Podcaster
Episoden
28.02.2026
32 Minuten
Am 29. Februar 2026 feiert er seinen 90. Geburtstag. Geht gar
nicht, denn in diesem Jahr gibt es keinen 29. Februar. Und dieser
„Kuddelmuddel“ – um für den gebürtigen Berliner einen typischen
Berliner Begriff herzunehmen – ging genau genommen schon vor seiner
Geburt los: Denn seine Mutter wollte eigentlich ein Sonntagskind
und dann wäre er am 1. März 1936 geboren worden. Aber, so Dietrich
Mühlberg: „Mein Vater hat sich durchgesetzt.“ Inwiefern sein
außergewöhnliches Geburtsdatum dann also der 29. Februar wurde,
erklärt er in dieser Episode von „Schwarz hören“. Und noch etwas
macht diese „Schwarz hören“-Episode außergewöhnlich: Zum ersten Mal
habe ich mit Dietrich Mühlber einen Gesprächspartner, der schon vor
vielen Jahren während eines wochenlangen Komas „totgesagt“ war.
Schon auf dem Weg ins Krankenhaus, so Dietrich: „… dachte man: Das
wars.“ Dietrich Peter Otto Mühlberg hat Philosophie, Germanistik
und Kunstgeschichte studiert, danach das Fach Kulturwissenschaften
in der DDR an der Humboldt-Universität mitbegründet und hatte seit
1974 eine Professur für Kulturgeschichte inne. Für mich
unvergesslich hat er über die „Kulturgeschichte des Bieres“
geforscht, was viel über seine Art Forschungen sagt: „Es geht um
die Lebenswirklichkeit der Leute“ betont Dietrich. Ich habe von
1976 bis 1981 bei ihm studiert und wir haben uns in all den
Jahrzehnte nie aus den Augen verloren. Kurz vor seinem 90.
Geburtstag habe ich Prof. Dr. Dietrich Mühlberg in seiner Wohnung
in Berlin-Mitte besucht und wir haben – wie es sich für „Schwarz
hören“ gehört – übers Leben und über den Tod gesprochen. Was einen
selbstbestimmten Tod betrifft, ist Dietrich ganz klar: „Ich bin
dafür.“, relativiert aber schnell: „Vielleicht will ich ja dann
doch noch nicht gehen. Ich will mich da nicht festlegen.“ Das hat
auch damit zu tun, dass er noch so viel zu tun hat. Alles, was er
geschrieben hat, will er zum einen fürs Archiv, zum anderen aber
auch für seine große Familie ordnen. Große Unterstützung – auch
generell im körperlich doch beschwerlicher werdenden Leben – hat er
in seiner dritten Frau Annette Mühlberg. Zusammengezählt haben sie
5 Kinder, 13 Enkel und 17 Urenkel. Insofern ist es wohl nicht
verwunderlich, dass wir zu guter Letzt bei der sexuellen Aufklärung
landen . Dietrich erinnert sich an das Buch „Bub und Mädel“ aus den
frühen 30er Jahren und wie er angesichts dessen als 12jähriger mit
seinem Freund über Verhütungsmethoden diskutiert hat. Und auch
daran, dass er „… um so’n Überzieher zu besorgen, zum Bahnhof
Baumschulenweg musste.“ Klar: Es geht ihm – wie bekannt – um die
Lebenswirklichkeit der Leute … . Viel Spaß mit der 152. Episode von
„Schwarz hören“ mit Prof. Dr. Dietrich Mühlberg – verbunden mit den
besten Wünschen zum 90. Geburtstag!
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21.02.2026
32 Minuten
„Vizekönig“ im „Dschungelcamp“ (RTL) 2025 und im selben Jahr „Den
Rest habe ich verdrängt – Unordentliche Erinnerungen“ (Querverlag)
– das sind zwei „Anlässe“ für ihn, immer wieder – wie auch in
dieser Episode von „Schwarz hören“ – zu betonen: „Ich bin Ossi und
schwarz.“ Einer großen Öffentlichkeit bekannt ist er aber schon,
seitdem er 1997 in der ZDF-Fernsehserie „Der Alte“ für 18 Jahre die
Hauptrolle des Kommissars Axel Richter übernommen hatte, bevor er –
wie er hier erzählt – auf menschenunwürdige Art und Weise
„rausgeschmissen“ wurde. Er beklagt, dass Schwarze in der
Medien-Öffentlichkeit nicht vorkommen. „Ich wäre immer gern mal
Traumschiff-Kapitän gewesen. Aber: Alles weiße Schauspieler dort in
weißen Klamotten … und wenn ein Schwarzer vorkommt, dann hält er
einem Passagier beim Landgang die Taxi-Tür auf.“ Pierre
Sanoussi-Bliss ist mehr als ein Fernsehgesicht: Er ist Regisseur,
Kinderbuchautor („Der Nix“), Hörbuchsprecher (aktuell: „Berliner
Sehnsucht“ von Johannes Albendorf, erschienen im Querverlag),
Aktivist und Teil der #actout-Kampagne für mehr Diversität in Kunst
und Medien. 1962 in Ost-Berlin als Sohn eines westafrikanischen
Vaters und einer deutschen Mutter geboren, muss er sich früh mit
Fragen nach Zugehörigkeit, Sichtbarkeit und Identität
auseinandersetzen. Nach einer Ausbildung zum Koch studierte Pierre
an der Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin und spielte
zunächst Theater an renommierten Bühnen. Er war am Staatsschauspiel
Dresden (1987-1990) engagiert und schnell kamen erste Film- und
Fernsehrollen. 1994 hatte er in der preisgekrönten Filmkomödie
„Keiner liebt mich“ von Doris Dörrie (1994) eine der Hauptrollen.
Und bald macht er selbst Filme: 2016 veröffentlichte Sanoussi-Bliss
seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm „Weiber! – Schwestern
teilen. Alles.“, bei dem er für die Produktion, das Drehbuch und
die Regie verantwortlich zeichnet. Seit dem Film „Coming out“
(Kino-Premiere am 9. November 1989! im „Kino International“ in
Ost-Berlin) kenne ich Pierre und hatte ihn für „Schwarz hören“
schon lange „auf dem Zettel“. Aber nach einer Vorstellung von „Miss
Daisy und ihr Chauffeur“ kürzlich im „Theater am Frankfurter Tor“
(Intendant: Johannes Hallervorden) war klar, jetzt endlich muss es
sein. Also habe ich Pierre Sanoussi-Bliss Anfang 2026 in seiner
Wohnung in Berlin-Pankow besucht und wir haben übers Leben und den
Tod gesprochen. Für letzteren hat er noch keine konkreten
Vorbereitungen getroffen, denkt aber durchaus darüber nach.
Unlängst hat er über mehrere Jahre seine Mutter „in den Tod
gepflegt“. Wie sie, will er kein übliches Grab auf dem Friedhof,
sondern in einem Friedwald mit Bio-Urne begraben werden. „Ich
brauche keine Stelle, an der man um mich trauert.“ Und mit der
treffenden Formulierung: „Nur noch atmen, ist es nicht.“ beschreibt
er seine Haltung zu einem selbstbestimmten Tod … Viel Spaß mit der
151. Episode von „Schwarz hören“ mit Pierre Sanoussi-Bliss.
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07.02.2026
29 Minuten
„Wir müssen ein bisschen mehr kuscheln.“ ist der ungewöhnliche
Einstieg in diese – ungewöhnliche – Folge meines Podcasts „Schwarz
hören“. Ja, ich bin in die 150. Episode meines eigenen Podcasts
eingeladen. Eine Idee von Dr. Wolf Siegert, der vor einer Woche zu
Gast in meinem „Schwarz hören“ war. „Alles, was ich tue, hat seit
45 Jahren mit – im besten Fall wirkungsvollem – Kommunizieren zu
tun: Moderatorin auf Bühnen sowie im Radio und Fernsehen, Coach,
Öffentlichkeitsarbeiterin, Journalistin, Autorin, Podcasterin …“
…und also geht es im Gespräch über „Leben und Tod“ in dieser
Episode – das Leben betreffend – vor allem um mein Thema
„charismatische Kommunikation“, für die ich übrigens auch eine
Charisma Masterclass (Skool) habe, in die man sich einschreiben
kann. Wolf Siegert schiebt das Gespräch mit zwei Musik-Schnipseln
an, die irgendwie mit „schwarz“ zu tun haben, um mir als Kultur-
und Musikwissenschaftlerin „auf den Zahn zu fühlen“ … und ich
erzähle u.a. von meinem wochentäglichen Radio-Machen (14 – 18 Uhr)
im neuen „Ella Radio“ („Fühl den besten Jazz, Soul und Blues“) seit
Januar 2026. Und natürlich geht es in dieser Jubiläums-Episode
darum, wie und warum es angefangen hat mit dem Podcast „Schwarz
hören“ … und warum „Leben und Tod“ im Fokus sind. Apropos Tod: Am
Tag der Aufzeichnung dieser Episode, am 21.Januar 2026, ist
Angelika Mann, die „Lütte“, die am Mai 2024 bei mir im „Schwarz
hören“ zu Gast war, verstorben. Deshalb haben Wolf Siegert und ich
diese Episode der „Lütten“ gewidmet. Ja, und das Thema Tod
betreffend, geht es im „Schwarz hören“-Podcast ja auch fast immer
um selbstbestimmtes Sterben, das jüngst mit dem Freitod der
Kessler-Zwillinge glücklicherweise eine größere öffentliche
Aufmerksamkeit erreichte … Viel Spaß mit der 150. Episode von
„Schwarz hören“ mit Petra Schwarz, befragt von Dr. Wolf Siegert,
der mich – siehe Foto, auf das er übrigens nicht wollte – mit einer
Flasche „Schwarzriesling“ überrascht hat .
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01.02.2026
27 Minuten
„Doyen der Digitalisierung“ und „Changineer“: Diese
außergewöhnlichen Charakterisierungen sind treffend für Wolf
Siegert, der sich selbst auf seiner website, die übrigen deutsch,
englisch, französisch und chinesisch daherkommt, als „… Kronzeuge
und Konzept-Entwickler, als Moderator und strategischer Denker …
zwischen analog und digital, real und virtuell, in Wirtschaft und
Verwaltung wie in Kunst und Wissenschaft …“ bezeichnet. Es ist
wirklich herausfordernd, zu begreifen, was er alles getan hat und
tut: Der 1949 in Bremen geborene und – nach diversen längeren
Auslandsaufenthalten – nun lange schon in Berlin lebende Siegert
hat in jungen Jahren Theater mit George Tabori und Rainer Werner
Fassbinder gemacht, im Brecht-Archiv in Ost-Berlin über Brecht
seine Doktorarbeit geschrieben, dann an der Uni Bremen promoviert
und er beschäftigt sich schon seit Anfang der 70er Jahre mit
virtuellen, digitalen Welten. Heute – so betont Wolf Siegert –
arbeitet er, auch journalistisch, an der Frage: „Was kommt nach der
Digitalisierung?“ und will Qualitäten, die in der analogen Welt
entwickelt wurden, wieder aufleben lassen. „Analog 2.0“ nennt er
das und analysiert „aus der Zukunftsperspektive rückwirkend“. Wie
das funktioniert, erörtert er in dieser Podcast-Episode. Neben
diversen Büchern schreibt und veröffentlicht Wolf Siegert täglich,
ja wirklich an jedem Tag eines jeden Jahres, einen Beitrag in
seinem Blog, der – irgendwie logisch – Daybyday.press heißt. Ein
Stück weit arbeitet er – auch so – wohl jetzt schon daran, alles
für die Zeit nach der Digitalisierung zu „konservieren“. Wir haben
uns 2025 in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf getroffen und –
wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – übers Leben gesprochen,
das – so scheint es mir – für ihn zum großen Teil von Arbeit
bestimmt ist. Und natürlich war auch der Tod unser Gesprächsthema.
Ihm, der an ALS erkrankt ist, hat man vor fünf Jahren noch rund
drei Jahre „gegeben“; aber glücklicherweise entwickelt sich der
Krankheitsverlauf bei ihm „schleppend“. Wege in der Stadt erledigt
er noch immer mit dem Motorrad und ist ansonsten weiterhin auf der
ganzen Welt unterwegs. „Ich lerne mit den – auch gesundheitlichen,
Herausforderungen – immer auch ein Stück weit nach vorn zu
schauen.“ Und setzt noch einen drauf: „Ich gucke nicht nur bis zum
Ende meines Lebens. Ich gucke darüber hinaus.“ Siegert befasst sich
mit Traum-Analyse und hatte schon ein Nahtod-Erlebnis. Ja, und wenn
es dann wirklich soweit ist, soll bei seiner Trauerfeier direkt in
der Trauerhalle gefeiert werden … Die nächste „Schwarz
hören“-Episode – die runde 150. – gibt es schon in einer Woche nach
seiner Idee mit mir. Petra Schwarz ist sozusagen zu Gast in ihrem
eigenen Podcast und beantwortet Fragen von Wolf Siegert . Jetzt
zunächst aber viel Spaß mit der 149. Episode von „Schwarz hören“
mit Dr. Wolf Siegert.
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20.01.2026
25 Minuten
„Es gibt nichts, was ich nicht mache.“ antwortet er auf meine
Frage, ob es etwas gibt, was er in seinem Beruf nicht kann. Diese
Formulierung charakterisiert den vielfältigen Entertainer, vor dem
offenbar kein Genre „sicher“ ist, unmissverständlich . Mit 11 hat
der in Potsdam Geborene mit Breakdance angefangen und schon mit 14
hatte er eine – so hieß das in der DDR – „Einstufung“ – auch
„Pappe“ genannt – als „akrobatischer Show-Tänzer“. Schon damals hat
er gerappt und dann riet ihm Jemand aus der Familie, sich an der
berühmten Palucca-Schule in Dresden zu bewerben. Denn schon als
Kind konnte er „en-dehors. Dieser französische Begriff bedeutet
„nach außen“ oder „außerhalb“ und ist ganz wichtig im klassischen
Ballett, wo es „auswärts“ heißt. Noch heute agiert er auch
tänzerisch und ist live mit Rap-Songs unterwegs. „Das hält fit.“
betont der Vater von 5 Kindern – zuletzt sind vor eineinhalb Jahren
seine Zwillinge geboren. Viele kennen Bürger Lars Dietrich aus
seiner Zusammenarbeit mit Stefan Raab seit Mitte der 90er Jahre,
für den er auch als Liedtexter gearbeitet hat. Seit 2001 war
Dietrich regelmäßig in der Sat.1-Sendung „Die Wochenshow“ und
diversen anderen Comedy-Sendungen – viel auch für Kinder – zu
sehen. Im Herbst 2022 nahm er im Kostüm des Werwolfs an der
ProSieben-Show „The Masked Singer“ teil und belegte den zweiten
Platz. Bürger Lars Dietrich hat in seinem Künstlerleben sogar auch
Oper „gemacht“: Er war Akteur in der Wagner-Oper „Die Meistersinger
von Nürnberg“ an der Deutschen Oper mit Tournee nach Japan … und
vielleicht si n g t er ja sogar mal Oper? Möglicherweise aktuell in
„Erich und die Detektive“, eine literarisch-musikalische Revue, in
der sich fünf schräge Detektive auf die Suche nach dem humorvollen,
scharfzüngigen Dichter Erich Kästner machen, die am 24.Januar 2026
im Schlossparktheater Berlin Premiere hat? Während der Proben für
„Erich und die Detektive“ habe ich mich – anlässlich der „Rede
meines Lebens“ im Theater mit Bürger Lars Dietrich getroffen und
wir haben – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – übers Leben
und den Tod gesprochen. Was das Leben betrifft, sagt er Anfang
50Jährige: „Ich warte schon länger aufs Erwachsenwerden.“ Weitere
Themen sind seine Vorbilder aus diversen Genres: Heinz Ehrhard
genauso wie Peter Alexander oder Grandmaster Flash. Was den Tod
betrifft, sagt Bürger Lars Dietrich: „Ich weiß nicht, ob danach
etwas kommt. Das ist ja noch nicht erforscht. Kann aber sein.“
betont er augenzwinkernd und ergänzt: „Ich weiß ja auch nicht, was
vor meiner Geburt war." Und: „Gut so, dass ich noch nicht richtig
dabei war.“ Viel Spaß mit dieser Episode 148 meines Podcasts
„Schwarz hören“ mit Bürger Lars Dietrich.
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Über diesen Podcast
"Schwarz hören" - Gespräche über Leben und Tod mit (mehr oder
weniger) Prominenten. Warum? Der Podcast gibt Anregungen, über das
eigene Leben nachzudenken und für den eigenen Abschied
"vorzubauen". Vielleicht ja sogar die eigene Abschieds-/Trauerrede
selbst zu schreiben und aufzunehmen. So kann man bei der eigenen
Feier noch lebendig dabei sein. Wichtig: Lebendig schreiben und
lebendig reden ist keine Zauberei. Siehe auch:
https:/lebendig-reden.de/rede-meines-lebens/
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