E003 - Lais Kriwat, Kriwat GmbH: Wenn Handwerk auf 3D-Druck trifft

E003 - Lais Kriwat, Kriwat GmbH: Wenn Handwerk auf 3D-Druck trifft

vor 2 Monaten
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Beschreibung

vor 2 Monaten

Lais Kriwat, 27 Jahre, ist Orthopädieschuhtechnikmeister und
Geschäftsführer der Kriwat GmbH aus Kiel – einem
Familienunternehmen, das er gemeinsam mit seinem Bruder in die
nächste Generation führt. Was als Anycubic i3 Mega im Jahr 2017
begann, ist heute ein vollständig digitalisierter
Produktionsprozess mit drei parallelen Druckverfahren, einer
24/7-SLS-Produktion und messbaren Kosteneinsparungen von 15 bis
17 Prozent.
Zentrale Themen und Erkenntnisse

Vom Gipsabdruck zum 3D-Scan Was früher bis zu einer
Stunde dauerte – Gipsabformung, Chemikalien, Transport zwischen
Filialen – ist heute ein 10-Sekunden-Scan. Der Gesamttermin mit
dem Patienten hat sich von einer Stunde auf 15 Minuten reduziert.
Nicht nur schneller, auch deutlich angenehmer: Das Eincremen der
Füße, damit der Gips sich später löst, bleibt allen Beteiligten
als lebhafte Erinnerung.


Drei Verfahren, drei Rollen Die Entscheidung für FDM,
SLA und SLS war keine Entweder-oder-Frage, sondern eine
Materialkonstruktion: SLS-Teile kommen rau aus dem Drucker –
ideal zum Nachverkleben von Einlagenbezügen. SLA-Teile sind glatt
– ideal für Orthesen, die direkt auf der Haut liegen. FDM
übernimmt Probeschuhe und Leistenmodelle, die früher aus Plastik
tiefgezogen und einmal verwendet wurden. Heute werden sie
gedruckt, angepasst und recycelt.


15–17 Prozent Kostensenkung – und wie man das messen
kann Die Zahl ist kein Bauchgefühl, sondern Kalkulation:
Personalkosten, Materialkosten, Stromkosten für den
24/7-laufenden SLS-Drucker – alles wird genau erfasst und gegen
den traditionellen Prozess gerechnet. Die Nachtproduktion war
dabei ein Faktor, den keine traditionelle Handwerks-Kalkulation
abbildet.


Die ehrlichen Grenzen Bei hohem Körpergewicht ist die
Bruchrate von SLA-Orthesen noch zu hoch. Vollständig gedruckte
orthopädische Maßschuhe sind am Markt angekommen – aber
orthopädisch korrekte Versorgungen setzen Materialien voraus, die
gleichzeitig sehr weich und sehr steif sein müssen, je nach Zone.
Dual-Materialdruck wäre der Weg – aber die passenden Materialien
und die Krankenkassenzulassung sind noch nicht soweit.


Thermoplastische Materialien als handwerklicher
Vorteil SLA-Orthesen lassen sich nachträglich erwärmen
und formen – ein Druckpunkt an einer Handgelenksorthese kann
direkt in der Praxis korrigiert werden. Für Lais ist das kein
Kompromiss, sondern ein echtes Argument für die additive
Fertigung im klinischen Alltag.


Digitalisierung als Mitarbeiterargument Wer heute ins
Handwerk kommt und bei Kriwat arbeitet, findet eine Spielwiese
vor: FDM-Drucker, die nicht nur für Umsatz da sind, sondern damit
Mitarbeiter die additive Fertigung kennenlernen – inklusive
privatem Schlüsselanhänger. Neue Mitarbeiter werden Schritt für
Schritt durch die gesamte Prozesskette geführt: Scan
Modellierung FDM SLA SLS.


Community Building: Guided Tour und 3D-Café Auf der
Formnext 2024 hat Kriwat eine geführte Tour für 40
Branchenkollegen organisiert – mit Warnwesten, damit niemand
verloren geht. Daraus entstand das 3D-Café: ein regelmäßiges
Format, das die Branche zwischen den Messetagen zusammenbringt
und über Neuigkeiten in der 3D-Technologie informiert.
Links

Bastian Gaedike auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/


Podcast hören: Spotify | Apple Podcasts | malping.de


Kriwat GmbH: https://www.kriwat.de
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