„Lieber Fischkopp als Holzkopp.“ sagt der 1961 in Warnemünde
geborene Text-Autor, Sänger, Schauspieler und Radio-Kollege Michael
Niekammer. Er ist ein „wandelndes Lexikon“ in Sachen Schlager und
so haben wir uns auch vor mehr als 20 Jahren kennengelernt.
„Klatsch und Tratsch und goldene Hits“ hieß die Sendung auf Antenne
Brandenburg beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). „Der Chef
liebte so markante Stimmen, wie deine.“ betont Michael Niekammer in
dieser Podcast-Episode und erzählt die Geschichte, wie schmerzlich
es war, dass eine gewisse Petra Schwarz nun seine Sendung
moderierte ... Auf Anraten seines Lebenspartners und
Schlagersängers Ekkehard „Ekki“ Göpelt schmiss Micha aber doch
nicht hin, woraus dann viel Neues entstanden ist: die Moderation
von Veranstaltungen im Schlagerbereich z.B. – bis heute übrigens.
Überhaupt hat der gelernte Fernmeldetechniker Michael Niekammer
seinem Ekki („… kein Star, mit „Einstufung B“, was 168 DDR-Mark
netto pro Auftritt bedeutete …“) viel zu verdanken. Als sich die
Beiden kennenlernten, war Micha 17 und „… kurz davor, auf die
schiefe Bahn zu geraten.“ Er zog zu Ekki nach Berlin und der war
dann „… 37 Jahre lang der Mensch an meiner Seite. Mehr als 10 Jahre
waren wir auch ein Liebespaar – bis ich merkte, dass ich nicht
schwul bin.“ Also: erst Liebespaar, später Lebenspaar. So
beschreibt Michael Niekammer auch sehr eindrücklich, wie Ekki
darauf einwirkte, dass Micha seinen Sohn – der erst mit 18 erfahren
hatte, wer sein Vater ist – „akzeptierte“ und heute zu ihm und
seinen zwei Enkeln ein wunderbares Verhältnis hat. Als Ekki – der
„Spiegeltrinker“ war und einen Entzug hinter sich hatte, bei dem
Michael mitlitt – schwer erkrankte, pflegte Micha seinen
Lebenspartner und begleitete ihn zuletzt auch in den Tod. Was er
nicht wollte, war eine vorgefertigte, mit Fehlern behaftete,
Trauerrede, wie er es als 13Jähriger bei seinem Vater erlebt hatte.
An dem Tag vor nunmehr 10 Jahren, als er die Rede für Ekki hielt,
hat Michael gemerkt, „… dass es etwas ganz Besonderes ist, durch
eine Trauerrede die Menschen noch einmal mitzunehmen.“ Auch deshalb
ist Michael Niekammer länger schon Trauerredner. Wir haben in
dieser Episode, die wir im „Kaufmuseum Weißensee“ aufgezeichnet
haben, wo am Wochenende 26. und 27. September 2026 zwei
Schlagerveranstaltungen im Rahmen des „6. Weißenseer Kultursommer“
mit Michael Niekammer als Präsentator und Petra Schwarz als Gast
stattfinden werden, über das Leben gesprochen. Aber natürlich auch
– wie sich das für „Schwarz hören“ gehört – über den Tod. Soviel
vorab: Seine eigene Trauerrede ist schon fertig und musikalisch
wird sich Michael Niekammer mit „Junge, komm bald wieder“
verabschieden … Viel Spaß mit der 167. Episode von „Schwarz hören“
mit Michael Niekammer.
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