Hallo Hamburg! Stadt neu bauen - der Podcast Archiv
69 Episoden
37 Minuten
Was braucht es, damit in neuen Stadtquartieren nicht nur Wohnraum entsteht, sondern auch Zusammenhalt? In dieser Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit Prof. Dr. Peter Dirksmeier, Leiter am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt der Leibniz Universität Hannover. Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Forschungsergebnisse erläutert er, wie Zugehörigkeit entsteht und was Menschen in einer Nachbarschaft verbindet. Dabei wird deutlich: Planung kann Begegnung ermöglichen, Gemeinschaft aber nicht verordnen. Im Gespräch geht es um soziale Mischung, Quartiersmanagement, gemeinschaftlich nutzbare Räume und die Chancen klimaneutraler Stadtentwicklung Für Peter Dirksmeier ist eine funktionierende Nachbarschaft vor allem eine Frage der Verbundenheit zwischen Menschen: „Wenn ich sage, ich bin auch bereit, was für meine Nachbarinnen und Nachbarn zu tun, dann ist das wohl eine funktionierende gute Nachbarschaft.“ Doch welche Rolle spielen Bibliotheken, Kitas, Gemeinschaftsräume und andere soziale Infrastrukturen? Sie schaffen Orte, an denen Menschen sich regelmäßig begegnen und Vertrauen entwickeln können. Dazu Peter Dirksmeier: „Das entsteht weniger durch die schiere Existenz einer Bibliothek, sondern über den über die Zeit sich immer wieder perpetuierenden Kontakt, wo dann Vertrauen aufgebaut wird.“ Für die Planung neuer Stadtquartiere bedeutet das auch, den Blick auf die unspektakulären Orte des Alltags zu richten. Nicht allein der zentrale Platz prägt das Zusammenleben. Ebenso wichtig sind helle Eingänge, Wege und Bänke, die Aufenthalt und zufällige Begegnungen ermöglichen. „Für Menschen, die dann da wirklich leben, sind diese kleinen Gelegenheitsstrukturen, die den Alltag vielleicht ein bisschen vereinfachen oder erleichtern, sehr, sehr wesentlich“, erklärt Peter Dirksmeier. Eine Folge über die räumlichen und sozialen Voraussetzungen guter Nachbarschaft und über die Frage, wie aus neuen Wohnorten lebenswerte Quartiere werden
32 Minuten
Wie werden wir in Zukunft leben und was bedeutet das für unsere Wohnungen, Häuser und Quartiere? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Folge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, spricht mit dem Wohnforscher Dr. Gerd Kuhn über den Wandel gesellschaftlichen Lebens und der Wohnformen. Im Gespräch wird deutlich, dass sich die Anforderungen an das Wohnen grundlegend verändern. Lebensentwürfe der Menschen sind vielfältiger geworden, während ein großer Teil des Wohnungsbestands nach wie vor auf die Bedürfnisse der klassischen Kernfamilie ausgerichtet ist. Daraus ergeben sich neue Fragen an Stadtentwicklung, Wohnungsbau und das Zusammenleben in den Quartieren. Der Wohnsoziologe Gerd Kuhn plädiert für einen Perspektivwechsel: „Ich glaube, dass wir zunehmend Abstand nehmen von dem Gedanken, wie wohnt man gut? Sondern vielmehr die Frage stellen, wie lebt man gut?“ Aus seiner Sicht wird die Zukunft des Wohnens weniger durch einzelne Wohnformen bestimmt als durch die Qualität des Zusammenlebens und die sozialen Beziehungen im Quartier. Gemeinsam diskutieren Sabine de Buhr und Gerd Kuhn über gemeinschaftliche Wohnformen wie Baugemeinschaften, Genossenschaften, die Zukunft von Einfamilienhäusern und den Umgang mit knappem Wohnraum. Dabei geht es auch um die Bedeutung von Gemeinschaft und Nachbarschaft in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft. „Ich glaube schon, dass der Zukunft gemeinschaftliches Wohnen gehört“, sagt Kuhn und verweist darauf, dass sich die Bedürfnisse nach Privatheit und Austausch nicht widersprechen, sondern zunehmend gemeinsam gedacht werden müssen. Diese Podcastfolge wirft einen Blick auf die Frage, welche Räume Städte schaffen müssen, damit gutes Leben auch in Zukunft möglich bleibt.
43 Minuten
Wie können Gewerbegebiete von funktionalen Randlagen zu lebendigen Orten der Stadtentwicklung werden und warum sind sie für die Zukunft unserer Städte wichtiger denn je? Darüber spricht Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, in der aktuellen Folge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ mit der Transformationsforscherin Dr. Verena Hermelingmeier. Gemeinsam werfen sie einen Blick auf Gewerbehöfe, urbane Produktion und neue Perspektiven für produktive Stadtquartiere. Im Gespräch geht es um die Frage, wie Arbeiten wieder stärker Teil des städtischen Lebens werden kann. Verena Hermelingmeier beschreibt Gewerbegebiete als „die Maschinenräume der Stadt“ und macht deutlich, dass hier lokale Wertschöpfung, Innovation und wirtschaftliche Resilienz entstehen. Sie erklärt, warum produktive Orte zur Stabilität von Städten beitragen und weshalb neue Formen von Zusammenarbeit, Kreislaufwirtschaft und urbaner Produktion künftig an Bedeutung gewinnen. Dabei betont sie: „Transformation [ist] eben immer kein Masterplan, sondern ein Prozess.“ Anhand des von ihr mitentwickelten Maarwerks in Bonn zeigt Verena Hermelingmeier, wie aus einem ehemaligen Bauhof Schritt für Schritt ein attraktiver Ort für Handwerksbetriebe, Start ups und weiteren Akteurinnen und Akteuren entstanden ist. Statt fertiger Lösungen setzt das Projekt auf Entwicklung, gemeinsames Lernen und Gestalten. Auch beim Aufbau neuer Gewerbestandorte plädiert sie dafür, nicht nur Anforderungen zu formulieren, sondern Mehrwerte sichtbar zu machen: „Nicht nur Restriktionen, sondern was kann man machen mit diesem Gebiet und was ist der Vorteil für euch?“
43 Minuten
Wie kann Bauen vom Klimaproblem zur Klimalösung werden und welche Rolle spielen dabei Materialien, die wir bisher kaum im Blick hatten? In der aktuellen Folge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit dem Architekten, Stadtforscher Prof. Dr. Philipp Misselwitz. Als Geschäftsführer von Bauhaus Erde beschäftigt er sich mit einer der zentralen Fragen unserer Zeit: Wie lassen sich Klimaschutz, Ressourcenschonung und Stadtentwicklung zusammenbringen? Im Gespräch geht es um die Bauwende, neue Materialkreisläufe, biobasierte Baustoffe und die Frage, warum viele innovative Lösungen den Weg aus der Forschung noch nicht in die breite Anwendung gefunden haben. Philipp Misselwitz erläutert, warum die Zukunft des Bauens nicht allein in neuen Technologien liegt, sondern auch in einem anderen Umgang mit Ressourcen: „Wir sollten in Zukunft viel weniger Material in den Baukreislauf einspeisen, viel bewusster das Material da einsetzen, wo es gut performt, wo es gebraucht wird.“ Dabei setzt er auf eine Vielfalt naturbasierter Baustoffe und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Anhand konkreter Beispiele berichtet Misselwitz von innovativen Erdbausteinen aus Baustellenaushub, neuen Perspektiven für den Holzbau sowie internationalen Projekten in Afrika und Südostasien. Sein Ziel ist es, nachhaltige Materialien aus der Nische in den Mainstream für Bauprojekte zu bringen: „Wir brauchen aber viel bessere Rahmenbedingungen. Und wir glauben, dass wenn wir die Rahmenbedingungen fairer gestalten, dass die naturbasierten Materialien von sich aus einen Vorteil haben.“ Eine Folge über die Zukunft des Bauens, wie Städte mit alternativen Materialien und neuen Denkweisen klimafreundlicher werden können und welche Hebel es braucht, um nachhaltiges Bauen wirtschaftlich tragfähig zu machen.
33 Minuten
Warum fühlen wir uns in scheinbar perfekt geplanten Quartieren manchmal unsicher? Diese Frage steht im Mittelpunkt dieser Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, spricht mit Dr. Anke Schröder, Expertin für urbane Sicherheit und Kriminalprävention. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie Angsträume entstehen, warum Sicherheitsempfinden und tatsächliche Kriminalität oft auseinanderliegen und wie Planung darauf reagieren kann. Dabei wird deutlich: Angsträume sind selten eindeutig. Dunkle Unterführungen, schlecht gepflegte Orte oder fehlende soziale Kontrolle können Unsicherheitsgefühle auslösen selbst dann, wenn dort keine Straftaten stattfinden. Gleichzeitig spielen persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Prägungen und die konkrete Gestaltung des Raums eine zentrale Rolle. „Ein typischer Angstraum existiert eigentlich in dieser Form nicht, denn es ist ja eine individuelle Empfindung.“ Diskutiert wird, wie Planung das Sicherheitsempfinden beeinflussen kann: fehlende Beleuchtung, unübersichtliche Wegeführungen oder ungepflegte Grünanlagen können Unsicherheit verstärken. Es geht um Lösungen, die über Technik hinausgehen, etwa durch bessere Orientierung, alternative Wege oder die bewusste Gestaltung von Aufenthaltsräumen. Schröder berichtet vom Konzept einer interdisziplinären stadträumlichen Begehung „Walk around your hood“. Dabei wechseln Teilnehmende bewusst die Perspektive. „Dann kann man sich auf Augenhöhe über die wirkliche Nutzung des öffentlichen Raums unterhalten.“ So wird sichtbar, wie sich Planung beispielsweise aus Sicht einer älteren Frau, eines Kindes oder einer jungen Frau auf dem Heimweg anfühlt. Sicherheit entsteht vor allem durch Nutzung, Sichtbarkeit und ein gutes Zusammenspiel von Gestaltung und sozialem Miteinander. Im Gespräch wird außerdem deutlich, dass Städte stärker vom Menschen her gedacht werden müssen: weg von rein technischen oder verkehrlichen Fragestellungen, hin zu Aufenthaltsqualität, Orientierung und Teilhabe. „Ein guter und sicherer Ort für mich ist ein Ort, an dem ich kommunizieren kann […] so viel Nähe wie möglich und so viel Distanz wie nötig.“
46 Minuten
Wie verändert sich unsere Stadt, wenn Mobilität neu gedacht wird und welche Rolle spielen Lebensqualität, Teilhabe und gerechter Zugang zum öffentlichen Raum dabei? In dieser Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit der Mobilitätsexpertin, Autorin und Podcasterin Katja Diehl über Flächengerechtigkeit und darüber, wie Mobilitätsangebote Städte lebenswerter machen können. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, welche strukturellen Voraussetzungen nötig sind, damit weniger Autoverkehr nicht als Verzicht, sondern als Gewinn wahrgenommen wird und welche Erfahrungen aus europäischen Städten Orientierung geben können. Katja Diehl richtet den Blick dabei konsequent auf die Perspektiven der Menschen im Alltag: „Für mich ist der Mensch erst frei, wenn er eine Wahl hat.“ Sie plädiert dafür, Mobilität stärker als gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen: „Mobilität darf nicht davon abhängen, dass man ein Auto hat.“ Und sie macht deutlich, welches Potenzial in der Umverteilung von Stadtraum liegt: „Viele Dinge, die die Stadt stressig machen, kommen vom Autoverkehr.“ Im Gespräch geht es außerdem um neue Quartierskonzepte und um internationale Beispiele, die zeigen, wie konsequente Veränderungen gelingen können. Dabei wird deutlich: Wenn öffentliche Räume neu gedacht werden, entstehen Orte der Begegnung. Katja Diehl dazu: „Für mich ist die Stadt der Zukunft Nukleus von Demokratie.“
46 Minuten
Was macht Wien zu einer der spannendsten Städte Europas, wenn es um leistbares Leben, Klimaanpassung und strategische Stadtentwicklung geht? In der aktuellen Folge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ wirft Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, gemeinsam mit ihren Gästen einen Blick auf einen Stadtentwicklungsplan, der international Maßstäbe setzt. Mit dem Wienplan 2035 verfolgt die österreichische Hauptstadt einen konsequent integrierten Ansatz: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität werden zusammen gedacht. Maria Samek und Michael Rosenberger aus der Wiener Stadtplanung geben Einblicke in die Prinzipien und Herausforderungen. Dabei wird deutlich, wie umfassend Stadtentwicklung heute gedacht werden muss. „Es geht im Prinzip darum Orte zu schaffen, die wirklich lebenswert für die Bevölkerung sind und gleichzeitig auch einen Anspruch an Ressourcenschonung und Flächensparen haben“, beschreibt Maria Samek. Urbanität entstehe nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel von Dichte, Nutzungsmischung, Grünräumen und kurzen Wegen – im Bestand ebenso wie in neuen Stadtquartieren. Gleichzeitig betont Michael Rosenberger die Bedeutung langfristiger Planung: „Wir wissen, wie das alles zusammenhängt, wir wissen, wie wir vorgehen wollen.“ Ein besonderer Fokus liegt auf dem Wiener Verständnis von „leistbarem Leben“, das weit über das Thema Wohnen hinausgeht. Rosenberger erklärt: „dass einfach das Leben ganz grundsätzlich für Normalbürger gut leistbar ist, auch ohne viel Geld in der Tasche haben zu müssen.“ Öffentliche Verkehrsmittel, frei zugängliche Grünräume, sichere Rad- und Fußwege sowie kommunale Angebote tragen dazu bei, dass Teilhabe im Alltag unabhängig vom Einkommen möglich bleibt. Diese Podcastfolge zeigt anschaulich, wie strategische Planung Orientierung gibt, ohne starr zu sein – und warum gerade diese Mischung aus klaren Leitbildern und Flexibilität entscheidend für die Zukunft wachsender Städte ist.
40 Minuten
Wie können Pflegeorte so in unsere Städte integriert werden, dass sie ein selbstverständlicher Teil des urbanen Lebens werden? In der neuen Podcastfolge „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit Katja Lohmann über nichts Geringeres als die Zukunft der Pflege in einer wachsenden Stadt. Pflege ist für die Geschäftsführerin von PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG weit mehr als Versorgung – sie ist sozialer Anker, Nachbarschaftsort und Teil urbaner Identität. Seit 2020 führt sie einen der größten Pflegeanbieter Hamburgs mit 14 Standorten und rund 2.400 Pflegeplätzen. „Ich glaube, das ist das Grundproblem in der Pflege, dass man es sehr differenziert vom normalen Leben sieht, obwohl ja Altwerden und auch pflegebedürftig werden einfach mit dazugehört.“ Für Katja Lohmann ist klar: Pflege muss als selbstverständlicher Teil des Lebens gedacht und generationenübergreifend sichtbar integriert werden. Im Gespräch geht es zudem um Bezahlbarkeit, Fachkräftemangel und die Frage, wie Quartiere so geplant werden können, dass ältere und pflegebedürftige Menschen wirklich dazugehören – etwa durch Kitas im Haus, barrierefreie Wege und Parks, ambulante Angebote und neue Wohnformen. Dabei wird deutlich: Die Zukunft der Pflege entscheidet sich im Zusammenspiel von Stadtplanung, sozialer Infrastruktur, WLAN und gesellschaftlicher Haltung. Dabei habe stationäre Pflege häufig ein Imageproblem. „Es spricht keiner darüber, wie schön dieser Beruf ist und wie viel Freude er bereitet“, sagt Lohmann mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung. Und sie ergänzt: „Ich kenne keine Fernsehserie, wo man eine schöne Berichterstattung über ein Leben in einer Pflegeeinrichtung zeigt.“
40 Minuten
„Meine Leidenschaft ist wirklich die Stadtentwicklung, die Bodenpolitik. Und ich bringe wahnsinnig viel Enthusiasmus für das Thema per se mit.“ Mit diesem Satz macht Jacqueline Charlier gleich zu Beginn klar, mit welcher Haltung sie ihre neue Aufgabe angeht. In der aktuellen Folge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit der neuen Staatsrätin für Stadtentwicklung und Wohnen über die Zukunft Hamburgs. Nach 22 Jahren in der Münchner Stadtplanung ist Jacqueline Charlier seit Juli 2025 zurück in ihrer Geburtsstadt. Sie bringt nicht nur einen großen Erfahrungsschatz mit, sondern auch einen klaren Blick auf die Herausforderungen, vor denen wachsende Metropolen stehen. Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, wie neue Quartiere sozial ausgewogen und lebendig bleiben können. Für Charlier ist klar: „Eine Mischung ist ganz, ganz wichtig, um eben ein ausgewogenes Quartier zu schaffen“ mit gefördertem Wohnraum, frei finanziertem Mietwohnungsbau, passender sozialer Infrastruktur und kurzen Wegen. Dabei geht es auch um Geschwindigkeit und Kosten im Wohnungsbau. Der Hamburg Standard sei „ein wichtiger Baustein“, um Baukosten zu senken und Prozesse zu verbessern, betont Charlier. Entscheidend sei aber, kontinuierlich aus Pilotprojekten zu lernen, ein Umdenken herbeizuführen und Verfahren weiterzuentwickeln. Stadtentwicklung bedeute immer auch unterschiedliche Anforderungen zusammenzubringen wie Klimaschutz, Bezahlbarkeit, soziale Infrastruktur und wirtschaftliche Machbarkeit. Zum Abschluss wagt Jacqueline Charlier einen Blick in die Zukunft und formuliert eine klare Vision: „Ich würde gerne Olympiastadt sein.“
35 Minuten
Wie lassen sich komplexe Stadtentwicklungsprozesse verständlich machen, fundiert diskutieren und vorausschauend gestalten? In dieser Folge des Podcasts „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, mit einer ausgewiesenen Expertin für datenbasierte und digitale Stadtentwicklung über neue Chancen für Hamburg. Zu Gast ist Prof. Dr. Gesa Ziemer, Professorin für Digitale Urbane Kulturen an der HafenCity Universität Hamburg und Leiterin des City Science Labs. Sie bewegt sich mit ihrer Arbeit genau an der Schnittstelle von Stadt, Gesellschaft und Digitalisierung und macht deutlich, dass Stadtentwicklung immer auch eine gemeinschaftliche Aufgabe ist. Hamburg bietet dafür besondere Voraussetzungen. Durch eine leistungsfähige urbane Datenplattform stehe der Stadt ein großer Datenschatz zur Verfügung, der Planungsprozesse verbessern kann. „Und diese Daten können wir auf Karten visualisieren, um Stadtentwicklung zu unterstützen“, so Ziemer. Zum Einsatz kommt dabei auch ein digitaler Zwilling – eine virtuelle Abbildung der Stadt, mit denen sich Planungen simulieren, Varianten vergleichen und Auswirkungen frühzeitig erkennen lassen. Dabei geht es in der Forschung von Gesa Ziemer ausdrücklich um konkrete Anwendungsfälle: „Indem man erst virtuell abbildet, bevor man es in der Realität macht, um bestimmte Fehler vielleicht zu vermeiden, um Szenarien zu bilden und vor allem auch, um Menschen zusammenzubringen, die interdisziplinär über bestimmte Szenarien nachdenken können.“
39 Minuten
Wie gelingt Architektur, die Menschen berührt – und Städte schafft, in denen wir wirklich leben wollen? Sabine de Buhr, städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, spricht mit dem Schweizer Architekten und Professor Dan Schürch über zentrale Zukunftsthemen der Stadtentwicklung – von bezahlbarem Wohnen über nachhaltige Quartiere bis hin zu neuen Formen des Zusammenlebens. Gleich zu Beginn dieser Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ wird klar: Gute Stadt beginnt im Kleinen. „Der Maßstab beginnt in der Wohnung … es beginnt im Zimmer und endet im Quartier“ , sagt Schürch von Duplex Architekten. Architektur wirke als Zusammenspiel aus privatem Rückzug, gemeinschaftlichen Räumen und lebendigen Außenbereichen. Gebraucht werden Orte, die Begegnung ermöglichen, Vielfalt zulassen und Stadt als sozialen Raum definieren. Ein Beispiel dafür ist das vielbeachtete Zürcher Projekt Mehr als Wohnen. Dort wurden veränderte Wohnformen, Partizipationsprozesse und soziale Experimente in großem Maßstab erprobt. Schürch beschreibt es als ein „Projekt, in dem soziale Nachhaltigkeit, ressourcenschonendes Bauen und preisgünstiges Wohnen zusammenkommen“. Die dort gewonnenen Erfahrungen zeigen, wie Quartiere funktionieren können, wenn sie bewusst gestaltet, gemeinsam entwickelt und offen für Lernprozesse bleiben. Thematisiert wird auch die Bedeutung lebendig gestalteter Erdgeschosse, die das „Wohnzimmer“ eines Quartiers bilden. Kuratierte Nutzungen und neue wirtschaftliche Modelle sollen dort Alltagsangebote, Begegnung und städtisches Leben verankern – so entstehen die lebendigen Quartierszentren, wie sie etwa die IBA Hamburg entwickelt. Dan Schürch betont, dass Urbanität auch Reibung braucht: „Die gute Stadt ist nicht in Harmonie, perfekt und rundum romantisch, sondern […] hat schwierige Zonen.“
25 Minuten
Wie sieht ein Parkhaus aus, das mehr kann, als Autos unterzubringen? Was passiert, wenn es zum Treffpunkt der Nachbarschaft, zur Energiezentrale und zum Scharnier moderner Mobilität wird? In der neuen Folge des Podcasts „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Sabine de Buhr, städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, über die Zukunft des Parkens und darüber, wie Mobility Hubs zu lebendigen Bausteinen nachhaltiger Stadtentwicklung werden. „Wir müssen weg von der Vorstellung, dass Parkhäuser nur Stellplatzflächen sind. Sie können Orte sein, an denen sich Mobilität, Alltag und Nachbarschaft begegnen,“ so Christopher Conrads, Produktmanager bei der Firma Goldbeck. Doch dieser Gedanke geht noch weiter: Parkhäuser der Zukunft können vielfältige Nutzungen aufnehmen und zum Herzstück eines Quartiers werden. „In Wien betreiben wir ein Parkhaus, wo es (…) auch Möglichkeiten gibt, sich den Rasenmäher oder weitere Geräte auszuleihen“, erzählt er. Für ihn bietet der Mobility Hub beispielsweise Paketshops, einen kleinen Lebensmittelladen und einen Gemeinschaftsraum, den man sich für private Feiern mieten kann. Damit werden Parkhäuser zu Orten, die den Alltag erleichtern und die Nachbarschaft stärken. „Deshalb ist auch meine Philosophie, dass Quartiersparkhäuser keine schmuddeligen Gebäude am Ende eines Quartiers sein müssen, sondern sie können gern ein zentraler Anlaufpunkt sein.“ Auch das Thema nachhaltiges Bauen steht im Fokus des Gesprächs: „Wir wollen Gebäude bauen, die ressourceneffizient sind und deren Materialien sich später sortenrein rückbauen und wiederverwenden lassen,“ so Conrads. Ob in Oberbillwerder, Bremen oder Wien – moderne Mobility Hubs zeigen, wie Parkhäuser zum Dreh- und Angelpunkt zukunftsfähiger Mobilität werden. Eine Folge über neue Ideen für den Stadtraum, smarte Bauweisen und die Frage, wie das Parken von morgen unser Zusammenleben prägen kann.
39 Minuten
Wie sieht das Quartier der Zukunft aus – und welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz dabei? In der neuen Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Gastgeberin Sabine de Buhr, städtebauliche Leitung der IBA Hamburg, mit Prof. Dr. Vanessa Borkmann vom Fraunhofer-Institut über zukunftsfähige Stadtquartiere, KI-gestützte Planung und die Chancen innovativer Technologien für unser Zusammenleben. Borkmann betont gleich zu Beginn: „Wir bauen Quartiere für Menschen und deswegen sind natürlich Menschen im Quartier der Zukunft, die aber im Hintergrund oder in der Begleitung von Technologie bis hin zum Roboter in ihren Lebenswelten bestmöglich Unterstützung finden.“ Dabei macht sie deutlich, dass die Auseinandersetzung mit KI für alle relevanten Akteure unverzichtbar ist: „Ich würde doch jeder Person empfehlen, die in diesen Arbeitsbereichen tätig ist, dass man sich zumindest mal damit auseinandersetzt, was es in Zukunft für Chancen gibt.“ Im Gespräch wird klar, welche Potenziale KI für die Stadtentwicklung birgt – von der parametrisierten Planung ganzer Quartiere in Minuten, über digitale Avatare für Bürgerbeteiligung und Quartiersmanagement, bis hin zu Robotern als sichere Begleiter im Alltag. Gleichzeitig betont Borkmann die Notwendigkeit, die Menschen mitzunehmen: Akzeptanz und Partizipation bleiben zentrale Schlüssel. Borkmann hebt hervor: „Hier müssen wir aufpassen, dass wir die Menschen nicht verlieren im Prozess, weil wir der KI zu viel Aufmerksamkeit geben.“ Auch für Hamburgs große Projekte wie Oberbillwerder oder in Wilhelmsburg eröffnet sich ergänzende Zukunftsaussichten durch den Einsatz von neuen Technologien beispielsweise in Pilotprojekten.
39 Minuten
Wer in Hamburg baut, braucht nicht nur gute Ideen – sondern auch Geld, Fläche und Geduld. In der neuen Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht Gastgeberin Sabine de Buhr, Städtebauliche Leitung der IBA Hamburg, mit einem Mann, der über all das mitentscheidet: Dr. Andreas Dressel, Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg. Dressel, ein echtes Hamburger Eigengewächs mit über 25 Jahren Erfahrung in Politik und Verwaltung, gibt tiefe Einblicke in die Stadt- und Liegenschaftspolitik. Dabei wird klar: Hamburg verfolgt konsequent eine neue Bodenstrategie. Grundstücke werden nur noch in Ausnahmefällen verkauft – stattdessen setzt die Stadt auf das Erbbaurecht. Dabei bleibt der Boden im Besitz der Stadt und Bauherren zahlen eine jährliche Pacht. Für Dressel ist das ein zukunftsweisendes Modell: „Die Zeiten, in denen wir Grundstücke im Höchstgebotsverfahren vergeben haben, die sind natürlich absolut vorbei.“ Kritik aus der Wohnungswirtschaft nimmt er ernst und lädt zum offenen Austausch ein: „Kommt gerne her und zeigt uns den Business Case, wenn er nicht aufgeht.“ Seiner Einschätzung nach rechnet sich das Erbbaurecht langfristig, vor allem durch niedrige Pachtzinsen und lange Laufzeiten: „Unsere Vermutung ist nämlich, es geht auf – durch die lange Laufzeit.“ Neben politischen Strategien lässt Dressel auch Persönliches durchblicken, etwa seine Anfänge bei den Jusos, seine Verbundenheit zur Stadt und seine Vision für ein Hamburg mit olympischen Ambitionen. Mit viel Klartext, Sachkenntnis und hanseatischem Pragmatismus wirft diese Podcastfolge einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer Stadt, die nicht nur wachsen, sondern auch gerecht und nachhaltig gebaut werden will.
37 Minuten
Was kann die Kirche zur Stadtentwicklung beitragen? In dieser Folge des Podcasts „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ unterhält sich Sabine de Buhr von der IBA Hamburg mit Propst Frie Bräsen. Er ist Pastor, Musiker und Vorsitzender des Aufsichtsrats von "Bauwerk", die auf die Entwicklung und Verwaltung kirchlicher Immobilien spezialisiert sind. Am Beispiel des St. Trinitatis-Quartiers wird deutlich, wie kirchliche Grundstücke gemeinwohlorientiert entwickelt werden können. Gemeindeleben, Kita, Pilgerherberge, soziale Wohnprojekte und ein Nachbarschaftscafé verschmelzen dort zu einem Modellprojekt, das Bräsen als „Gesamtkunstwerk aus sehr verschiedenen Nutzungseinheiten“ beschreibt. Auch Friedhöfe rücken in den Blick – als stille Ressourcen in einer wachsenden Stadt. In Hamburg werden bestehende Friedhöfe aufgegeben und sollen u.a. zu einem Park umgewandelt werden. Dabei wünscht sich Bräsen neue Kooperationsmodelle: „Wir werden auch angesichts des Klimawandels […] auf diese Friedhöfe als Grünflächen, Erholungsorte und als Ressourcen für ein gesundes Klima angewiesen sein.“ Friedhöfe könnten künftig Orte des Lebens und Erinnerns zugleich sein – Räume, in denen „Tod und Sterben, Park und Erholung so ineinandergreifen“. Neben kirchlichen Bauprojekten geht es in dieser Folge auch um neue Formen von Beteiligung und die Frage, wie sich Kirche in Neubauquartieren relevant verankert. Die Kirche will dabei – bei allem Strukturwandel – als Teil der Lösung für viele Herausforderungen der Stadtgesellschaft agieren.