Podcaster
Episoden
23.02.2026
27 Minuten
Als Amelie in die Spielgruppe kommt, ist sie am Anfang sehr
schüchtern und beteiligt sich kaum am Spiel. Eine Situation
dieser Art bereitet uns pädagogischen Fachpersonen Sorgen. Das
liegt daran, dass das Spiel eine Art Katalysator für das
kindliche Lernen und die Entwicklung ist. In dieser Folge
betrachten wir das vielfältige Potenzial desSpiels für die
kindliche Entwicklung – für soziale und personale Kompetenzen,
für die sprachliche Entwicklung, mathematische Kompetenzen u.s.w.
Zudem erzählt uns die Praxisexpertin Sabine Iezzi wie sie Amelie
hin zu mehr Selbstbewusstsein im Spiel begleitet hat. Sabine
Iezzi arbeitet seit ihrer Ausbildung zur Spielgruppenleiterin
seit 28 Jahren in diesem Bereich. NebenWeiterbildungen an der
Pädagogischen Hochschule St.Gallen hat sie sich zudem am
Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien zur
Leseanimatorin weitergebildet.
Prof. Dr. Franziska Vogt ist in dieser Folge unsere Expertin aus
der Wissenschaft. Sie leitet das Institut Frühe Bildung 0 bis 8
an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Das Spiel bildet einen
langjährigen, zentralen Gegenstand verschiedener ihrer
Forschungsprojekte. So zum Beispiel in Studien zur
alltagsintegrierten Sprachförderung, bei denen das Freispiel eine
zentrale Rolle einnimmt. Aus den Studien hat sie inzwischen
verschiedene Angebote für die Praxis entwickelt. Beispielsweise
die Kitaintegrierte Deutschförderung der Stadt Zürich, sowie das
Coaching zur Alltagsintegrierten Sprachförderung für
Fachpersonen: Link
Quellen, die für die Folge verwendet wurden:
Ahmed, S., Khan, D., & Mehmood, A. (2023). Let them play. A
systematic review investigating the benefits of free play
inemotional development of children. Academy of Education and
Social Sciences Review, 3(4), 509-520. LINK
Hauser, B. (2016). Spielen: Frühes Lernen in Familie, Krippe und
Kindergarten. Kohlhammer Verlag.
Hauser, B. (2021). Spiel in Kindheit und Jugend: der natürliche
Modus des Lernens. UTB.
Kübler, M., Buhl, G., & Rüdisüli, C. (2020). Spielen und
Lernen Verbinden—Mit Spielbasierten Lernumgebungen. Hep.
Lillard, A. S., Lerner, M. D., Hopkins, E. J.,Dore, R. A., Smith,
E. D., & Palmquist, C. M. (2013). The impact of pretend play
on children's development: a review of the
evidence. Psychological bulletin, 139(1), 1–34. LINK
Zosh, J.M., Hirsh-Pasek, K., Hopkins, E.J., Jensen,
H., Liu, C., Neale, D., & Whitebread, D. (2018).
Accessing the inaccessible: Redefining play as a spectrum.
Frontiers in Psychology, 9, 1124. LINK
In diesem Podcast weiter hören:
Die verschiedenen Sprachförderstrategien, die auch im Spiel
genutzt werden können, werden in den Episoden 1.1 bis 1.6
vertieft: LINK
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09.02.2026
24 Minuten
Das kindliche Spiel können Fachpersonen auf vielfältige Weise
begleiten und anregen. In dieser Folge besprechen wir
verschiedene Formen des (Rollen-)Spiels (begleitetes Spiel,
geführtes Spiel, freies Spiel) sowie vier unterschiedliche
Rollen, die Fachpersonen in der Spielbegleitung einnehmenkönnen:
Spielleitung, Mitspieler:in, Coach und Beobachter:in. Welche
Rolle Fachpersonen wann einnehmen hängt stark davon ab, wie
vertraut die Kinder bereits mit der Spielsituation sind und wo
sie noch Unterstützung brauchen. Um die Rollen und verschiedenen
Spielformen zu erläutern, verknüpfen wir die Erfahrungsberichte
von Spielgruppenleiterin Sabine Iezzi mit Ergebnissen aus
Forschung und Entwicklung von Prof. Dr. Franziska Vogt.
Sabine Iezzi hat 28 Jahre Erfahrung in der Leitung von
Spielgruppen. Aktuell sind es zwei Spielgruppen in der Stadt
St.Gallen. Neben der Ausbildung zur Spielgruppenleiterin sowie
verschiedenen Kursen an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen
hat sie auch die Ausbildung zum Therapieclown absolviert und
Erfahrungen als Rotkreuz-Clown gesammelt. Prof. Dr. Franziska
Vogt leitet das Institut Frühe Bildung 0 bis 8 an der
Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Das Spiel ist ein
langjähriger, zentraler Forschungsschwerpunkt von ihr. Ein
neueres Projekt heisst «Wir spielen die Zukunft». Dabei wurden
Freispielimpulse zum Thema digitale Transformation entwickelt und
in verschiedenen Kindergärten umgesetzt. Manche
Freispielsequenzen wurden videographiert und ausgewertet. In
dieser Folge hören wir einen Ausschnitt aus einer Aufnahme.
Weitere Infos zu den Freispielimpulsen inklusive Videos findest
du hier: LINK
Quellen, die für die Folge verwendet wurden:
Hollenstein, L. & Vogt, F. (2026). Spielbegleitung im
Fantasie-und
Rollenspiel: Sustained shared playing.
In: Amberg, L.& (Hrsg.). Interaktion als Dreh- und
Angelpunkt erfolgreichen Lehrens und Lernens. Waxmann.
Kübler, M., Buhl, G., & Rüdisüli, C. (2020). Spielen und
Lernen Verbinden—Mit Spielbasierten Lernumgebungen. Hep.
Zosh, J.M., Hirsh-Pasek, K., Hopkins,
E.J., Jensen, H., Liu, C., Neale, D., &
Whitebread, D. (2018). Accessing the inaccessible: Redefining
play as a spectrum. Frontiers in Psychology, 9,
p. 1124. LINK
Literaturtipp, der frei verfügbar ist:
Vogt, F. (2020). Spielbegleitung. In M. Kübler, G. Bühl, &
C.Rüdisüli (Hrsg.). Spielen und Lernen verbinden – mit
spielbasierten Lernumgebungen: Theorie - Empirie - Praxis (S.
51-61). Bern: hep-Verlag. LINK
In diesem Podcast weiter hören:
Zum Projekt «Wir spielen die Zukunft», auf das wir in dieser
Folge verweisen, wird in Episode 10.2 genauer vorgestellt. LINK
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02.12.2025
27 Minuten
Ein zentrales Konzept der Traumapädagogik ist der sichere Ort:
Für Kinder, die von Traumatisierung betroffen sind, ist es
wichtig, sich in der Spielgruppe, der Kita und dem Kindergarten
sicher zu fühlen. Dazu kommt die Sicherheit in der Beziehung zu
den Fachpersonen. In verlässlichen Beziehungen bauen Kinder
Ressourcen und Resilienz auf.
Woher das Trauma genau kommt, ist für den pädagogischen Alltag
nebensächlich: die Fachpersonen konzentrieren sich darauf, das
Kind bedürfnisgerecht zu unterstützen. Trotzdem ist wichtig zu
wissen, woher Traumata kommen können.Daher gehen wir in dieser
Folge auch darauf ein. Zudem ist die Zusammenarbeit im Team
wichtig für die traumasensible Arbeit mit Kindern.
Unsere Gäste in dieser Folge sind Claudia Hengstler und Dr. Maria
Teresa Diez Grieser.
Claudia Hengstler ist ausgebildete Kindergärtnerin,
systemisch-lösungsorientierte Beraterin und Traumapädagogin. In
unterschiedlichen Funktionen wie z.B an einer Sonderschule hat
sie belastete Kinder und ihre Familien traumapädagogisch
begleitet sowie pädagogischeFachpersonen beraten. Seit 25 Jahre
ist sie Dozentin an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen und
lehrt dort zu Kindesschutz und traumasensibler Pädagogik.
Dr. Maria Teresa Diez Grieser ist Entwicklungspsychologin
undPsychotherapeutin. Sie verfügt über psychotherapeutische
Erfahrungen mit betroffenen Kindern und Erwachsenen. Am Marie
Meierhofer Institut begleitete sie Angebote und Projekte für
belastete Familien und hat diese auchwissenschaftlich untersucht.
Dies ist die letzte Folge im Jahr 2026. Bleib bis zur
Frühlingsstaffel im Februar im Kontakt mit uns über Instagram und
LinkedIn.
Literatur, die in der Folge verwendet wurde(frei
verfügbar):
Schmid, M., Erb, J., Fischer, S., Kind, N. & Fegert, J. M.
(2017). Abschlussbericht für den Fachausschuss für die
Modellversuche und das Bundesamt für Justiz. Zusammenfassung der
wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse des Modellversuchs
«Implementierung, Evaluation und Verstetigung von
traumapädagogischen Konzepten in sozialpädagogischen
Institutionen des stationären Massnahmenvollzuges». Kinder-
undJugendpsychiatrische Klinik Basel und Universitätsklinik für
Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie Ulm. LINK
Weiterführende Literatur, die frei Verfügbar
ist:
Gahleitner, Silke Birgitta (2010). Kleine Kinder in kritischen
Lebenslagen. Was Fachkräfte über Traumata wissen müssen und wie
sie helfen können. Sozial extra 34(11), 46-49. LINK
Mayer, M. (2021). Traumasensibles Arbeiten mit Kindern. Leitfaden
für Fachkräfte der Kindertagesbetreuung und Frühen Bildung.
Berlin: Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut
Berlin-Brandenburg (SFBB). LINK
Ritter, E. & Albers, T. (2016): Kinder mit Fluchterfahrung in
Kita und Grundschule. LINK
Weiterführende Literatur
Klappstein, K. & Kortewille, R. (2020).Traumatisierte Kinder
im Alltag feinfühlig unterstützen: Psychoedukation im Überblick.
Springer.
Bausum, J., Karau H. (2024). Traumapädagogik: Kita-Kinder
sensibel begleiten. Basiswissen, Fallbeispiele, Reflexionsfragen
und Checklisten für Team- und Elternarbeit. Don Bosco.
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10.11.2025
26 Minuten
Auch junge Kinder können bereits von Traumaprozessen betroffen
sein. In frühpädagogischen Settings wie Spielgruppe, Kita und
Kindergarten können wir diese Kinder unterstützen, indem wir
beziehungsorientiert agieren und jeweils einen guten Grund für
das Verhalten der Kinder annehmen. Gleichzeitig kann es natürlich
hilfreich sein,Traumaprozesse und ihre Auswirkungen auf das
Verhalten von Kindern zu kennen.Entsprechend gehen wir in dieser
Folge folgenden Fragen auf die Spur:
Wie kann sich eine Traumatisierung bei Kindern im Alltag
äussern?
Wie können wir mit traumabetroffenen Kindern umgehen?
Wie reagieren wir, wenn uns ein Kind von einer
traumatisierenden Erfahrung berichtet?
In dieser Folge stellen uns Dr. Maria Teresa Diez Grieser und
Claudia Hengstler ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu Verfügung.
Dr. Maria Teresa Diez Grieser ist Entwicklungspsychologin
undPsychotherapeutin. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in
der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Traumaprozessen und
hat verschiedene Publikationendazu verfasst. Zudem ist sie im
pädagogischen Kontext als Supervisorin und Weiterbildnerin tätig.
Claudia Hengstler ist ausgebildete Kindergärtnerin und
Traumapädagogin mit vielfältigen Erfahrungen in der Unterstützung
von Kindern aus hochbelasteten Familien: Als Co-Leiterin des
Elternnotrufs Ostschweiz hat sie Eltern und Familien in
Krisensituationen beraten. Sie war am Aufbau eines
Kinderschutzzentrums beteiligt und war dort Ressortleiterin für
Weiterbildung und Prävention mit Fokus gewaltbetroffene Kinder
und Jugendliche. Aktuell ist sie Beraterin an einer Sonderschule
und Dozentin an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen.
Weiterführende Literatur, die frei Verfügbar
ist:
Child Mind Institute (o.J.). Kindern bei der Bewältigung
vontraumatischen Erfahrungen helfen. Ein Leitfaden zur seelischen
Erholung für Eltern, Lehrer und andere Verantwortungsträger.
Virginia: Child Mind Institute. LINK
Mayer, M. (2021). Traumasensibles Arbeiten mit Kindern. Leitfaden
für Fachkräfte der Kindertagesbetreuung und Frühen Bildung.
Berlin: Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut
Berlin-Brandenburg (SFBB). LINK
Weiterführende Literatur
Klappstein, K. & Kortewille, R. (2020). Traumatisierte Kinder
imAlltag feinfühlig unterstützen: Psychoedukation im Überblick.
Springer.
Bausum, J., Karau H. (2024). Traumapädagogik: Kita-Kinder
sensibel begleiten. Basiswissen, Fallbeispiele, Reflexionsfragen
und Checklisten für Team- und Elternarbeit. Don Bosco.
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27.10.2025
25 Minuten
In der Schweiz lebt jede dritte Person in einem mehrsprachigen
Haushalt (Bundesamt für Statistik, 2021). Entsprechend haben
viele Kinder Ressourcen in unterschiedlichen Sprachen. Das hat
nicht nur eine Bedeutung in Bezug auf die sprachliche Entwicklung
der Kinder, sondern spielt auch in alle anderen Lernbereiche
hinein – auch in das mathematische Lernen. In dieser Folge geht
es darum, wie sprachliche Ressourcen beim mathematischen Lernen
von Kindern im Kindergarten genutzt werden können.
Unsere Gäste sind Prof. Dr. Barbara Ott und Dr. Ángela Uribe
Acevedo. Gemeinsam mit Jun.-Prof. Dr. Priska Sprenger der PH
Heidelberg untersuchen sie im von MOVETIA geförderten Projekt
«MATHEspRechen im Kindergarten», wie sprachliche Ressourcen der
Kinder für das Mathematiklernen im Kindergarten fruchtbar gemacht
werden können und teilen in dieser Folge anhand anschaulicher
Beispiele erste Ergebnisse ihrer Studie mit uns.
Prof. Dr. Barbara Ott hat Lehramt für Grundschule mit Schwerpunkt
Mathematik studiert und mehrere Jahre als Lehrerin gearbeitet.
Anschliessend hat sie sich in ihrer Dissertation in
Mathematikdidaktik mit dem grafischen Darstellen im
Mathematikunterricht auseinandergesetzt. Inzwischen arbeitet sie
seit 10 Jahren an der PädagogischenHochschule St.Gallen, wo sie
aktuell die Fachleitung Mathematik und die Bereichsleitung
Ausbildung im Institut Mathematische, Naturwissenschaftliche und
Technische Bildung inne hat.
Dr. Ángela Uribe Acevedo hat Lehramt Mathematik in Kolumbien und
Deutschland studiert und im Anschluss mehrere Jahre an einer
öffentlichen sowie an einer deutschen Schule in Kolumbien
unterrichtet. Anschliessend hat sie zum Thema sprachbildender und
mehrsprachigkeitseinbeziehender Mathematikunterricht doktoriert.
Inzwischen arbeitet sie seit vier Jahren als Dozentin und
wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule
St.Gallen.
Literatur, die in der Folge verwendet wurde:
Bundesamt für Statistik (2021). Zunahme der Mehrsprachigkeit in
der Schweiz: 68% verwenden regelmässig mehr als eine Sprache.
Medienmitteilung. Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur 2019.
LINK
Sprenger, P., Uribe, Á, Ott, B., & Kuratli, S. (2023).
Zählkompetenz und Mehrsprachigkeit. Die Bedeutung von
Mehrsprachigkeit beim Erlernen der Zahlwortreihe und des Zählens.
4bis8, (6), 24-25. LINK
Ott, B., Sprenger, P., & Uribe, Á. (2024).
Mehrsprachigkeitsaktivierung im Kindergarten: Design einer
Lernumgebung. In P. Ebers, F. Rösken, B. Barzel, A. Büchter, F.
Schacht, & P. Scherer (Hrsg.), Beiträge zum
Mathematikunterricht 2024: Mathematikdidaktik – Gestern. Heute.
Morgen (S. 445-448). LINK
Uribe, Á., Sprenger, P., & Ott, B. (2024). Exploring
parent-child interactions by learning mathematics:
Repertoires-in-use within a kindergarten-family learning
environment. In M. Ní Ríordáin, and K. Erath (Eds.), Proceedings
of the Sixteenth ERME Topic Conference on Language and Social
Interaction inMathematics Classrooms (pp. 100 – 107). ERME / HAL
Archive. LINK
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Über diesen Podcast
Der Podcast "Frühe Bildung" richtet sich an alle, die beruflich (in
Kita, Kindergarten, Spielgruppe...) oder privat mit jüngeren
Kindern zu tun haben. Der Podcast greift deine Fragen zur frühen
Bildung auf, informiert zu Erkenntnissen aus der Wissenschaft und
lässt Expert*innen aus der Praxis reden. Frühe Bildung zum Mithören
- wo immer du gerade bist! Der Podcast ist eine Produktion des
Zentrums Frühe Bildung der Pädagogischen Hochschule St.Gallen:
www.frühe-bildung.ch
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