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Beschreibung
vor 1 Tag
In dieser Folge sprechen Stephan und Manuel über die neue Religion
der Sicherheit. Ausgangspunkt ist ein merkwürdiges Paradox: Moderne
Gesellschaften sind in vieler Hinsicht sicherer geworden als
frühere Generationen – und doch wächst das Bedürfnis nach noch mehr
Absicherung, Kontrolle und Prävention. Je mehr Risiken wir
erkennen, desto stärker scheint die Angst zu werden, dass etwas
übersehen, falsch eingeschätzt oder nicht verhindert werden könnte.
Dabei fragen wir, ob Sicherheit heute mehr ist als ein politisches
Ziel oder ein persönliches Bedürfnis. Wird sie zu einem
säkularisierten Heilsversprechen? Versuchen moderne Gesellschaften,
mit Versicherungen, Präventionslogiken, Resilienzprogrammen und
Schutzkonzepten etwas zu leisten, was früher religiös verhandelt
wurde: Trost, Geborgenheit, Kontingenzbewältigung, vielleicht sogar
Erlösung vom Bösen? Theologisch wird es dort spannend, wo der
christliche Glaube nicht einfach zusätzliche Sicherheit verspricht.
Im Gegenteil: Die reformatorische Tradition unterscheidet zwischen
falscher Sicherheit und Glaubensgewissheit. Glaube bedeutet nicht,
alles im Griff zu haben, sondern sich dem Unverfügbaren
anzuvertrauen. Nicht Kontrolle steht im Zentrum, sondern
Geborgenheit. Nicht die Vermeidung jedes Verlusts, sondern die
Hoffnung, dass der Verlust nicht das letzte Wort hat. Eine Folge
über Angst und Vertrauen, Prävention und Freiheit, Sicherheit und
Geborgenheit – und über die Frage, ob eine Gesellschaft, die jedes
Risiko vermeiden will, noch lieben, hoffen und gerecht handeln
kann.
der Sicherheit. Ausgangspunkt ist ein merkwürdiges Paradox: Moderne
Gesellschaften sind in vieler Hinsicht sicherer geworden als
frühere Generationen – und doch wächst das Bedürfnis nach noch mehr
Absicherung, Kontrolle und Prävention. Je mehr Risiken wir
erkennen, desto stärker scheint die Angst zu werden, dass etwas
übersehen, falsch eingeschätzt oder nicht verhindert werden könnte.
Dabei fragen wir, ob Sicherheit heute mehr ist als ein politisches
Ziel oder ein persönliches Bedürfnis. Wird sie zu einem
säkularisierten Heilsversprechen? Versuchen moderne Gesellschaften,
mit Versicherungen, Präventionslogiken, Resilienzprogrammen und
Schutzkonzepten etwas zu leisten, was früher religiös verhandelt
wurde: Trost, Geborgenheit, Kontingenzbewältigung, vielleicht sogar
Erlösung vom Bösen? Theologisch wird es dort spannend, wo der
christliche Glaube nicht einfach zusätzliche Sicherheit verspricht.
Im Gegenteil: Die reformatorische Tradition unterscheidet zwischen
falscher Sicherheit und Glaubensgewissheit. Glaube bedeutet nicht,
alles im Griff zu haben, sondern sich dem Unverfügbaren
anzuvertrauen. Nicht Kontrolle steht im Zentrum, sondern
Geborgenheit. Nicht die Vermeidung jedes Verlusts, sondern die
Hoffnung, dass der Verlust nicht das letzte Wort hat. Eine Folge
über Angst und Vertrauen, Prävention und Freiheit, Sicherheit und
Geborgenheit – und über die Frage, ob eine Gesellschaft, die jedes
Risiko vermeiden will, noch lieben, hoffen und gerecht handeln
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