Podcaster
Episoden
21.07.2026
23 Minuten
Sie ist – umgangssprachlich – „Knigge-Expertin“ und ganz offiziell „zertifizierte Trainerin für Business-Etikette“. Die studierte Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin kommt aus der Personal- und Führungskräfteentwicklung und räumt gleich zu Beginn des Gesprächs mit dem verbreiteten Irrtum auf, dass der „Knigge“ ein „Benimm-Ratgeber“ ist. Vielmehr hat der deutsche Schriftsteller und Aufklärer Adolph Knigge 1788 eine eher soziologisch ausgerichtete Schrift „Über den Umgang mit Menschen“ geschrieben. „Knigge ging es um die soziale Interaktion.“ betont Julia Rath und ergänzt, dass es auch heutzutage darum geht, wertschätzend(er) und rücksichtsvoll(er) miteinander umzugehen. „Die angeblich verstaubten Themen Manieren und Etikette sind wieder im Kommen.“ Und dafür sollte man seine Wirkung (besser) kennen – immer auch ein Schwerpunkt der Host Petra Schwarz, wenn sie Unternehmer und Führungskräfte in Sachen „Charisma“ coacht. Julia Rath hat zeitweise in Südkorea und Spanien gelebt und als Expertin also auch Erfahrungen im Ausland gesammelt. Hierzulande, so gibt sie es als Coach weiter, sollten wir lernen, mit anderen Kulturen und Mentalitäten angemessen (nicht: richtig oder falsch!) umzugehen. Am besten „situationselastisch“ - geht es im Miteinander doch immer um die vier Aspekte: Adressat, Anlass, Kontext und die eigene Rolle. Julia Rath, die mit ihrer Familie in Stuttgart lebt, ist Mitte 40 und hat tatsächlich bereits jetzt mit dem Tod zu tun. Inwiefern? Das erklärt sie in dieser Podcast-Episode und kann sich die „Rede meines Lebens“ – mit einem gewissen Fokus – vorstellen. Hier nur soviel: „Ich finde das eine ganz tolle Übung, um sich darüber Klarheit zu verschaffen, was man will, solange man lebt.“ Smalltalk, Jugendsprache und Duzen oder Siezen sind weitere „heiße Eisen“, die die beiden Kommunikationsexpertinnen in dieser Episode von „Schwarz hören“ besprechen. Viel Spaß beim Hören.
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07.07.2026
26 Minuten
Tatsächlich wird sein Name so außergewöhnlich geschrieben, was mit Alexander g. Schäfers Verehrung für Bertolt Brecht und seiner Affinität zum Theater zu tun hat. Und diese wiederum ist auch von seinem Vater, dem Schauspieler Gerd E. Schäfer, und seinem „Lehrer“, dem genialen Opernregisseur Prof. Erhard Fischer (Staatsoper Unter den Linden) geprägt. Alexander g. Schäfer wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und wuchs dort auch auf. Erste Theaterengagements als Bühnendarsteller hatte Schäfer am Hebbel-Theater Berlin, an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und an der Comödie Dresden. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands ist Schäfer als freischaffender Künstler tätig. Als Schauspieler agiert er in Filmen, Fernsehserien, in Kabarett-Theatern und als Regisseur inszeniert er Theaterstücke, Musicals, Varieté-Shows sowie Kabarett-Programme. Darüber hinaus ist er als Drehbuchautor tätig. Persönlich kennengelernt habe ich Alexander g. Schäfer im Sommer 2025 als „Maxe Baumann“ (Hauptrolle und Regisseur) in der Bühnen-Version des „Kult-Schwanks des DDR-Fernsehens“ in der Spargelstadt Beelitz. Auf Teil 1 „Ferien ohne Ende“ u.a. mit Dagmar Gelbke und Bürger Lars Dietrich folgt im Sommer 2026 Teil 2 „Keine Ferien für Max“ (Premiere: 23.7.2026). Die Kostüme für beide Teile hat übrigens sein 6 Jahre jüngerer Bruder, der Kult-Friseur Frank Schäfer, kreiert – über den wir in dieser Podcast-Episode auch sprechen. Ich habe Alexander g. Schäfer in seiner Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg besucht und wir haben über sein Leben gesprochen; u.a. darüber, wie es war, als Schäfer als Kabarettist für die Bundeswehr in Afghanistan auftrat. Und – wie es ich für „Schwarz hören“ gehört – geht es auch um den Tod. „Wir leben alle nicht ewig. Plötzlich und unerwartet kommt der Tod ab einem gewissen Alter nicht.“ betont Alexander und erzählt von seinem Vater, Gerd E. Schäfer, der Alzheimer hatte und 2001 verstarb. Seine Mutter ist im März 2025 mit 91 Jahren gestorben und bei beiden gab es keine Trauerfeier. Warum nicht? Das erklärt er im Gespräch und auch, dass die „Rede meines Lebens“ für ihn nicht relevant ist. Ganz klar ist ihm: „Wenn es los geht, ist Sense.“ Viel Spaß mit der 162. Episode von „Schwarz hören“ mit Alexander g. Schäfer.
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21.06.2026
39 Minuten
Zwei Radio-Journalisten sitzen zusammen, kommen sofort ins Fachsimpeln und wenn der eine der Beiden der Medien-Journalist Jörg Wagner (radioeins-Medienmagazin bis Ende 2025 - Foto: Abschied in der Dach-Lounge des rbb) ist, dann gibt es gleich mal einen kurzweiligen Abriss der Rundfunkgeschichte nach dem Ende des 2. Weltkriegs in Berlin … Erstmals begegnet sind wir uns im DDR-Rundfunk: Ich war ab September 1981 festangestellt beim „Berliner Rundfunk“, einer der damaligen Wellen des DDR-Rundfunks, und später bei Jugendradio DT64 und Jörg Wagner fing im selben Jahr in der „Musikpolitik“ der Redaktion von DT64 als freier Mitarbeiter an. Dort war er dann – mit einer Unterbrechung für die Zeit seines Studiums der Theaterwissenschaften – bis zum Ende des Jugendradios tätig. Als Mit-Herausgeber von: „Power von der Eastside! Jugendradio DT64: Massenmedium und Massenbewegung“ (Ventil Verlag 2024) zeichnet er diese faszinierende Radio-Geschichte, die er im Buch auch als “Phänomen“ bezeichnet, nach. Jörg Wagner bekam das „Radio-Gen“ quasi in die Wiege gelegt und betont: „Meine Eltern waren schon Radioten, als ich zur Welt kam. Und ich glaube, ich wurde von der ersten Sekunde meines Lebens an infiziert.“ Außerdem hat er schon als 6jähriges Kind mit Foto-Equipment hantiert, was er heute fachmännisch für seine professionellen Youtube-Videos „Die Medienhölle“ einsetzt. Was ihn außerdem in Vielem – bis heute – geprägt hat, ist seine Arbeit für das Hörspiel. Ab einem Alter von 10 war er hier bereits aktiv. „Das hat mich wahrscheinlich mehr geprägt, als mein Studium.“ sagt er. Und da war dann noch das Theaterspielen. Jörg hat sich als Schüler – da er in einer Inszenierung von Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ am Berliner Ensemble mitspielte – schon mit seiner eigenen Beerdigung beschäftigt. Wie ihn überhaupt das Thema Tod schon seit seinem 3. Lebensjahr begleitet: “Damals hatte ich meinen ersten anthropologischen Schock, würden Wissenschaftler sagen.“ Was das genau war, an dieser Stelle nur so viel: Eine Kreuzspinne war „im Spiel“ … Über Jahre hatte Wagner tatsächlich Todesängste. „Ohne wirkliche Gründe hatte ich eine Phobie vorm Sterben.“ Mittlerweile ist er durch eine Therapie von dieser Angststörung befreit und resümiert: „Meine Todesangst hat sich in Sarkasmus bzw. Zynismus gewandelt.“ Vor dem Hintergrund der nunmehr „… Enttäuschung, dass das Leben endlich ist, beschäftigt mich der Tod täglich.“ betont Jörg Wagner. Befragt nach der „Rede meines Lebens“, bekräftigt er sofort: „Die eigene Grabesrede zu halten, ist meine Idee schon immer.“ Wie der DT64-Gründer Sigmar Krause hält er es für wichtig, dass man „die Deutungshoheit über sein Leben behält.“ Und er fügt hinzu: “Ich bin Pessimist. Vom Standpunkt des Todes aus betrachtet, ist es egal, wie lange man lebt. Hier kommt die Episode 161 von „Schwarz hören“ mit Jörg Wagner.
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07.06.2026
26 Minuten
Irgendwie scheint er immer „Auf Sendung!“ (Autobiografie im Bild und Heimat Verlag) zu sein – der 1954 in Berlin geborene gelernte Nachrichtentechniker. Als solcher war er aber nie tätig, da sich schnell herausstellte, dass er beim Fernsehen nicht in der Technik, sondern vor der Kamera brillieren wollte. Mit der TV-Show „Bong“, einer „Hitparade der Popmusik“, durch die auch die heutige „Bauer sucht Frau“-Moderatorin Inka Bause als Sängerin bekannt wurde, erlangte er in der ersten Hälfte der 80er Jahre höchste Popularität. Schon in seiner Schulzeit hatte er – wie man heute sagt – aufgelegt und war später, wie das zu DDR-Zeiten hieß, „Schallplattenunterhalter“ mit „Pappe“. Was es damit auf sich hat, wird im Podcast erklärt, zumal es wieder eine ganz persönliche Geschichte zwischen dem Gast und der Host gibt. Soviel hier schon: Jürgen Karney saß in der Einstufungskommission, die darüber entschieden hat, ob die „Schwarz hören“-Gastgeberin eine „Pappe“ als Moderatorin bekommt … Jürgen Karney hat in den 80er Jahren – so wie Petra Schwarz auch – beim Berliner Rundfunk, einer der Radio-Wellen der DDR gearbeitet und betont: „Schon lange vorher, als Kind, hatte ich ein Faible fürs Radio.“ Die „wahre Geschichte“, wie der frühere DDR-Sender nach Mauerfall durch Karneys Aktivität zum Privatsender „Berliner Rundfunk 91.4“ wurde, wo er jahrelang die Morning-Show moderierte und Programmdirektor war, erzählt er in dieser Podcast-Folge. „Ich musste lernen, zu delegieren und die Fresse zu halten, wenn Andere Recht hatten.“ Seine bisher letzte Radio-Station war „R.SA“ in Sachsen, wo er – zusammen mit Wolfgang Lippert – auch in Corona-Zeiten Radio machte. Anfang 2026 haben wir uns in Berlin-Köpenick – in einem Haus, wo regelmäßig DDR-Rocker zusammenkommen – getroffen und passend zum „Thema“ Schallplattenunterhalter“ stehen wir für das Foto an einer Schallplatten-Bar . Natürlich haben wir übers Leben von Jürgen Karney gesprochen. Länger schon macht Jürgen alles, worauf er gerade Lust hat. Und da er immer aufs Wasser wollte, macht er das jetzt so oft es geht. Seit ungefähr 15 Jahren ist Karney Skipper, segelt um die Welt und bringt es anderen bei. Wie es sich für „Schwarz hören“ gehört, war aber natürlich auch der Tod Thema des Gesprächs. Karney sagt: „Ich weiß, dass er kommt und deswegen macht mich das nicht fertig.“ Und ergänzt: „Mein Bestreben ist es, die Zeit davor, so gesund und so stressfrei wie möglich zu gestalten. Und da hat man viel selber in der Hand.“ Selbstbestimmtes Sterben kann er sich vorstellen, wenn es im eigenen Leben absehbar schlimmer wird. Aber – so Karney: “Ich schiebe den Gedanken natürlich vor mir her.“ Passend zum Thema „Klassentreffen der Ostmusik“, das wir in der letzten Episode von „Schwarz hören“ mit Tobias Künzel beleuchtet haben, nun u.a. das Thema „Radio im Osten“ und also viel Spaß mit der Episode 160 von „Schwarz hören“ mit Jürgen Karney.
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21.05.2026
34 Minuten
„Die Prinzen“ sowie – zuvor und jetzt wieder – „Amor & Die Kids“: Das sind d i e beruflichen Stationen des studierten Sängers und Schlagzeugers, der außerdem in anderen Bands – u.a. bei „Final Stap“ mit dem Frontmann Mike Kilian – hinten sitzt und es genießt, wenn Andere vorn singen. Als Sohn eines Swing- Klarinettisten und Bandleaders, der auch Dozent an den Musikhochschulen Leipzig und Weimar in der Abteilung „Tanz- und Unterhaltungsmusik“ war, hat Tobias Künzel das Singen im weltberühmten Thomanerchor Leipzig gelernt – im stündlich durchgetakteten Internatsleben eines Chorknaben mit gerademal einer Stunde Freizeit pro Tag Aber: „Ich hatte ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ von Erich Kästner gelesen und wollte unbedingt auch sowas.“ Nach seiner Thomaner-Zeit war Tobias bei der Armee im Singeklub „Thomas Müntzer“ und resümiert: „Die Armeezeit sind 18 gestohlene Monate, die man eigentlich nicht braucht.“ Aber schon damals hat er sich privilegiert gefühlt und sagt im Podcast: „Ich führe ein Leben, das von Privilegien gepflastert ist: Thomaner, Singeklub, Amor & Die Kids und Die Prinzen. Heute versuche ich, damit demütig umzugehen. In den 90er Jahren – mit dem Erfolg der Prinzen – hatte ich durchaus eine gewisse Arroganz …“. Tobias Künzel, 1964 in Leipzig geboren, hat – bis zum Brexit – auch 15 Jahre lang in London gelebt. Wie es dazu kam, erzählt er in dieser Podcast-Episode. Hier nur so viel: Es hatte zunächst mit einem Stipendium für eine seiner beiden Töchter zu tun … Er hat – zusammen mit anderen Komponisten und Textautoren – mehrere Musicals geschrieben, von denen drei in Großbritannien aufgeführt wurden und z.T. bereits ins Deutsche übersetzt sind. Das Musical „Copperfield“ wird im November 2027 im Theater Stralsund aufgeführt. Und zuletzt machte er in Halle Furore mit seinem 6. Musical „Tod auf dem Thron – Das Klosical“, das er zusammen mit Mark Underwood geschrieben hat. Übrigens: Die Idee zum kuriosen Titel kam Künzel tatsächlich auf der Toilette. Tobias Künzel produziert außerdem in seinem Tonstudio Nachwuchsbands und Musik für Fernsehen und Theater. Er betont: „Alles, was ich mache, macht mir großen Spaß.“ Auch die Re-Union der 1985 gegründeten Band Amor & die Kids, die am 20. Juni 2026 im Hangar 312 in Neuruppin beim „2. Klassentreffen der Ostmusik … mit Westbesuch“ auftreten wird. Dort haben wir uns Anfang Mai 2026 in einer Jurte auf dem Gelände auch zum Gespräch getroffen. Wir haben über das Leben des – so KI – „einflussreichen deutschen Popsängers, Schlagzeugers und Komponisten Tobias Künzel“ gesprochen und – wie es sich für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod. Vor drei Jahren sind seine Eltern im Abstand von drei Wochen mit Anfang 90 gestorben. Eineinhalb Jahre später verstarb unerwartet sein 12 Jahre älterer Bruder Lutz – auch Musiker, mit dem er mehr als 10 Jahre zusammen in der Londoner Band „Ruff As Stone“ mit Sänger Austin Howard gespielt hat. „Er fehlt mir jeden Tag.“ Was seinen eigenen Tod betrifft, so hofft er, irgendwann s o müde zu sein, „ … dass ich mir nur noch wünsche, einzuschlafen.“ Und: „Wenn man abtritt, ist es eigentlich nur für alle anderen schwer.“ Selbstbestimmtes Sterben kann sich Tobias Künzel vorstellen: „Ja, hundertprozentig. Denn ich will Niemanden zur Last fallen und meinen Kindern keine schlechten Erinnerungen an mich verschaffen.“ Zu guter Letzt noch zur Frage, was es mit „Fräulein Grau“ auf sich hat, hier vorab nur so viel: Es hat mit der LP „No More Bockwurst“ von Amor & Die Kids zu tun … Viel Spaß mit diesem launigen „Schwarz hören“-Gespräch mit Tobias Künzel.
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Über diesen Podcast
"Schwarz hören" - Gespräche über Leben und Tod mit (mehr oder
weniger) Prominenten. Warum? Der Podcast gibt Anregungen, über das
eigene Leben nachzudenken und für den eigenen Abschied
"vorzubauen". Vielleicht ja sogar die eigene Abschieds-/Trauerrede
selbst zu schreiben und aufzunehmen. So kann man bei der eigenen
Feier noch lebendig dabei sein. Wichtig: Lebendig schreiben und
lebendig reden ist keine Zauberei. Siehe auch:
https:/lebendig-reden.de/rede-meines-lebens/
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