hat, ist seine Arbeit für das Hörspiel. Ab einem Alter von 10 war er hier bereits aktiv. „Das hat mich wahrscheinlich mehr geprägt, als mein Studium.“ sagt er. Und da war dann noch das Theaterspielen. Jörg hat sich als Schüler – da er in einer Inszenierung von Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ am Berliner Ensemble mitspielte – schon mit seiner eigenen Beerdigung beschäftigt. Wie ihn überhaupt das Thema Tod schon seit seinem 3. Lebensjahr begleitet: “Damals hatte ich meinen ersten anthropologischen Schock, würden Wissenschaftler sagen.“ Was das genau war, an dieser Stelle nur so viel: Eine Kreuzspinne war „im Spiel“ … Über Jahre hatte Wagner tatsächlich Todesängste. „Ohne wirkliche Gründe hatte ich eine Phobie vorm Sterben.“ Mittlerweile ist er durch eine Therapie von dieser Angststörung befreit und resümiert: „Meine Todesangst hat sich in Sarkasmus bzw. Zynismus gewandelt.“ Vor dem Hintergrund der nunmehr „… Enttäuschung, dass das Leben endlich ist, beschäftigt mich der Tod täglich.“ betont Jörg Wagner. Befragt nach der „Rede meines Lebens“, bekräftigt er sofort: „Die eigene Grabesrede zu halten, ist meine Idee schon immer.“ Wie der DT64-Gründer Sigmar Krause hält er es für wichtig, dass man „die Deutungshoheit über sein Leben behält.“ Und er fügt hinzu: “Ich bin Pessimist. Vom Standpunkt des Todes aus betrachtet, ist es egal, wie lange man lebt. Hier kommt die Episode 161 von „Schwarz hören“ mit Jörg Wagner.
26 Minuten
Irgendwie scheint er immer „Auf Sendung!“ (Autobiografie im Bild und Heimat Verlag) zu sein – der 1954 in Berlin geborene gelernte Nachrichtentechniker. Als solcher war er aber nie tätig, da sich schnell herausstellte, dass er beim Fernsehen nicht in der Technik, sondern vor der Kamera brillieren wollte. Mit der TV-Show „Bong“, einer „Hitparade der Popmusik“, durch die auch die heutige „Bauer sucht Frau“-Moderatorin Inka Bause als Sängerin bekannt wurde, erlangte er in der ersten Hälfte der 80er Jahre höchste Popularität. Schon in seiner Schulzeit hatte er – wie man heute sagt – aufgelegt und war später, wie das zu DDR-Zeiten hieß, „Schallplattenunterhalter“ mit „Pappe“. Was es damit auf sich hat, wird im Podcast erklärt, zumal es wieder eine ganz persönliche Geschichte zwischen dem Gast und der Host gibt. Soviel hier schon: Jürgen Karney saß in der Einstufungskommission, die darüber entschieden hat, ob die „Schwarz hören“-Gastgeberin eine „Pappe“ als Moderatorin bekommt … Jürgen Karney hat in den 80er Jahren – so wie Petra Schwarz auch – beim Berliner Rundfunk, einer der Radio-Wellen der DDR gearbeitet und betont: „Schon lange vorher, als Kind, hatte ich ein Faible fürs Radio.“ Die „wahre Geschichte“, wie der frühere DDR-Sender nach Mauerfall durch Karneys Aktivität zum Privatsender „Berliner Rundfunk 91.4“ wurde, wo er jahrelang die Morning-Show moderierte und Programmdirektor war, erzählt er in dieser Podcast-Folge. „Ich musste lernen, zu delegieren und die Fresse zu halten, wenn Andere Recht hatten.“ Seine bisher letzte Radio-Station war „R.SA“ in Sachsen, wo er – zusammen mit Wolfgang Lippert – auch in Corona-Zeiten Radio machte. Anfang 2026 haben wir uns in Berlin-Köpenick – in einem Haus, wo regelmäßig DDR-Rocker zusammenkommen – getroffen und passend zum „Thema“ Schallplattenunterhalter“ stehen wir für das Foto an einer Schallplatten-Bar . Natürlich haben wir übers Leben von Jürgen Karney gesprochen. Länger schon macht Jürgen alles, worauf er gerade Lust hat. Und da er immer aufs Wasser wollte, macht er das jetzt so oft es geht. Seit ungefähr 15 Jahren ist Karney Skipper, segelt um die Welt und bringt es anderen bei. Wie es sich für „Schwarz hören“ gehört, war aber natürlich auch der Tod Thema des Gesprächs. Karney sagt: „Ich weiß, dass er kommt und deswegen macht mich das nicht fertig.“ Und ergänzt: „Mein Bestreben ist es, die Zeit davor, so gesund und so stressfrei wie möglich zu gestalten. Und da hat man viel selber in der Hand.“ Selbstbestimmtes Sterben kann er sich vorstellen, wenn es im eigenen Leben absehbar schlimmer wird. Aber – so Karney: “Ich schiebe den Gedanken natürlich vor mir her.“ Passend zum Thema „Klassentreffen der Ostmusik“, das wir in der letzten Episode von „Schwarz hören“ mit Tobias Künzel beleuchtet haben, nun u.a. das Thema „Radio im Osten“ und also viel Spaß mit der Episode 160 von „Schwarz hören“ mit Jürgen Karney.
34 Minuten
„Die Prinzen“ sowie – zuvor und jetzt wieder – „Amor & Die Kids“: Das sind d i e beruflichen Stationen des studierten Sängers und Schlagzeugers, der außerdem in anderen Bands – u.a. bei „Final Stap“ mit dem Frontmann Mike Kilian – hinten sitzt und es genießt, wenn Andere vorn singen. Als Sohn eines Swing- Klarinettisten und Bandleaders, der auch Dozent an den Musikhochschulen Leipzig und Weimar in der Abteilung „Tanz- und Unterhaltungsmusik“ war, hat Tobias Künzel das Singen im weltberühmten Thomanerchor Leipzig gelernt – im stündlich durchgetakteten Internatsleben eines Chorknaben mit gerademal einer Stunde Freizeit pro Tag Aber: „Ich hatte ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ von Erich Kästner gelesen und wollte unbedingt auch sowas.“ Nach seiner Thomaner-Zeit war Tobias bei der Armee im Singeklub „Thomas Müntzer“ und resümiert: „Die Armeezeit sind 18 gestohlene Monate, die man eigentlich nicht braucht.“ Aber schon damals hat er sich privilegiert gefühlt und sagt im Podcast: „Ich führe ein Leben, das von Privilegien gepflastert ist: Thomaner, Singeklub, Amor & Die Kids und Die Prinzen. Heute versuche ich, damit demütig umzugehen. In den 90er Jahren – mit dem Erfolg der Prinzen – hatte ich durchaus eine gewisse Arroganz …“. Tobias Künzel, 1964 in Leipzig geboren, hat – bis zum Brexit – auch 15 Jahre lang in London gelebt. Wie es dazu kam, erzählt er in dieser Podcast-Episode. Hier nur so viel: Es hatte zunächst mit einem Stipendium für eine seiner beiden Töchter zu tun … Er hat – zusammen mit anderen Komponisten und Textautoren – mehrere Musicals geschrieben, von denen drei in Großbritannien aufgeführt wurden und z.T. bereits ins Deutsche übersetzt sind. Das Musical „Copperfield“ wird im November 2027 im Theater Stralsund aufgeführt. Und zuletzt machte er in Halle Furore mit seinem 6. Musical „Tod auf dem Thron – Das Klosical“, das er zusammen mit Mark Underwood geschrieben hat. Übrigens: Die Idee zum kuriosen Titel kam Künzel tatsächlich auf der Toilette. Tobias Künzel produziert außerdem in seinem Tonstudio Nachwuchsbands und Musik für Fernsehen und Theater. Er betont: „Alles, was ich mache, macht mir großen Spaß.“ Auch die Re-Union der 1985 gegründeten Band Amor & die Kids, die am 20. Juni 2026 im Hangar 312 in Neuruppin beim „2. Klassentreffen der Ostmusik … mit Westbesuch“ auftreten wird. Dort haben wir uns Anfang Mai 2026 in einer Jurte auf dem Gelände auch zum Gespräch getroffen. Wir haben über das Leben des – so KI – „einflussreichen deutschen Popsängers, Schlagzeugers und Komponisten Tobias Künzel“ gesprochen und – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod. Vor drei Jahren sind seine Eltern im Abstand von drei Wochen mit Anfang 90 gestorben. Eineinhalb Jahre später verstarb unerwartet sein 12 Jahre älterer Bruder Lutz – auch Musiker, mit dem er mehr als 10 Jahre zusammen in der Londoner Band „Ruff As Stone“ mit Sänger Austin Howard gespielt hat. „Er fehlt mir jeden Tag.“ Was seinen eigenen Tod betrifft, so hofft er, irgendwann s o müde zu sein, „ … dass ich mir nur noch wünsche, einzuschlafen.“ Und: „Wenn man abtritt, ist es eigentlich nur für alle anderen schwer.“ Selbstbestimmtes Sterben kann sich Tobias Künzel vorstellen: „Ja, hundertprozentig. Denn ich will Niemanden zur Last fallen und meinen Kindern keine schlechten Erinnerungen an mich verschaffen.“ Zu guter Letzt noch zur Frage, was es mit „Fräulein Grau“ auf sich hat, hier vorab nur so viel: Es hat mit der LP „No More Bockwurst“ von Amor & Die Kids zu tun … Viel Spaß mit diesem launigen „Schwarz hören“-Gespräch mit Tobias Künzel.
22 Minuten
„Ich habe in der Liedermacherei meine beiden kreativen Interessen zusammengeführt: Geschichten schreiben und Musik machen.“ sagt der 1971 in Hagen geborene und seit 2001 in Berlin lebende Holger Saarmann. Stilistisch ist der sich vornehmlich selbst auf der Konzertgitarre begleitende Musiker zu verorten in der Nachbarschaft von Gerhard Schöne, Angelo Branduardi und Christof Stählin, um dessen Nachlass er sich im Rahmen der Christof-Stählin-Gesellschaft, die er 2017 mitbegründet hat, intensiv kümmert. Saarmann ist studierter Musik- und Deutsch-Lehrer, hat allerdings nie wirklich als solcher an einer Regelschule gearbeitet. Pädagogisch ist er aber lange am „Klingenden Museum“ in Berlin tätig. Schaffenskrisen oder Schreibblockaden kennt er nicht und hält es da mit seinem Liedermacher-Kollegen Martin Miersch: „Ich schreib‘ was, wenn mir was einfällt.“ Nachdem Holger Saarmann im Juni 2025 zu Gast in meiner Radio-Sendung „Beste Lieder“ war, habe ich ihn nun im April 2026 in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg besucht. Hier bereitet er gerade intensiv seinen Auftritt bei der Veranstaltung „Zum Geburtstag von Burt Bacharach“ am 12. Mai 2026 um 20 Uhr im C*Space in Berlin-Weißensee (Langhansstraße 86) vor und gibt in dieser Podcast-Episode auch musikalische Kostproben davon. Zusammen mit Andreas Albrecht, mit dem er von 2014 bis 2024 im Berliner Zebrano-Theater die monatliche Kleinkunstreihe „Geschmacksverstärker“ gestaltete, gratuliert er mit Liedern (beispielsweise dem Bacharach-Hit „Raindrops keep falling on my head“) Geschichten und Raritäten. Wie es sich für „Schwarz hören“ gehört, haben wir bei unserem Treffen natürlich auch über den Tod gesprochen. Holger erzählt davon, wie es war, nachdem 2014 seine Mutter gestorben war und er anlässlich dessen in seinem Song „Gestern ist auch noch ein Tag“ dieses Ereignis verarbeitet hat. „Der Tod ist ein ewiges Mysterium.“ betont Holger Saarmann und kann sich durchaus vorstellen, dass danach noch etwas kommt. „Vielleicht spielen Distanzen und Zeit dann im Universum keine Rolle mehr.“ Er finde es „… inspirierend, sich vorzustellen, dass es in irgendeiner Form weitergeht. Wenn ich als Mensch wiedergeboren werde, dann möchte ich die Frauenseite kennenlernen.“ Seine eigene „Rede meines Lebens“ zu schreiben ist für ihn gut vorstellbar. Viel Spaß beim Hören der 158. Episode von „Schwarz hören“ mit Holger Saarmann.
23 Minuten
„Ins Gras“ heißt sein 5. Album und gleich kam die Assoziation: beißen? Was dann für mich der Anlass war, den – wie WIKIPEDIA schreibt – „… Gitarrenpop-Musiker, Unterhaltungskünstler und Musikproduzent“ in meinen Podcast „Schwarz hören – Gespräch über Leben und Tod“ zu holen; zumal er gerade mit großen Chancen für den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ nominiert ist … „Jeder beißt einmal ins Gras.“ singt Sven van Thom im Titelsong und ergänzt – gleich zu Beginn unseres Gesprächs – „Auch Trump.“ Womit wir bei einem der beiden großen Themen von „Schwarz hören“ sind: dem Tod. Ganz persönlich hatte der – 1977 in Bernau bei Berlin geborene und heute in Hessen lebende – Sven van Thom bisher nur mit dem Tod seiner Großeltern Berührung. Weiß aber: „Nach dem Tod kommt nichts. Und das ist auch gut so, denn nur wegen der Endlichkeit kann man bestimmte Dinge ja so genießen.“ Was die Musik betrifft, ging es – wie er sagt – „so halbwegs voran“, als Sven van Thom (damals noch: Sven Rathke) mit 15 die Gitarre in die Hand nahm, der heute – für seine Musikproduktionen und auf Bühnen – so ziemlich alle Instrumente selbst spielt. Bekannt wurde er seit 1998 als Sänger und Gitarrist von Sofaplanet und Beatplanet – nicht zuletzt, weil „Die Ärzte“ sie als „Support“ buchten, wie Sven in der Sendung „Beste Lieder“ am Freitag, 24. April 2026 um 14 Uhr auf ALEX Berlin und radio.rockradio.de (Wiederholung am 27. April 2026 um 12 Uhr auf radio.rockradio.de) erzählen wird. Aus dem Radio (radioeins vom Rundfunk Berlin-Brandenburg) kennt man ihn im Duo mit Martin „Gotti“ Gottschild und den regelmäßigen sogenannten Actionlesungen “Tiere streicheln Menschen“, wofür Sven eigens Lieder kreierte und was die Beiden seit Jahren auch live auf Bühnen performen. Dafür verpackt er aktuelles Politik-Geschehen in lustige Lieder. „Das fällt mir aber in den letzten Jahren zunehmend schwerer.“ betont er. Denn: „Das, was ich mache, soll nicht krass nach politischem Kabarett klingen.“ Aber: „Wenn irgendwo eine Pointe rumliegt, bemühe ich mich schon, sie aufzuheben.“ Seit 2017 schreibt und produziert Sven vermehrt Popmusik für Kinder; u.a. veröffentlicht auf “Unter meinem Bett“, einer Albumserie mit selbst geschriebenen Kinderliedern von deutschsprachigen Liedermachern und Bands. Ich habe Sven van Thom im Frühjahr 2026 in Berlin-Mitte getroffen und wir haben über sein Leben und – wie es sich für diesen Podcast gehört – über den Tod gesprochen. Auch über selbstbestimmtes Sterben. Er differenziert und fragt: „Was ist mit Menschen mit Behinderungen, die nicht selbstbestimmt leben können? Da schwingt doch irgendwie immer die Frage mit: Bist du es wert, zu leben?“ Das ist nicht die Herangehensweise der Gastgeberin, aber ein interessanter Diskussionspunkt … „Es klatscht gleich“ wird das neue Bühnen-Programm, das für 2027 geplant ist, heißen. Zuvor aber ist er mit derzeit Aktuellem unterwegs: beispielsweise am 18. September im Frannz-Klub in Berlin. Viel Spaß mit der 157. Episode von „Schwarz hören“ mit Sven van Thom.
28 Minuten
Von der „Alterserscheinung“, sich immerfort „klugscheißernd einzumischen“ hält er nichts. Aber irgendwie mischt sich Wolfgang Thierse fast sein ganzes Leben lang ein: bis hin zum höchsten Amt des 1943 in Breslau geborenen und in Thüringen aufgewachsenen SPD-Politikers als Präsident des Deutschen Bundestages von 1998 bis 2005. Bis heute gilt Thierse als eine der – wenn nicht d i e – prägende(n) Stimme(n) Ostdeutschlands in der Bundespolitik. „Mir fiel die Rolle des ostdeutschen Mundwerks zu, als ich mich ins Parlament habe wählen lassen.“; er war so etwas, wie ein „gesamtdeutscher Ossi, dem man im Westen zuhörte.“ Von Hause aus ist er – wie die „Schwarz hören“-Gastgeberin – studierter Kulturwissenschaftler, woran er „… durchaus zwiespältige Erinnerungen“ hat. Denn: Obwohl das Individuum im Fokus stand, „… war es trotzdem ein Studium in der Enge der DDR und der marxistischen Ideologie.“ betont er. Und ergänzt: „Das System ist gescheitert. Aber: Die Biografien, die dort gelebt wurden, sind nicht alle gescheitert.“ Das Ganze will er als Umkehr der Sentenz von Theodor W. Adorno: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen (System).“ verstanden wissen. „Ich bestehe darauf, dass es in diesem System viel Anstand, viel Intelligenz, viel Witz gegeben hat.“ Gut, wenn es Ostdeutsche geschafft haben, den „Minderwertigkeitsrucksack“ – auch immer erzeugt durch den Blick nach Westen – abzustreifen. Gering ausgeprägtes Selbstbewusstsein wird durch Autoren wie Dirk Oschmann bestärkt, sagt er. Was die „Schwarz hören“-Gastgeberin anders sieht, wie im „Schwarz hören“ mit Dirk Oschmann zu hören ist … Ich habe mich mit Wolfgang Thierse Mitte März 2026 – kurz nach der für seine Partei desaströsen (5,5%) Landtagswahl in Baden-Württemberg (und der wenig später folgenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz mit dem Verlust nach 35 Jahren sozialdemokratischer Ministerpräsidentschaft) – in seinem Bundestagsbüro getroffen. Natürlich haben wir im Zusammenhang mit seinem Leben über die Situation in unserem Land gesprochen. „Wir leben in Zeiten eines dramatischen Wandels mit einer Gleichzeitigkeit globaler Krisen und Kriege. Solche Zeiten von Verängstigungen sind Zeiten der Populisten.“ Die Menschen sind „veränderungserschöpft.“, womit sich Thierse auf den Soziologen Steffen Mau bezieht. Berlin ist einer der Diskussionspunkte in dieser Episode: „Ich bin nun seit 62 Jahren Berliner.“ betont Wolfgang Thierse und: „Berliner wird man schnell, ohne sich die Stadt wirklich anzueignen.“ Das sei auch das Problem, denn: „Berlin ist ein Ort des Kommens und Gehens – also: eine Stadt kollektiver Verantwortungslosigkeit.“ Dort, wo er seit Jahrzehnten wohnt, hat fast ein vollständiger Bevölkerungsaustausch stattgefunden. „Zu meiner Frau habe ich in den letzten Jahren immer gesagt: Wir verderben den Altersdurchschnitt. Wir müssen allmählich unter Arten- oder Denkmalschutz gestellt werden – als die letzten Indigenen vom Prenzlauer Berg Süd.“ Was das weitere große Thema von „Schwarz hören“ betrifft, so hat Wolfgang Thierse aktuell – nach 53 Jahren Ehe – den Tod seiner Frau Ende 2025 zu verarbeiten. Er zitiert Mascha Kaléko mit dem wichtigen Satz: „Bedenkt: den eigenen Tod, den stirbt man nur. Doch mit dem Tod der andern muss man leben.“ Auch insofern kontert er vor dem Hintergrund selbstbestimmten Sterbens heftig den Terminus „Selbstbestimmung“, v.a. wenn er in Richtung einer „… falschen Selbstbestimmungsideologie“ geht. „Regisseur des eigenen Lebens zu sein ist ein sehr plastisches Bild. Und: ein verräterisches zugleich.“ Inwiefern? Das erklärt er in dieser „Schwarz hören“-Episode. Viele Erkenntnisse also mit diesem durchaus philosophischen Gespräch in der Episode 156 von „Schwarz hören“ mit Wolfgang Thierse.
26 Minuten
„Berlin, Berliner, am Berlinsten“ steht für den Komponisten, Arrangeur und Dirigenten Bernd Wefelmeyer. Es ist auch ein satirisches Theaterstück im „Stadttheater Köpenick“ (seinem Heimatbezirk) mit Musik von ihm (und Texten von Peter Ensikat) und in seiner Regie. „Ich wollte immer Musik machen. Aber als Pianist war ich nicht gut genug und als Komponist hatte ich noch keine Erfahrungen. Etwas Technisches sollte auch dabei sein und so kam mir der Tonmeister-Studiengang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin gerade recht.“ beschreibt Wefelmeyer seine Anfänge in den 60er Jahren, in denen er außerdem ein Kompositionsstudium abgeschlossen hat. Beruflich startete er dann als Tonregisseur im Rundfunk der DDR mit Big Band-Musik und mit dem großen Rundfunk-Orchester. 1990/91 hat er dann das „Deutsche Filmorchester Babelsberg“ mitbegründet, dessen Chefdirigent er bis 1996 war. Der – heute 86Jährige – Berliner ist in der Musik-Szene (Ost-) Deutschlands „Crossover“ aktiv. Aktuell gibt es „Gundermann Classic“ am heutigen Samstag in Cottbus, am 21.Juni 2026 im Kulturpalast Dresden sowie am 26. Oktober 2026 im Gewandhaus Leipzig. Die Texte des bereits 1998 verstorbenen Baggerführers und Liedermachers Gerhard „Gundi“ Gundermann, den er erst durch den Film von Andreas Dresen kennengelernt hat, haben für Wefelmeyer eine „Brechtsche Nähe“ und eine „Musik, die raffiniert ist durch ihre Einfachheit“. Das hat den Komponisten Wefelmeyer gereizt, nachdem er bereits „Queen Classic“ gemacht und „Pink Floyd Classic“ für 2027 in Planung hat. Bernd Wefelmeyer hat mehr als 300 Theater-, Fernseh- und Filmmusiken (u.a. „Polizeiruf 110“, „Der kleine Eisbär“, „Das Adlon“, „Donna Leon“) komponiert und betont: „Wenn man Filmmusiken macht, muss man in allen Genres firm sein.“ Geprägt haben ihn seine musikalischen Anfänge am Klavier bei den „Jazz Optimisten“ mit Manfred Krug und irgendwie ist es nur zu logisch, dass er nun – siehe Podcast-Foto – als Hörer bei „Ella Radio“ gelandet ist, das die Gastgeberin von „Schwarz hören“ wochentäglich (14-18 Uhr) moderiert. Anlässlich der „Rede meines Lebens“ habe ich Bernd Wefelmeyer im März 2026 in seinem Haus in Berlin-Köpenick im Südosten Berlins besucht und wir haben über sein vielfältiges Leben gesprochen. Auch über KI, die – so sagt Wefelmeyer – „… vernünftige Sachen machen können wird. Aber: Die Idee muss vorher vom Komponisten da sein, denn die KI lernt von dem Vorhandenen.“ Und natürlich war auch der Tod, „… der die die einzige Gewissheit ist, die wir in unserem Leben haben.“ Thema unseres angeregten Gesprächs. „Die Frage ist bloß, wie er kommt.“ Auf meine darauffolgende Frage, ob er sich einen selbstbestimmten Tod vorstellen kann, antwortet Wefelmeyer ohne Umschweife: „Ja.“ und beklagt die bisher existierende „Bevormundung durch den Staat“, wenn Suizid als „Selbstmord“ verstanden wird. „Mit einem Opiat glücklich und beseelt in den Tod gehen – das ist für mich die Ideal-Vorstellung.“ Für „danach“ hat er längst vorgesorgt: Die Grabstelle auf dem Friedhof in Berlin-Köpenick, wo er lebt, ist gekauft und dort liegen auch schon seine Mutter und ein Großvater. Wie der große Schauspieler Hilmar Thate, für den er die Abschiedsmusik gestaltet hat, will er keine Trauerrede. Über die Idee einer eigenen Abschiedsrede, will er nachdenken. „Das wäre eine Möglichkeit.“ Und: Musikalisch wird es wohl ein Stück aus dem „Messias“ von Händel geben … Viel Spaß mit der Episode 155 von „Schwarz hören“ mit Bernd Wefelmeyer.