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Beschreibung
vor 2 Wochen
Johannes Gartner sieht den 3D-Druck als Forscher, Medienmacher,
Netzwerker und Interessenvertreter zugleich. Es geht um den
echten Wert additiver Fertigung, die Unabhängigkeit von
3Druck.com, das Erfolgsmodell AM-Austria und die Frage, wie
Europa seine Führungsrolle behält.
Über den Gast
Dr. Johannes Gartner ist Assistant Professor an der TU Delft,
Herausgeber von 3Druck.com und Präsident von AM-Austria. Sein Weg
begann mit einer Faszination für Technik und führte über Studium
bis zur Promotion und Habilitation im Technologiemanagement. 2011
gründete er 3Druck.com als Maker-Projekt. Als Mitgründer von
AM-Austria vertritt er die österreichische Branche ehrenamtlich.
Zentrale Themen und Erkenntnisse
Wert entsteht in der Anwendung, nicht im Maschinenverkauf. Die
Applikationen wachsen seit über 40 Jahren zweistellig, während
die Hardware-Zahlen schwanken. Rechnet man die von sozialen
Medien befeuerten Hypes heraus, verhält sich AM wie jede
disruptive Technologie: lange Vorlaufzeit, dann exponentielles
Wachstum, gemessen in Jahrzehnten statt in Jahren.
Der reale Nutzen wird unterschätzt. Ein Marktvolumen von rund 25
Milliarden bildet den Wert für Patienten, für eingesparte Energie
oder für neue Technologien nicht ab. Belastbare Schätzungen des
tatsächlichen Impacts fehlen. Wird eine kritische Anwendung
gefunden, sorgen NDAs dafür, dass es still wird.
Als Proxy dienen Gründungszahlen, von denen nur ein Viertel auf
Hardware entfällt, der wachsende Materialverbrauch und der
Dienstleistungsanteil von über 50 Prozent. Eine laufende Studie
zählt weltweit über 5.000 reine AM-Unternehmen und rund 12.000
mit eigener Abteilung.
Unabhängigkeit bei 3Druck.com heißt Bootstrapping ohne
Investoren, das Ziel der schwarzen Null und der Fokus auf
kleinere Innovatoren statt auf die großen Marketing-Budgets.
Superlative werden bewusst entfernt und andere Medien als Partner
im wachsenden Markt verstanden.
AM-Austria vereint seit 2018 rund 105 institutionelle Mitglieder
aus Industrie, Wissenschaft, Bildung, Medien und Politik und
überwindet damit alte Bundeslandgrenzen. Ziel ist eine gemeinsame
Stimme, die auf europäischer Ebene für eine integrierte additive
Strategie wirbt.
Europa führt bei Patenten, Maschineninstallationen und Forschung,
scheitert aber oft am letzten Meter zum tragfähigen
Geschäftsmodell. Johannes plädiert für mehr Unterstützung von
oben, bessere Anreize gegen die Abwanderung von Technologie und
ein gesünderes Selbstbewusstsein statt ständiger Selbstkritik.
Sein Verständnis von Interessenvertretung ist ehrenamtlich, offen
und stets durch Evidenz gedeckt.
Links
Johannes Gartner auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/johannes-gartner-304960212/
3Druck.com: https://3druck.com
AM-Austria: https://www.am-austria.com
Bastian Gaedike auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/
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