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đź«€ Perikardtamponade: kardiologischer Notfall

Perikardtamponade = lebensbedrohliche Kompression des Herzens
durch Druckanstieg im Perikard mit behinderter diastolischer
FĂĽllung. Folge: vermindertes Schlagvolumen, sinkendes
Herzzeitvolumen, obstruktiver Schock bis Kreislaufstillstand.

Merksatz: Hämodynamisch relevante Perikardtamponade =
schnellstmögliche Entlastung. Verzichtbare Diagnostik darf nicht
verzögern.

️ Pathophysiologie

Entscheidend ist nicht nur die Ergussmenge, sondern vor allem die
Geschwindigkeit der Entstehung:

• langsam zunehmender Erguss: oft länger kompensiert

• rasches Hämoperikard: schon bei kleinerer Menge fulminante
Tamponade

Klinik

Typische Hinweise:

• Dyspnoe

• Brustschmerz

• Tachykardie

• Hypotonie

• Tachypnoe

• Unruhe, Schwitzen, Todesangst

Wichtige Befunde:

• Halsvenenstauung

• abgeschwächte Herztöne

• Pulsus paradoxus: inspiratorischer Abfall des systolischen
Blutdrucks > 10 Millimeter Quecksilber

• ggf. Kußmaul-Zeichen

Immer mitdenken: Differenzialdiagnosen

Bei obstruktivem Schock sofort unterscheiden zwischen:

• Perikardtamponade

• Spannungspneumothorax

• massive Lungenarterienembolie

Besonders wichtig:

Spannungspneumothorax kann klinisch sehr ähnlich sein.
Lungenultraschall und Auskultation helfen bei der Abgrenzung.

🩺 Diagnostik

Methode der ersten Wahl: Echokardiografie

Echo-Zeichen:

• Perikarderguss

• diastolischer Kollaps rechter Herzhöhlen

• gestaute Vena cava inferior mit verminderter Kollapsibilität

• atemabhängige Flussveränderungen

Praxispunkt:

Bei instabiler Tamponade keine unnötige Verzögerung durch CT,
ausführliches Labor oder organisatorische Abläufe.

Akutmanagement

SofortmaĂźnahmen:

• Monitoring: EKG, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Atmung,
Urinproduktion

• venöser Zugang, idealerweise zwei

• Sauerstoffgabe, Ziel SpO2 > 92 Prozent

• kleine vorsichtige Volumenboli, z. B. 250 bis 500 Milliliter
balancierte Kristalloidlösung

• engmaschige Reevaluation

KreislaufunterstĂĽtzung als ĂśberbrĂĽckung:

• Noradrenalin bei ausgeprägter Hypotonie

• Dobutamin bei niedrigem Herzzeitvolumen

Wichtig:

Vasopressoren und Inotropika kaufen Zeit, ersetzen aber nie die
Entlastung.

Was vermeiden?

• Diuretika

• Vasodilatatoren

• unnötige positive Druckbeatmung

Wenn Intubation unvermeidbar:

nur gut vorbereitet, mit hämodynamischer Absicherung und
möglichst in Nähe zur definitiven Entlastung.

Definitive Therapie

Standard: ultraschallgestĂĽtzte Perikardpunktion

Typisch:

• möglichst unter Monitoring und sterilen Bedingungen

• klassisch subxiphoidaler Zugang

• anschließend meist Drainage in Seldinger-Technik für 1 bis 3
Tage

Operative Notfallentlastung statt Punktion v. a. bei:

• traumatischer Tamponade

• postoperativer Tamponade nach Herzchirurgie

• vermuteter Ventrikelruptur nach Myokardinfarkt

• Aortendissektion

️ Komplikationen der Perikardpunktion

• Myokardverletzung

• Koronarverletzung

• Arrhythmien

• Pneumothorax

• Leberverletzung

Darum: wenn möglich ultraschallgeführt.

Ursachen

Wichtige Ätiologien:

• Trauma

• iatrogen, z. B. nach PCI, Ablation, Schrittmacher, ZVK,
Herzchirurgie

• freie Ventrikelruptur nach Myokardinfarkt

• Aortendissektion

• maligne Ergüsse

• infektiöse Ursachen

• idiopathische oder entzündliche Perikarderkrankungen

• Autoimmunerkrankungen, Urämie, Myxödem

Take-home-Punkte

• Hypotonie + Tachykardie + Halsvenenstauung = obstruktiven
Schock denken

• Echo ist das wichtigste Akuttool

• Spannungspneumothorax immer ausschließen

• kleine Volumengaben können überbrücken

• Diuretika und Vasodilatatoren sind akut meist falsch

• positive Druckbeatmung kann die Situation verschlechtern

• definitive Therapie ist die Entlastung, nicht die
Pharmakotherapie
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„Perikardtamponade - Akutmanagment“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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