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Deutscher DAX stieg seit Jahresbeginn um 19,4 Prozent!


Institutionelle mögen Europa derzeit nicht, vor allem Deutschland nicht, meint Markus Poppe. Co-Head European Equities der Fondsgesellschaft DWS. Und zwar wegen der Nähe zum russischen Kriegsgebiet Ukraine. Angloamerikanische Fondsmanager hätten Angst um ihren Job und würden daher lieber wie alle ihre Kollegen im weniger krisengebeutelten Amerika investieren, meinte Markus Poppe vor Journalisten beim Finanzjournalistenforum in Wien.


In den USA konnte man bis dato tatsächlich nicht viel falsch machen. Der Tech-Index Nasdaq Composite legte seit Jahresbeginn über 39 Prozent zu, der US-Index der 500 größten Unternehmen der USA S&P 500 auch noch über 21 Prozent.


Und der deutsche Leitindex DAX? Der schaffte es – Russlandinvasion hin oder her - von Jahresbeginn bis jetzt immerhin noch auf rund 19,4 Prozent also auch gar nicht so schlecht. Allerdings erfolgt vom Anstieg mehr als die Hälfte in den letzten vier Wochen.


Trauen sich die US-Fondsmanager also doch schon wieder nach Europa? Das glaubt der DWS-Aktienexperte Markus Poppe nicht. Er hat da eine steile These. Der Aufschwung des DAX beruhe vor allem darauf, dass professionelle Shortersteller sich gerade mit Aktien aus dem deutschen Leitindex DAX eindeckten, weil, wenn es in Europa kracht, dann würde es zuerst in Deutschland krachen.


Die Shortseller erzeugen so Nachfrage, denn Shorten funktioniert bekanntlich folgendermaßen: Beim Shorten leiht sich ein Investor Aktien und verkauft diese sofort wieder. Denn er geht davon aus, dass die Kurse fallen. So kann er die Aktie zum Ende, wenn er die geliehenen Aktien wieder zurückgeben muss, günstiger am Markt zurückkaufen, als er die geborgten Papiere zuvor leer verkauft hat. Damit streicht er bei der Rückgabe die Differenz zwischen dem höheren Verkaufs- und dem günstigeren Rückkaufpreis ein.


Also ich glaube eher, dass es Anleger vielmehr attraktiv finden, wenn es den DAX derzeit zu einem sehr günstigen Kurs-Gewinn-Verhältnis von fünf gibt und dass man den ungewöhnlich hohen Bewertungsabschlag zu US-Aktien nützen möchte.


Vielen Anlegern dauert die Tech-Rally jetzt auch schon zu lange, man setzt eher wieder auf traditionelle Industrieaktien, die man günstig einsammeln möchte. Wie auch immer. Ich genieße den starken Anstieg einzelner Werte im DAX. Der Index als Ganzes ist nicht unbedingt der Aktien-Mix, den ich mir im Gesamtpaket kaufen möchte. Da finde ich viele deutsche Werte in der zweiten Reihe, also im M- und S-DAX attraktiver. Aber das ist...


... ihr wisst was jetzt kommt:


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Jahresendrally #Deutschland #Europa #Gewinne #US-Investoren #Krieg #podcast


Foto: Unsplash/Yardim
4 Minuten
Erträge aus der Wertpapierveranlagung werden generell mit der Kapitalertragsteuer, kurz KESt endbesteuert. Und die wird vom Broker oder der Bank automatisch für den Anleger von der Steuer abgezogen. Man muss sich selbst darum nicht kümmern. Es sei denn, die Bank oder der Broker haben in Österreich keine steuerliche Vertretung, was die Neobroker aus Deutschland nicht haben. Dann muss man selbst mit dem Fiskus abrechnen. Die deutschen Neobroker unterstützen ihre Kunden zwar mit Daten bei den Steuerberechnungen, es ist trotzdem mühsam.


Während Erträge auf dem Sparbuch mit 25 Prozent besteuert werden, fällt bei allen Kapitalerträgen auf Wertpapieren der erhöhte Steuersatz von 27,5 Prozent an, in Deutschland inklusive Soli fast annähernd so viel. Dies unabhängig davon, wie lange man ein Wertpapier hält. Das betrifft Kupon- und Zinszahlungen von Anleihen und anderen Schuldverschreibungen ebenso wie Dividendenzahlungen, Kursgewinne beim Verkauf von Wertpapieren und Einkünfte aus Derivaten. Besteuert werden auch die Erträge aus Investmentfonds, das sind Ausschüttungen oder ausschüttungsgleiche Erträge.


Ein Teil der bezahlten KEST kann man sich allerdings zurückholen, wenn man die in Österreich realisierten Kapitalerträge mit Wertpapierverlusten im selben Jahr gegenrechnet. In Deutschland ist zu Jahresende keine so große Eile geboten, weil man realisierte Verluste in diesem Jahr auch noch mit Kapitalerträge 2024 gegenrechnen kann.


Gerade in Österreich lebende Anleger sollten daher zu Jahresende noch einmal ihr Depot durchforsten, ob es vielleicht Depotleichen gibt, die man ohnedies loswerden wollte. Man kann aber auch Aktien oder ETFs, an die man weiterhin glaubt, mit Verlust verkaufen und die selbe Anzahl sofort wieder kaufen und so mit den realisierten Verlusten in diesem Jahr die zu besteuernden Erträge schmälern und die Aktien oder Fonds dennoch weiterhin im Depot haben. Bei Fonds sollte man hier erst prüfen, ob sich Verkauf und Neu-Kauf rechnen, da in der Regel beim Kauf und manchmal sogar auch beim Verkauf ein Ausgabeaufschlag fällig wird.


Von der Bank oder dem Broker erhält man automatisch eine Steuergutschrift über die realisierten Verluste. Vorausgesetzt man macht die Verluste und Gewinne auf demselben Depot. Hat man mehrere Depots und macht auf dem einen Gewinne und auf dem anderen Verluste oder hat die Depotbank keinen steuerlichen Vertreter oder führt man ein Gemeinschaftsdepot, dann muss man den Gewinn- und Verlustausgleich über die Einkommensteuererklärung wieder selbst in die Wege leiten. Das ist Arbeit, aber wer zahlt schon gerne zu viel Steuern…


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Jahresendrally #Verlustausgleich #realisieren #Gewinne #Verluste #podcast


Foto: Unsplash/Markus Winkler
3 Minuten
Jahresendrally auch beim Bitcoin: Anstieg auf 42.000 Euro?


Das habe ich mir diese Woche mehrmals anhören können: Siehst Du! Der Bitcoin ist auf 40.500 Euro, den höchsten Wert seit 1,5 Jahren gestiegen. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent seit Anfang Oktober 2023. Was mich auch nicht weiter verwundert, denn die Anbieter von Krypto-Produkten schaffen sich gerade ihre eigene Nachfrage. Die Krypto-Freunde rechnen nämlich, das sdie US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde, kurz SEC, bis 10. Jänner 2024 in den USA den Vertrieb von Bitcoins-ETFs erlaubt. Damit könnten auch erstmals institutionelle sich die Kryptowährung problemlos ins Portfolio legen und damit die Nachfrage noch weiter anfachen – oder eben auch nicht, wenn die Zulassung der Krypto-ETFs nicht erfolgt.


Im Vorfeld steigt schon einmal der Kurs des virtuellen Geldes dadurch, dass die potentiellen Anbieter von Bitcoin-ETFs sich bereits mit diesen-Coins eindecken und weil – FOMO, fear of missing out lässt grüßen – Privatanleger schon kräftig während der gerade stattfindenden Jahresendrally auch bei Krypto mitzocken. Technisch betrachtet, sollte der Bitcoin noch auf 42.000 Euro bis Jahresende steigen.


Ich bleibe dennoch dabei: Für mich unterscheiden sich Bitcoins-Trades nicht vom Glücksspiel. Ich besitze zwar selbst Bruchteile von einem Bitcoin und Ethereum. Aber nur um mitreden zu können. Sie sind für mich aber kein Investment. Denn ein Investment muss man verstehen. Aber vielleicht könnt ihr mir ja den inneren Wert eines Bitcoins – außer mit Angebot und Nachfrage - erklären. Ich freue mich auf Eure Argumente.


Einen schönen Feiertag an alle in Österreich und einen schönen Sonntag mit der neuen Folge der GELDMEISTERN , wo Ernst Huber, Chef der DADAT und von Tradersplace, berichtet was derzeit verstärkt nachgefragt wird … unter anderem Bitcoins.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Jahresendrally #Krypto #Bitcoin #SEC #Blackrock #podcast


Foto: Unsplash/Kanchanara








3 Minuten
Londoner Stock Exchange ist eine der günstigsten der Welt !


Seit Queen Mum in Großbritannien nicht mehr das Zepter schwingt, funktioniert dort auch wirklich nichts mehr. So hatte die Londoner Börse gestern schon wieder Handelsschwierigkeiten. An der LSE – Londoner Stock Exchange – konnten gestern stundenlang nur Aktien der Indizes FTSE 100 und 250 sowie Global Depositary Receipts gehandelt werden, das sind Hinterlegungsscheine, die das Eigentum an Aktien verbriefen. Small Caps konnte man weder kaufen noch verkaufen.


Ähnliches passierte der LSE, einer der immer noch größten Börsen der Welt schon Mitte Oktober. Und Anfang des Jahres gab es im Derivatehandel eine Cyberattacke.


Also ob ich persönlich noch in die Londoner Stock Exchange-Aktie investieren würde? Ich weiß es nicht. Besonders attraktiv finde ich aber auch nicht die Aktie der Deutschen Börse Frankfurt. Nicht weil sie heuer schon über 11 Prozent zulegen konnte, sondern weil ich glaube, dass wir langfristig eine weitere Zentralisierung und Verschiebung der Handelsplätze in Staaten wie die USA sehen werden, wo es große Kapitalsammelstellen gibt, die investieren.


Was aber bloß nicht heißt, das ich nicht in deutsche oder britische Aktien investieren würde, im Gegenteil: Britische Aktien waren 2023 ein Ladenhüter, entsprechend zählt die Londoner Börse derzeit zu günstigsten der Welt. Laut britischer Nationalbank haben britische Aktien in den vergangenen 18 Monaten nur sieben Wochen lang Zuflüsse verzeichnet.


Der Preis macht mich noch nicht heiß, aber die Unternehmen selbst. BP hat Potenzial, fällt für mich aber flach, weil ich nicht mehr in fossile Brennstoffe investieren möchte.


Wer meine Podcasts Börsenminute und GELDMEISTERIN schon länger hört, weiß sicherlich, was jetzt kommt. Genau, meine persönliche britische Lieblingsaktie – die muss nicht für Dein Portfolio passen - ist der vielschichtige Pharmakonzern GlaxoSmithKline, den man derzeit für nur das Achtfache seines Jahresgewinns bekommt.


So weit zu meinem gestrigen Börseminute-Podcast, wo ich noch meinte, das die Jahresendrally keine gut Zeit für Schnäppchenjagden an den Börsen sei. Das zeigt wieder einmal: Nicht nur Menschen, auch Aktien sollte man nicht pauschal vorverurteilen. Nicht jede Aktie mach derzeit die Jahresendrally mit…


Die Börsenminute kann man übrigen auch hören:





... und überall sonst, wo es Podcasts gibt und auf www.geldmeisterin.com


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Jahresendrally #KGV #Schnäppchen #LSE #shares #podcast








3 Minuten
Die Zeit für eine Schäppchenjagd an den Börsen ist momentan nicht so gut – so meine persönliche Meinung. Unter anderem, weil ja die Institutionellen häufig noch kurz vor Jahresende Window Dressing betreiben. Soll heißen sie kaufen noch die eine oder andere Aktie zu jedem Preis, um die Investment-Jahresbilanz kurzfristig optisch besser dastehen zu lassen. So tragen sie natürlich auch zur Jahresendrally bei, für die statistisch viel spricht.


Da kommt mir auch gleich ein Zitat der in dieser Woche verstorbenen Investment-Ikone Charlie Munger in den Sinn, der immer meinte: Invert, always invert


Man muss also als Langfristanlegerin umgekehrt denken: Als Langfristanlegerin werde ich nicht auf den schon losgefahrenen Zug aufsteigen, sondern bis Mitte Jänner warten, bis sich er sich wieder einbremst und die Kurse wieder zurückkommen, bevor ich zukaufe. Ich nutze die Jahresendrally viel mehr, um vielleicht hier und da Gewinne mitzunehmen und – Meiner Meinung nach - zu gut gelaufene Aktien zu verkaufen. Es können ja auch einmal nur Teilverkäufe sein.


Apropos Charlie Munger: Meinen treuen Börsenminute-Podcasthörer*Innen ist vielleicht aufgefallen, dass ich am Freitag keine Börsenminute produziert habe. Das liegt darin, dass die Produktion meines Wochenend-Interviews für meinen Podcast GELDMEISTERIN sehr aufwendig war. Es ist eine – wie ich finde wunderbare Hommage auf die verstorbene Investmentlegende Charlie Munger geworden. Gemeinsam mit Bank-Gutmann CIO Robert Karas haben wir die wichtigsten Anlagetipps des großartigen Value Investors zusammengefasst. Reinhören lohnt sich!


Überall wo es Podcasts gibt und auf www.geldmeisterin.com


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Jahresendrally #Kursanstieg #Schnäppchen #Windowdressing #shares #podcast


Foto Unsplash/Petruci


3 Minuten
Hin und wieder macht es Sinn über den Tellerrand zu schauen, in was die Investorengrößen dieser Welt gerade investieren oder auch was sie verkaufen. Einiges findet sich da auf den Webseiten der jeweiligen Finanzmarktbehörden oder auch auf gurufocus.com oder auch direkt auf den Investors Relation-Seiten der Unternehmen unter „Director´s Dealings“. Aber auch das Ratinghaus Citywire macht sich regelmäßig die Mühe herauszufinden, welche Aktien von den Top-Fondsmanagern weltweit am meisten gekauft werden. Dafür selektiert sie aus 10.000 analysierten Fondsmanagern jene 5 Prozent heraus, die die beste Performance liefern. Unter den Top Ten-Aktien, die von der Créme de la Créme am meisten gekauft wurden waren im November-Report „Citiwire Elite Companies“ gleich vier der fünf größten US-Tech-Unternehmen, namentlich Microsoft, Apple, Meta und Alphabet. Drei weitere Techwerte aus Asien – Taiwan Semiconductor Manufacturing, Samsung aus Südkorea und FPT aus Vietnam komplementieren den Technologie-Faible der Fondsmanager-Elite. Letzteren Wert hatte ich persönlich bisher noch nicht auf dem Schirm. Bei FPT handelt es sich um das führende vietnamesische Technologieunternehmen, das bis 2025 Aufträge für 70 Millionen Microchips hat. Mit 5,2 Milliarden Dollar Börsenwert in Ho-Chi-Minh-Stadt ist es das wertvollste Unternehmen des Landes. Die Aktie beflügeln derzeit Ausbildungskooperationen mit den USA und seine Pläne im Bereich künstliche Intelligenz führend zu werden. Hier gibt es Kooperationsgespräche mit Nvidia, um KI unter anderem für Cloud-Speicher und im Gesundheitsweisen zu nutzen.


In der Best Buy-Liste der Top-Fondsmanager findet man ansonsten mit Schell und BP noch zwei solide Öl-Konzerne, weiters das Banken-Urgestein Wells Fargo.


Das sind alles keine Aktienempfehlungen, aber was man sich schon von den besten Fondsmanagern abschauen kann: Sie achten derzeit stark auf das Rating der Unternehmen, in die sie investieren. Viele von ihnen sind AAA oder AA geratet, in jedem Fall sind sie gut mit Kapital ausgestattet und können trotz gestiegener Zinsen munter investieren und haben vor allem keine Liiquiditätsenpässe.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Technologieaktien #Fonds #Liquidität #Zinsen #citiwire #Ölkonzerne #podcast


Foto: Unsplash/Austin Distel
4 Minuten
Wo dieser Mann und seine Immo-Gesellschaft überall Schulden hat, unglaublich! So soll René Benko und seine Gruppe Signa laut Medienberichte der Schweizer Privatbank Julius Bär 600 Millionen Franken schulden. Als wenn es FMA-Vorstand Helmut Ettl vor ein paar Wochen schon gerochen hätte, als er bei einem Pressegespräch meinte, dass die Finanzmarktaufsicht sehr wachsam sein müsse. Der Bankensektor sei zwar hochreguliert, aber es hätten sich viele Risiken in Fondsstrukturen verlagert, so etwa auf offene Immobilienfonds.


Also liebe Anleger gerade aus dem deutschsprachigen Raum, nehmt Euch die Fondsprospekte Eurer offenen Immobilienfonds zur Hand und schaut einmal, in welche Immobilien sie investiert sind. Hoffentlich nicht in Signa-Projekte. Benkos Vermögen hat sich laut Magazin Forbes angeblich auf 2,8 Milliarden Euro halbiert. Deshalb muss man zwar noch nicht für ihn den Hut herumgehen lassen, aber vielleicht schon bald für seine Immobiliengesellschaft Signa. Ihre deutsche Tochter Signa Real Estate Management Germany (REM) ist schon insolvent und die Konzernmutter mit über 1000 Einzelfirmen und einem kolportierten Immobilienwert von 23 Milliarden Euro soll auch gefährdet sein. Signa braucht angeblich bis Monatsende eine halbe Milliarde Euro zum Überleben und in der Eile liegt das Problem. Immobilien kann man nicht so schnell wie Wertpapiere veräußern.


Genau das bringt offenen Immobilienfonds in Teufelsküche. Unter Druck kommen sie nicht nur wegen den verteuerten Finanzierungen, sondern vor allem, weil die Anleger nervös sind und erstmals seit Monaten wieder mehr Geld aus Immobilienfonds raus- wie reinströmt.


Auch wenn geraten wird, in Immobilienfonds zumindest fünf Jahre investiert zu sein und Panik nie ein guter Ratgeber ist: Man sollte sich schon überlegen, was schlimmstenfalls passieren kann. Das hängt eben von den Immobilien ab, in denen der Fonds investiert ist. Als überteuerte Märkte gelten bei Großinvestoren wie Invesco derzeit Deutschland und Österreich, vor allem der gewerbliche Bereich. Wer investiert heute etwa noch in Kaufhäuser!


Die Gefahr besteht bei offenen Immobilienfonds, dass alle gleichzeitig aussteigen wollen. Und da man ihre Anteile ja wie Aktien täglich handeln kann und die Fonds in Immobilien investiert sind, die immobil sind, kommt es dann zu Liquiditätsengpässen bei den Fondsgesellschaften. Sie können nicht anders, als vorübergehend die Fonds zu schließen. Das heißt Anteile werden vorerst unverkäuflich. Dieses Risiko hat der Immo-Fondsinhaber derzeit zusätzlich. Das muss man einfach einmal sagen, ohne diese Assetklasse schlecht machen zu wollen.


Um verbleibende Anleger zu schützen gilt – aber erst ab 2027 – dass man Immobilienfonds künftig nur mit einer Kündigungsfrist von einem Jahr verkaufen kann, damit die Fondsgesellschaften nicht hektisch Immobilien unter ihrem Wert verkaufen müssen.


Wo es Risiken gibt, da sind auch große Chancen: Bei den US-Immobilienfonds REITS gehen institutionelle Großanleger schon wieder auf Schnäppchenjagd...


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Immobiien #Fonds #Liquidität #Zinsen #Signa #offenerFonds #podcast


Foto Unsplash/Nathan Water


3 Minuten
Was heute alles möglich ist. Der Chef des staatlichen Erdölkonzern der Vereingiten Emirate Adnoc, einer der größten Erdöl-Produzenten und Exporteure der Welt leitet die nächste Welt-Klimakonferenz COP 28 im Dezember in Dubai. Für mich ist das so, als wenn man einen Waffenproduzenten den Frieden im Nahen Osten oder der Ukraine verhandeln lassen würde. Ok, Sultan Al Jaber hat sicher auch etwas etwas mit Erneuerbaren Energien zu tun gehabt. Schließlich war der der erste CEO vom grünen Energieunternehmen Masdar, das die Emirate 2006 gründeten. Und man hat ja auch Verbindungen zum „grünen Österreich“: Der Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi verhandelt mit der OMV gerade über eine Fusion ihrer Petrochemie-Sparten Borealis und Borouge.


Spaß beiseite: man muss die beiden Energie-Unternehmen schon ins Verhältnis setzen: Die erneuerbaren Energien von Masdar tragen gerade einmal fünf Prozent zum Gesamtumsatz von Adnoc bei.


Aber vielleicht muss sich Europa selbst einmal an die Nase fassen: Gelten doch Atomkraft und Gas laut EU-Taxonomie als erneuerbare Energien.


Was ich damit sagen will: Momentan hängen sich auch Unternehmen und Fonds gerne ein grünes Mäntelchen um. Gestern war ich bei einer Veranstaltung einer bekannten Fondsgesellschaft, wo man auch meinte, das sich grüne Fonds am besten momentan verkaufen lassen.


Bei manchen grünen Gütesiegel hat man auch den Verdacht, dass man es kaufen kann. Ohne Namen zu nennen begab es sich in dieser Woche, dass ausgezeichnete Unternehmen schon die Werbetrommel rührten, dass man sie bedacht hat, weil ihnen entgangen ist, das der feierliche Award verschoben wurde.


Ich möchte niemanden davon abhalten, grün zu investieren, nur dazu motivieren sich die Investments genau anzuschauen, welche nachhaltigen Kriterien sie eigentlich erfüllen und ob die mit den eigenen übereinstimmen. Ein Vorteil bieten hier vielleicht Green Bonds, die zwar noch nichts über die Nachhaltigkeit des Unternehmens aussagen, die ihn emittieren, aber zumindest über das konkrete Projekt, das damit finanziert wird.


Ein schönes Wochenende, hoffentlich auch mit der neuen Folge meines zweiten Finanzpodcasts GELDMEISTERIN am Sonntag wünscht Julia Kistner.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Klimaschutz #Klimakonferenz #Dubai #Greenwashing #podcast


Foto: Unsplash/ Michael Spiske
3 Minuten
Ein starkes Finanzergnis kasschiert nicht mehr fehlende Innovationen!


Disclaimer zu Beginn: ich bin als Konsumentin eine Apple-Jüngerin und Power-Userin der ersten Stunde. Da darf auch einmal der Akku meines iPhone 11 nach vier Jahren leicht schwächeln. Man kann sich also umschauen, was das neueste Modell iPhone 15 kostet. Und siehe da, exakt gleich viel wie 2019 das iPhone11. Hier scheint die Inflation spurlos an Apple vorüber gegangen zu sein. Schön für mich als Apple-Konsumentin, schlecht für mich als Apple-Aktionärin.


Was aber noch schlechter für alle Apple-Investor*innen ist der Zinsanstieg. Denn an den niedrigen Zinsen hat Apple in den letzten Jahren ganz gut verdient, wie eine Studie von Christof Schürmann vom Flossbach von Storch Research Institute beeindruckend zeigt. Demnach musste Apple im abgelaufenen Geschäftsjahr um 34 Prozent mehr Zinsen bezahlen. Nicht, dass Apple hoch verschuldet wäre, im Gegenteil. Finanzstarke Unternehmen wie Apple haben die Zeit des nachgeworfenen Geldes genutzt, um trotz allem - auch steuerlich günstig - Kredite aufzunehmen und das Geld dann höher verzinst anzulegen oder Aktien zurückzukaufen. Sie nutzten auch die Zinsanstiege der letzten zwei Jahre um die Cash-Bestände höher verzinst anzulegen, während die höheren Zinsen auf der Kreditseite sich noch nicht bemerkbar machten, weil man günstige fix verzinste Kredite abschloss, die jetzt erst langsam auslaufen. Doch die Zeiten, wo man mit einem starken Finanzergebnis fehlende Innovationen und Erträge im angestammten Geschäft kaschieren konnte sind jetzt mit der von den Notenbanken eingeleiteten Zinswende langsam vorbei.


Aus der Differenz aus Zins- und Dividendeneinkommen und Zinsausgaben für Kredite verdiente laut Studienautor Christof Schürmann Apple noch 2018 rund 2,5 Milliarden US-Dollar. Das sei mehr, als so manches im deutschen Leitindex DAX enthaltene Unternehmen im operativen Geschäft verdient!


Diese Rechnung geht jetzt nicht mehr auf, zumal bei Unternehmen mittelmäßiger Bonität die Renditen im Schnitt schon gut bei 6,6 Prozent und mehr liegen müssen, damit sie Anleihenkäufer*innen finden, doppelt so viel wie noch zum Tief Ende 2020.


Es lohnt sich also auch, beziehungsweise gerade bei den gut dastehenden Unternehmen einmal einen Blick auf die Entwicklung des Finanzergebnisses zu werfen und zu schauen, woher der Gewinn des Unternehmens eigentlich kommt.


Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


#Börse #investment #Apple #Anleihen #Rendite #Zinsen #return #Finanzergebnis #podcast


Foto Unsplash/Koplai


3 Minuten
3,6 bis 4 Prozent Rendite mit Steuervorteil in Österreich


Der Wohnbau und Immobilienaktien sind in letzter Zeit in Verruf geraten: Die hohen Zinsen machen viele Bauprojekte nicht mehr finanzierbar und vor allem nicht mehr rentabel. Aktien von Immo-AGs haben seit den Zinsanstiegen teilweise die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Vor allem in Deutschland machen ihnen obendrein Mietpreisbremsen und kostspielige Altsanierungsauflagen zu schaffen.


Sollte man also auch vorsichtig bei Wohnbauanleihen sein? Wenn sie derzeit doch Renditen von 3,7 bis vier Prozent bieten? It depends. Man darf nicht vergessen, dass jede Anleihe eine Schuldverschreibung ist und es daher wichtig ist, welcher Wohnbaugesellschaft man sein Geld leiht. Ich persönlich würde mich derzeit nicht wohl fühlen mit Wohnbauanleihen, die etwa von René Benkos Immobilien-Konsortium Signa begeben wurden.


Bedenken sollte man auch, dass Anleihen, dessen Geld ausschließlich in den Wohnbau fließen, sehr lange laufen – in der Regel zehn bis 15 Jahre. Ich muss daher davon überzeugt sein, dass es den Anleihe-Emittenten dann noch gibt, der mir am Ende der Laufzeit auch das Geld zurückbezahlen kann.


Bei langlaufenden Bonds lockt man sich auch den Zinssatz für viele Jahre ein. Also muss ich auch davon überzeugt sein, dass ich mit dem Zinssatz auch entsprechend lange die Inflation schlagen kann, damit mir die Kaufkraft meines angesparten Vermögen erhalten bleibt.


Wohnbauanleihen haben – wohlgemerkt in Österreich - auch einen steuerlichen Vorteil: Die Kupons sind bis zu einer Verzinsung von vier Prozent KEST-befreit, sofern man in Österreich steuerpflichtig ist. Und: Selbstständige können Wohnbauanleihen für den Gewinnfreibetrag nutzen und die Steuerbemessungsgrundlage bis zu 45.950 Euro im Jahr senken.


Vergleichen lohnt sich auch bei Wohnbauanleihen mit Anleihefindern etwa der Wiener oder auch der deutschen Börsen. Man sollte die Renditen von Wohnbauanleihen - Steuervorteil hin oder her – auch mi jenen klassischer Anleihen vergleichen, die nicht dem Wohnbau gewidmet sind. Schuldverschreibungen von soliden Industriewerten oder Banken werfen ähnlich interessante Renditen ab.


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#Börse #investment #Wohnbau #Wohnbaubank #Anleihen #Rendite #kest-frei /podcast


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Was für eine Woche für den Weltkonzern Siemens! Im Geschäftsjahr 2022/23, das mit September endete, verdoppelte der deutsche Mischkonzern nahezu seinen Gewinn nach Steuern auf 8,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um elf Prozent auf 77,8 Milliarden Euro. Damit erreicht der Konzern fast das Niveau vor der Abspaltung seines Sorgenkinds Siemens Energy.


So weit, so schön. Allerdings: Zwei Tage vor Präsentation der Rekordzahlen wurde für den verlustträchtigen Siemens Spin Off ein staatliches Hilfspaket geschnürt. Die deutsche Regierung bürgt für Siemens Energy mit Garantien von 7,5 Milliarden Euro. Damit der Staat bürgt muss Siemens Energy wahrscheinlich seine Anteile an Siemens Indien verkaufen. Und: solange die öffentliche Hand bürgt, darf Siemens Energy weder Boni noch Dividenden ausbezahlen. Das gilt allerdings nicht für den größten Anteilseigner der Siemens Energy, die Siemens AG. So können sich die Siemens AG-Aktionäre sogar über eine Erhöhung der Dividende von 4,25 Euro auf 4,70 Euro je Aktie freuen.


Ob die Siemens AG stattdessen nicht auch mehr Haftung für die Siemens Energy hätte übernehmen können? Siemens beteiligt sich hier gerade einmal mit einer Milliarde an der Absicherung von Bank-Garantien. So funktioniert eben Kapitalismus – von sozialem Kapitalismus sind wir weit entfernt.


In Österreich macht wiederum Leiterplattenhersteller AT&S seinen Alteigentümer, Mutter Staat zum Neomiteigentümer. Im Gespräch ist ein Einstieg der Staatsholding ÖBAG mit 25 Prozent und einer Aktie.


Mehr zum Staat als Aktionär und zum Börsengeschehen insgesamt spricht Wiener Börse-CEO Christoph Boschan im Interview mit mir in der am Sonntag erscheinenden neuen Podcastfolge der GELDMEISTERIN. Ich hoffe wir hören uns.


Ein entspanntes Wochenende wünscht Julia Kistner


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#Börse #investment #Garantien #Bürgschaft #SiemensAG #SiemensEnergy #Staatsholding #ÖBAG #podcast


Foto: Siemens AG


5 Minuten
Wiener Börse-Chef Boschan bricht Lanze für ÖBAG


Dass der Leiterplattenhersteller AT&S das fast 30 Jahre nach seiner Privatisierung noch erleben muss oder auch darf, dass der Staat wieder mit 25 Prozent und einer Aktie einsteigen würde!


Die Aktionäre haben die öffentlichen Einstiegsgerüchte jedenfalls nicht goutiert, die Aktie verlor am Dienstag zeitweise um die 18 Prozent. Warum ist das so? Daran kann auch generell die Kapitalerhöhung Schuld sein, die Ursachen haben muss.


Dazu den Wiener Börsechef Christoph Boschan befragt, meint dieser im Gespräch mit der Börsenminute, dass man als Börse die Staatsholding ÖBAG als stabiler Aktionär, der operativ nicht umrührt, nur begrüßen könne.


Christoph Boschan betont, dass AT&S ja nicht die einzige österreichische Firma mit staatlicher Beteiligung sei. Der Mobilifunkmastenbetreiber EuroTeleSites AG, ein Spinn Off der Telekom Austria ging jetzt ja auch mit staatlicher Beteiligung an die Börse.


An der OMV hält die österreichische Staatsholding ÖBAG 31,5 Prozent, am Verbund 51 Prozent, an der Telekom Austria 28,42 Prozent, an der Casinos Austria 33,24 Prozent und an Bundesimmobiliengesellschaft BIG sogar 100 Prozent – und das sind nicht die schlechtesten Unternehmen, die auch viel Dividenden in die Staatskasse und börsennotierten von ihnen auch in die der Privataktionäre spülen.


Das ganze Interview mit Christoph Boschan könnt ihr ab Sonntag in der neuen Podcastfolge GELDMEISTERIN genießen.


Auch der Einstieg der deutschen Bundesregierung Lufthansa mit Coronaausbruch und dem Zusammenbruch der Luftfahrt hat dem deutschen Kranich sehr gut getan. Übrigens nicht nur der Lufthansa, sondern auch dem deutschen Staat. Der hat mit 760 Millionen Euro Gewinn nach zwei Jahren längst wieder ausgecheckt.


Die Frage ist immer, warum steigt der Staat ein, wozu braucht ein Unternehmen so viel frisches Kapital? Ist die schwache Nachfrage nach Microchips und der Preisdruck nur vorrübergehend? Das ist doch nicht ganz unrealistisch, was die schlechte Performance von AT&S im ersten Geschäftshalbjahr relativieren würde. Der Umsatz von AT&S brach um ein Viertel, das Nettoergebnis um 78 Prozent ein. Doch bevor ich nicht wirklich weiß, was bei dem Leiterplattenhersteller wirklich los ist, ist die Kartoffel zu heiß …


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#Börse #investment #AT&S #Staatsholding #ÖBAG #podcast #Computerchips


Foto: AT&S


4 Minuten
Also, wenn einmal das ur-amerikanische Investment-Magazin Barron´s in einem ihrer Podcastfolgen Europa-Aktien empfiehlt, ja dann möchte ich Euch die Gründe hierfür nicht vorenthalten. In erster Linie ist es natürlich der günstigere Preis der europäischen Aktien gegenüber amerikanischen. Ein gewisser Abschlag wäre grundsätzlich ja gerechtfertigt, weil die US-Unternehmen im Allgemeinen einfach höhere Gewinne schreiben. Nur so starke Abschläge wie wir sie derzeit zwischen den Börsen dies- und jenseits des Atlantiks sehen ließe sich fundamental einfach nicht rechtfertigen,


Der US-Leitindex S&P 500 notiert bei 18/19, der deutsche Leitindex DAX bei günstigen neun. Noch stärker könne man die Unterbewertung der europäischen und die Überbewertung von US-Titel am Abstand der Aktienbörsen zu den Renditen an den jeweils lokalen Anleihenmärkten sehen. So liegen die Gewinn-Renditen von US-Aktien, also der Gewinn im Verhältnis zum Aktienkurs derzeit 40 Basispunkte über der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die bei 4,6 Prozent rentieren. In Deutschland beispielsweise erzielt man hingegen mit zehnjährigen Staatsanleihen gerade einmal 2,65 Prozent, die Gewinn-Rendite von deutschen Aktien liegt bei 11 bis 12, das sind rund 800 Basispunkte über den deutschen langlaufenden Staatsanleihen.


Selbst im verschuldeten Frankreich rentieren die Staatsanleihen nur bei 3,25 Prozent und sogar italienische und griechische Staatsanleihen werfen mit 4,5 und 3,9 Prozent Rendite deutlich weniger ab wie US-amerikanische Staatsanleihen. Damit sind Anleihen in den USA eine viel größere Konkurrenz zu Aktien als in Europa.


Das hat schon Gründe, warum die Kurse von US-Anleihen so stark gefallen und damit die Renditen gestiegen sind: In den USA beträgt das Budgetdefizit fünf bis sechs Prozent. Das Budgetdefizit in Deutschland liegt gerade einmal bei drei Prozent. Für 2024 streben die Deutschen sogar ein ausgeglichenes Budget an.


Europa werde derzeit auch geopolitisch abgestraft, weil der Ukrainekrieg im Gange ist. Nur: die großen Player wie Mercedes, Siemens & Co seien zwar in Europa stationiert. Sie machen aber den Großteil ihrer Gewinne außerhalb von Europa.


Auch die Energie-Situation und die Abhängigkeit von russischem Gas und Öl seien keine Argumente für die hohen Kursabschläge von europäischen zu US-amerikanischen Aktien. Europas Firmen gingen deshalb nicht pleite. Man habe sich sehr flexibel und auch mit staatlicher Hilfe auf andere Energiequellen und Lieferanten problemlos umgestellt. Der Gaspreise in Europa seien in Summe derzeit nicht mehr höher, wie vor der Russland-Invasion in die Ukraine.


Auch würden derzeit in Europa mehr Aktien zurückgekauft als in den USA, dem klassischen Buy-Back-Land. Europäische Unternehmen würden sich insgesamt deutlich mehr als früher um die Anleger bemühen. Das passiert zwar auch in Japan, aber nicht so schnell.


Vielleicht sollten wir unsere Aktienmärkte auch einmal durch die US-Brille betrachten…


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#Börse #investment #Europa #Aktien #Anleihen #shares #USA


#buyback #Podcast


Foto: Unsplash/HenryLasaje





4 Minuten
Deutschland fördert das schwedische Unternehmen Northvolt mit 155 Millionen Euro, damit es 2025 im Bundesland Schleswig-Holstein Batteriezellen für Elektroautos baut und so 3000 Arbeitsplätze entstehen. Das Geld kommt großteils auch aus dem EU-Förderprogramm IPCEI, das die Batteriezellenfertigung in Summe mit 21,8 Milliarden Euro aus staatlichen und privaten Geldquellen fördert.


Alleine unsere deutschen Nachbarn wollen bis 2030 rund 15 Milliarden Euro in Batteriezellenwerke stecken. Auch Frankreich und andere EU-Staaten sind von der geförderten Batterie-Produktion elektrifiziert.


So weit so gut. Der Sprung über den Teich zeigt, dass die USA noch mit einem viel größeren Förderturbo reindustrialisiert. Dafür steht der Inflation Reduction Act, ein 433 Milliarden schweres Investitionspaket, das vor allem der nachhaltigen Industrie zu Gute kommen soll. So bietet etwa die Kleinstadt De Soto in Kansas den Japanern Panasonic nahezu Steuerfreiheit dafür, dass sie dort gerade mit 6000 Bauarbeitern eine Batteriefabrik für 4000 Mitarbeitern um vier Milliarden US-Dollar auf die Beine stellen, die über eine Millionen Autobatterien produzieren. Im ebenso wirtschaftlich rückständigen 400-Einwohnerort Stanton in Tennessee investiert Ford gefördert um 5,6 Milliarden US-Dollar ihre bisher größte Batteriezellen- und Autoproduktion und so weiter und so fort. Ganz zu schweigen von der subventionierten chinesischen EU-Auto- und Zubehör-Armada.


Ob so viel Förderung wirtschaftlich gesund ist? Die E-Autobranche auch ein lukratives Geschäftsmodell wird. Abwarten. Als Aktionär ist das jedenfalls ein weiteres fundamentales Kriterium, auf das man achten musst: Inwieweit ist Wachstum auf Förderungen gebaut? Wie geschickt sind die CEO´s  im Subventionen abgreifen? Wann enden sie und was dann?


Nicht jede Förderung geht auf: So hat etwa der deutsche Pharmariese Böhringer Inglheim dem Land NÖ den Bau einer CO2-neutralen Medikamentenproduktion mit 800 Arbeitsplätzen um 1,2 Milliarden versprochen. Schon wurde eine auf Biotech spezialisierte FH in der Nähe und entsprechende nachhaltige Infrastrukturanbindung geplant. Dann wurde das Projekt – angeblich mangels Bedarf – kurzerhand abgeblasen, viel Geld im Vorfeld in den Sand gesetzt.


Ich wünsche Euch, ein erholsames Wochenende mit schönen Erlebnissen, die nicht auf Sand gebaut sind.


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Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.


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In Gold we trust – und wie! Ein in Goldfragen sehr geschätzter Analyst – den Namen möchte ich nicht nennen, außer ihr platzt vor Neugierde und schreibt mir persönlich ein Mail an julia@geldmeisterin.com - hatte in einem Interview mit mir im Jahr 2012 den Goldpreis spätestens 2014 schon bei 3000 US-Dollar je Feinunze Gold gesehen. Tatsächlich notierten Anfang 2014 dann 31,1 Gramm Gold bei 910 US-Dollar. Und selbst nach der jüngste Goldrally, ausgelöst durch die dramatische geopolitische Lage und dem schwindenden Vertrauen in den US-Dollar angesichts der hohen amerikanischen Staatsverschuldung liegt der Goldpreis trotz allem noch unter der 2000 US-Dollar-Marke. Heute in der Früh notierte die Feinunze bei 1968 US-Dollar– nach wie vor weit entfernt von den 3000 US-Dollar, die der besagte Gold-Experte schon für 2014 voraussagte.


Ich will mich keineswegs über irgend jemanden lustig machen, sondern nur daran erinnern, dass man Prognosen – sei es für Gold, Rohstoffe allgemein, Aktien oder Anleihen mit Vorsicht genießen sollte.


Ich bin keine Gegnerin von Gold-Investments. Gold beruhigt, wirft aber weder Dividende noch Zinsen ab und sollte, das ist nur meine persönliche Meinung, keinen allzu großen Anteil im persönlichen Anlagenvermögen haben. Bei mir sind es unter fünf Prozent.


Eine wichtige Stütze für Gold könnten in den nächsten Jahren aber nicht nur ein schwächelnder Dollar und mittelfristig wieder sinkenden Zinsen werden, sondern vor allem die aufstrebenden Schwellenstaaten sein. Deren Zentralbanken setzen vermehrt auf Gold als Währungsreserven.


Rückenwind bekommt Gold vor allem durch den Aufstieg Indiens in die wirtschaftliche Oberliga. Laut Analysen der BBC besitzen die indischen Frauen, genaugenommen deren Familien bereits elf Prozent des weltweit im Umlauf befindlichen Goldes. Verbreitert sich jetzt tatsächlich mit dem Wirtschaftsaufschwung der Mittelstand in Indien, wird dort in erster Linie in das für die Mitgift und das Erbe so beliebte Gold beziehungsweise Goldschmuck kräftig investiert.


Mit Prognosen, wie gesagt, muss man vorsichtig sein. Doch so viel bin ich mir sicher: Der Wert von Gold bleibt beständiger als der von Geld…


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Grafik: gold.de