Die Börsenminute Archiv
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Hilfe, die zehnjährigen #Anleihenrenditen steigen. Richtig, nur, das ist der Punkt, von welchem Niveau aus. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen kratzen gerade einmal am Gefrierpunkt. Die aktuelle deutsche Inflation von zwei Prozent berücksichtigt schaut für Investoren ein Verlust raus. Bei kürzeren, zweijährigen Bundesanleihen sind die Zinsen mit minus 0,65 Prozent sogar nach wie vor negativ. Wenn sich der Staat bei mir Geld borgt, muss ich ihm also dafür noch etwas bezahlen. Verkehrte Welt! Die Anleihenzinsen werden nicht steigen, solange die Europäische Zentralbank nicht ihre Anleihekaufprogramme drosselt und das wird wohl nicht vor Ende 2022 sein. Solange die Notenbanken mir als Anleihekäufer Konkurrenz machen mit ihrem deutlich größeren Geldbörsl als meines bleiben bei der immensen Nachfrage die Anleiherenditen niedrig. Das macht für die hoch verschulden Staaten, die sich über die Notenbanken de facto günstig bei sich selbst verschulden Sinn. Nicht für mich!
Disclaimer: Alles Gesagte ist nur die persönliche Meinung von Julia Kistner und daher keine Anlageempfehlung und keine Rechts- noch Steuerberatung. Für Verluste, die aufgrund von getroffenen Aussagen entstehen, übernimmt die Autorin, Julia Kistner keine Haftung.
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Die Freude über die Wiedereröffnung vieler Wirtschaftszweige ist groß. Das zeigen die überraschend starken Bilanzen vieler US-Einzelhandelsketten oder auch die Europäischen Einkaufsmanagerindizes. So ist etwa der IHS Markit PMI Deutschland Index im Mai zum Vergleichswert im April 2021 gleich um 0,4 Punkte auf 56,2 Punkte gestiegen. Der Index steht damit auf einem 2-Monatshoch. So weit so gut und da die Börse der Realwirtschaft drei bis sechs Monate vorauseilt, hat sie auch bei vielen typischen Opening-Branchen wie die Automobil-, Transport- und Tourismusindustrie, Energie- und Bauwerte oder Kreditkartenunternehmen die Sonderkonjunktur nach der Pandemie schon eingepreist. Aber es gibt auch weniger beachtete Post-Corona-Profiteure wie Medizintechnik-Unternehmen, denen durch Pandemie-bedingten OP-Verschiebungen Geschäft weggebrochen ist wie dem US-Hüftgelenkspezialist Zimmer-Biomet oder deren Dialyse-Patienten tragischerweise an Covid verstorben. Das trifft für Fresenius zu. Mehr zu #Post-Corona-Profiteuren in meiner dieswöchigen Titel-Geschichte in der österreichischen Wochenzeitung Börsen-Kurier.
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88 Sekunden
#CleanEnergy Anleger, die zuletzt in Clean Energy-Aktien oder Fonds investierten stehen ganz schön unter Strom. Nehmen wir den prominenten Indexfonds ishares Global Clean Energy. Er bildet die 30 größten Unternehmen weltweit mit Fokus auf saubere Energien ab. Also Solar- und Windenergie und zu 25 Prozent entsprechende IT-Titel. Der Index verlor heuer schon 20 Prozent Schau ich mir den Kursverlauf allerdings in den letzten zwölf Monaten an, dann bin ich noch 77,5 Prozent im Plus. Seit Fondauflage am 9.7.2007 hat ishares global Clean energy wiederum knapp 32 Prozent verloren, sprich 2,7 Prozent pro Jahr. Was ich sagen will ist erstens, dass Charts nur eine Momentaufnahme sind. Da sollte man sich verschiedene Zeitspannen anschauen. Und zweitens gehört saubere Energie meiner Meinung nach zwar die Zukunft, entsprechende Aktien sind aber, nur weil nachhaltig, keine sicher Bank.
Interessante Börsenthemen und Interviews bietet auch der Podcast GELDMEISTERIN mit Julia Kistner - jeden Sonntag neu.
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#Gier Was man derzeit erlebt hat für mich weniger mit Inflationsangst zu tun als mit dem typischen Anleger-Reflex auf Gier nämlich der Angst, dass die Mega-Kursgewinne von 2020 ebenso schnell wieder dahinschmelzen. Aber ja. Wen man Aktien, Bitcoins, Kunst-Tokens, bis hin zu Sportschuhe-Sammlerstücke um jeden Preis kauft, im Glaube, dass sie, nur weil sie trendig sind, ewig Abnehmer zu einem höheren Preis finden, dann hat man natürlich beim ersten Gegenwind auch viel zu verlieren. Ganz ehrlich. Wieso getragene Sneakers des Rappers Kanye West um 1,8 Millionen beim Auktionshaus Sotheyby´s unter den Hammer kommen, kann ich nicht nachvollziehen. Ebenso wenig, warum ein Bitcoin vor knapp einem Jahr noch knapp 65.000 US-Dollar und am 19 Mai unter 40.000 US-Dollar wert war. Am gesamten Kryptomarkt wurden in einer Woche 1000 Milliarden US-Dollar verbrannt. Mich würde interessieren, wohin das Geld diffundiert ist. Zu Elon Musk? Man stelle sich vor, der Euro würde so stark schwanken. Das zeigt wieder einmal 1. dass Kryptowährungen noch keine Währungen, sondern Spekulationsobjekte sind und 2. je extremer die Gier, desto größer die Angst. Schönes Wochenende, an dem wir uns hoffentlich beim Podcast GELDMEISTERIN am Sonntag wiederhören.
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82 Sekunden
#Gold Die deutschen Privathaushalte bunkern – Schmuck inbegriffen - 9000 Tonnen Gold. Und die ÖsterreicherInnen besitzen doppelt so viel Gold wie ihre Nationalbank. Das sind 560 Tonnen Gold um 30 Milliarden Euro. Das Edelmetall legte aufgrund der starken Nachfrage in der Pandemie 20 Prozent zu. Auf lange Sicht kann man mit physischem Gold als Werterhalt tatsächlich wenig falsch machen. Kurzfristig ist das Edelmetall sehr schwankungsanfällig, weil es in Dollar notiert und Rohstoffpreise generell stärker schwanken und weil Notenbanken den Preis beeinflussen. Gold ist eine wichtige Währungsreserve. Die An- und Verkaufsspanne kann je nach Stückelung bis zu zehn Prozent betragen. Gold ist im Gegensatz zu Silber in der EU mehrwertsteuerbefreit. Zinsen oder Dividenden wirft Gold nicht ab. Mehr als zehn Prozent vom Anlagevermögen gehören meiner Meinung nach nicht ins Portfolio.
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#Shopping Ich hätte es mir denken können, als letzte Woche der Obi-Parkplatz gesteckt voll war. Ich hätte Wallmart-Aktien nachkaufen, bevor der US-Einzelhandelsriese am Dienstag nichts anderes konnte als Wahnsinnszahlen zu präsentieren. Das Geld das Onkel Biden unter den US-Bürger verteilt hat muss ja ausgegeben werden. In den ersten drei Monaten des Jahres konnte Wallmart seinen Betriebsgewinn um 32 Prozent auf umgerechnet 5,7 Mrd. Euro steigern im Vergleich zum Vorjahresvergleichsquartal. Die Aktie steht bei Goldman Sachs, Credite Suisse und Co. immer noch auf Kauf. Ebenso bei mir, wenn ich Wallmart nicht schon hätte. Ich stehe auf die solide und gleichzeitig innovative Handelskette, bei der ich selbst gerne im Urlaub shoppe. Einen besseren Inflationsschutz gibt es kaum. Übrigens bei der US-Heimwerkerkette Home Depot dürften die Parkplätze ähnlich voll wie bei Obi sein. Sie konnten ihre Gewinne im ersten Quartal 2021 gegenüber des Vergleichsqartal 2020 auf 4,1 Milliarden Dollar fast verdoppeln. Home Depot will 50 Prozent ihrer Gewinne an die Anleger ausschütten. Da macht Aktienshoppen Spaß!
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Die Welthungerhilfe schlägt Alarm. Die Agrarpreise sind in den letzten zwölf Monaten weltweit um 30 Prozent gestiegen. Spekulanten kaufen Ackerland auf, das ist selbst bei uns, aber vor allem in Rumänien und Lateinamerika ein riesen Thema. Das hat schon einen bitteren Beigeschmack. Ebenso Direktinvestment in Zucker, Getreide u.s.w. oder in entsprechende ETFs und Indizes. Da finde ich es eleganter in Landmaschinenhersteller wie John Deere, die Fiat-Tochter CNH (New Holland Traktoren) oder in den US-Bewässerungsspezialisten Lindsay zu investieren. Oder auch in Lebensmittel- und Getränkekonzerne wie Anheuser-Busch, Danone, Nestlé und Unilever. Bei diesen Aktien, oder gar bei Düngemittelproduzenten wie Bayer und Kali & Salz sollte man sich die Nachhaltigkeitsberichte anschauen. Green Reporting wird ab nächsten Jahr in der EU Pflicht und gewinnt stark an Bedeutung.
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Hui, jetzt steppt wieder der Bär an der Börse. Also warum nicht mit seinem Spielgeld ein wenig hasardieren. Da schaue ich mir Aktien wie Mc Donald's an, auf deren Produkte der Appetit wieder gestiegen ist. Auch verdient der Fastfood-Riese an seinen Franchisenehmern doppelt: An den Immobilien und an der Lizenz. Ok, Mekki brach in der Pandemie Geschäft weg, doch der Kurs hat sich wieder erholt. 230 Euro ist mir die Aktie aber nicht wert. Charttechnisch sehe ich eine Unterstützung bei 203 Euro. Dort setze ich mein Kauflimit. Fällt die Aktie auf den Wert, ist gut. Dann landet der Fleischlaberl-König in meinem Portfolio. Wenn nicht, dann nicht. Fleischhaltiges Fast Food ist ohnehin nicht nachhaltig und es gibt bestimmt noch weitere appetitliche Kaufgelegenheiten in den nächsten Wochen.
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Die US- Verbraucherpreise sind im Monat April doch überraschend stark gestiegen: Plus 4,2 Prozent nach 2,6 Prozent im März. Im Mai könnten es sogar sechs Prozent werden – ja dann muss die US-Notenbank FED reagieren und ein Rückfahren ihrer Anleihenkäufe zumindest ankündigen. Die Zinsen werden deshalb noch nicht steigen. Börsianer seit dennoch wachsam, beobachtet die Zinsen der zehnjährigen US-Staatsanleihen. Steigen sie weiter, könnten vorsichtige Anleger und Institutionelle Geld von Aktien in Anleihen umschichten - schlecht für die Aktienkurse. Wen es da zuerst erwischt sind Technologieaktien - so auch schon am Mittwoch geschehen – nehmt dort Gewinne mit, wo es geht. Aber keinesfalls kopflos Aktien verkaufen. Solide Aktien sind Sachwerte und daher auch ein Inflationsschutz.
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