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Thema der Folge

Hypovolämischer Schock: schnelles, strukturiertes Handeln bei
kritischem intravasalem Volumenmangel mit Organhypoperfusion.

Lernziele

- hypovolämischen Schock erkennen

- Kreislauf stabilisieren

- Blutvolumen gezielt wiederherstellen

- Ursache suchen und wenn möglich direkt behandeln

Definition

Hypovolämischer Schock = Schockzustand durch kritische
Verminderung des intravasalen Volumens.

Wichtig:

- nicht jede Hypotonie ist ein Schock

- nicht jeder Schock ist hypovolämisch

- Mischbilder sind häufig, z. B. Hypovolämie plus Sepsis

Klinische Zeichen

Typische Hinweise auf Gewebehypoperfusion:

- Hypotonie

- Tachykardie

- kalte Extremitäten

- verlängerte Rekapillarisierungszeit

- Unruhe, Durst

- trockene Schleimhäute

- Oligurie

- Vigilanzminderung

Labor:

- erhöhtes Laktat als Perfusionsmarker

- immer im klinischen Kontext interpretieren

Vier Leitfragen am Patientenbett

- Ist der Kreislauf instabil?

- Gibt es Zeichen der Organminderperfusion?

- Gibt es Hinweise auf Volumenverlust?

- Gibt es andere oder zusätzliche Schockursachen?

Akutmanagement

Parallel statt nacheinander:

- Atemweg, Atmung, Kreislauf sichern

- Monitoring aufbauen

- venösen Zugang schaffen

- Volumentherapie starten

- Ursache suchen

Monitoring:

- EKG

- Blutdruck

- SpO2

- Atemfrequenz

- Diurese, wenn sinnvoll via Blasenkatheter

- bei Instabilität ggf. arterielle Blutdruckmessung

Kreislaufziele

- systolischer Blutdruck > 100 mmHg

- MAP > 65 mmHg

- Urinproduktion > 0,5 ml/kg/h

- ScvO2 > 70 %, falls gemessen

Volumentherapie

Initial:

- balancierte kristalloide Lösungen

- bei Erwachsenen oft 500 ml als Bolus über 10–15 Minuten

- danach konsequente Reevaluation

- lieber kleine wiederholte Bolusgaben als unkritisch mehrere
Liter

Reevaluation nach jedem Bolus:

- Blutdruck

- Herzfrequenz

- Rekapillarisierungszeit

- mentale Verfassung

- Hauttemperatur

- Diurese

- Laktat / BGA, wenn verfügbar

️ Übertherapie vermeiden

Auch hypovoläme Patienten können überwässert werden.

Hilfreich:

- fokussierte Echokardiografie: Füllung, Schlagvolumen, V. cava
inferior

- auf Lungenödem achten: Rasselgeräusche, steigender O2-Bedarf,
B-Linien

Vasopressoren

Wenn trotz adäquater Volumengabe keine Stabilisierung:

- Diagnose hinterfragen

- an Mischformen denken, v. a. Sepsis oder kardiale Ursache

- ggf. Noradrenalin, z. B. 0,02–0,1 µg/kg/min titriert

Merksatz:

Noradrenalin ersetzt kein Volumen.

Elektrolyte

Engmaschig kontrollieren:

- Kalium im Normbereich halten

- Hypokaliämie gezielt substituieren

- Hyperkaliämie sofort erkennen und behandeln

- Natrium nie zu schnell korrigieren

Zu rasche Natriumkorrekturen können schwere neurologische Schäden
verursachen.

🩺 Häufige Ursachen

Enteral:

- Gastroenteritis

- Cholera

Renal:

- hyperosmolares diabetisches Koma

- Diuretika

- Diabetes insipidus

- Aldosteronmangel / Addison-Krise

Dritter Raum:

- Ileus

- Aszites bei Lebererkrankung

Kutan:

- Hyperthermie

- Verbrennungen

- Verätzungen

- großflächige Hautläsionen

Verminderte Aufnahme:

- ältere Menschen, Demenz

- Schluckstörungen, Immobilität

- psychostimulierende Substanzen

️ Praktische Merksätze

- Stabilisieren, Volumen ersetzen, Ursache behandeln

- nach jedem Bolus neu untersuchen

- Flüssigkeitsbilanz sauber dokumentieren

- gezielt nach Erbrechen, Durchfall, Diuretika, Polyurie,
Trinkmenge und Fieber fragen

- bei Fieber und Schocksymptomatik immer auch an Sepsis denken

Take-home-Message

Der hypovolämische Schock ist vor allem ein Problem des fehlenden
intravasalen Volumens. Entscheidend sind frühes Erkennen, rasche
Volumentherapie mit balancierten Kristalloiden, engmaschige
Reevaluation und konsequente Ursachensuche.
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„Hypovolämischer Schock - Akutmanagment“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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