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Was bleibt von einer Religion, wenn ihre Kirchen leerer werden,
ihre Institutionen an Bedeutung verlieren und immer weniger
Menschen ihre Glaubenssätze teilen? Vielleicht überraschend viel.
Vielleicht ist die Geschichte der Säkularisierung nämlich nicht nur
eine Geschichte vom Verschwinden des Christentums – sondern auch
eine seines Erfolgs. Ausgehend von Stephans Reise nach Luxor und
der irritierenden Erfahrung, vor den gewaltigen Überresten einer
Religion zu stehen, die ihre eigenen Tempel um Jahrtausende
überlebt haben, fragen wir: Woran würden wir eigentlich erkennen,
dass das Christentum verschwunden ist? An leeren Kirchen? Fehlenden
Pfarrpersonen? Oder erst dann, wenn auch seine Vorstellungen aus
unserer Kultur verschwunden sind? Mit Tom Hollands These vom
christlichen Erbe der westlichen Welt diskutieren wir, wie viel
Christentum noch in scheinbar säkularen Überzeugungen steckt: in
Menschenwürde und Menschenrechten, im moralischen Vorrang der
Opfer, in Solidarität, Sozialstaat und der Sorge für die Schwachen.
Ist Säkularisierung vielleicht auch eine gewaltige
Übersetzungsleistung – Diakonie wird Sozialstaat, Nächstenliebe
Solidarität, Schöpfungsverantwortung ökologische Ethik? Doch dann
wird es theologisch heikel: Wenn sich das Christentum vollständig
in säkulare Begriffe übersetzen liesse – wozu bräuchte es dann noch
das Christentum? Was geht verloren, wenn aus dem Glauben nur noch
Ethik wird? Wir suchen nach dem unübersetzbaren Rest und landen bei
Gnade, Gebet und der eigentümlichen Erfahrung, von Gott angenommen
und geliebt zu sein. Passend dazu berichtet Stephan im Stossgebet
von seinen erstaunlich zahlreichen und ausgesprochen ernst
gemeinten Gebeten auf ägyptischen Landstrassen. Und Manu bringt ein
Halleluja mit, das ordentlich Bass hat: ein Hip-Hop-Erlebnis, das
offenbar auch religiöse Qualitäten entfalten konnte. Eine Folge
über tote Götter und lebendige Werte, Säkularisierung als Verlust
und Erfolg – und über die Frage, was vom Christentum bleiben muss,
damit es noch Christentum ist.
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„Was bleibt vom Christentum?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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