Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Die Börsenminute Archiv

670 Episoden
3 Minuten
Ich freue mich, dass meine jüngste Female-Finance-Initiative Früchte trägt: Eine Hörerin hat mich kontaktiert. Sie will wissen, was Laufzeitenfonds sind und was ich davon halte. Ganz einfach: Das sind Anleihefonds mit einer fixen Laufzeit. So wie eine Einzelanleihe eine fixe Laufzeit hat. Am Ende zahlen die Emittenten der Schuldscheine das geborgte Geld zurück. Laufzeitenfonds bündeln solche Anleihen mit gleicher Laufzeit, und am Ende ist Zahltag und der Fonds wird aufgelöst. Man weiß also genau was man dann ausbezahlt bekommt.


Hingegen investiert ein klassischer Anleihen-Fonds immer wieder in neue Anleihen mit beispielsweise fünf Jahren Laufzeit, wenn die älteren fünfjährigen im Portfolio auslaufen. Der Wert solcher Anleihefonds steigt und fällt stärker mit der Zinsentwicklung, weil man sich ja kein Zinsniveau einlockt.


Wer also zu einem fixen Zeitpunkt Geld entnehmen will, fürden sind die Laufzeitenfonds oder Einzelanleihen besser, weil man nicht vom dann herrschenden Zinsniveau abhängt.


Laufzeitenfonds für den Kleinanleger auch deshalb eine Alternative zu Einzelanleihen, weil die Stückelungen bei attraktiven Anleihen oft zu hoch sind oder die Papiere nicht für die den privaten Vertrieb zugelassen sind. Die Suche nach der richtigen Anleihe ist für Privatanleger viel mühsamer, als die nach der richtigen Aktie. Wer sich überzeugen will, kann sich einmal mit dem Anleihefinder der Börse Stuttgart auf die Suche begeben.


Übrigens, es gibt sogar schon Laufzeiten-ETFs, etwa die iShares iBonds, die man sich durchaus anschauen kann, ob man persönlich mit der Rendite leben kann.


Ob Laufzeiten – oder auch klassischen Anleihen-Fonds oder ETF: Man sollte in jedem Fall in das Fact Sheet schauen. Und dort zum einen auf die Gebühren (TER), zum anderen wo und in welche Anleihen genau investiert wird.


Ich persönlich würde derzeit auch nicht den vielen Marktrufen folgen, die jetzt die logischerweise besser verzinsten High Yield-Anleihen von Schuldnern schlechter Bonität empfehlen. Das würde ich persönlich nicht in einer Zeit vorschlagen, wo die geopolitische Lage besonders undurchsichtig ist und die Konjunktur sich abschwächt. Ich würde in bestgeratete Investmentgrade-Anleihen bevorzugen und zugunsten der Sicherheit auf Rendite verzichten. Weil ich hier davon ausgehen kann, dass sie das von mir geborgte Geld an mich auch zurückzahlen können.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Anleihen #Bonds #Rendite #Konjunktur #Podcast


Foto : Unsplash/Patricia Senders
3 Minuten
Da soll noch wer die Welt verstehen: Zum einen boomen Fett-weg-Spritzen und katapultieren die Aktienkurse von Herstellern wie Eli Lilly und Novo Nordisk in die Höhe (je +63 % Jahresperformance). Zum anderen schreibt Fastfood-Riese Mc Donald´s weiterhin fette Gewinne. Im dritten Quartal stieg der Umsatz des Burger-Spezialisten um 14 Prozent auf knapp 6,7 Milliarden US-Dollar und somit deutlich stärker als von den Analysten erwartet. Und selbst wenn man den Umsatz um die neuen Filialeröffnungen bereinigt kommt McDonald´s noch auf ein Umsatzplus von 8,8 Prozent.


Begründet werden die guten Zahlen zum einen mit Preiserhöhungen, die man durchsetzen konnte, zum anderen mit gelungenen Werbekampagnen.


Das Beste ist: Ich habe beide Aktien - NovoNodisk und Mc Donald´s im persönlichen Portfolio. Mir fällt hier die „Börsen-Omi“ Brigitte Sander und einer ihrer Lieblingssprüche ein: Breit gestreut, nie bereut.


Bei McDonald´s kommt mir noch eine alte Börsenweisheit in den Sinn: Eine Aktie schwankt umso weniger, je länger man sie behält. So hätte ich beinahe meine Mekki-Aktien kürzlich schon über Bord geworfen, weil es kurzfristig so aussah, als ob die neuen Fett-weg-Spritzen den Dickmachern den Gar aus machen. So weit ist es offenbar noch nicht, solange die Appetitzügler-Spritzen nicht in ausreichender Zahl und leistbar erhältlich sind.


Dennoch werde ich genau im Auge behalten, inwieweit Nestlé, Coca-Cola, McDonald´s und Co. auch in Zukunft noch verlässliche zuckersüße Rendite-Bringer sein können.


Laut einer Befragung durch Morgan Stanley von 300 Amerikanerinnen aßen Zweidrittel vor der Abnehmspritze drei oder mehr Snacks pro Tag. Sie reduzierten Ihren Konsum danach auf zwei oder weniger Snacks. Würde man die Umfrage auf die Gesamtbevölkerung umlegen, würde der Konsum von Soft Drinks, Backwaren und Snacks in den USA bis zum Jahr 2035 um bis zu drei Prozent zurückgehen.


Davon abgesehen, dass ein Sample von 300 für die USA nicht repräsentativ ist muss man meiner Meinung nach die Dickmacher auch so nicht aus seinem Depot schmeißen: Coca-Cola konnte im 2. Quartal 2023 die Preise um rund zehn Prozent erhöhen. McDonald´s wirbt mit Biofleisch, hat den Vegi-Burger im Programm und wird mit Sicherheit bald auch den Kalorienzählerinnen mehr anbieten können, um seinen Burggraben beizubehalten.


Keine Panik und ein ruhiges Wochenende wünscht Julia Kistner


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #NovoNordisk #EliLilly #Aktien #Abnehmspritze #FastFood #Podcast


Foto: McDonalds, Bearbeitung Börsenminute


4 Minuten
JP Morgan-Chef Jamie Dimon verkauft um 139,2 Mio. € Aktien


Ein guter Barometer, wie es mit einem Unternehmen bestellt ist, ist, was die Firmeninsider mit ihren eigenen Unternehmensaktien machen. Insider sind das Management und deren nahen Angehörige, Die müssen ihre Insidertransaktionen nämlich der Aufsichtsbehörde des jeweiligen Kapitalmarktes melden. Man findet sie dann bei den Behörden, in jedem Fall auf den Webseiten der jeweiligen Unternehmen unter „Director´s Dealings“ aufgelistet. Um daraus Schlüsse zu ziehen muss man aber schon schauen, weshalb eine Führungskraft kauft oder verkauft. Vielleicht ist der Kurs gerade gar nicht so attraktiv, sondern es handelt sich "nur" um Aktien, die dem Mangement im Rahmen eines Mitarbeiteroptionsprogramm zugordnet werden oder die ein Vorstand verkauft, um sich seine Villa zu finanzieren.


So berichtet die Financial Times das JP Morgan-Chef Jamie Dimon um eine Million US-Dollar eigene Bankaktien verkauft. Die sind zum heutigen Tag umgerechnet rund 139,2 Millionen Euro wert. Was noch erstaunlicher ist ist, dass der 67-jährige Banker zum ersten Mal Anteile verkauft, seit er vor mehr als zwei Dekaden bei JP Morgan anheuerte.


Damit hat er aber nicht alle seine Aktien verkauft – das wäre schon ein Warnsignal - sondern seine Familie besitzt noch 7,6 Millionen Stück davon. Wichtig ist, sich die Begründung für größere Käufe und vor allem Verkäufe anzuhören. Jamie Dimon nennt hier steuerliche Gründe und mehr Risiko-Diversifikation. Verstehe ich: Inklusive Aktienoptionen sollen die Anteile von Jamie Dimon an JP Morgan schon rund 1,4 Milliarden US Dollar wert sein.


Auch der große Warren Buffett streut sein Veranlagungsrisiko und investiert nicht nur in die Bank of America, sondern zu 51 Prozent auch in Appler-Aktien. Daneben ist er in American Express, Coca-Cola, Chevron, Occidental und viele andere investiert.


Als Aktionär von Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Heathaway oder wiederum von deren großen Beteiligungen wie Apple oder Bank of America macht es durchaus Sinn, Veränderungen von Buffetts Aktienanteile von Quartals- zu Quartalsbericht zu beobachten.


Gesammelt findet man Insiderkäufe und Verkäufe auf den Webseiten der Aufsichtsbehörden, oder auf Plattformen wie Yahoo Finance-Seite unter „Insider transactions“. Auch die Finanzplattformen gurusfocus.com und openinsider.com befassen sich mit den Transaktionen der Chefetage genauer. Viel Spaß beim Stöbern, alles Gute zum Welt-Veranlagungstag und morgen einen erholsamen Feiertag wünscht mit dieser bereits 650. Podcast-Folge der BÖRSENMINUTE Julia Kistner.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Insider #Director´sDealings #Aktien #Buffettt #JamieDimon #JPMorgan #Podcast


Foto : Invest Billionaire
3 Minuten
Alphabet – Aktie bricht nach Zahlen ein ...


So und ähnlich lauteten am Mittwoch dieser Woche die Schlagzeilen. Ein wenig weniger Aufregung täte auch nicht schlecht: Gut die Aktie verlor am Mittwoch gleich um 6,5 Prozent nach Präsentation ihre Quartalszahlen Q3. Doch zur Beruhigung hilft die Zeitachse im Chart einmal zu verändern: In den letzten sechs Monaten ist Google- und YouTube-Mutter Alphabet um knapp 30 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn knapp 46 Prozent und in den letzten fünf Jahren 160 Prozent – das sind mehr als 30 Prozent pro Jahr.


Bekomme ich annähernd so viel am Sparbuch? Nein. Viel wichtiger noch: Hat Alphabet im letzten Quartal Verluste geschrieben? Nein. Der Quartalsgewinn stieg im Jahresvergleich um mehr als 40 Prozent auf knapp 19,7 Milliarden Dollar.  Gut teilweise hat das abschreibungs- und steuertechnische Gründe, aber ein sattes Plus ist es allemal.


Kalte Füße haben die Anleger bekommen, weil das Cloud- und KI-Geschäft nicht ganz so gut gelaufen ist. Vielleicht waren hier auch die Erwartungen zu hoch. Ist Alphabet deshalb kein großer Player in den Bereichen? Nein. Google hat wertvolle Daten Ende nie, das kann ich bezeugen. In meinem Ort werden haptische Bücher der Österreichischen Nationalbibliothek in großen Hallen gelagert, die nicht mehr benötigt werden. Google hat sie für die Nationalbibliothek - und natürlich für sich selbst - digitalisiert.


Bleibt noch das Argument gegen die Aktie, dass der Kurs-Absacker den Wert charttechnisch unter Druck bringt, weil die Korrektur an einer kritischen Widerstandsbereich bei umgerechnet 135,32 Euro erfolgt. Tangiert mich das als Langfristanleger –Nein!


Also ich glaube, da wird zu viel gegackert, behalte meine Alphabet-Aktien und nütze Rückschläge eher für Nachkäufe. Da halte ich es mit dem Analysehaus Jefferies, die die Google-Muttrer auf „Buy“ behält und das mit einem Kursziel von 165 US-Dollar.


Ein unaufgeregtes, erholsames Wochenende wünscht Julia Kistner.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #YouTube #Google #Aktien #Alphabet #Quartalszahlen #Podcast


Foto : Börsenminute


 
3 Minuten
Was Value überhaupt wert ist


Der Nasdaq 100, der Technologie-Index schlechthin, hat von Jahresbeginn bis gestern in etwa so viel zugelegt, wie er im Vorjahr verloren hat: nämlich 33,5 Prozent. Sehr spannend, wo doch eigentlich die Zinswende Wachstumsaktien, zu denen im Großen und Ganzen Tech-Aktien gehören einbremsen, weil ihre Investitionen mit Zinsanstiegen teurer werden, und sich Schulden schwerer refinanzieren lassen.


Das Ganze drückt dann normalerweise auf die Bewertung der Tech-Aktien, weshalb die Anleger bei steigenden Zinsen bei Value- und nicht mehr bei Wachstums- bzw. Tech-Aktien zugreifen. Als Value-Aktien bezeichnet man wiederum Titel mit einer soliden Gewinnentwicklung und einer starken Marktposition, die gerade unterbewertet sind.


Tatsächlich kann man nicht immer so klar zwischen Growth und Value unterscheiden. Denn wo genau gehört etwa Microsoft hin? Ist ein KGV von 35 für Microsoft immer noch günstig, wenn der Wert in den letzten fünf Jahren schon um 235 Prozent gestiegen ist? Kann Microsoft die Gewinn-Erwartungen so steigern das sie den 35-fachen Wert des Jahresgewinn wert ist?


Auch Apple, Alphabet oder Amazon sind meiner Meinung nach keine reinen Wachstumsaktien mehr. Wären sie günstiger, könnte man sie unter Value subsumieren.


Man muss Gewinn-trächtige Aktien also nur mit einem für sich akzeptablen Preis auf eine Wunschliste schreiben und warten bis die Börse weiter einbricht und die Aktie ein Kaufkandidat wird. Doch Vorsicht: Sind Aktien ermeintlich günstig, sollte man den Gründem hierfür auf dem Grund gehen: rückläufige Erträge, schlechtes Management, hohe Verschuldung, schlechtes Branchenumfeld u.s.w.


Ein klares W.O.-Kriterien für den Kauf einer Aktie oder auch einer Unternehmensanleihe ist für mich , wenn das Unternehmen eine im Vergleich zur Konkurrenz auffällig hohe Verschuldungsquote hat.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Value #Growth #Aktien #Zinsen #Microsoft #Podcast


Foto : Unsplash/Jon Tyson
3 Minuten
Man sollte nicht mit den Wölfen heulen, schon gar nicht an der Börse, wo sie momentan besonders laut heulen. Erst bei den Aktien, jetzt bei den Anleihen, weil es natürlich ungewöhnlich ist das US-Anleihen, die in geopolitisch sehr unsicheren Zeiten normal als sicherer Hafen gelten, wurden auch gestern wieder massiv abverkauft. Was lernt man daraus: Nicht nur Haushalte und Unternehmen, auch Staaten dürfen sich nicht maßlos verschulden, ohne dass man ihnen irgendwann kein Geld mehr borgt. Laut Datenanbieter Bloomberg stiegen die Renditen zehnjährigen US-amerikanischen Staatsanleihen erstmals seit 2007 wieder über fünf Prozent. Das hat insofern eine globale Auswirkung, weil damit sich nicht nur für die Staaten, sondern auch für Unternehmen und für Privatpersonen Kredite teurer werden, umso mehr, je geringer die Bonität ist. Deshalb würde ich mehr denn je auf die Bonität der Schuldner, also der Anleihenemittenten achten. Mich nicht nur auf Staaten und Unternehmen der besten Bonitätsklasse, also Investmentgrade beschränken, sondern in dieser Bonitätsklasse auch nicht an den unteren Rand gehen, das wäre beim globalen Standard&Poor´s Rating die Bewertungen A- und BBB. Hier besteht die Gefahr, dass, wenn sich die konjunkturelle Lage verschlechtert, die Anleihen herabgestuft werden, aus der Kategorie Investmentgrade fallen und dann automatisch von vielen Fonds und Institutionellen abverkauft werden, die nur in bestgeratete Papiere investieren dürfen. Schaut also bitte auch bei euren Anleihen-EFTs und -Fonds auf die Bonität der investierten Anleihen, nachzusehen im Fondsprospekt. Bei Investmentgrade-Anleihen – mit denen ich mich vielleicht nicht unbedingt zehn, sondern vielleicht auch mal nur 5 bis 6 Jahre binde und die ich ohnedies bis Schluss halten will, wenn ich 100 Prozent der Nominale zurückbekomme, brauche ich dann auch nicht in das Geheule der Wallstreet-Wölfe über fallende Anleihenrenditen miteinstimmen.


Vielen Dank fürs Zuhören! Ich würde micht freuen, wenn Ihr den Podcast Börsenminute auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder YouTube abonnieren und auch weiterempfehlen würdet.


Eure Julia Kistner


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Anleihen #Fonds #Rating #Investmentgrade #PODCAST
5 Minuten
Laut Fonds-Analysehaus Morningstar hält der Siegeszug der ETFs an. Zur Erinnerung: ETFs oder Exchange Traded Funds sind Passivfonds, die nicht aktiv von einem Fondsmanager verwaltet werden, sondern automatisch einer Benchmark wie einem Index, einem Korb von Aktien usw. folgen und sich entsprechend ihrer Messlatte zusammensetzen.


Laut Morningstar sind im Vorjahr aus klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds alleine in den USA 960 Milliarden US-Dollar Anlagevermögen abgeflossen und in den ersten acht Monaten 2023 nochmals 243 Milliarden US-Dollar. Währenddessen sind in ETFs 2022 rund 592 Milliarden US-Dollar mehr hineingeflossen und in den ersten acht Monaten 2023 betrug der Nettozufluss auch nochmals 289 Milliarden US-Dollar. Auch in Europa wird von gemanagten in Passivfonds umgeschichtet.


Auch wenn gemanagte Fonds mit 22,1 Billionen US-Dollar Vermögen Ende 2022 in den USA noch deutlich mehr bewegen als die  7,4 Billionen US-Dollar, die in ETF veranlagt sind, ist das ETF-Vermögen doch um 400 Prozent in den letzten zehn Jahren gewachsen, so die Erhebungen des Investment Company Institute ICI.


Die Vorteile liegen auf der Hand: ETFs haben in den USA gewisse Steuervorteile und sie sind sehr liquide, über die Börse wie Aktien jederzeit leicht zu kaufen und zu verkaufen. Vor allem aber sind sie spesengünstig, sie müssen ja keinen Fondsmanager bezahlen.


Jährliche Verwaltungsgebühren, die sich nach wenig anhören haben eine große Wirkung auf den Ertrag wie dieses einfache Beispiel zeigt: Neben wir an, wir kommen bei einem Aktien-Fonds und ETF auf einen jährlichen Wertzuwachs von fünf Prozent und wir zahlen Monat für Monat 200 Euro jeweils in die Fondsprodukte ein. Beim aktiv gemangten Fond liegt die jährliche Managementgebühr bei 1,5 Prozent, beim ETF bei 0,25 Prozent. Nach zehn Jahren und einbezahlten 24.000 Euro kommt man beim gemanagten Investmentfonds auf einen Wertzuwachs von 4600 Euro, beim ETF durch die geringeren Spesen hingegen von 6482 Euro.


Spesen sparen zahlt sich also aus. Und hier ist noch nicht einmal der Ausgabeaufschlag, eine Art Kaufgebühr bzw. Provision für den Vertrieb bei aktiv gemanagten Fonds berücksichtigt. Nimmt man hier moderate 1,5 Prozent an, ist der Wertzuwachs bei den aktiven Fondsprodukten nochmals um 1356 Euro geringer.


Bei ETFs zahlt man in der Regel keinen Ausgabeaufschlag, sprich Vertriebsprovision an den Finanzberater. Allerdings, wie Beispiele aus meiner Podcast-Community zeigen, gehen manche Finanzinstitute auch dazu über, auch bei ETFs einen halben oder ein Prozent Verkaufsprovision unterzujubeln.


Also: Unbedingt den Berater seines Vertrauens fragen, wofür man den Aufgabeauschlag auf den ETF bezahlt und unbedingt einen Blick in den Fondsprospekt werfen und nach den entscheidenden drei Buchstaben TER suchen: Total Expense Ratio. Diese Gesamtkostenquote enthält alle Kosten, die Dein Fondsvermögen schmälern wie gegebenenfalls ein Ausgabeaufschlag gleich zu Beginn, die jährlichen Verwaltungsgebühren oder mögliche Performance-Gebühren je nach Höhe des Kursgewinns. Die TER sollte somit möglichst niedrig sein.


Bevor mich jetzt ein Shit-Storm ereilt, gute Fondsmanager haben natürlich  ihre Berechtigung, wenn sie einen Mehrertrag nachweisen können, der ihre Kosten übersteigt. Das mag bei Investments in exotischeren Märkten und auch mehr in Phasen des Börsenabschwungs sein, wenn man wieder mehr selektieren muss und mehr Analyse und Expertise gefragt sind.


Bei transparenten Aktienmärkten wie den US-amerikanischen oder europäischen Markt – das ist natürlich nur meine persönliche Meinung – setze ich lieber Indexfonds ein oder investiere direkt in Aktien.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Spesen #Fonds #Aktien #Zins #ETF #PODCAST
3 Minuten
Wenn die Zinsen steigen, sinken die Renditen der bereits im Umlauf befindlichen Anleihen. Denn die Anleihen werden weniger Wert, weil sie ja noch niedriger verzinst sind. So weit so gut. Einer Logik, der allerdings schon weniger folgen können ist, dass Aktienkurse in der Vergangenheit mit steigenden Zinsen auch mitstiegen und bei fallenden Zinsen ebenso fielen. Kann doch nicht sein, wird sich jetzt der eine oder andere denken. Denn fallen die Zinsen, werden Neukäufe von Anleihen weniger attraktiv und das Geld fließt wieder in die Aktienmärkte.


Tatsächlich ist aber nicht primär die Zinsentwicklung für den Kursanstieg oder Abstieg von Aktien verantwortlich, sondern vielmehr die Gründe, weshalb die Nationalbanken die Zinsen senken oder anheben. Sie senken Zinsen in der Regel deshalb, weil es der Wirtschaft, also den börsennotierten Unternehmen nicht gut geht. Damit sind die Unternehmen aber auch an der Börse weniger wert. Wenn die Zinsen angehoben werden, dann deshalb, weil man eine sich überhitzende Konjunktur damit einbremsen will. Denn steigen die Zinsen, wird wieder mehr gespart als ausgegeben, die Unternehmen investieren weniger.


Was ich damit sagen will: Ist man überzeugt, dass man in den USA im ersten Quartal 2024 schon Zinssenkungen sehen wird, sollte man jetzt nicht zu früh den Aktienanteil aufstocken. Ich rechne persönlich noch nicht so bald mit einer Zinswende, habe aber auch keine Glaskugel.


Auch spielen natürlich viele, viele andere Faktoren bei der Preisbildung an der Börse mit. Am wenigsten kann man die gefährliche geopolitische Lage abschätzen. Hier kann man nur den Ölpreis beobachten.


Was ich persönlich mache, logo, das ist keine Anlageempfehlung: Ruhe bewahren. Ich schaue, wo ich ein wenig bei meinen Wachstumsaktien Gewinne mitnehmen und in defensivere Aktien und Unternehmensanleihen bester Bonität sehr selektiv umschichten kann . Ich bemühe mich auch, meinen hohen US-Anteil im Portfolio behutsam und sukzessive in Richtung Europa auszubalancieren.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Anleihen #Aktien #Zinsen #rebalancing #Podcast


Foto : Unsplash/Rob Wicks
4 Minuten
Wahnsinn, was Wunderspritzen zum Abnehmen bewirken können. Nicht bei mir, ich habe sie noch nicht ausprobiert, sondern an der Börse. Der Pharmakonzern Eli Lilly hat in den letzten zwölf Monaten 85 Prozent zugelegt, die Aktie des dänischen Mitbewerbers Novo Nordisk über 78 Prozent. Dessen Wirkstoff wirkt nicht nur gleichzeitig gegen Diabetes und als Appetitzügler bei Übergewicht, sondern soll auch gegen chronische Nierenerkrankungen helfen.


Ob man jetzt noch in die Pharma-Werte einsteigen, oder den ersten Hype bis zu einer Korrektur der neuen Schlankmacher abwarten soll, muss jeder für sich entscheiden. Für Langfristanleger ist weniger das Timing entscheidend als mögliche Langfrist-Nebenwirkungen, die zum aktuellen Zeitpunkt allerdings nicht bekannt sind.


Folgenschwer ist jedenfalls jetzt schon, wie Eli Lilly und Novo Nordisk Jahrzehnte alte Qualitäts-Aktien wie eine Nestlé, Coca Cola oder Mc Donald´s schlagartig unter Druck bringen, da die Appetitzügler das Geschäftsmodell von Kalorienbomben-Produzenten nachhaltig schädigen. Da reicht schon das Ergebnis der jüngsten Studie des Handelskonzerns Walmart, wonach angeblich bereits eine Veränderung im Konsumverhalten in Richtung gesunde Ernährung festzustellen sei. Müssen sich also nur noch alle die Wunderspritzen leisten können, die aktuell für vier Wochen ca. 340 Euro kostet.


Novo Nordisk schickte mit seinem Medikament Ozempic aber nicht nur die Zuckerbäcker, sondern auch die Aktien der Dyalyse-Spezialisten wie Fresenius Medical Care, Outset Medical, Johnson&Johnson oder auch DaVita auf Talfahrt. Denn Ozempic soll das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen verlangsamen, was wünschenswert wäre.


Was meiner Meinung nach wichtig ist, ist nicht nur zu schauen, welche Unternehmen von Hypes wie erfolgreiche Abnehm-Pharmaka oder KI profitieren, sondern auch welche verlieren.


Der Trend des bequemen Abnehmens ist jedenfalls gekommen, um zu bleiben. Davon bin ich überzeugt und halte an Novo Nordisk fest. Die hab ich mir übrigens bereits vor über einem Jahr gekauft. Nicht weil ich so viel schlauer war und den Durchbruch als Abnehm-Präparat erkannt hätte. Ich habe bei Novo Nordisk vielmehr an die Diabetes-Story geglaubt, eine Volkskrankheit, die weltweit grassiert.


Auch höhere Zinsen sind gekommen, um zu bleiben, wenn auch nicht ganz so hoch wie die 6,1 Prozent im September in Österreich. Und damit beantworte ich auch schon die Frage eines Hörers der aktuellen Podcastfolge GELDMEISTERIN mit DJE Kapital-Vorstand Ulrich Kaffarnik - hörenswert (!) - , der so wie ich auch persönlich meinte, dass momentan langlaufende Unternehmensanleihen für die Vorsorge interessant sind. Der Hörer will wissen, warum nicht Staatsanleihen. Eben, weil die Inflation zu hoch und die Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen guter Bonität einfach zu gering sind – das ist meine persönliche Meinung, wohlgemerkt – um die Kaufkraft meines Vermögens auf Dauer zu bewahren. Da müsst ich mir schon Staatsanleihen weniger zahlungskräftiger Länder ins Portfolio packen. Doch wenn ich mehr Risiko für mehr Rendite eingehen möchte, ja dann mache ich das doch lieber mit Aktien, wo ich auch noch unbegrenzte Chancen nach oben habe.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Anleihen #Novonordisk #Johnson&Johnson #Gesundheitsbranche #EliLilly #Podcast


Foto : Unsplash/Tammy


4 Minuten
Stell Dir vor es tobt ein blutiger Konflikt im Nahen Osten, doch die Börsen bleiben weitgehend unbeeindruckt. Genau die Situation haben wir gerade. Der US-Leitindex S&P 500 hat – Stand Freitag 19 Uhr kaum nachtgegeben. Und das, obwohl dieser Leitindex in Summe gerade stark überbewertet ist, meinen Carsten Roemheld von Fidelity und Norbert Keimling von Taunus Trust unisono. Dafür haben sie auch einige treffende Argumente: Im Schnitt lag das Kurs-Gewinnverhältnis der 500 größten Unternehmen bei 14. Derzeit benötigen wir die Unternehmensgewinne von 20 Jahren, um den Aktienpreis reinzuverdienen.


Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass man auch auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 kommt, wenn man die glorreichen Sieben ausklammert. Die sieben nach der Marktkapitalisierung größten Unternehmen der US kommen nämlich auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40 und ziehen damit den Schnitt nach oben.


Ok, aber ein weiterer Hinweis, weshalb US-Aktien zu teuer sind ist die Risikoprämie, also der bei Aktien eingeforderte höhere Ertrag für das höhere Risiko Aktuell ist die Risikoprämie auf US-Aktien sogar leicht negativ. Denn die erwartete Gewinnrendite liegt bei den Aktien des S&P 500 bei fünf Prozent. Da bekommt man in den USA sogar für geldmarktnahe Veranlagungen mehr.


Carsten Roemheld glaubt obendrein, dass ein Soft Landing statt eine Rezession in den USA eingepreist ist, für ihn eine unrealistische Annahme. Und dann kramt er noch eine Statistik hervor: In den letzten Dekaden lagen von den nach Marktkapitalisierung zehn größten Unternehmen - nur zwei auch in der nächsten Dekade vorne. Das hieß von den glorreichen sieben maximal zwei überleben.


Auch das Argument, dass der S&P 500 Europa langfristig outperforme, stimme so nicht. Das war vor 2007 nicht so, das komme durch die Zinspolitik: Die Zinsen sind seither durch die ultralockere Zinspolitik seit Alan Greenspan ein Stück weit unter neutralen Zins. Das für bei Risiko-Assets wie Aktien zu höheren Renditen. Ja und wenn sich die Zinsen jetzt wieder normalisieren, nagt das natürlich an den Renditen der Aktien. In den USA, so die Experten, kauf man derzeit lieber Anleihen mit mittleretr Laufzeit statt Aktien ein. Wenn Aktien, dann sollte man sich lieber in den Emerging Markets oder aber auch in Deutschland umschauen. Anleihen guter Bonität mit längerer Laufzeit empfiehlt jetzt auch Ulrich Kaffarnik, Kapitalmarktexperte und Vorstandsmitglied der DJE Kapital AG in der am Sonntag erscheinenden Podcastfolge der GELDMEISTERIN. Ich hoffe wir hören uns. Schönes Wochenende mit der 643. Folge der Börsenminute wünscht Julia Kistner


#USA #Bewertung #Aktien #investment #Shareholder #bonds #podcast


Risiko-Hinweis: Alles Gesagte ist nur die persönliche Meinung von Julia Kistner und keine Anlageempfehlung.


Fofo: Unsplash/tim Mosholder
4 Minuten
Nicht falsch verstehen, auch ich bin der Meinung, dass es in jedem Fall Sinn macht früh mit dem Aktienansparen zu beginnen. Selbst wenn es nur 30 oder 40 Euro pro Monat sind, die man regelmäßig in gleicher Höhe beispielsweise in einen Aktien-Indexfonds steckt. Hauptsache man beginnt einmal mit dem Aktiensparen und lernt daraus. Und beginnt heute aber nicht gleich auf die Birkenstock-Aktie anzusparen, die heute an die Börse geht, nur weil sie durch den Barbie-Film gerade hoch im Kurs ist. Starten würde ich zur Risikostreuung mit einem breit gestreuten Indexfonds, aber das in einer anderen Börsenminute-Podcastfolge.


Um richtig vermögend zu werden braucht es schon einen gewissen Vermögensstock. Soll heißen, wer nicht mit einem Erbe rechnen kann, sollt in jungen Jahren – so meine persönliche Meinung – versuchen in seinem Brotberuf so gut zu verdienen, damit er durch den Kauf statt Miete seiner Wohnimmobilie seine Fixkosten nach Abzahlung des Immo-Kredits reduzieren kann. So bleiben ihm dann automatisch mehr verfügbares Vermögen übrig, mit dem er vorsorgen kann.


Und wenn man dann mehr ansparen kann, dann wird der Traum auch realistisch, dass die Ersparnisse durch den Zinseszinseffekt fleißig für einen arbeiten und man seine Worklife-Balance – in Summe ohne gravierende Einkommenseinbußen – zugunsten von Freizeit verschieben kann.


Wer also rechtzeitig darauf schaut, dass er gut verdient und dass er vor allem in jungen Jahren am besten Vollzeit arbeit, hat auch im Alter genug. Das zeigen die Berechnungen der Pensionsversicherungsanstalt, präsentiert im Finanzjournalisten-Forum. Liebe Zuhörer:innen in der Schweiz und Deutschland, auch wenn die Zahlen aus Österreich stammen kann man sie auch auf Eure staatlichen Vorsorgesysteme umlegen.


Daher, erstens: Augen auf bei der Jobwahl. Ein Lehrling, der mit 15 Jahre sein Karriere beginnt und 50 Jahre in das Umlagefinanzierte Pensionssystem einbezahlt kommt auf eine Durchschnittseinkommen von 3200 Euro und einen Pensionsanspruch von 2906 Euro. Ein Akademiker der erst mit 25 Jahren ins Berufsleben startet, kommt auf ein höheres Durchschnittseinkommen von 4500 Euro, aus dem dann – trotz kürzerer Arbeitszeit – eine um 300 Euro höhere Monatspension resultiert.


Und zweitens: Teilzeitarbeiten ist natürlich angenehm und manchmal hat man auch nicht die Wahl, aber die bessere Worklife-Balance muss einem im Alter deutlichen Einkommensverlust auch Wert sein. Das Rechenbeispiel der Pensionsversicherung: Eine Frau mit einem Durchschnittseinkommen von 3000 Euro pro Monat, die statt 40 „nur“ 30 Stunden arbeitet, muss später eine um 12,5 Prozent niedrigere Pension in Kauf nehmen, bei 25 Wochenstunden eine Pensionseinbuße um 18,8 Prozent und bei der Halbierung der Wochenstunden auf 20 eine um 25 Prozent niedrigere Rente. Alles klar?





Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Teilzeit #Rente #Sparplan #Portfolio#Podcast


Foto: Unsplash/Haley
4 Minuten
Kinder, wie die Zeit vergeht: Hier schon mal der erste Rückblick auf 2023, der mir heute in die Mailbox geflattert ist, erstellt von von Flossbach von Storch. Ratet mal, wer wieder einmal der Bestperformer ist. Richtig: US-Aktien. Inklusive Dividenden ist in Euro gerechnet der Index der größten 500 US-Unternehmen, der S&P 500 in den ersten neun Monaten um 12,7 Prozent im Plus.


Der MSCI World Index hat hingegen „nur“ um 12 Prozent zugelegt und das natürlich auch vor allem deswegen, weil er mit rund 60 Prozent stark in US-amerikanische Aktien gewichtet ist.


Der deutsche Leitindex DAX hat sich auch um 10,5 Prozent gesteigert – trotz der vielen Unkenrufe, weil die europäische Konjunkturlokomotive in die Rezession gerutscht ist.


Der europäische Index der größten europäischen Unternehmen Europas, der STOXX Europe 600 hat - ebenso inklusive Dividenden – um zehn Prozent zugelegt. Bei dem Index gibt es übrigens ein Gerangel um das wertvollste Unternehmen Europas. Hier muss sich der Luxusgüterkonzern LVMH neuerdings mit dem Pharmariesen Novo Nordisk matchen, dessen Erträge dank seines Abnehmmittels Wegovy durch die Decke gehen. Der Börsenwert des dänischen Arzneimittelherstellers liegt bei fetten 421 Milliarden US-Dollar.


Signifikant geringere Kursgewinne bei deutlich höherem Risiko fuhr man mit Schwellenländer-Aktien ein. Der MSCI Emerging Marktes brachte es inklusive Dividenden in Euro umgerechnt gerade einmal auf ein Plus von 2,6 Prozent von Jänner bis September 2023.


Der Bestperformer des Vorjahres, der US-Dollar legte gegenüber dem Euro in diesem Zeitraum gerade einmal 1,3 Prozent zu, der Goldpreis auf US-Dollarbasis ebenso.


Mit Anleihen ist man seit Jahresbeginn wie schon im Vorjahr nicht gut gefahren: Der Performanceindex Rex, der die Wertentwicklung deutscher Staatsanleihen misst hat von Jänner bis September sogar 0,8 Prozent eingebüßt, alternative Investments 0,7 Prozent.


Bei Anleihen und Qualitätsaktien kann man sich nach Meinung von Flossbach von Storch jetzt durchaus umschauen. Ich sehe das so: Qualitätsaktien mit einem soliden Geschäftsmodell gehören immer ins Depot. Bei Anleihen hat man jetzt wieder Chancen, damit auch die Inflationsrate mittelfristig zu schlagen. Wichtig ist aber, seiner persönlichen Anlagestrategie treu zu bleiben, die wahrscheinlich beide Assetklassen ohnedies beinhaltet. Oder kann mir jemand verraten wie genaues Timing funktioniert?


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Anleihen #Crash #Podcast


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Anleihen #Gold #Portfolio#Podcast


Foto: Unsplash/adi_Goldstein





5 Minuten
Die Renditen von US-Staatsanleihen – nahezu egal mit welcher Laufzeit – kletterten diese Woche auf Rekordniveaus. Zur Erinnerung: Rechnen die Investoren mit steigenden Zinsen, dann fallen die Kurse der bereits im Markt befindlichen Anleihen, weil sie ja noch niedriger verzinst sind und daher abverkauft werden. US-Staatsanleihen sind teilweise so weit unter dem Kurs von 100 abgetaucht, dass die Renditen der 30-jährigen Staatsanleihen nach einem massiven Abverkauf erstmals seit Beginn der Finanzkrise 2007 wieder über fünf Prozent stiegen.


Steht uns wieder ein Crash an den Aktien- und Anleihenmärkten bevor? Liebe Crash-Propheten da draußen, ihr seid – ich muss es leider sagen – Hochstapler. Denn einen Crash kann man nicht voraussagen. Genauso wenig kann ich ihn mit Sicherheit ausschließen.


Übrigens: Auch die Renditen deutscher oder italienischer Staatsanleihen sind so hoch wie seit ein Jahrzehnt nicht mehr. Der Finanzmarkt ist eben doch ein globaler.


Also, was tun? Durchatmen und die Lage für sich beurteilen. Erstens: Warum ist es eigentlich dazu gekommen? Im Wesentlichen, weil in den USA die Daten doch robuster sind als erwartet und US-Notenbank-Chef Jerome Powell klar gemacht hat, dass es nicht notwendig sei, die Zinsen so schnell zu senken, um die Konjunktur anzukurbeln. Wie heißt es so schön: „The US Federal Reserve keep rates higher vor longer.“


2007 kam es hingegen zum Crash, weil es den Amerikanern nicht so gut ging, sie ihre Hypotheken nicht bedienen konnten, die clerveren Amerikaner die faulen Kredite in Fonds bündelten und nach Europa exportierten. Bevor mich ein Shit-Storm ereilt – das ist natürlich sehr vereinfacht.


Ich sage nicht, dass man jetzt seine Bonds verkaufen sollte, wenn man sie ohnehin bis Laufzeitende behalten möchte, und sie dann zu 100 zurückbezahlt werden. Aufpassen muss man nur etwas bei jenen US-Staatsanleihen, die rund um den November auslaufen. Das Investmenthaus Goldman Sachs hat zu dem Zeitpunkt schon einen Shut Down der US-Regierung eingepreist und das würde bedeuten, dass die auslaufenden Anleihen zu der Zeit womöglich nicht bedient werden könnten. Und auch wenn sie auszahlen, muss ich zu dem Zeitpunkt vielleicht Währungsverluste hinnehmen, weil der Dollar dann gerade unter Druck ist.


Es gibt jetzt bestimmt guteEinstiegsgelegenheiten, weshalb ich mir aber auch nicht mein Langfristportfolio mit Anleihen vollpacken würde. Da bin ich der Meinung von Baader Bank-Chefanalyst Robert Halver in der aktuellen Podcastfolge der GELDMEISTERIN, dass 60:40- Portfolios, also Fonds die zu 60 Prozent in Anleihen und zu 40 Prozent in Aktien investieren, nur eine Marketing-Erfindung sind.


Ich bin aber schon der Meinung, dass man sich jetzt umschauen kann und dabei immer seine langfristige Anlagestrategie im Kopf hat. Weshalb möchte ich Anleihen kaufen? Rechne ich mit einer tieferen Rezession und so mit größeren Kursrückschlägen an den Börsen. Dann kann ich mir schon jetzt günstig die eine oder andere Anleihe ins Portfolio auch mit Laufzeit von ein paar Jahren legen.


Und wofür Anleihen immer Sinn machen ist, wenn ich zu einem bestimmten Zeitpunkt Geld benötige, weil ich mir etwa in vier Jahren eine neue Heizung oder ein Auto leisten muss oder möchte. Dann weiß ich genau, was ich mit dem ausbezahlten Anleihen-Preis plus Zinsen zur Verfügung habe und bin zu dem Zeitpunkt unabhängig vom Börsengeschehen. Vorausgesetzt natürlich, ich investiere in Schuldverschreibungen von Schuldnern mit guter Bonität, die dann auch noch zahlungsfähig sind.


Ein schönes Wochenende wünscht Julia Kistner


Übrigens: Dies ist bereits die 640. -Börsenminute-Podcastfolge! Wenn Euch der Podcast gefallen hat, würde ich micht freuen, wenn Ihr ihn abonniert und mir damit hilft, dass noch mehr Börsen-FreundInnen auf ihn aufmerksam werden.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Bonds #Anleihen #Crash #Podcast





 





 








3 Minuten
Die Amerikaner haben keine staatliche Pensionsvorsorge? Das stimmt so nicht. Das gesetzliche Rentenalter liegt in den USA aktuell bei 67 Jahren. Jeder amerikanische Arbeitgeber und -nehmer zahlt bis zu einer Höchstbemessungsgrundlage von rund 140.000 US-Dollar im Jahr jeweils 6,2 Prozent vom Bruttolohn in die staatliche Pensionsversicherung ein. Selbständige und Freiberufler zahlen die ganzen 12,4 Prozent.


Das reicht aber nur für eine Grundsicherung. Darüber hinaus gibt´s in den USA aber noch spannende steuerliche Anreize für die Eigenvorsorge. Am beliebtesten ist der 401(k)-Plan: Man kann einen bestimmten Teil der Jahresbezüge steuerfrei in private Investmentfonds stecken. Das können ETFS ebenso wie gemanagte Fonds sein. Anleihen-, Aktien- oder auch Mischfonds kommen in Frage. Meist beteiligen sich auch US-Arbeitgeber an den Einzahlungen.


Zusätzlich gibt es noch die Individual Retirement Accounts, kurz IRA. Einen solchen IRA kann man bei einer Bank oder einem Broker eröffnen und so mit Steuervorteilen für das Alter vorsorgen.


Und was gibt es bei uns für Steuerzuckerl? Für Selbständige gibt es in Österreich die § 14 Fonds, in die man bis Jahresende investieren kann und so den Gewinnfreibetrag nutzen kann. Für Gewinne bis 30.000 Euro kann man mit Investments in diese Fonds den zu versteuernden Gewinn um bis zu 15 Prozent reduzieren.


In Deutschland kann man Beiträge für private Lebens- und Rentenversicherungen bis zu einem Höchstbetrag von 1.900 Euro für Arbeitnehmer bzw. 2.800 Euro für Selbstständige als Altersvorsorgeaufwendungen absetzen. Zusätzlich lassen sich Beiträge zur Riester-Rente bis zu 2.100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben absetzen.


Doch Achtung: Steuervorteile kann der Staat auch von heute auf morgen wieder reduzieren. So geschehen in Österreich beim Bausparer und der Zukunftsvorsorge. Oder Steuervorteile kann die nächste Regierung auch zur Gänze streichen: Das war bei den Investitionsfreibeträgen so, die wieder eingeführt wurden.


Steuervorteile sind das eine, man sollte sich in erster Linie aber anschauen, wie ertragreich die Veranlagungen auch sind.


Wer Steuervorteile noch heuer nutzen will, tut jedenfalls gut daran, sich jetzt schon rechtzeitig nach geeigneten Finanzprodukten umzuschauen…


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #TAX #Ertrag #Podcast


Foto: Unsplash





3 Minuten
Überall wird derzeit von den großen Gewinnchancen mit kleinkapitalisieren Small Caps aus der zweiten Reihe schwadroniert. Dazu muss man natürlich erst einmal definieren, was man unter Small Caps versteht. Grundsätzlich sind es Aktien deren Börsenwert oder auch Handelsvolumen im Vergleich zu anderen börsennotieren Unternehmen gering ist. In den USA zählt man darunter im Normalfall Aktien mit einem Börsenwert von 250 bis zwei Milliarden US-Dollar. In Europa setzt man die Grenze nach oben eher bei einer Milliarde Euro an.


Wie auch immer, es gibt gute Gründe, warum Small Caps interessant sein können: 1.) Der gängige US-Index für die kleinenen Player, der Russel 2000 hinkt schon fünf Jahre und mehr der Entwicklung des S&P 500 hinterher, der die größten US-amerikanischen Werte abbildet. Auch könnte es durchaus sein, das wir sogenannte „Crowded Trades“ bei den Aktienschwergewichten sehen, dass viele Anleger bei den "Big Five", die super gelaufen sind jetzt die Gewinne mitnehmen und gleichzeitig aussteigen.


Eher wird es aber sein, dass in den nächsten Konjunktur-schwachen Monaten die Masse in große stabile Werte flüchtet. Ja und dann, wenn sich Anfang nächsten Jahres wieder die Konjunktur und die Aktienmärkte erholen sollten, dann werden die noch unentdeckten Werte aus der zweiten Reihe stärker nachgefragt seinund steigen.


Auf Nebenwerte zu setzen kann auch deshalb Sinn machen, weil man über die gängigsten Index-Fonds in Small Caps meist kaum veranlagt ist, weil schon per Definition in die größten Wert investiert wird.


Was gegen Small Caps spricht? Sie haben bisher über einen langen Anlagehorizont nie die großen Indizes schlagen können. Ihre Kurse sind viel schwankungsanfälliger und die Liquidität kann ein Problem sein, dass man etwa im Abwärtssog für kleinere Papiere auch weniger Käufer findet.


Small Caps gehören daher in Expertenhand oder man sollte zumindest das jeweilige kleine Unternehmen gut kennen. Man kann ja auch bei kleinen Unternehmen auf konservative Geschäftsmodelle setzen um nicht allzu viel risikieren. Viel riskiert vor allemder, der gar nicht investiert ....


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Weltaktienindex #SmallCaps #Podcast


Foto: Unsplash /akshar Dave