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26.02.2026
18 Minuten
Brüssels perfider Plan für den gläsernen und lenkbaren
Bürger
Die EU verspricht Datensparsamkeit und Interoperabilität,
doch in der Praxis wird jede Bewegung nachvollziehbar. Behörden,
Unternehmen und private Anbieter erhalten Zugriff auf sensible
Daten, während die Wallet die gesamte Lebensrealität verknüpft
und kontrollierbar macht.
Ein Kommentar von Janine Beicht.
Die Europäische Union hat bereits im Jahr 2021 den Grundstein für
ein System gelegt, das weit über eine einfache digitale
Brieftasche hinausgeht. Die novellierte eIDAS-Verordnung [1] und
die dazugehörige Architecture and Reference Framework Toolbox,
die seit Juni desselben Jahres in enger Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten entwickelt wurde, sollen offiziell nationale
Unterschiede bei elektronischen Identitäten beseitigen und
private wie öffentliche Dienste einbeziehen. Jeder Mitgliedstaat
muss bis Ende 2026 mindestens eine European Digital Identity
Wallet anbieten, die für alle EU-Bürger, Einwohner und
Unternehmen verfügbar ist. Die Wallet ermöglicht es, nationale
digitale Identitäten in einer App zu bündeln, Dokumente
anzufordern, zu speichern und zu teilen sowie elektronisch zu
signieren. Die offizielle EU-Linie betont dabei stets die volle
Nutzerkontrolle und erklärt auf ihrer offiziellen Website:
„Ihre persönlichen Daten erzählen die Geschichte Ihres Lebens,
deshalb sollten Sie selbst darüber bestimmen. Genau das sollen die
EU Digital Identity Wallets ermöglichen.“ [2]
Es heißt, die Daten würden lokal auf dem Smartphone gespeichert
und verschlüsselt, es solle kein Tracking und kein Profiling
geben [3], und die geteilten Informationen dürften nicht mit
anderen Datenquellen kombiniert werden. Vier groß angelegte
Pilotprojekte testen bereits Anwendungsfälle in Bildung,
Zahlungen und Reisen. Die Wallet soll offiziell den Alltag
vereinfachen: Ein neues Bankkonto eröffnen, sich an einer
ausländischen Universität einschreiben oder sich auf einen Job
bewerben. Auf Reisen können Bordkarten und Hotelidentifikationen
genutzt werden. Die europäische eIDAS-Verordnung zur
digitalen Identität, (elektronische Identifizierung und
Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt)
wurde schon 2018 verpflichtend. Die EU selbst sieht in der
EUDI-Verordnung einen Schritt zu mehr digitaler Effizienz und
Alltagsnähe.
„Mit der neuen Verordnung werden die Mängel von eIDAS behoben,
indem die Wirksamkeit des derzeitigen Rahmens für die digitale
Identität verbessert und seine Vorteile auf den Privatsektor
ausgeweitet werden.“ [4]
2024: SPDs Impulspapier macht die Wallet zum
Zwangsinstrument für Meinungsäußerung
Genau dieses angeblich freiwillige System wollen die regierenden
Parteien in Deutschland nun nutzen, um eine verpflichtende
Altersverifikation für soziale Medien einzuführen. Das
fünfseitige Impulspapier der SPD mit dem Titel „Sichere Soziale
Medien – Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum
stärken“ [5] legt fest, dass die Verifikation ausschließlich über
die EUDI-Wallet erfolgen soll. Damit wird eine Altersüberprüfung
automatisch zur Identitätsverifikation. Die Wallet wird im
Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung von der Bundesagentur für Sprunginnovationen
gemeinsam mit Partnern aufgebaut. Der Start in Deutschland ist
für den 2. Januar 2027 vorgesehen. [6] Das Bundesministerium für
Digitales schreibt dazu:
Die EUDI-Wallet wird digitale Identitäten mit dem Alltag
verbinden, indem sie vielfältige Nachweise (z. B. Personalausweis,
Führerschein) digital abbildet und perspektivisch persönliche
Zertifikate, qualifizierte elektronische Signaturen, pseudonyme
Logins und Zahlungsfunktionen unterstützen soll. So entsteht ein
digitales Werkzeug für Alltag, Bildung und Beruf. [6]
...https://apolut.net/die-eudi-wallet-burger-auf-knopfdruck-von-janine-beicht/
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25.02.2026
23 Minuten
Warum Russland vor vier Jahren in die Ukraine
einmarschierte – eine Übersicht über interessante
Erklärungen
Ein Kommentar von Tilo Gräser.
Am 24. Februar jährte sich zum vierten Mal der Einmarsch der
russischen Armee mit schätzungsweise 150.000 Mann ins Nachbarland
Ukraine. Aus dem jahrelangen Konflikt in und um das Land wurde
ein Krieg, bei dem inzwischen beide Seiten mehrere Hunderttausend
Soldaten einsetzen sowie viele ihr Leben ließen.
Bereits vor zwölf Jahren, am 22. Februar 2014, wurde die Lunte
dafür gelegt und angezündet: Mit dem US-geförderten
Staatsstreich, der das zuvor ausgehandelte Abkommen
zwischen Präsident Wiktor Janukowitsch und der Maidan-Opposition
für einen friedlichen Übergang ignorierte – trotz der Mitwirkung
des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier und dessen
polnischem Amtskollegen Radoslaw Sikorski sowie von Frankreichs
Außenminister Laurent Fabius. Sie schwiegen dann dazu.
Die westliche Politik und die mit ihr verbundenen
Mainstreammedien sowie die von ihnen unterstützten herrschenden
Kräfte in Kiew begingen das traurige Jubiläum erwartungsgemäß mit
Durchhalteparolen im Kampf gegen Russland und neuen Ideen für die
Fortsetzung des Krieges bis zum letzten Ukrainer. Die sollen an
dieser Stelle nicht wiedergegeben werden und können in unzähligen
Aufführungen des offiziellen Propagandatheaters nachgelesen,
-gehört und -gesehen werden.
Es folgt ein Überblick über kritische und vernünftige Stimmen zum
Jahrestag, die in den Mainstreammedien kaum zu vernehmen sind und
von der herrschenden Politik ignoriert werden. Dabei sind es
Stimmen, die zu einem Ende des Krieges beitragen wollen und
könnten.
Die herrschenden Kräfte in Kiew um Wolodymyr Selenskyj, der 2019
für sein Friedensversprechen gewählt wurde, berufen sich bei der
Fortsetzung des Krieges auf das Verteidigungsrecht und geben vor,
zurückerobern zu wollen, was russische Truppen besetzt haben. Sie
führen einen Krieg, unterstützt von mehr als 40 westlichen
Ländern, um Gebiete, deren friedliche Wiedereingliederung in das
politische und wirtschaftliche System des Landes sie seit 2015
trotz der ukrainischen Verpflichtungen nach den Minsker
Vereinbarungen verweigert hatten. Darauf hatte der ungarische
Diplomat György Varga unter anderem im März 2025 bei einem
Vortrag in Berlin aufmerksam gemacht.
https://apolut.net/ukraine-krieg-ausbleibender-frieden-und-deutschlands-mitverantwortung-von-tilo-graser/
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24.02.2026
14 Minuten
Ein Kommentar von Claudia Töpper.
Am Dienstag, den 24. Februar 2026 jährt sich zum vierten Mal der
Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine und somit der Beginn
des Ukrainekrieges. Passend zu diesem Anlass hat die EU die
Termine für die Abstimmung des 20. Sanktionspaketes gegen
Russland auf diesen Tag gelegt. Somit soll die Abstimmung über
weitere Sanktionen gegen Russland am Montag, den 23.02.2026
erfolgen. Die Abstimmung für weitere Kredithilfen für die Ukraine
in Höhe von 90 Milliarden Euro erfolgt am Dienstag, den
24.02.2026.[1] Hierfür versammeln sich die EU-Außenminister in
Brüssel. Ungarn hat bereits im Vorfeld angekündigt, seine
Zustimmung zu den Kredithilfen zu verweigern, denn seit dem 27.
Januar 2026 sind die Öllieferungen aus Russland nach Ungarn und
der Slowakei unterbrochen. Offiziell heißt es von der Ukraine, es
gäbe ein technisches Problem mit einer Pumpstation in der
Westukraine, da Russland die Pipeline mittels eines
Drohnenangriffs beschädigt haben soll.[2]
Im Gegenzug haben die Slowakei und Ungarn die Diesellieferungen
an die Ukraine eingestellt. Sollte die Druschba-Pipline in der
Ukraine nicht wieder in Betrieb genommen werden, haben sowohl der
ungarische Präsident, Viktor Orban als auch die Slowakei bereits
angekündigt, die Stromlieferungen an die Ukraine einzustellen.[3]
Der ungarische Außenminister, Péter Szijjártó erklärte bereits am
Freitag, den 20. Februar 2026 auf seinem X-Account:
„Wir blockieren das 90-Milliarden-Euro-EU-Darlehen für die
Ukraine, bis der Öltransit nach Ungarn über die Druzhba-Pipeline
wieder aufgenommen wird. Die Ukraine erpresst Ungarn, indem sie den
Öltransit in Zusammenarbeit mit Brüssel und der ungarischen
Opposition stoppt, um Lieferstörungen in Ungarn zu verursachen und
die Treibstoffpreise vor den Wahlen in die Höhe zu treiben. Indem
die Ukraine den Öltransit nach Ungarn über die Druzhba-Pipeline
blockiert, verstößt sie gegen das EU-Ukraine-Assoziierungsabkommen
und verstößt damit gegen ihre Verpflichtungen gegenüber der
Europäischen Union. Wir werden dieser Erpressung nicht
nachgeben.“[4]
Am Sonntag, den 22. Februar 2026 fügte er auf X hinzu: „Solange
die Ukraine den Öltransit nach Ungarn und in die Slowakei über
die Druschba-Pipeline nicht wieder aufnimmt, werden wir keine
Entscheidungen zulassen, die für Kiew wichtig sind.“[5]
Am Montag, den 23. Februar 2026 machte Péter Szijjártó noch
einmal deutlich:
„Die Situation ist einfach. Ungarn und die Slowakei sind
Mitglieder der Europäischen Union. Die Ukraine ist es nicht.
Dennoch stellt sich Brüssel auf die Seite der Ukraine gegen die
eigenen Mitgliedstaaten. Doch beim heutigen Auswärtigen Rat wird
sich die Diskussion erneut darauf konzentrieren, Druck auf Ungarn
auszuüben statt auf die Ukraine. Gleichzeitig gibt es keinen
technischen oder betrieblichen Grund, der die Wiederaufnahme des
Öltransports nach Ungarn und Slowakei über die Druzhba-Pipeline
verhindert. Es ist daher offensichtlich, dass die Entscheidung der
Ukraine rein politisch ist, ein Versuch, Ungarn in Koordination mit
Brüssel und der ungarischen Opposition unter Druck zu setzen. Wir
werden der Erpressung nicht nachgeben.“[6]
Bezüglich der Positionierung der EU zum Ukrainekrieg und deren
Loyalität gegenüber der Ukraine erklärte der ungarische
Außenminister auf X weiter:
„Sie sagen, die Ukraine verteidigt die EU. Das stimmt nicht.
Europa wird von der NATO geschützt und Russland hat keinen
EU-Mitgliedsstaat angegriffen. Das ist nicht unser Krieg. Die
Ukraine kämpft für sich selbst.“[7]
Obwohl die Ukraine seit 1990 mehrfach einen Beitritt zur EU
beantragt hat, ist sie bis heute kein EU-Mitgliedsstaat.[8]
...https://apolut.net/stoppt-ungarn-das-90-milliarden-ukrainepaket-von-claudia-topper/
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23.02.2026
7 Minuten
Ein Kommentar von Paul Clemente.
Die Berlinale teilt das Schicksal aller Kulturfestivals im 21.
Jahrhundert: Die Präsentation der Werke ist zweitrangig. Das
eigentliche Interesse, die großen Schlagzeilen gehören dem
politischen Skandal. Kein Leinwand-Spektakel wird sehnsuchtsvoll
erwartet, sondern der Tritt in den Fettnapf. Man wartet darauf:
Irgendeinem armen Wicht, ob Regisseur, Darsteller oder
Jury-Mitglied, rutscht der „falsche“ Satz raus. Und los geht’s:
Die Aussage wird skandalisiert und der Journalist zum Raubtieren,
das seine Beute genüsslich zerfetzt.
Dieses Jahr bot sich Wim Wenders als Opfer an. Gleich zu Beginn
des Festivals. Dabei ist der achtzigjährige Regisseur null auf
Krawall gebürstet. Aber auf der Pressekonferenz der Jury fragte
ein Aktivist: ob der Anwesende den Kurs der Bundesrepublik zum
Gaza-Krieg unterstütze. Wenders ungeschickte Antwort: „Wir müssen
uns aus der Politik raushalten. ... Wir sind das Gegengewicht zur
Politik, wir sind das Gegenteil der Politik.“ Damit war der
Skandal perfekt. Die publizistische Schlacht konnte beginnen.
So erklärte die indische Autorin Arundhati Roy Wenders Replik für
„unfassbar“. Konsequenz: Sie sagte ihre Teilnahme an der
Berlinale ab. Es folgte ein offener Brief, von 80 Künstlern
unterschrieben: Darunter Regisseur Mike Leigh, Fotografin Nan
Goldin und Schauspielerin Tilda Swinton. Die empörten sich über
das „institutionelle Schweigen“ des Festivals. Mehr noch, sie
beschuldigten die Jury der „Beteiligung an der Zensur von
Künstlern, die Israels andauernden Völkermord an den
Palästinensern im Gazastreifen ablehnen“. Hier ist eine
Zwischenfrage fällig: Weshalb die sofortige Eskalation? Wieso ist
Frau Roy nicht zur Berlinale geflogen, um ihren Standpunkt vor
Ort zu diskutieren? Wozu ein sofortiger Boykott? Das Erzwingen
einer bestimmten Positionierung wird die Debattenkultur kaum
verbessern.
Während des Wenders-Bashings trat Kulturstaatsminister Wolfram
Weimer auf den Plan: Der Regisseur werde „von Pali-Aktivisten",
also anti-israelischen, pro-palästinensischen Aktivisten
bedrängt. O-Ton: „Ich würde ihn da gerne in Schutz nehmen, weil
ich finde, er hat genau die richtigen Worte gefunden." Die
Berlinale sei immer eine politische Veranstaltung gewesen: „Es
werden die heiklen Themen alle angesprochen." Tatsächlich haben
die Autoren des Offenen Briefes das Berlinale-Programm nicht
gelesen. Darin hätten sie die Ankündigung des Films „Chronicles
From the Siege“ gefunden.
Das Kinodebut des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah
Alkhatib zeigt den Alltag, die Überlebensstrategien der Menschen
in Gaza. Eine Szene spielt in einer Videothek, wo Filmfans
überlegen, ob sie ihre Kultfilme als Brennmaterial verwenden
sollen, um nicht zu erfrieren. Alkhatib erhielt den GWFF-Preis
für das Beste Spielfilmdebüt. Bei seiner Dankesrede brachte er
eine Palästinenser-Flagge auf die Bühne und beschuldigte die
Bundesregierung, „Partner des Völkermords in Gaza zu sein".
Umweltminister Carsten Schneider verließ daraufhin den Saal.
Berlins regierender Bürgermeister Wegner kommentierte: Den
Pro-Palästina-Aktivisten gehe es nicht um Menschenrechte, sondern
um Hasserzeugung gegen Israel.
Politische Inhalte dürften auch die Wahl des Gewinners, die
Verleihung des Goldenen Bären mitbestimmt haben. Den erhielt der
deutsche Film „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak. Das letzte Mal,
dass ein Film aus hiesigem Lande diese Auszeichnung erhielt, war
2004: „Gegen die Wand“ von Fatih Akin. Mancher wird sich
fragen: Ist es Zufall, dass beide Bären-Filme von
türkischstämmigen Regisseuren gedreht wurden? Wohl kaum. Denn
beide, Akin und Çatak, haben Mut zum Ungeschönten, zum Aufzeigen
von Missständen. Ohne Rücksicht auf modische Diskurse. Ein Mut,
der vielen ihrer deutschen Kollegen fehlt. Nehmen wir „Gelbe
Briefe“: Präsentiert wird ein Ankara, wo Opposition zum sozialen
Tod – zu Jobverlust und Isolierung führt.
...https://apolut.net/die-berlinale-skandale-gewinner-und-vampire-von-paul-clemente/
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20.02.2026
11 Minuten
Ein Kommentar von Rainer Rupp.
Vor dem Hintergrund des fortgesetzten Aufbaus umfangreicher
militärischer Kapazitäten durch die Vereinigten Staaten zur
Vorbereitung eines möglichen Angriffs auf den Iran stellt sich
die zentrale Frage: Wie werden Länder wie Russland und China
reagieren. Denn die werden sich auf Grund der globalen,
geopolitischen Kräftekonstellation kaum leisten können, eine
Niederlage oder gar eine mögliche Zerschlagung Irans hinzunehmen
und dadurch einen vernichtenden Prestigeverlust zu erleiden, der
das ganze multipolare BRICS+ Projekt zum Einsturz bringen
könnte.
Andererseits wollen weder Moskau noch Peking einen direkten
militärischen Schlagabtausch mit den USA riskieren, was umgekehrt
auch für die USA gilt, denn die Gefahr eines Abgleitens eines
konventionellen Krieges zwischen den großen Atom-Mächten in einen
nuklearen Schlagabtausch ist einfach zu groß. Wenn also eine
unmittelbare Kriegsbeteiligung ausgeschlossen ist: Auf welche
Weise könnten Russland und China dann Teheran doch dabei
unterstützen, sich gegen den drohenden, unprovozierten,
völkerrechtswidrigen US-Angriff zu verteidigen? Tatsächlich haben
beide Länder bereits viel getan, um das militärische
Abschreckungspotential ihres BRICS+-Mitglieds Iran erheblich zu
verstärken.
Auch im kommenden Krieg, der den Regimewechsel in Teheran und die
Unterwerfung Irans zum Ziel hat, soll die US-Luftwaffe wieder die
Hauptrolle spielen. Nur diesmal wird es höchstwahrscheinlich ganz
anders ablaufen als von Washington geplant. Denn Russland und
China haben seit dem letzten unprovozierten, völkerrechtswidrigen
massiven US-Bombenangriff im Juni letzten Jahres alles getan, um
bei einer Wiederholung die zu erwartenden Verluste für die
US-Luftwaffe an Piloten und Material inakzeptabel
hochzuschrauben.
Russland hat in kurzer Zeit für den Iran ein integriertes
Luftverteidigungssystem aufgebaut – eine Fähigkeit, über die das
Land zuvor nicht verfügte und die Teheran noch vor der
zwölftägigen US-israelischen Offensive im vergangenen Jahr
abgelehnt hatte. Damals hatten sich in der Regierung in Teheran
die Kräfte durchgesetzt, die eine zu enge militärische
Verbindung, bzw. Integration mit Russland verhindern wollten und
die geglaubt hatten, sie könnten den Anforderungen einer
effizienten und modernen Luftabwehr mit eigenen Mitteln gerecht
werden. Dafür hat Iran blutiges Lehrgeld im Juni letzten Jahres
gezahlt.
Jetzt sind es nicht nur neue Radarsysteme und Luftabwehr-Raketen,
die auf dem weltweit höchsten Stand der Technik sind, sondern
Russland hat diese iranischen Systeme in den umfassenden
Luftabwehrschirm der russischen strategischen Frühwarn- und
Aufklärungssysteme integriert und die einzelnen Systeme wieder
untereinander vernetzt. Das heißt, die Feuerleitsysteme der
iranischen Flugabwehrraketen russischer Bauart, wie z.B. die
S-300, die sich auf iranischem Boden befinden sind mit der
strategischen Fernaufklärung durch russische Satelliten und
Radarsysteme gekoppelt.
Die neue, integrierte Verteidigungsarchitektur ist mehrschichtig
aufgebaut. Die äußerste Ebene dient dazu, feindliche Ziele schon
möglichst weit außerhalb des eigenen Staatsgebiets abzufangen –
zu identifizieren und abzuschießen, noch bevor sie den eigenen
Luftraum erreichen. Als nächstes folgt die Schicht der
landesweiten strategischen Luftverteidigung. Anschließend kommt
die operative Ebene größerer Gefechtsräume im Landesinneren, die
z.B. auf dem bewährten und unschlagbaren „Pantir“-System der
Russen aufbaut. Die letzte und kleinste Ebene bildet die
punktuelle Nahverteidigung, etwa mit schultergestützten
Flugabwehrwaffen wie der „Igla“. Sie stellt die letzte
Verteidigungslinie dar, falls ein Ziel – etwa eine Drohne oder
ein plötzlich auftauchender Hubschrauber – alle anderen
Verteidigungsebenen durchdrungen hat.
...https://apolut.net/konnen-china-und-russland-der-vernichtung-irans-tatenlos-zusehen-von-rainer-rupp/
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