Wer zahlt für die europäischen Ernteausfälle? | Von Thomas Röper

Wer zahlt für die europäischen Ernteausfälle? | Von Thomas Röper

vor 1 Woche
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Beschreibung

vor 1 Woche

In der EU wird es in diesem Jahr zu spürbaren
Ernteausfällen kommen, die teilweise selbstverschuldet sind und
dazu führen dürften, dass die EU von einem Exporteur von
Lebensmitteln zu einem Importeur wird. Das wird zu steigenden
Preisen in Europa und zu mehr Hunger in der Welt führen.


Ein Kommentar von Thomas Röper.


Die Medien werden die Dürre in Europa für die Ernteausfälle
verantwortlich machen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit,
denn die Krise der europäischen Nahrungsmittelproduktion hat weit
mehr Gründe, die die EU selbst verschuldet hat. Neben der
ideologisch bedingten verfehlten Landwirtschaftspolitik sind das
auch die Russland-Sanktionen, die gleich mehrfache Wirkung haben.


So haben die Preise für Düngemittel 2022/2023 historische
Höchststände erreicht und pendelten sich danach auf einem
erhöhten, aber stabileren Niveau ein. Der Grund für den
Preisanstieg war (und ist), dass Russland und Weißrussland die
weltweit führenden Produzenten wichtiger Düngemittel sind und
dass deren Düngemittel von der EU sanktioniert wurden, sie in der
EU also fehlen. Das führt natürlich zu höheren
Lebensmittelpreisen und auch zu steigendem Hunger in anderen
Teilen der Welt, weil sich dort nicht jeder die höheren Preise
leisten kann.


Hinzu kommt die Gaskrise, denn Gas ist ein wichtiger Bestandteil
bei der Düngemittelproduktion. Wegen der in der EU seit 2021
explodierten Gaspreise ist die Produktion von Düngemitteln in der
EU unrentabel geworden. Auch diese Düngemittel fehlen nun in
Europa.


Außerdem wirken die westlichen Sanktionen gegen die russischen
Banken, die es schwieriger und teurer gemacht haben, russische
Lebensmittel und Düngemittel zu kaufen, was den Hunger ebenfalls
ansteigen lässt. Gleiches gilt für die westlichen Sanktionen
gegen russische Logistikunternehmen oder Sanktionen im Bereich
der Versicherungen. Auch diese Sanktionen machen es teurer,
Lebensmittel und Düngemittel aus Russland zu kaufen.


Da die Nachfrage aber groß ist, haben die Sanktionen weniger
Russland geschadet, sondern sie schaden vor allem den ärmsten
Ländern, die sich die neuen Preise nicht leisten können.


Nun kommt die Dürre in Europa hinzu, die in der EU zu
Ernteausfällen führen wird, die so dramatisch sein dürften, dass
die EU von einem Exporteur von Lebensmitteln zu einem Importeur
wird. Mit anderen Worten: Anstatt Lebensmittel (auch in von
Hunger bedrohte Länder) zu exportieren, wird die EU selbst
Lebensmittel auf den Weltmärkten aufkaufen, um die Versorgung in
Europa sicherzustellen. Das wird auf Kosten der ärmsten Länder
gehen, in denen der Hunger weiter wachsen wird.


Ein russischer Experte hat die aktuelle Lage in der TASS gut
erklärt und ich habe seinen Artikel übersetzt.





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