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14.01.2026
20 Minuten
Während der nackte US-Imperialismus für Aufmerksamkeit
sorgt, geht der Ukraine-Krieg weiter. Dessen Ende scheint es 2026
nicht zu geben.
Ein Kommentar von Tilo Gräser.
Seitdem US-Präsident Donald Trump Venezuela überfallen ließ und
ankündigte, auch andere Staaten ins Visier zu nehmen –
einschließlich Grönland – scheint die mediale und politische
Aufmerksamkeit sich vom Geschehen im Ukraine-Krieg abgewendet zu
haben. Dabei halten die Kämpfe dort an, rücken die russischen
Truppen weiter vor und ist ein baldiges Ende des Krieges nicht in
Sicht. Davon zeugte auch der jüngste Gipfel der selbsternannten
„Koalition der Willigen“, auf dem Großbritannien und Frankreich
ankündigten, Truppen in die Ukraine zu entsenden –
nach einem Friedensabkommen. Aber genau mit dieser Ankündigung
wird ein solches Abkommen torpediert, da Russland
Truppen aus Nato-Staaten in der Ukraine ablehnt und mehrfach
solche Pläne als eine der Ursachen des Krieges klarstellte.
Ein Blick in die Liveticker der Medien, zum Beispiel des
russischen Portals RT DE oder des deutschen
Mainstream-Mediums N-TV, zeigen, dass sich nichts in
Richtung Frieden bewegt. Beide Seiten greifen sich mit Drohnen
und Raketen an, wobei Russland die Übermacht zu haben scheint,
was die ukrainische Führung immer wieder zu Terrorangriffen auf
russisches Territorium anstachelt. Zugleich meldet die russische
Armee eine „befreite“ Ortschaft in der Ostukraine nach der
anderen. Während die USA sich anscheinend weiter aus dem von
ihnen selbst provozierten Konflikt und Krieg zurückziehen, setzen
die europäischen Politiker, allen voran jene aus Berlin, London
und Paris, aber auch die der baltischen Staaten, weiter auf
Eskalation. Ohne ihre Hilfe mit Milliarden an Euro und Waffen für
Kiew, die sie mit den Steuern ihrer Bürger bezahlen, wären die
ukrainischen Truppen wahrscheinlich längst zur Kapitulation
gezwungen gewesen.
So wird ein Krieg fortgesetzt, der nach Einschätzung selbst
westlicher Fachleute von Kiew nicht zu gewinnen und wohl längst
verloren ist. Dass Moskau bis heute nicht nach US-amerikanischem
Vorbild massiv vorgeht, wird von seinen russophoben Gegnern in
westlichen Hauptstädten als Schwäche fehlgedeutet. Das Kämpfen
geht weiter, damit auch das Sterben und Verstümmeln der Menschen
in Uniform und ohne. Verantwortlich dafür sind jene Politiker im
Westen, die Russland immer noch „in die Knie“ zwingen wollen,
egal, was es kostet, „bis zum letzten Ukrainer“.
In der Ukraine sei es „nur eine Frage von höchstens ein paar
Monaten, bis die ukrainischen Streitkräfte extrem hohe Verluste
erlitten haben und einfach dahinschwinden“. Das erklärte der
ehemalige Russland-Analytiker Ray McGovern in einem am 9. Januar
veröffentlichten Video-Gespräch mit dem
Wirtschaftsanalytiker David Lin. Russland werde sich dann um die
Nazis kümmern müssen, die immer noch die Kiewer Regierung führen,
so McGovern.
...https://apolut.net/ukraine-krieg-keine-aussicht-auf-frieden-von-tilo-graser/
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13.01.2026
13 Minuten
Ein Kommentar von Claudia Töpper.
Den Berichten zufolge, hat die US-Spezialeinheit Delta Force in
Verbindung mit anderen Spezialeinheiten, wie den Night Stalkers
den venezolanischen Präsidenten, Nicolás Maduro am 03. Januar
2026 entführt und verhaftet ohne einen einzigen US-Soldaten bei
diesem Einsatz zu verlieren. (1) Der US-Präsident, Donald J.
Trump betonte jedoch, dass es auf der Seite Venezuelas sowohl
Verluste von Soldaten als auch Zivilisten gab. (2) Während Trump
und einige Militärs den Einsatz der US-Soldaten als heldenhaft
feiern, stellt sich die Frage, wie dies eigentlich möglich war?
(3) Dass die aktuelle venezolanische Interimspräsidentin, Delcy
Rodríguez offenbar Monate vor Maduros Verhaftung Gespräche mit
den USA geführt haben soll, kann nicht als Erklärung dienen. (4)
Bewegungsunfähig durch Schallwellen
Am 10. Januar 2026 postete die offizielle Pressesprecherin des
Weißen Hauses, Karoline Claire Leavitt auf ihrem offiziellen
X-Account einen Post von dem X-Nutzer, Mike Netter mit dem
folgenden Inhalt. Dazu schrieb sie: „Stoppe mit dem was du tust
und lies das…“: (5)
„Dieser Bericht eines venezolanischen Sicherheitsbeamten, der
loyal zu Nicolás Maduro steht, ist absolut erschreckend - und er
erklärt viel darüber, warum sich der Ton in Lateinamerika
plötzlich geändert hat.
Sicherheitsbeamter: Am Tag der Operation haben wir nichts gehört.
Wir waren auf Wache, aber plötzlich schalteten sich alle unsere
Radarsysteme ohne Erklärung ab. Das Nächste, was wir sahen, waren
Drohnen, viele Drohnen, die über unsere Positionen flogen. Wir
wussten nicht, wie wir reagieren sollten.
Interviewer: Also, was passierte als nächstes? Wie war der
Hauptangriff?
Sicherheitsbeamter: Nachdem diese Drohnen erschienen waren, kamen
einige Hubschrauber, aber es waren sehr wenige. Ich glaube, kaum
acht Hubschrauber. Aus diesen Hubschraubern stiegen Soldaten
herab, aber eine sehr kleine Anzahl. Vielleicht zwanzig Männer.
Aber diese Männer waren technologisch sehr fortgeschritten. Sie
sahen nicht aus wie alles, gegen was wir bisher gekämpft haben.
Interviewer: Und dann begann die Schlacht?
Sicherheitsbeamter: Ja, aber es war ein Massaker. Wir waren
Hunderte, aber wir hatten keine Chance. Sie schossen mit solcher
Präzision und Geschwindigkeit... es schien, als würde jeder
Soldat 300 Schuss pro Minute abfeuern. Wir konnten nichts tun.
Interviewer: Und eure eigenen Waffen? Halfen sie nicht?
Sicherheitsbeamter: Überhaupt nicht. Denn es ging nicht nur um
die Waffen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt starteten sie etwas -
ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll... es war wie eine
sehr intensive Schallwelle. Plötzlich fühlte ich, wie mein Kopf
von innen explodierte. Wir fingen alle an, aus der Nase zu
bluten. Einige erbrachen Blut. Wir fielen zu Boden, unfähig, uns
zu bewegen.
Interviewer: Und eure Kameraden? Konnten sie Widerstand leisten?
Sicherheitsbeamter: Nein, überhaupt nicht. Diese zwanzig Männer,
ohne einen einzigen Verlust, töteten Hunderte von uns. Wir hatten
keine Chance, mit ihrer Technologie, mit ihren Waffen zu
konkurrieren. Ich schwöre, ich habe noch nie so etwas gesehen.
Nach dieser Schallwaffe oder was auch immer konnten wir nicht
einmal mehr aufstehen.
Interviewer: Also denkst du, der Rest der Region sollte zweimal
überlegen, bevor er sich mit den Amerikanern anlegt?
Sicherheitsbeamter: Ohne Zweifel. Ich sende eine Warnung an
jeden, der denkt, er könne gegen die Vereinigten Staaten kämpfen.
Sie haben keine Ahnung, wozu sie fähig sind. Nach dem, was ich
gesehen habe, möchte ich nie wieder auf der anderen Seite stehen.
Man darf sich nicht mit ihnen anlegen.
Interviewer: Und jetzt, da Trump gesagt hat, Mexiko sei auf der
Liste, denkst du, die Situation wird sich in Lateinamerika
ändern?
...https://apolut.net/maduros-sturz-durch-schallwellen-von-claudia-topper/
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12.01.2026
8 Minuten
Trumps nächster Coup: Grönland oder Iran?
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Das war ein voller Erfolg. Mögen Oppositionelle im In- und
Ausland noch so aufschreien. Der Angriff auf Venezuela hat Trump
nicht nur Zugriff auf Erdöl und Bodenschätze ermöglicht. Nein, er
hat vor allem gezeigt: Die USA kann kriegerische Interventionen
ohne Verluste durchziehen. Kein einziger US-Soldat kam ums Leben.
Keiner. Null. Eine beispiellos minimierte Schadensbilanz. Das
gibt Mut zu neuen Taten. Zumal der Venezuela-Coup dem
US-Präsidenten ein erfreuliches Nachspiel bot: Die Erfüllung
eines lang gehegten Traumes: Den Friedensnobelpreis. Ja, den
bekommt er. Kein Witz. Noch irrer: Die Verleihung findet nicht in
Oslo statt, sondern in Washington. Ohne langweiliges
Zeremoniell.
Verantwortlich für diese Verleihung ist María Corina Machado,
venezolanische Oppositionspolitikerin und Trägerin des
Friedensnobelpreises. Gegenüber Fox News erklärte sie, dass sie
ihre Auszeichnung gerne an den Helden im Weißen Haus
weiterreichen möchte. O-Ton:
„Es ist noch nicht passiert. Aber ich würde ihm sicherlich
gerne persönlich sagen, dass wir – das venezolanische Volk, denn
dies ist eine Auszeichnung des venezolanischen Volkes – ihm diese
Auszeichnung gerne überreichen und mit ihm teilen möchten.“
O lala. Friedensnobelpreis für den Bruch des Völkerrechts: Das
ist der feuchte Traum aller Machtpolitiker.
Wenige Tage nach Frau Machados Ankündigung jammerte das
Nobel-Institut in Oslo:
„Ein Nobelpreis kann weder widerrufen, geteilt noch auf andere
übertragen werden. Sobald die Bekanntgabe erfolgt ist, ist die
Entscheidung endgültig".
Natürlich lassen Trump solche Einwände kalt. Der Ex-Baulöwe weiß:
Nur Schwächlinge befolgen Regeln. Frau Machados Angebot sei eine
„große Ehre“. Er werde die Auszeichnung annehmen. Ohnehin sei es
„eine große Schande für Norwegen“, dass er den Preis nicht gleich
erhalten habe.
Dieser Anspruch irritiert. Schließlich hatte die Chefin des
US-Southern Command erst letzte Woche gestanden: Ziel der
Intervention war keine Demokratisierung von Venezuela, sondern
die Kontrolle über Öl, Lithium, Gold und seltenen Erden. Wie auch
immer: Frau Machado will nächste Woche nach Washington reisen,
Trump besuchen und ihm die langersehnte Medaille
überreichen.
Ebenso schräg wie Trumps Anspruch auf den Friedensnobelpreis
wirkte die Rede von Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. Der
konstatierte: Der Angriff auf Venezuela sei „in der Tat der
Wertebruch unseres wichtigsten Partners USA.“ Wertebruch? Hat die
USA sich jemals für das Völkerrecht interessiert? Hat Steinmeier
wirklich bis letzte Woche vom Werte-Westen geträumt? Sein
anschließender Appell: Man müsse verhindern, „dass sich die Welt
in eine Räuberhöhle verwandelt, in der sich die Skrupellosesten
nehmen, was sie wollen“ und „kleine und schwächere Staaten
gänzlich ohne Schutz dastehen.“ Aber wie soll man sie schützen?
Natürlich durch Aufrüstung. O-Ton Steinmeier:
„Wir dürfen eben nicht schwach sein.“
...https://apolut.net/gronland-oder-iran-von-paul-clemente/
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09.01.2026
12 Minuten
Teheran droht mit präemptiven Schlägen
Ein Kommentar von Rainer Rupp.
Die jüngsten Unruhen im Iran begannen am 28. Dezember 2025 in
Teheran. Auslöser war ein massiver Einbruch der iranischen
Währung, des Rial (auf ein Rekordtief), was zu starken
Preissteigerungen bei importierten Waren, vor allem Lebensmitteln
führte. Das wiederum hatte Streiks und Schließungen von
Geschäften im Großen Basar der Hauptstadt zur Folge.
Die Proteste richteten sich zunächst gegen die anhaltende
Wirtschaftskrise durch den kollektiven Westens seit Jahren mit
Handelssperren sanktionierten und boykottierten Landes. Die
wirtschaftlich motivierten Protestdemonstrationen weiteten sich
in den nachfolgenden Tagen auf weitere große Städte im Iran
aus.
Dann erschienen plötzlich politische Parolen auf den
mitgebrachten Plakaten, mit Slogans zum Sturz der Regierung, der
Entmachtung des Obersten religiösen Staatsführers Ali Khamenei
und mit Forderungen nach einem Regimewechsel. Letztere steigerten
sich in den letzten Tagen sogar Forderungen – wenn auch
vereinzelt – nach der Rückkehr des im US-Exil lebenden Sohns der
von der islamischen Revolution davon gejagten US-Marionette Schah
Reza Pahlavi. Derweil war vor wenigen Tagen Seine Königliche
Majestät Reza Pahlavi Junior in einer aufwendig inszenierten
Massenveranstaltung in den USA als „rechtmäßiger Thronfolger“ und
„der Opposition“ in Iran gefeiert worden.
Bis Anfang Januar 2026 hatten sich die Demonstrationen laut
westlicher Medien auf zahlreiche Städte und knapp 20 von 31
Provinzen des Landes ausgeweitet. Sicherheitskräfte gingen laut
der Westmedien hart vor, mit Berichten über Tote unter den
Demonstranten (Schätzungen zwischen 19–36) und Hunderte Verletzte
und über 2.000 Festnahmen. Diese Welle wird von den
gleichgeschalteten Westmedien als eine der größten
Herausforderungen für das Regime seit den Protesten von 2022/2023
dargestellt, weil die wirtschaftliche Not noch durch regionale
Konflikte und internationale Spannungen (u. a. Drohungen aus den
USA) verstärkt würde.
Im Vergleich zur alarmistischen Darstellung der Lage im Westen,
war die öffentliche Erklärung des obersten nationalen
Sicherheitsbeamten des Irans, Ali Larijani, unaufgeregt und
nüchtern. Larijani betonte, dass die iranischen Behörden zwischen
legitimen wirtschaftlichen Beschwerden und Sabotageakten sehr
wohl unterscheiden. Die Proteste wegen des scharfen Verfalls des
Rial würden von den Behörden als berechtigtes Anliegen
anerkannt.
Zugleich warf Larijani Washington und Israel jedoch vor, die
Proteste für politische Sabotage und terroristische Aktivitäten
mit speziell für solche Situationen ausgebildeten Agenten zur
Destabilisierung des Irans auszunutzen. Deshalb warnte Larijani
Donald Trump, dass jede amerikanische Einmischung in die inneren
Angelegenheiten Irans die Region destabilisieren und dadurch auch
US-Interessen dort zerstören würde. Er warnte die amerikanische
Öffentlichkeit vor den Risiken für ihre Soldaten in der Region.
Der iranische Generalstaatsanwalt Mohammad Movahedi-Azad
kritisierte die einseitigen und extraterritorialen Sanktionen der
USA und der EU und merkte an, dass solche Maßnahmen, wenn sie den
Zugang zu wesentlichen Gütern, Medikamenten,
Finanzdienstleistungen und lebenswichtigen Ressourcen
einschränken, „nur schwer von dem Konzept der Kollektivstrafe zu
trennen sind“, die laut Völkerrecht ein Verbrechen ist. Auch der
Generalstaatsanwalt Movahedi-Azad betonte die Notwendigkeit,
rechtmäßigen Protest klar von kriminellem Verhalten
abzugrenzen:
...https://apolut.net/usa-eskaliert-gegen-khamenei-von-rainer-rupp/
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08.01.2026
12 Minuten
Der hilflose Appell eines Kanzlers in der
wirtschaftlichen Sackgasse
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat zu Beginn des Jahres 2026 einen
vierseitigen Brief an die Abgeordneten der Koalition aus Union
und SPD gerichtet, in dem er die wirtschaftliche Lage als
teilweise sehr kritisch (1) beschreibt und Reformen einfordert.
Dieser Schritt offenbart jedoch weniger eine entschlossene
Führung als vielmehr die Ratlosigkeit einer Regierung, die an
ihren eigenen ideologischen Fesseln scheitert und weiterhin auf
einem Kurs beharrt, der Deutschland seit Jahren in den Abgrund
treibt.
Die bittere Bilanz einer stagnierenden
Volkswirtschaft
Deutschland befindet sich seit Jahren in einer tiefgreifenden
Krise, die weit über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Das
Bruttoinlandprodukt wuchs 2025 lediglich um magere 0,2 Prozent,
wie der Internationale Währungsfonds schätzte (2), und bleibt
damit auf dem Niveau von 2019 stecken, während andere Länder wie
die USA und China längst wieder kräftig zulegen. Die Industrie,
einst Rückgrat des deutschen Erfolgs, schrumpft seit vier Jahren
in Folge, während sie in anderen europäischen Staaten wächst.
Exporte brechen ein, besonders im Schlüsselmarkt China, wo sie um
mehr als zwölf Prozent sanken, und in den USA um fast acht
Prozent. China, einst größter Abnehmer deutscher Güter, ist nun
nur noch auf Platz sechs abgerutscht, weil die Volksrepublik
immer mehr selbst produziert, was früher aus Deutschland kam. (3)
Die Top-100-Unternehmen verzeichneten zwar einen leichten
Umsatzanstieg auf 1,55 Billionen Euro, doch ihre Gewinne vor
Steuern und Zinsen brachen um 15 Prozent auf 102 Milliarden Euro
ein. Besonders brutal traf es die Autobauer mit einem
Gewinneinbruch von 46 Prozent und die Chemiekonzerne mit minus 71
Prozent. Seit 2023 verschwanden bei diesen Konzernen rund 100.000
Stellen, allein 2025 weitere 17.500. (4)
Der Arbeitsmarkt wirkt starr. Die Quote liegt bei 6,1 Prozent,
doch wer einmal den Job verliert, findet kaum einen neuen, da die
Abgangsrate aus der Arbeitslosigkeit auf einen Tiefstand gesunken
ist. Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit,
beschreibt den Markt als „starr wie ein Brett“, betont, dass
keine Arbeitnehmergruppe vor Verlust geschützt sei. Unternehmen
wie Bosch und Audi strecken Abbaupläne über Jahre, decken sie
teilweise durch Pensionierungen ab, doch der Druck wächst. 22 von
46 Wirtschaftsverbänden rechnen 2026 mit weiterem Stellenabbau,
vor allem in Metall, Chemie, Stahl, Autoindustrie, Maschinenbau
und Handwerk (4).
Die erschreckenden Zahlen spiegeln nur einen Teil der Realität
wider. Moritz Schularick, Präsident des Kieler Instituts für
Weltwirtschaft, bringt das wirtschaftliche Desaster in einem
Interview mit der Frankfurter Allgemeinen auf den Punkt:
„Wir haben es aber bis heute nicht geschafft, eine Strategie
vorzulegen, wie wir das Geld sinnvoll ausgeben und gleichzeitig
mehr Sicherheit und europäische Unabhängigkeit, industrielle
Impulse und ein technologisches Upgrade hinbekommen. Wir machen im
Prinzip so weiter wie bisher, nur mit mehr Geld. Wenn sich nichts
ändert, werden wir bis zum Ende des Jahrzehnts im Blindflug eine
halbe Billion ausgeben und am Ende genauso abhängig sein von den
USA wie bisher. Das geht besser.“ Moritz Schularick | Frankfurter
Allgemeine (5)
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