Was bremst die Depot-Elektrifizierung in Europa?

Was bremst die Depot-Elektrifizierung in Europa?

vor 1 Woche
Im Gespräch mit Mathias Knauer, Director Markets E-Mobility Keba
33 Minuten
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Aktuelle Entwicklungen, Diskussionen, Interviews und mehr

Beschreibung

vor 1 Woche
In dieser Folge spreche ich mit Mathias Knauer, Director Markets
E-Mobility bei Keba, über ein Thema, das im Bereich der
Elektromobilität oft im Hintergrund bleibt, aber zunehmend in den
Fokus rückt: das Laden im gewerblichen Depot. Keba kennen viele als
Hersteller von AC-Wallboxen – doch seit 2024 hat das Unternehmen
sein Portfolio konsequent erweitert. Durch eine Akquisition deckt
Keba nun das gesamte Spektrum von AC bis DC ab, mit Ladeleistungen
von 40 kW bis 500 kW, und richtet sich damit auch an
Logistikunternehmen und Flottenbetreiber:innen mit
missionskritischen Anforderungen. Was "missionskritisch" im
Depot-Kontext wirklich bedeutet, macht Mathias sehr anschaulich:
Ein Müllfahrzeug, das morgens nicht geladen ist, fährt schlicht
nicht raus. Ein Kühltransporter ohne Energie kühlt nicht. Das
stellt fundamental andere Anforderungen an Ladeinfrastruktur,
Servicepartner und Reaktionszeiten als der klassische Pkw-Bereich.
Im Gespräch erklärt Mathias, wie Kebas Splitsystem-Ansatz dabei
hilft, Depots flexibel und schrittweise zu elektrifizieren. Die
Idee dahinter: Power Units und Ladepunkte werden räumlich
voneinander getrennt, was Platz spart und eine Skalierung in
kleineren Investitionsschritten ermöglicht. Wer heute mit zwei
Ladepunkten startet, kann morgen weitere ergänzen, ohne den
Netzanschluss neu planen zu müssen. Am Beispiel der Braukommune
Freistadt zeigt er, dass 40 kW über Nacht für viele Flotten
vollkommen ausreichen – und dass ein überdimensionierter Lader die
TCO unnötig in die Höhe treibt. Auch die Frage, welche Hindernisse
die Elektrifizierung gewerblicher Depots bremsen, kommt nicht zu
kurz. Netzanschlüsse, Wartezeiten und Kosten sind nach Mathias'
Einschätzung das größte Problem – europaweit. Hinzu kommt die
Abhängigkeit von Förderungen, deren abruptes Ende, wie im
Pkw-Bereich erlebt, die Nachfrage empfindlich treffen kann.
Langfristige Anreize wie die Mautbefreiung oder die THG-Quote als
Erlösquelle hält er für belastbarere Stellschrauben. Sein Fazit ist
dabei klar: Anfangen, klein denken, Use Cases sauber definieren,
erfahrene Partner suchen. Keiner, der einen E-LKW in Betrieb
genommen hat, wollte zurück. Das ist kein Marketing, sondern die
Erfahrung aus der Praxis.
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