Podcaster
Episoden
11.02.2026
1 Stunde 10 Minuten
Anhand der Epstein-Enthüllungen sowie aktueller Skandale um
pfingstlich-charismatische Persönlichkeiten diskutieren Manuel und
Stephan die Frage, ob Macht dem Menschen einfach nicht gut tut –
oder ob sie nur an die Oberfläche bringt, was in ihm schon immer
schlummert… Gemeinsam unterscheiden die beiden zwischen einer
psychologisierenden Perspektive, die auf Charakter, individuelle
Entscheidungen und persönliches Begehren fokussiert, und einer
systemischen Sicht, die Macht als Geflecht aus Abhängigkeiten,
Loyalitäten und stillschweigenden Übereinkünften versteht. Geht es
um unterdrückte Wünsche, die durch Macht durchgesetzt werden können
– oder ist sexualisierte Gewalt eher Symptom und Eintrittskarte in
verschworene Kreise, in denen Schuld, Schweigen und gegenseitige
Erpressbarkeit Macht stabilisieren? Neben diesen schweren Fragen
erfahrt ihr in dieser Folge auch Erstaunliches und eher
Unerwartetes: Neues über Manuel als Handwerker, und warum er
aktuell aussieht, als hätte er eine kleine, aber sehr böse Katze
adoptiert – und was es mit den gemeinsamen Fitnessplänen von Manuel
und Stephan auf sich hat…
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04.02.2026
1 Stunde 11 Minuten
Vom Glauben reden: Warum fühlt es sich in reformierten Kontexten so
schnell peinlich an – und wann wird es plötzlich berührend? In
dieser Folge suchen Manuel und Stephan nach einer Sprache, die
nicht überwältigt, aber auch nicht verstummt. Vom Glauben reden –
das klingt einfach. Und ist doch erstaunlich schwer. Warum
entschuldigen wir uns oft schon beim ersten Satz? Warum erklären
wir alles, kontextualisieren, differenzieren, und grenzen uns
vorsorglich von evangelikalen Positionen ab, bis vom Eigenton kaum
mehr etwas übrig bleibt? Wir reden darüber, was es heisst, unter
säkularen Bedingungen über Gott zu sprechen: Wenn Glaube nicht mehr
selbstverständlich ist, wird er nicht automatisch spannender, nur
weil man ihn noch besser erklärt. Vielleicht braucht es weniger
Fussnoten – und mehr Mut zur eigenen Stimme. Wir fragen, wo
Absicherung notwendig ist, wo sie zur Grundhaltung wird, und wie
reformierte Glaubenssprache wieder schlicht, verständlich und
verantwortlich klingen kann. Und weil das Leben zuverlässig
dazwischenfunkt: Manu merkt, dass er nicht mehr der Hauptverdiener
der Familie ist. Stephan stolpert über eine digitale
Selbstüberschätzung. Zwei kleine Reality-Checks, die erstaunlich
gut zur grossen Frage passen: Wie spricht man ehrlich, ohne sich zu
verstecken?
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28.01.2026
1 Stunde 8 Minuten
Plötzlich wieder Glaube: Zwischen Taufzahlen, TikTok-Frömmigkeit
und Kirchenbänken voller Gen Z fragen Manuel und Stephan, was
hinter dem vermeintlichen Erweckungstrend steckt – und was er der
evangelisch-reformierten Kirche wirklich abverlangt. In dieser
Folge sprechen Manuel und Stephan über ein Phänomen, das in den
letzten Monaten immer häufiger auftaucht: Junge Menschen
interessieren sich wieder für Glauben, Kirche und Spiritualität. In
Grossbritannien steigen die Kirchenbesuche der Generation Z
deutlich an. In Frankreich lassen sich so viele junge Erwachsene
taufen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Auf TikTok, YouTube und
Instagram entdecken Millionen religiöse Inhalte – von Gebeten bis
zu sehr klaren Glaubensbekenntnissen. Die Phänomene werden unter
dem Begriff des «Quiet Revival» gefasst, eine stille
Erweckungsbewegung also, welche das Potenzial haben könnte, den
Säkularisierungstrend aufzuhalten und die Kirchenbänke wieder zu
füllen... Was ist da los? Wir schauen genauer hin: Was sagen die
Zahlen wirklich – und wo beginnt der Hype? Geht es um Sinnsuche in
Krisenzeiten, um Gemeinschaft gegen Einsamkeit, um Orientierung in
einer überfordernden Welt? Welche Rolle spielen digitale
«Christfluencer», neue Frömmigkeitsformen – aber auch politische
Gegenbewegungen und kulturelle Abgrenzungen? Und wir stellen die
Frage, die uns als reformierte Christ:innen besonders betrifft: Was
bedeutet das für die evangelisch-reformierte Kirche? Sind wir
anschlussfähig für junge Sinnsuchende – oder stehen wir uns mit
unserer eigenen Milieuverengung im Weg? Sind wir als stark
akademisch geprägte Kirche offen genug für andere Formen von
Spiritualität, andere Sprachen des Glaubens, andere Zugänge zu
Gott? Oder erklären wir Glauben so gut, dass man ihn gar nicht mehr
ausprobieren kann? Ausserdem erzählt Manuel zu Beginn, wie ihn
einer der Zwerghasen auf Trab hält, der letzte Woche krank geworden
ist – und Stephan erinnert sich an einen Snowboard-Tag, der ihn
wieder mit der Welt versöhnt hat...
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21.01.2026
1 Minute
Der Januar ist der Monat der Klarheit. Plötzlich wissen wir genau,
wie das Leben eigentlich laufen sollte: weniger Bildschirm, mehr
Bewegung. Weniger Stress, mehr Sinn. Weniger Zucker, mehr
Achtsamkeit. Das Wissen ist da – die Einsicht auch. Und trotzdem
zeigt die Erfahrung jedes Jahr aufs Neue: Wissen allein verändert
erstaunlich wenig. In dieser Folge fragen Manu und Stephan, warum
Neujahrsvorsätze so oft scheitern – und was das mit unserem
Verständnis von Veränderung, Freiheit und Spiritualität zu tun hat.
Vielleicht liegt das Problem gar nicht darin, dass wir zu wenig
wissen, sondern dass wir Veränderung als Frage von Information und
Willenskraft missverstehen. Genau hier wird es spirituell
interessant: Denn auch im Evangelium geht es nicht zuerst um ein
Mehr an Wissen, sondern um Praxis. Um Wege, die gegangen werden. Um
Haltungen, die eingeübt werden. Um ein Leben, das sich nicht aus
Vorsätzen speist, sondern aus Beziehungen, Rhythmen – und manchmal
auch aus Scheitern. Im Stossgebet berichtet Manu von seinem ganz
alltäglichen Ärger mit der örtlichen Grünabfuhr. Und im Halleluja
erzählt Stephan von einer unerwarteten Erfahrung von Gemeinschaft
beim Apéro in seiner Lieblingsbar. Im Hauptteil des Gesprächs geht
es unter anderem um diese Fragen: Warum Wissen nicht dasselbe ist
wie Veränderung. Warum Vorsätze das Ich oft überfordern. Warum das
Evangelium weniger Botschaft als Übungsraum ist. Warum Rhythmen
wichtiger sind als Ziele. Warum Scheitern kein Gegenargument gegen
Praxis ist. Und warum Freiheit nicht durch Selbstoptimierung
entsteht, sondern durch Einbindung. Eine Folge über
Neujahrsvorsätze – und über die tiefere Frage dahinter: Wer will
ich eigentlich sein?
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14.01.2026
1 Stunde 3 Minuten
Zuerst: der Jahresbeginn wurde in der Schweiz von einer schlimmen
Tragödie überschattet: 40 Menschen sind in Crans-Montana beim Brand
einer Bar ums Leben gekommen, über 100 weitere sind schwer
verletzt. Manuel und Stephan verzichten auf die üblichen
Einstiegskategorien «Hallelujah der Woche» und «Stossgebet der
Woche» und gedenken der Opfer dieser Katastrophe. Zum Thema dieser
Woche: Ist die junge Generation wirklich gottlos – oder schauen wir
einfach durch die falsche Brille? In dieser Folge fragen Manuel und
Stephan, was Generationenlabels leisten, wo sie schaden – und warum
Glauben sich selten an Zielgruppenstrategien hält. «Generation
Golf», «Generation Maybe», «Generation Beziehungsunfähig»:
Unzählige Generationenbezeichnungen machen die Runde, entsprechende
Bücher: Bestseller – versuchen, Alterskohorten zu beschreiben,
unter gemeinsamen Eigenschaften zusammenzufassen. Und Kirchen
greifen diese Begriffe gerne auf und fragen sich: Wie erreichen wir
diese Menschen? Was müssen wir tun, wie die Botschaft verpacken,
welche Sprache sprechen und welche Jeans tragen, um bei dieser
Generation zu landen? Stephan hat sich letzte Woche über einen
NZZ-Beitrag aufgeregt, der die Generation «Alpha» als
«lebensunfähig» schlechtredete – und dabei zeigte, wo die
Grenzen und Gefahren solcher Beschreibungen liegt: man schert ganze
Jahrgangsgruppen über einen Kamm… und lässt dabei meist
sozioökonomische Hintergründe, Milieuzugehörigkeiten,
Klassenunterschiede ausser Acht. Den einzelnen Menschen wird das
nicht gerecht. Denn es doch klar: Diese Generationen gibt es ja gar
nicht (und auch nicht die verschiedenen «Milieus»): das sind alles
Abstraktbegrife, die versuchen, die grossen Linien zu sehen. Die
aber gerade dann gefährlich werden, wenn sie die persönliche
Auseinandersetzung mit einzelnen Menschen zu ersetzen drohen. Wenn
sie zu einer Brille werden, mit der man eine «Generation»
wahrnimmt, um dann die «Kommunikation des Evangeliums» darauf
auszurichten: Die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei zu Kopfgeburten
kommt, zu Versuchen, die zu Scheitern verurteilt sind, ist gross.
Aber was stattdessen tun? Manuel und Stephan diskutieren über
gelungene und misslungene Versuche, die christliche Botschaft zu
kontextualisieren, über ein Evangelium, dass sich in verschiedenen
Lebenswelten inkarniert – und über Kirchen, die oft verpassen,
Formen des Glaubens und der Nachfolge Jesu überhaupt zu sehen, wenn
sie nicht den eigenen institutionellen Erwartungen entsprechen…
Eine Folge über die Grenzen von Etiketten, die Sehnsucht nach
Verstehen – und die Einsicht, dass Glauben meist dort entsteht, wo
niemand ihn geplant hat.
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Über diesen Podcast
Was heisst das eigentlich, Christ zu sein? Woran glauben Christen
und was können sie getrost aufgeben? Logisch, dass sich Manuel
Schmid & Stephan Jütte dabei nicht immer einig sind. Aber sie
versuchen in diesem Podcast zusammen herauszufinden, was für sie
wirklich zählt und was ihnen eher im Weg steht. Und klar: Beide
wissen es auch nicht wirklich. Aber vielleicht regt es dich an zum
Mitdenken. Oder es regt dich auf und du magst mit ihnen streiten.
Oder du schreibst ihnen einfach mal, was du nicht mehr glauben
kannst oder musst oder willst.
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