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  4. Rupturiertes Bauchaortenaneurysma - Akutmanagment
🩸 Thema der Folge

Rupturiertes Bauchaortenaneurysma (rAAA) = einer der
dramatischsten gefäßchirurgischen Notfälle. Entscheidend ist die
frühe Verdachtsdiagnose und der schnellstmögliche Weg zur
operativen Blutungskontrolle.

Zentrale Botschaft

Nicht maximale Diagnostik vor Ort, sondern:

- schnell erkennen

- schonend behandeln

- unverzüglich in ein geeignetes Zentrum transportieren

Alles muss dem OP-Beginn dienen. Keine Verzögerung durch unnötige
Maßnahmen.

Pathophysiologie

Es gibt zwei klinisch wichtige Formen:

- freie Ruptur: Blutung in die Bauchhöhle, meist hochinstabil,
oft rasch tödlich

- gedeckte retroperitoneale Ruptur: vorübergehende Tamponade
möglich

Wichtig: Diese fragile Tamponade darf nicht verloren gehen.
Gefährlich sind:

- Blutdruckspitzen

- Pressen, Husten, starke Bewegung

- unnötige Manipulationen

- wenn möglich auch Intubation vermeiden

Wann daran denken?

Klassisch: Bauch-/Rückenschmerz + Hypotonie + pulsierende
abdominelle Resistenz

Häufiger aber nur Red Flags:

- älterer Patient, oft männlich

- bekannte Gefäßerkrankung oder bekanntes AAA

- plötzlicher Bauch-, Flanken- oder Rückenschmerz

- Kollaps, Synkope, Schweißigkeit, Blässe

- Unruhe, Verwirrtheit, Schock unklarer Genese

️ Wird nicht selten als Nierenkolik, Lumboischialgie oder akutes
Abdomen fehlgedeutet.

🩺 Präklinisches Management

Wichtig:

- fokussierte Anamnese: bekanntes AAA, Gefäßeingriffe,
Antikoagulation, plötzlicher Schmerzbeginn

- Basismonitoring: SpO2, NIBP engmaschig, EKG

- Pulse, Rekapillarisierungszeit, Vigilanz prüfen

- BZ und Temperatur mitdenken

- möglichst wenig Bewegung, schonende Lagerung

- warm halten

Kreislaufstrategie: permissive Hypotension

Ziel ist nicht Normotonie, sondern gerade ausreichende
Organperfusion.

Praktische Orientierung:

- systolisch etwa 70–100 mmHg

- deutlich unter 70 mmHg vermeiden

- nicht „schöninfundieren“

Volumentherapie:

- restriktiv

- kleine Kristalloid-Boli, z. B. 250 ml

- danach neu beurteilen

Merksatz:

So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Medikamente

Analgesie:

- vorsichtig titriert

- z. B. Morphin 1–2 mg i.v. schrittweise

- alternativ Fentanyl in kleinen Dosen

Sedierung:

- nur zurückhaltend bei Angst/Unruhe

- z. B. Midazolam niedrig dosiert

Bei Hypotonie mit unzureichender Perfusion:

- Noradrenalin als Überbrückung möglich

Bei hypertensiver Entgleisung:

- vorsichtig steuerbares Nitroglycerin in Einzelfällen

🫁 Atemweg und Sauerstoff

- Sauerstoff nach Bedarf

- Intubation möglichst vermeiden, wenn nicht zwingend notwendig

- Atemwegssicherung nur bei klarer Indikation

Zielklinik und Schockraum

Transport:

- sofort

- in ein gefäßchirurgisch geeignetes, idealerweise endovaskulär
erfahrenes Zentrum

- Voranmeldung mit klarer Verdachtsdiagnose rAAA

Im Schockraum:

- nur Diagnostik, die den OP nicht verzögert

- Labor, Kreuzblut, Blutgase, Laktat, Gerinnung, Kalzium

- Sonografie oft sehr hilfreich

- CT-Angiografie nur bei hämodynamisch ausreichend stabilem
Patienten

- instabiler Patient: direkt OP / Hybrid-OP

🩸 Hämotherapie und Gerinnung

Früh an Massivtransfusion denken:

- Erythrozyten

- Plasma

- Thrombozyten

Außerdem wichtig:

- Normothermie

- Kalzium im Blick

- Azidose vermeiden

- Gerinnung überwachen

Häufige Fehler

- Diagnose nicht in Betracht ziehen

- unnötige Bewegung oder Stress

- aggressive Volumengabe auf Normotonie

- zeitfressende Diagnostik beim instabilen Patienten

- verspätete Zentrenanmeldung

- Wärme, Gerinnung und Blutprodukte unterschätzen

Take-home Messages

- rAAA früh erkennen

- schonendes Management mit permissiver Hypotension

- keine Verzögerung: direkt ins geeignete Zentrum und zur
Blutungskontrolle
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„Rupturiertes Bauchaortenaneurysma - Akutmanagment“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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