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️ Hitzschlag: medizinischer Notfall

Hitzschlag ist eine der gefährlichsten hitzebedingten
Notfallsituationen überhaupt. Unbehandelt drohen
Multiorganversagen, neurologische Schäden und Tod. Entscheidend
für Prognose und Outcome: frühes Erkennen und sofortige,
konsequente Kühlung.

Merksatz

Schnelles Kühlen rettet Leben.

Definition

Hitzschlag = schwerer Hitzeschaden mit

- Körperkerntemperatur typischerweise > 40,5 °C

- neurologischer Störung

- drohendem oder bestehendem Organversagen

Ursache ist ein Versagen der Thermoregulation mit Zellschädigung,
Inflammation, Gerinnungsstörung, Endothelschaden und
Kreislaufversagen.

Formen

Klassischer Hitzschlag

- durch hohe Umgebungstemperaturen

- v. a. ältere Menschen, Kinder, Pflegebedürftige, Vorerkrankte,
Personen unter Medikamenten

Anstrengungshitzschlag

- durch starke körperliche Belastung, oft zusätzlich Hitze

- v. a. junge, zuvor gesunde Menschen, z. B. Sport, Militär,
Bauarbeit

️ Abgrenzung zum Sonnenstich

Sonnenstich

- meist leichter Hitzeschaden des Kopfes

- oft Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Nackenschmerz,
meningeales Reizbild

- Temperatur oft < 40 °C

Hitzschlag

- deutliche Erhöhung der Körperkerntemperatur

- zentrale neurologische Symptome sind wegweisend

Wichtig: Sonnenstich kann ähnlich aussehen oder in einen
Hitzschlag übergehen.

Klinische Zeichen

Typisch ist die Kombination aus:

- Hitzeexposition

- neurologischer Auffälligkeit

- erhöhter Körperkerntemperatur

Mögliche Symptome

- Desorientiertheit, Verwirrtheit, Delir, Agitation

- Ataxie, Krampfanfälle, Koma

- Tachykardie, später Hypotonie bis Schock

- Tachypnoe, Hyperventilation

- Übelkeit, Erbrechen

Hautbefund

- heiß, gerötet, trocken oder noch feucht

- Schwitzen schließt Hitzschlag nicht aus

🩺 Präklinisches Vorgehen

- Versorgung nach cABCDE

- Fremdanamnese nutzen: Hitze, Sport, Flüssigkeitsmangel,
Alkohol, Drogen, Medikamente

- Vitalparameter und neurologischen Status erfassen

- Körperkerntemperatur messen: tympanisch, rektal, bei Intubation
ösophageal

- axilläre Messung ist unzuverlässig

Bei Ateminsuffizienz oder Koma:

- Atemweg sichern, ggf. RSI/Intubation

- Sauerstoffgabe

- Krampfanfälle leitliniengerecht behandeln, z. B. Benzodiazepine

️ Zentrale Therapie: sofortige Kühlung

Ziel:

- Körperkerntemperatur rasch unter 39 °C senken

- aktive Kühlung dann reduzieren/beenden, um Hypothermie zu
vermeiden

Praktische Methoden

- Kaltwasser- oder Eiswasserimmersion: effektivste Methode

- Kühlpacks in Tücher gewickelt an Leisten, Axillen, Kopf

- Haut befeuchten + Luftzug/Ventilation

- bei schweren Fällen intern oder extrakorporal kühlen

Wichtig:

- Temperatur engmaschig kontrollieren

- keine Antipyretika wie Paracetamol oder ASS

Klinik und Intensivmedizin

- Cooling first, parallel Diagnostik und Organunterstützung

- Volumengabe mit balancierten kristalloiden Lösungen

- engmaschiges Monitoring: Temperatur, EKG, Blutdruck, SpO2, BGA,
Diurese

- Labor: Elektrolyte, Nierenwerte, Leberwerte, CK, Myoglobin,
Gerinnung, Laktat, Osmolalität

- Komplikationen früh erkennen und behandeln

️ Wichtige Differenzialdiagnosen

- Hitzeerschöpfung, Hitzesynkope, Hitzekrämpfe

- Sepsis, Meningitis, Enzephalitis

- anticholinerges Syndrom

- serotonerges Syndrom

- malignes neuroleptisches Syndrom

- Intoxikationen

- thyreotoxische Krise, Addison-Krise, maligne Hyperthermie

Komplikationen

- Hirnödem, Delir, Koma

- Rhabdomyolyse

- akutes Nierenversagen

- Leberversagen

- ARDS

- Gerinnungsstörungen bis DIC

- Tod

Red Flags

- neurologische Störung bei Hitzeexposition

- normale periphere Temperatur schließt Hitzschlag nicht aus

- Schwitzen schließt Hitzschlag nicht aus

- Antipyretika helfen nicht

- auch junge, sportliche Menschen können rasch dekompensieren

Take-home-Points

1. Hitzschlag = Hyperthermie + neurologische Störung +
Organversagensrisiko

2. Wichtigste Therapie: sofortige, rasche Kühlung

3. Antipyretika sind wirkungslos und potenziell schädlich
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„Hitzschlag - Akutmanagment“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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