Chinesische Ladesäulen in Europa: Chance oder Risiko?

Chinesische Ladesäulen in Europa: Chance oder Risiko?

vor 20 Stunden
Im Gespräch mit Syed Haseeb Hassan, Automotive- und E-Mobility-Berater bei eTechvolution
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Aktuelle Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und mehr

Beschreibung

vor 20 Stunden
In dieser Folge spreche ich mit Syed Haseeb Hassan, Automotive- und
E-Mobility-Berater bei eTechvolution. Haseeb hat mehr als zehn
Jahre Erfahrung in der Automobilbranche, war unter anderem bei
Schaeffler und ABB tätig und analysiert heute auf LinkedIn
regelmäßig, wie sich Elektromobilität weltweit entwickelt. Sein
Fokus liegt dabei auf dem Vergleich zwischen China und Europa - und
genau das macht unsere Unterhaltung so interessant. Haseeb war kurz
vor dieser Aufnahme auf der Auto Show in China, hat sich Peking,
Shenzhen und Chengdu angeschaut und bringt konkrete Beobachtungen
mit. Eine davon: In Shenzhen gibt es seit 2015 faktisch keine
freien Verbrenner-Kennzeichen mehr. Wer eines will, zahlt heute
umgerechnet mehrere Tausend Euro. Ein E-Auto-Kennzeichen dagegen
ist kostenlos und sofort verfügbar. Kombiniert mit staatlich
kontrollierten Strompreisen hat das eine Dynamik in Gang gesetzt,
die China beim Thema Elektromobilität in eine andere Liga gebracht
hat. Beim Laden zeigt sich ein ähnliches Bild - nur mit
überraschenden Details. Während in Deutschland 300- bis
400-kW-Schnelllader als Standard gelten, dominieren in China noch
immer Ladepunkte mit 30 bis 120 kW. Der Ausbau passierte schnell
und pragmatisch, ohne große Regularien. Gleichzeitig laden
chinesische Serienfahrzeuge wie das Denza-Modell schon heute mit
bis zu 1100 kW - was hierzulande noch als Prototypen-Meilenstein
gilt. Wir sprechen außerdem darüber, was der Einstieg chinesischer
Ladeinfrastrukturanbieter wie X-Charge in Europa bedeutet. Haseeb
sieht das als gesunden Wettbewerb - und erklärt, warum europäische
Hersteller wie Alpitronic oder ABB den Preiskampf weder gewinnen
können noch führen sollten. Ihr Vorteil liegt bei Service,
Zuverlässigkeit und Total Cost of Ownership über viele Jahre. Und
dann ist da noch die Preistransparenz. Deutschland hat mehr als
200.000 öffentliche Ladepunkte - rein quantitativ kein schlechter
Wert. Aber je nach Karte oder App kann derselbe Ladepunkt beinahe
doppelt so viel kosten. In China lag der Unterschied zwischen Abo-
und Normaltarif bei einem Anbieter bei acht Prozent. Das ist der
Maßstab, an dem wir uns messen lassen müssen. Eine zweite Folge ist
bereits geplant - mit tieferem Blick auf Preismodelle und einem
Vergleich mit dem US-Markt.
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