E004 - Stefan Wenzel, 3D-Point F&W GmbH: Vom P&G-Innovation-Award zur 200+ Drucker-Printfarm

E004 - Stefan Wenzel, 3D-Point F&W GmbH: Vom P&G-Innovation-Award zur 200+ Drucker-Printfarm

vor 2 Monaten
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Beschreibung

vor 2 Monaten

Stefan Wenzel ist Mitgründer und Geschäftsführer der 3D Point
F&W GmbH, aktuell ansässig in Schöneiche bei Berlin. Er hat
eine Ausbildung als CNC-Fräser, kam 2011 als Maschinenrichter zu
Procter & Gamble und entwickelte dort gemeinsam mit dem
erfahrenen CAD-Konstrukteur Dieter Fischer ein konzerninternes
3D-Druck-Innovation-Center. Es wurde mit einem internen
Innovation Award ausgezeichnet und mit über 400.000 Euro Budget
ausgestattet. 2020 gründeten beide 3D Point, starteten mit zwei
Ultimakern und einer SLS-Anlage auf 50 Quadratmetern und haben
seitdem die Kapazität auf über 200 FDM-Drucker ausgebaut.


Zentrale Themen und Erkenntnisse


Vom Konzern in die Selbstständigkeit. Der Auslöser
war kein klassischer Unternehmergeist, sondern ein konkretes
Produktionsproblem: Stefan druckte intern eine Vorrichtung, die
einen manuellen Prozess von einer Minute auf drei Sekunden
reduzierte. Der Nachbau durch externe Fertigung kostete
fünfstellig. Die Erkenntnis daraus hat 3D Point gegründet.


Fokus schlägt Breite. 3D Point betreibt heute zwar
FDM, SLA und SLS, aber die SLS-Anlage läuft nur noch einmal im
Monat. Der Grund ist schlicht wirtschaftlich: Wer 20
SLS-Maschinen betreibt, kauft Pulver für 35 Euro das Kilo. Wer
eine betreibt, zahlt 80. Der Fokus liegt vollständig auf
FDM-Serien.


200 Drucker, vier Festangestellte. Das
Geschäftsmodell ist auf hohe Stückzahlen ausgerichtet: Serien von
20.000 bis 250.000 Bauteilen. Neue Drucker werden erst ab fünf
Exemplaren für Kundenaufträge eingesetzt, weil ein einzelner
Drucker keine ausreichende Wiederholgenauigkeit für Serienteile
liefert.


Bambu Lab dominiert, mit Einschränkungen. Der A1
wurde bewusst ausgeschlossen, weil er in der Serienproduktion
keine ausreichende Maßhaltigkeit liefert. Aktuell werden 180
Bambu-Lab-Geräte betrieben, gleichzeitig wird der Prusa Core One
als zweite Säule aufgebaut, um Herstellerabhängigkeit zu
vermeiden.


Material ist nicht gleich Material. Slicer-Parameter
machen nach Stefans Einschätzung bis zu 50 Prozent des
Ergebnisses aus und werden von Kunden systematisch unterschätzt.
Ebenso unterschätzt: Chargenkonstanz. Nach mehrfach schlechten
Erfahrungen mit günstigen Materialien bezieht 3D Point heute
direkt bei Herstellern, teilweise auf eigenen Rollen
konfektioniert.


Nein sagen als Kompetenz. Anfragen für
Einzelprototypen, sehr weiche TPU-Härtegrade oder
hochtemperaturbeständige Materialien ab PPS aufwärts werden aktiv
abgelehnt oder an kleinere Dienstleister weitervermittelt, die
sich über jeden Auftrag freuen.


Links


Bastian auf
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/


Podcast auf Spotify, Apple Podcasts und malping.de


Stefan Wenzel & 3D Point: https://www.3d-point.de
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