Die Börsenminute Archiv
670 Episoden
4 Minuten
Unübersichtliche Vermögens-Aufstellung nach Aktiensplitting
Lieber Herr Finanzminister. Es ist ja herrlich, wenn inzwischen auch die Regierung es gut findet, wenn ihre Bürger an der Börse privat versorgen. Aber vielleicht sollte die Finanzmarktaufsicht auch dem einen oder anderen Broker einmal wieder auf die Finger klopfen. Nämlich, dass sie die Positionen in den Wertpapierdepots auch so auflisten, dass der Privatanleger die Darstellung seinesWertpapier-Vermögens nachvollziehen kann.
Liebe Damen und Herren der FMA in Österreich, schaut Euch zum Beispiel doch bitte einmal diesbezüglich die Gepflogenheiten der Easybank an. Beispiel gefällig? Da hat mich ein Börsenminute-Hörer völlig schockiert kontaktiert, wie es denn sein kann, dass er ausgerechnet mit der Kursrakete des Jahre, dem teuersten Börsenwert Europas, dem Abnehmpillendreher Novo Nordisk 40 Prozent im Minus ist. Wie bitte?
Was war? Novo Nordisk hatte letzte Woche ein Aktiensplitting durchgeführt. Dem armen Hörer wurde der Preis pro Aktie halbiert, aber nicht sofort die Anzahl der eingebuchten Aktien verdoppelt. Aktiensplitting ist überhaupt so ein Thema, wo man danach unbedingt sein Portfolio prüfen sollte. Denn damit fängt meist das Chaos im Depot an. Beim schwedischen Baumaschinenhersteller Atlas Copco beispielsweise. Dort wurde 2022 ein Aktiensplit von 5:1 durchgeführt. So weit so gut, man verfolgt ja die Nachrichten. In seinem Depot sieht man dann auch, das seine an der US-Börse in US-Dollar erworbenen Atlas Copco-Aktien nur noch ein Fünftel wert sind. Dafür findet man eine weitere Position, allerdings in schwedischen Kronen, die mit null Euro Kaufpreis eingebucht ist, aber nicht mehr ganz die Differenz ausmacht, die einem der Split der Altaktien gekostet hat. Kurzum: Es lässt sich für den Anleger kaum noch überblicken, ob nach dem Split die richtige Summe eingebucht wurde.
Wäre das nicht fairer, wenn man eine Aufstellung bekommt, die übersichtlich dokumentiert, das der Wert vor und die eingebuchten zwei Werte nach dem Splitting das gleich Wert waren.
Hat jemand zufällig den letzten Split bei Amazon bei der Easybank mitgemacht? Herzliches Beileid! Auch hier ist die Aufstellung alles andere als Anleger-freundlich. Kein Wunder aslo, dass sich da so mancher nach seinem guten, alten übersichtlichen Sparbuch sehnt.
Auch ein anderer Hörer fühlt sich seiner Depotbank – zufällig auch wieder die Easybank – ausgeliefert: Nach mehreren Anfragen, ob man ihm die mehr oder weniger wertlosen russischen Gazprom-ADRs ausbuchen könne, sei er stets vertröstet worden. Es besteht wohl seitens des Brokers auch wenig Interesse das zu tun: denn für jede Wertpapierposition kassiert die Easybank mindestens 4,50 Euro + Mehrwertsteuer im Jahr.
Ich bin mir sicher, es gibt ähnliche Erfahrungsbeispiele aus Deutschland oder der Schweiz. Schreibt sie mir doch bitte in den Kommentar oder an julia@geldmeisterin.com
Es dankt schon einmal Börsenminute-Host Julia Kistner, die Euch ein Wochenende ohne Ärgernisse wünscht.
Lieber Herr Finanzminister. Es ist ja herrlich, wenn inzwischen auch die Regierung es gut findet, wenn ihre Bürger an der Börse privat versorgen. Aber vielleicht sollte die Finanzmarktaufsicht auch dem einen oder anderen Broker einmal wieder auf die Finger klopfen. Nämlich, dass sie die Positionen in den Wertpapierdepots auch so auflisten, dass der Privatanleger die Darstellung seinesWertpapier-Vermögens nachvollziehen kann.
Liebe Damen und Herren der FMA in Österreich, schaut Euch zum Beispiel doch bitte einmal diesbezüglich die Gepflogenheiten der Easybank an. Beispiel gefällig? Da hat mich ein Börsenminute-Hörer völlig schockiert kontaktiert, wie es denn sein kann, dass er ausgerechnet mit der Kursrakete des Jahre, dem teuersten Börsenwert Europas, dem Abnehmpillendreher Novo Nordisk 40 Prozent im Minus ist. Wie bitte?
Was war? Novo Nordisk hatte letzte Woche ein Aktiensplitting durchgeführt. Dem armen Hörer wurde der Preis pro Aktie halbiert, aber nicht sofort die Anzahl der eingebuchten Aktien verdoppelt. Aktiensplitting ist überhaupt so ein Thema, wo man danach unbedingt sein Portfolio prüfen sollte. Denn damit fängt meist das Chaos im Depot an. Beim schwedischen Baumaschinenhersteller Atlas Copco beispielsweise. Dort wurde 2022 ein Aktiensplit von 5:1 durchgeführt. So weit so gut, man verfolgt ja die Nachrichten. In seinem Depot sieht man dann auch, das seine an der US-Börse in US-Dollar erworbenen Atlas Copco-Aktien nur noch ein Fünftel wert sind. Dafür findet man eine weitere Position, allerdings in schwedischen Kronen, die mit null Euro Kaufpreis eingebucht ist, aber nicht mehr ganz die Differenz ausmacht, die einem der Split der Altaktien gekostet hat. Kurzum: Es lässt sich für den Anleger kaum noch überblicken, ob nach dem Split die richtige Summe eingebucht wurde.
Wäre das nicht fairer, wenn man eine Aufstellung bekommt, die übersichtlich dokumentiert, das der Wert vor und die eingebuchten zwei Werte nach dem Splitting das gleich Wert waren.
Hat jemand zufällig den letzten Split bei Amazon bei der Easybank mitgemacht? Herzliches Beileid! Auch hier ist die Aufstellung alles andere als Anleger-freundlich. Kein Wunder aslo, dass sich da so mancher nach seinem guten, alten übersichtlichen Sparbuch sehnt.
Auch ein anderer Hörer fühlt sich seiner Depotbank – zufällig auch wieder die Easybank – ausgeliefert: Nach mehreren Anfragen, ob man ihm die mehr oder weniger wertlosen russischen Gazprom-ADRs ausbuchen könne, sei er stets vertröstet worden. Es besteht wohl seitens des Brokers auch wenig Interesse das zu tun: denn für jede Wertpapierposition kassiert die Easybank mindestens 4,50 Euro + Mehrwertsteuer im Jahr.
Ich bin mir sicher, es gibt ähnliche Erfahrungsbeispiele aus Deutschland oder der Schweiz. Schreibt sie mir doch bitte in den Kommentar oder an julia@geldmeisterin.com
Es dankt schon einmal Börsenminute-Host Julia Kistner, die Euch ein Wochenende ohne Ärgernisse wünscht.
3 Minuten
Viel Kritik hört man derzeit am Weltindex MSCI World. Jener Index, den man, verpackt in einen ETF, sehr häufig als Basisinvestment in vielen Wertportfolios findet, auch in meinem. Er hätte das Prädikat „World“ nicht verdient. Ja, das stimmt, denn knapp 70 Prozent werden in den USA veranlagt. Und in Wirklichkeit investiert man großteils nur in eine Hand voll US-Aktien. Auch das ist nicht ganz falsch.
Doch nur weil der MSCI World vielleicht nicht das hält, was „world“ verspricht, ist es keinesfalls ein schlechtes Investment und ein ETF auf den MSCI World kein schlechtes Produkt.
Ich habe mit dem Verlauf des MSCI World Index einmal im Vergleich zu anderen Börsenbarometern angeschaut. Die Daten stammen per 31. August vom Indexanbieter MSCI.
Und siehe da: Während der MSCI World seit Jahresbeginn bis Ende August 16,54 Prozent zulegte, schaffte der MSI World ex USA „nur“ eine Jahresperformance von 10,95 Prozent,der MSCI All County World, der auch große Schwellenländer-Aktien enthält performte mit 14,61 Prozent auch schlechter.
Wichtiger ist aber der Langfristvergleich, beispielsweise der Gewinnzuwachs über die letzten zehn Jahre: Auch hier liegt der MSCI World Index mit einer Jahresperformance von 9,86 Prozent doch deutlich vor dem MSCI WorldIndex ex USA mit 5,44 Prozent. Selbst der viel breiter gestreute MSCI ACW-Index kam „nur“ auf eine Performance von 8,96 Prozent.
Was man sich aber schon überlegen kann ist a) Brauche ich einen ETF auf den MSCI World-Index, wenn ich dessen Schwergewichte durch Einzelinvestment ohnehin schon im Portfolio habe oder b.) umgekehrt: wenn ich schon einen MSCI World-ETF im Portfolio habe, muss ich dann noch in Amazon, Apple, Meta und Co extra investierenmoder sollte ich zwecks Risikostreuung mich da nicht besser in Europa nach soliden großen Titel umschauen oder mir überhaupt Welmarktnischenplayer - egal aus welchem Land - suchen. Denn Small Caps sind in keinen der drei genannten MSCI-Indizes enthalten.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Weltaktienindex #Podcast #LargeCap #podcast
Foto: Unsplash ´
Doch nur weil der MSCI World vielleicht nicht das hält, was „world“ verspricht, ist es keinesfalls ein schlechtes Investment und ein ETF auf den MSCI World kein schlechtes Produkt.
Ich habe mit dem Verlauf des MSCI World Index einmal im Vergleich zu anderen Börsenbarometern angeschaut. Die Daten stammen per 31. August vom Indexanbieter MSCI.
Und siehe da: Während der MSCI World seit Jahresbeginn bis Ende August 16,54 Prozent zulegte, schaffte der MSI World ex USA „nur“ eine Jahresperformance von 10,95 Prozent,der MSCI All County World, der auch große Schwellenländer-Aktien enthält performte mit 14,61 Prozent auch schlechter.
Wichtiger ist aber der Langfristvergleich, beispielsweise der Gewinnzuwachs über die letzten zehn Jahre: Auch hier liegt der MSCI World Index mit einer Jahresperformance von 9,86 Prozent doch deutlich vor dem MSCI WorldIndex ex USA mit 5,44 Prozent. Selbst der viel breiter gestreute MSCI ACW-Index kam „nur“ auf eine Performance von 8,96 Prozent.
Was man sich aber schon überlegen kann ist a) Brauche ich einen ETF auf den MSCI World-Index, wenn ich dessen Schwergewichte durch Einzelinvestment ohnehin schon im Portfolio habe oder b.) umgekehrt: wenn ich schon einen MSCI World-ETF im Portfolio habe, muss ich dann noch in Amazon, Apple, Meta und Co extra investierenmoder sollte ich zwecks Risikostreuung mich da nicht besser in Europa nach soliden großen Titel umschauen oder mir überhaupt Welmarktnischenplayer - egal aus welchem Land - suchen. Denn Small Caps sind in keinen der drei genannten MSCI-Indizes enthalten.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Weltaktienindex #Podcast #LargeCap #podcast
Foto: Unsplash ´
2 Minuten
Plus 1116 Prozent in fünf Jahren!
Am Sonntag hatte ich beim Podcast GELDMEISTERIN Trade Republic Country Manager Oswald Salcher zu Gast, der meinte, dass Tesla in Österreich derzeit bei weitem von seinen Kunden am meisten gehandelte Aktie von Apple ist. Dies ist nicht nur in Österreich und nicht nur bei Trade Republic so, sondern weltweit. Laut CNBC haben Privatinvestoren heuer schon 35,98 Milliarden US-Dollar in die Tesla-Aktie investiert. So viel wurde angeblich noch nie von Privatinvestoren in eine Aktie gesteckt.
Würde ich persönlich deshalb Tesla kaufen? Nein. Auch nicht jetzt, wo sie 18,9 Prozent in den letzten zwölf Monaten verloren und in den letzten sechs Monaten wieder deutlich, 30,6 Prozent zugelegt hat. Wenn man sich übrigens eine Chart einer Aktie anschaut, dann bitte über verschiedene Zeiträume. In den letzten fünf Jahren hat der Tesla-Wert über 1116 Prozent zugelegt.
The trend is your friend – mag sein. Für mich ist dieser nicht nachhaltig genug, auch wenn Tesla für E-Mobilität steht. Das KGV liegt bei 34, die Aktie kostet also das 34-fache des Jahresgewinns. Das ist zwar viel viel weniger als noch 2021 wo die Tesla-Aktie noch mit einem KGV von 216 zu haben war. Aber eine Mercedes-Aktie wird mit einem KGV von 4,6, eine BMW von gerade einmal drei gehandelt.
Nicht, dass ich momentan überhaupt ein Fan von Auto-Aktien wäre, aber der Tesla Preis ist mir definitiv immer noch zu heiß…
Hat Euch die Folge der Börsenminute gefallen? Bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren und mich damit unterstützen. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Musk #environment #Podcast #E-Mortoren #pkw #podcast
Foto: Unsplash /Milan Csismad
Am Sonntag hatte ich beim Podcast GELDMEISTERIN Trade Republic Country Manager Oswald Salcher zu Gast, der meinte, dass Tesla in Österreich derzeit bei weitem von seinen Kunden am meisten gehandelte Aktie von Apple ist. Dies ist nicht nur in Österreich und nicht nur bei Trade Republic so, sondern weltweit. Laut CNBC haben Privatinvestoren heuer schon 35,98 Milliarden US-Dollar in die Tesla-Aktie investiert. So viel wurde angeblich noch nie von Privatinvestoren in eine Aktie gesteckt.
Würde ich persönlich deshalb Tesla kaufen? Nein. Auch nicht jetzt, wo sie 18,9 Prozent in den letzten zwölf Monaten verloren und in den letzten sechs Monaten wieder deutlich, 30,6 Prozent zugelegt hat. Wenn man sich übrigens eine Chart einer Aktie anschaut, dann bitte über verschiedene Zeiträume. In den letzten fünf Jahren hat der Tesla-Wert über 1116 Prozent zugelegt.
The trend is your friend – mag sein. Für mich ist dieser nicht nachhaltig genug, auch wenn Tesla für E-Mobilität steht. Das KGV liegt bei 34, die Aktie kostet also das 34-fache des Jahresgewinns. Das ist zwar viel viel weniger als noch 2021 wo die Tesla-Aktie noch mit einem KGV von 216 zu haben war. Aber eine Mercedes-Aktie wird mit einem KGV von 4,6, eine BMW von gerade einmal drei gehandelt.
Nicht, dass ich momentan überhaupt ein Fan von Auto-Aktien wäre, aber der Tesla Preis ist mir definitiv immer noch zu heiß…
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Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Musk #environment #Podcast #E-Mortoren #pkw #podcast
Foto: Unsplash /Milan Csismad
3 Minuten
Doch nichts mit Energiewende? Der britische Premier Richie Sunak wirft gerade mal wieder die Pläne der Autoindustrie um. Die haben sich soeben auf ein Aus von Verbrennermotoren bis 2030 eingestellt. Jetzt wird das Verbot auf 2035 verschoben. Schließlich dürfen auch in Europa Diesel-Autos und Benzine bis 2035 verkauft werden.
Ja und dann verschiebt Richie doch gleich auch das Verbot von neuen Ölheizungen von 2026 auf 2035. Und die EU- Kommission empfiehlt obendrein die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Schöne neue Umweltpolitik, bye bye Klimaziele.
Was die Politik mit Börse zu tun hat? Viel, wie wir wissen. Man braucht nur schauen, wie verunsichert die Märkte waren, nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell diese Woche für 2024 durch die Blume weniger Zinssenkungen ankündigte.
Also, was macht der Anleger? Was der Anleger macht weiß ich leider nicht. Ich weiß aber, was ich mache: Ich verlasse mich weder blindlings auf die von der Politik in Aussicht gestellte Zinswende, noch auf eine zeitgerechte Energiewende und schaue a.) dass der Anteil zinssensitiver Papiere wie Banken, Versicherungen oder auch Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad nicht zu groß im Portfolio ist und b.) ich meide nachhaltige Themen- oder grüne Technologiefonds, wo alles drin ist was Windräder oder Photovoltaikanlagen hat. Nicht falsch verstehen, das ist auch für mich ein Mega-Anlagethema. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass ich in einer so jungen Branche wie die grüne Technologie noch sorgfältiger bei der Selektion der Titel vorgehen muss. Denn nur weil ein Fonds oder eine Aktie das Prädikat „nachhaltig“ trägt ist es noch kein zukunftsträchtiges Investment. Denn mit einem rechne ich leider fix: Das Umweltdumping geht weiter.
Wie es mit der Online-Brokerwelt weitergeht hört ihr in der neue Podcastfolge der GELDMEISTERIN am Sonntag, die mit der Chefetage von Trade Republic, Bitpanda und Tradersplace gesprochen hat. Ein sonniges Wochenende wünscht Julia Kistner
Hat Euch die Folge der Börsenminute gefallen? Bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren und mich damit unterstützen. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #ecology #environment #Podcast #politics #FED
Foto: Unsplash
Ja und dann verschiebt Richie doch gleich auch das Verbot von neuen Ölheizungen von 2026 auf 2035. Und die EU- Kommission empfiehlt obendrein die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat. Schöne neue Umweltpolitik, bye bye Klimaziele.
Was die Politik mit Börse zu tun hat? Viel, wie wir wissen. Man braucht nur schauen, wie verunsichert die Märkte waren, nachdem US-Notenbankchef Jerome Powell diese Woche für 2024 durch die Blume weniger Zinssenkungen ankündigte.
Also, was macht der Anleger? Was der Anleger macht weiß ich leider nicht. Ich weiß aber, was ich mache: Ich verlasse mich weder blindlings auf die von der Politik in Aussicht gestellte Zinswende, noch auf eine zeitgerechte Energiewende und schaue a.) dass der Anteil zinssensitiver Papiere wie Banken, Versicherungen oder auch Unternehmen mit hohem Verschuldungsgrad nicht zu groß im Portfolio ist und b.) ich meide nachhaltige Themen- oder grüne Technologiefonds, wo alles drin ist was Windräder oder Photovoltaikanlagen hat. Nicht falsch verstehen, das ist auch für mich ein Mega-Anlagethema. Aus Erfahrung weiß ich aber, dass ich in einer so jungen Branche wie die grüne Technologie noch sorgfältiger bei der Selektion der Titel vorgehen muss. Denn nur weil ein Fonds oder eine Aktie das Prädikat „nachhaltig“ trägt ist es noch kein zukunftsträchtiges Investment. Denn mit einem rechne ich leider fix: Das Umweltdumping geht weiter.
Wie es mit der Online-Brokerwelt weitergeht hört ihr in der neue Podcastfolge der GELDMEISTERIN am Sonntag, die mit der Chefetage von Trade Republic, Bitpanda und Tradersplace gesprochen hat. Ein sonniges Wochenende wünscht Julia Kistner
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#Börse #investment #ecology #environment #Podcast #politics #FED
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3 Minuten
Die Idee von Fractional Shares, also Teilaktien, ist einleuchtend. Wenn eine Aktie so gut gelaufen ist wie viele Techaktien, dass man sich auch nur einen einzigen Anteilsschein nicht mehr leisten kann oder vielleicht gerade noch, aber so keine Streuung in seinem Portfolio zusammenbringt, dann kann man entweder hoffen, dass die Unternehmen ein Aktiensplitting durchführen und dadurch der Börsenwert wieder erschwinglich wird. So geschehen bei Apple zuletzt 2020 oder bei Alphabet, Tesla oder Amazon nach der Tech-Rally 2022. Eine andere Möglichkeit, die Broker den Kleinanlegern anbieten sind Teilaktien oder neuerdings auch Teilanleihen. Man erwirbt zum Beispiel nur eine halbe Aktie und muss dann aber auch eine halbe Aktie wieder loswerden. Da habe ich persönlich bei Auflösung eines Sparplans auf eine Aktie schlechte Erfahrung gemacht. Denn für das Handeln solcher Teilaktien können derart happige Gebühren ausfallen, dass ich in meinem persönlichen Fall die übrige Teilaktie einfach ausbuchen ließ, was mir günstiger kam. Abgesehen davon muss man schauen, dass man auch einen Teil der Dividende erwischt und hat kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung.
Der neueste Schrei sind Teil-Anleihen. Gut, hier scheint mir das Angebot sogar deutlich sinnvoller, weil bei sehr vielen Anleihen der Nennwert bei 100.000 Euro und darüber liegt, so dass man sie sich als Durchschnittsanleger nie leisten kann beziehungsweise auch wieder ein viel zu hohes Klumpenrisiko in seinem Portfolio hätte. Zur Risikostreuung könnte ich mir natürlich auch einen Anleihen-ETF oder klassischen Anleihen-Fonds kaufen. Warum ich das bei Anleihen nicht so grundsätzlich wie bei Aktienfonds unterschreiben würde, ist einmal eine eigene Podcast-Episode.
Zurück zu Teilanleihen: Hier bin ich skeptisch, was die häufige Handelbarkeit betrifft, wo doch der Anleihenmarkt insgesamt schon nicht so liquide ist wie der Aktienmarkt. Wenn ich mir, und das ist keine Anlageempfehlung für Euch, in mein ganz persönliches Depot je eine Teilanleihe lege, dann nur, wenn ich auch wirklich beabsichtige das Zinspapier bis Laufzeitende zu halten.
Anders argumentiert naturgemäß Oswald Salcher, Trade Republic-Country Manager für Österreich, dessen Brötchengeber seit letzten Freitag Fractional Bonds anbietet. Lassen wir uns von seinen Argumenten in der neuen Podcastfolge der GELDMEISTERIN am kommenden Sonntag überraschen, bei der auch noch andere Broker zu Wort kommen.
Hat Euch die Folge der Börsenminute gefallen? Bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren und mich damit unterstützen. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Diversifizierung #Teilaktien #Podcast #ETF #Fund
Foto: Unsplash/Alexandar Zivcovic
Der neueste Schrei sind Teil-Anleihen. Gut, hier scheint mir das Angebot sogar deutlich sinnvoller, weil bei sehr vielen Anleihen der Nennwert bei 100.000 Euro und darüber liegt, so dass man sie sich als Durchschnittsanleger nie leisten kann beziehungsweise auch wieder ein viel zu hohes Klumpenrisiko in seinem Portfolio hätte. Zur Risikostreuung könnte ich mir natürlich auch einen Anleihen-ETF oder klassischen Anleihen-Fonds kaufen. Warum ich das bei Anleihen nicht so grundsätzlich wie bei Aktienfonds unterschreiben würde, ist einmal eine eigene Podcast-Episode.
Zurück zu Teilanleihen: Hier bin ich skeptisch, was die häufige Handelbarkeit betrifft, wo doch der Anleihenmarkt insgesamt schon nicht so liquide ist wie der Aktienmarkt. Wenn ich mir, und das ist keine Anlageempfehlung für Euch, in mein ganz persönliches Depot je eine Teilanleihe lege, dann nur, wenn ich auch wirklich beabsichtige das Zinspapier bis Laufzeitende zu halten.
Anders argumentiert naturgemäß Oswald Salcher, Trade Republic-Country Manager für Österreich, dessen Brötchengeber seit letzten Freitag Fractional Bonds anbietet. Lassen wir uns von seinen Argumenten in der neuen Podcastfolge der GELDMEISTERIN am kommenden Sonntag überraschen, bei der auch noch andere Broker zu Wort kommen.
Hat Euch die Folge der Börsenminute gefallen? Bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren und mich damit unterstützen. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Diversifizierung #Teilaktien #Podcast #ETF #Fund
Foto: Unsplash/Alexandar Zivcovic
4 Minuten
FOMO, „Fear of missing out“, die Angst etwas zu verpassen, ist berechtigt. Weniger für Anleger als für Emittenten, Emmisionsbanken und Berater. So war laut Financial Times der fünf Milliarden US-Dollar Börsengang vom britischen Chiphersteller Arm – was die Gebühren der Emissionsbanken und Berater betrifft – der teuerste seit fünf Jahren. Deloitte und Co. haben 84 Millionen US-Dollar für die Prüfung verrechnet. Laut Berechnungen der FT lagen die IPO-Kosten bei Emissionen über einer Milliarde US-Dollar in den letzten Jahren im Schnitt bei 11,5 Millionen US-Dollar.
Wollen wir es den Investmentbanken und Berater nicht neidisch sein. Der Wirbel hat sich gelohnt. Die Aktie stieg am ersten Tag schon um 20 Prozent und das, wo sie schon zum oberen Rand des möglichen Emissionspreises, mit umgerechnet 51 Euro an die Börse startete. Na ja, zwei Tage später waren es nur noch plus 3,2 Prozent. Hättet ihr nur die Börsenminute von letzten Donnerstag gehört, da habe ich schon vor diesem typischen Chartmuster bei Neuemisssionen gewarnt. Am ersten Börsentag schießt die Aktie hoch, die nächsten zwei bis drei Tage bröckelt sie ab, um dann erst einen Trend herauszubilden. Und wieder das gleiche Muster bei Instacart, ein Lieferant für Lebensmittel. Er geht am oberen Rand der Preisspanne an den Start, ungeachtet, dass er in einer schwierigen Branche tätig ist und Instacart es erst im ersten Halbjahr 2023 geschafft hat, schwarze Zahlen zu schreiben.
Aber gut, jetzt gibt es ja noch jede Menge Möglichkeiten, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu üben. Es sind noch jede Menge IPO´s in der Pipeline: Etwa in Frankfurt der Spezialglashersteller für die Pharmabranche Schott mit einer Preisspanne von 24,30 bis 28,50 Euro. Man möchte bis zu 987 Millionen Euro einsammeln.
Das „Window of opportunity“ für einen fulminanten Börsengang zu verpassen, hat auch Klaviyo, das E-Commerce-Unternehmen bei der Speicherung und Analyse vom Daten hilft. Macht Datenanalyse nicht in Zukunft die KI? Wie auch immer, angeblich möchte Klaviyo seinen Ausgabepreis nachschärfen. Nach oben versteht sich.
Lessons Learned: Man braucht als Anleger keine Angst haben, etwa zu verpassen. Das zeigt auch der Vergleich des breiten US-Aktienindex S&P 500 mit dem FTSE Renaissance US IPO Index durch Sebastian Dörr, Kapitalmarktanalyst von HQ Trust. Das FTSE-Börsenbarometer nimmt vierteljährlich Neuemissionen über 100 Millionen US-Dollar auf und wirft sie nach drei Jahren nach dem IPO wieder aus dem Index raus. Er enthält rund 300 Aktien, derzeit sind etwa prominente Werte wie Snowflake, Palantir oder Airbnb enthalten. Fazit für Dörr: Langfristig - in seiner Analyse seit 2012 - sind die Kurse der Newcomer nur schwankungsfreudiger und bleiben hinter der Performance des Marktes zurück. Wie heißt es doch so schön: In der Ruhe liegt die Kraft.
Mein Kraft liegt in Eurer Unterstützung der Börsenminute - bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Emission #IPO #Podcast #Neuzugänge #FTSE #Index
Foto: Unsplash
Wollen wir es den Investmentbanken und Berater nicht neidisch sein. Der Wirbel hat sich gelohnt. Die Aktie stieg am ersten Tag schon um 20 Prozent und das, wo sie schon zum oberen Rand des möglichen Emissionspreises, mit umgerechnet 51 Euro an die Börse startete. Na ja, zwei Tage später waren es nur noch plus 3,2 Prozent. Hättet ihr nur die Börsenminute von letzten Donnerstag gehört, da habe ich schon vor diesem typischen Chartmuster bei Neuemisssionen gewarnt. Am ersten Börsentag schießt die Aktie hoch, die nächsten zwei bis drei Tage bröckelt sie ab, um dann erst einen Trend herauszubilden. Und wieder das gleiche Muster bei Instacart, ein Lieferant für Lebensmittel. Er geht am oberen Rand der Preisspanne an den Start, ungeachtet, dass er in einer schwierigen Branche tätig ist und Instacart es erst im ersten Halbjahr 2023 geschafft hat, schwarze Zahlen zu schreiben.
Aber gut, jetzt gibt es ja noch jede Menge Möglichkeiten, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu üben. Es sind noch jede Menge IPO´s in der Pipeline: Etwa in Frankfurt der Spezialglashersteller für die Pharmabranche Schott mit einer Preisspanne von 24,30 bis 28,50 Euro. Man möchte bis zu 987 Millionen Euro einsammeln.
Das „Window of opportunity“ für einen fulminanten Börsengang zu verpassen, hat auch Klaviyo, das E-Commerce-Unternehmen bei der Speicherung und Analyse vom Daten hilft. Macht Datenanalyse nicht in Zukunft die KI? Wie auch immer, angeblich möchte Klaviyo seinen Ausgabepreis nachschärfen. Nach oben versteht sich.
Lessons Learned: Man braucht als Anleger keine Angst haben, etwa zu verpassen. Das zeigt auch der Vergleich des breiten US-Aktienindex S&P 500 mit dem FTSE Renaissance US IPO Index durch Sebastian Dörr, Kapitalmarktanalyst von HQ Trust. Das FTSE-Börsenbarometer nimmt vierteljährlich Neuemissionen über 100 Millionen US-Dollar auf und wirft sie nach drei Jahren nach dem IPO wieder aus dem Index raus. Er enthält rund 300 Aktien, derzeit sind etwa prominente Werte wie Snowflake, Palantir oder Airbnb enthalten. Fazit für Dörr: Langfristig - in seiner Analyse seit 2012 - sind die Kurse der Newcomer nur schwankungsfreudiger und bleiben hinter der Performance des Marktes zurück. Wie heißt es doch so schön: In der Ruhe liegt die Kraft.
Mein Kraft liegt in Eurer Unterstützung der Börsenminute - bitte weiterempfehlen und auf der Podcastplattform Eurer Wahl oder auf YouTube abonieren. Vielen lieben Dank sagt Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Emission #IPO #Podcast #Neuzugänge #FTSE #Index
Foto: Unsplash
3 Minuten
Kurzer Absacker nach dem IPO ist durchaus üblich
Also besser kann man seinen Börsengang nicht inszenieren als das deutsche Unternehmen Birkenstock, dass diese Woche noch Genaueres über seinen Börsengang in New York bekanntgegeben hat. Da wechselt mal kurz im Barbie-Blockbuster die Protagonistin ihre High Heals gegen Birkenstock-Sandalen. Jesus-Schlapfen haben wir die übrigens noch in meiner Kindheit genannt. Nach Bekanntgabe dauert es in der Regel drei Wochen bis das Unternehmen nach Prüfung durch die Aufsichtsbehörde SEC voraussichtlich am 9. Oktober am Kurszettel erscheint.
Zu welchem Preis wird im Vorfeld mit einem Kreis von erlauchten Großinvestoren ausgetestet. Dann wird groß die Werbetrommel gerührt und am Tag des Börsengangs, dem Initial Public Offering IPO steigt dann in der Regel gerade in den ersten Stunden der Kurs der Neuemission kräftig an, hat dann aber einen Durchhänger in den nächsten Tagen um dann weiter abzusacken oder durchzustarten.
Bei allem Hype um die Gesundheits-Schlapfen, pardon Hippster-Schuhe Birkenstock und bei allem Getöse um den IPO des europäischen Nvidia-Herausforderers Arm, den Nvidia ja ursprünglich um 40 Milliarden US-Dollar übernehmen wollte: Wenn man beim IPO dabei sein möchte sollte man sich folgende Fragen immer stellen:
• Wie lange gibt es den neuen Börsenkandidaten schon?
• Welche Gewinne machte das Unternehmen in der Vergangenheit?
• Wie schaut es mit den künftigen Umsatz- und Gewinnaussichten aus?
• Wie hoch ist der Schuldenstand bzw. die Eigenkapitalquote?
• Wer sind die Konkurrenten und wie erfolgreich sind sie? Wie heben sich die Neuzugänge vom Wettbewerb ab?
• Ist die Branche wachstumsstark und hat Zukunft?
• Mit welcher Bewertung gehen sie an den Start? Schaut Euch schon mal die Preisspanne während der Zeichnungsfrist an und stellt sie den kolportierten Gewinnzahlen gegenüber und vergleicht dies KGV mit jenem der Konkurrenz.
• Warum geht man gerade jetzt an die Börse? Braucht man das Geld für die Expansion oder für Investitionen oder nutzt man nur ein Zeitfenster bevor die Börse schwächelt. Vor einem Abschwung gibt es in der Regel immer überproportional viele Börsengänge.
Leute, nicht faul sein. Niemand hat gesagt das Anlegen nur Spaß macht und keine Arbeit ist.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Emission #IPO #Podcast #Neuzugänge
Foto: Unsplash/Luca Vercellio
Also besser kann man seinen Börsengang nicht inszenieren als das deutsche Unternehmen Birkenstock, dass diese Woche noch Genaueres über seinen Börsengang in New York bekanntgegeben hat. Da wechselt mal kurz im Barbie-Blockbuster die Protagonistin ihre High Heals gegen Birkenstock-Sandalen. Jesus-Schlapfen haben wir die übrigens noch in meiner Kindheit genannt. Nach Bekanntgabe dauert es in der Regel drei Wochen bis das Unternehmen nach Prüfung durch die Aufsichtsbehörde SEC voraussichtlich am 9. Oktober am Kurszettel erscheint.
Zu welchem Preis wird im Vorfeld mit einem Kreis von erlauchten Großinvestoren ausgetestet. Dann wird groß die Werbetrommel gerührt und am Tag des Börsengangs, dem Initial Public Offering IPO steigt dann in der Regel gerade in den ersten Stunden der Kurs der Neuemission kräftig an, hat dann aber einen Durchhänger in den nächsten Tagen um dann weiter abzusacken oder durchzustarten.
Bei allem Hype um die Gesundheits-Schlapfen, pardon Hippster-Schuhe Birkenstock und bei allem Getöse um den IPO des europäischen Nvidia-Herausforderers Arm, den Nvidia ja ursprünglich um 40 Milliarden US-Dollar übernehmen wollte: Wenn man beim IPO dabei sein möchte sollte man sich folgende Fragen immer stellen:
• Wie lange gibt es den neuen Börsenkandidaten schon?
• Welche Gewinne machte das Unternehmen in der Vergangenheit?
• Wie schaut es mit den künftigen Umsatz- und Gewinnaussichten aus?
• Wie hoch ist der Schuldenstand bzw. die Eigenkapitalquote?
• Wer sind die Konkurrenten und wie erfolgreich sind sie? Wie heben sich die Neuzugänge vom Wettbewerb ab?
• Ist die Branche wachstumsstark und hat Zukunft?
• Mit welcher Bewertung gehen sie an den Start? Schaut Euch schon mal die Preisspanne während der Zeichnungsfrist an und stellt sie den kolportierten Gewinnzahlen gegenüber und vergleicht dies KGV mit jenem der Konkurrenz.
• Warum geht man gerade jetzt an die Börse? Braucht man das Geld für die Expansion oder für Investitionen oder nutzt man nur ein Zeitfenster bevor die Börse schwächelt. Vor einem Abschwung gibt es in der Regel immer überproportional viele Börsengänge.
Leute, nicht faul sein. Niemand hat gesagt das Anlegen nur Spaß macht und keine Arbeit ist.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Emission #IPO #Podcast #Neuzugänge
Foto: Unsplash/Luca Vercellio
4 Minuten
Jim Rogers, zu Gast in der aktuellen, 150. Folge der GELDMEISTERIN meint, er würde persönlich nicht in Private Equity investieren. Zum einen, weil er zu faul sei, intensiv ui diesen Investments zu recherchieren, was notwendig ist, weil über nicht gelistete Investments die Informationen nicht so transparent vorliegen wie über börsennotierte Unternehmen. Zum anderen weil er nur in liquide Assets investiert, die man jederzeit problemlos auch wieder verkaufen kann.
Das ist bei Private Equity in der Regel nicht der Fall, hier muss man, bis man wieder aussteigen kann, realistischerweise mit einem Anlagehorizont von zehn bis 13 Jahren rechnen. Das macht PE-Investments risikoreicher unter anderem auch deshalb, weil man größere Summen investieren muss. Aber es gibt doch Private Equity-Fonds an der Börse für Kleinanleger. Ja, das gibt es. Aber würdet ihr die Filetstücke gebündelt an die Börse bringen, wenn man sie doch an große institutionelle Anleger mit deutlich geringerem administrativen Aufwand verchecken kann? Eben!
Ob in Fonds verpackt über die Börse oder außerbörslich: Oftmals sind auch die Gebühren bei Private Equity undurchsichtig. Deshalb hat die US-Aufsichtsbehörde im August neue Vorschriften für PE-Fonds gemacht. Private Equity-Fonds müssen jetzt vierteljährlich über Gebühren und Performance berichten und einen jährlichen Geschäftsbericht vorlegen. Die Gebühren betragen für Institutionelle übrigens in etwa sechs Prozent, Privatanleger zahlen meist noch mehr.
Was mir persönlich an Private Equity nicht gefällt ist, dass man oftmals keine konstante, wenig transparente Anlagestrategie verfolgt, weil man ja mehr oder weniger aller Investmentansätze fahren darf. Was schon gar nicht mein Ding ist ist, dass da oftmals mit sehr viel Fremdkapital gearbeitet wird und dass man damit meist nur ein Ei in den Korb legt, also die Streung fehlt.
Oft sind Sie in Konstrukten in Off Shore-Steuerparadiesen wie Cayman Island verpackt, wo man nur schwer regulatorischen und rechtlichen Zugriff hat. Dazu noch Interessenkonflikte, wenn etwa die Private Equity-Manager das Investment prämienoptimiert bewerten. Und steuerlichc ist das ganze oft auch noch komplex.
Warum ich mit dem Thema schon wieder um die Ecke komme? Weil ich einige Leser- bzw. Hörerinnen-Anfragen zu Private Equity bekommen habe, weil die PE-Fondsindustrie laut Reuters inzwischen 20 Billionen US-Dollar managed, weil laut JP Morgan gerade im Tech-Sektor derzeit viele Unternehmen ihr Finanzierungsglück über Private Equity versuchen und weil man sich in einem wirtschaftliche schwächelnden Marktumfeld nicht unbedingt ein Extra-Portion Risiko ins Portfolio packen muss.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #PE #AlternativeInvestments #SEC #Anlagerisiko #Rezession #podcast
Foto: Unsplash/Markus_Spiske
Das ist bei Private Equity in der Regel nicht der Fall, hier muss man, bis man wieder aussteigen kann, realistischerweise mit einem Anlagehorizont von zehn bis 13 Jahren rechnen. Das macht PE-Investments risikoreicher unter anderem auch deshalb, weil man größere Summen investieren muss. Aber es gibt doch Private Equity-Fonds an der Börse für Kleinanleger. Ja, das gibt es. Aber würdet ihr die Filetstücke gebündelt an die Börse bringen, wenn man sie doch an große institutionelle Anleger mit deutlich geringerem administrativen Aufwand verchecken kann? Eben!
Ob in Fonds verpackt über die Börse oder außerbörslich: Oftmals sind auch die Gebühren bei Private Equity undurchsichtig. Deshalb hat die US-Aufsichtsbehörde im August neue Vorschriften für PE-Fonds gemacht. Private Equity-Fonds müssen jetzt vierteljährlich über Gebühren und Performance berichten und einen jährlichen Geschäftsbericht vorlegen. Die Gebühren betragen für Institutionelle übrigens in etwa sechs Prozent, Privatanleger zahlen meist noch mehr.
Was mir persönlich an Private Equity nicht gefällt ist, dass man oftmals keine konstante, wenig transparente Anlagestrategie verfolgt, weil man ja mehr oder weniger aller Investmentansätze fahren darf. Was schon gar nicht mein Ding ist ist, dass da oftmals mit sehr viel Fremdkapital gearbeitet wird und dass man damit meist nur ein Ei in den Korb legt, also die Streung fehlt.
Oft sind Sie in Konstrukten in Off Shore-Steuerparadiesen wie Cayman Island verpackt, wo man nur schwer regulatorischen und rechtlichen Zugriff hat. Dazu noch Interessenkonflikte, wenn etwa die Private Equity-Manager das Investment prämienoptimiert bewerten. Und steuerlichc ist das ganze oft auch noch komplex.
Warum ich mit dem Thema schon wieder um die Ecke komme? Weil ich einige Leser- bzw. Hörerinnen-Anfragen zu Private Equity bekommen habe, weil die PE-Fondsindustrie laut Reuters inzwischen 20 Billionen US-Dollar managed, weil laut JP Morgan gerade im Tech-Sektor derzeit viele Unternehmen ihr Finanzierungsglück über Private Equity versuchen und weil man sich in einem wirtschaftliche schwächelnden Marktumfeld nicht unbedingt ein Extra-Portion Risiko ins Portfolio packen muss.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #PE #AlternativeInvestments #SEC #Anlagerisiko #Rezession #podcast
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6 Minuten
…. und was man als Anleger dagegen tun kann
Der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck will Höchstverdiener ja insgesamt knapp 20 Prozent mehr abknöpfen. Dies über einen höheren Spitzensteuersatz und über die Progression. Auch die stärkere Besteuerung von Erbschaften ist populär. Ob in Deutschland oder In Österreich, wo es derzeit keine Erbschaftssteuer gibt, nur ein Mini-Equivalent bei Grundstücksübergaben. SPÖ-Chef Babler geht mit einer Millionärssteuer von fünf bis sechs Milliarden Euro auf Vermögen und Erbschaften in den offiziell noch nicht existierenden Wahlkampf.
Mehr Kreativität kann man den amtierenden Politikern nun mal nicht zutrauen. Schulden, die sich nicht vollständig weginflationieren, lassen sich in ihren Köpfen nur mit mehr Steuereinnahmen begleichen. Übrigens, lieb Österreicher, ist Euch bewusst, dass wir 2023 14,84 Prozent mehr ausgeben, als wir ausgeben? Das ergibt eine Budgetloch von 17,1 Milliarden Euro!
Auf Steuerdiskussionen reagierte mein langjähriger Chef und sehr vermögende Herausgeber immer mechanisch: „Kapital ist scheu wie ein Reh“. Ganz so einfach ist es für den Otto-Normal-Bürger auch nicht, sein Geld ins Ausland zu verschieben, denn versteuert wird dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat. Mit einer einzigen Ausnahme innerhalb der EU: Immobilien. Sie werden nicht in dem Staat besteuert, wo man primär zuhause ist, sondern dort, wo die Immobilie steht.
Als Freundin von Wertpapieren kann man zwar Brokerkonten im benachbarten Ausland problemlos eröffnen. Versteuern muss man die KESt dann aber trotzdem in Österreich, bzw., liebe deutsche Hörer in Deutschland, liebe Schweizer in der Schweiz. Und es wir nur komplexer, weil man bei ausländischen Traderplattformen ohne Niederlassung im Wohnsitz-Land nicht automatisch für einen die KEST abführen können.
Wo man allerdings als Anleger legal seine Steuerlast verringern kann ist.
1.) Wenn man zwei Wertpapierkonten hat die Verluste auf dem einen mit den Gewinnen der anderen über den Steuerausgleich gegenzurechnen.
2.) Etwaige Freibeträge für Wertpapiergewinne zu nutzen. In Österreich gibt es den für den Privatanleger so gut wie nicht, sondern nur für Unternehmer über den Investionsfreibetrag für ganz bestimmte Wertpapiere. In Deutschland hat jeder einen Spar- bzw. Gewinnfreibetrag von 1000 Euro pro Nase, also bei gemeinsamer Veranlagung von 2000 Euro.
3.) Das gilt vor allem für Österreicher, die Wertpapierverluste nicht wie in Deutschland auch in das nächsteJahr und die folgenden übertragen dürfen. Österreicher sollten einen Depotcheck machen, ob sie die Tech-Rally mitgemacht, viele Gewinne 2023 realisiert haben und es nicht Problemaktien gibt, die sie loswerden wollen und wo sie heuer realisierte Verluste mit den Gewinnen steuerschonend gegenrechnen könnten. Österreicher haben wiederum den Vorteil, dass sie Aktien- gegen Anleihen-Gewinne und Verluste gegenrechnen dürfen. Das dürfen die Deutschen nicht.
4.) Wer viele Dividenden von Auslandsaktien kassiert, kann sich hier die zu viel bezahlte Quellensteuer beim ausländischen Finanzamt zurückholen. Habe ich als Österreicherin etwa eine Siemens im Depot, dann schlägt der deutsche Fiskus mit 26,375 Prozent zu. Zusätzlich zieht der österreichische Fskus eine - wenn auch - reduzierte KEST von 12,5% ab, ergibt in Summe aber immer noch eine Steuerbelastung auf die Dividende von 38,875 Prozent. Das sind 11,375% mehr als die generelle österreichische KEST-Pflicht von 27,5%. Jetzt kann ich diese zu viel bezahlte Steuer von 11,375% beim deutschen Finanzamt zurückfordern. Nur wer tut sich das an?
5.) Weil die Dividendenbesteuerung so heftig ist wähle ich bei Fonds oder ETFs lieber die thesaurierende Variante, also die, die nichts ausschüttet, sondern die Dividenden gleich wiederveranlagt. So profitiere ich gleich vom Zinseszinseffekt.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Korrektur #Bonds #Aktien #podcast
Der grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck will Höchstverdiener ja insgesamt knapp 20 Prozent mehr abknöpfen. Dies über einen höheren Spitzensteuersatz und über die Progression. Auch die stärkere Besteuerung von Erbschaften ist populär. Ob in Deutschland oder In Österreich, wo es derzeit keine Erbschaftssteuer gibt, nur ein Mini-Equivalent bei Grundstücksübergaben. SPÖ-Chef Babler geht mit einer Millionärssteuer von fünf bis sechs Milliarden Euro auf Vermögen und Erbschaften in den offiziell noch nicht existierenden Wahlkampf.
Mehr Kreativität kann man den amtierenden Politikern nun mal nicht zutrauen. Schulden, die sich nicht vollständig weginflationieren, lassen sich in ihren Köpfen nur mit mehr Steuereinnahmen begleichen. Übrigens, lieb Österreicher, ist Euch bewusst, dass wir 2023 14,84 Prozent mehr ausgeben, als wir ausgeben? Das ergibt eine Budgetloch von 17,1 Milliarden Euro!
Auf Steuerdiskussionen reagierte mein langjähriger Chef und sehr vermögende Herausgeber immer mechanisch: „Kapital ist scheu wie ein Reh“. Ganz so einfach ist es für den Otto-Normal-Bürger auch nicht, sein Geld ins Ausland zu verschieben, denn versteuert wird dort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat. Mit einer einzigen Ausnahme innerhalb der EU: Immobilien. Sie werden nicht in dem Staat besteuert, wo man primär zuhause ist, sondern dort, wo die Immobilie steht.
Als Freundin von Wertpapieren kann man zwar Brokerkonten im benachbarten Ausland problemlos eröffnen. Versteuern muss man die KESt dann aber trotzdem in Österreich, bzw., liebe deutsche Hörer in Deutschland, liebe Schweizer in der Schweiz. Und es wir nur komplexer, weil man bei ausländischen Traderplattformen ohne Niederlassung im Wohnsitz-Land nicht automatisch für einen die KEST abführen können.
Wo man allerdings als Anleger legal seine Steuerlast verringern kann ist.
1.) Wenn man zwei Wertpapierkonten hat die Verluste auf dem einen mit den Gewinnen der anderen über den Steuerausgleich gegenzurechnen.
2.) Etwaige Freibeträge für Wertpapiergewinne zu nutzen. In Österreich gibt es den für den Privatanleger so gut wie nicht, sondern nur für Unternehmer über den Investionsfreibetrag für ganz bestimmte Wertpapiere. In Deutschland hat jeder einen Spar- bzw. Gewinnfreibetrag von 1000 Euro pro Nase, also bei gemeinsamer Veranlagung von 2000 Euro.
3.) Das gilt vor allem für Österreicher, die Wertpapierverluste nicht wie in Deutschland auch in das nächsteJahr und die folgenden übertragen dürfen. Österreicher sollten einen Depotcheck machen, ob sie die Tech-Rally mitgemacht, viele Gewinne 2023 realisiert haben und es nicht Problemaktien gibt, die sie loswerden wollen und wo sie heuer realisierte Verluste mit den Gewinnen steuerschonend gegenrechnen könnten. Österreicher haben wiederum den Vorteil, dass sie Aktien- gegen Anleihen-Gewinne und Verluste gegenrechnen dürfen. Das dürfen die Deutschen nicht.
4.) Wer viele Dividenden von Auslandsaktien kassiert, kann sich hier die zu viel bezahlte Quellensteuer beim ausländischen Finanzamt zurückholen. Habe ich als Österreicherin etwa eine Siemens im Depot, dann schlägt der deutsche Fiskus mit 26,375 Prozent zu. Zusätzlich zieht der österreichische Fskus eine - wenn auch - reduzierte KEST von 12,5% ab, ergibt in Summe aber immer noch eine Steuerbelastung auf die Dividende von 38,875 Prozent. Das sind 11,375% mehr als die generelle österreichische KEST-Pflicht von 27,5%. Jetzt kann ich diese zu viel bezahlte Steuer von 11,375% beim deutschen Finanzamt zurückfordern. Nur wer tut sich das an?
5.) Weil die Dividendenbesteuerung so heftig ist wähle ich bei Fonds oder ETFs lieber die thesaurierende Variante, also die, die nichts ausschüttet, sondern die Dividenden gleich wiederveranlagt. So profitiere ich gleich vom Zinseszinseffekt.
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Korrektur #Bonds #Aktien #podcast
4 Minuten
Wie 14 Milliarden Euro aktuell angelegt werden
Klaus Kaldemorgern, der Fondsmanager der Deutsche Bank-Tochter DWS, dessen Namen auch ein 14 Milliarden schwerer Fonds trägt wurde jetzt vom Handelsblatt zitiert, dass er eine Korrektur an den Märkten von zehn Prozent erwartet und dies dann als gute Einstiegsgelegenheit sieht. Eine sehr verkürzte Darstellung von dem, was Klaus Kaldemorgen beim Interview am Montag auf der Fondsplattform preisgegeben hat.
Es stimmt, für bessere Kaufgelegenheiten hat er 21 Prozent Cash in Reserve. Deshalb hat er sich aber Aktien nicht abgewandt. Denn Aktien seien derzeit mit weniger Verlustrisiko behaftet, als langlaufenden Anleihen, zumindest solange die Zinsen in Bewegung sind und steigen. Deshalb habe sich Kaldemorgen im Vorjahr auch lieber nach Aktien umgeschaut, die Anleihen-Charakter haben. Das sind die langweiligeren dividendenstarken Aktien mit einem stabilen Geschäftsmodell. Value-Aktien hätten 2022 auch deutlich besser performt.
Kaldemorgen hat zur Stabilisierung seines Portfolios auch Gold-ETCs, also Passivfonds, die in das Edelmetall investieren mit beachtlichen acht Prozent gewichtet.
Interessant ist, welchen großen Wert er auf Liquidität setzt. Klar, wenn man einen Milliarden-schweren Fonds mit entsprechend großen Positionen managt, müssen die darin enthaltenen Aktien leicht verkäuflich sein.
Nebenwerte brächten ohnedies nur mehr Risiko ohne mit mehr Performance zu glänzen. Er demonstriert dies am US-Nebenwerteindex Russel 2000. Der hat heuer 7,72 Prozent zugelegt, der S&P 500 stolze 17,8 Prozent. In den letzten zehn Jahren hätten Nebenwerte in etwa gleich wie die großen performt. Daher gäbe es bei Nebenwerten auch kein Aufholpotenzial.
Nicht bullish ist Kaldemorgen für Emerging Markets. Sie konnten die ganzen 20 Jahre bei deutlich höherem Risiko nicht den US-Markt outperformen und jetzt sei der Elefant unter ihnen, China, auch noch stark verkühlt.
Mit acht Prozent vergleichsweise hoch hat der prominente Starmanager Japan gewichtet. Japanische Unternehmen hätten ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert, auch der schwache Yen hilft dabei. Vor allem aber wird Japan als asiatische Standortalternative zu China gesehen. Wovon man auch lernen kann: Kaldemorgen investiert mit ETFs in diesen Markt, weil er bei japanischen Aktien nicht genügend Expertise habe.
Auch In Unternehmensanleihen investiert er über ETFs um einerseits mit einem Korb von Corporate Bonds stärker diversifizieren zu können, sich andererseits über den Fonds Liquidität in diesem wenig liquiden Segment einzukaufen.
Und noch etwas Spannendes: Kaldemorgen hat IT-Werte auf Kosten von Pharmawerten stärker gewichtet. Denn als Allwetter-Investments, die in allen Marktlagen gut performen, hätten IT- den Pharmaaktien ein wenig den Rang abgelaufen.
Er setzt mit AXA und Allianz auf Versicherungen, die ein stabileres Geschäftsmodell als Banken hätten und ebenso von Zinsanstiegen proftieren.
Und was haltet ihr vom Konzept des DWS Concept Kaldemorgen? Ich freue mich auf Eure Kommentare und natürlich auch über Eure Likes und über die Weiterempfehlung der Börsenminute. Noch eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Korrektur #Bonds #Aktien #podcast
Foto: DWS
Klaus Kaldemorgern, der Fondsmanager der Deutsche Bank-Tochter DWS, dessen Namen auch ein 14 Milliarden schwerer Fonds trägt wurde jetzt vom Handelsblatt zitiert, dass er eine Korrektur an den Märkten von zehn Prozent erwartet und dies dann als gute Einstiegsgelegenheit sieht. Eine sehr verkürzte Darstellung von dem, was Klaus Kaldemorgen beim Interview am Montag auf der Fondsplattform preisgegeben hat.
Es stimmt, für bessere Kaufgelegenheiten hat er 21 Prozent Cash in Reserve. Deshalb hat er sich aber Aktien nicht abgewandt. Denn Aktien seien derzeit mit weniger Verlustrisiko behaftet, als langlaufenden Anleihen, zumindest solange die Zinsen in Bewegung sind und steigen. Deshalb habe sich Kaldemorgen im Vorjahr auch lieber nach Aktien umgeschaut, die Anleihen-Charakter haben. Das sind die langweiligeren dividendenstarken Aktien mit einem stabilen Geschäftsmodell. Value-Aktien hätten 2022 auch deutlich besser performt.
Kaldemorgen hat zur Stabilisierung seines Portfolios auch Gold-ETCs, also Passivfonds, die in das Edelmetall investieren mit beachtlichen acht Prozent gewichtet.
Interessant ist, welchen großen Wert er auf Liquidität setzt. Klar, wenn man einen Milliarden-schweren Fonds mit entsprechend großen Positionen managt, müssen die darin enthaltenen Aktien leicht verkäuflich sein.
Nebenwerte brächten ohnedies nur mehr Risiko ohne mit mehr Performance zu glänzen. Er demonstriert dies am US-Nebenwerteindex Russel 2000. Der hat heuer 7,72 Prozent zugelegt, der S&P 500 stolze 17,8 Prozent. In den letzten zehn Jahren hätten Nebenwerte in etwa gleich wie die großen performt. Daher gäbe es bei Nebenwerten auch kein Aufholpotenzial.
Nicht bullish ist Kaldemorgen für Emerging Markets. Sie konnten die ganzen 20 Jahre bei deutlich höherem Risiko nicht den US-Markt outperformen und jetzt sei der Elefant unter ihnen, China, auch noch stark verkühlt.
Mit acht Prozent vergleichsweise hoch hat der prominente Starmanager Japan gewichtet. Japanische Unternehmen hätten ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert, auch der schwache Yen hilft dabei. Vor allem aber wird Japan als asiatische Standortalternative zu China gesehen. Wovon man auch lernen kann: Kaldemorgen investiert mit ETFs in diesen Markt, weil er bei japanischen Aktien nicht genügend Expertise habe.
Auch In Unternehmensanleihen investiert er über ETFs um einerseits mit einem Korb von Corporate Bonds stärker diversifizieren zu können, sich andererseits über den Fonds Liquidität in diesem wenig liquiden Segment einzukaufen.
Und noch etwas Spannendes: Kaldemorgen hat IT-Werte auf Kosten von Pharmawerten stärker gewichtet. Denn als Allwetter-Investments, die in allen Marktlagen gut performen, hätten IT- den Pharmaaktien ein wenig den Rang abgelaufen.
Er setzt mit AXA und Allianz auf Versicherungen, die ein stabileres Geschäftsmodell als Banken hätten und ebenso von Zinsanstiegen proftieren.
Und was haltet ihr vom Konzept des DWS Concept Kaldemorgen? Ich freue mich auf Eure Kommentare und natürlich auch über Eure Likes und über die Weiterempfehlung der Börsenminute. Noch eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Korrektur #Bonds #Aktien #podcast
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3 Minuten
Politisches Risiko und hoch im Kurs
Wer meine Podcasts Börsenminute und GELDMEISTERIN schon länger verfolgt, weiß, dass ich Pharmaaktien für mein Langfristportfolio als eine wichtige Säule favorisiere und das tue ich auch weiterhin. Nur: durch die letzten starken Anstiege vor allem beim skandinavischen Shootingstar Novo Nordisk (Stichwort Diabetesmedikamente, die als Abnehmpille Furore machen) bin ich dabei, mein Pharma-Portfolio zu Rebalancieren, sprich einen Teil der Kursraketen zu verkaufen, um den Gesundheitstitel-Anteil und so mein Klumpenrisiko wieder zu reduzieren. Oder mir maximal die jüngsten Rohrkrepierer wie Roche zumindest genauer anzuschauen.
Denn Risiko-behaftet sind Gesundheitstitel in jedem Fall und da denke ich nicht einmal an etwaige Nebenwirkungen, die in der Vergangenheit schon des Öfteren zu sündteuren Klagen geführt haben. Nein, es sind die Bewertungen, die ich teilweise nicht mehr gesund finde. Eli Lilly zum Beispiel hat in den letzten fünf Jahren um 430 Prozent zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 56. Soll heißen, ich muss - aus heutiger Sicht wohlgemerkt - 56 Jahre warten, bis ich den Preis für die Aktie hereinverdient habe. Das dauert mir zu lange, auch wenn ich ihnen viel Gewinnsteigerungspotenzial noch zutraue.
Man sollte keinesfalls das politische Risiko der Branche unterschätzen. Joe Biden hat gerade zehn Medikamente auf seiner Watchlist, die seinen „Inflation Reduction Act“ konterkarieren.
Hier wird gerade mit Bristol-Myers, Johnson & Johnsohn, Merck, Novo Nordisk, Boehringer Ingelheim, Novartis, Amgen & Co gefeilscht, welche Preise das staatliche Gesundheitssystem künftig nur noch für die Arznei bereit ist zu bezahlen und das ist nicht unerheblich. Zum einen, schreibt die Financial Times, droht ihnen eine Besteuerung von 65 bis 95 Prozent, zum anderen ein Ausschluss aus dem Gesundheitsprogramm Medicare, was tragisch wäre, da es teilweise zu 50 Prozent ihre Umsätze in den USA sichert.
Die konkreten Medikamente, deren Preise für Biden´s Geschmack zu hoch sind, findet ihr hier im Beipackzettel zu dieser Börsenminute:
• Eliquis von Bristol-Myers Squibb (NYSE:BMY);
• Jardiance von Boehringer Ingelheim;
• Xarelto von Johnson & Johnson (NYSE:JNJ);
• Januvia von Merck (NYSE:MRK);
• Farxiga von AstraZeneca (NASDAQ:AZN);
• Entresto von Novartis (NYSE:NVS);
• Enbrel von Amgen (NASDAQ:AMGN);
• Imbruvica von AbbVie (NYSE:ABBV);
• Stelara von Janssen (im Besitz von JNJ);
• Fiasp, Fiasp FlexTouch, Fiasp PenFill, NovoLog, NovoLog FlexPen, NovoLog PenFill von Novo Nordisk (NYSE:NVO).
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Pharmatitel #Inflationreductionact #Aktien #podcast
Foto: Unsplash
Wer meine Podcasts Börsenminute und GELDMEISTERIN schon länger verfolgt, weiß, dass ich Pharmaaktien für mein Langfristportfolio als eine wichtige Säule favorisiere und das tue ich auch weiterhin. Nur: durch die letzten starken Anstiege vor allem beim skandinavischen Shootingstar Novo Nordisk (Stichwort Diabetesmedikamente, die als Abnehmpille Furore machen) bin ich dabei, mein Pharma-Portfolio zu Rebalancieren, sprich einen Teil der Kursraketen zu verkaufen, um den Gesundheitstitel-Anteil und so mein Klumpenrisiko wieder zu reduzieren. Oder mir maximal die jüngsten Rohrkrepierer wie Roche zumindest genauer anzuschauen.
Denn Risiko-behaftet sind Gesundheitstitel in jedem Fall und da denke ich nicht einmal an etwaige Nebenwirkungen, die in der Vergangenheit schon des Öfteren zu sündteuren Klagen geführt haben. Nein, es sind die Bewertungen, die ich teilweise nicht mehr gesund finde. Eli Lilly zum Beispiel hat in den letzten fünf Jahren um 430 Prozent zugelegt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 56. Soll heißen, ich muss - aus heutiger Sicht wohlgemerkt - 56 Jahre warten, bis ich den Preis für die Aktie hereinverdient habe. Das dauert mir zu lange, auch wenn ich ihnen viel Gewinnsteigerungspotenzial noch zutraue.
Man sollte keinesfalls das politische Risiko der Branche unterschätzen. Joe Biden hat gerade zehn Medikamente auf seiner Watchlist, die seinen „Inflation Reduction Act“ konterkarieren.
Hier wird gerade mit Bristol-Myers, Johnson & Johnsohn, Merck, Novo Nordisk, Boehringer Ingelheim, Novartis, Amgen & Co gefeilscht, welche Preise das staatliche Gesundheitssystem künftig nur noch für die Arznei bereit ist zu bezahlen und das ist nicht unerheblich. Zum einen, schreibt die Financial Times, droht ihnen eine Besteuerung von 65 bis 95 Prozent, zum anderen ein Ausschluss aus dem Gesundheitsprogramm Medicare, was tragisch wäre, da es teilweise zu 50 Prozent ihre Umsätze in den USA sichert.
Die konkreten Medikamente, deren Preise für Biden´s Geschmack zu hoch sind, findet ihr hier im Beipackzettel zu dieser Börsenminute:
• Eliquis von Bristol-Myers Squibb (NYSE:BMY);
• Jardiance von Boehringer Ingelheim;
• Xarelto von Johnson & Johnson (NYSE:JNJ);
• Januvia von Merck (NYSE:MRK);
• Farxiga von AstraZeneca (NASDAQ:AZN);
• Entresto von Novartis (NYSE:NVS);
• Enbrel von Amgen (NASDAQ:AMGN);
• Imbruvica von AbbVie (NYSE:ABBV);
• Stelara von Janssen (im Besitz von JNJ);
• Fiasp, Fiasp FlexTouch, Fiasp PenFill, NovoLog, NovoLog FlexPen, NovoLog PenFill von Novo Nordisk (NYSE:NVO).
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
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3 Minuten
Börsen sind unattraktiv, Silber 30 Prozent unterbewertet
Einerseits meldet die EU- einen weiterhin beachtlichen Inflationsanstieg um 5,3 Prozent – das würde eine Zinserhöhung erforden, damit wieder mehr gespart und weniger konsumiert wird. Andererseits trübt sich gerade die Konjunktur ein. Das würde für weitere Zinsansenkungen erfordern, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Der Internationale Währungsfonds sieht Deutschland nämlich in die Rezession schlittern, die ja als zwei rückläufige Wirtschaftsquartale hinter einander definiert wird. Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 1,1 Prozent zum Vorjahresquartal geschrumpft, das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo war noch von einen moderateren Rückgang um 0,3 Prozent ausgegangen. Die Aktienkurse, vor allem von Tech-Werten sind schon sehr ambitioniert, andererseits möchte man bei einem Megatrend wie etwa der KünstlichenIntelligenz dabei sein.
Was empfiehlt da Investment-Legende Jim Rogers, die gemeinsam mit George Soros den berühmten Quantum Hedgefonds aufgelegt hat und 1985 die Wiener Börse wachgeküsst hat: Sit and wait. Geduld sei generell eine wichtige Tugend eines guten Investors. Und auf was soll man warten? Auf die nächste stärkere Korrektur. Momentan sieht Jim keine Börse, die attraktive Aktien-Bewertungen biete. Zwischenzeitlich könne man sein Geld in kurzlauftende Anleihen beziehungsweise Geldmarkt-nahe Fonds stecken. Keinesfalls sollte man sein Geld in Bonds mit langen Laufzeiten stecken. Damit sei langfristig die Inflation nicht zu schlagen.
Wer will, so Jim, kann auch ein bisschen in Silber investieren. Silber sei momentan 30 Prozent unterbewertet und damit das interessantere Edelmetall gegenüber Gold.
Das ganze Interview mit der US-amerikanischen Investmentgröße Jim Roger´s hört ihr in einer der nächsten Podcastfolgen der GELDMEISTERIN, jeden Sonntag neu auf der Podcastplattform Eurer Wahl, auf Spotify und YouTube. Diesen Sonntag dürft ihr Euch aber erst einmal auf ein Interview mit Frank Fischer, dem Mastermind hinter der Shareholder Assetmanagement AG freuen, der begründet, warum man Aktien, insbesondere die deutschen nicht abschreiben sollte.
Schönes Wochenende wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Silver #commodities #Aktien #JimRogers #podcast
Foto: Unsplash/Anastase_Maragos
Einerseits meldet die EU- einen weiterhin beachtlichen Inflationsanstieg um 5,3 Prozent – das würde eine Zinserhöhung erforden, damit wieder mehr gespart und weniger konsumiert wird. Andererseits trübt sich gerade die Konjunktur ein. Das würde für weitere Zinsansenkungen erfordern, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Der Internationale Währungsfonds sieht Deutschland nämlich in die Rezession schlittern, die ja als zwei rückläufige Wirtschaftsquartale hinter einander definiert wird. Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 1,1 Prozent zum Vorjahresquartal geschrumpft, das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo war noch von einen moderateren Rückgang um 0,3 Prozent ausgegangen. Die Aktienkurse, vor allem von Tech-Werten sind schon sehr ambitioniert, andererseits möchte man bei einem Megatrend wie etwa der KünstlichenIntelligenz dabei sein.
Was empfiehlt da Investment-Legende Jim Rogers, die gemeinsam mit George Soros den berühmten Quantum Hedgefonds aufgelegt hat und 1985 die Wiener Börse wachgeküsst hat: Sit and wait. Geduld sei generell eine wichtige Tugend eines guten Investors. Und auf was soll man warten? Auf die nächste stärkere Korrektur. Momentan sieht Jim keine Börse, die attraktive Aktien-Bewertungen biete. Zwischenzeitlich könne man sein Geld in kurzlauftende Anleihen beziehungsweise Geldmarkt-nahe Fonds stecken. Keinesfalls sollte man sein Geld in Bonds mit langen Laufzeiten stecken. Damit sei langfristig die Inflation nicht zu schlagen.
Wer will, so Jim, kann auch ein bisschen in Silber investieren. Silber sei momentan 30 Prozent unterbewertet und damit das interessantere Edelmetall gegenüber Gold.
Das ganze Interview mit der US-amerikanischen Investmentgröße Jim Roger´s hört ihr in einer der nächsten Podcastfolgen der GELDMEISTERIN, jeden Sonntag neu auf der Podcastplattform Eurer Wahl, auf Spotify und YouTube. Diesen Sonntag dürft ihr Euch aber erst einmal auf ein Interview mit Frank Fischer, dem Mastermind hinter der Shareholder Assetmanagement AG freuen, der begründet, warum man Aktien, insbesondere die deutschen nicht abschreiben sollte.
Schönes Wochenende wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
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3 Minuten
Vielen Dank liebe Börsenminute-Hörerinnen für Eure zahlreichen Kommentare auf die gestrige Podcast-Folge. Auf meine Frage, welche US-Unternehmen Euch mit ihren Quartalsergebnissen am meisten überzeugt haben kam die nahezu einhellige Meinung: Chiphersteller Nvidia. Während mir persönlich im Aktienkurs zu viel Wachstumsphantasie drin ist meint etwa Hörer Sven B.: „Für mich ist das Highlight Nvidia. Gehört für mich neben Apple für die nächsten Jahre in jedes Depot als Basisinvestment.“ Und er begründet es schlüssig: „Für alles was im Bereich KI passiert - und das ist eine Menge - werden Nvidia Chips benötigt. Sei es autonomes Fahren, ESports und Gaming, Chippower für das Rechenzentrum oder im Bereich Robotics. Die Gewinne sehe ich nicht nur für nächstes Jahr anziehen.“
Ich bleibe dennoch dabei: Für mich ist der Preis zu heiß, der von einer Verdreifachung des Gewinne 2024 ausgeht. Wobei ich auch wie Sven rechne, dass die Gewinne der Chiphersteller nicht nur 2024 anziehen werden. Nur – die Chip-Konkurrenz schläft auch nicht.
Wie auch immer man zu Nvidia steht; bei solchen Kursraketen bekommt das Depot durch den kräftigen Anstieg schnell einmal Schlagseite und das Übergewicht liegt momentan bei den meisten von uns bei Technologie-Aktien. Daran hat mich meine bessere Hälfte jetzt erinnert, weil ich schon wieder Alphabet anvisierte. Und er hat recht: bevor man zukauft, sollte man bei seinem Depot nach den Kursgewinnen Bilanz ziehen. Wie viel Prozent des Werts machen Tech-Aktien aus und kann ich damit leben? Die Glücklichen, die vor einigen Monaten in Nvidia investiert haben, können ja zumindest einen Teil der Aktien zu Geld machen, um ihr Depot besser auszubalancieren und sich über die realisierten zweistelligen Gewinne zu freuen.
Bei mir ist es nicht nur die Tech-Lastigkeit bei den Einzelaktien, auch weil Biotech auch Tech ist. Dasselbe gilt für meinen ETF-Bestand. Mit meinem Exchange Traded Funds auf den S&P-Index bin ich automatisch zu 28 Prozent in IT-Aktien investiert, mit meinem Passivfonds auf den MSCI All Country World Index zu 22 Prozent und meine Einzel-Techaktien stecken obendrein auch in den ETFs. Dazu noch ein Green Technologie-Themen-ETF, der - nomen et omen – zu 100 Prozent aus Tech-Titeln besteht. In einen Themen-ETF würde ich heute übrigens nicht mehr investieren, aber das ist eine andere Podcast-Folge …
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Tech #USA #Aktien #Nvidia #Balancing #podcast
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Ich bleibe dennoch dabei: Für mich ist der Preis zu heiß, der von einer Verdreifachung des Gewinne 2024 ausgeht. Wobei ich auch wie Sven rechne, dass die Gewinne der Chiphersteller nicht nur 2024 anziehen werden. Nur – die Chip-Konkurrenz schläft auch nicht.
Wie auch immer man zu Nvidia steht; bei solchen Kursraketen bekommt das Depot durch den kräftigen Anstieg schnell einmal Schlagseite und das Übergewicht liegt momentan bei den meisten von uns bei Technologie-Aktien. Daran hat mich meine bessere Hälfte jetzt erinnert, weil ich schon wieder Alphabet anvisierte. Und er hat recht: bevor man zukauft, sollte man bei seinem Depot nach den Kursgewinnen Bilanz ziehen. Wie viel Prozent des Werts machen Tech-Aktien aus und kann ich damit leben? Die Glücklichen, die vor einigen Monaten in Nvidia investiert haben, können ja zumindest einen Teil der Aktien zu Geld machen, um ihr Depot besser auszubalancieren und sich über die realisierten zweistelligen Gewinne zu freuen.
Bei mir ist es nicht nur die Tech-Lastigkeit bei den Einzelaktien, auch weil Biotech auch Tech ist. Dasselbe gilt für meinen ETF-Bestand. Mit meinem Exchange Traded Funds auf den S&P-Index bin ich automatisch zu 28 Prozent in IT-Aktien investiert, mit meinem Passivfonds auf den MSCI All Country World Index zu 22 Prozent und meine Einzel-Techaktien stecken obendrein auch in den ETFs. Dazu noch ein Green Technologie-Themen-ETF, der - nomen et omen – zu 100 Prozent aus Tech-Titeln besteht. In einen Themen-ETF würde ich heute übrigens nicht mehr investieren, aber das ist eine andere Podcast-Folge …
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Tech #USA #Aktien #Nvidia #Balancing #podcast
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5 Minuten
Die Bilanzsaison in den USA neigt sich dem Ende zu, es gab doch die eine oder andere positive Überraschung. Mich persönlich erstaunt am meisten der neuerliche Durchstart der Amazon-Aktie nach dem ordentlichen Durchhänger: 6,7 Milliarden US-Dollar Gewinn im 2. Quartal 2023 und man plant auf fürs dritte Quartal wieder Steigerungen von Umsatz und Nettogewinn. Der Konzern hat doppelt so viel verdient wie die Analysten erwartet haben.
Amazon ist keine Oma-Aktie, weil man viel in F&E investiert und da muss auch nicht immer alles aufgehen. So schrieb Amazon im Vorjahr Verluste im Online-Handel. Auch musste man seine Beteiligung am E-Autohersteller Rivian abschreiben. Aktuell schreibt Amazon-Cloud-Geschäft Verluste, während bei der Konkurrenz die Kassen klingeln. Dafür macht Amazon im Kerngeschäft, dem Internet-Handel in den USA wieder überraschend gute Gewinne nach Verlusten im Vorjahr.
Für mich bleibt Amazon mit seinen beiden großen Standbeinen Cloud und Online-Handel ein Langfrist-Investment, ebenso wie mein zweiter US-Aktienliebling Walmart. Der Handelskonzern überrascht mich mit seiner Krisenresistenz immer wieder von Neuem. Während Konkurrenten im Einzelhandel schwächeln, zeigt Walmart Muskeln. Walmart-Chef Doug McMillon rechnet für das Geschäftsjahr Januar 2023/24 währungsbereinigt mit einem Umsatzplus um 4 bis 4,5 Prozent, bisher hatte der Konzern mit 3,5 Prozent gerechnet. Ebenso stieg der Netto-Gewinn um mehr als die Hälfte auf knapp 7,9 Milliarden US-Dollar. Schnäppchenjäger lieben eben Walmart und der Konzern hat auch einen deutlich größeren Lebensmittel-Anteil als der Mitbewerb. Auch hat der Handelsriese in seinen "Walmärkten" große Apotheken. Das Sortiment dürfte einfach stimmen. Zum anderen konnte Walmart seine Online-Umsätze um 30 Prozent erhöhen und das ist angesichts des übermächtigen Konkurrenten Amazon beachtlich. Und bitte, mit welcher Einzelhandels-Aktie konnte man in den letzten zwölf Monaten 18 Prozent Kursgewinne einfahren. Die Walmart-Aktien steht bei den meisten Analysten auf „Kauf“.
Weniger als die Bilanzen glänzt aber die jüngste Meldung, dass Walmart prüfen lässt, ob einige Waren in einem Frauengefängnis in Kambotscha weit unter den üblichen lokalen Mindestlöhnen gefertigt werden. Der internationale Handel mit Gefängnisware ist in den USA verboten. Die Aktie gab geringfügig nach.
Sehr gut gefällt mir auch Alphabet. Der, wohlgemerkt Quartals-, nicht Jahresgewinn betrug 18,4 Milliarden US-Dollar. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Ich finde sie mit einem KGV von 30 sehr attraktiv bewertet. Der Kurs von Nvidia liegt zum Vergleich beim 110-fachen des Jahresgewinns. Auch wenn Nvidia glaubhaft seinen Gewinn im nächsten Jahr verdreifachen wird und damit auf ein gesünderes KGV von 30 zurückkommen will, muss man so viel Wachstumsphantasie erst einmal hereinverdienen. Und die hat Alphabet im Bereich KI ebenso mit selbstfahrenden Automobilien, aber auch mit seinem Chatbot Bard und dem bald dahinterstehenden KI-System Gemini der Alphabet-Tochter DeepMind.
Eigentlich wäre da noch eine vierter persönlicher Aktie-Favorit, Microsoft mit einer beachtlichen Nettoumsatzrendite – also Verhältnis Gewinn zum Umsatz - von 30 Prozent und das nicht nur im Quartal, sondern schon seit Jahren.
Und welche US-Aktien haben Euch mit ihren jünngst Quartalsbilanzen überzeugt? Hinterlasst mir doch bitte ein Kommentar oder schreibt mir an julia@geldmeisterin.com
Wer mir vielleicht etwas Gutes tun möchte, der abonniert meine Podcasts Geldmeisterin und Börsenminute auf der Podcastplattform seiner Wahl oder auf YouTube, damit noch mehr auf meine kostenlosen Finanzbildungs- und -Unterhaltungsservices aufmerksam werden. Vielen Dank dafür!
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Bilanz #USA #Aktien #Favourites #podcast
Foto: Unsplash/Ryan O´Neil
Amazon ist keine Oma-Aktie, weil man viel in F&E investiert und da muss auch nicht immer alles aufgehen. So schrieb Amazon im Vorjahr Verluste im Online-Handel. Auch musste man seine Beteiligung am E-Autohersteller Rivian abschreiben. Aktuell schreibt Amazon-Cloud-Geschäft Verluste, während bei der Konkurrenz die Kassen klingeln. Dafür macht Amazon im Kerngeschäft, dem Internet-Handel in den USA wieder überraschend gute Gewinne nach Verlusten im Vorjahr.
Für mich bleibt Amazon mit seinen beiden großen Standbeinen Cloud und Online-Handel ein Langfrist-Investment, ebenso wie mein zweiter US-Aktienliebling Walmart. Der Handelskonzern überrascht mich mit seiner Krisenresistenz immer wieder von Neuem. Während Konkurrenten im Einzelhandel schwächeln, zeigt Walmart Muskeln. Walmart-Chef Doug McMillon rechnet für das Geschäftsjahr Januar 2023/24 währungsbereinigt mit einem Umsatzplus um 4 bis 4,5 Prozent, bisher hatte der Konzern mit 3,5 Prozent gerechnet. Ebenso stieg der Netto-Gewinn um mehr als die Hälfte auf knapp 7,9 Milliarden US-Dollar. Schnäppchenjäger lieben eben Walmart und der Konzern hat auch einen deutlich größeren Lebensmittel-Anteil als der Mitbewerb. Auch hat der Handelsriese in seinen "Walmärkten" große Apotheken. Das Sortiment dürfte einfach stimmen. Zum anderen konnte Walmart seine Online-Umsätze um 30 Prozent erhöhen und das ist angesichts des übermächtigen Konkurrenten Amazon beachtlich. Und bitte, mit welcher Einzelhandels-Aktie konnte man in den letzten zwölf Monaten 18 Prozent Kursgewinne einfahren. Die Walmart-Aktien steht bei den meisten Analysten auf „Kauf“.
Weniger als die Bilanzen glänzt aber die jüngste Meldung, dass Walmart prüfen lässt, ob einige Waren in einem Frauengefängnis in Kambotscha weit unter den üblichen lokalen Mindestlöhnen gefertigt werden. Der internationale Handel mit Gefängnisware ist in den USA verboten. Die Aktie gab geringfügig nach.
Sehr gut gefällt mir auch Alphabet. Der, wohlgemerkt Quartals-, nicht Jahresgewinn betrug 18,4 Milliarden US-Dollar. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Ich finde sie mit einem KGV von 30 sehr attraktiv bewertet. Der Kurs von Nvidia liegt zum Vergleich beim 110-fachen des Jahresgewinns. Auch wenn Nvidia glaubhaft seinen Gewinn im nächsten Jahr verdreifachen wird und damit auf ein gesünderes KGV von 30 zurückkommen will, muss man so viel Wachstumsphantasie erst einmal hereinverdienen. Und die hat Alphabet im Bereich KI ebenso mit selbstfahrenden Automobilien, aber auch mit seinem Chatbot Bard und dem bald dahinterstehenden KI-System Gemini der Alphabet-Tochter DeepMind.
Eigentlich wäre da noch eine vierter persönlicher Aktie-Favorit, Microsoft mit einer beachtlichen Nettoumsatzrendite – also Verhältnis Gewinn zum Umsatz - von 30 Prozent und das nicht nur im Quartal, sondern schon seit Jahren.
Und welche US-Aktien haben Euch mit ihren jünngst Quartalsbilanzen überzeugt? Hinterlasst mir doch bitte ein Kommentar oder schreibt mir an julia@geldmeisterin.com
Wer mir vielleicht etwas Gutes tun möchte, der abonniert meine Podcasts Geldmeisterin und Börsenminute auf der Podcastplattform seiner Wahl oder auf YouTube, damit noch mehr auf meine kostenlosen Finanzbildungs- und -Unterhaltungsservices aufmerksam werden. Vielen Dank dafür!
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Bilanz #USA #Aktien #Favourites #podcast
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3 Minuten
Kaufgelegenheiten vor allem in der zweiten Börsen-Reihe
Ich liebe den Economist, kenne kein Magazin mit genialeren Cover-Layouts. Doch mit „Is Germany once again the sick man of Europe?” hat der Economist – finde ich – nicht wie einst 1998 den Nagel auf den Kopf getroffen. Damals hatte Deutschland wirklich Wachstumsprobleme. Heute herrscht bei unseren Nachbarn Vollbeschäftigung!
Was mich aber mehr aufregt ist das mediale Echo, das unreflektiert in den Chor der „Economisten“ einstimmt. Da lobe ich mir Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg, der da analysiert: The German Economy, what´s the problem? Deutschland habe momentan ein kurzfristiges konjunkturelles Problem, ja. Aber langfristig stimme die Wirtschaftsperspektive. Die Einführung der Frühpensionsmöglichkeit mit 63 Jahre sei schon ein Problem. Aber nichts desto trotz sei die Lebensarbeitszeit und die Beschäftigung in Deutschland höher als in anderen europäischen Staaten. Man habe das Arbeitskräfteangebot besser ausgeschöpft als etwa Frankreich. Auch werde vergessen, dass Deutschlands Wirtschaft nicht nur aus der stotternden Automobil- und der Energie-intensiven Chemie-Industrie besteht, sondern vor allem vom Mittelstand getragen wird, dessen hochtechnologischen Produkte weltweit nachgefragt sind. Auch sei Deutschland budgetär weit besser aufgestellt als noch in den 90er Jahren.
In die gleiche Kerbe schlägt übrigens Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender der Sharholder Value Asset Management AG, der das Krankjammern des Standorts Deutschlands satt hat. Man habe in Deutschland ein gut funktionierendes Rechts-, soziales und Wirtschaftssystem, dessen Rückgrat solide, familiengeführte Mittelstands-Unternehmen sind, denen es gut gehe. Statt die Wirtschaft krank zu jammern, sollte man die vielen Einstiegschancen bei deutschen Unternehmen nutzen. Er nennt hier etwa eine grundsolide Allianz, die zu einem historisch niedrigen Kurs-Gewinnverhältnis von acht zu haben sei. Vor allem aber in der zweiten Reihe gäbe es sehr viele, sehr attraktiv bewertete börsennotierte deutsche Unternehmen. Hierzu zähle etwa eine Car Wash Service AG, die Autowaschanlagen und Technik herstellt. Mehr zu Frank Fischers aktuelle Börsenanschauung in der Podcastfolge der GELDMEISTERIN in zwei Wochen. Ich hoffe wir hören uns aber schon diesen Sonntag wieder. Zu Gast bei der GELDMEISTERIN ist Harald Holzer, Chief Investment Officer der Kathrein Privatbank AG. Ein schönes Wochenende wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Deutschland #Ökönomie #Podcast #krankjammern
Foto Unsplash/maheshkumar
Ich liebe den Economist, kenne kein Magazin mit genialeren Cover-Layouts. Doch mit „Is Germany once again the sick man of Europe?” hat der Economist – finde ich – nicht wie einst 1998 den Nagel auf den Kopf getroffen. Damals hatte Deutschland wirklich Wachstumsprobleme. Heute herrscht bei unseren Nachbarn Vollbeschäftigung!
Was mich aber mehr aufregt ist das mediale Echo, das unreflektiert in den Chor der „Economisten“ einstimmt. Da lobe ich mir Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg, der da analysiert: The German Economy, what´s the problem? Deutschland habe momentan ein kurzfristiges konjunkturelles Problem, ja. Aber langfristig stimme die Wirtschaftsperspektive. Die Einführung der Frühpensionsmöglichkeit mit 63 Jahre sei schon ein Problem. Aber nichts desto trotz sei die Lebensarbeitszeit und die Beschäftigung in Deutschland höher als in anderen europäischen Staaten. Man habe das Arbeitskräfteangebot besser ausgeschöpft als etwa Frankreich. Auch werde vergessen, dass Deutschlands Wirtschaft nicht nur aus der stotternden Automobil- und der Energie-intensiven Chemie-Industrie besteht, sondern vor allem vom Mittelstand getragen wird, dessen hochtechnologischen Produkte weltweit nachgefragt sind. Auch sei Deutschland budgetär weit besser aufgestellt als noch in den 90er Jahren.
In die gleiche Kerbe schlägt übrigens Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender der Sharholder Value Asset Management AG, der das Krankjammern des Standorts Deutschlands satt hat. Man habe in Deutschland ein gut funktionierendes Rechts-, soziales und Wirtschaftssystem, dessen Rückgrat solide, familiengeführte Mittelstands-Unternehmen sind, denen es gut gehe. Statt die Wirtschaft krank zu jammern, sollte man die vielen Einstiegschancen bei deutschen Unternehmen nutzen. Er nennt hier etwa eine grundsolide Allianz, die zu einem historisch niedrigen Kurs-Gewinnverhältnis von acht zu haben sei. Vor allem aber in der zweiten Reihe gäbe es sehr viele, sehr attraktiv bewertete börsennotierte deutsche Unternehmen. Hierzu zähle etwa eine Car Wash Service AG, die Autowaschanlagen und Technik herstellt. Mehr zu Frank Fischers aktuelle Börsenanschauung in der Podcastfolge der GELDMEISTERIN in zwei Wochen. Ich hoffe wir hören uns aber schon diesen Sonntag wieder. Zu Gast bei der GELDMEISTERIN ist Harald Holzer, Chief Investment Officer der Kathrein Privatbank AG. Ein schönes Wochenende wünscht Julia Kistner
Rechtshinweis: Dies ist die Meinunung der Autorin und keine Anlageempfehlung. Was ihr daraus macht ist Eure Sache, Julia Kistner übernimmt hierfür keine Haftung.
#Börse #investment #Deutschland #Ökönomie #Podcast #krankjammern
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