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apolut: Tagesdosis
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Beschreibung
vor 1 Woche
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Dass die deutsche Hauptstadt nicht im Sommerloch versinkt,
verdankt sie dem frischgebackenen Intendanten der Berliner
Volksbühne: Matthias Lilienthal. Als Ex-Dramaturg von Frank
Castorf weiß er, wie man die Werbetrommel strapaziert: Vor zwölf
Jahren übertrug man ihm die Intendanz der Münchener Kammerspiele.
Startschuss: Im September 2015. Zeitlich parallel zur
Grenzöffnung durch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Dem folgte eine mediale Schlammschlacht.
Auch Lilienthal beteiligte sich, lud zu einem „Open
Border“-Kongress. Besonders brisant: Die „Internationale
Schlepper- und Schleusertagung (ISS)“. Gefragt wurde, wie man
Schleusen demokratisieren könne. Ein Journalist pries in seinem
Vortrag das soziale Netzwerk Facebook. Mit ihm kam nämlich die
Preistransparenz. Mit seiner Hilfe könnten Flüchtlinge die
Angebote der Schlepper vergleichen und das Preiswerteste
aussuchen. - Diese satirische Kunst-Tagung stieß bei der CSU auf
wenig Gegenliebe. Dennoch: Sie erzielte Aufmerksamkeit. Die
Kammerspiele waren plötzlich im Gespräch.
Lilienthal vertritt ein postdramatisches Theater. Gemeint sind
Inszenierungen, die keine Vorlagen bebildern, keine Dramentexte
als Grundlage nutzen. Stattdessen: Performances, Film und
Interaktion. Assoziative Verknüpfung ersetzt traditionelle
Handlung. Diese Form führt Lilienthal in der Volksbühne fort.
Einem ehemaligen Arbeiter-Theater, belastet mit dem Erbe einer
25-jährigen Castorf-Intendanz. Dieses Haus will Lilienthal neu
erfinden. Zum Auftakt: Ein Projekt, das Berlins marode
Infrastruktur aufgreift. Um die Schließung zahlreicher
Schwimmbäder zu kompensieren, wurde vor der Volksbühne ein
„Volksbad“ errichtet. Ein riesiger Pop-up-Swimming Pool mit
freiem Eintritt. Und nebenan, im Volksbühnen-Pavillion, gastiert
eine Frittenbude.
Wie viel der Badespaß kostet? Schlappe 300 000 Euro. Aber keine
Sorge: Die Summe wird durch den Haus-Etat gedeckt. Schließlich
ist der Pool zum Kunstwerk und die Besucher zu Akteuren einer
interaktiven Performance erklärt.
Die Ernüchterung kam schnell. Schon drei Tage nach der Eröffnung
musste das 25 m lange Pop-Up-Planschbecken schließen. Grund: Die
Duschen funktionierten nicht. Baupfusch made in Germany. Man
erinnere sich an den Berliner Flughafen oder an die
Elbphilharmonie. Nichts Ungewöhnliches also. Am vergangenen
Freitag sollte das „Volksbad“ wieder öffnen. Doch dazu kam es
nicht.
Das Angebot des „Volksbads“ beschränkt sich nicht auf privaten
Besuch. Auch Vereine dürfen den Pool für einige Stunden buchen.
Für Freitag, den 14. August hatte „Each One Teach One“ das
künstlerisch wertvolle Planschbecken gebucht. Dieser Verein,
kurz: EOTO, unterstützt Integration und „Empowerment“
(Selbstbefähigung) schwarzer Kinder. Am Dienstag informierte die
Volksbühne auf ihrer Webseite: Zwischen 12 bis 18 Uhr sei der
Pop-Up-Pool vom EOTO-Verein gebucht. Im
Anschluss stehe er wieder allen offen. Für Aufruhr sorgte eine
zusätzliche Erklärung:
Es dürfte diese „Exklusivität“ gewesen sein, die für Ärger
sorgte. Noch am gleichen Nachmittag folgte eine Korrektur. Jetzt
hieß es: Das Volksbad sei „für Each One Teach One (EOTO)
e.V. reserviert.“ Eine Anpassung an den Sprachgebrauch
klassischer Vereinsreservierung. Natürlich zu spät.
Medien wie Nius nahmen das Konzept unter Beschuss. Die
Mainstream-Nachrichten folgten bei Fuß. Schon tobte eine verbale
Schlammschlacht. Auch Politiker mischten sich ein: AfD-Chefin
Alice Weidel sprach von „Apartheid". Die Berliner
Bezirksverordnete Aileen Weibeler, Mitglied der CDU, überkam ein
Gefühl von Diskriminierung. O-Ton:
„In diesem Zeitraum ist das VOLKSBAD exklusiv für Schwarze
Communities geöffnet.“„Ich darf nicht ins Schwimmbad, weil ich
weiß
bin“....https://apolut.net/volksbuhnen-desaster-integration-durch-apartheit-von-paul-clemente/
“Hier apolut
unterstützen: https://apolut.net/unterstuetzen/”
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