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Thema der Folge

Kardiogener Schock: frueh erkennen, rasch stabilisieren, Ursache
parallel finden und gezielt behandeln.

Definition

Schock durch kritische Verminderung der kardialen Pumpleistung
mit:

- Hypotonie bzw. Vasopressorbedarf

- Gewebehypoperfusion

- Endorgandysfunktion

Typisch:

- systolischer Blutdruck < 90 mmHg fuer mindestens 30 Minuten

- oder Bedarf an Vasopressoren, um > 90 mmHg zu halten

Woran denken?

Entscheidend sind immer 3 Dinge gleichzeitig:

- Kreislauf stabilisieren

- Ursache suchen

- Ursache spezifisch behandeln

Wichtigster Merksatz:

- In etwa 80 Prozent liegt ein akutes Koronarsyndrom zugrunde

- Ein akuter Myokardinfarkt muss aktiv ausgeschlossen werden

Zeichen des kardiogenen Schocks

Klinik:

- blass, kalt, kaltschweissig

- Tachykardie, Dyspnoe

- Rasselgeraesche, Lungenoedem

- gestaute Halsvenen

- Vigilanzminderung, Verwirrtheit

Hinweise auf Organhypoperfusion:

- Oligurie < 0,5 ml/kg/h

- verlaengerte Rekapillarisierungszeit

- erhoehtes Laktat

Wichtig:

- Nicht der Blutdruck allein definiert den Schock

- Auch unter Vasopressoren kann weiter Schock bestehen

🩺 Initiales Vorgehen

Strukturiert vorgehen:

- frueh Hilfe holen

- Intensivstation oder Herzkatheterzentrum einbinden

- engmaschiges Monitoring etablieren

Basismonitoring:

- Pulsoxymetrie

- kontinuierliches EKG

- Blutdruck

- Blasenkatheter zur Diuresekontrolle

Bei Instabilitaet:

- arterieller Zugang

- zentralvenoeser Zugang fuer Katecholamine und
Verlaufskontrollen

🫀 Diagnostik am Bett

Frueh durchfuehren:

- arterielle Blutgasanalyse

- 12-Kanal-EKG

- fokussierte Echokardiografie

- Labor: Troponin, Kreatinin, Harnstoff, Blutbild, Elektrolyte,
Transaminasen, TSH, Glukose, ggf. BNP oder NT-proBNP

Echo-Schluesselfragen:

- LV- und RV-Funktion?

- lokalisierte oder globale Wandbewegungsstoerungen?

- Hypovolaemie oder Stauung?

- relevante Klappenpathologie?

- Perikardtamponade?

- Rechtsherzbelastung als Hinweis auf Lungenarterienembolie?

Volumentherapie: nur mit Vorsicht

Nicht jeder hypotone Patient braucht Fluessigkeit.

Bei plausibler Hypovolaemie:

- kleine Bolusgaben von 250 bis 500 ml balancierter kristalloider
Loesung

- danach sofort Reevaluation

Sofort stoppen bei:

- zunehmender Dyspnoe

- Lungenoedem

- Zeichen steigender Fuellungsdruecke

Kreislaufsupport

Vasopressor der ersten Wahl:

- Noradrenalin

- Ziel-MAP meist 65 bis 70 mmHg

Inotropikum der ersten Wahl:

- Dobutamin

Haefige Kombination:

- Noradrenalin fuer Perfusionsdruck

- Dobutamin fuer Kontraktilitaet und Herzzeitvolumen

Weitere Optionen in Spezialfaellen:

- Adrenalin

- Levosimendan

- PDE-3-Hemmer wie Milrinon oder Enoximon

🫁 Beatmung

Bei Hypoxaemie:

- Sauerstoff

Bei kardialem Lungenoedem:

- ggf. nichtinvasive Beatmung

Bei schwerer respiratorischer Insuffizienz oder Erschoepfung:

- Intubation

- Einleitung kreislaufschonend und gut vorbereitet

Wenn Medikamente nicht reichen

Moegliche mechanische Unterstuetzung:

- veno-arterielle ECMO

- Impella

- in ausgewaehlten Faellen intraaortale Ballongegenpulsation

Nur fuer selektierte Patienten in erfahrenen Zentren.

Wichtige Differenzialdiagnosen

- akutes Koronarsyndrom

- akut dekompensierte Herzinsuffizienz

- akute schwere Klappenvitien

- Myokarditis

- Rechtsherzversagen, z. B. bei Lungenarterienembolie

Typische Fehler

- reflexhafte grosszuegige Volumengabe

- Warten auf Labor trotz eindeutiger EKG- oder Echo-Hinweise

- Orientierung nur am Blutdruck

- Rhythmusstoerungen uebersehen

- Herzkatheterzentrum oder erfahrenes Team zu spaet hinzuziehen

Take-home-Messages

- Kardiogener Schock = Pumpversagen mit Organhypoperfusion

- Haeufigste Ursache: akutes Koronarsyndrom

- Stabilisierung und Ursachenfindung laufen parallel

- Echokardiografie ist das zentrale Bedside-Tool

- Volumen nur vorsichtig und gezielt

- Noradrenalin zuerst fuer den Druck

- Dobutamin haeufig zusaetzlich fuer die Pumpleistung

- Bei Verdacht auf Infarkt frueh Koronarangiografie organisieren
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„Kardiogener Schock - Akutmanagment“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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